YT ,A'^L V/ ?.L Jahresbericht über die Fortschritte auf dem Gesammtgebiete der Agricultur-Cliemie. Neue Folge, libRARY NEW YORK BOTANICAL GARDEN VI. (Das Jahr 1883.) Unter Mitwirkung von Dr. P. Deisener, Vorstand des chemischen Laboratoriums des Vereins der deutschen Rübenzuckerindustrie Berlin, Professor Dr. Th. Dietrich, Dirigent der landwirthsch. Versuchsstation Marburg, Dr. E. A. Grete, Dirigent der Versuchsstation Zürich, Dr. A. Halenke, Dirigent der landwirthsch. Versuchsstation in Speyer, Dr. M. Hayduck, Assistent d. Versuchsstation d. Vereins deutscher Spiritusfabrikanten Berlin, Dr. R. Horn- berger, Docent der Kgl. Forstacaderaie Minden, Dr. Chr. Kellermann, Kgl. Reallehrer in Wunsiedel, Dr. W. Kirchner, Professor der Universität Halle a./S. Dr. C. Kraus, Kgl. Lehrer der Ackerbauschule Triesdorf, Dr. C. Lintner, Director der landw. Centralschule Weihenstephan, Dr. 0. LoeW, Adjunkt des pflanzenphysiolog. Institutes München, Dr. A. Orth, Professor der Universität und laudwirthschaftlichen Hochschule Berlin, F. Strohmer, Assistent der k. k. landwirthsch. Versuchsstation Wien, Dr. C. Weig-elt, Dirigent der Versuchsstation Rufach, Dr. W. Wolf, Oberlehrer am Kgl. Realgymnasium und der Kgl. Landwirlhschaftsschule in Döbeln herausgegeben von Dr. A. Hilger, Professor der angewandten Chemie an der Universität Erlangen. (Der ganzen Reihe Sechsundzwanzigster Jahrgang.) BERLIN. Verlag von Paul Parey. TerUgshandlaDg für laudwirtbscbaft, Garlenbau und PorsUesBB. 1884. Preis 22 Marie. Inhaltsverzeichniss. Boden. Referent: A. Orth. Seite Dialyse des Ackerbodens, von A. Petermanu 3 Quantitative Bestimmung von Mikroorganismen, von W. Hesse . . . . 4 Schlummanalyse. von Eug. W. Hilgard 4 Mechanische Bodenanalyse, von W. Edler 5 Augitgranit und Augitgneiss, von Cohen ^ Serpentine, von E. Hussack ^ Gabbro, von FBecke 6 Apatitführende Dioritgäuge, von B. J. Harrington 6 Diabas, von A. Streng ^* Nephelingesteine, von Herrn. Sommerlad 7 Quarzit, von A. Renard 7 Hypersthenandesit, von WhitmannGross 8 Bildung und Umwandlung von Silicaten, von J. Lemberg H Zersetzung von Ortoklas durch Humus, von J. Meschtsch ersky . . . 13 Humus, von M. Gawriloff > 13 Dopplerit, von W. Demel 14 Baltische und russische Bodenarten, von G. Thoms 14 Vegetationsloser Boden, von Augustus Völcker 17 Weinbei'gsboden, von E. Borgmann 17 Thone von Kiew, von M. Bogdanoff 19 Bodenuntersuchungen, von E. Heiden 19 Chemische Constitution der Moore, von H. Grouven 19 Ackererden und Mergel, von K. Kraut 20 Humusbodenarten Schleswig-Holsteins, von A. Emmerling 21 Bodenarten Westfalens, von J. König . . 2» Materialien zur Düngung und Meliorirung von Moorboden, v. M. Fl ei seh er 22 Eiderschlick, von E. Emmerling 27 Verhalten schwer löslicher Phosphate im Moorboden, von M. Fleischer 27 Marschboden und Hochmoorbildung, von C. Virchow • • 27 Sättigungscapacität des Bodens, von Leon Dumas 27 Ackerboden des Krongutes Peterhof, von G. Thoms 2p Geognostisch-agronomische Kartirung, von A. Orth 30 Ammoniakabsorption des Bodens von R. Heinrich • • 30 Chemische Vorgänge im Boden und Grundwasser, von F. Hoppe-Seyler 31 Buttersäureferment der Ackererde, von P. Deherain u. L. Maquenne 31 Mikroorganismen im Boden, von P. Miquel 3^ Reduction der Sulfate im Boden, Plauchud 32 Brandpilze im Boden, von 0. Brefeld ^^ Thätigkeit niederer Organismen, von E. Wollny 3^ Salpeterbildung im Boden, von Mariö-Davy • ' sa Ursprung des Stickstoffes auf der Erdoberfläche, von A. Müntz u. E. Aubin d* Verlust und Gewinn des Stickstoffes durch Cultur, von P. P. Deherain 34 jy InhftltBTerzeiohBiSB. Seit« Stickstoffbestimmungen im Boden, von Lawes und Gilbert 38 Der in Form von Salpetersäure im Boden vorhandene Stickstoff, v J. B. Lawes, H. Gilbert und H. Waringtou 42 Umsetzung stickstoffhaltiger Stoffe im Boden, von E. Warington . . 43 Beziehungen der Pflanze zum Boden, von H. Hellriegel 45 Einfluss der Pflanzendecke und Beschattung auf die physikalischen Eigen- schaften des Bodens, von E. Wollny 46 Einfluss der Exposition des Bodens auf dessen Feuchtigkeit, von E. Wollny 46 Relatives Wärmeleitungsvermögen verschiedener Bodenarten, v. F. W a g n e r 46 Literatur 46 Wasser. Referent: W. Woif. 1. Trinkwasser. Ueber die hygienische Beurtbeilung von Nutz- und Trinkwasser, von G.Wolffhügel 48 Studien über Süsswasser (Stockholmer Trinkwasser) und dessen Analyse, von Ekman 49 Ueber die Trinkwasser der Stadt Breslau, von F. Hulwa 49 Chemische Untersuchung des städtischen Leitungswassers zu Halle, von Drenkmann 50 Beiträge zu einer Hydrologie der Provinz Rheinhessen. Chemische Unter- suchungen verschiedener Trink- und Nutzwasser dieser Prozinz, von E. Egger 51 Ueber Quell- und Brunnenwasser von Tabor. von Fr. Farsky und AI. Mollenda 52 2. Mineralwasser. Analyse der Mineralwasser von Slawinsk, von A. Orlowsky 53 Zusammensetzung des Mineralwassers der eisenhaltigen Quelle von Ro- senau, von Alex. Kalecsinszky 53 Zusammensetzung des Mineralwassers von Montroud (Loire), v. A. Terreil 54 Analyse des Mineralwassers von Heucheloup, von J. Lefort 54 Chemische Untersuchung des Ofuer Victoria Bitterwassers, von M. Ballo 54 Untersuchung des Wassers der Schwefelquelle der Stadtbäder zu Sophia und Bemerkungen über einige Mineralquellen Bulgariens, von A. Thee- garten ■ 55 Chemische Analyse des Oberbrunnens zu Flensburg in Schlesien , von Th. Poleck .% 3. Untersuchungen, Verhalten und Reinigung anderer Wässer, Regenwasser, Drain- wasser, Rieselwasser, Canalisationswasser etc. Ueber die Ursache, welche den Ammoniakgehalt der Regenwasser beein- flussen, von A. Houzeau 57 Untersuchungen der Wasser einiger Flusse und Quellen aus dem Central- gebiete der französischen Pyrenäen, von H. Byasson 57 Einfluss der Temperatur und des Regenfalles auf die Weizenernte, v. A. v. T. 58 Neue Untersuchungen der Regeuwasser auf Ammoniak, Chlor und Schwe- felsäure von Lawes, Gilbert und Warington . 59 Untersuchungen von Regen-, Quell-. Fluss- und industriellen Wässern, von Pagnoul u. H. Pellet 59 Untersuchung des Wassers von 5 Brunnen der Kara-Kum-Sandwüste, von C. Schmidt 59 Ueber das Wasser des sibirischen Meeres, von Petterssou 60 Ueber den Einfluss, welchen die Salze des Meerwassers auf die Süsswasser- thiere ausüben und über die Ursache, welche den Tod der Süsswasser- thiere im Meerwasser und der Meeresthiere im Süsswasser herbeiführt, von H. de Variguy und Paul Bert. Ueber denselben Gegenstand, von FeUx Plateau 61 Inhaltsverzeichniis. tt Seite lieber den Einfluss des Wassers auf die Bierbrauerei 61 üeber das Wasser des Balüktü-Kul (Fisch-See), von C. Schmidt ... 61 Zusammensetzung des das Erdöl begleitenden und aus Schlammvulkanen ausströmenden Wassers, von A. Potilitzin 62 Untersuchung des Wassers auf Mikroorganismen, von Tiemann . . . 65 Verfahren zur mikroskopischen Untersuchung von Flüssigkeit, speciell Wasser, auf organisirte ßestandtheile, vou J. Brautlecht . . . . 65 Ueber die Prüfung der im Wasser suspendirten Körperchen, von Eug. Marchaud 65 Ueber die Ursache der Verderbniss der Wässer der Stadt Lille, v. A. Giard 66 Verunreinigung der Flüsse durch Effluvien aus Kalifabriken, v. Wein lieh 66 Ueber die Untersuchung von Gaswasser, von L. Dyson 67 Ueber die Farbe des Wassers, von W. Spring 67 Die Anwendung des Wassers zur Verhinderung von Frostschäden im Früh- jahr auf Wiesen und in Reeth-Culturen, vou Th. v. Neergard ... 68 Selbstreinigung der durch Torfmoorwasser verunreinigten Ströme , von W. N. Hartley 68 Ueber die Reinigung des Torfwassers für die Textilindustrie 69 Ueber die Verunreinigung des Wassers grosser Flussl.iute durch die Aus- läufer städtischer Canäle und die Selbstreinigung der Flüsse, v. Fr. Hui wa 69 Die chemische Zusammensetzung des Wassers der Donau vor Wien i. J. 1878 u. d. projectirte Bewässerung des Marchfeldes, v. J. F. Wolfbauer 70 Zur Beurtheiluug der Selbstreinigung des Rheins bei Bonn, von Th. Wachen dort 74 Chemische Untersuchungen zur Feststellung des Einflusses der Sielleitungen der Stadt Lübeck auf die umgebenden Gewässer, von G. Schorer. . 75 Weitere Literaturangaben ... 76 Atmosphäre. Referent: Th. Dietrich. Ueber den Kohlensäuregehalt der Atmosphäre, von A. Müntz und E. Aubin . 78 Ueber die Zusammensetzung der atmosphärischen Luft; Ozon, Ammoniak, organischer Stickstoff und Kohlensäure, von A. Lev>y 79 Mikroskopische Untersuchung über die Bacterien der Luft, von P. Miquel 82 Ueber die Zusammensetzung der atmosphärischen Wässer; Ammoniak, Salpetersäure, von A. Levy . 84 Untersuchungen über das Vorhandensein der Salpetersäure und Ammoniak in den Niederschlägen auf den Alpen, von E. B. Boussingault . . 86 Ursachen, welche den Ammoniakgehalt der Regenwässer beeinflussen, von A. Houzeau 87 Ueber die Grösse der täglichen Wärmeschwankung, von A. Woeikoff . 87 Ueber die Dauer des Sonnenscheins in Magdeburg, vou R. Assmann . 87 Ueber die Wärmestrahlung der Erde, von John Tyndall 88 Die Häufigkeit der Gewitter 89 Ueber die Entstehung des Blitzes, von A. Fick ^'l Einfluss der Temperatur u, des Regenfalls auf die Weizenernte .... 91 Ueber den Einfluss der Temperatur auf die Entwickelung der Pflanzen, von E. Risler ^'■i Ueber den Einfluss der Temperatur auf die Production des \\'eizens, vou Duchaussoy .... 93 Anhang 93 Literatur 94 Die Pflanze. Aschenanalysen. Referent: C. Kraus. Aschenanalysen erwachsener Exemplare von Hyacinthus orientalis, von A. Tschirch 95 "UJ InhaltiTArzeiehniBi. Seite Analysen von Haidekraut, Farnkraut und Ginster, von A. Peter mann 95 Analysen von Tabaksasche, von R. Romanis 96 Aschengehalt der Blätter in Wassercultur erwachsener Bäumchen, ver- glichen mit demjenigen auf festem Boden erwachsenen, V. C. Councler 96 Ueber das Verhältniss von Trockensubstanz u. Mineralstoflfen im Baum- körper, von H. Will 97 Zusammensetzung der Blätter der Eiche und Kastanie in verschiedenen Perioden 97 Asche der einzelnen Theile von Weisstanne und Fichte, von R. Weber 97 Die Mineralstoffe ddr wichtigsten Waldsameu, von R. Hornberger. . 98 Die Bestandtheile und Eigenschaften von Stratiodes aloides, Nuphar lu- teum, von Niederstadt 99 Aschengehalt der Blüthenblätter von Rosa centifolia, von Niederstadt 100 Asche von Mesembryanthemum crystallinum, von H. Mangon. . . . 101 Vegetation. Referent: C. Kraus. A Samen, Keimung, Keimprüfungen. Beeinflussung der Keimung durch Mineralstoffe, v. Deheraiu u. Breal 101 Galvanische Erscheinungen an keimendem Samen, von J. Müller-Hett- lingen 102 Einfluss des Lichts auf die Keimung der Samen, von A. Cieslar . . . 103 Das Keimen der Gerste und anderer Samen, von F. Körnicke . . . 104 Einfluss niederer Temperaturen auf die Keimung, von Hellriegel . . 105 Keimungstemperatur von Zwiebelsamen 105 Verhalten der Unkrautsamen in Grünmaisgruben, von F. G. Stehler 105 Ueber Quelllung und Keimung der Waldsamen, von J. Möller . . . 105 Wirkung des Austrocknens auf die Keimfähigkeit der Samen, von v. Tieg- gem und G. Bonnier 106 Beobachtungen über die Wassermengen, welche Samenkörner aus feuchter Luft aufnehmen, von G. Wilhelm 106 Aufbewahrung der Eicheln und Buchein im Winter 107 Ueberwinterung der Eicheln und Rosskastanien, von Lodemann . . . 107 Beziehungen zwischen der Keimfähigkeit und dem Wassergehalt der Zuckerrübensamen, von E. S ostmann 107 Dauer der Keimkraft von Pinus silvestris, von C. Biskup 107 Die chemischen Veränderungen beim Auswachsen des Getreides , von Märcker und Kobus 108 Beregnete und nicht beregnete Gei'ste, von F. Farsky 108 Zusammensetzung ausgewachsenen Weizens, von Balland 109 Ueber die Veränderung der Substanz des Gerstenkornes durch die Keimung, von K. Michel 109 Studien über die Kleberzellen bei den Getreidesorten, von Johannsen 109 Beiträge zur Morphologie der Keimblätter, von A. Winkler . . . . 109 Literatur 109 Schnellkeimapparat von Coldewie und Schönjahn 109 Kritik dieses Apparates, von C. 0. Harz 110 Jahresbericht der Schweizer Samencontrolstation, von F. G. Stehler . 110 Mittheilungen aus der Schweizer Samencontrolstation, v. F. G. Stehler 112 Gewinnung von Grassamen durch Raffen, von A. Kohlert 113 Hebung der Samenzucht in Oesterreich, v. A. v. Liebenberg . . . 113 B. Wasseraufnalime, WasseiTerbrauch, Wasserbewegnng, Saftbewegung. Einfluss des äusseren Druckes auf die Absorption von Wasser durch die Wurzeln, von J. Vesque • 113 Ueber Wasserverdunstung und Wasseraufnahme der Baumzweige im winterlichen Zustande, von R. H artig 113 Wasseraufnahme aus dem Boden, von H. Hellriegel 114 Aufnahme von Wasser durch die Blüthenköpfe einiger Compositen, von A. Burgerstein 114 Studien über Verdunstung, von P. Sorauer 114 InbaltRYerzAichniB«. vn Seit» Transpirationsoptimum, von F. Tschaplowitz 114 Verhältniss zwischen Production und Verdunstung, von H. Hellriegel 115 Transpirationsbedingungen, von H. Hellriegel 115 Die Grösse der verdunstenden Überfläche bei verschiedenen Pflanzen- arten, von H. Hellriegel 115 Einfluss des Wassergehalts im Torfboden auf die Pflanzenproduction, von R. Heinrich 115 Einfluss der Bodenfeuchtigkeit auf die Production, von H. Hellriegel 116 Verhältniss zwischen Wasserbedarf und Regenfall, von H. Hellriegel 116 Einfluss kürzerer Durstperioden auf die Production, von H. Hellriegel 116 Directe Beobachtung der Wasserbeweguug in den Gefässen, von J. Vesque 116 Literatur über Wasserbewegung im Pflanzenkörper 116 Die Saftleistung der W^urzelknolleu von Dahlia variabilis, von C. Kraus 117 C, Assimilation und Stoffwechsel. Athmungsgrösse während der Vegetation der Haferpflanze , von R. Heinrich 118 Athmung und Transpiration der Pilze, von G. Bonnier u. L. Mangin 118 Farbe und Assimilation, von Th. W. Engelmann 119 Die Vertheilung der Energie im Sonnenspectrum und das Chlorophyll, von C. Timiriazeff 119 Welche Strahlen verursachen die Kohlensäurezersetzung in der Pflanze, von C. Timiriazeff 119 üeber die Menge der vom Chlorophyll geleisteten nützlichen Arbeit, von C. Timiriazeff 119 Ueber den Einfluss chemischer Agentien auf die Assimilationsgrösse grüner Pflanzen, von Th. Weyl _ 120 Ueber die Sauerstoffausscheidung der Wasserpflanzen, von Barth^lemy 120 • Das Kohlendioxyd der Atmosphäre als Kohleustofiquelle für die Assimi- lation der Zuckerrüben, von B. Corenwinder 120 Literatur 121 Ueber die Wechselbeziehungen zwischen ötoffumsatz und Kraftumsatz im keimenden Samen, von H. Rodewald 121 Die Autosydation in der lebenden Pflanzenzelle, von J. Reinke . . . 122 Beweis für die abweichende chemische Constitution des Eiweisses des lebenden Protoplasmas gegenüber abgestorbenem, von 0. Loew . . 122 Ueber den Eiweissumsatz im Pflanzenorganismus, von E. Schulze . . 122 Ueber Stärkebildung aus Zucker, von J. Böhm 124 Bildung des Oenocyanins, von J. Maumene 124 Bedeutung des rothen Farbstoffs bei den Phanerogamen und seine Be- ziehungen zur Stärkewanderung, von H. Pick 124 Ueber das Schicksal der krystallinischen Kalkoxalatablagerungen in der Baumrinde, von St. Ranner 124 Ueber die Verwendung der Gerbsäure im Stoffwechsel, von E. Kutscher 124 Ueber die Entstehung stärkeumbildeuder Fermente in den Zellen höherer Pflanzen, von W. Detmer 125 Reifung von Kirschen und Johannisbeeren, von C.Amthor 125 Verschiedenartigkeit der Wirkung entnommener Körper auf die Pflanzen- entwickeluug, von J. Emerson und Reynolds 125 D. Aeussere Einflüsse (Wärme, Licht u. s. w.). Studien über die Entwicklung der Traubenbeere und den Einfluss des Lichts aut die Reife der Trauben, von K. Porte le 125 Untersuchungen über die Einwirkung des Lichts auf die Sauerstoffaus- scheidung der Pflanzen, von J. Reinke 126 Licht- und Farbensinn der Bacterien. von Th. W. Engel mann . . . 126 Behinderung der Bacterienentwickelung durch das Licht, von J.Tyndall 127 Einfluss des Lichts auf die Entwickelung von Bacterien, von J. Ja- mieson t^'»;''' ^zl Einwirkung des Lichts auf das Entfalten der Blätter, von E. Mer . 127 Einfluss der Temperatur und ßesonnung auf die Vegetation von Mais, von F. Sestini und A. Funaro 1*' ■tTTTT InhaltiTerB«iclinisi. Seit« EntwickeluDg des Weizens, von Duchaussoy 128 Ueber das Wärme- und Lichtbedürfniss der Pflanzen in verschiedenen Lebensperioden, von H. Hellriegel 128 Ueber den Einfluss der strahlenden Wärme auf wachsende Pflanzentheile, von J. W r t m a n n 128 Einfluss der Temperatur und des Regenfalls auf die Weizenernte . . . 128 Beziehungen der während der Vegetationszeit herrschenden Temperatur zum Ertrage, von H. Hellriegel 128 Einfluss hoher Bodentemperatur von kurzer Dauer auf die Vegetation, von H. Hellriegel 129 Einfluss der Temperatur auf die Entwickelung der Pflanzen, zunächst des Weizens, von E. Risler 129 Literatur 120 E. Terschiedenes. Nährlösungsculturen unter Zusatz von telluriger und Tellur-, seleniger- und Selen-, arseniger und Arsensänre, unterphosphorigsaurem Kalium und Ferrocyankalium, von W. Knop 130 Ueber die Aufnahme von Metalloxyden durch Pflanzen, von F. B. Phillips 130 Kalk und Magnesie in der Pflanze, von E. v. Raum er 130 Einfluss eisenhaltigen Bodens auf die Entwickelung der Pflanzen, von Griffiths 130 Einfluss des Partiärdrucks des Sauerstoffs auf das Wachsen der Pflanze, von A. Wieler 130 Untersuchungen über den Einfluss des Bodenvolumens auf die Entwicke- lung der Wurzeln, von H. Hellriegel 131 F. Pflanzencultur. Allgemeines. Untersuchungen über die künstliche Beeinflussung der inneren Wachs- thumsursachen, von E. Wollny 132 Ueber den Einfluss der Saatzeit auf die Entwickelung und die Erträge der Culturpflanzen, von E. Wollny 134 Einfluss der Beschaffenheit des Samens auf die aus ihm erwachsende Pflanze, von H. Hellriegel 136 Ueber die Anwendung der Electricität in der Pflanzencultur, von E. W o 1 1 n y 136 Literatur 136 Getreide. Ueber den Einfluss der Aussaatstärke und der Anwendung künstlicher Düngemittel auf den Ertrag und die Zusammensetzung des Hafers, von 0. Beseler und Märcker 137 Zur Cultur von Malzgerste 137 Die Saatgerste, von F. Körnicke 138 Die Gerste, von A. Voss 138 Kreuzung von Gerste 138 Cultur von Gerste, von Märcker und Säuberlich 138 Gerste auf Gerste, von Märcker 139 Zusammensetzung der in der Provinz Sachsen erzeugten Gerste, von Märcker 139 Braugerste, von A. Löhers 139 Hebung der Gerstencultur in Böhmen 139 Literatur 139 Anbauversuche mit schwedischem Graurogen 140 Ersatz des Roggens durch Sandweizen • . 140 Ueber die Cultur des Weizens (Zusammensetzung zur Zeit der Blüthe und Reife), von Joulie 140 Deutscher Weizen in Amerika, englischer in Dänemark 140 Gewichtsverhältniss der Körner zum Stroh bei gesundem Getreide, von Drechsler 140 InhaltsTereeichniis. JX Seit« Kartoffeln. Kartoffeln und Bataten, von Sacc 140 lieber die botanischen Verschiedenheiten des Krautes und der Bliithe der Kartoffelsorten, von L. Wunderlich 141 Die Ohrondkartoffel 142 Neue Kartoffelsorten 142 lieber die Qualität der auf Moorboden gebauten Kartoffeln, von M. Fleischer 142 Vergleichende Kartoffelanbauversuche, von F. Heine ■ • 142 Abhängigkeit der Quantität der Ernte von der Beschaffenheit des Saat- guts bei Kartoffeln, von Lmmel 143 Anhäufeln der Kartoffeln, von Schleh 143 Variation der sächsischen gelbfleischigen Zwiebelkartoffel, von J, Krubner 143 Rüben. Einfluss des Bodens, der Grösse des Saatguts, der Saatzeit, der Saat- distanz und verschiedener Culturmethoden auf die Qualität und Quantität der Zuckerrübenernte, von G. Marek 143 Ueber die Vertheilung des Zuckergehaltes in der Rübe, von G. Marek 144 Beziehungen des spez. Gewichts, des Wurzelgewichts und der Blattbe- schaffeuheit der Rübe auf deren Zuckergehalt, sowie über den tech- nischen Werth der einjähi'igen Samenträger, von G. Marek . - . 145 Einfluss des Verwelkens und der Wasseraufnahme verwelkter Rüben, des Frostes und der Aufbewahrung über Winter auf den Stoffgehalt der Zuckerrüben, von G. Marek 146 Chemische Untersuchungen über die weisse schlesische Zuckerrübe, von H, Leplay 146 Abblatten der Rüben 147 Pflanzweite der Zuckerrüben 147 Ursachen der Bildung von Stockrüben, von Märcker 148 Ueber Production von Rübensamen, von A. Reich el 148 Zucht des Rübensamens 148 •Die Resultate der in der Provinz Sachsen im Jahre 1883 ausgeführten Anbauversuche mit verschiedenen Rübenvarietäten, von Märcker . 148 Mischsaat von Zuckerrüben und Lupinen, von Höpffnfer 150 Beschneiden der Wurzeln bei Kohlrübenpflanzen 150 Verschlechterung der Qualität der Rüben in Böhmen 150 Literatur 15^ Futterpflanzen. Die Sandwicke, von M. Märcker 150 Die Sandwicke, von A. Jordan 151 Sandwicke, von Wilhelm 151 Peluschke, von Döhn 151 Neuere Blattfrüchte für leichteren Boden 151 Beiträge zur Keuntniss der Peluschke, von Troschke 151 Winterwicke und Wintererbse, von Crampe |^* Wiuterwicke und Wintererbse, von A. Jordan 15~ Literatur 152 Ueber den Anbau des Markkohls als Futterpflanze, von A. Mayer . . 15^ Comfrev, von E. Hermes 1^^ Amerikanischer Rothklee, von W. Biernatzki, Just, Nobbe . . . 15o Ein neuer Inkarnatklee 15| Der Wagner'sche Futterbau 15* Analytische Untersuchung der Pflanzendecke auf Zahl, Gewicht und Dauer der Pflanzen verschiedener Gras- und Kleesorten, von P. Nielsen . 154 Auslegung von Weideschlägen mit Klee- und Grassaat, von Th. von Neergard }rf Literatur ^-^^ Hopfen. Reformen beim Hopfenbau, von E. Pott ^'^^ ■VTT Inhaltgverieichnigg. Seite II. Kryptogame Parasiten. Bacterien. Bacterium Hyacinthi, von J. H. Wakker 185 Peronosporeen. Peronospora gangliform., von Cornu 185 Peronospora viticola (Mehlthau, Rost), von Millardet, Magnus . . 185 Phytophthora omnivora, von R. Hartig 185 Cystopus, von Zalewski 185 Uredineen. Chrysomyra albida, von J. Kühn 186 Coleosporium Senecionis, von R. Hartig 187 üstilagineen. Ueber Brandpilze, von Oscar Brefe]ld 187 Paipalopsis Irmischiae, von J. Kühn 189 Graphiola, von E. Fischer 189 A scomyceten. Dematopbora necatrix, von R. Hartig. Blankenhorn, G. Cuboni . 190 Lilopbospora graminis, von Maurice 192 Fusicladium trennilae, von Frank 192 Gloeosporium Lindemuthianum, von B. Frank 193 Nectria cinnabarina, von H. Mayr 195 Isariopsis griseola. Pilzkrankheit der Bohnen, von F. v. T hürnen . . 196 Poriza cibaroides, von J. H. Wakker 197 Periza an Kartoffeln, von F. v. Thümen 197 Phoma Gentianae, von J. Kühn 197 Phyllosticta vindobonensis. Pilz der Aprikose, von F. v. Thümen . . 197 Polystigma rubrum, von Frank 197 Rhytisma anobrychis. Esparsettekrankheit in Saintagne , von E. Prillieux 197 Schwefeln der Reben, von Gennadius 199 Spaerotheca pannosa, von B. Strauwald 199 Hymenomyceten. Hypochnus Cucumeris, von Frank 199 Anhang. Oidium des Tabakes, der Rebenmehlthau der Türkei, von Kevark, Torkoniian 199 Coryneum Beyerinckii. Gummikrankheit, von M. W. Beyerinck . . 200 Krankheit des Safranes, von Prillieux ÜOO ünkräutervertilgung 200 Literatur 200 C. Krankheiten aus verschiedenen Ursachen. Gifte. Einfluss von Kochsalz- und Zinksulfat enthaltendem Wasser auf Boden und Pflanzen, von F. Stör p, J. König 204—210 Frost, von R. Hartig 211 Gegen Krankheiten widerstandsfähiger "Varietäten unserer Culturpflanzen, von Sorauer 211 Schutzmittel gegen Frost, von Boisseiot 212 Gegen Rauch widerstandsfähige Bäume, von F. Schmid 212 Trockenheit. Das Abstossen der Hyacinthentrauben, von P. Sorauer . 212 Zuwachssteigeruug, von R. Hartig 212 Nachtheiliger Einfluss des Standortes auf Reben, von Müller-Thurgau 213 Siechthum der Pyramidenpappeln, von W. 0. Focke 213 Mechanische Beschädigungen, von Schnitts pahn 213 Literatur 214 luhaltaverzeichnis». xni Der Dünger. Referent: E. A. Grete. I. Düngerbereitung und Düngeranalysen. Seite Düngerwerth der Pfälzer Tabakrippen, von Dietrich 2U* Materialien zur Düngung u. Meliorirung des Moorbodens, von M. Flei- scher, A. König und R. Kissling 215 Mit Torfmull hergestellter Abortinhalt, von J. König 217 Landwirthschaftliche Verwerthung der städtischen Abfallstoflfe, von T. Liernur und A. Nemec 217 Poudrettebereitung in der Fabrik von Buhl & Keller in Freiburg i./ß., von C. Weigelt-Rufach 217 Die Verwerthung der menschlichen Abfallstoffe, von C. Engler . . . 217 Strassenkehricht aus der Stadt Breslau, von Holde fleiss 218 Guanisirtes Knochenmehl, von E. v. Wolff 218 Kochsalz als Düngmittel 218 Schlackenverarbeitung zu Dungphosphaten 218 Concentrirte Phosphorsäuredüuger aus Eisenschlacke 218 Ein neues Material zur Torfstreu-Fabrication, von M. Fleischer . . 218 Düngerfälschung, von Stutzer 218 Kieselsäure-Poudrette . • 219 Stassfurter Salze als Einstreumaterial in Ställe, von M. Märcker . . 219 Karnallit als billiger Ersatz für Kainit, von Troschke 219 Untersuchungen von Eiderschlick, von Emmerling 220 Ein in der Nähe der Kapstadt gefundenes Ammonphosphatlager, von A. B. Griffits 220 Botzig und Pfannenstein der Saline Rappenau 220 Untersuchung von Düngergyps auf Feinheit und Gehalt, von J. Ne ssler 220 Wollstaub, ein Abfallpioduct bei der Kunstwollfabrication, von J. Nessler 221 Phosphate der Insel Rata (Fernando de Novouha), v. H. Pellet u. J. König 221 Entfettung der Knochen, von P. Wagner . . . . 222 Ueber die Zusammensetzung von Fischschuppen und Fischknochen, von H. Weiske 222 Beiträge zur Knochenanalyse, von H. Weiske 222 Afrikanischer Guano, von Paul Wagner 222 Aves Guano, von M. Märcker und E. Heiden . . >. 223 Ein in Australien aufgefundener Guano 224 Guano des Kap Vert, von A. Andouard 224 Schlammkuchen der Zuckerfabrication, von F. Strohmer 224 Aepfel-Trester als Düngemittel, von A. Lesne 224 Neues Kalisalzlager 224 Vorkommen, Bildung und Technik der Gewinnung des Chilisalpeters , 224 Die chemische Zusammensetzung des Apatits, von J. A. Völcker . . 224 II. Düngerwirkung. Versuche mit Kalidüngern, von Fr. Farsky 225 Schwefelsäure als Düngemittel, von Fr. Farsky 226 Memoranda of the Origin, plan and results of the field and other experi- ments conducted on the farm and in the laboratory of Rothamsted by John Beunet Lawes 226 Bericht über die im Jahre 1881 unter Leitung der Versuchsstation Kiel ausgeführten Düngungs versuche, von A. Emmerling 227 Bericht über die im Jahre 1882 unter Leitung der Versuchsstation Kiel ausgeführten Düngungsversuche, von A. Emmerling ._ 227 Düngungsversuche zu Kartoffeln und Rüben, von A. Nautier .... 228 Eiufluss der Zeit der Kalidüngung auf Quantität und Qualität der Kar- toffelernte, von E. Wildt 231 Ueber günstigen Erfolg bei Anwendung von Krugit zu Kartoffeln, von J. Karbe '^^^ VJY luhalttTerzeichnii*. Selto Auffallender Einfluss der Düngung auf die Zusammensetzung der Kar- toffeln, von M. Märcker, Gräger und Vib raus-Calvörde . . . 232 Ueber den Einfluss früher oder später Düngung mit Kainit auf den Stärke- gehalt der Kartoffeln, von A. Salfeld 232 Kartoffeldüngungsversuche der Versuchsstation Danzig, mitgetheilt von M. Märcker 233 Kartoffeldüngungsversuche in England, von C. A. Cameron . . . . 233 Künstliche Düngemittel für die Kartoffelkultur, von E. Guradze. . . 233 Düngungsversuche in leichtem Sandboden zu Roggen, von Vibraus- Calvörde 234 Künstliche Düngemittel für Roggen in besserem Sandboden, v. M. Märcker 234 Weizendüngungsversuch, von M. Märcker 235 Ueber die Wirkung löslicher und unlöslicher Phosphate bei der Cultur der Gerste, von Aug. Völcker 236 Düngungsversuche mit Stallmist u. künstl. Düngemitteln, v. L.Guillaume 237 Düngungsversuche in der Provinz Posen 1882, von E. Wildt .... 237 Culturen auf dem Versuchsfeld zu Grignion i. J. 1882, v. P. P. Deherain 238 Ueber den Werth verschiedener Formen stickstoffhaltiger Verbindungen für das Pflanzenwachsthum und den Einfluss derselben auf die Zusam- mensetzung des Hafers, von M. Märcker 241 Anwendung des Chilisalpeters und des schwefelsauren Ammoniaks bei der Rübencultur, von O. P. Deherain 243 Ueber Zuckerrüben-Düngung, von Holde fleiss 244 Düngungsversuche zu Zuckerrüben, von H. Rump-Lindingeu . . . 244 Düngungs versuche mit Seeschlick und Moorcompost, von Enckhausen- Ebsdorf 244 Versuche über den ununterbrochenen Anbau von Weizen und Gerste in Woburn, von Aug. Völcker 245 Düngungsversuche in Löwitz, von Graf v. Schwerin-Löwitz . . . 246 Düngungsversuche auf der Versuchsfarm Peterhof b. Riga, v. W. Knieriem. 247 Laudwirthschaftlicher Werth des getrockneten Blutes, v. A. Peter mann 248 Versuche über 4jährige Rotation, von Aug. Völcker 249 Düngung mit Kochsalz und Häringsabfällen, von E. Hequet d'Orval und A. Pagnoul 249 Kainit und Knochenmehl auf Sandboden, von F. W. Steffens .... 251 Düugungsversuche mit Rohammoniak-Superphosphaten, von E. Wollny 251 Stickstoff u. Phosphorsäuredüngung bei Gerste u. Hafer, v.M. Märcker 253 Düngen des Tabaks, von J. Kessler 255 Düngungsversuche zu Tabak, von J. Nessle r 255 Düngungsversuche in den Weinbergen des Ahrthales, von A. Stutzer . 256 Ueber den Einfluss der Aussaatstärke und der Anwendung künstlicher Düngemittel auf den Ertrag und die Zusammensetzung des Hafers, von M. Märcker und 0. Beseler 256 III. Allgemeines. Ueber Knochenkohlesuperphosphat, von Fr. Farsky 260 Ueber die sogenannte Schwefelsäure-Düngung, von H. Fresenius . . 264 Literatur 265 Beiträge zur Spühljauchen-Rieselkunde, von G. H. Gerson, Berlin . . 265 Untersuchungen über das Verhalten schwerlöslicher Phosphate im Moor- boden und gegen einige schwache Lösungsmittel, von M. Fleischer, unter Mitwirkung von A. König und R. Ki sslin g 266 Verwendung schwerlöslicher Phosphate auf mineralischen Bodenarten, von M. Fleischer und R. Kissliug 266 Beiträge zur Ausbildung der Düngerlehre, von P. Wagner 271 Einige Resultate agriculturchem. Düngungsversuche, von P. Wagner, W. Bohn, H. Prinz. Th. Wetzke, Ch. Meyer, L. Laatsch . . 273 Literatur 279 Eine Ursache der Differenzen bei der Untersuchung von Superphosphaten, von M. Märcker 279 Ueber die Productionskosten von Stallmist, von A. Dettweiler . • . 280 Literatur. Patente 280 InhaltsTerielchniss. vy Pflanzencliemie. Referent: A. Hilger. 1. Fette. Wachsarten. Cacaoöl, von M. C. Traub . • 281 Tabaksfett. Wachs, von R. Kissling 281 Verseifung der Fette, von E. Valenta 282 Constitution der Fette, von J. Alf. Wanklyn 282 2. Kohleliydrate. Holzfaser von C. F. Gross und E. J. Bevan 282 Cellulose und Stärke mit Brom, von A. P. M. Franchimont. . . . 282 Oxycellulose, von G. Witz 282 Stärke, von B. Brückner 282 Die Stärke und ihre Umwandhingsproducte, von F. Salomon .... 283 Elementarzusammensetzung der Weizenstärke und Einwirkung von Essig- säure auf dieselbe, von L. Schulze 284 Einwirkung verdünnter Salzsäure auf Stärke, von F. AUihn . . . . 284 Einwirkung von Kalihydrat auf Traubenzucker, von A. Emmerling u. S. Loges 284 Einwirkung von Kupferoxydhydrat auf Zuckerarten, von J. Habermann und M. König 285 Messung der Ausscheidungsgeschwindigkeit von Kupferoxydul durch In- vertzucker aus Fehling'scher Lösung, von F. Urech 286 Maltose, von A. Herzfeld 286 Literatur 287 Dextrose zu ammoniakalischer Silberlösung, von B. Toll ans .... 287 Cellulosezucker, von E. Flechsig 287 Einfluss von Licht auf Rohr- und Invertzucker, v. Gladstone u. Tribe 287 3. Glycoside. Bitterstoffe. Saponin, von Stülz und C. Schiapparelli 287 Cinchocerotin, von A. Helms 28S Ericolin, von R. Thal 288 Violaquercetin, von K. Mandelin 288 Synthese von Glycosiden, von A. Michael 288 Literatur ^ 288 Laserpitin, von R. Külz ' 288 Colocyntbin, von G. Henke 288 Coniferin in der Zuckerrübe, von 0. v. Lippmann 288 Glycoside von Salix, Arbutus, von H. Schiff 289 Coniferin, von 0. v. Lippmann 289 4:. Grerbstoffe. Leditannsäure. Callutannsäure. Pinipikrin 289 Eichenrindengerbsäure, von C. Etti und C. Böttinger 289 5. Farbstoffe. Indigo, von A. Baeyer 289 Hämatoxylin. Hämate'in, von E. Erdmann und G. Schultz . . . . 290 Curcumin, von C. Loring Jackson und A. F. Mencke 290 Lapachosäure, von E. Paterno 290 Chlorophyll-Literatur 291 6. Eiweissstoffe. Protoplasma, von 0. Loew 291 Constitution des Eiweisses, von O.Loew 292 Eiweiss. Nuclein. Plastin, von E. Zacharias 292 Nucle'in. Zellkern, von A. Kossei 292 Eiweiss und Pepton, von 0. Loew ^^^ ■y-iTJ InhaltiTerEeichniss. 7. Alkaloide. Seite Oxydation des Strychniiis, von Hoogewerff und v. Dorp 293 Literatur hierüber 293 Hydro- und Oxynicotin, von A. Etard 294 Brompilocarpin. von Lastaing 294 Morphin, von L. Barth und H. Weidel 294 Papaverin, von G. Goldschmiedt 294 Narcotiu. von Dott 294 Pseudomorphin, von 0. Hesse 294 Ueber Morphin, von 0. Hesse 294 Cinchon.amin, von Arnaud 294 Zur Constitution des Chinins, von H. Skraup 294 Chinin mit Chloral, von G. Marsara 294 Prütung des Chinin, von C. H. Wood und E. L. Barret 294 Bestandtheile der Cuprearinde, von 0. Hesse 295 Cinchouin, von H. Weidel und K. Hazura 295 Atropin, von A. Ladenburg ■ 295 Angusturaalkaloide, von Körner und Böhringer 295 Berberin, von E. Schmidt und 0. Bernheimer 295 Piperidin, von C. Schotten 295 Bruciu, von W. A. Stentsone 296 Gelsemin, von A. W. Gerrard 296 Veratrin, von E. ßosetti 296 Hydrotropidin, von A. Ladenburg 296 Andromedotoxiu, von P. C. Pflugge 296 Strychnin, von Hanriot und C. Pflugge 29(3 Colchicin. Colchicein, von S. Zeisel 296 8. Aethci'ische Oele, Balsame, Harze, Terpene, Cainplier. Urustifirniss, von H. Yoshida 297 Angelicaöl. von L. Naudin 297 Carvol, von A. Beyer 297 Minjak-Lagam, von G. Haussner 297 Ledumcampher, von B. Rirza 297 Maticocampher, von K. Kugler 297 Curcumaöl. Turmerol, von L. D. Jakson und A. E. Mencke . . . 297 Chlorhydrate des Terpentinöles, von Ph. Barbier und V. Maissen . 298 Thujaöl, von E. Jahns 298 Literatur über Campher und dessen Derivate 298 Borneol, von C. Lor ing-Jakson und A. E. Menke 298 Colophouium, von Werner Kube, J. Lwolff und A. Renard .... 298 9. Aldehyde, Alkohole, Stickstofffreie Säuren, Phenole. Oxymethylen. Formaldehyd, von F. Tollens 298 Fuchsinschweflige Säure als Reagens auf Aldehyde, von 0. Loew und Th. Bockorny 299 Chinovin. Chinovasäure , von C. Liebermann, F. Giesel und A. C. Oudemanns 299 Weinsäure. Citronensäure, von F. Freydl 299- Oxycitronensäure im Rübensafte, von E. v. Lippmann 300 Ungesättigte Säuren, von R. Fittig 300 Abkömmlinge der Opiansäure, von R. Wegscheider 300 Meconsäure, von A. Lieben, L. Haitiuger und Ost 300 Reduction von Sacharin, von C. Scheibler und C. Liebermann . . 300 Sacharin. Sacharon, von H. Kiliani 301 Zimmtsäure, von Michael 301 Agaricinsäure, von E. Jahns 301 Mandelsäure, von J. Lewkowitsch 301 Santonsäure, von S. Canuizaro 301 Rhizopogonsäure, von A. C. Oudermanns 301 Inbaltsverzeicbuisi. xvn 10. stickstoffhaltige Säuren, Amide, Harnstofifderivat«. Asparagia, von B. Schulze 301 Glutamin, von E. Schulze und E. ßosshard ......... 302 Phenylamidoproijiüusäure, von E. Schulze und E. ßosshard . . . . 302 Coflein und Theobromin, von K. Maly und K. Andre asch 303 Cotfeinmethylljydroxyd, von E. Schmidt 303 Theobromiu, von E. Schmidt und H. Pressier ........ 303 11. Analysen yon ganzen Pflanzen, Organen derselben, Bestandtheile der Pflanzenzelle. Glycogen in Pflanzen, von L. Errera 303 Kobrzucker und Invertzucker in den Pflanzen, von R. Kays er . . . 304 Ausgewachsenes Getreide, von Miircker und Kobus 304 Bohnen von Soja hispida, von E. Meissl und F. Bock er 305 Bitterstoffgehalt der Lupinen, von E. Tauber 30t) Giftige Stofle der Lupinen, von C. Arnold 306 Bestandtheile der Globularien, von Ueckel und Schlagdenhauf fen 307 Nymphaeaceen, von W. Grüning 307 Andromeda japonica, von F. Eykman'n 307 Hymenodiction excelsum, von Naylor 307 Macleya, von C. F. Eykmanu 307 Nandina, von C. F. Eykmaun 307 Oryza, von Skimmia und C. F. Eykmanu 308 Ananas, von L. Lindet 308 Tabacose, von Attfield 308 Thapsiaharz, von F. Canzoneri 308 Scopolia, von C. F. Eykmaun 308 Keiskeime, von G. C am pari 308 Torf, von E. Dnrin 308 Laniinaria, von C. C. Stanford 308 Lactarius piperatus. Trüffel, von Th. Bissinger 308 Piscidia, vou PI Hart 308 Chemie der Feenringe, v. J. B. LJawes, J. H. Gilbert, R. Warington 308 Agriculturcliemisclie Untersucluingsmetliodeii. Referent: E. A. Grete. Stickstoffbestimmung nach der Natronkalkmethode unter Anwendung einer eisernen Verbrenuuugsröhre, vou P. Wagner 313 Stickstoffbestimmung in ammoniak. Dilngern, von Warey Massalski 313 Bestimmung des Stickstoffs in Gemengen, welche stickstoffhaltige organ, Substanz, Ammuuiaksalze und Nitrate enthalten, v. H. ß. Shepherd 313 Bestimmung des Gesammtstickstoffs in Düngern, von Edmond Dreyfus 313 Methode der Stickstoff bestimmung von allgemeiner Anwendbarkeit, vou H. Grouveu 314 Vorschlag zu einer Methode, um Kohlensäure, Stickstoff etc. in gewissen Verbindungen zu bestimmen, von K. Sonden 315 Zur Bestimmung des Stickstoffs, besonders in Düngemitteln 315 Neue Methode zur Bestimmung des Stickstoffs in organischen Körpern, von J. Kjeldahl 31.^) Ueber eine neue Methode der Salpetersäurebestimniung, v. H. Wilfarth 316 Einfache Methode zur quantitativen Bestimmung der Salpetersäure, von E. Wildt 316 Bestimmung des Stickstoffs in salpetrigem Guano, von J. König . . . 317 Neue Methode zur Bestimmung des Stickoxydgases resp. der Salpeter- säure, von C. Böhmer 317 Bestimmung der Salpetersäure, von J. West-Knights 318 Bestimmung von Stickstoff bei Gegenwart von Nitraten, v. John Rüffle 318 Ueber die Bestimmung der Phosphorsäure als Magnesiumpyrophosphat und den Einfluss gewisser Reagentien, welche bei der Trennung der Säure vou den Basen verwendet werden, vou David Liudo . . . . 318 -y-TTTTT InhaltsyerzeichuisB. Seite Einfluss des Siliciums auf die Bestimmuug der Phosphorsäure durch Molybdansäure, vou Armoud Bertraad . 318 Bestimmunu; der Ph'Sphorsäure in präcipitirtem pbosphorsaurem Kalk sog. Leinikalk mit Kuocbeukohle, von Alex. Stelling 316 Methode zur Bestimmuug der PhosjAoi säure, v. 0. Freib. v. d. Pfordten 319 Bestimmuug der i^urückgegaugcueu Phosphorsäure, von Gasseud und Campredon 319 Bestimmuug der zurückgegangenen Phosphorsäure nach Gladdiug, von Millot 319 Bestimmung der Phosphorsäure in der Ackererde, vou P. de Gasparin. 319 Zur massanalytischen Bestimmung der Phosphorsäure mit Uraulösung, von Jiroockmaun 319 Methode zur mas analytischen Bestimmung der Phosphorsäure in Super- phosphaten, von A. Mollen da 319 Ursache der Ditfereuzeu bei der Untersuchung von Superphosphaten, von M. Märcker 319 Bestiiiimung des Kaliums als Kaliumplatinchlorid, v. Richard Kissliug 321 üestimmung der Alkalien bei Gegenwart vou Phosphorsäiire und Bor- säure, vou Max Kuude und G. Teutborn 321 Bestimmung der btärke und des Traubenzuckers in Nahrungsmitteln mittelst Fehling'scher Lösung, vou C. Faulen b ach 321 Bestiniuuing des iS'icotius in Tabak, vou Richard Kissliug 321 Vergleicbende Zuckerbestimmungen nach der Fehling'schen, Sachsse'schen und polarimetrischeu Methode, vu B. Haas 322 Bestimmung organischer Materi im Trinkwasser, von J. W. Mallet . 322 btudieu über Öusswasser und dessen Aualyse. I. Die Chamacleouprobe, von E k m a n 322 Bestimmung des Senföles in Rapskuchen, vou G. Ulex 322 Bestimmung von Neutralfett in Fettsäuremeugen, von M. Grog er . . 322 Nachweis von Asparagin und Glutamin in Ptlanzensäften und Pflauzeu- extracten, von E. Schulze 323 Ammouiakbestinimung in Pflanzensäften und Pflanzenextracten, von E. Bosshard 323 Ueber ein neues Verfahren zur Bestimmung des Harnstoffs, von L. Hugounenq . . 324 Bestimmung der Ireieu Fettsäure in Oeleu, von G. Krechel . . . . 324 Untersuchung der Fette, von Ed. Valeuta 32.5 Tiiierproductioii. (Nahruugs- und Geuussmittel.) Referenten: R. Hornberger. W. Kirchner. I. Analysen von Nahrungsmitteln. Referent: R. Hornberger. Kuhmilch, von M. Schmöger, 0. Neubert, Schmidt-M uhlheim, H. Struve und C. Patrouiliard 329 Milchkochhaut, vou J. Uffelmann 331 Condensirte Milch, von H. Pellet und L. Biard 331 Dauerbutter, vou Fleischmann 331 Reis, vou 1'. Meissl, F. Strohmer, U. Kellner und Braconot . . .331 Käse, von A. Kalantarow, Griffiths und A. Lanfurth 332 Kartoffeln und Bataten, von Sacc 333 Zusammensetzung japauesischer landwirthschafll. Producte, v. 0. Kellner 334 FischLintersuchuiigen, von W. ü. Atwater 33.') Fleischextract, von A. Hilger, Frühling und Schultz 337 Liebe's Diastase Malzextract, vou W. Klingenburg 337 Getrocknete Heidelbeeren, von R. Kays er 338 Korintben, von R. Kayser ' • • 338 Analysen, von Naturweinen, von R. Fresenius und D. Borgmann . 339 Pfälzer Weissweine, von R. Kayser . • 342 luhaUayerzeichniBS. XIX Seite Elsässer Weine von 1881, von C. Weigelt und L. Schwab .... 342 Der Alkohol- und Extractgehalt der Weine von Anjou, v. A. Bouchard 342 Weiuanalysen, von J. Moritz .343 Weissweiue 1882, von C. Amt hör 344 Apulische ^^ eine, von R. Kayser 344 SchaiimweinaEalysen, von C. Schmidt 345 Bieruutersnchungen, von Th. Schwarz 346 Hamburger Biere, von Niederstadt 347 Untersuchung 1883er Moste, von H. Frese uius 347 Mosttresterauszug, von R. Kayser 348 SelbstdargesteiJte Obstweine, von R. Fresenius und E. Borgmann . 348 Analyse von Beeren-Obstweinen, von J. Moritz 349 Untersuchung von Früchten und Fruchtsäften, von R. Kayser . . . 349 Kaffee und Kaffeesurrogate, von Riebe und Remont 3.51 Cichorienwurzelanalysen, von A. Mayer 3.52 Gewicht der Eier verschiedener Rassen 353 Pfefleranalysen, von FI. Gei ssler 353 Gewürzuntersuchungen, von E. Borgmann 354 Pfefferpulver, von Niederstadt 355 Verfälschungen der Lebensmittel in England, von G. W. Wigner . . 355 n. Analysen von Futtermitteln. Champion Food or Milk Substitute, v. F. Strohmer, Sie wert und A. Emmerling 356 Champion-Spice, von C. 0. Harz 356 Wiesenheu, von G. Kühn, F. Gerver, M. Schmöger, A. Thomas 0. Kern, R. Struve, 0. Meubert, H. V\^attenburg, 11. Hansen 3.57 Kleegras, von A. Stutzer und J. P. K allen 357 Sunipfreis aus Japan, von 0. Kellner 358 Gerste aus Sachsen, von M. Märcker 358 Gerste, von M. Märcker und Kobus 359 Grüner Roggen. Heuschreckeubohnen. Dari Samen. Hirse, v. A. Völcker ,359 Platterbse, von P. Baessler 360 Sojabohne, von E. Meissl und F. Böcker 360 Lupinen, von E. Wildt «»ßO Entbitterte Lupinen, von Troschke 360 Weisse Erbse. Graue Felderbse. Sanderbse, von TrosQhke .... 361 Haferkörner, von M. Märcker ^61 Haterstroh, von M. Märcker 362 Sanderbsenstroh, von Troschke • • • 363 Pferdebohnen-, Sojabohnen- und Garteubohuenstroh, von H. Weiske, G. KennepohTund B. Schulze 363 Stroh von Sumpfreis, von 0. Kellner f^p Kartoffeln, von M. Märcker und Wessling ^ü3 Kohlsorten, von A. Mayer -^^^4 Maisschrot 3^5 Gersten-Getreideschrot, von M. Schrodt und H. Hausen •>*^-t Eichen- und Kastauienlaub [^^ Mauibeerblatter, von 0. Kellner '^^^ Schwarzer Senf. Ackersenf, von V. Dirks _ • • ^^'^ Senf-, Raps-, Baumwollsamen- und Leinsamenkuchen, von V. Dirks. Th. Dietrich, M. Schrodt, Hansen und A. Völcker .... 366 Mehl von Leinsamen, Baumwollsamen, Palmkern, Palmkernkuchen, von Connecticut Agric Exp. Station, Th. Dietrich, Hoidefleiss, M. Märcker ^t)' Weizenkleie, Weizen-Sborts, Weizen-Middliugs, Hominy Chops etc., von Connecticut Agric Exp. Station, Th D ietr i ch, G. Kühn . . . • 367 Rückstande der Grünkernfabrication. von J. N essler 36» Diffusionsrückstände, von M. Märcker • • • • 36^ Reisfuttermehl, von F. Ben te-Ehsdorf ^bb Reismehl, Futtermehl, Fleisehmehl, von Th. Dietrich ^oo Biertreber, von Moritz und Hartley ^"^ XX InhaltsTerzeichniss. Seite Kartoffelschlempe, von M. Scbmöfrer und 0. Xcubert 369 Maisschlempe, Proteinschlamm, von Regenwalde 369 Fett und Proteingehalt der Futtermittel, von P. Meyer, Ch. Meyer . 369 Zusammensetzung ameiikanischer Futterstofl'e, von E. H. Jenkins . . 370 Fett- und Proteiugehalt von Futtermitteln auf der Versuchsstation Mar- burg, von Th. Dietrich 375 Futterstoffe, in Kiel untersucht, von A. Emmerling 376 ni. Conserrtrung und Zubereitung von Futterstoffen. Verluste beim Aufbewahren, von H. Weiske 376 Grünfutterconservirung, von G, Naser 377 Lupinenentbitteruug, von E. Wildt und Troschke 379 Veränderung der Verdaulichkeit der Futterstoffe durch Zubereitung, von G. Kühn 381 Proteinschlamm und Kartoffelfruchtwasser, von W. Kette- Jas sen . . 382 Albuminschlamm und Pulpe, von G. Czeczetka 384 Heu und dessen Aufbewahrung, von Toms 384 Gase bei der Umwandlung von Gras in Heu, von P. F. Fr an kl and und F. Jordan 384 Amerikanische Heu- und Grummetbereitung 385 Eingesäuerter Mais, von A. Stutzer 385 Kartoffeleinsäuerung, von Wessi iug und Märcker 385 IV. Untersuchungen über einzelne Theile und Organe des tliierisehen Organismus und deren Bestandtheile. Referent: W. Kirchner. Knochen. Blut. Auge. Sonstige Theile und Organe des thJerisohen Orga- nismus und deren Bestandtheile. Eiweiss. Glutin, von H. Weiske 387 Physikalische Chemie des Blutes 387 Literatur 387 Thierisches Chlorophyll, von Th. W. Engelmann 387 Eiweiss der Eier, von J. Tarchanoff 388 Eiweisspepton, von A. Poehl 388 Eiweiss und Pepton, von 0. Low 389 Nächste Spaltungsproducte der Eiweisskörper , von W. Kühne und R. H. Chitenden 389 V. Untersuchungen über Excrete und Seerete. 1. Harn und Excremente. Paraxanthin, von G. Salomon 390 Extractivstoffe u. Reductiousvermögeu des Harns, v. Etard u. C. Riebet 390 Amidobenzoesäure im 'J'hicrkörper, von E. Salkowski 392 Pferdeharn, von C, Schotten 392 Entstehung und Zusammensetzung der Kothsteine, von F. Schuberg . 392 2. Milch. Einfluss der Bewegung auf die Milclisecretion, von H. Munk .... 392 Zur Mlchfecretion, von Schmidt-Mühlheim 392 Zur Physiologie der Milchbildung, von H. Thierfelder 394 Eiweisskörper der Milch, von Biedert 394 Zur quantitativen Analyse der Muttermilch, sowie über Kuhmilch, von E. Pfeiffer 395 Vergleichende L'ntersuchung zur Bestimmung der Trockensubstanz, von Schmidt- Mühlheim 395 Stickstoffhaltige Bestandtheile der Kuhmilch, von Schmidt- Mühlheim 396 M. Seh möger zu vorstehenden Arbeiten 396 Studien über Milch, von H. Struve 396 Flaschenmilch nach Scherff, von W. Fleischmann u. A. Morgen . . 397 InhaltsverzeichnisB. XXI Seite Ist Casein ein einheitlicher Stoff, v. 0. Hammarsten u. A. Danile-wsky 398 Phosphorsäureverbindungen der Milch, von Baginsky 400 Volumetrische Bestimmung des Fettgehaltes, von L. Liebermann und C. H. Wolff 400 Büffelmilch, von Bouesco 401 3. Sonstige Secrete. Ueber Speichel, von Chittenden und Ely 402 Galle, von Emich, Caprauico, Voit 402 Tl. Pliysiolog-Isch-anatomisclie Untersucliimgeii. Wirkungen der verdünnten Luft auf den Organismus, von A. l'ränkel und J. Geppert 402 Ablagerung von Fett bei gemästeten Thieren, von J. Csokor . . . . 403 Physiologische Wirkungen des Kupfers auf den Organismus der wieder- käuenden Säugethiere, von Ellenberger und Hofmeister. . . . 404 Literatur 404 Tn. Untersuclumgen über den GesammtstoffwechseL 1. Verdauung und Verdaulichkeit der Nahrungs- und Futtermittel. Fäulniss. Werth der Nahrungsstoffe, von AJ. Rubner 404 Verdauungssäfte und Verdauung des Pferdes, von Ellenberger und Hofmeister 405 Darmsaft der Haussäugethiere, von H. Fr ick 408 Verdaulichkeit des Fleisches, von P. Hönigsberg 409 Zeit der Verdauung von Fleisch und Milch, von E. Jassen 409 Verdauung der Kuhmilch und die Mittel, ihre Verdaulichkeit zu erhöhen, von J. Uf fei mann 410 Verdaulichkeit der Weizenkleie und des Wiesenheues. G. Kühn als Ref. 412 Verdaulichkeit verschiedener Leguminosenstroharten, v. H. Weiske, Ref. 415 Verdaulichkeit der Kunst- und ISaturbutter, von A. Mayer 416 Cellulosegährungen, von H. Tapp ein er 417 Verdauung und Ausschaltung des Magens, von M. Ogata 418 Saure Reaction der lebenden Magenschleimhaut, von Edinger . . . 418 Bacteriengährung der Albuminoide, von A. Gautior und Etard . . . 419 Ptomaine, von A. Casali, C. Arnold, L. Brieger, E. H. Salkowski und F. Coppola 419 2. Stoffwechsel. Bildung von Fett und Kohlehydraten im Thierkörper, von E. Meissl und i. Stroh m er 420 Fettbildung im Organismus, von N. Tschirwiusky 421 Respiration des Hühuerembryo in einer Sauerstoffatmosphäre, v. R. Pott 424 Fettbildung, von A. Lebedeff 424 Stoffwechsel des volljährigen Schafes, von E. Kern und Stefer ... 424 Vni. Ernährung-, Fütternng luid Pflege der landwirthscliaftUchen Haus- säugethiere Einfluss der Malzkeime auf die Milchproduction, von M. Sehr od t . . 426 Messkunst •, 428 Ursachen der anregenden Wirkung des Hafers, von A. Sanson . . . 428 Kokosnussmehl als Pferdefutter 428 Futterwerth der getrockneten Schnitzel, von M. Märcker . . . . . 4^9 Fütterung von Haferschrot u. Weizenkleie bei Milchkühen, v. M. Schrodt 431 Einfluss von Champion Spiee, von M. Schrodt 433 Einfluss der Schlempefütterung auf die Milchsecretion, von M. Schmoger und 0. Neubert 433 Lang- oder geschnittenes J'utter 434 XXII InhaUBvorzeichniBs. Seite Mashing, von II. Tantzen 435 Sauerfuttor, von Amesfoordt 435 Mästung von Rindvieh mit entl)itterten Lujjinen, von L. Seeling . . . 435 Kälberniast. von A. Barthel und H. Ilennigsen 43G Schaftütterung, von Litsken, Müller, P. Johansen und Schlegner 436 ScliM'f'inefütterung, von D. Gabel 437 Taubenfütterung, von Assmus 437 Vergiftung von Pferden durch Mercurialis annua, von Vernant . . . 437 Trichinen 4:^7 Verdorbene Rübenschnitzel in ihrer Wirkung als Futter 437 Verdorbenes Futter, von Holde fleiss. Barthold und Klien . . . 437 Thierkrankheiten, von F. Roloff, Degil, H. Oemler, ß. Krebs, J. Lechner, C ollin, Bolley und (Jiebbier 438 Literatur 439 IX. Bienen- und Fischzucht. Umlogiren der Bienenvölker, von Zimmermann 439 Literatur 439 Landwirtliscliaftliclie Nebeiigewerbe. Referenten: W. Kirchner, F. Stroiimer, P. Degener, 0. Loew, C. Lintner, M. Hayduck, C. Weigelt, A. Halenke. I. Milch, Butter, Käse. Referent : W. Kirchner. Milchertrag und Zusammensetzung der Milch der Radener Kuhheerde, von W. Fleischmann 444 Milcherträge der Kieler Versuchsstation, von M. Schrodt 445 Concurrenz von Milchkühen auf der Thierausstellung in Hamburg , von W. Kirchner 445 Milch der Radener Schafheerde, von \V. Fleischmann 447 Literatur 447 Specifisclje Dichtii^keit der Milch, von G. Recknagel 447 Verminderung der Trockensubstanz der Milch durch die Zersetzung der- selben, von P. Vieth 448 Veränderungen des procentischen Fettgehaltes, von P. Vieth . . . , 449 Beziehungen zwischen dem Fettgehalte^, der Trockensubstanz und dem specifischen Gewichte der Milch, von P. Vieth 449 Fettbestininumgen in Magermilch, von ^^^ Fleischmann u. A. Morgen 450 Ermittelung des Trocken- und Keltgeh:iltes der Milch, von J. A. Kaiser 451 Nachweis von Salicylsäure in Milch, von Ch. Girard 451 Nachweis von Wasser in der Milch, von J. Uffelmann 451 Milch abnormer Zusammensetzung, von C. Patrouillard 451 Pariser Marktmilch, von G. Krechel 451 Die aratliclie Untersuchung der im Verkehr befindlichen Milch in Zürich 452 Ueber das Lactonieter zur Werthprüfung der Milch von Pile . . . . 452 Ueber Milchanalysen, von H. Triniblc -!52 Resultate der Controle über die nach einer holsteinschen Genossonschafts- Molkerei gelieferten Milch, von M. Schrodt (Ref.) und II. v. Peter 452 Anleitung zur Bi liandlung und Untersuchung der gesunden und kranken Milch auf dem Bauernhofe und in der Käserei 453 Grenzzahlen in der Milchanalyse, von J. Skalweit 453 Die Milchcontiole der Aylesburg-Dairy-Company in London, v. P. Vieth 453 Resultate der Milch- und Butter Controle in Eiisland 454 Wasserstoffsuperoxyd als Conservirungsmittel für Älilch, v. M. Schrodt 454 Beobachtungen über die blaue Milch, von J. Reiset 454 Bittere Milch, von G. Liebscher ^55 Milchfehler in Folge Fütterns von Hundskamille, von K. Flaak . . . 455 Inhaltsverzeichniss. XXITI Seite Fadenziehende Milch 455 Ausrahmungsfähigkeit transportirter Milch 455 Eine neue Milchtiauspoitkaune, von W. Kirchner 455 Versuche mit der Feska'schen Milchceutriruge, von W. Fleischmanu (Ref.) und F. Nachtleben 456 Verbesserungen am de Laval'schen Separator, von W. Fleischmanu . 457 Aschengehalt des Separarorschlammes, von W. Fleischmann .... 457 Vergleich zwischen liurmeister u. \\ ains u. de Lavais Separator, von Fjord 457 Versuche mit der Lei'eldl'schen Milchcentrifuge, von M. Schmöger und 0. Neubert 458 Ceutrituge in ländlichen Molkereien, von Otto 458 Die Ceutrituge in ihrer Bedeutung für den genossenschaftlichen Molkerei- betrieb von C. M. Stöckel, von Käst 458 Fettgehalt der Magermilch des Laval'schen Separators, v. W.Fleischmaun 458 Vergleichende Versuche mit Ceutritugen u. sonstigen Aufnahme-Methoden von Fjord, ref. von H. Cordes 459 Vergleiche zwischen dem Cooley'schen und anderen Aufrahmmethoden, von Fjord 459 Versuche mit der Ahlboru'schen Aufrahmwanne, von W. Fleischmann 459 Eismolkerei nach Beilot 459 Ueber das Aufrahmungsverfahren mittelst Natron, von A. Mayer . . . 459 Ueber präservirte Butter, von W. Fleischmann 460 Verlauf des Butteruugsprozesses, von W. Fleisch mann 461 Butterertrag aus der Milch, von L. Johanssen 461 Einige Butterangsversuche, von M. Schmöger (Ref.) und 0. Neubert 461 Victoriabuttertass, von A. Zeis 461 Butterertrag der Morgen-, Mittag- und Abendmilch, von Fjord . . . 461 Wieviel kg Milch sind zu 1 kg Butter erforderlich, von B. Martin y . 462 Ueber fremde und italienische gesalzene Butter, von Spallauzani . . 462 Ueber künstliche Butterfarben, von E. Schmitt 462 Waschen der Butter durch Centrifugalkraft, von G. Calberla .... 462 Butteranalyse, von A. van Bastelaer 462 Butterprüfung, von E. Schmitt 462 Rohmaterial für die Kunstbutterbereituug, von Herter 462 Ist die Kunstbutter von geringerem Gebrauchswerthe als die Naturbutter? Von A. Mayer 462 Gehalt der Ziegenbutter an in Wasser unlöslichen Fettsäuren, v. C. Jeha 463 Käsefabrication für den englischen Markt in Amerika 463 Brinsen- und Monastorkäse 463 Herstellung französischer Weichkäse aus fetter Milch, von Labesius . 463 Fabricatiou und Behandlung der Magerkäse nach neuer Methode, von Pf ister-Huber 463 Fettgehalt des Käses bei verschiedenen Methoden der Bearbeitung, von M. Sehr od t 463 Das Blauwerden der Centrifugenkäse, von M. Schmöger 464 Herstellung von Kunstfettkäse in Holstein, von M. Schrodt .... 464 Zusammensetzung von amerikan. Kunstfettkäse, von Willard u. Griffiths 464 Gehalt des amer. Kunstfettkäses an flüchtigen Fettsäuren, v. A.Langfurth 464 Blumenthal's Naturlab, von M. Schmöger 465 Ueber condensirte Pferdemilch, von P. Vieth 465 Zusammensetzung condensirter Milch, von W. Fleischmann, H. Pellet und L. Biard 465 Die Zusammensetzung der zum Condensiren verwandten Milch , von 0. D i e t s c h und N.Gerber 465 Herstellung kühler und trockener Räume für die Aufbewahrung von Butter und Käse, von Fj ord 465 Milchertrag von Ziegen u. Rentabilität der Ziegenzucht, von C. v. Stöltzer 466 Vei wer thuug der Milch, von Meier, Folkers, Schmöger, Schrodt, Fleischmann u. A 466 Literatur 466 YYTV Iiihaltsverzeichniga. II. Stärke, Dextrin, Traubenzucker (Mehl, Brod). Referent: F. Stroh mer. Seite Stärkebestimmuiig, von F. AlHhii, H. Bungener u. L. Fries und C. Francke 467 Fabricatioii der Maisstärke, von L. v. Wagner »oS Verluste bei der Kartoöelstärkefabricatiou, von 0. Saar e 468 Abfälle bei der Stärkefabrication, von F. St roh mer 468 Blaufärbung der Kleberzellen des Roggens, von 1<1 Egger 468 Mehlprüfung, von Kjärske 469 Weizenmehl im Roggenmehl, von V. Berthold 469 Kleberbestimuiung im Mehle. Aleurometer, v. Lester Read u. E. Pekar 470 Mutterkorn im Mehle, von R. Palm 470 Vermahlungsresultate verschiedener Weizeusorteu, von M. Dougall- Brothers und F. Strohmer 471 Aschengehalt von Mehl und Brod, von Wauklyn und Cooper . . . 472 Ursache der Veränderung des Mehles, von Ball and 472 Fäulniss mutterkornhaltigen Mehles, von A. Pohl 472 Getreideausputz, von F. Strohmer 473 Rollgerste, von J. Adam 473 Reis- und Buchweizenmehl, von A. Lehn 474 Kastanienmehl, von T. F. Hauausek 474 Tropische Mehlfabricate, Sago etc 474 Brodgährung, v. Chicandard, 0. Marcano, Mousette u. L. Boutroux 474 Brod aus ausgewachsenem Getreide, Grahambrod 475 Kindernährmehl, v. Strohmer 475 Dextrinnachweis, vou E. Waller 475 Traubenzucker-Darstellung, von Worm- Müller und Arno Behr . . 476 Traubenzuckernachweis, vou J.Löwe, h'.Peuzoldt, G. Stillingfleet- Jobnson u. J. Moritz _ 477 Stärkezuckeruutersuchuug und -Analysen, von H. W. Wiley 477 Gesundheitsschädlichkeit von Kartoffelzucker, von Mering 478 in. Der Rohrzucker. Referent: P. D e g e n e r. I. Untersuchungsniethoden der Z uckeriudustrie. Polarisation, von P. Degener, L. Lichtenstein u. E. Weichert 479 Werth der Rüben, von F. Sachs 479 Exactc Bestimmungen des Zuckergehaltes in Rüben und Rübensäften. . 479 Rübenuntersuchungen, vou K. Stamm er 480 Untersuchungen von Rüben und Sorgho, vou P. Gas amajor . . . . 480 Methoden der Mark- u. Saftgehaltbestimmuug der Rübe, v. A. v. Wachtel 480 Verbesserungen und Neuerungen am Polaristrobometer, von H. Landolt, E. Schmidt u. Mansch, A. v. Wachtel, Trauuin u. F. Sachs . 481 Nachweis von Glycose im liohrzucker, von P. Casamajor, A. Vivien und Gawalowsky 482 Invertzucker, vou C. Zulkowsky 482 Osmosearbeit, von Leplay 482 Salzbestiuimung der Rohzucker, von II. Schulz und P. Degener . . 483 Einäuss der Knochenkohle bei Zuckeruntersuchungeu, von L. Marot 483 Bestimmung der Aetzalkalien neben kohlensauren Alkalien, sowie Aetz- kalk neben kohlensaurem Kalke, von G. Lunge 484 Bestimmung der Kohlensäure in Saturationsgasen, von D. Sidersky . 484 Erkennung der Osmosewässer in Melasse, vou A. v. Wachtel . . . . 484 II. Fabrication. a. Saftgewinnung, von Klcwitz u. Krieger, R. Berg- green, E.A.Schott, Siegert, L. Cherrum, Dugal d u. MacEachran , 485 Versammlung der deutscheu Zuckerindustrielleu. InhaltBverEeichniss. XXT Seit« b. Saftgewinnung, Ton Licht 486 c. Saftconceutration, von P. Degener u. E.v. Lippmann 486 d. Melassenentzuckerung, v. K. Hulla, Carstanjen, Rei- necke, Keyr, C. Scheibler, v. Lippmann, W. Schaaf, P. Degener, Jünemann, A. Wernicke u. A. Schwalm, A. Kukla, J. de Puydt, Durin u. H. Briem . , , 487—492 e. Abfallstoffe, von P. Degener 492 Aufbewahrung der Rübenschnitzel, von W. Gerland. . . 492 Diffusionsrückstände, von M. Märcker, F. Strohmer u. E. Türke 493 IV. Gährung, Fäulniss, Fermentwirkung. Referent 0. Loew. A. Gähriuig und Fermentorg-aiiismen. Cellulosegährungen, von F. Hoppe-Seyler 494 Spaltpilzgährungen, von A. Fitz 494 Bacterien der Fäces, von Bienstock 495 Hefetrübung im Bier, von Ch. Hansen 495 Glyceringährung, von A Vigna 495 Auftreten des Buttersäurepilzes, von W. Zopf 495 Gährung der Eiweisskörper, von^Gautier und fitard 49.5 Gase des Verdauungsschlauches, von Tappeiner 495 Cellulosegähruug, von demselben 496 Öumpfgasgährung, von demselben 496 Bodenpilze, von Ceci 496 Reduction durch Fermente, von A. Springer 496 Gährung des Rohrzuckers, von Döherain und Maquenne 496 Vorkommen der Sprosspilze, von Boutroux 496 Mikroorganismen in der Luft hoher Berge, von Giacosa 496 Ueber die alkoholischen Fermente, von Ch. Hansen 496 Bestimmung der Luftpilze, von Emmerich 497 Wesen der Gährung, von L. Liebermann 497 Brotteiggährung, von Chicandard 497 Brotteiggährung, von Moussette 498 Brotteiggährung, von Chicandard . , 498 Licht- und Farbensinn der Bacterien, von Engelmanü 498 Wirkung des Lichts auf Bacterien, von Tyndall und Jamieson . . 498 B. Uli geformte Fermente. Ueber Diastase und deren Bildung, von Detmer 498 Vorkommen und Verhalten von Fermenten, von Raginaky 499 Umwandlung durch Pancreasfermeut, von G. Otto 499 Speichelferment, von Chittenden und Ely 499 Ueber Invertin, von Bourquelot 499 Ueber Trypsin, von Falk 499 Ueber das Histozym, von MinkowsK'y 499 V. Bier. Referent: C. Lintner. Gerste, von L. Aubry, Chodunsky, M. Schwarx 600 Malz, von C. Lintner, Th. Langer, C. Lintner jun 501—503 Wasser, von C. Lintner, J. Steiner 504 Würze, von M. Schwarz und L. Weingärtner 505 Hopfen, von Braungart, Saukby, U. Deinhardt, E. Prior, A. Kreusler 605 Sudverfahren, von Jeschek 607 Extracttabellen, von N. Ostermann, G. Holzner 507—51.5 XXVI InhalUrerzoichnias. Seit« Vollmundigkeit, von K. Michel 515 Kohlensäuregehalt des Bieres 515 Bierhefe, von D. Cochiu 516 Bierkrankheiten, Ilefeutrübung, von E. Ch. Hansen 516 Pasteurisiren des Bieres, von M. Likey 518 Glyceringehalt, von E. Borgmanu 519 Bestimmung des Stickstoffes des Bieres, Malzes etc., von H. Bugener und Fries 519 Bestimmung des Stärkegehaltes der Gerste, von H. Bugener u. Fries 520 Schwefliger Säurenachweis, von L. Aubry 520 Apparate: Weichen, von Steinecker 520 Malzdarre, von Mauthner, Gebr. Winter 521 Brau- und Kühlhausanlage, von C. Zimmer 521 Filtrir-, Kühl-, Pasteurisirungsapparate, Zapfhahn 522 Literatur 522 VI. Spiritusfabrication. Referent: M. Hayduck. Rohstoffe. Werth der Zumaischmaterialien, von M. Delbrück 523 Bereitung der Wäsche, von K. Trobach u. A. Cords, P. Wittelshöfer 524 Einfluss des Hochdruckes auf die Proteinstoffe der Maische, von F. Ullik 525 Verzuckerung. Beziehungen des im Malz enthaltenen Stickstofies zur diastatischen Wirkung, vou C. Lintner jun 525 Kritische Beiträge zur Kenutniss des Schnellgährverfahrens 526 Kühlung der Maische, von P. Wittelshöfer 527 Spiialmaischkübler, von M. Stenglein 527 Kühlfähigkeit kupferner und eiserner Kühlschlangen, von M. Delbrück 527 Neue Maisch- und Kühlapparate 527 Verarbeitung von Mais 528 Verarbeitung von Malzkeimen, von Ullik 528 Gährung. Verwendung von Bierhefe zur Vergährung von Brennereimaischen, von K. Kruis 528 Verlauf der Gährung bei verschiedenen Austeilungstemperaturen, von M. Stenglein 529 Schaumgährung, von F. Pampe 529 Gährfähigkeit des Zuckers der Melonen .529 Kunsthefe. Salicylsäure beim Brennereibetriebe, von G. Heinz elmann 529 Säuerung des Hefegutes, von P. Wittelshöfer 529 Kunsthefebereitung, von Michaelis und Häckel 529 Presshefe nfabrication. Conservirung der Presshefe mit Salicylsäure, von J, Bersch, G. Hein- zelmann . 529 Säuerung der Presshefemaiscbe, vou G. Franke 530 Presshefe oder Kunsthefe zur Anstellung von Presshefemaischeu, von G. Francke 530 Malzkeime bei der Presshefabrication, von M. Hayduck 530 Destillation und Rectification. Reinigung des Rohspiritua mit Bleisuperoxyd, von F. M. Lyte . . . 530 InhftltoT*rs«lehaiis. XXVII Seit« Rectification durch Electrolyse der Rohsprite, von L. Naudin . . . 530 Neue Apparate zur Destillation und Rectification 531 Nebenproducte. Trocknung der Schlempe, von M. Märcker 531 Verschiedenes. Analyse. Bestimmung des Stärkegehaltes der Presshefe, von P. Köhler . . . . 532 Bestimmung der Gährkraft der Presshefe, von E. Meissl, M. Hay- duck, A. ürauaug 532 Extractbestimmung im Malze, von H. Kruis und E. Bauer . . . . 531 Methode der Bestimmung der verzuckernden Kraft des Malzes , von E. Bauer 534 Literatur 534 VII. Oenologie. Referent: C. We igelt. a. Die Rebe und ihre Bestandtheile. Weinbergsboden Algiers, von C. Weigelt 535 Weiubergsdüuger, von J. A. Nippgen 536 Kuiistdiluger, von A. Stutzer 53(> Cochinchina-keben, von E. A. Carriere, P. Sol 536 Bastarde wilder amerikanischer Reben, von A. Miliar de t 537 Kernlose Beeren, von H. Müller- Thurgau 537 Keimfähigkeit der Cochinchiua-Rebsamen, von Catros-Görand . . . 538 Saatculturen, von G. v. Horvath 538 Sameuzucht, von J. Gersak 539 Schnittreben, von H. Müller-Thurgau 539 Setzholzbehandlung, von A. Dannhäuser 539 Anzucht amerikanischer Reben, von G. v. Horväth ........ 539 Anwachsen amerikanischer Reben, von V. Lini 539 Aestivalisarten , 540 Bewurzelung und Veredlung der Reben, von H. Goethe 54ü Veredlung, von C. Mader 540 Sturzrebeumethode, von Babo 542 Neue Methode der Veredlung 542 Rechauds verticaux, von M. Fanten au 542 Grünschnitt, von G. B. Gerletti 543 Gipfeln, von Ottavi 544 Kappen der Reben, von H. Müller-Thurgau 544 Entblätterung, von Dupont-Marcel, G. Cantoni 544 Fruchtbarkeit der Triebe aus den älteren Theilen des Weinstockes, von H. Müller-Thurgau, 0. Müller 545 Empfindlichkeit einiger Rebsorten gegen Frost, von R. Goetüe . . . 545 Frühjahrsfrostschaden und Wahl der Rebsorten, von Ch. Oberlin, J. Baumaun 546 Schutz gegen Frostwirkuug, von Babo ^47 Sonnenbrand, von H. Müller-Thurgau 547 Reifestudien an Trauben, von C. Amthor 547 Mostuntersuchungen, von C. Weigelt, C. Reitlechner, v. Babo, Erdely 549 Farbstoffgehalt der Trauben, von E. Mach, K. Po r tele 552 Rosinen, von B. Haas 554 vvyjTT IuhaltsT«rz«ichBiss. b. Der Wein. Seine Bestandtheile und ihre Bestimmung. Seite Aualysen elsässischer Weine, von C. Amthor 555 Analyse badischcr Weine 1882, von Kessler 555 Dalmatiner Roth wein 1838, von C. Reitlechner 5.57 Pariser Weltausstellungsweine, von Boussignault . 557 Italienische Weine, vou J. Briosi 557 Jacquez- und Aromawein, von E. Mach 565 Schaumweine, von K. Portele 565 Tyroler Rothweine, von A. Henecke 565 Verhältniss zwischen Extract und Gesammtsäure 56G Extractbestimmung, von J. Kessler, M. Barth, R. Kayser .... 569 Freie Weinsäure, Gesammtsäure, von J. Ne ssler, M. Barth, R. Kayser 569 Farbstoffintensität, von E. Mach, K. Portele .'>70 Erkennung der Reste künstlichen Traubenzuckers 570 Caramel optisch unwirksam, von J. Kessler 571 Phosphorsäurebestimmung, von C. Amthor 571 Chlorgehalt der Weine, von J. Kessler, M. Barth .572 Schwefelsäure im Wein, von J. Kessler. P. Ferrari 572 Weinsteingewiunung und Bestimmung, von E. Mach, J. Macagno . 576 Weintrester als Futtermittel, von E. Pott, F. Ravirza 577 VIII. Conservirung und Desinfection. Referent: A. Halenke. Conservirung von Fleisch, von H. Kolbe, St. Martin, F. Artemiui, M. Closset, J. Loos, C. Pavesi .578 Fleischpulver, von Leonhardt 579 Carne pura, von Rönneberg .580 Fleischpulver, Blutpulver, conservirte Fische, von B. Reber, Guerder, G. Leach 581 Conservirung von Milch, K. Gerber, Martiny, W. Fleischmann, A. Morgen, v. Baumhauer, 0. v. Roden, Busse, M. Schrodt .581—583 Kachweis von Benzoesäure und Borsäure in der Milch, von E. Meissl, A. Remont 584 Condensirte Milch, von H. Pellet und L. Biard 584 Condensirte Pferdemilch, vou P. Vieth 585 Molkeubrod, von A. Müller, C. Bolle .585 Conservirung von Bier durch Wasserstoffhyperoxyd, von Weingärtner 586 Pasteurisirung, v.G. Bohrend, H. Schwarz, B. Langer, W.Richter M. Likey 586 Salicylsäure in Getränken, deren Kachweis, von A. G. Salomon, Vul- pian, J. A. Barral, H. Pellet, G. de Grobert, R. Malenfant und J. Frosser 587 Borsäure stört die Verdaulichkeit der Speisen, von J. Forster . . . .588 Conservirung von Kaffeemehl, von E. Schnitzer 589 Eierconserven 589 Haltbarkeit der Presshefe, von A. Zwergel 589 Conservirung des Obstes, von Thomae, 0. Hüttig, M. E. Salomon, H. Holsstein, A. Wunsch und A. Magaud 589— .590 Conservirung des Hopfens, von E. R. Southley, J. Horadam, Resana und F. F. Wilkins 591 Conservirungssalze, von Himly 591 Conservirende Wirkung von Chloroform, Aether etc., von K. Dubois . 591 Vergiftungen durch Conservebüchsen, von Huner 592 Conservebüchsen, deren Wirkung auf Obst, von Fr. P. Hall, Ungar und Bodländer 592 Conservirung von Futter, von M. Märcker 593 Conservirung v. Kartoffeln, v. Wessling, Märcke u. A. Hirschberg 593 Conservirung von Schlempe, von Stenglein und G. Baumert . . . 594 Conservirung vou Mais, von H. Wood 594 IulialtsT«rzeiohuis». YYTY Conservirung von Grünfutter, von G. Lechartier fi94 Sauerheubereitung, von W. Schuster 594 Conservirung von Rübenrückständen, Blumen und Blätter '. 595 Conservirung von Holz, von Fayol, J. Nessler und G. Gehring . . 596 Conservirung von Eisen, von E. Krause 596 Reinigung der Wässer 597 Literatur 597 Zerstörung von Fäulnissbacterien, von Marcus und Pin et 598 Antiseptische Wirkung der Gallensäure, von R. Maly und Fr. Em ich 599 Eiiifluss des Lichtes auf die Entwickelung der Bacterien, v. J. Tyndall und J. Jamieson 599 Bleikammerkrystalle, von Pulliot 599 Kupfersalze als Antiseptica, von Burg und Bochefontaine .... 600 Verschiedene Antiseptica 600 Desinfection mit Brom, von A. Frank 600 Desinfectionsmittel, von F. Simann, J. Miller und H. Buchner . . 601 Desinfection von Kleidern, Zimmern und Grubenluft 602 Methoden zur Entfernung und Aufarbeitung von Fäcalien 603 Desinfection von Cadavern, von A.Girard 604 Reinigung von Abwässern, Canalwässern und Grubenwässern . . 604—606 Literatur 606 I. Pflanzenproduction. Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Referenten: A. Orth. W. Wolf. Th. Dietrich. A. Hilger. C. Kraus. E. A. Grete. Jaliresbericht 1883. LIBRARY r^EVV YORK BOTANICAL GARDEN Boden. Referent: Albert Orth. A. Petermann ^) veröffentlicht eine Reihe von Versuchen über die ^^**^y" ' aea Acker- Dialyse des Ackerbodens, nachdem er bereits 1872 durch L. H. Friedburg bodena. eine kurze Notiz darüber hatte mittheilen lassen. (Landw. Versuchsst. 15. S. 468.) Die schwierigen, mit grosser Vorsicht anzustellenden Versuche ergaben das interessante Resultat, dass bei den verschiedensten Bodenarten (als Feinerde im trockenen Zustande auf die Membran gebracht) die Dia- lyse nicht bloss unorganischer, sondern auch organischer Substanzen durch Pergaraentpapier nach destillirtem Wasser hin stattfindet. Bei 6 Bodenarten wurden quantitative Dialysebestimmungen gemacht und dieselben ergaben nachstehendes Resultat. In 10 Tagen diffundirte aus 100 g Feinerde durch das Pergament- papier hindurch: Organ. Subst. Kalk . . . Magnesia Kali . . . Kieselsäure . Phosphorsäure Sandboden Thon- schiefermit Sand 0,0328 0,0125 0,0416 0,0744 0,0287) 0,0412 Thon- schiefermit Kalk 0,0660 0,0561 0,0049 0,0215 0.0156 0,0008 Sandiger i Thoniger Thoniger Thonboden \ Sandboden Sandboden 0,1811 0,0444 0,0126 0,0228 0,0020 0,0255 0,0092 0,0084 0,0078 0,2629 I 0,0509 0,1920 0,1649 Die hindurch gegangene organische Substanz schwankte von 20 bis 69 % der Gesammtmenge. Sie ist verschieden sowohl von Grandeau's „Matiöre noire" wie von Humussäure und humussaurem Ammoniak, die sämmtlich nicht diffusionsfähig sind. Wenn auch die Verhältnisse bei der lebenden Pflanze anderer Art sind, so glaubt Verfasser im Anschluss an seine Untersuchungen doch aufmerksam machen zu sollen auf die längst ver- gessenen Arbeiten von Risler (Archives de la Bibliotheque de Geneve 1858), welcher entgegen der durch Liebig vertretenen Lehre behauptet, dass die ') Bulletin de l'Academie royale de Belgique. 1882. Centralbl. f. Agriculturchemie, 1883. 12. S. 361 fl'. Tome III. No. 1 u. 1* CO CO O^ C_3 UJ analyse. A Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Pflanzen einen Theil ihres Kohlenstoffs den organischen Substanzen des Bodens entnehmen. Zunächst ist also erwiesen, 1) dass destillirtes Wasser, durch Pergamentpapier vom Ackerboden ge- trennt, aus demselben aufnimmt: Kalk, Magnesia, Eisen, Kali, Natron, Schwefelsäure, Kieselsäure, Chlor, Phospliorsäure und Salpetersäure. 2) dass im Ackerboden organische Substanzen enthalten sind, welche durch Pergamentpapier leicht diffundiren. Quantitative yf Hessc^) veröffentlicht Untersuchungen über quantitative Be- Sestimmung ■' a ± von Mikro- stimmuug der in der Luft enthaltenen Mikroorganismen und die dazu ge- organismen. eigneten Apparate. Mit der angegebenen Methode (Aufsaugen der Luft durch eine mit Koch'scher Nährgelatine ausgekleidete längere Röhre) ist auch die Prüfung der aus Boden und Dünger sowie durch Steine und Bau- materialien hindurch aspirirten Luft auf Mikroorganismen versucht worden. ^chwmm- Eug. W. Hilgard^) kritisirt, anschliessend an die Bemerkungen von Adolf Mayer über eine Modification des Schöneschen Schlämmapparats (Wollny, Forschungen a. d. G. d. Agricultur-Physik. 1882. S. 228 ff.) die diesem Apparate dadurch zu Theil gewordene Empfehlung und macht darauf aufmerksam, dass die an die Schlämmanalyse zu stellenden Be- dingungen möglichst rationell und unabhängig von persönlichen Gleichungen sowie von Fehlern der Instrumente gemacht werden. Es sei zur Zerstörung der „Krümelstructur" ein 10 — 20 stündiges Kochen des Bodens erforder- lich und es sei wichtig, dass der mechanischen Analyse mittelst des Appa- rats die Abscheidung des Thous durch Decantiren vorhergehe, indem sonst das schwere und hydraulisch viel wirksamere Thonwasser im Anfang der Operation viel gröbere Korngrösseu, als der Geschwindigkeit entsprechen, mit fortführt. Gegen den Apparat wird eingewendet, dass ein in konischen Verwaschungsröhren aufsteigender Wasserstrom nur bei Theilcheu über 8 mm hydraulischen Werthes „Einzelkornsedimeute" zu liefern im Stande ist. Es mag dem Referenten gestattet sein, an dieser Stelle daran zu er- innern, dass derselbe seit vielen Jahren darauf aufmerksam gemacht hat, dass es für die mechanische Bodenanalyse notb wendig sei, sich von dem Wechsel der Apparate unabhängig zu machen und die Eigenschaften der Bodentheilchen in erster Linie zu berücksichtigen. Es entspricht dem auch der Vorschlag, die Körnung isodiametrischer Quarztheilchen in bestimm- ter Abstufung als Massstab für die Abtrennung und füi- die Schlämmanalyse der Feinerde mit zu benutzen, wie es bei zahlreichen Arbeiten bereits zur Durchführung gelangt ist. Die Beziehungen der Stromgeschwindigkeit zu den mikrometrisch ermittelten Korugrössen der Feinerde sind auch früher bereits von Schöne festgestellt worden. Schon seit 10 Jahren wird vom Referenten ein cylindrischer Schlämmraum in Corabination mit dem Schöne- schen Schlämmtrichter verwendet und ist von demselben im pedologischen Laboratorium der K. Preussischen geologischen Landesanstalt eingeführt worden. Die eingehendsten Untersuchungen über die naturgesetzlichen Be- ziehungen des „Bodenprolils" sind durch diese Hülfsraittel möglich gewesen und es sind dadurch wichlige Fragen über die Gestaltung dieses Boden- profils überhaupt klar gestellt worden. Es soll damit jedoch nicht angedeutet 1) Mittheilungen aus dem Kaiserlichen Gesundheitsamte. Bd. 2. Berlin, 1884. S 1 82—207 *) Forschungen a. d. (i. d Agricult.-Püysik. 1883. VI. S. f>2 ff. Bodeu. Mechan. Boden- aaalyee. sein, als ob die Methode der mechaniseheu Bodenanalyse damit als ab- geschlossen zu betrachten sei. W. Edler 1) giebt einen geschichtlichen Ueberblick über die Ent- wicklung der mechanischen Bodenanalysc und die dazu benutzten Apparate, auf welche an dieser Stelle besonders aufmerksam zu machen ist. Es sind dabei namentlich die neuereu mehr exacten Methoden der mechanischen Bodenanalyse berücksichtigt worden. Cohen 2) berichtet über Analysen von Augitgranit und Augitgneiss ^^|'^^J"j'.* aus den Vogeseu, welche durch van Werweke ausgeführt sind. gneiss. Augitgranit von Oberbruck. Kieselsäure 62,09 Titansäurc 0,56 Thonerde 16,43 Eisenoxyd 2,34 Eisenoxydul .... 2,03 Kalk 2,32 Magnesia 3,08 Kali 4,66 Natron 4,07 Wasser 0,85 II. Danach Gehalt an Mineralien: Kaliumfeldspath . . . 27,59 Natriumfeldspath . . . 34,44 Chlorit 6,55 Titaneisen 1,12 Magnetit 2,99 üralit ca 5,45 Calciumfeldspath . , 7,96 Quarz 12,11 98,43 Augitgneiss von la Hingrie. Hauptbestandtheile : Feldspath, lichtgrüner Augit und Quarz. Kieselsäure 56,44 Titansäure 0,62 Thonerde 14,37 * Eisenoxyd 1,02 Eisenoxydul 4,68 Kalk 13,15 Magnesia 3,70 Kali 1,'23 Natron 4,30 Wasser 0,47 99,98 E. Hussak"*) macht Mittheilungen über einige alpine Serpentine, welche Serpentiue. meist als umgewandelte augitreiche Schiefergesteine aufzufassen sind. Die Analysen sind nachstehende: Grüner Serpentinschiefer Dichter Serpentin von Sprechenstein von da Kieselsäure Eisenoxyd Thonerde Kalk . Magnesia Wasser Serpontinähnlichor Chlorit . . . 40,90 40,55 29,62 . . . 7,68 10,40 1 2,70 f 41,92 . . . 2,08 . . . 0,30 4,40 0,30 . . . 37,45 33,59 18,23 . . . 12,15 9,32 10,34 100,56 100,96 100,41 ^) Journ. f. Landw. 1883. S. 185 ff. 2) Neues Jahrb. f. Min., Geol. u. Pal. 1883. I. Briefl. M. S. 199 ff. *) Ibid. S. 252 aus Tschermak miner. u. petrogr. Mitth. 1882. 61—81. (f Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflauze, Dünger. Gabbro. f Becke^) theilt die Analyse eines Gabbros aus der Gneissforraation des niederösterreichischen Waldgebirges mit. Gabbro, bestehend aus Plagioklas, Diallag, Bronzit, Apatit und Eisenerz. Analytiker: R. Wegscheid er. Kieselsäure 49,89 Thonerde 13,84 Eisenoxyd 7,15 Eisenoxydul 8,18 Manganoxydul 0,44 Kalk 7,92 Magnesia 3,20 Kali 1,91 Natron 5,33 Wasser 1,22 Phosphorsäure 0,54 Kohlensäure Spur 99,62 Apatit- B j Harrington^) berichtet über die apatitführenden Dioritgäuge Diorit- am Montreal (Ottawa Cty. 0.). Ein typisches dunkelgraues, feinkörniges ^''^^^- Amphibolgestein ergab nachstehende Analyse: SiOa 40,95 AI2O.S 16,45 FeaOs 13,47 MnO 0,33 (mit wenig Kobalt) TiOg 3,39 CaO 10,53 MgO 6,10 K2O 1,28 NagO 4,00 P2O5 0,29 Glühverlust 3,84 100,63 Diaba». Der Rückstaud nach Behandlung mit kochender Salzsäure geglüht be- trug ^ 51,80%. A. Strengt) theilt die Analyse eines apatitreichen Diabas mit von Gräveneck bei Weilburg, in welchem schon mit blossem Auge erkennbare, 1 — 1,5 mm dicke, 3 — 4 mm lange Säulchen in ungewöhnlicher Menge vor- kommen. TiOa 2,08 SiOa 46,53 AI2 0.3 18,07 FeaOa 6,13 FeO 7,77 MnO 0,30 1) Neues Jahrb. t. Miu. etc. 1883. 2) Geol Survey of Canada. 1878. Montreal. 1879. p. 42—46 u. Neues Jabrl). f. Min., Geol. u. Pal. 1883. I. S. 247 f. ») XXII. Ber. d. Oberhess. Ges. f. Natur- u. Heilkunde. 1883. 251— 2.'S8 und Neues Jahrb. f. Min. etc. 1883. II. 8. 369 f. Boden. CaO MgO K2O NagO H2O CO2 P3O5 7,87 3,78 0,55 3,51 2,17 0,51 1,33 100,60 Von Herrn. Sommerlad ^) sind Nephelingesteine aus dem Vogelsberg Nepheiin- untersucht worden, welche einen hohen Apatitgehalt aufweisen. ^°' ^^^^ Nephelinbasalt Nephelindolerit Phonolith von Meiches von Gunzenau von Ziegenhals Si02 . . . 42,37 49,35 55,70 AI2 O3 . . 8,88 11,50 14,55 Feg O3 . . 11,26 6,54 1,68 FeO . . . 7,80 9,93 10,71 CaO . . . 10,93 5,92 6,91 MgO . . . 13,01 3,61 5,81 K2O . . . 1,21 2,43 0,51 Na2 . . 4,51 7,01 4,12 H2O. . . . 0,34 0,91 0,59 Ti02 . . . 1,55 — 20 P2O5. . . 0,21 1,41 0'88 - 102,07 98,41 101,66 A. Renard^) berichtet über einen granatführenden Quarzit der Gegend Quarzit. von Bastogne, welcher durch hohen Gehalt an Phosphorsäure und Graphit ausgezeichnet ist. Die Analyse ist folgende: SiOa 55,82 Ti02 0,42 P2O6 0,69 AI2O3 19,67 Fe2 03 FeO. MnO CaO MgO K2O Na2 H2O C. . 0,96 4,18 0,61 8,42 2,21 0,39 1,42 2,29 4,80 101,88 Die Gesteinsanalyse wird berechnet auf 4,8 Graphit, 1,51 Apatit, 1,02 Titanit, 4,14 Granat, 20,85 Paragonit und Muscovit, 30,62 Quarz. 1) XXII. Ber. d. Oberhess. Ges. f. Natur- u. Heilk. 1883. S. 263—284 u. Neues Jahrb. f. Min. etc. 1883. II. S. 372. 2) Bull, du Musee Roy. d'hist. uat. de Belgique. I. 47. p. 3. Bruxelles, 1882 u. Neues Jahrb. f. Min. etc. 1883. II. S. 68. Boden, "Wasaer, Atmosphäre, Pflanze, Dunger. Hypersthen- andesit. Vou Whitmann Gross*) ist die Analyse eines Hypersthenandesits der BuÖalo Peaks in Souths Park. Col. gemacht worden, welche durch ihren hohen Phosphorsäuregehalt beachtenswerth ist. SiOa. 56,190 AI2O3 16,117 FeaOs 4,919 FeO . 4,433 MnO Spur CaO . 6,996 MgO 4,601 K2O . 2,368 NaaO 2.961 H2O. 1,028 P2O5 0,266 Gl . 0,022 Bildung und Umwand- lung von Silicaten. 99,901 Eine überaus werthvolle und auf zahlreiche Analysen gestützte Arbeit liegt vor von J. Lemberg^) zu Dorpat: „Zur Kenntuiss der Bildung und Umwandlung von Silicaten". Dieselbe ist die unmittelbare Fort- setzung einer früheren im 28. Bde. der genannten Zeitschr. veröffentlichten Arbeit, worüber an dieser Stelle Jahrg. 1877 S. 12 ff. berichtet worden ist. Die Ghemie der Silicate ist durch die mitgetheilten Untersuchungen wesentlich erweitert worden und namentlich die Synthese von Mineral- körpern mit grossem Glück versucht, besonders solchen, welche bei den Lösungs- und Umsetzungsprocessen der Gesteine und Mineralien häutig vor- kommen. Zur Gharacteristik dieser ümsetzuugsprocesse und zum Nach- weis der Bildung wasserhaltiger Silicate (Zeolithe) werden zahlreiche Bei- spiele mitgetheilt und so hat die genannte Abhandlung für die Physiologie des Bodens und der Bodenbildung ein besonderes Interesse. Dies bezieht sich namentlich auch auf den Einfluss von Düugungsmitteln und organischen Resten verschiedener Art auf den Boden sowie die Ersatzfrage in einem stark ausgelaugten derartigen Material — Momente, welche in der neueren Landwirthschaftslehre mit Recht wieder mehr in den Vordergrund treten. Bekanntlich hat Mulder in seinen Schriften über die Ackerkrume die Frage des Zeolith-Gehaltes in Verhältniss zur Fruchtbarkeit, Zeolith-Bildung und Er- neuerung besonders hervorgehoben und erhalten diese Momente durch die vor- liegende Abhandlung eine neue Illustration. Für die grosse Bedeutung rein unorgan. Processe, ebenso wie für Mineral- und Gesteinsbildung so auch für die Bodenkunde wird ein reiches Material mitgetheilt und zur Gharacteristik der verschiedenen Gestein- und Boden-bildenden Elemente in hohem Grade bei- getragen. Es muss deshalb auf diese interessante Arbeit besonders ver- wiesen werden , zumal von den reichen analytischen Mittheilungen hier nur verhältnissraässig wenig mitgetheilt werden kann. Es ist hier ein Weg eingeschlagen, Avelcher besonders fruchtbringend zu werden verspricht, ebenso für die allgemeine Geologie wie für die wissenschaftliche und praktische Bodenkunde, welche in ihren Grundlagen so sehr nahe Beziehungen bieten. >) Americ. Journ. of Sc. XXV. No. 146. ISas. p. 139—144 u. Neues Jahrb. f. Min. etc. 1883. U. S. 223. ») Ztschr. d. deutsch, geol. Ges. XXXV. 1883. S. 557—618. 9 1) Analyse eines anscheinend frischen und eines verwitterten Phonoliths vom Marienfels bei Aussig. Der scheinbar frische Phonolith erweist sich trotzdem als sehr ver- ändert und besteht wesentlich aus Sanidin und einem Natronzeolith neben untergeordnetem Augit, Magnetit etc. Bei der Verwitterung ist der Sanidin wenig verändert worden, der Zeolith dagegen unter Na^O-Austritt in ein wasserhaltiges Thonerdesilicat umgewandelt, welches nicht Kaolin ist, von dem es sich durch seine leichte Zerlegbarkeit durch HCl unterscheidet. Der verwitterte Phonolith ist heller gefärbt, porös und bröcklich. Phonolith. Anscheinend frisch. Gesammt- /o löslich in HCl Eückstand der Lösung in HCl 7o Verwittert riesammt- gehalt 7o löslich in HCl Rückstand der Lösimg in H Cl /o H2O SiOa AI2O3 . . . . FeaOa • • . • CaO K2O NaaO . . . . MgO In HCl unlöslicher Rückstand . 4,34 55,22 20,53 3,24 1,56 5,58 7,43 0,43 4,10 21,64 10,37 2,23 1,07 0,28 5,45 0,40 51,54 0,47 66,76 15,60 1,90 0,96 10,42 3,89 9,34 54,99 22,68 3,50 1,16 5,81 2,10 0,49 8,78 17,98 11,26 2,72 1,01 0,11 0,06 0,44 55,54 0,97 64,20 19,80 1,35 0,25 9,90 3,53 98,33 97,08 100 100,07 97,90 100 2) Trennung von Silicaten durch kaustische Alkalien. Durch letztere werden viele Silicate, namentlich rasch alle Feldspathe, Kaolin und sonstige thonige Zersetzungsproducte> in zeolithartige Verbin- dungen übergeführt, die immer durch Säuren sehr leicht zerlegbar sind; .,auch Quarz löst sich verhältnissmässig rasch in Na HO". „Sehr zweck- ,,mässig wird es sein, diese Methode mit den bekannten hydrostatischen „Trennungsmethoden zu vereinigen". So wurde beispielsweise durch mehr- tägige Behandlung von frischem gepulvertem Phonolith von der Zusammen- setzung A. mit möglichst conc. Natronlauge und nachfolgende Behandlung mit HCl und verdünnter Natronlauge aus diesem Gestein ein Augit von der Zusammensetzung B. isolirt. A. B. H30 . . 4,94 0,12 SiOa . . 55,06 46,93 AI2 O3 . . 20,90 4,58 Fea O3 . 2,92 16,03 CaO . . 1,27 21,54 K2O . . 5,37 Na2 . . 7,00 1,34 MgO . . 0,41 9,46 97,87 100 10 Boden, Wasser, AtmoBpbäre, Pflanze, Düugei. 3) Einwirkung von Salzen auf feingepulverte Silicate. Die feingepulverten Silicate wurden in Platin- oder Silbergefässen mit meist 10 — 15 % Salzlösungen längere Zeit auf dem Dampf bade bei 100 ^ behandelt (bei Anwendung von Tiegeln unter einer 1 cm Parafön- schicht, damit die Verdunstung verlangsamt werde). a. Tachylyt von Gethürms westl, Alsfeld im Vogelsgebirge. Das Gestein, gelatinirt mit HCl, wird schon durch Behandlung mit destillirtem Wasser bei 1 00 •^ hydratisirt (nach 6 mouatl. Einwirkung hatte der Tachylyt 2,43^0 Wasser aufgenommen, das durch Stehen über H2SO4 sich nicht verminderte) und das Wasser dadurch schwach alkalisch. Durch 9 monatliche Einwirkung von KaCOs-Lösung wurde der Tachylyt (A.) in ein Gemisch von CaCOa und einem wasserreichen Silicat (B.) umgewandelt. Natürlicher Umwand! ungsproduct durch Tachylyt K2CO3 7o 7o H20 . . 0,12 19,93 (H2O + CO2) Si O2 . . 45,73 34,59 AI2 O3 . 20,15 ' 24,26 FeaOs . 12,46 :-i-I:,Ä/U CaO . . 8,67 7,06 K2O . . 4,11 11,32 Na2 . 5,74 0,15 MgO . . 3,59 2,69 100,57 100 b. Grundmasse des Pcrlits vom Hliuikerthal bei Schemnitz. Umwandlungsproduct P. rerlit 9 Monate mit Na^ COg behandelt HaO .... 3,58 17,28 (HaO-l-COa) SiOa 73,01 53,94 AI2 Os 12,75 } 18,05 FesOa 1,49 CaO 1,04 1,16 K2O 5,71 1,73 NaaO 2,32 7,84 MgO 0,10 100 100 Auch saure Gläser werden demnach durch Alkalicarbonate sehr rasch umgewandelt, dabei wird Wasser aufgenommen, Alkali gegen andere starke Basen ausgetauscht, Kieselsäure zum Theil ausgeschieden. Zur Trennung von CaCOs von dem entstandenen Silicat wird zweckmässig mit Salmiak- lösung auf dem Dampfbade so lange behandelt, bis kein CaCOs mehr in Lösung geht und dann gut ausgewaschen. Boden. 11 c. Orthoklas (AtUilar) vom St. Gotthard uud Labrador von Hcl- singfors. Orthoklas ders. 1 Jahr mit ders. 13 Monate Lösung in HCl Na2C03-Lösung Labrador mit K.2 COg-Lösung im Ganzen behandelt behandelt H20 . . . 8,49 0,59 17,83 Si02 . . . 65,83 3,18 57,70 55,96 42,37 A12 O3 . . 19,27 0,66 21,32 27,80 21,36 CaO . . . 9,38 0,89 K2O . . . 11,31 0,39 0,70 17,55 Na2 . . 3,59 0,05 12,49 5,57 Rückstand unlös- lidinHCl . 95,09 (= NatroDsilciat; (= Kalisilicat) 100 99,37 100 100 100 d. Kaoliu von Carlsbad. H2O . . . . Si02 .... AI2O3 .... CaO .... K2O . , . . Na2 . . . . MgO .... Rückstand imlösl. in H2SO4 „ HCl . ders. 33 Stunden bei 180 —190» mit Na^O 4 SiO.^ -Lösung behandelt, amorph. 12,97 60,76 12,52 8,14 5,90 100,19 100,29 Mit Bezug auf die Aufnahme von Silicaten der Alkalien und alkalischen Erden durch Kaolin und kaolinartige Zersetzungsproducte ist dieser Vor- gang von besonderem Interesse. (Siehe die Tabelle auf S. 12.) Vorstehende analytische Zahlen sind für die Frage der Bodenabsorption von Interesse, wobei allerdings die Umsetzungsprocesse bei den im Boden vorkommenden Temperaturverhältnissen noch besonders untersucht werden müssen. Der Verfasser macht anschliessend darauf aufmerksam, dass bei der Einwirkung von neutralem Alkalisilic at auf Thonerdehydrat immer eine Abspaltung von freiem Alkali stattfinde, ..da das „sich bildende basische Silicat einem Alkali-Anorthit entspricht: AI2O3 + 2 Na2 0Si02 = Na2 0Al2 03 2 Si02 + Na2 0-, „im Gebirgs-Sickerwasser kann somit freies Alkali vorkommen, „und es ist kein Zweifel, dass durch dieses kräftige Lösungs- 12 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 4) Die Einwirkung kaustischer Alkalilösungcn für sich oder in Verbindung mit Salzlösungen auf thonerdehaltige Silicate. 4) 1 •ti a CO CS l-ä S « c 110- bade 'S 1^ CO (D al.l a HO - Lösung , die , 74 Stunden bei 1 behandelt. ^■& . '-i C a a m © fi N bß g 'S ^'^ §1 -S'2 (M Ch .■s S -■ C8 '^ ö P • au, in natürl. Zust. mit Na^SOJ beh. D in Säulen kryst.) ,M 1 u •ti CO ^ W " bfl ^1 "^ « 1 s| 5s — ^ ^1 . ^ 02 ^ td -* ^ es >^ ^ .,0 0^ 1 a i 7! © ^ ^1 CS m ^ a *.> •- CO «2^ (M -JS 1 -COS t- es •G ^ 6ß-^ Sog SS ^7 ^=1 > bß p Sß <>= 5, __ ü r,q hß a ^ ■•^ cd IS < a •- CO "^ t< .'S s m es iz; sß es .Ti w s ^ 'i -0 ^ a*j a C3 © iS IS H20. . 14,59 5,70 6,25 5,89 5,88 2,61 2,46 8,68 8,19 l,7q SiOa . 36,52 34,31 35,27 34,29 34,74 35,14 36,00 34,82 35,88 37,0=; Al^Og . 31,15 30,00 29,01 29,25 30,04 31,63 30,65 30,84 29,88 32,49 CaO . 0,40 0,35 0,20 0,40 0,20 0,30 0,30 0,49 Na^ü . 18,30 17,96 17,11 17,77 18,53 19,02 18,90 18,23 17,98 NaaSOi — 11,82 11,21 11,80 9,33 — 4,66 — — — NaCl . — — — — — 10,71 6,94 — — — Naa CO3 — — — — — — 7,13 — — Na NO, — — — — — — — 8,47 — K3O 28,31 100,96 100,14 99,05 99,40 98,72 99,41 99,61 100 100,40 100,07 „mittel ein grosser Theil der Thonerde von Ort zu Ort fortge- .,schafft wird, um zu Neubildungen und Umwandlungen Anlass „zu geben." Geschmolzene glasartige Körper setzen sich nach dem Verfasser rascher um als im ungeschmolzenen Zustande. Lösungen von AI2O3 in Alkalilauge bei höherer Temperatur (190**) mit thonerdefreien Silicaten, Zeolithen wie Apophyllit, Wollastonit u. a. behandelt ergeben, wie leicht AI2 O3 von diesen Silikaten aufgenommen wird. Schon bei IOC wirken Lösungen von Soda sehr energisch auf die Umwandlung von Kalifeldspath (a. d. Trachyt des Drachenfels) ein. (Siehe die Tabelle auf S. 13.) Orthoklas von Striegau ergab ebenso behandelt nur eine sehr geringe Aufschliessung von Kali und einen wesentlich grösseren in HCl unlöslichen Rückstand (69,41 resp. 70,15 7o). Der Verfasser schliesst seine interessanten Mittheilungen mit nachste- henden Worten: „Man darf sagen: kieselsaurer Kalk hat eine grosse Nei- „gung, sich mit kieselsaurem Alkali zu vereinigen, wobei die Natronverbin- „dung die bevorzugtere ist; auch bei den Plagioklasen ünden wir Anorthit „und Albit vereinigt, nicht aber Anorthit mit Orthoklas, und ferner treten „Kalk- und Natronhaltige Zeolithe in grösserer Zahl auf als Kalk- und „Kalihaltige. Es ist sehr wahrscheinlich, dass dieses Sichmeiden von Ca „und K einerseits und das häufige Zusammensein von Ca und Na in Sili- Boden. 13 Ders. 32 Monate mit Ders. 5 Stunden bis Hell- Sanidin Na f!0 hflh rothgluth erhitzt und dann (Drachenfels) Lösung in HCl. 32 Mon. mit Na^COg beh. Lösung in HCl. H20 0,27 5,12 6,52 SiOa .... 65,23 38,26 44,25 AI2O3 .... 19,35 14,62 17,67 BaO 0,56 CaO 0,76 0,28 0,40 K2O 9,31 0,54 0,44 NasO .... 4.52 8,20 10,04 unlösl. in HCl . 33,15 21,30 100 100,17 100,62 klaa durch Humus. „caten andererseits kein Zufall ist, sondern mit Affinitätsverhältnissen zu- „sammenhängt; ebenso ausgesprochen ist das häufige Zusammensein von „K und Mg in den Glimmern, Piniten, Glaukoniten und den glimmerartigen „thonigeu Zersetzungsproducten, während Na und Mg in Silicaten sich sehr „selten zusammenfinden." J. Meschtscherskyi) hat Untersuchungen über die Zersetzung des ^^^^^'^^'J^^« Orthoklas unter dem Einflüsse von Humusstoffen angestellt, z. Th. in zuge- schmolzenen Glasröhren bei 115*^, z. Th. unter gewöhnlichen Bedingungen, und nachstehende Resultate erhalten: 1) Beim Einwirken des Humus in Gegenwart von Wasser zersetzt sich der Orthoklas, indem er seine Bestandtheile dem Humus abgiebt und Wasser aufnimmt. Am leichtesten erfolgt die Ausscheidung der Kieselerde, der Thonerde und des Natriumoxyds, am schwierigsten die des Kaliumoxyds. 2) Der Humus zersetzt sich dabei theilweise in Kohlensäure und Wasser, theilweise entstehen aber auch lösliche und unlösliche mineralische Huraus- verbindungen. 3) Die Zersetzung des Orthoklas ist direct proportional der Zeitdauer und der Temperatur. M. Gawriloff^) macht Mittheilung über die Zusammensetzung des Humus in einer Bodenprobe aus dem Gouv. Toula. Der Humus ist nach dem Grandeau'schen Verfahren extrahirt. Die schwarze ammoniakalische Lösung ist indessen nicht, wie Vorschrift, zur Trockene verdampft, sondern gefällt und ausgewaschen durch einen Ueberschuss von Salzsäure. Es ist dies geschehen, um ein Product zu erhalten, welches frei ist von Wasser, Ammoniumcarbonat und in Salzsäure löslichen fremden Substanzen. Das Product enthielt 12% Asche von folgender Zusammensetzung: SiOa . . . 42,12 > P2O5 ... 15,50,, Fe2 03 . . . 9,80,, AI2 O3 . . . 26,77 „ ') I. d. russ. pbys. ehem. Ges. 1888. (1) 414 u. Berichte d. deutech. ehem. Ges. XVI. Seite 2283. «) Bull, de la Soc. chiraique de Paris. 1883. XL. S. 74. J4 Boden, Wasser, Atmospliüre, Pflanze, Dünger. K2O ... 2,40/0 CaO l . . in geringen Mengen. MgO ) Es wird also dadurch erwiesen, dass sich die Phosphorsäure des Humus in gegenwärtigem Falle in Gegenwart von Eisenoxyd und Thonerde im Ammoniak auflöste und mit diesen Oxyden durch Salzsäure gefällt wurde. Es ist also gerade das Gegentheil dessen, was stattfindet, wenn Eisen- und Aluminiumphosphat nicht in Combination mit Humus auftreten. Doppierit. w. DemeP) untersuchte den Dopplerit von Aussee auf seine Aschen- bestandtheile, die im Mittel ^,1 % ausmachten. Kalk 72,67 Magnesia 2,03 Kali und Natron . . 0,99 Eisenoxyd und Thonerde 12,02 Schwefelsäure .... 4,36 Chlor 1,09 Unlöslich .... 6,80 99,96 Die durch Behandeln mit Kalilauge abgeschiedene organische Substanz führte zur Formel C12H12O6, deren im Dopplerit vorhandene Calciumver- bindung der Formel CaC24H22 0i2 entspricht. Dopplerit entsteht im Torf (Gümbel erklärt ihn für homogenen Torf) und kann als das Calciumsalz einer oder mehrerer Humussäuren aufgefasst werden. (Siehe die separat gedruckte beigefügte Anlage.) Analyse bai- Q Thoms^) Veröffentlicht Untersuchungen über baltische und rus- tiBcner una i -r» j russischer sische BodenartCH. 1) Mergliger Lehm von Bergshof bei Riga. 0/ Feuchtigkeit 0,35 Glühverlust (Org. S. und Hydratwasser) . . 4,70 Durch conc. H2 SO4 nicht aufschliessbar (Sand) 55,00 Thonerde 8,62 Eisenoxyd 1,21 Phosphorsäure 0,13 Kohlensäure 7,16 Natron 2,00 Kali 1,78 Magnesia 3,25 Kalkerde 2,24 2) Mergel vom Gute Pahzen in Kurlaud. 7o Feuchtigkeit 3,30 49,67 18,69 16,39 6,72 2,26 Kieselsäure .... Thonerde und Eisenoxyd Kohlensaurer Kalk . . * „ Magnesia Schwefelsaurer Kalk ») Dingler"s Journal 1883. 247. S. 141 n. .^louatshefte für Chemie. 1882. 8. 762. *) Beitrag zur Kenutniss des Pbosphorsäuregehalts haltisclier Ackerböden und Torfarten. Riga 1883 (Sond. Abdr. a. d. halt. Wochenschrift. 1H83 Nr. 7). Boden. Phosphorsäure .... 0,13 Alkalien 0,90 Glühverlust 1,94 3) Mergel von Junzel in Livland. Aufschliessung mit kohlensaurem Natron-Kali: 15 Kieselsäure 40,00 o/o Thonerde . 18,27 „ Eisenoxyd 2,19 „ Magnesia . 3,34 „ Kalkerde . 12,15 „ neben 16,31 % CO2. AufschliessuDg mit conc. Salzsäure: Kali . . . Natron . . Phosphorsäure 4) Wiesenkalk aus Sesswegen in Livland. 7^ CaCOs 87,35 MgCOs 2,03 FeaOs u. AI2 O3 ... 1,05 P2O5 0,03 In HCl unlöslich . . . 0,28 5) Schlamm aus dem Stintsee bei Riga. 7^ Feucht 11,42 Organische Substanz . . 36,83 Chem. geb. Wasser . . 1,87 Asche 49,88 Darin 83,267 «/o in HCl unlösl. 6) 0,137 0,193 0,0669 Moorerde aus Gravenhof bei Riga. 7, Feucht 30,16 Organische Substanz . . 32,49 Darin 1,51 0/0 N Asche 37,35 Darin 83,87 7o in HCl unlösl. 3,53 0,36 0,41 Kalkerde Magnesia Phosphorsäure 4,30 „ Kalk 0,45 „ Magnesia 5,85 „ Schwefelsäure 0,173 „ Phosphorsäure 0,023 „ Kali 0,007 „ Natron. 7 — 12j Sandige Lehmböden von Raudenhof in Livland. (Mittelproben durch v. Sivers mit Erdbohrer aufg.) I. Ackerkr. Untergr. 8 U. Ackerkr. Untergr. 10 m. Ackerkr. Untergr. 11 12 Feucht, bei 100« C . Thon u. Sand . . . Eisenoxyd u. Thonerde Kalkerde Magnesia . . . . Kali Natron Phosphorsäure . . . Organ. Subst. etc^ . 1,1210 92,0230 1,3866 0,0700 0,1.500 0,0670 0,0940 0,0284 .5,0600 0,8200 93,8180 2,8086 0,0650 0,2230 0,0870 0,0850 0,0284 2,0650 1,0690 92,4060 1,4366 0,0820 0.0890 0,0.530 0,0430 0,0454 4,8460 0,8920 92,4060 4,2306 0,0800 0,1700 0,1630 0,0680 0,0246 1,9640 0,9970 92,1790 1,6884 0,0700 0,0850 0,0690 0,0710 0,0336 4,8070 0,9820 92,0100 4,2476 0,0850 0,1000 0,2040 0,0660 0,0244 2,2810 100,0000 1 100,0000 100,0000 i K'0,0000 100,0000 100,0000 10 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger, 13) Schlamm aus einem See in Napkull, Livland. In der Trockensubstanz enth. 47,87 7o Glühv. resp. org. Subst. mit 2,22 7o N. 1,03 Schwefelsäure 0,19 Phosphorsäure 26 Kali 0,17 Natron Spur Kohlensäure 14) Thonmergel aus Prawingen in Kurland. Kalk . . . 4,38 «/e Magnesia . 0,69 „ Phosphorsäure 0,044,, 15) Moorerde aus Kemmern in Livland. In der Trockens. enth. 80,54 "/o verbrennl. Th. resp. Glühverl. 19,46 „ Asche. In letzt. 9,01 "/o in Säuren unlösl. 16) Stark humoser sandiger Ackerboden aus Posendorff in Livland. Feucht 1,62 «/o In HCl unlösl 74,63 „ Eisenoxyd u. Thonerde . 2,03 „ Kalkerde 4,78 „ Magnesia 0,39 „ Phosphorsäure .... 0,13 „ Schwefelsäure .... 0,17 „ Kieselsäure 0,23 „ Org. Subst 15,02 „ In den grob. Th. viel Orthoklas und Kalkmineralien. 17) Schwach lehmiger Sand aus Nurmis in Livland. In conc. HCl lösi. 1,570/0 Eisenoxyd 1,30 0,06 0,25 0,21 Spur 0,17 Mit „ Thonerde „ Phosphorsäure „ Kalkerde „ Magnesia Schwefelsäure „ Alkalien. kohlens. Natron -Kali aufgeschl. 77,140/0 Kieselsäure 25,02 „ Schwefelsäure 0,90 „ Phosphorsäure 15,41 „ Kohlensäure 0,25 „ Chlor 45,07 „ Kalkerde 1,36 „ Magnesia 9,49 „ Thonerde 0,65 „ Kali 1,57 ,, Eisenoxyd 0,17 „ Natron 1,11 ,, Kalkerde 1,71 „ Eisenoxyd 0,73 „ Magnesia 0,60 „ Thonerde. 2,96 „ Alkalien (Diff.) 18) Boden aus Goldino im Rjäsan Gouv. Feucht 7o Glühverl. 7o In HCl unlösl. /o CaO 7o MgO 10 ■ K2O 7o SO3 7o 7o Fe2 Og AI.2O3 7o Ackerkrume . (7-8") Untergrund . 4,03 4,0.'» 11,49 mit 0,29N 9 23 mit 6,2 N 76,25 78,3.'-) 0,92 0,87 Spur Spur 0,36 0,33 0,06 0,06 0,14 0,12 6,74 6,89 19) Wiesenkalk von Roop in Livland. Trockenverlust bei 100 « C. . 1,66 % CaCOs 83,83 „ MgCOs Spur Org. Subst 12,73 „ P2O5 0,075,, (Siehe die Tabelle auf S. 17.) lieber die geognostische Stellung der meisten der hier genannten Boden- arten ist leider keine Mittheilung gemacht worden. Boden. 17 20) Weizenboden von Neu-Rahden in Kurland. H2O bei 100» 7o Glüh- verl. 7o 7o K,0 7o MgO 7o CaO 7o Fe.,0, AI2O3 7o In HCl unliis. 7o Ackerkrume des Lehm- untergrunds . . . Lehmuntergruud . . Ackerkrume des Sand- untergrunds . . . Sanduntergrund . . . 4,1100 6,0600 5,1400 2,8100 3,6800 3,9400 3.3000 3,1900 0,0716 0,0679 0,0716 0,0664 0,2462 0,1021 0,2426 0,0962 0,6486 0,9620 0,5300 0,3494 0,4700 0,8000 0,.5300 0,4300 3,5400 9,8900 4,2600 4,9100 88,2336 78,1780 85,9154 88,1480 (Siehe die Tabelle auf S. 18.) Augustus Völcker^) untersuchte einen fast vollständig vegetations- losen Boden aus Kalifornien. Derselbe enthielt: Lösliche organische Substanz . 0,75 mit 0,09 Stickstoff Unlösl. „ „ . 2,44 Eisenoxyd 4,48 Thonerde 4,54 Kohlensaurer Kalk .... 2,58 Magnesia 1,50 Salpetersaures Kali . . . . 0,17 Chlornatrium 0,04 Kali 0,81 Natron 0,58 Schwefelsäure Spur Phosphorsäure 0,19 Unlösl. kieselsäurehaltige Subst. 81,92 100,00 Die Unfruchtbarkeit beruhte darin, dass der Boden stai-k alkalisch rea- girte; er gab an kaltes Wasser 72 7o Mineralstoffe ab, welche in kohlen- saurem Natron und Kali, Chlornatrium und salpetersaurera Natron be- standen. Eugen Borg mann 2) veröffentlicht die Analyse eines Bodens, auf welchem die besten Sherryweiue erzeugt werden, um zu erfahren, ob ein Anhalt daraus betr. des natürlichen Schwefelsäuregehalts des Weins event. des Gypsens entnommen werden kann. In heisser Salzsäure löslich: Vegetatious- loaernodeu Wainbercfa Bodei, Kalk . . . Eisenoxyd Magnesia Kali . . . Natron . . Thonerde Kieselsäure . Schwefelsäure Phosphorsäure 14,3109 1,5889 0,5158 0,3918 0,2775 0,3700 0,3940 0,1578 starke Siiiir ') Jouru. of tbe Royal Agricult. Soc. of p]ngl. 2 Ser. 19. I. 236 — 237 u. Agri- cult. ehem. Centralbl. 1883 XII. ö. 642. •^) Berichte d. deutschen ehem. Ges. 1883. XVI. S. 601 f. Jahresbericht 1883. 2 18 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 21) Baltische Torfarten. w 7o In d. Ascte Vo 7o In 100 Th. Torf bei 20%H3 KoO PoO. Ottenhof, Livland Obere u. untere Schicht gemischt Sernaten, Kurland 1880 . „ . 1881 . . . Warten, „ 1880 .. . Serben, Livland Segewolde, Livland Henselshof, Livland Preekuln, Kurland Postenden, Kurland, obere und untere Schicht Postenden, Kurland, obere und untere Schicht Postenden, Kurland Postenden, Kurland, obere und untere Schicht Postenden, Kurland, obere und untere Schicht Stubbensee, Livland . . . . Grünhof, Kurland Neu-Kerapenhof, Livland . » ,, . . . Schöneck, Livl. Probe I . . . „ „ Mittel II u. III . Illien, Kr. Grobin, Kur). . . Nabben, Livl., ob. u. unt. Schicht Postenden, Kurland Funkenhof, Kurl., Mittel I— IV Friedrichshütte (Gonv. Witebsk) Stricken, Kurland Ullila, Livland Waldegableu, Kurland . . . . Mecks und Palfor, Estland . . Pubpe a d. kurländ. Aa, Livland Mittel I— VI Doudangen, Kurl., Mittel I— VI Koik Oesel Krähnholra bei Narva, Estl. I » !7 ?? ?? ^^ ^« ^^ SS SS XxL 3,21 1,77 2,76 5,79 4,78 5,71 10,41 6,38 1,41 5,47 8,44 5,44 7,07 14,33 3,76 26,30 1,40 2,33 2,51 4,50 4,80 6,54 7,46 3,28 6,83 10,23 11,02 25,35 5,58 1,95 1,61 4,76 0,76 1,30 2,11 0,30 0,23 0,22 0,18 0,77 0,44 0,43 0,18 0,43 0,35 0,17 0,43 0,28 0,25 0,28 0,38 0,27 0,23 0,38 0,42 0,43 0,28 0,22 0,23 0,31 0,22 0,36 0,21 0,21 0,31 0,17 0,23 0,34 0,89 0,87 0,30 2,30 1,03 2,87 1,21 1,53 1,27 2,87 2,11 2,48 4,28 1,90 1,72 1,84 1,66 2,43 1,15 1,21 1,73 2,55 1,11 4,08 1,51 1,11 2,43 2,75 2,23 1,21 1,27 1,79 2,11 2,17 1,12 1,27 3,77 2,71 2,11 0,0096 0,0040 0,0060 0,0104 0,0357 0,0251 0,0447 0,0114 0,0060 0,0191 0,0143 0,0233 0,0198 0,0358 0,0105 0,0086 0,0710 0,0032 0,0088 0,0105 0,0193 0,0134 0,0143 0,0171 0,1016 0,0150 0,3682 0,0231 0,0532 0,0172 0,0033 0,0037 0,0161 0,0067 0,0113 0,0063 0,0738 0,0182 0,0792 0,0700 0,0731 0,0725 0,2987 0,1346 0,0349 0,2340 0,1603 0,0935 0,1300 0,2378 0,0914 0,0261 0,3182 0,0242 0,0594 0,0278 0,1836 0,0724 0,0726 0,1812 0,0902 0,1523 0,1237 0,1399 0,4537 0,1177 0,0423 0,0180 0,0604 0,0286 0,0352 0,0445 Boden. 19 Chlor sehr geringe Spur Glübverlust \ 2Q9553 Kohlensäure u. Wasser .( '' ' In heisser H Cl unlösl. . 61,1570 100,1190 Da nach Blankenhorns Angaben in guten deutschen Weinbergsböden der Schwefelsäuregehalt zw. 0,01 und 0,98 «/o schwankt, im Mittel 0,41% beträgt, so ist 0,1578% nicht als hoch zu bezeichnen und rechtfertigt nicht den oft sehr bedeutenden Schwefelsäuregehalt in Sherr}'weinen. M. Bogdanoff^) hat einige Thone von Kiew untersucht, worüber in der chemischen Gesellschaft zu Paris Mittheilung gemacht wird. Thone von Kiew. Weisser Thon Blauer Thon Thonige Erde Hygrosk. Wasser Kohlensaure Kalkerde und kohlen- saure Magnesia Hematite brune Quarz Kaolin Andere Silicate Andere Substanzen (ohne Silicium) 0,84 0,54 1,45 96,87 0,83 1,91 29,56 4,04 32,71 17,28 1.3,71 2,52 1,09 8,08 1,53 5,44 84,42 (Quarz) 0,25 99,69 99,82 99,72 E. Heiden 2) veröffentlicht in einer grösseren Arbeit ein reiches Ma- terial von Bodenuntersuchungen, wie sie von demselben in Verbindung mit Fr. Voigt, E. Güntz und Th. Wetzke an der Versuchsstation Pommritz in den letzten 14 Jahren gewonnen worden sind. Sie erhalten ein erhöhtes Interesse dadurch, dass mit den betreffenden Bodenarten zugleich Kultur- versucho angestellt sind. Es sind nicht bloss eingehende Analysen davon gemacht, sondern auch eine Reihe von physikalischen Beobachtungen und Versuchen und Absorptionsbestimmungen veranstaltet worden. Bei dem grossen Umfange der Untersuchung kann daraus ein kurzer Auszug nicht gegeben, es muss aber darauf an dieser Stelle besonders aufmerksam ge- macht werden. H. Grouven^) sucht in einer Abhandlung über die chemische Consti- ciiemUohe ' ° T T o • 1 Constitution tution der Moore die Ansicht von Ritthausen zu widerlegen, „dass die Stick- dor Moore. „Stoff-Anhäufung in den Mooren nur als Folge der Absorption von Ammo- „niak durch Humussäure oder ähnliche Salze, wobei dies chemisch gebunden „und ganz unlöslich wird, anzusehen sei." Verfasser sucht dies dadurch zu beweisen, dass verschiedene Moorsorteu mehrere Stunden mit Actzkalkmilch destillirt nur ^50, mit kochender Kalilauge 2 Stunden destillirt nur V20 des Moor-Stickstoffs als Ammoniak im Destillat ergaben. Die Moore von Cun- rau bei Oebisfelde und von Grosse bei Boitzenburg zeigen nachstehende Zu- sammensetzung: ') Bulletin de la societe chimique de Paris 188.3. XI. S. 72. '■*) Wie wird schwerer, roher Boden (Neuland) frucbtbar gemacht? Han- nover 1883 3) Fühlings laudw. Zeitg. 1883. S. 391 ff. 2* 20 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Cunrau Gresse c . . 44,0 48,1 H . . 5,1 5,4 . . 32,2 30,5 N . . 2,6 3,7 S . . 0,4 0,7 Asche . 15,8 11,6 100,0 100,0 Der hohe Schwefelgehalt weist darauf hin, dass der Moor -Stickstoff grossentheils noch in der ursprünglichen Proteinforra ira Moor vorhan- den ist. Die Torfasche enthielt: Cunrau Chlor Spur Schwefelsäure .... 5,5 Eisenoxyd 16,8 Kalk 32,5 Silicate in HCl unlöslich 23,0 Thonerde in HCl löslich 19,0 Magnesia 2,2 Kali und Natron ... 1,0 Gresse Spur 11,1 17,7 39,6 20,0 nicht bestimmt 100,0 ^^^^srgei^ K. Kraut ') theilt einige Untersuchungen mit über Ackererden und Mergel von Steinkenhöfen, Amt Soltau, im Lüneburgischeu. Eine Ackererde 1872 gedüngt mit Stalldünger, 1880 gemergelt, enthielt 0,0783 7o Kalkerde 0,0458 „ Phosphorsäure. Die Ackererde 1880 gedüngt und nicht gemergelt enthielt nur 0,01 94 o/^ Kalkerde. In einer andern Ackererde wurde 0,938 % Kali und 0,228 „ Natron gefunden. Es wird auf die Wichtigkeit des Kaikens und Mergelus aufmerksam gemacht und die Analj'se eines in 26 Fuss Tiefe gefundenen anscheinend steinfreien Mergels mitgetheilt: Glühverlust .... 5,03 Schwefelsaurer Kalk . 2,69 Kohlensaurer „ . . 5,25 Kohlensaure Magnesia . 2,19 Eisenoxyd und Thonerde 6,40 In Säure unlöslich . . 78,03 99,59 Phosphorsäure 0,08 Stickstoff . . 0,04 Kali . . . 2,23 Natron . . 0,44 Es wird anschliessend auf die günstigen Eigenschaften solcher Merge- lung gegenüber der Entstehung des „colloidalen Thons" des Bodens (SchlÖ- sing) hingewiesen. *) Journ. f. Landw. 1883 S. 115 ff. Boden. 21 E. Emmerling^) berichtet über seine Untersuchungen über verschie- dene Humusbodenarten in Schleswig-Holstein. 1. Haidetorf vom trockenen Grausandboden. H. Buchenhumus vom trockenen Grausandboden. HI. Haidetorf von der nassen Iloo-Haide. Die lufttrockenen Bodenarten enthalten: I. n. m. Wasser 3,25% 1,75% 11,56% Mineralstoffe 67,58 83,39 8,47 Humus .... . . ■ 29,17 14,86 79,97 100,00 100,00 100,00 Stickstoff 0,388 0,531 1,114 Stickstoff in % des Humus = 1,326 3,573 1,393 100 000 Theile lufttrockener Substanz ergaben durch Auflösen in kalter Salzsäure (12%) an löslichen Mineralstoffen: I. u. ni. Phosphorsäure 45,20 35,80 75,30 Kali . . . 32,10 38,60 34,90 Kalk . . . 88,70 34,70 115,00 Magnesia . . 30,40 24,40 181,10 Schwefelsäure 41,90 19,00 287,00 Von 100 000 Th. des lufttrockenen Bodens löste sich in Wasser von HumuB- bodenarteu Schleswig- HoUteing. I. 11. m. Nach 8 Wochen Nach 8 Wochen Nach 8 Wochen Humus Stickstoff .... Ammoniak .... Salpetersäure . . . 19,30 1,89 0,189 22,80 1,14 0,31 100,6 3,9 0,487 83,0 4,22 1,22 15,8 3,66 0,65 149,3 4,07 0,95 In 100 000 Theilen der reinen Humussubstanz lösten sich in Wasser bei 14—18 C: I. II. in. Am Anfang Nach 8 Wochen Am Anfang Nach 8 Wochen Am Anfang Nach 8 Wochen 66 78 678 558 197 187 Die Humussubstanz des Ilootorfs wird also in Wasser etwa 3 mal so löslich als die des grausandigen Haidctorfs, der Buchenhumus hatte dem gegenüber die etwa 10 fache Löslichkeit. Der Verfasser knüpft daran die Schlussfolgerung, ohne sie bereits als erwiesen hinstellen zu wollen: „Es „hat den Anschein, als ob die Löslichkeit der Humussubstanzen in einem „(kausalen) Zusammenhang stehe mit der Fruchtbarkeit der betr. Boden- „arten." *) Vereinsbl. des Haide-Kultur- Vereins für Schleswig-Holstein 1883. S. 105 ff. u. Allg. Forst- u. Jagdzeitung. 22 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Bodenarten j Köuiff') veröffentlicht Untersuchungen über BoJenarten aus West- falen, in welchem zum Theil die Boclenprotilverhältnisse bis zu grösserer Tiefe berücksichtigt sind, zum Thcil die Aufschliessung in einer gewissen Voll- ständigkeit mit HCl, II2SO-1 und n Fl bewirkt worden ist, so dass dadurch ein eingehenderes Bild über die Constitution der Mineralstoffe gewonnen ist. (Siehe die Tabellen auf S. 23 u. 24.) ' Zu 1 und 2 der vorstehenden Analysen (Rösebeck und Cörbecke) ist zu bemerken, dass sie ausgeführt sind, um über die Zweckmässigkeit einer grossartigen Melioration ein Urtheil zu erhalten. Es wird angegeben, dass die Ausführung derselben bei einem Boden, welcher früher nur sauere Vieh- weide war, grossartige Erfolge ergeben habe. Zu 5 (Lohne bei Sassendorf) wird über die Untergrundschicht mitgetheilt, dass dieselbe aus einem sog. „schwarzen Lehm" bestehe, welcher an die Oberfläche gebracht ein mehr oder weniger völliges Eingehen der Saaten oder wenigstens einen starken Minderertrag bewirke. Specifisch schädliche Bestandtheile wie Schwefel- eisen oder Metallverbindungen konnten in dem Lehm nicht nachgewiesen werden; auch enthält derselbe keine besonders grosse Menge Eisenoxydul (0,348 %); dagegen ist die grosse Menge von Natronsilicateu in demselben gegenüber der Ackerkrume auffallend; so ergiebt die Analyse: Obergrund Untergrund Kali 7o Natron 7o Kali 7o Natron 7o In HCl löslich „ H2SO4 „ „ HFl „ 0,094 0,169 2,073 0,099 0,128 1,161 0,209 0,416 1,916 0,674 1,179 2,297 2,336 1,388 2,541 5,150 Hiernach enthält der Untergrund in Form von leicht und schwer zersetz- baren Silicaten doppelt soviel Natron als Kali. Es wird weiterer Unter- suchungen bedürfen zu entscheiden, ob dies auf das Erkranken der Pflanzen einen Einfluss hat. Zu 7. Die Bodenarten aus der Senne und von Wilhelmsdorf sind die echten Typen der Haidemoor- und Haidesaud- Böden im nordwestlichen Deutschland. Es findet sich vielfach Oorstein darunter, wovon eine Probe enthielt: Humus 2,06 <»/o Eisenoxydul .... 0,65 0/0 Das Bindemittel darin ist also mehr Humussäure als Eisen. Materiaiie» M. Fleischer^) berichtet nach Untersuchungen von Fleischer, und'Mf uo- A. König und R. Kissling über Materialien zur Düngung und Meliorirung rirung von ^gg Moorbodcns. Vou besonderem Interesse für die Bodenkunde sind davon lloorbodeu. einige *) III. Bericht der landw, Versuchsstation Münster. Münster, 1884. S. 30 ff. ») Thiel, Landw. Jahrb. XII. (1883). S. 203 ff. Boden. 23 , o Ti ^. 1 1 1 ' 1 ' 1 1 1 1 '~'- 1 1 1 1 1 1 5« Oi 1 1 f— * C^' ■^ ^. 1 1 =0 qiBcIspp^^-uoj^B^ 00, 1 1 o ! 1 1 1 1 1 1 1 7^ ! 1 1 1 i 1 Ti;Bdsp[9j-i]BX ?. 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 Tfi^ 1 1 1 1 1 1 , o 1 1 1 1 1 1 1 1 <=" 1 1 1 1 1 1 d sä UOJIJBJä S- (M 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 iC 1 1 1 1 1 1 s i •H o 1 1 1 1 1 1 in 1 1 1 1 1 1 W3 ll«3 S^ ^„ 1 1 1 1 1 1 1 1 9pJ9 ^ r-l Ti. 1 1 1 1 1 1 1 1 1 IS 1 1 I 1 1 1 nd -uoqx =^ <^. 1 1 "5 " 1 05-^.:m (M C5 -* 'x? 05 _ 1 1 1 05;m 1 CO CO .-( eooa n«x s~- ;^?^^ 1 1 1 1 1 1 3^ — CO er- CO o 71 o o o — CO' 00 00 •^^fC ©2'=^ 00 cr> o CO lO — 1 00 CO "* 1 •* a 5ll«3 S^ T-H^ O 1 1 1 1 1 1 000 1 1 1 13 oo o 000 00 r- -^ CM CO CO CMO OPJO o CO CO i^ (M tM CO 1 -^ 'T« in 05 -* o \r:m 05 Td in Go 'S H giuBe ^ O O CO C- -- CN 1 1 1 1 1 1 i- 005 tri 05 05 1 CO CO 1 1-1 -># t>- CQ CO 050 t? -I9S8i;S[ 5^ CDC-- X 05 Oi Xi t-cr> 05 CO CO ■TS ^^ 1"^ -^ i^J 00 — t O 00 t- ^ 05 (^3 -^ uO iT. 1- l>- rsi^ —1 t- ^ -.loqdsoq^ o" 1-1 CO (M ö~oö' ^^ o ö'o" o CM O o o'öo o~öö' (N CM 1-1 l- -^ ■^ O (M '^ iC CO 05 cn coo inoic ^ .-HO ■^ 1-1 ■<*l O O 05 CM -^!Xi iC t- CO 2P!r'* tD 000 T1^3 S^ 1-1 (M (M o'd'o" !7J iM »-I 1-1 O O o" ö~o" 1-1 (M '^i o'c'o" CM 'M ^ 1-1 CM S CO ic CO :o CM t^ t— 4 o osco cn o — 1 05 -H r- CM (:m 'S: 05 CO 3 1F3 2^ CO i> iT. m CO to >rrco'j> C0__ i-<_0_ W — liO CO 1-^ <— ' CO iC Ci Tt< t^ X CO O t^ '* i- >r. iCi -^ 4D c>-in epj9uoqj^-n ^ t^ 00 05 05 ^ l-^ CD iC X co coo CO t- 1-1 ?oSS corit- CM x tr» 3 pXxoaasig; " ■^ "^ "^ ^u': CO rfi O uO !>•[-•* 0<7i-^ -0 c:5- i^ qoanp) snranH S 1 1 s 1 1 8 1 1 00 . 1 c- 1 1 CO CO 1 ^ in 1 t-- ' ' \a iC r-l-X> ^ CO CO CM CM -^ ^ H o •^ ■ 9 o « s ■« CD ..bX) . . «3 • • a ■ ■ J3 H ^ 'a^ . a ag 'S .-Ho -«O • «CM S _ a 1 -^ '^0 H o s H a «3 w 3 -—Ol a • B.2 bD Ö 2 a .2 00 aija Ol • • bD ja 2 3 ■ "= |h- a'j' a UO in '^ a . « bß a '?! - 1 co^ciS .^P3 a CO Q^ .S bo ' p ^ B E B fD o_ Cd p CA- P 2 CR 3. Boden, v. Borgent- porgentreich reich u. v. Rheder, 2. 2" V. d. Arbeitcr-Co- lon. Wilhelmsdorf Aus der Sen uc Von Sobbe's neue Wies VonNiederm < gcf5 -1 C . B^ • K 2- "■*►-• B o « g B 2 c ^ OD . b' "^ tr * g. «' ■ B p p Kamp, en . . eiersHof =3 cr3 =3 Oi 03^ Ü» ~ki~co~Jr • OD .= CO = g S 3 ISO OD CD 1 1 1 1 1 1 Cl5 05^^ ■4>."oo"0D cocc tc Humus — ^3 ~] Kl- os -J ^1 o -la o O Oi o Cn a ~^1 p oap '-jIc cc Ci 0- c ^ 4-^ er. "c; CC CD — c;» *. "c^'"-]"lC a; -J CO In HCl löslich o f— 1— ' >— ►;». iNO cn O O' o c -.1 cc 00 •^1 "co tc CO tc Vbi CD 1-' oc CO CO CD 4^ IC 1 1 1 «Eisenoxyd u. '^^ Thonerde s 9 &; B II 1 II! 1 1 1 rf^'tC tc 4^ i 1 oc "cd CO 1 1 1 ^2 EisenoxyduJ Si p ppp p CO p 00 P PP in oS p CO 4^ ,p CO 4:^ 4^ p p— ' CO CD j-pp 0*- tc tC4i. tP' CO*» ^5 Kalk II 1 1 1 1 w CD CO 00 t>a US c "o^o tctc P CO p "4^ CD c;n P "CT» ^<:^p> ^^"ci 4i. CT" Oi ^ Magnesia oo lg O CD ppp Kilo tS "c to 1 CO ~o~o *>- CO tc ^ <= S c= So 4»- p P "h-i 4i- C5 poo CO~i-*"»-' 000*^ CO 05 0: S? Xali c o O "o coc u. ^ t: ^ :;i ^1 CO cc "0 g 00 ö~c 4- C-. tc >£^ 1 ? CO p "►-' P CT» CO oroo tCOOCD Phosphor- * säure c >— m 1— -X OD O «? H- tj;^ "05 CO "xlo 0^ CD C^ oc IC ^ s GC IC IC 4^ CO Ol CD 00 CD"hP^"0 ^g2 Kiesel- " säure c CB c 0' £ op CO ::^ P 00 ci cß c:a CT. p w CO p i CO LC ■©"cd ^ CO oc -a IC OS CO Ol cc ~^"cD~tt>. -^ C 4^ CC tc CD ^ Thon- *" erde oo OO 00 l-i o "o CO oo o O CO Ctt U« Cii K- 1— tC rss Oi c CJ' -0 CO Si P "bs p 1—' cc CO p P>,PP tc c; :;! CO CO CO 55 Kalk II 1 III ö p pp kCcD 4^ CD ic OS 4^ p 00 ic CO poo tc"— '^ 00 CD *. CO IC CD 5^ Magnesia oo IS o o P CO "oo"© CO c» CO <»o: OD i C tc Pi" CO io CO CO' p tc p CD "0 " — ►(>- 1 cc 00 b'C c» CD 99 S5 ic VI ■7= Natron-Foldspath 00 ^ooa- C CJtC 1 OD c;t 00 00 5J^ cc'co 00 CO 4^ CO CO 05 IC "cd P CO CD 05 CK a Boden. 25 Secschlick- Analysen. Breiiiorhafcn sc a t ■^ 'S'^ In 100 Tb. trockener Uollart vondernicder- )r Ell aniünd frisch "3 1 «" Schlick ^ länd. Küste '^ Ü _" «3 "S " so a -3 « Ti rri ^ 1877 = ■1 - S ~ ti CS ■< = 3 < M g ' ' otf Orgay. Subst. -{- Hydratwasser 8,49 6,37 9,32 13,11 — 8,54 10,39 In HCl unlösl. Mine- ralsubstanz . 67,63 75,73 65,46 70,23 y 68,46 75,03 Stickstoft 0,32 0,19 0,28 0,33 0,30 0,26 0,21 Kali 0,72 0,46 0,68 0,60 0,46 0.70 0,50 Natron 0,53 0,33 0,39 y ? 0,37 9 Kalk 5,88 5,61 7,13 4,77 3,10 5,72 4,76 Magnesia 1,66 1,29 1,77 1,48 y 1,63 1,29 Manganoxydoxydul ! ~ — 0,04 9 '? — 9 Eisenoxyd j- Thonerde 10,78 6,36 iFf2 O3 --= 4,67 lAla O3 --- 4,90 y •? { 9,20 ? Phosphorsäure . . . 0,21 0,17 0,19 0,39 0,16 0,20 0,20 Schwefelsäure . . 0,23 0.28 0,26 1,19 ? 0,17 0,52 Kohlensäure .... 4,74 3,76 1 5,59 3,06 2,38 4,63 3,35 Chlor ? ? 0,13 y 9 0,11 ? Kieselsäure, in HCl löslich V ? ? 9 9 0,13 9 Aufschliessung des in HCl unlöslichen ' rheils mit Flusssäure. i.bgelagerter Schlick von Bremer- hafen Abgelagerter Schlick von Leer _ /o der ursprüng- in 7o des Auf- "/o der ursprüng- in 7o des Auf- 1 ichen Substanz geschlossenen ichen Substanz geschlossenen Kali 1.90 2,78 1,47 1,95 Natron .... 0,80 1.17 0.70 0,93 Kalk 0,25 0,37 ^ 0,22 0,29 Magnesia . . . . i 0,59 0.86 0.32 0,43 Thonerde .... 10.52 15,37 7,14 9.51 Kieselsäure . . . 54,40 79,45 65,18 86,89 68,46 100,00 75,03 100,00 Gesammtanalvse. Schlick von Bremerhafen Schlick V. Leer Organische Substanz 8,54 10,39 Kali 2.60 1,97 Natron 1,17 ? Kalk 5,97 4,98 Magnesia 2,22 1,61 19,72 ? Phosphorsäure . . . 0,20 0,20 Schwefelsäure . . . 0,17 0,52 Kohlensäure .... 4,63 3,35 Chlor 0,11 ? ^ieselsäu re . . . 64,53 05 ,18 26 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. s^Mic"! I" der Versuchsstation zu Kiel ist, wie Emmerlingi) raittheilt, Eider- schlick aus dem Hafen von Tönning (I) und vor dem Hafen (H) ent- noraraen. untersucht. 1) Mechanisclic Analvsc. 2) Chemische Aualj^se. II < 0,01 . 0,01—0,05 0,05—0,075 0,075—0,1 0,1—0,2 . 0,2-05 . 50,82 14,70 32,37 21.65 6,97 39,38 1,64! 19.54 0,50 1.77 0,37 0,04 Wasser Glühvorlusf Stickstoff j ( Kalk ^ I davon an CO2 gehuud. Sj Kali o^ Phosphorsäure . K I Schwefelsäure = l Chlor II 2,91 8,88 0,26 4,89 4,42 0,15 0,15 0,18 0,56 0,79 3,25 0,10 4,09 3,63 0,07 0,08 0,06 0,09 Die ursprünglichen Proben enthielten I ^ 52,5 0/0, n = 29,0 0/0 Wasser, 100 g Feineide absorbirten bei I II Phosphorsäure . . . 0,2005 0,1189 Stickstoff (als Ammon) 0,1373 0,0765 Zur Erklärung der weit höheren Zahlen an Kali, welche von Fleischer beim Eiderschlick erhalten sind, mag erwähnt werden, dass in vorstehender Untersuchung verdünnte kalte 25 "/oige HCl, von Fleischer concentrirte kochende HCl verwendet ist. Jhwer\'ös- ^^- Fleischer^) macht Mittheilung über das Verhalten schwer lös- licher Phos- lieber Phosphate im Moorboden. Aus der für die Düngerlehre wichtigen Moorbodr». Abhandlung mögen an dieser Stelle einige Moor-Analysen ihren Platz finden. Organische Substanz . Miu.-Subst. excl. CO2 Unlösl. in conc. HCl Kali ...... Natron Kalk Magnesia Eisenoxyd u. Thouerde Schwefelsaure . . . Phosphorsälire . . . Chlor Kieselsäure .... Moostorf V. Wörpedorf bei Lüienthal V ce s >« a s '-' "S -^^ .-; 7o 98.671 1,329 0.570 0,018 0,041 0,113 0,264 0,1 15 0,176 0,034 U.009 0,002 /o 7o 98,366 1.634 0,823 0,017 0.042 0.146 0,272 0.1.'")0 0.1.">8 0,037 0,024 0,014 98,317 1.683 0.646 0,022 0.0 54 0.190 0,277 0.244 0.23.') 0,033 0,011 0.005 1 Haidehumus d. Augustendorfer Hochni. o;ebrani)t mal ohne !6mal,DJah Buchw. landw. Dult' 7o 0/ /o /o 86.42 13,58 10.484 0.122 0,067 0,496 0.412 1.297 0.422 0.251 0.007 0.045 81.97 18.03 1.5,107 0,088 0,040 0.409 0,308 1,497 0.368 0,189 0.005 0,051 97.90 2.10 0.906 nicht liest, desgl. 0.230 0.200 0.434 ■> 0,034 /o 92,09 7,91 2,25 0,11 0.14 1.17 0.22 1,39 1,44 0.07 I 0,03 0,92 (in Na.,CO,lösl, SB 2 /o 77,99 22,01 7,64 0,10 0.44 6,48 0,27 .5,51 0,68 0,37 0,58 (?) 0,08 in HCl lös). ^) Laudw. Wochenb. f. Schleswig-Holstein 1882. u. Agriciilt.-cbeni. Centnilbl. 1882. S. 6,39 f. u. 1883. ») Thiel, Landw. Jahrb. XH (1883). S. 129 flf. S. 217—219 S. 702. u. 1883 S. 289 Boden. 27 C. Virchow^) berichtet anschliessend an die Mittheilungen, welche ^^^^^'^''^-^^j von demselben in d. Landw. Jahrbüchern, Bd. IX, S. 999 — 1038. über Hochmoor- das Kehdinger Moor gegeben sind und worauf an dieser Stelle bereits ^•^•^"'*8- Neue Folge, III. Jahrg. (1880) S. 17 ff. hingewiesen ist, über weitere sich anschliessende Untersuchungen, uaraentlich mit Bezug auf die Fragen: 1) wie ist die Verschiedenheit in der Zusammensetzung des unterhalb beginnenden Marschbodens ; 2) wie ist das Entstehen einer Hochmoorbildung auf Marschboden zu erklären. Die Abhandlung verbreitet sich ausführlich über die un- organischen und organischen Einflüsse, welche hier zusammengewirkt haben. Der Verfasser kommt zu dem Schlüsse, dass sämmtliche untersuchte Schichten (1 — 4) des Marschbodens, darunter Maibolt und Kuhlerde, ihren mineralischen Bestandtheilen nach als ein „geologisches Ganzes", als ein unter gleichen Verhältnissen aus denselben Stoffen entstandener Boden anzusehen sind, dass zweitens die Entwicklung der kalkarmen Hochmoorpflanzen auf Marschboden erst möglich geworden sei, sobald der Kalkgehalt durch atmo- sphärische Auslauguug und durch die Dargbildung (Absorption des Kalks durch die kalkliebende Pflanze Phragraites) oberhalb beseitigt war. Wegen der Einzelnheiten muss auf das Original verwiesen werden. Es mögen an dieser Stelle noch die analytisch gewonneneu Zahlen (Aufschliessung nach E. Wolff) über den Marschboden (1, Dargmaibolt I. 2 Maibolt 3, Kuhl- erde 4, Dargmaibolt II) und die Ergebnisse der Mooruntersuchung nach- getragen werden. Die Berechnung auf einzelne Bestandtheile, Mineralien etc. ist bereits in der Mittheilung vom Jahre 1880 gegeben worden. A. Marschboden. Auszug mit HCl Auszug mit iL, SO. Auszug mit HFl Unlösliche Mineralsubstanz Kali iS'^atron Kalk Magnesia Thonerde 92 0,34 0,03 0,47 0.60 2,53 09O ,4280,01 0,46j 0,48 0,04| 0,04 O..Vii 4,4 Eisenoxyd . . . Phosphorsäure . . Schwefelsäure . . Freie Schwefelsäure Schwefel .... Chlor Kohlensäure . . . Kieselsäure . . . 2,09 0,00 0,20 0,06 0,78 0,08 0,25 0,9.5 4,12 1,93 0,08 0.17 0.09 1A2 0.10 0,28 1,54 3,15 4,52 0,14 0,14 0,01 1.17 0.08 3.83 77,56 0,,50 0,08 2.23 0,70 3,25 7,63 0,15 2,90 0,45 7,67 0,10 1,07 88,23 0,54 0,11 84,24i71,85 0.55 0,90 0,14; 0,18 0,07 0.13 0,10 0.061 0,05 2.7 it 4,47 2,57 1,29 0.09 5,95 64,19 0,75 0,13 0,10 0,13 6,81 2,10 5.88 nicht bestimmt nicht bestimmt 1.44! 2,69 1,38 1,89 1,03 0,80 2,45 0,55 0.33 0,35; 0,23' 0,17 0.05 0,06 0,06| 0,03 5,55| 3,78! 2,351 3,83 10,06 78,17 7,46 76,78 6,12i 5,38 6.5,73 58,81 (Siehe die Tabelle auf Seite 28.) Leon Dumas 2) bespricht die Sättigungscapacität des Bodens für Sättigunfs- Pflanzennährstoffe und die Beziehungen derselben zur Fruchtbarkeit. Ver- de^^Bocieu«. fasser kommt zu dem Resultat, dass der Boden Nährstoffe zurückhält, welche ») Thiel, Landw. Jahrb. XII. 1883. S. 83—128. ») Journal d'agriculture pratique 1882. 46. U. S. 191—194. 28 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. B. Moorprofil von Uruchhof. (Ueber Darg u. Marsch.) Nordseite des Kolidiiiger Moores. In 10 000 Thcilen sind enthalten: Entnommen ans der Tiefe von Haido- humus — 14 cm Organische Substanz 1 9220,47 Darin X .... 208,42 Keinaschc . . . |i 77L>,53 Sphagnurn-Torf 42— 49 cm 98— 112 cm 147cm 1)850,94 15s,«;j 149,06 9878,46 90,18 121,54 130 — 9866,09 91.01 l;J3,9l In HCl unlöslich K,0 ...... NaaO . . . . CaO MgO ..... AI2O3 + l'>2 03 P2O5 ÖO3 Cl für Cl 658,26 1,71 3,58 12,85 17.37 64,97 12.07 8.26 0,70 10 000,24 - 0,16 63,71 3,73 4,14 14.16 23,15 15,71 8,87 16,07 1,51 10 001,99 ~ 0,35 35,87 1,84 6,00 17,11 29.49 12,53 4,01 16,51 2,26 10 003,08 — 0,52 37,64 3.32 7,45 14,85 28,23 13,33 4,21 14.63 2,24 9991,99 — 0,52 Brauner Torf 175— 203 189 cm 217 cm 9845,88 81.50 1.54,12 9828,24 85,50 171,76 41,89 48,16 2,28 2,37 4,56 5,42 20,59 26,51 30,03 29,17 19,13 16,41 4,53 4,63 27,61 37,34 1.65 1,51 9998,15 — 0,37 9999,76 — 0,34 Schwar- zer Torf 231 — 245 cm 9697,22 75,93 302,78 44,09 1,82 4.94 67,48 45,24 32,85 4,39 90,14 4,42 9992,59 — 0,99 Ackerböden d. Kronsgw- tes Peterhof. !il0 000,08 10 001.64 10 003,56 9991,47 9997.78 9999.43 9991,60 !i ■ ' ! ■ ohne Vortheil für die Vegetation sind, und um so mehr, je besser die physi- kalischen Eigenschaften und die Kultur des Bodens. Die Fruchtbarkeit des Bodens beginnt erst nach entsprechender Sättigung desselben mit Nähr- stoffen. G. Thoins (Riga) 1) theilt Untersuchungen mit über die Bodenarten des zu einer Musterfarm für das baltische Polytechnikum bestimmten Krons- Gutes Peterhof, mit dem Zwecke, dadurch zu einer gründlichen bezüglichen Durchforschung der russischen Ostseeproviuzen Veranlassung zu geben. Ver- fasser schlägt vor: „Die Creditgesellschaften unserer Provinzen möchten im „Verein mit den resp, Ritterschaften und sonstigen die Landbevölkerung re- „präsentirenden Körperschaften agricultur-chemische Laboratorien begründen, „mit dem ausgesprochenen Zweck: Die geognostisch-agronomischen Verhält- nisse unserer Provinzen unter Zuhilfenahme der geognostisch-agronomischen „Kartirung im Interesse einer rationellen Bodenbouitur zu durchforschen." Die Analysen beziehen sich auf Bodentyi)en, welche nach der Abschätzung des Verwalters des Gutes aufgestellt und kartographisch auf einer besonderen Karte zusammengestellt sind, ohne dass eine genauere Abgrenzung der Boden- arten und die Berücksichtigung der Niveau- und Bodenprofilverhältnisse ver- sucht worden wäre. Es wird dies vom Verfasser selbst als ein Mangel hervorgehoben. P'ür die mechanische Bodonanalyse soll der Nöbel'sche Schläramapparat wieder zu Ehren gebracht werden und derselbe wird für die im Interesse der Bodenbonitirung auszuführende Abschlämmung em- pfohlen, indem das feinste Product derselben zu einem Massstab für den Thongehalt gemacht wird. 2) Von den chemischen Bestandtheilen ist na- 1) Die Acker-Böden des Krons-Gutes Peterhof. Dorpat, 1880. (Sep. Abdr. a. d. halt. Wochenschritt 1880. 22 n. 23). *) Vgl. dagegen ürth, Rüdersdorf u. Umgegend. Berlin, 1877. S. 67. Boden. 29 raentlich die Phosphorsäure berücksichtigt worden und zeigte sich die Acker- krume (0,25 cm) meist reicher daran als der Untergrund. (0,25 — 0,50 cm.) Boden Nr. 1 /o Nr. 2 /o Nr. 3 7o Nr. 4 /o Nr. G /o Ackerkrume Untergrund 0,09 0,07 0,08 0,06 0,05 0,02 0,06 0,04 0,06 0,05 Phosphorsäure Der höhere Gehalt von P2 O5 wird für die Bonitirung direct zu ver- werthen gesucht. Im Uebrigen wird für die chemische Analyse zu Boni- tirungszwecken abgesehen von der Bestimmung des Wassergehaltes und Glüh- verlustes nachstehende Aufschliessung als ausreichend betrachtet: 20 gr Boden werden in einer Porzellanschale mit 100 ccm conc. Salzsäure übergössen und auf dem Wasserbade zur Trockene abgedampft, der Rückstand mit verdünnter Salzsäure (1:3) unter Erwärmen aufgenommen, tiltrirt, das Filtrat auf 1000 ccm gebracht und davon 100 ccm = 2 g Substanz zur Bestimmung von Eisenoxyd, Thonerde, Kalk und Magnesia verwendet. Eine der besten Bodenarten (Ackerkrume), welche bei der Verbrennung mit Natronkalk 0,3 % N, und 3,47 ^'/o in Salzsäure lösliche Stoffe, darunter 2,78 % Eisen- oxyd und Thonerde, 0,25% Kalkerde und 0,35 <^/ü Magnesia, Kali und Natron ergeben hatte, wurde mit kohlensaurem Natron -Kali, resp. Fluss- säure aufgeschlossen und führte zu nachstehendem Gesammtergebniss : 7o Wasser bei 100» C . 2,02 Glühverlust .... 6,39 Kieselsäure .... 76,78 Thonerde .... 7,21 Eisenoxyd .... 2,90 Kalkerde .... 1,01 Magnesia .... 0^3 Kali 1,72 Natron .... 1,56 Phosphorsäure . . . 0,09 Schwefelsäure (Diff.) . 0,09 ~ 100,00 Es zeigt sich hier also eine gewisse Vergleichbarkeit mit den im agric. Jahresbericht pro 1882 Seite 13 vom Referenten für den Berliner diluvialen Höhenboden mitgetheilten Zahlen. Es mag indessen darauf hingewiesen werden, dass die Gesammt- Thonerde eines derartigen Bodens nicht auf „Thon" berechnet werden darf. Die Gesammtmenge der in HCl löslichen Bestandtheile schwankt bei den untersuchten Bodenarten zwischen 1,21 und 6,82 Procent. Die Menge von Carbonaten wird als verschwindend klein angegeben. Die Untersuchung weist auf die Zweckmässigkeit einer mehr eingehenden geognostisch-agronomischen Durchforschung der „Musterfarra" und bis zu grösserer Tiefe hin und ist es wünschenswerth, das Ergebniss der bisherigen practischen Bonitirung und Classification daneben kartographisch bestimmt zum Ausdruck zu bringen, um beide entsprechend vergleichen zu können. Den Zielen einer rationellen Bonitirung auf naturwissenschaftlicher Grund- QQ Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, DUnger. läge wird dadurch allein näher getreten werden können. Auch die Knop'sche „Bonitirung der Ackererde" leidet daran, dass daliei die Profilverhältnisse ungenügend berücksichtigt werden. Die chemische analytische Untersuchung kann nur einen Theil, wenn auch sehr wichtigen Theil des Gesammtbildes der Boden-Bonitirung ergeben, wie sie in dem gegenseitigen Zusam- menhange aller bezüglichen naturgesetzlichen Factoren für die practische Beurtheilung des Bodens in Betracht kommt. Auf die Bestrebungen des Verfassers betr. die naturwissenschaftliche Durchforschung des Grund und Bodens kann nur mit besonderer Anerken- nung hingewiesen werden. Von chemischer Seite allein wird indessen die Bonitirungsfrage nicht gelöst werden können. Geognos- j^ Orth^) bespricht die fJeform der geognostisch-agronomischen Kar- nomisehe tiruug in Prcusseu und stellt für derartige Karten 2 Momente als besonders Kartirung. ^j^^^jg ^^^^. 1) Eine einfache klare Disposition über die Darstellung der einzelnen geognostischen Bildungen in Beziehung zur Zusammensetzung und Beschaffen- heit, wobei die Bildungsgeschichte derselben erst in zweite Linie zu setzen ist und wodurch deshalb eine melir directe Vergleichung nach der Substanz (Geographie, Geognosie) und erst in zweiter Linie nach der Geschichte dieser Substanz (Geologie) möglich wird; 2) Die Angabe des Bodenprofils auf der geognostischen Grundlage desselben, so dass der obere Boden mit seinem Untergrund nach Beschaffen- heit und Mächtigkeit aus der Karte direct ersehen werden kann. Verfasser macht darauf aufmerksam, dass dem ersten dieser Gesichts- punkte bei den neuen geognostisch-agronomischen Karten in Preussen noch zu wenig entsprochen werde, indem die geologisch-entwicklungsgeschichtliche Darstellung zu sehr in den Vordergrund trete. Es wird vorgeschlagen, von den 2 zur Publikation bestimmten Kartenausgaben die Karte im Massstabe 1:100 000 für die mit wenig Geldmitteln zu erfüllenden geologisch-wissen- schaftlichen und bergmännischen Aufgaben zu verwenden, so dass in dem grösseren Massstabe 1 : 25 000 ein Avirklich vergleichbares und leicht ver- ständliches Bodeiibild geschaffen werden kann, wodurch den an den oberen Boden geknüpfton geograjdiischen und practisch-landwirtlischaftlichen Inter- es.sen mehr Rechnung getragen werde. „Die Zeit verlaugt aber, dass den „vielseitigen Beziehungen, welche den Menschen nach wissenschaftlicher und „practischer Seite an den oberen Boden knüpfen, hierbei mehr Rechnung „getragen wird, als es bisher der Fall war." Die agriculturchemische Seite „der Bodengrundlagen steht zu diesen Fragen in naher Beziehung und ist „deshalb auch an dieser Stelle besonders darauf aufmerksam gemacht." Ammoniak- R. Heiurich^^) suchtc das Maximum der Ammoniakabsorption des d* 8* Boden». Bodens aus der Luft zu bestimmen, indem er 2 Jahre hindurch Salzsäure der fi-eien Atmosphäre aussetzte. Das Gefäss hatte 78,5 qcm Oberfläche und hatte im Mittel der beiden Versuchsjahre aufgenommen: December = 1,065 mg Stickstoff | Januar = 0,993 „ „ > Winter = 2,912 mg Stickstoff Februar = 0,854 „ „ I 1) Füblinga Laudw. Zeitung 1883 S. 273— 27Ü. ") Landw. Annal. d. meckleub. patriot. Vereins u. deutsche laudw. Presse 1883. S. 309. Bodeu. 31 März = 1,068 mg Stickstoff April = 2,554 51 >■ Frühjahr = 6,712 Mai = 3,090 H Juni = 4,061 11 Juli = 3,323 " i ' Sommer ^= 9,766 August = 2,382 „ 1 September = 2,908 „ „ October = 0,878 „ „ > Herbst = 4,678 November = 0,892 „ „ Ist der Ausgangspunkt des Versuchs richtig, so würde das Maximum der Ammoniakabsorption durch den Boden unter den obwaltenden Versuchs- bedingungen im Jahr = 30,5 kg Ammoniak - Stickstoff p. ha ausmachen. Reines Wasser, welches während drei der wärmeren Monate an der Luft gestanden hatte, enthielt keine bestimmteren Mengen von Ammoniak. F. Hoppe-Seyler *) bespricht die chemisclien Vorgänge im Boden ^'^«™'8che und Grundwasser und ihre hygienische Bedeutung. Der schwarze Schlamm Boden und aus Kloaken, Teichen etc. zeigt stets sehr intensive fermentative Wirkungen, wlafei" In einem offenen Glase unter etwas Wasser färbt er sich oberhalb auf ge- ringe Tiefe braun durch Oxydation des Schwefeleisens zu Eisenoxydhydrat und enthält in dieser Schicht zahlreiche Organismen. Salpetersäure und salpetrige Säure fehlen in den sauerstofffreien Schlammschichten unterhalb vollständig; bringt mau ihre Kalk- und Natronsalze in geringer Menge in den Schlamm, so verschwinden sie bald durch Reduction zu Ammonium- carbonat. Salpetrige Säure kann dagegen in der obersten Schlammschicht meist mit Leichtigkeit nachgewiesen werden. Von besonderem Interesse ist die bestimmte Behauptung des Verfassers, dass für die Bildung der sal- petrigen Säure die Annahme einer specifischen Befähigung von gewissen Organismen zu dieser oxydierenden Wirkung voraus- zusetzen nicht noth wendig sei, da nach vielfachen Versuchen bei Anwesenheit von indifferentem Sauerstoff Ammoniak durch naszireuden Wasserstoff zu salpetriger Säure oxydirt w'erde. Die ganze Hypothese der Zusammengehörigkeit gewisser microskopischer Formen mit chemisch nach- gewiesener salpetriger Säure beruhe lediglicli auf der häufigen Beobachtung beider neben einander, da diejenigen Verhältnisse, unter denen salpetrige Säure entsteht, dem Gedeihen gewisser Formen von Organismen besonders günstig seien. Bei Aenderungen im Grundwasserstand wird die Grenze zwischen sauer- stofffreiem und sauerstoffhaltigem Boden (brauner und schwarzer Schlamm- schicht) verschoben und hiermit sind jedenfalls Wucherungen von Spalt- pilzen etc. in den dem Sauerstoff erschlossenen Bodenschichten verbunden, deren hygienischer Einfluss jedoch noch nicht zu ermessen ist. P. Deheraiu und L. Maqueune^) verbreiten sich weiter über das Buttersäure- Buttersäure-Ferment in der Ackererde, (über die Frage ist bereits im vorigen ^Jke^r°rde.' Jahrgang berichtet) und weisen auf die landwirthschaftlich wichtige That- sache hin, dass die durch das Nitrificationsferment in der Oberkrume an der Luft gebildeten Nitrate in den tieferen sauerstofffreien Untergrund- schichten reducirt und so für die Pflauzenernährung verloren gehen. Von ') Archiv f. öl!' Gesundheitspflege in Elsass ■ Lothringen u. Agricult. ehem. Centralblatt 1883. 12. S. 725 ff. «) Bull. See. chimique de Paris 1883. XXXIX. S. 49 ff. «12 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Interesse ist die mitgetlieilte Beobachtung, dass Kalk, selbst in geringen Quantitäten, sofort die Buttersäuregährung aufhebt. Mikroorga- P. MifjucP) hat Untersuchungen über den Gehalt des Bodens an "'Bodeu."" Mikroorganismen angestellt, die, wenn auch noch nicht zahlreich, doch hier erwähnt werden müssen. Es zeigte sieh, dass die Menge dieser Organismen von Jahreszeit, Niederschlägen, Feuchtigkeit etc. abhängig war und je nach Tiefe und Beschaffenheit der Schicht traten diese oder jene Arten von Mi- krobien auf. Spaltpilze waren besonders reichlich vertreten. 1 g Erde von Grasflächen in 0,2 m Tiefe enthielt im Mittel : Organismen Montsouris 700 000 ^ .„. fmit Spüljauche berieselt 870 000 GeneVllherS . , , V • ,, „nn nnrx {nicht berieselt . . . 900 000 Die meisten Spaltpilze sind Bacillen (in Ackererde etwa 90%). An der Oberfläche des Humus treten Micrococcen zahlreicher auf. Es ist gewiss, dass die gewöhnlichen Bacillen eine sehr wichtige Rolle bei der Zersetzung der organischen Substanz im Boden und bei der Bildung assimilirbarer Pflanzennährstoffe spielen. Keduction Plauchud^) macht anschliessend an die Beobachtung von Etard und u a 8. Qjj^jgj, jjfjgj. ^jg Keduction der Sulfate durch verschiedene Algen (Beggiatoa u. a.) und das Vorkommen von freiem Schwefel in den Zellen derselben darauf aufmerksam, dass lediglich die Algen die Keduction der Sulfate ver- anlassten, indem durch Verhinderung der Lebensthätigkeit der Organismen durch Chloroform und Carbolsäure jede Keduction sofort aufhöre. BrandpUze 0. Krefeld 3) berichtet über die reichen Ergebnisse seiner Untersu- im o en. ^j^^^g ^^^^, ^jg Brandpilze, unter welchen namentlich die Ermittlungen über die nicht parasitische Entwicklung dieser Pilze, in Form von hefeartigen Sprossungen, aus den aus Boden und Dünger lösbaren Bestandtheilen, mit Recht ein gewisses Aufsehen erregt haben. Sowie die kleinen Organismen im Boden überhaupt eine wichtige Rolle spielen, so muss auch hinsichtlich dieser Pilzformen, welche so vielfach bei den landwirthschaftlichen Culturen nach dem Boden hin verbreitet werden, auf die Bedeutung ihrer Entwick- lung als „Hefe" für die Umsetzung der organischen Bestandtheile im Boden aufmerksam gemacht werden, wenn auch die Umsetzungsrichtung noch wei- terer Ermittlungen bedarf. Es ist zu hoffen, dass durch solche tief einge- hende bedeutsame Special - Untersuchungen, wie sie zur Zeit erst einzeln vorliegen, das vivum des Bodens in nicht zu langer Zeit klarer übersehen werden kann. Thätigkeit E. Wolluy*) giebt in einem Vortrage, gehalten bei Gelegenheit der Org'rnumen hygienischcn Ausstellung zu Berlin 1 883, einen guten historischen wie sach- im Boden, ücheu Ueberblick : „Ueber die Thätigkeit niederer Organismen im Boden," eine Frage, deren grosse Bedeutung für Umsetzungsprocesse zuerst durch französische Chemiker, namentlich Schlösing und Müntz, vor noch nicht 10 ') Annuaire de Tobservatoire de Montsouris p. 18Ö2 u. Forschungen a. d. Geb. d. Agricult. phys VI. S. 75 f. «) Berichte d. deutschen ehem. üesellsch. 1883. XVI. S. 222 u. Compt. rend. 95. 1363. 3) Botauische Untersuchungen etc. Heft V. : die Brandpilze, Leipzig 1883. *) Deutsche Vierteljahrsschrift f. öffentl. Gesundheitspflege, 1883, S. 705—725 u. Separat. Abdr. Boden. 33 Jahren näher begründet und später mit Bezug auf stickstoffhaltige und kohlenstoffhaltige Bestandtheile mehrfach erwiesen und erweitert worden ist. Auf die bezüglichen Untersuchungen von R. Koch ist im vorigen Jahre bereits an dieser Stelle hingewiesen worden. Die entsprechende Entwicklung der pathogenen Milzbrandbacillen mit Bezug auf den Boden ist vor Jahren bereits ebenfalls von Koch dargelegt worden. (Beiträge zur Biologie der Pflanzen. Herausg. von Cohn, Bd. IL Heft 2. 1876.) Schon im Jahre 1878, iiachher 1880 (Bericht über die Verhandl. der VI. Versammlung des deutschen Landwirthschaftsraths, Berlin 1878 S. 448 und Archiv desselben 1880 S. 330) wurde vom Referenten im deutschen Landwirthschaftsrath darauf hingewiesen, dass Bacillen im Boden künstlich gezüchtet, resp. durch falsche practische Massregeln darin vermehrt und dadurch verbreitet werden können und auf pathologischem Gebiete ist dies eine wichtige Thatsache. Die Frage der „Gährung" des Bodens ist durch diese verschiedenen Untersuchungen nicht bloss im Interesse der Bodencultur, sondern auch der Hygiene und Patho- logie auf ein grosses weites Gebiet übertragen. Die eminente Bedeutung der Gährungsfrage für die ZersetzungsprOcesse in der Natur erhält ihre ent- sprechende Illustration durch die wichtige Abhandlung von A. Müntz: „Sur la presence de l'alcool dans le sol, dans les eaux, dans l'atmo- sphere." (Compt. rend. 1881. XCH. S. 499 ff) Es wird darin festgestellt, dass Alkohol nicht bloss in Wasser und Luft sehr verbreitet sei, sondern auch im Boden. Sogar im armem Boden konnte der Nachweis davon geliefert werden. An organischen Stoffen reiche Boden- arten ergeben sogar „grosse Mengen von AlkohoL" Deherain und Maquenne^) berichten über die Producte der durch Gährung Ackererde hervorgerufenen Gährung von Rohrzucker, siehe „Gährungs- m^ntorga- ersch einungen". s^iT^lei- Marie-Davy^j berichtet über Salpeterbildung im Boden, auf Grund biidung im von Versuchen, welche zur Feststellung der Nitrification des Spülwassers angestellt waren. Das Spülwasser wurde in ein 2 m hohes prismatisches Glasgefäss mit einem Gemisch von Sand und Kies (von Gennevilliers) ge- füllt gegeben, täglich 1 Liter. 31 Liter Spülwasser lieferten 25,2 Liter klares filtiirtes Wasser. Das Spülwasser enthielt nach A. Levy: pro Liter pi-o 31 Liter mg mg Ammoniak-Stickstoff . 20,6 — Salpeter „ „ . 0,8 — zus. 21^4 663,4 Im abgeflossenen Wasser fand sich: pro Liter pro 25,2 Liter mg mg Ammoniak-Stickstoff .1,7 — Salpeter- „ „ .21,5 — zus. 22^2 559,4 Die Nitrification des Ammoniaks war deshalb eine fast vollständige. Bei Bedeckung mit Vegetation (Raygras ■ . . ) war die Nitrification ebenfalls sehr stark, doch wurde der grösste Theil des Nitrats von den Pflanzen aufgenommen. *) Compt. rend. 1883. XCVII. S. 803 ff. '^) Journ. d'agric. pratique, 46. 1. p. 817 u. Centralbl. f. Agric. ehem. XI. S. 663 f. Jahresbericht 1883. 3 S4 Boden, Wasaer, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. ursp^nng^d. A. Müntz Und E. Aubin^) besprechen den Ursprung des auf der auf der Erd- Erdoberfläche vorhandenen gebundenen Stickstoffs. Es wird die Errichtung oberflache, y^jj besonderen Stationen in den tropischen Gegenden der Erde in Vor- schlag gebracht, um bei den viel häufigeren und mehr energischen elektrischen Wirkungen daselbst über den Salpetersäuregehalt der Niederschläge und somit über den Gewinn an gebundenem Stickstoff Auskunft zu erhalten. Der Reichthum des vegetabilischen und thierischen Lebens beim ersten Auftreten desselben auf der Erde wird zu dem Reichthum der damals vorhandenen Stickstoffverbindungen in Beziehung gesetzt, welche jetzt mit grossen Kosten künstlich dem Boden zur Befruchtung desselben zugefügt werden müssen. Verlust und p. p. Dcherain^) verbreitet sich in ausführlicher Weise über den Stickstoffs Verlust und den Gewinn an Stickstoff in der Ackererde unter dem Einflüsse cliTtur. verschiedener Culturen auf Grund von Versuchen', wie sie seit 1875 auf dem Versuchsfelde in Grignon gemacht worden sind. Es ist werthvoll, dass diese wichtige Frage gegenwärtig von den verschiedensten Seiten aufge- nommen ist; und so ist zu hoffen, dass darüber bald, sowohl über die That- sachen als über die zu Grunde liegenden Ursachen im praktisch wirth- schaftlichen Interesse eine grössere Klarheit erzielt werde. Besonders bemerkenswerth ist der hohe Stickstoffverlust in Folge mehr- jähriger Cultur von Futtermais in einem Boden, welcher vorhergehend Lu- zerne getragen hatte. Vier Parzellen (Nr. 35, 37, 42, 48) waren von 1876 bis 1881 jährlich mit Futtermais besetzt, mit der Ausnahme, dass Nr. 48 im letzten Jahre Runkelrüben trug. Die Vorfrucht 1875 war misslungen. Nur in den 3 Jahren 1875, 76 u. 77 wurde Dünger in erheblichen Mengen gegeben, und zwar: Nr. 35 jährlich 80 000 kg Stalldung p. ha „ 42 „ 1 200 „ Chilisalpeter „ „ 48 „ 1 200 „ Schwefels. Ammon. „ „ 37 blieb überhaupt ungedüngt, während in den Jahren 1878 bis 1881 jede Düngung vermieden wurde und die Culturpflanzen in diesen 4 Jahren also auf alte Düngerrcste und auf die natürliche Fruchtbarkeit des Bodens angewiesen waren. 1875 waren verschiedene Bodenproben der Oberkrume entnommen und hatten 2,04 g N p. kg Boden ergeben. Die bei den 1878 und 1881 geraachten Stickstoff- bestimmungen haben nachstehende Zahlen p. kg Boden geliefert: 1878 1881 Nr. 3!} jediingt mit Stalldung 2,01 1,68 Nr. 42 gedüngt mit Chilisalpeter 1,79 1,45 Nr. 48 gedüngt mit Schwefels.- Aramoniak 1,88 1,62 Ungedüngt 1,67 1,45 Also der Boden, welcher 1875 = 2,04 g Stickstoff p. kg gehabt hatte, war in seinem Gehalte daran durch 6 Futterraaisernten heruntergegangen ») Compt. reiid. 1883. XCVII. S. 240. «) Annales agrouom. 1882. VIII. S 321—356. 35 auf 1,45 g p. kg Boden und dieselbe Quantität enthielt 1881 auch die Parzelle, welche in den 3 ersten Jahren zusammen 3600 kg Chilisalpeter empfangen hatte. Das schwefelsaure Ammon ist etwas besser erhalten ge- blieben, die mit Stalldung gedüngte Parcelle hat davon am meisten Stickstoff verloren. Der Stickstoffverlust des Bodens wird zu V^ des vorhandenen Stickstoffs angenommen werden können. Bezeichnet A den ursprünglich im Boden vorhandenen Stickstoff, E den Stickstoffgehalt des Düngers, R den Stickstoff der Ernten in der betr. Periode, und S den Stickstoffgehalt des Bodens am Ende des Versuchs und berechnet man den Stickstoff der Ernten nach den gemachten Bestim- mungen (in Futtermais 17 ^jo Trockensubstanz und darin 1,4 '*/o N), sowie den gesammten Bodenstickstoff (p. ha zu 35 cm Tiefe = 3850 Tonnen (ä 1000 k) Bodengewicht), so ergiebt sich an Stickstoffverlust im Jahre 1878, also für die erste Versuchsperiode 35, Parz. mit Stalldünger. . 42, „ ., Chilisalpeter 48. .. „ Schwefels.-Am- moniak . , . 87, ., „ üngedüngt A 7854 + 78.^)4 -|- 78.54 78.54 + + E 1200 — 576 — 756 — — K (451 (334 (293 (289 + S Verlust 7738) =z 865 kg 6891) = 1205 „ 7238) = 1079 .. 6429) = 1136 „ 1881 stellt sich das Exempel wie folgt (Runkelrübe mit berechnet, zu 48 im'j. 1881 = 20 000 kg Stalldung gegeben. A ;{5 7738 42 6891 48 7238 37 6429 Der Stickstoffverlust beträgt jährlich 1875—78 739 486 410 431 jährlich 1878-82 S 6468 5582 6237 5582 zusammen Verlust 531 kg 823 „ 591 „ 416 „ bei 35 288 kg 132 kg = 1396 kg „ 42 401 „ 205 „ ^ = 2028 „ „ 48 359 „ 148 „ = 1670 „ „ 37 379 „ 104 „ '= 1552 „ Zieht man für die 3 Jahre 1875 — 77 den Stickstoffgehalt der ohne Düngung erzielten Ernten (289 kg) von den in Düngung erhaltenen Stick- stofferträgen ab: in Stalldünger 451 kg in Chilisalpeter 334 „ in Schwefels.- Ammoniak . . 293 „ so bleibt zu Gunsten der Düngerwirkung ein Ueberschuss bei Stalldünger = 162 kg N = 13,5^/0 des Düngerstickstoffs Chilisalpeter = 45 „ „ = 7,7 „ „ „ Schwefels.-Ammoniak . . = 4 „ „ = 0,5 „ „ „ Der Stickstoff der löslichen Salze hat sich also viel weniger wirksam erwiesen, als derjenige des Stalldungs. In einem andern Versuche wurden bei gleichen Düngungsverhältnissen 1875—1879 jährlich Kartoffeln gebaut, 1880 und 1881 Weizen und betrug der Ngehalt des Bodens pro kg: 3* 36 Bodeu, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger, Stalldung CMlisalpeter Schwefel S.- Ammoniak Ungedüngt 1878 1881 2,08 g 1,69 „ 1,78 g 1,67 „ 1,74 g 1,54 „ 1,74 g 1,69 „ Das Gesammtgewicht der geernteten Kartoffeln in den 3 Jaliren 1875 — 77 betrug bei jährlich 80 000 kg Stalldünger = 84 400 kg „ „ 1 200 „ Chilisalpeter = 71 280 „ „ „ 1 200 „ Schwefels.-Ammoniak . . :^ 64 480 „ Ungedüngt = 61 520 „ und es ergiebt sich bei 24% Trockensubstanz der Kartoffeln und 1,4% N in der Trockensubstanz, wie oben aufgestellt, nachstehende Gleichung für den N-verlust. A -f E — (B + S) = Verl. kg bei Stalldünger 7854 -j- 1200 — 320 + 8008 = 726 „ Chilisalpeter 7854 -j- 576 — 269 -|- 6853 = 1308 „ Schwefelsäure-Ammoniak 7854 -f 756 — 245 -{- 6699 = 1666 Ungedüngt 7854 -j- — 233 -f 6699 = 922 Genützt sind über den Stickstoffertrag in ungedüngt hinausgeliend von dem Dünger - Stickstoff bei Stalldung = 7,5 % Chilisalpeter = 6,3 %, Schwefels. Ammoniak :=: 1,5 7o- Die Zahlen sind in einiger Vollständigkeit mitgetheilt, weil sie manche Seiten des Wirthschaftsbetriebes gut zu illustriren im Stande sind, wenn auch nicht zu leugnen ist, dass die Düngerverwendung im rationellen Be- triebe als eine viel zu hohe zu bezeichnen und dadurch die hohen Stick- stoffverluste zum Theil erklärt werden müssen. Der N Verlust beti'ägt: von 1875—78 von 1878—82 jährlich kg Bei Stalldünger. . . 242 Chilisalpeter . . . . 436 Schwefels. Ammon. . 555 Ungedüngt .... 307 Von Interesse ist diesen Verlusten an Stickstoff im Boden gegenüber der Gewinn daran durch Anbau von Esparsette. Nachdem auf einem Theile des Versuchsfeldes 1875. 76 und 77 Runkelrüben und 1878 Futtermais gebaut war, und der Slickstoffgehalt des Bodens dadurch auf 1,501 g p. kg Boden bei Stalldung, 1,504 g „ „ „ Chilisalpeter, 1,509 g „ „ „ Schwefels. Ammon., 1,462 g „ „ „ ungedüngt herunter gegangen war, wurde 1879 bis 1881 Esparsette cultivirt, und der Stickstoffgehalt war in Folge dessen gestiegen auf den Stalldünger Parc. auf 1,65 g p. kg Boden Chilisalpeter „ „ 1,52 g „ „ Schwefels. Ammon. „ „ 1,56 g ,, „ Ungedüngt „ „ 1,50 g „ „ zusammen kg kg 305 1949 38 1461 139 2225 h9 883 Boden. 37 Ausserdem waren indessen noch in den 3 Jahren geerntet zusammen Stalldünger Parc. = 26010 kg. Esparsetteheu ä 2 % N .=: 520,2 kg N Chilisalpeter „ = 20446 „ „ ä 2 "/o N = 408,9 kg N Schwefels. Aramon „ =12885,, „ ä 2 o/o N = 257,7 kg N üngedüngt „ = 17690 „ „ ä 2 o/o N = 353,8 kg N Rechnet man hinzu die Differenz des Bodenstickstoffs, so ergicbt sich nach- stehender Gewinn an Stickstoff: Gewinn an N Stalldünger Parc. -f 6352 — 5778 = 1094 kg Chilisalpeter „ -j- 5852 - 5790 = 451 kg Schwefels. Ammou, „ -j- ^006 — 5809 = 454 kg Üngedüngt „ -j- 5775 — 5628 = 500 kg Im Boden des Untergrundes wurde bei Rüben- und Maiscultur 1875 — 79 und Esparsettecultur 1879 — 81 auf 1 kg. Boden gefunden: 1879 1881 Stalldünger . . Parc. 0,620 g 0,828 g Desgl „ 0,640 g 0,712 g üngedüngt , . „ 0,790 g 0,727 g Chilisalpeter. . „ 0,610 g 0,708 g Desgl. ... „ 0,535 g 0,647 g In der N abnähme im nächsten Untergrund kann deshalb die Bereicherung der Oberkrumc durch die Esparsette nicht gesucht werden. Es sind anschliessend auch noch Bestimmungen über den Gehalt des oberen Bodens an Kohlenstoff bei den verschiedenen Düngungen und Cul- turen gemacht worden und ist die Vergleichung derselben mit den Zahlen für den Ngehalt von besonderem Interesse, da die nahe Beziehung des letzteren zu dem Gehalte an organischen Stoffen dadurch erwiesen wird. Kohlenstoffgehalt in organischer Form auf 1 kg Boden. Parcelle mit Dünger Stalldünger . . Üngedüngt . . Chilisalpetcr . Schwefels. Ammon Stalldünger . . . üngedüngt Chilisalpeter . . . Schwefels. Ammon Stalldünger . . Desgl üngedüngt . . . Chilisalpeter . . . Desgl Cultur Mais Kartoffeln, dann Weizen Esparsette 1878 16,7 15,2 13,2 15,2 21,3 16,2 14,6 17,0 1879 14,4 10,4 13,1 12,3 13,0 13,8 12,9 13,7 12,0 1881 8,0 7,6 6,1 7,1 8,8 11,4 13,0 13,3 12,8 12,1 Der Verfasser schliesst seinen Artikel mit der Bemerkung, dass die Bereicherung eines Bodens an Stickstoff Hand in Hand geht mit der Ver- mehrung der organischen Stoffe darin und dass die Verarmung von Stick- stoff in gleicher Weise verknüpft ist mit dem Verschwinden der kohlen- stoffhaltigen organischen Stoffe des Bodens. P. P. Deherain^) macht Mittheilung über den Gewinn des Bodens ') Annales agronom. 1883. IX. S. 56 ff. OB Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. an Stickstoffvcrbiuduugeu nach Untersuchungen von Agathou auf dem Ver- suchsfeldc zu Grignon. Bei einer Hackfruchtrotation mit Futtermais, Kartoffeln, Weizen und Runkelrüben war von demselben früher nachgewiesen, dass der Boden von 1875—1881 von 3 g auf etwa 1,5 g p. kg im Stickstoffgehaft abge- nommen hatte. Agathen fand, dass die Fruchtfolge 1870 Weizen, 1871 Brache, 1872 Weizen, 1873 Runkelrüben, ged. ,mit 56200 kg Stalldung p. ha, 1874 Hafer 1875—78 Luzerne, 1879 Weizen, 1880 Hafer, 1881 Wicken und Erbsen mit 47800 kg Stalldung p. ha, 1882 Weizen nachstehenden Erfolg hatte: das Versuchsfeld enthielt vor dem Versuche in 2 Proben 2,04 und 2,02 g Stickstoff p. kg Boden, nach dem Versuche als Mittel von 13 Bestimmungen 2,48 g p. kg Boden (niedrigste Zahl = 2,45 g, höchste = 2,56 g). Das Feld hat also etwa um 0,45 g Stickstoff' p. kg Boden zugenommen oder, wenn der Boden p. ha 3 850 ÜOO kg wiegt, um 1732 g p. ha. In der Düngung von zusammen 104 000 kg Stalldung hat der Boden p. ha 520 kg Stickstoff zugeführt erhalten, derselbe hat indessen in den genannten 12 Jahren 11 Ernten geliefert, welche sicher mehr Stick- stoff als der zugeführte Dünger enthalten haben. Es hat hier also eine entschiedene Bereicherung des oberen Bodens sattgefunden, welche wahr- scheinlich durch den Luzernebau wesentlich bceinflusst ist. bestimmun- Die Herren Lawes u. Gilbert i) berichten in der chemischen Section Boden" ^'^^' Versammlung der American Association for the Advancement of Science zu Montreal (August 1882) über Stickstoffbestimmungen in einigen Boden- arten der Versuchsfelder von Rothamsted und über die Frage der Stick- stoffquellen unserer Culturpflanzen. Der nach manchen Seiten bemerkens- werthe Bericht verbreitet sich über die Abnahme der Stickstofferträge in den Ernten bei den verschiedensten Culturpflanzen in Folge mangelnder Stickstoffdüngung in über 30jährigen Feldversuchen und über die in Luft und Boden zur Verfügung stehenden Stickstoffquellen der Pflanzen, wobei sich namentlich einige Leguminoseupflanzen auszeichneten. So gab Bokhara- klee (Melilotus alba) in an Stickstoff erschöpftem Boden in fünfjährigem Durchschnitt noch 80 — 90 englische Pfund N p. acre in der Jahresernte. Aus den sehr zahlreichen analytischen Ergebnissen müssen hier nament- lich die Bestimmungen über den Stickstoffgehalt des Bodens bei verschie- denen Culturen und Düngungen ihren Platz finden. (Siehe die Tabelle auf S. 39). Bei 40 jährigem Anbau von Wurzelfrüchten (1843—82, 3 Jahre Gerste) fand man 1870 im trocknen Oberboden (9 Zoll) im ungedüngten Boden 0,0852 *'/o N mit Mineraldünger gedüngt im Mittel . . 0,0896 „ „ 2) Determinations of nitrogen in the Solls of some of the Experimental Fields at Rothamsted etc. London, Harrison and Sodb, St. Martin« Lane. 1883. Boden. 39 Broadbalk Field Solls, Stickstoffgehalt in der trockenen Dammerde bis zu 9 Zoll Tiefe in Procenten. Anbau Weizen seit 39 Jahren unausgesetzt (1843/44 bis 1881/82 incl.). Gedüngt jährlich p. acre. Stickstofif 1865 /o 1881 fo Seit 1843/44 ungedüngt Gemischter Mineraldünger Gemischter Mineraldüng. u. 86 Pfd. N als Ammoniaksalz Gemischter Mineraldünger u. 86 Pfd. N als Chilisalpeter 86 Pfd. N als Ammoniaksalz (seit 184 5) N als Ammoniaksalz und Superphosphat . . N als Ammoniaksalz, Superphosphat u. Glau- bersalz N als Ammoniaksalz, Superphosphat u. schwe- felsaures Kali 86 86 86 0,1090 0,1119 0,1230 0,1232 0,1108 0,1171 0,1208 0,1206 0,1045 0,1012 0,1264 0,1253 0,1074 0,1164 0,1202 0,1245 Stickstoffgehalt in der trockenenDammerde bis 9 Zoll Tiefe bei Sljähr. Anbau v. Gerste Gedüngt nur mit Mineraldünger 1868 0,1202 1882 0/oN 0,1124 Bei mehr als 30jährigen Versuchen einerseits mit fortgesetztem Anbau von Rothklee, andererseits dem Wechsel von Brache, Weizen und sofort ergab 1881 im Mittel der Bestimmung die Oberkrume des Rothkleebodens . . . 0,1061 % N „ „ „ Brache-Weizenlandes . 0,0955 „ „ Nach 6 Kornernten, in künstlichem Dünger gewachsen, wurde ein Feld 1873 halb mit Klee (im vorhergehenden Jahr gesäet) und halb mit Gerste bebaut und enthielt die Ernte per acre und annum bei Klee . 151,3 Pfd.' N „ Gerste. 37,3 „ „ Die nach Klee folgende Gerste ergab 1874 in der Ernte 69,4 Pfd. N, die nach der Gerste folgende Gerste in demselben Jahre 39,1 Pfd. N per acre und annum. Die im Herbst 1873 nach der Ernte entnommenen Bodenarten ergaben in der 9 zölligen Dammerde beim Rothkleeland 0,1566 7o N, beim Gersten- land nur 0,1416 o/o N, obwohl in lezterem Falle durch die Ernte nur viel weniger an N entnommen war. Von besonderem Interesse ist die vergleichende Untersuchung auf den Gehalt an Salpetersäure in 6 verschiedenen Tiefen des Bodens beim Anbau des tief wurzelnden Bokharaklees und des weniger tief wurzelnden Weiss- klees. Die nach Schlösings Methode bestimmte Salpetersäure wurde ge- funden in einer Million Theilen trocknen Bodens: (Siehe die Tabelle auf S. 40.) Es wird angenommen, dass der Boden des Bokharaklees bei seiner tiefen kräftigen Bewurzelung 540 tons mehr Wasser verloren habe als der Weisskleeboden. Wie energisch die Nitrification stickstoffhaltiger Stoffe im Boden vor 40 Boden, "Wasser, Atmosphäre, Pflanze. Dünger. Boden von Melilotus alba Weisskleo Oberste 9 Zoll .... Zweite 9 „ .... Dritte 9 „ .... Vierte 9 „ .... Fünfte 9 „ .... Sechste 9 „ .... 1,28 0,36 0,21 0,33 0,28 0,55 3,24 1,10 0,66 1,03 1,46 1,77 sich geht, ergab die Untersuchung über den Gehalt des Drainwassers an Salpetersäure bei 6 Jahre hindurch unbebautem und ungedüngtem Land, Es wurde darin vom 1. Sept. 1877 bis 31. August 1881 im Durchschnitt jährlich per acre gegen 43 Pfund N in Form von Salpetersäure gefunden, wovon nicht mehr als etwa 5 Pfd. aus dem Regen und aus der Atmo- sphäre zugeführt angenommen werden. Im Versuchsweizenfeld fand man in Bodenproben 2 Monate nach der Ernte 1881 entnommen N in Form von Salpetersäure: In einer Million Theilen trockenen Bodens: Stickstoff als Salpetersäure bei Mineral- u. Animo- niaksalz- düngung bei Mineral- u. Chilisal- peterdüng. bei CMli- salpeter- düngung beständig ungedüngt Oberste 9 Zweite 9 Dritte 9 Zoll 8,95 4,17 2,07 7,73 3,69 2,98 6,38 7,43 6,44 3,80 1,94 1,00 pe r acre Pfd. Kd. rfd. Pfd. Oberste 9 Zoll 22,8 19,7 16,3 9,7 Zweite 9 11 11,3 10,0 20,1 5,2 Dritte 9 55 5,8 8,3 18,0 2,8 Total 39,9 38,0 54,4 17,7 Im Herbst 1878 wurden Bestimmungen über den Gehalt an N als Salpetersäure im Boden des Versuchsfeldes bis zu 18 Zoll Tiefe gemacht und ergaben davon per acre: Nach Brache „ Bohnen Bei Super- phosphat- düngung Pfd. 36,3 10,6 25,7 Bei Mineral- u. N haltiger Düngung Pfd. 48,8 20,5 28,3 Differenz Proben des ungedüngten , abwechselnd mit Weizen und Brache be- stellten Feldes ergaben bis zu gleicher Tiefe Boden. 41 nach Brache. „ Bohnen 33,7 Pfd. N als Salpetersäure p. acre "^y^ 11 11 11 11 !•) Differenz 31,1 Pfd. N als Salpetersäure p. acrc. Zwei Felder, welche in regelmässigem Turnus gedüngt und geerutet waren, ergaben nach vorhergehender Brache im Herbst 1881 per acre an Stickstoff als Salpetersäure bis zu 27 Zoll Tiefe: Pfd. pr. acre Claycroft field . . . 58,8 Foster's field . . . 56,5 Anschliessend wurde noch Boden permanenten Graslandes, welches seit 20 Jahren per acre und Jahr ohne Dünger im Durchschnitt 33,0 Pfund, mit ausschliesslich Mineraldünger (incl. Kali) 55,6 Pfund Stickstoff ergeben hatte, auf den Stickstoffgehalt untersucht und ergab an N 1870 7o 1876 7o 1878 7o Uugcdüngt . . . Ged. ra. Min.-Düng. 0,2517 0,2466 0,2236 0,2246 Differenz — 0,0230 — Um zu beweisen, wie sehr Röthklee auch den Bodenstickstoff in An- spruch nimmt, wurde der Boden von einem sehr reichen Küchengartenfeld, auf welchem von 1854 bis 1879 Rothklee gebaut wurde, 1857 und 1879 untersucht und ders. ergab im trockenen Boden bis 9 Zoll Tiefe 1857 .... 0,5095 «/o N 1879 im Mittel . 0,3634 "/o N Differenz also = 0,1461 7o N oder in 21 Jahren per acre 2732 Pfd. oder jährlich 130 Pfd. N Verlust. Am Schlüsse wird in der sowohl für Pflanzencultur wie Betriebs- wirthschaft interessanten Darstellung noch auf den hohen Gehalt an N in amerikanischen gegenüber englischen Bodenarten aufmerksam gemacht. Im trockenen Boden ergab sich hiernach: Prairie-Boden von Illinois von Voelcker, Oberkrume . 0,33 % ^ Ders. Oberkr. u. Untergr. gemischt 0,25 „ „ Prairie-Boden 60 engl. Meilen von Winnipeg, einige Jahre cultivirt 0,2471 „ „ Desgl. 140 Meilen von Winnipeg (Saskatchewandistrict) ganz kurze Zeit cultivirt 0,3027 „ „ Jungfräulicher Boden 40 Meilen vom Fort Ellis . . . 0,2500 „ „ Diese in Illinois und im Northwest-Territorium Nordamerikas vorkom- menden Bodenarten können als zweimal so reich angenommen werden, als der durchschnittliche Ackerboden in Rothamsted und Grossbritannien. Sie entsprechen im Stickstoffgehalt mehr dem Gehalte des englischen permanenten Weidelandes. In dem erschöpften Versuchs- Weizenfeld in Rothamsted mit wahrscheinlich nur halb so hohem Gehalt an Stickstoff ursprünglich wurde in 39jährigen Culturen erzielt: In den ersten 8 Jahren 17V2 Busheis „ „ nächsten 15 „ 15^4 „ „ „ letzten 15 „ llVs » im Durchschnitt von 28 „ 14 „ p. acrc jährlich und wird der Uebergang zu vortheilhaftereu Culturen in Amerika in der 42 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. ersten Zeit mit einem Opfer au der Fruchtbarkeit des Bodens erkauft werden müssen. T.%L°p^e?e?^ J- ß- Lawes, J. H. Gilbert und R. Warrington i) berichten im An- säure vor- Schlüsse an frühere Untersuchungen weiter über den in Form von Salpeter- suckatoff säure vorhandenen Stickstoff im Boden und Untergrund einiger Felder von m Boden. Rothamstcd. Indem sowohl der durch Auslaugen aus dem Boden und Untergrund bei verschiedenen Culturen und Düngungen zu extrahirende Nitrat-Stickstoff", sowie der in das Drainwasser übergehende untersucht war, so wird hier ein vergleichendes Bild sowohl über das der Vegetation zur Verfügung stehende bez. Stickstoffmaterial wie über das durch die Vege- tation genutzte und zum Theil auch das verloren gegangene gewonnen. So ergab das „Agdell-Field" in Bodenproben gesammelt Ende September 1878 Nitrat-Stickstoff Pfund per acre Oberste 9 Zoll Zweite Dritte 9 ZoU 9 ZoU Total Brache (bei voller Düngung) Bohnen „ „ „ Brache bei Superphosphatdüngung . . . Bohnen „ ,, .... 30,0 12,1 22,3 7,2 18,8 8,4 14,0 3,3 nicht enlD. desgl. desgl. desgl. 48,8 20,5 36,3 10,6 Dasselbe Feld bei Proben am 8. September 1882 entnommen. Brache bei voller Düngung i 40,1 Klee ., „ „ 11,4 14,3 4,8 5,5 3,4 59,9 19,6 Das „Ho OS Field", Proben gesammelt am 28. September 1878. Brache in ungedüngtem Land Weizen „ „ „ 28,5 2,6 5,2 Spur eutü. 33,7 2,6 Dasselbe Feld, Proben gesammelt am 29. März 1881. Weizen in ungedüngtem Land Klee, Düngung Superphosphat und Alkalien 7,5 12,3 3,6 8,4 3,4 18,2 14,5 38,9 Wenn der Sommer trocken gewesen ist , so sind die Nitrate näher der Oberfläche, nach viel Regen finden sie sich in tieferem Niveau. In 3 Bodenarten von Rothamsted fand man bei guter Cultur bis 27 Zoll Tiefe 56,5, 58,8 und 59,9 Pfd. Nitrat-Stickstoff p. acre, unter Be- rücksichtigung des Drainageverlusts steigert sich der Betrag bis 80 Pfd., während in armem Boden die Nitratproductiou während der Brache viel geringer ist. In erschöpftem 4 Jahre ungeerntetem Land des Gascroft Field waren in der Tiefe von 6 Fuss sehr kleine Quantitäten von Nitraten und es scheint möglich, dass in dem mit Wasser gesättigten Untergi-und ein Theil der Nitrate durch chemische Reduction zerstört ist. Die Resultate ergeben, dass bei Halmfrüchten, welche keinen Ueber- ») Journal of the royal agricult. soc. of Engl. Vol. XIX. — S. S. Part. II u. Separ. Albdr. London, 1883. Boden. 43 schuss von Nhaltigem Düugcr erhalten haben, nur sehr kleine Mengen Ni- trate während des Sommers in den oberen Boden liegen bleiben, da sie durch die Frucht in Anspruch genommen werden. Wenn Regen nach der Ernte und besonders nach dem Pflügen eintritt, geht eine erhebliche Nitrat- bilduDg vor sich, auch während des Winters schreitet die Nitratbildung langsam fort. Nach dem Frühjahr und Sommer hin verschwinden die gebildeten Nitrate dann wieder in Folge der Vegetation, Die gefundene Nitratmenge steht in bestimmter Beziehung zur Höhe der vorhergehenden Ernte. Alte stickstoff- haltige Stoffe werden langsamer oxydirt und in Pflanzennahrung übergeführt als die frischen Reste der Ernten und des organischen Düngers. In den Bodenarten des Hoos Gerstefeldes, aufgenommen im März 1882 bis zu 27 Zoll Tiefe, waren die Nitrate durch den Herbst- und Winter- regen vertheilt und fanden sich in den obersten, zweiten u. dritten 9 Zollen im Verhältniss wie 100 : 102 : 88. Ungedüngtes Land dieses Feldes enthielt 15,7 Pfd. Nitrat-Stickstoff p. acre, bei nur Mineraldüngung im Mittel 20,1 Pfd., bei 200 Pfd. Ammoniak- salz oder 275 Pfd. Chilisalpeter p. acre, mit oder ohne Mineraldünger, im Mittel 23,3 Pfd. Die Düngung von 1000 Pfd. Rapskuchen mit oder ohne Mineraldünger ergab im Mittel ^:= 30,1 Pfd. Nitratstickstoff, 14 tons Stall- dünger = 44,1 Pfd. Rapskuchen und Stalldüngerreste trugen wesentlich zur Nitratproduction bei, die geringeren Rückstände der Gerstenpflanze i»ii- dessen weniger als die des Weizens. Die Untersuchung des Bodens, welcher Klee und Bohnen trägt, ergiebt deutlich die Assimilation der Nitrate durch diese Leguminosenpflanzen, während andererseits die grosse Stickstoflmenge hoher Leguminosenernten durch die im Boden gefundene Salpetersäure allein nicht erklärt werden kann. Es bleibt deshalb eine offene Frage, worauf beruht die Fähigkeit dieser Leguminosenpflanzen, den Boden-Stickstoff in einer Form des Vor- kommens und der Vertheilung noch auszunutzen, wie es den Cerealien nicht möglich ist. Die Stickstoffverluste nach dem Untergrund hin sind als grösser anzunehmen, wie es durch den Gehalt des Drainagewassers auch bei 60 Zoll Tiefe des Drains angezeigt wird. R. Warington^) stellt einige analytische Thatsachen über die Um- ^g^'ks^toff? Setzung N-haltiger Stoffe im Boden in einem Vortrage im Süd-Kensington- haitiger Museum vom 16. April 1883 zusammen, welche wegen ihrer Beziehung zur Boden."" Bodenwirthschaft ein besonderes Literesse in Anspruch nehmen. Es gehört dazu namentlich der Einfluss verschiedener Düngermengen, viele Jahre hin- durch zu Weizen und zu Gerste verwendet, auf den Gehalt des Bodens an Stickstoff, Kohlenstoff und Nitraten. (Siehe die beiden Tabellen auf S. 44.) Anschliessend wird noch eine Tabelle über Menge des Drainwassers und den Gehalt desselben an Nitrat-Stickstoff in den verschiedenen Monaten nach 6jährigem Durchschnitt mitgetheilt, welche den verschiedenen Grad der Nitrificationsprocesse im Boden deutlich characterisirt. (Siehe die Tabelle auf S. 45.) 1) On some of the Changes which nitrogenous matter undergoes within the soll. London, 1883. 44 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Tabelle über die zu Weizen 30 Jahre hindurch jährlich ver- wendete Düngermenge sowie die durchschnittlich erzielte Korn- und Stroh-Production und über den Gehalt des Bodens an Stickstoff, Kohlenstoff und Nitraten am Ende dieser Periode. Ungedüngt Gemischter Mineraldünger 400 Pfund Ammoniak- salz Gcmischtor Mineraldünger und 200 Pfd. Ammoniaksalz Gemischter Mineraldünger und 400 Pfd. Ammoniaksalz 14 tons Stalldünger Jährliche Production an Korn und Stroh p. Acre 1852 — 81: Pfd. 2227 Pfd. 2394 Pfd. 3450 Pfd. 3954 Pfd. 5710 Pfd. 5695 Stickstoff-Procente in den obersten 9 Zoll des Bodens Octob. 1881: 0,092 0,098 0,103 0,111 0,121 0,184 Kohlenstoff-Procente in den obersten 9 Zoll des Bodens Octob. 1881: 1,010 1,033 1,095 1,205 1,267 2,132 Stickstoff als Nitrat in den obersten 27 Zoll des Bodens p. Acre Oct. 1881: Pfd. (engl.) 16,3 Pfd. 25,1 Pfd. 33,8 Pfd. 29,4 Pfd. 40,1 Pfd. 51,8 Jährliche Düngung und durchschnittliche Production an Gerste in 30jähr. Kultur. Gehalt des Bodens an Stickstoff, Kohlen- stoff und Nitraten am Ende dieser Periode. Ungedüngt 31/2 Ctr. Superphosphat 200 Pfd. Ammoniaksalz 31/2 Cti-. Superphosphat und 200 Pfd. Ammoniaksalz 1000 Pfund Kapskuchen 14 tons Stalldung Jährliche Korn- und Strohproduction p. Acre 1852 — 81: Pfd. (engl.) 2150 Pfd. 2604 Pfd. 3609 Pfd. 5368 Pfd. 5243 Pfd. 6040 Stickstoff-Procente in den obersten 9 Zoll des Bodens März 1882: 0,093 0,090 0,090 0,102 0,123 0,211 Kohlenstoff-Procente in den obersten 9 Zoll des Bodens März 1882: , 1,021 0,957 1,026 1,060 1,327 2,486 Stickstoff als Nitrat p. Acre in den obersten 29 Zoll des Bodens März 1882: Pfd. 16,9 Pfd. 19,2 Pfd. 22,9 Pfd. 27,6 Pfd. 32,1 Pfd. 45,5 Boden. 45 Tabelle über den Gehalt an Nitrat-Stickstoff im Dränagewasser zu Rotliamsted bei ungedüngtem Brachfeld. Mittel von 6 Jahren, 1877—83. Eegen- fall Dränagewasser Ni trat-Stickatt )ff p. Million Wasser p. Acre der der bei der bei der Zoll (engl.) 20 Zoll tiefen Dräns Zoll 60 Zoll tiefen Dräns Zoll der 20 Zoll tiefen Dränage der 60 Zoll tiefen Dränage 20 Zoll tiefen Dränage Pfd.(engl.) 60 Zoll tiefen Dränage Pfd. Januar .... 1,86 1,53 1,59 7,9 10,0 2,72 3,59 Februar ,3,10 2,91 2,61 7,2 8,8 4,76 5,22 März . 1,32 0,43 0,51 6,1 9,3 0,58 1,07 April . 2,57 1,05 1,19 8,4 9,1 2,00 2,45 Mai 2,58 0,65 0,69 10,5 11,7 ],54 1,83 Juni 2,84 0,68 0,68 9,0 10,5 1,39 1,61 Juli . 2,88 0,64 0,58 16,2 14,1 2,32 1,85 August 3,85 1,55 1,37 15,6 14,0 5,57 4,33 September 2,74 1,14 1,02 17,0 13,3 4,37 3,08 October . 3,55 2,31 2,10 13,3 11,7 6,96 5,59 November 3,39 2,54 2,40 11,1 11,5 6,36 6,22 December 2,64 2,18 2,17 7,9 10,5 3,92 5,07 Jahr . . 33,32 17,61 16,91 10,7 10,9 42,49 41,91 Vierteljährliche Zusammenstellung. Januar — März . . April — Juni . . . Juli — September . October — December 6,28 4,87 4,71 7,3 9,3 8,06 7,99 2,38 2,56 9,1 10,1 4,93 9,47 3,33 2,97 16,3 13,8 12,26 i 9,58 7,03 6,67 10,8 11,2 17,24 1 9,88 5,89 9,26 16,88 H. Hellriegel 1) veröffentlicht zahlreiche Versuche und Untersuchungen Be- über die Beziehungen der Pflanze zum Boden, namentlich mit Bezug auf /er pflanz" Wassergehalt und Wärme, wie sie 1858 — 1873 an der agriculturchemischen ^"^ Boden. Versuchsstation Dahme unter seiner Leitung ausgeführt sind. Auf das um- fangreiche bedeutsame Werk, dessen Bearbeitung und Herausgabe seit lange vermisst worden ist, muss an dieser Stelle besonders aufmerksam gemacht werden, wenn es auch nicht möglich ist, über Einzelnes daraus besonders zu berichten. Die Versuche beziehen sich grossentheils auf Topfculturen, weiche zu ihrer Zeit grosse Beachtung gefunden und in der Totalität ihrer Disposition wie in der Vielseitigkeit der Begründung und Ausführung als musterhaft bezeichnet werden müssen. Sie verdienen deshalb in allen Kreisen, welche sich wissenschaftlich und praktisch mit Bodencultur be- schäftigen, eingehend bekannt zu werden. Und wie diese Versuche für die richtige Beurtheilung der Bodenfrage nach chemischer und physikalischer Seite von grossem Einflüsse gewesen sind, so ist die Darstellung derselben. ^) Beitrüge zu den naturwissenschaftlichen Grundlagen des Ackerbaus mit be- sonderer Berücksichtigung der agriculturchemischen Methode der Sandcultur. Braunschweig, 1883. 796 S. 4g Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. in welche hoffentlich bald auch die chemische Seite eingeschlossen wird, auch für die Zukunft als eine der anregendsten und fruchtbringendsten Quellen zur Förderung tüchtiger Bodenkenntniss und rationeller Bodencultur zu bezeichnen. Einfluss der E. Wollny^) thcilt im Anschlüsse an frühere Veröffentlichungen weitere deck^^u.^Be- Untersuchungen mit über den Einfluss der Pflanzendecke und der Beschattung auf d1"phf- ^"^ ^^® physikalischen Eigenschaften des Bodens, zunächst auf die Boden- 3ikaiischen tempcratur, welche dadurch in hohem Grade beeinflusst wird. 8chaffen''deB „Der vou lebenden krautartigen Pflanzen oder mit abgestorbenen Bodens, ^^pflanzenthcilen (Blätter, Stroh, Dünger, Holz u. s. w.) bedeckte Boden ist „während der wärmeren Jahreszeit kälter, während der kälteren wärmer als „der kahle Boden unter sonst gleichen Verhältnissen." „Die Temperaturschwankungen sind im bewachsenen oder mit abge- „storbenen Pflanzentheilen bedeckten Boden bedeutend geringer als im „brachliegenden." „Von den verschiedenen Culturen sind dafür hauptsächlich der Ent- „wickelungsgrad der beschattenden Organe und die Standdichte der Pflanzen „massgebend." Eintiuss der E. Wolluy^) veröffentlicht Versuchc über den Einfluss der Exposition de^'^Bodens dcs BodcHS auf dcsscn Fouchtigkeitsverhältuisse (Versuchsort München, T^Juchug- Begenfall =^ 812 mm p. a.). Die Nordabdachuug ist danach die am meisten keit. feuchte, dann folgt W., hierauf 0., während die S.-Abdachung den geringsten Wassergehalt hat. Bei trockenen Ostwinden sinkt der Wassergehalt des O.hangs unter den des S.hangs. Durch Pflanzendecke werden die Unter- schiede im Wassergehalt vergrössert. Ebene Lage hat weniger Wasser als N.hang, jedoch mehr als die übrigen Abdachungen. Bei N.-S.-Richtung der Beete sind die Unterschiede in den Feuchtigkeitsverhältnissen geringer als bei O.-W.-Ptichtung derselben. Relatives F. Waguer^) verbreitet sich in einer längeren Abhandlung auf Grund- leitungTver- l^gc zahlreicher Versuche über das relative Wärmeleitungsvermögen ver- mögen ver- gchiedener Bodenarten, Die mitgetheilten Zahlen ergeben, dass Quarz die Bodenarten. Wärme am bestou leitet, dann folgt in absteigender Reihe das Eisenoxyd- hydrat, der kohlensaure Kalk, der Thon (Kaolin) und am schlechtesten pflanzt der Humus die Wärme fort. Die Wärmeleitungsfähigkeit nimmt mit dichterer Aneinanderlagerung der Bodcntheilchen und im trockenen Boden mit der Zunahme der Grösse der Bodenpartikel zu. Das Wasser steigert dieselbe erheblich. Die Bewegung der Wärme von oben nach unten wie von unten jiach oben ist im Humus am langsamsten, im Quarzsand am schnellsten. Literatur. Fr. Pf äff: Versuche, die absolute Härte der Mineralien zu bestimmen. (Sitz.- Berichte Akad. d. Wiss. München 188;i. 8. .55 ff. Siehe auch daselbst S. 372 ff) Robrbach: üebcr die Verwendbarkeit einer Baryumquecksilberjoclidlösung zu petrographischen Zwecken. (Neues Jahrbuch für Min. Geol. u. Pal. 1883. II. S. 186 ff.) >) Forschungen auf dorn Gebiete der Agriculturpbysik 1883. VI. S. 197—2.50. '») Ibid. S. 377 ff ») Ibid. S. 1—51. Boden. A 5 M :cS u 3 h »- CO u 3 CS 1 a <5 .2 a> TS C3 u w Anmerkung Luznicer 1 Flusswasser j 87,00 34,00 - 6,52 2,57 ' — 22,31 2,34 3,0 r Opalisirte \ schwach Teichwasser \ „Zavadilka" / 119,50 41,50 4,02 10,30 6,88 — 16,22 — 31,90 9,24 4,2 (Das Wasser hatie leine gelbl. Farbe Quellwasser \ „u. SV. Auny"> an der Strasse] 165,00 25,00 11,00 14,69 7,79 — 5,64 — 46,25 15,856,64 jRein, klar, lohne Geruch. Quellwasser \^ „Hruskovsky"/ 115.00 7.00 15,80 16,80 6,85 — 35,50 14,85 3,83 iReiu, ohne l üeru(!h 'Quellwasser l, „Horky" i 132,50 15,50 9,20 17,62 5,24 — — — 32,60 18,73 5,2 ( Opalisirte l schwach Quellwasser | ans d. Walde } „Pintovka" j 199.80 39,80 10,90 10,20 7,6 — 6,86 — 60,00 19,88 7 99 / Opalisirte l schwach Bruunenwas- 1 ser von der \ Neustadt „u. 210,00 52,00 14.82 16,05 10,20 Spuren 28,40 Spureu 42,30 13,62 .5,80 f Opalisirte l stark Andula'" J Quellwasser 1 unter d. Jor-r dauteicbe J 455,00 120,00 11,02 19,88 39,59 )> 56,72 j? 126.90 36,03 12.98 Klar Brunnenwas-^ ser im (harten ' der alten Ta- ( bakfabrik 8:3(J,00 300,00 9,93 49,77 91,23 bedeutend Reactiou 101,44 " 122,90 60,28 14.00 pVasser rein,nacb ■j Regen opalisitees l immer slarii Die Wasser von Tabor und Umgebung sind im Allgemeinen als weiche Wasser anzusprechen. Von den untersuchten Wassern eignet sich nach dem Verfasser nur das Quellwasser aus dem Pintovka - Walde, das Quell- wasser „u. SV. Aunj'" an der Strasse, und etwa noch das Hruskover Wasser gut als Trinkwasser-, die übrigen Wasser verurtheilt der Verfasser und hält sie nicht als Trinkwasser für crapfehlenswerth. Wir können uns diesem Urtheil nur in Bezug auf das Teichwasser „Zavadilka" anschliessen, von welchem Wasser gesagt wird, dass es selbst nach dem Filtriren immer trübe und gelblich gefärbt ist, einen üblen Geruch liat, lebendige niedere Organismen enthält u. beim Stehen einen gelben Schlamm von unangenehmen Geruch absetzt. Von den übrigen untersuchten Wassern fehlen Angaben über den mi- kroskopischen und sonstigen Befund und aus den Resultaten der chemischen 1) Zpriiva IIospodäfskücheniickL'm vyzkumncm i'istavu v Täbofe etc. podävä Frant. Farsk^-. Bericht der laudwirthschaftlich -chemischen Versuchs -Station in Tabor, herausgegelfen von Franz Farsky. Tabor 1883. Verlag der landwirthschaft- licheu Schule. Wasser. 53 Untersuchung allein, die wir z. B. für günstig halten, kann man wohl nicht ohne Weiteres die Wasser in gesundheitlicher Beziehung für schädlich erklären. 2) Mineralwasser. A. Orlowskyi) hat die Mineralwasser von Slawinks untersucht. Sla- ^j^'J^jy^^^j. Winks, welches 3 Werst nördlich von der polnischen Gouvernementsstadt ^a^ser von Lublin liegt, hat zwei zu den besten eisenhaltigen Mineralwässern gehörende Quellen, die eine constante Temperatur von 9,5 " besitzen. Die grosse Quelle oder „Bolschoi" wird zu Bädern benutzt, während das Wasser der Quelle „Kasimir" meist zum Trinken dient. In 1000 Theilen Wasser fanden sich folgende Bestandtheile: Bolschoi Kasimir Gesammtrückstand 0,439590 0,414660 Kaliumoxyd .... 0,003297 0,010574 Natriumoxvd . . . 0,011143 0,003336 Calciumoxyd . . . 0,136823 0,125485 Magnesiumoxyd . . 0,033164 0,032977 Eisenoxydul .... 0,018168 0,015459 Manganoxydul . . . 0,000442 0,000430 Alurainiumoxyd . . 0,001904 0,001784 Chlor 0,005561 0,004588 Phosphorsäure . . . 0,002622 0,001462 Schwefelsäure . . . 0,008042 0,008051 Kieselsäure .... 0,038044 0,034647 Borsäure .... Spuren Spuren Kohlensäure . . . 0,355459 0.334956 Organische Stoffe . . 0,024976 0,029976 Methan 0,001334 0,003761 Stickstoff .... 0,000198 0,000166 Die specifischen Gewichte der Wasser waren 1,000933 u. 1,000802 Die Wasser dieser beiden Quellen nähern sich sowohl hinsichtlich ihrer Zusammensetzung als auch ihrer Wirkung am meisten dem Mineralwasser von Spaa Bouchon. A. Kalecsinszkyä) untersuchte das Wasser der eisenhaltigen Quelle, welche V^ Meile von Rosenau im Komitat Gömör in Ungarn sich befindet mit folgenden Resultaten. In 10 000 Thln. Wasser finden sich in Grammen: Kohlensaures Natrium .... 0,5479 „ Calcium .... 0,4444 „ Magnesium . . . 0,5062 Eisen 0,2762 „ Mangan . . . . 0,0265 Kieselsäurehydrat 0,2059 Schwefelsaures Calcium . . . . 0,0730 Chlorkaliura 0,0273 Chlornatrium 0,0245 ») In der russ. phys.-chem. Gesellsch. 1883. 1. 75 a. d. Ber. d. deutsch-cbem. Ge8, 1883. XVI. S. 978. ^) Zeitschr. d. ungar. geol. Gesellsch. 13. öeparatabdruck. Zugammen- getzung des Mineral- wassers der eisenhal- tigen Quelle y. Bosenau. 54 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Aluminhyclroxyd 0,0052 Jodverbinduagen und organ. Stoffe Spuren Freie und halbgeb. CO2 . . . . 2,6937 Summe der gelössten Bestandtheile 4,8308 Das Wasser ist schwach sauer, schmeckt stark nach Eisen; seine Tem- peratur schwaulit zwischen 13 und 14" C. bei 20 — 25'' Lufttemperatur; das spec. Gewicht beträgt 1,00023. B^e'tzuu°'Teg TerreiP) hat das Wasser des in einer Tiefe von 502 m crbohrteu Mineral- Und durch Kohleusäurcdruck bis mehrere Meter über die OberHäche spru- ^Monuoud" c^elntie" Miueralbrunnens von Montroud (Loire) untersucht und in 1 1 ge- funden : CO2 freie 0,015600 g = 7,9 ccm CO2 gebundene .... 0,036600 „ Naa 0,025700 „ CaO 0,000560,, MgO 0,000360,, FeO 0,000190 „ Cl 0,000650,, P2 O5 0,000008 „ As2 O5 0,000005 „ - Si02 0,000640 „ K2 0, Li2 0, AI2 O3 u. SO3. Spuren „ Organ. N freie Substanz . 0,000150 „ ^mletau* J. Lefort^) hat das Wasser der Mineralquelle von Heucheloup, (ein Wassers von Dorf 12 km von Mirecourt und 25 km von Epinal im Departement Vosges) Heucheloup, ^gjpjjg im Jahre 1750 entdeckt wurde, untersucht. Die Quelle liefert in der Minute 200 1 Wasser von 1 2 <> C. und 1 I enthält in Grammen: Freie Kohlensäure . . . 0,0413 Calciumsulfat 1,3387 Magnesiumsulfat .... 0,1540 Natriumsulfat 0,5356 Kaliumsulfat 0,0267 Strontiumsulfat .... 0,0044 Lithiumsulfat Spuren Ammonsulfat „ Calciumcarbonat .... 0,3030 Eisencarbonat 0,0020 Chlornatrium 0,0068 Aluminsilikat 0,0220 Organ. Substanz und Verlust 0,0905 2,5250 chemiiche M. Ballo^) hat das Wasser des Victoriabrunnens zu Ofen untersucht chSu"\"es und in 1000 Theilen gefunden: °r^a-Bmer°' Magucsiumsulfat 32,2800 Wassers. Natriumsulfat 20,9540 *) Compt. rend. 96, ö. 1581, aus dem Berichte der deutsch - ehem. Gesellsch. 1883. S. 1691. 2) Journ. d. Pharm, e. chim. 8. S. 14 a. ehem. Centralbl. 1883. S. 569. ä) Pharm. Zeitschr. f, Russland 1883. XXII. S. 68. Waeser. 55 Kaliumsulfat 0,3105 Calciumcarbonat 1,6020 Natriumcarbonat 0,4980 Natriumchlorid 2,2431 Aluminiumoxyd 0,0229 Kieselsäure 0,0444 Phospborsäure Spuren Halbgebundene und freie Kohlensäure 0,3889 Direct wurden im Liter 58,156 g fixe Bestandtheile gefunden. Bei 17^ R. hatte das Wasser ein spec. Gew. von 1,05362. Im Vergleich mit andern Bitterwassern stellt der Verfasser folgende Tabelle auf. In 1000 Gramm sind enthalten in der Feste Bestandtheile Bittersalz Ofner Victoriaquelle . . 58,05 32,38 „ Räköczy .... 53,53 23,06 „ Franz Josef . . . 52,29 24,78 „ Hunyady Janos . 41,73 18,44 „ Elisabeth .... 26,29 8,04 Im PüUnaer Bitterwasser 32,72 12,12 „ Saidschützer . . . 23,21 10,96 A. Theegarten^) hat das Wasser der heissen Quelle zu Sophia unter- untersu- sucht und Mittheilungen über mehrere Mineralquellen Bulgariens gemacht, wasse^s der Die heisse Schwefelquelle findet sich inmitten der Stadt Sophia; das Wasser q^ue^Te^der derselben entströmt aus 7 Fontänen und hat eine Temperatur von 46 bis stadtbäder 47,5 <*C. bei einer Lufttemperatur von 3 " C. im Februar und 26'' C. im und Bemer- Juni. In 24 Stunden liefern die Fontänen 176 000 1 Wasser, dessen spec. ^,"^°«e M*iQe- Gew. bei 26 ''C. 1,0022 beträgt. Die Bestandtheile des Wassers in 1000 g J-aJi^eUen gruppirt der Verfasser wie folgt: " ganem. Chlorkalium 0,00324 Chlornatrium 0,01180 Chlormagnesium .... ,0,00161 Brommagnesium .... 0,00103 Schwefelsaures Natron . . 0,06722 Schwefelsaurer Kalk . . 0,00513 Kohlensaures Natron . . 0,12579 Kohlensaurer Kalk . . . 0,00536 Kieselsäure 0,04200 Gebundene Kohlensäure 0,05457 Freie „ . 0,06600 Schwefelwasserstoff . . . 0,02890 Mit Ausschluss der freien Gase fand der Verfasser als Gesammtgehalt an festen Bestandtheilen 0,26318 g. im 1. Nach dem geringen Gehalt des Wassers an Salzen und nach der An- wesenheit von Schwefelwasserstoff ergiebt sich, dass das Wasser der heissen Quelle Sophia's zu den indifferenten Schwefelthermen zu zählen ist. Der Verfasser verbreitet sich am Schlüsse noch über die Wirkung und Heilerfolge des Wassers. Bulgarien ist äusserst reich an heissen, warmen und kalten Mineral- Pharm. Zeitschr. f. Russland 1883. XXII. S. 818. Kg Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. quellen, deren Wasser nocli nicht untci'sucht sind. Su befindet sich z. B. 7 km von Sophia eine lauwarme Quelle im Dorfe Kujaschewo; eine andere warme Quelle findet sich in gleicher Entfernung von Sophia in dem Dorfe Jukari-Banja oder Gornja-Banja. 15 km östlich von Sophia ist eine kalte Quelle, Woinesch genannt, welche ebenfalls Schwefelwasserstofi" enthält und reicher an Salzen ist, als die heisse Quelle zu Sophia. 20 km von Sophia erwähnt der Verfasser noch einer heissen Quelle und deren Schlamm im Dorfe Banki. Chemische xh. Polcck^j Veröffentlicht die Untersuchungsresultate und Belege über- der chemischen Analyse des Oberbrunnens zu Flinsberg in Schlesien. Wir FihTsbe'ig In entnehmen der Brochüre das Nachstehende: Flinsberg im Quaisthal, 500 m Schlesien, ü^er der Nordsee, am nördlichen Abhänge der Tafelfichte, des höchsten Punktes des schlesischen Iserkammes, besitzt mehrere Eisensäuerlinge, von denen der Oberbrunner bereits 1572 als „heiliger Brunnen" bekannt war. 1875 wurde 7 m oberhalb der alten Quelle eine neue aufgedeckt und da sich das Wasser davon mit dem der alten gleich zusammengesetzt erwies, wurden beide Quellen durch einen Canal vereinigt. Der Wasserzufluss der nunmehrigen Quellenfassung wird auf mehr als 1000 1 in der Stunde ge- schätzt. Die Temperatur des Wassers beträgt 7*^ bei 14,5" C. Luft- temperatur. Das frisch geschöpfte Wasser ist klar, perlt stark durch reichliche Kohlensäure-Entwicklung und ist von prickelndem, stark eisenhaftem Ge- schmack. Die im Wasser gelösten Gase bestanden nur aus Kohlensäure. Bei der Analyse des Wassers wurden im Allgemeinen die von Fre- senius eingeführten und bewährten Methoden befolgt. Unter Berechnung der Carbonate als Bicarbonate (HNaCOa) und sämmtlicher Salze ohne Krystallwasser fand der Verf. nachstehende Zu- sammensetzung des Wassers vom Oberbruunen zu Flinsberg in 1000 g: Chlorkalium . . . 0,00258 g Chlornatrium . . 0,00614 „ Kaliumsulfat. . . 0,01041 „ Natrium-Bicarbonat 0,07374 „ Lithium- „ 0,00185 „ Ammon- „ 0,00172 „ Calcium- „ 0,15629 „ Magnesium- „ 0,12595 „ Eisen- „ 0,03744 „ Mangan- „ 0,00103 „ Aluminphosphat . . 0,00087 „ Kieselsäure . . . 0,03995 „ Titansäure . . . 0,00026 „ Summa 0,45823 g Kohlensäure, halbgebunden 0,22064 g „ freie 2,54326 „ Summe sämmtlicher Bestandtheile 3,22213 g In unwägbarer Menge waren vorhanden folgende Bestandtheile: Jod, Bor, Arsen, Antimon, Zinn, Nickel, Kupfer, Wismuth, Baryum u. Strontium. ') „Chemische Analyse des Oberbrunnens zu Flinsberg in Schlesien." Breslau. Mariischke u. Berendt. 1883. Wasser, g^ Der Quellabsatz, ein rother Ocker, welcher sich in den Wasserleitungs- röhren der Quelle absetzt, enthielt lufttrocken in !00 Theilen; Wasser, bei 120 " entwichen, . 32,150% Eisenoxyd 43,750 „ Calcium-Carboiiat 0,570 „ Maguesium-Carbonat .... 0,300 „ Baryumsulfat ' . 0,0 1 4 „ Mangan 0,027 „ Nickel 0,003 „ Kupfer 0,015 „ Wismuth 0,003 „ Phosphorsäurc 1,430 „ Kieselsäure 3,160 „ Titansäure 1,130 „ Unlöslicher Rückstand, Sand etc. 7,860 % Glühverlust 7,350 „ Aluminium nicht best. 99,762 7o~" Der Oberbrunnen zu Flinsberg ist demnach ein reiner Eisensäuerling mit geringem Gehalt an anderen festen Bestandtheilen und einem grossen Reichthum an freier Kohlensäure. Besonders interessant ist die vielleicht zum ersten Male in einer Mineralquelle quantitativ bestimmte Titan säure 0,00269 g in 101 Wasser. Der Quellabsatz enthält bedeutende Mengen von Titausäure, über 3 7o, deren Vorkommen sich in ungezwungener Weise auf die Eisentitanate, die Iserine des Iserkammes, an dessen Fuss die Quelle entspringt, zurück- führen lässt. Spuren von Titansäure sind bis jetzt gefunden: Im Karlsbader Sprudel, in den Absätzen der Mineralquelle von Pyrmont und einem eisenhaltigen Mineralwasser von Neyrai, Dep. d'Ardeche. 3) Untersuchungen, Verhalten und Reinigung anderer Wasser, Regenwasser, Drainwasser, Rieselwasser, Canalisations- wasser etc. A. Houzeau^) berichtet über die Ursachen, welche den Ammoniak- ^^Jg^ch^en gehalt der Regenwasser beinflussen, dass die Regenwasser im Sonnenlicht weiche den schnell Ammoniak verlieren, dass ferner auf den Ammoniakgehalt die Regen- gehaiTder menge von Einfluss ist. Je geringer die Regenmenge, desto reicher an ^^gf^'^^fg- Ammoniak ist das Regenwasser. (Neu ist die letztere Thatsache nicht, und eiuflussen. dass der Ammoniakgehalt der Regenwasser im Sonnenlicht schnell abnimmt, kann doch wohl nur auf der Erwärmung des Wassers beruhen. Der Ref.) uuter- H. Byasson^) hat die Wässer einiger Flüsse und Quellen aus dem wa8se°/ein1- Centralgebiete der französischen Pyrenäen untersucht. Im Allgemeinen ^n^- ^^l^c^ntrl^- halten die Flüsse und kalten Quellen aus dem Centralgebiete der Pyrenäen ßebiete der einen geringen und veränderlichen Mineralgehalt. Die an Mineralsalzen „äen. ärmsten Wässer sind die aus den granitreichsten Thälern. Alle Wasser sind lithionhaltig; vorheiTSchend ist in den Wässern der kohlensaure Kalk und Natriumsilicat, während Sulfate und Chloride weniger reichlich auf- 1) Corapt. rend. 96. 259. 2) Journ. d. pharm, chim. 1883. Bb. 7. S. 54. 68 Boden, Wseser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. treten. Die Schwefelwässer derselben Gegend unterscheiden sich nicht allein durch ihren Schwefclgchalt und ilire Terai)eratur, sondern auch durch den höheren Reichthum und die Natur der darin enthaltenen Salze, welche hauptsächlich alkalische Sulfate, Chloride und Silicate sind. In folgender Tabelle sind die Resultate der untersuchten Wässer, bez. der Gehalt derselben pro 1 in g zusammengestellt': ^ Sta o 3 «3 C2? \cß B 3 rt S aS 0,0907 0,0441 Spuren 0,0110 0,0137 0,0101 0,0103 Spuren O.OO-fiO 9 0,0923 0,0.508 Spuren 0,0104 0,0115 0,0122 0,0071 Spuren 0,06.53 0,0029 Spuren 0,0131 0,0071 0,0106 0,003.5 Spuren 0,0393 0,0114 Spuren 0,0010 0,0049 0,0058 0,0029 Spuren 0,0070 0,0090 0,0040 9 4 4 0,0730 0,0307 Spuren 0,0132 0,0102 0,0073 0,0055 Spuren 0,0070 7 0,1640 0,0718 Spuren 0,0301 0,0471 0,0028 0,0040 Spuren 0.0026 16 0,0900 0,0406 Spuren 0,0202 0,0072 0,0105 0,0068 0,0051 Spuren 0,0010 8 0,1186 0,0518 Spuren 0,0045 0,0007 0,0289 0,0214 0,0023 0,0031 0,0012 Spuren 0,0038 9 0,1300 0,0617 Spuren 0,0305 0,0253 0,0025 0,0033 Spuren 0.0060 15 0,0920 0,0423 Spuren 0,0201 0,0178 0,0017 0,0029 Spuren 0,0070 10 Gesammtrückstaud . Calciumcarbouat . . Magnesiumcarbouat Eisencarbonat . . Lithiumcarbonat . . Natriumsilicat . . Calciumsulfat . . . Natriumsulfat . . . Aluminiumsulfat . . Natriumchlorid . . Kalisalze .... Ammousalze u. orga- nische Substanzen Hydrotimetergrad Tem^lratur'^ I'^ den letzten 36 Jahren sind in England ^) interessante Beobachtungen "me'n^e^a^'f^^^®^ die Beziehungen zwischen Temperatur und Regenfall (namentlich der die Weizen- Monate JuH uud August) und der Weizenernte gemacht worden. Aus den- ®'''*®' selben zieht der Verf. (A. v. T.) zunächst als allgemeine Regel den Satz, dass warme Witterung im Juli und August selbst bis dahin in Beschaffen- heit geringe Bestände noch wesentlich zu kräftigen vermag, während um- gekehrt auch die bis Ende Juni versprecheudsten Bestände doch unbefrie- digende Erträge ergeben, wenn die Temperatur im Juli und August die erforderliche Höhe nicht erreicht. Die Richtigkeit dieser Regel sucht der Verf. durch eine tabellarische Uebersicht über die Verhältnisse der letzten 36 Jahre nachzuweisen und gelangt durch seine Beobachtungen schliesslich zu folgendem Gesammt- resume: Vorausgesetzt, dass die Ernte nicht schon vorher so weit ge- schädigt ist, dass vollständige Wiederherstellung unmöglich wird, dass also die Bestände Anfangs Juli versprechend sind, so wird bei über Mittel- teraperatur in den Monaten Juli und August immer eine Uebermittelernte gewiss sein, sofern dieselbe nicht durch ausserordentliche Verhältnisse re- ducirt wird. Von diesen letzteren gehören Rcgenfall und Stürme zu den verderblichsten, sonst aber scheint es nicht, dass Regen bei warmer Wit- terung die quantitativen Erträge sehr beeinträchtigt, obschon die Qualität darunter leiden mag und das Einbringen der Ernte erschwert wird. Da- gegen ist es in England, so gut auch die Bestände bis Ende Juni stehen mögen, in keinem Falle möglich, Uebermittelerträge zu erzielen, wenn die Durchschnittstemperatur im Juli und August unter mittel steht; hieran wird >) Der Landwirth. 1883. S. 291. 1883. S. 432. a. d. Ceutralbl. für Agricultur -Chemie, Wasser. kq auch nichts geändert, wenn die Witterung sonst hell und klar ist, obwohl in diesem Falle die Qualität gut ausfallen kann. Gesellt sich dagegen zu niederer Temperatur im Juli und August noch Regen, so resultiren die schlechtesten Ernten, wie vorzüglich auch immer die Bestände zu Anfang Juli gewesen sein mögen. Lawes, Gilbert und Warington^) haben die atmosphärischen ^^'^^^'^*®'^- ' o / r sucnuDgen Niederschläge zu Rothamsted von Neuem auf Ammoniak, Chlor und Schwefel- der Rogen- säure untersucht und sind dabei zu nachstehenden Resultaten gelangt: Ammoniak, 1) 152 Analysen von Regen, Schnee, Thau etc., die täglichen Samm- y^hwefei-^ lungen vom 22. Juni 1881 bis 5. Januar 1882 darstellend, ergaben eine saure. Höhe von 0,248 Stickstoff als Ammoniak per Million Theile Wasser. Die Unterschiede, welche bemerkt wurden, bewegten sich zwischen 5,491 und 0,043. Die Gehalte waren von der Menge Ammoniak, welches die Luft enthielt und von der Quantität des Regens abhängig. Die kleinere Regen- menge enthielt in grösserem Verhältniss Ammoniak. 2) Analyse von Regen zweier Jahre von frischen monatlichen Mischungen gaben eine Höhe von 0,316 Stickstoff als Ammoniak per Million Theile Wasser. Analysen von 50 monatlichen Mischungen, eine ziemliche Anzahl davon alt, gaben eine Mittelzahl von 0,340. Beim Aufbewahren des Re- gens wächst gewöhnlich der Ammoniakgehalt. Der Regen im Sommer ist gewöhnlich reicher an Ammoniak, als der Regen im Winter. 3) Der Stickstoff als Ammoniak, welcher jährlich auf 1 Acre fällt, be- rechnet von den täglichen Bestimmungen von 6 Monaten, beträgt 2,374 Pfd. Von den Analysen frischer monatlicher Mischungen während zweier Jahre 2,466 Pfd. engl.; von den Analysen von 50 monatl. Mischungen, wovon viele davon alt, beträgt 2,662 Pfd. Der Stickstoff" als Salpetersäure beträgt nach Franklands u. Ways Resultaten ungefähr 1,0 Pfd per Acre und der Stick- stoff als organische Substanz eine gleiche Menge. Der Gesammtstickstoff im jährlichen Regenfalle zu Rothamsted würde sonach 4,5 Pfd. per Acre betragen. 4) Sechsjährige Untersuchungen des Regens auf Chlor haben 1,99 Th. per Million Theile Wasser oder 14,92 Pfd. ,= 24,59 Pfd. von reinem Kochsalz per acre ergeben. Zwei Drittel des Chlors fallen in den 6 Winter- monaten von October bis März. Die kleinste Menge fällt im Juli, die grösste im October und November. 5) Die Bestimmungen von Schwefelsäure in dem Regen zweier Jahre haben im Mittel 2,41 Theile (als Anhydrid berechnet) per Million Wasser oder 18,5 Pfd. per acre und Jahr ergeben. Die Schwefelsäure findet sich im Winter und Sommer beinahe in gleicher Menge vor. Pagnoul hat an der landw. Versuchsstation zu Arras Untersuchungen unter- 5^ Buchungen von Regen-, Fluss-, Quell- und industriellen Wässern in den Jahren 1876 von Regen-, — 1880 ausgeführt, worüber H. Pellet 2) berichtet. Die Wiedergabe der ^i'^^g^^^^d umfangreichen Zahlentabellen ist unthunlich. Wir verweisen daher hinsieht- ^^^^^^^ lieh der Details auf das Original. 0. Schmidt-^) hat die Wasser von 5 Brunnen der Kara-Kum-Sand- y "*"■„. _ . ,yY 11 • \ sucnuug aes Wüste untersucht. Die 5 Brunnen liegen an der von Fort Irgis (Uralskoje) waasers von 5 Brunnen d. Kara- Kum- 1) Journ. of the Royal Agricultural Society of Engl. Vol. XIX. S. S. Part sandwuste. IL 1883. 2; „Revue des Industries chimiques et agricoles" 1882. S. 577. ») Pharmac. Zeitschr, 1883. Bd. XXII. ö. 98 als Separatabdruck aus dem „Bulletin de l'Academie imperiale de scientes de St. Petersbourg". T. XI. 60 Bodeu, Wasser, Atmosphäre, Pflauze, Dünger. 48 29' n. Br. SO« 54' ö. L. vou Pulkowa, zur Poststation Karatugai 45'' 41' u. Br. 33" 33' ö. L. von Pulkowa am Ssyr-Darja führeudeu pro- jectirten Strecke der Orciiburg-Fcrghaua-Bahn. Das Wasser aus dem ßrumicn Ssarü-Ssai-Bulak, zwischen Terekli und Tschit-Irgis war trüb, opalisireud und hatte einen schwarzgrauen flockigen Bodensatz. Es roch nach Schwefelwasserstoff. Das Wasser aus dem Brunnen Murun-Kuduk war schwach gelblich, geruchlos und hatte einen geringen Bodensatz, grüne Conferven, Proto- coccus und Diatomeen. Die andern Wasser, das Wasser aus dem Brunnen Burmasch, das Wasser des Flüsschens Aschtsche-Ssai, rechtsseitigen Nebenflusses des Irgis, sowie das Wasser des wasserreichen Kara-Bulak-Brunnens zwischen Dschalawli und Ssarü-Ssai-Bulak, waren klar, hatten geringen Bodensatz abgesetzt und rochen schwach nach Schwefelwasserstoff. Der Verf. gruppirt nach seinen Untersuchungen die Bestandthcile der Wasser in 1 Mill. g in folgender Weise: 1. 2. 3. 4. 5. Ssarii-Ssai Murun- Bumiasch Aschtsche- Kara- Bulak Kuduk Ssai-Bach Bulak Kaliumsulfat .... 27,2 85,9 135,3 42,3 26,3 Natriumsulfat .... 709,5 365,2 391,4 423,3 — Calciumsulfat .... 437,2 — — — 614,0 Chlornatrium .... — 315,2 316,6 711,8 15,5 Chlormagnesium . . . 118,8 — — — Calciumsulfhydrür . . . 47,1 — — — — Natriurasulfhydrür . . . — 2,7 33,1 23,1 11.2 Natriumbicarbonat . . — 750,9 431,2 125,4 96,4 Calciumbicarbonat . . — 113,8 381,6 113,7 314,2 Magnesiumbicarbonat . . 61,4 55,0 202,26 55,4 69,4 Summa d. Min.-Bestandt. 1401,2 1688,6 1891,8 1495,0 1147,0 Aus dieser Zusammenstellung ergibt sich: 1) Dass das Wasser Ssarü-Ssai-Bulak fast ein reines Gyps- und Glauber- salzwasser ist, worin neben einigen andern Salzen, wahrscheinlich durch Reductionswirkung der Diatomeen etc. aus dem Gyps Calcium- sulfhydrür gebildet wurde. 2) Die Brunnenwasser Murun-Kuduk und Burmasch enthalten haupt- sächlich Kochsalz, Glaubersalz und Soda, während 3) das Wasser des Aschtsche-Ssai-Baches doppelt soviel Kochsalz und etwas mehr Glaubersalz, als die beiden vorerwähnten Brunnen ent- hält und 4) der wasserreiche Kara-Bulak-Brunuen weitaus überwiegend Glaubersalz enthält. Das Natriurasulfhydrür in den Brunnen 2 bis 5 ist wahrscheinlich nicht als solches im frischen Wasser, sondern Reductionsproduct des Glauber- salzes durch die in Zersetzung begriffenen Zellpflanzen, ueber das 0. Petterssou^) gibt in „Vega expedition IP' in einer Abhandlung Wasser des •' " n ^ sibirisch«]! Meerei. i) Berl. Ber. 1883. S. 2534. "Wasser. 61 unter dem Titel „Contributions to tlie H3'drography of the Siberiaii Sea" eine Zusammenstellung von zahlreichen Temperatur- und Salzgehalts- Bestimmungeu des Wassers der nördlichen Meere, welche während Norden- skjöld's Expedition 1878 — 79 gemacht wurden. Auch vollständige Anal)'sen von Wasser aus verschiedenen Theilen und Tiefen des Meeres, sowie von Salzwasser, welches auf dem Eise bei — 32^ C. gesammelt wurde, werden mitgetheilt. Ein solches Salzwassar, welches frei von Schneekrystallen war, enthielt in Procenten : 0,2787 K2O 8,2247 NaäO 1,9168 MgO 0,4644 CaO 0,1508 SO3 13,1980 Cl4-Br. Weitere Details finden sich in der inhaltsreichen Abhandlung a. a. 0. H. de Varigny und P. Bert*) haben den Einfluss studirt, welchen Einfluas die Salze des Meerwassers auf die Süsswasserthiere ausüben und der Ursache wa's* era^auf nachgeforscht, welche den Tod der Süsswasserthiere im Meciwasser und der "^^^g^er- Meeresthiere im Süsswasser heibeiführt. Die Untersuchungen haben die thiere u. a. Thatsache festgestellt, dass die tüdtliche Wirkung, welche das Meerwasser aurd.'^Me" auf Süsswasserthiere ausübt, nicht auf die darin enthaltenen Sulfate, sondern '^^ä*'^^^"- auf die Chloride zurückzuführen ist. Der Tod der Salzwasserthiere wird durch das Felden der Chlorverbindungen, namentlich aber des Chlornatriums herbeigeführt, ja es kann sogar das Kochsalz nicht durch Kalium- und Magnesiumverbindungen ersetzt werden. Die Untersuchungen der Verfif. sind vor Allem für die Naturgeschichte der Wasserthiere in der gegenwärtigen und in früheren geologischen Ei^ochen von wissenschaftlichem Interesse und wir verweisen bezüglich der Details auf das Original. F. Plateau^) theilt bezüglich der gleichen von ihm schon 1870 ein- geführten Untersuchungen mit, dass er zu den nämlichen Resultaten, wie die beiden vorstehenden Verfi. gelangt sei, trotzdem die von ihm ange- wandten Untersuchungsmethoden andere gewesen seien. Die Zeitschrift für das gesammte Brauwesen enthält in No. 8 S. 161 Ueber den 1883 einen Aufsatz aus Brewers' Guardian No. 326 über den Einfluss des wasa"" auf Wassers auf die Bierbrauerei mit Angaben über die Zusammensetzung eng- f'^ ^'®T" o o o brauerei. lischer Brauwasser. C. Schmidt^) berichtet über den Karabasch-See und liefert die Unter- Unter- suchung des Wassers des Balüktü-Kul. Wir entnehmen der Abhandlung wasaerf de» Nachstehendes. ^^^t- In der Kirgisensteppe 80 Werst von Semipalatinsk, 28 Werst S. W. See), von der Poststation Tscheremuchowskaja, liegt der See Karabasch mit einem Flächenraum von 12 Quadrat-Werst, der als ein weisses Mamorfeld er- scheint und aus unregelmässig vieleckigen Platten von 44 bis 90 Qm Ober- fläche krystallisirten Salzes gebildet ist. Das Salz wird von den Kirgisen ge- wonnen. Fünf Werst von diesem Karabasch-See befindet sich der Balüktü- Kul, dessen Wasser salzig ist, hittersalzig schmeckt, farblos und geruchlos ist. Frisch reagirt das Wasser neutral, eingedämpft alkalisch. 1) Compt. rend. 1883. 97 S. 55 u. 97, S. 133. •^) Ibid. S. 467. s) Pharmac. Zeitschrift f. Russland 1883. XXII. S. 49. 62 Bodeu, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dflnger. In nachstehender Tabelle geben wir die Bestandtheile des Balüktü- Kul-Wassers und die Gruppirung der Bestandtheile nach dem Verf. in 1000 Theilen und setzen mit dem Verf. die Elemcntarbestandtheile des Caspi-, Aral-, Kukunor- und Ocean-Wassers zum Vergleich daneben. Elementar-Bestandtheilo des Balüktü-Kul Caspi Aral Kukunoi- Ocean (Mittel) Oruppirung der Bestandtheile dos Balüktü-Kul Chlor Brom Schwefelsäure . . . Kohlensäure der Bi- carbonate . . . Kieselsäure . . . Kalium Natrium . . . . Calcium Magnesium . . . P.,08, Ru, Fe . . Sauerstoffäquivalent 4,3492 0,0030 2,6164 0,163.5 0.0068 0,0370 2,6691 0,60.50 0,.')370 0.r).530 5,440.5 0,0071 2,.5866 (J,0693 0,0024 0,0703 3,1974 0,2965 0,7727 0,0043 0,.5301 3,8335 0,0029 2,7806 0,1347 0,0032 0,0585 2,4562 0.4580 0,5965 0,0040 0.5808 4,2889 0,0039 1,6920 0,8721 0,0098 0,1159 3,2777 0,1896 0,3108 0,0076 0.4780 18,2187 0,0440 2,1481 0,0236 0,(X)8() 0,2889 10,1287 0,3764 1.2336 0,0196 0,4346 Kaliumsulfat . . Natriumsulfat. . Chlornatrium . . Chlorcalcium . . Chlormagnesium Broramagnesiura Magnesium - Bicar- bonicum . . . Kieselsäure . . 0,0824 4.5786 3^0079 1,6777 1,9453 0.0035 0,2378 0,0068 Summe der Mineral bestandtheile . 11.5400 12,9772 10,9089 11,1463 32,9242 11.5400 Das spec. Gewicht des Balüktü-Kul-Wassers bestimmte der Verf. zu 1,00955 bei 18" C. Der See ist sehr fischreich und führt namentlich sehr schmackhafte Kaulbarsche. Das Wasser desselben bildet keine Salzabsätze; von Menschen oder Thieren getrunken bringt es starke Durchfälle hervor, die ohne angemessene Gegenmittel tödtlich werden. ^«samtnen-^ A. Potilitziu tlicilt Aualyscu von, das kaukasische Erdöl begleitendem das Erdöl Wasscr mit. Der Verf. hat das Wasser ans dem Schlammvulkan von den*u!'aus Nabambrcbis und aus der Erdöhiuelle „Blaschebi", welche beide im Gouver- schiamm- nemcnt von Tiflis liegen, mit folgenden Resultaten untersucht: Yulkaueu 03 o -vt , , 1 • ausBtro- iNabambrebis meudeu Wassers. Fester Rückstand nach dem Trocknen bei {^9/^0 qVqo? Chlornatrinm 3,3273 Kohlensaures Natrium 0,0798 Chlorcalcium 0,0648 Chlormagnesium 0,0516 Brommagnesium 0,0092 Jodmagnesium 0,0038 Kohlensaures Magnesium 0,2337 Eisenoxyd 0,0029 Kieselerde 0,0077 Organische Stoffe, allem Anscheine nacli Salze von Fettsäuren, wurden in ganz unbedeutender Menge nur in dem Wasser von Nabambrebis auf- gefunden. Durch vorliegende Analysen wird der vom Verf. schon früher hervorgehobene Umstand bestätigt, dass die das Erdöl begleitenden Wasser ein besonderes Interesse durch ihren reichen Jodgehalt erwecken. Später beschreibt derselbe Verf. ^) die Untersuchung eines Erdölwassers, das im Juli 1880 den in der Ebene von Eldar am rechten Ufer des Jordo Blaschebi 4,2849 4,0948 3,7898 0,0140 0,1046 0,0620 0,0105 0,0341 0,0058 0,0009 0,0020 *) J. d. russ. phys. ehem. Gesellsch. 1883. (1). 179 u. Berichte d. deutsch, ehem. Gesellsch. 1883. S. 1395. -) J. d. russ. phys. ehem. Gesellsch. 1883, S. 388 u Berichte d. deutsch ehem. Gesellsch. 1883. S. 2320. "Wasser. gg gelegenen Fundorten entnommen worden war. Dasselbe befand sich daselbst in einer Vertiefung eines Sandstcinlagers unter einer Schicht dichten Erd- öls und war mit Kohlensäure und Schwefelwasserstoff vollkommen gesättigt. Das schwach alkalische Wasser war vollkommen klar; sein spec. Gew. betrug bei 20" C. 1,0240. Das Wasser enthielt: Fest. Rückstand . 2,7306 % Kohlens. Natrium . 0,2685 „ Chlornatrium . . 0,3691 „ Bromnatrium . 0,0100 „ Jodnatrium . . . 0,0021 „ Kohlens. Magnesium 0,0700 „ Kohlens. Calcium . 0,0500 „ Kieselerde . . . 0,0016 „ Schwefelwasserstoff 0,0016 „ Der Verf. bezeichnet alle Wasser des kaukasischen Erdölbezirks, die durch die Abwesenheit von schwefelsauren Salzen charakterisirt sind, als „Erdöl-Wasser" und zwar unabhängig davon, ob sie allein oder mit Erdöl zusammen angetroffen werden. Die Wasser können in 2 Gruppen getrennt werden-, zur ersten Gruppe müssten die sauren Erdölwasser ge- rechnet werden, die fast ausschliesslich Chloride enthalten; diese finden sich im östlichen Tlieile des Erdölbezirks vorbereitet. Die zweite Gruppe würden die alkalischen Erdölwasser bilden, für die ausser den genannten Chloriden, noch der Gehalt an Jod, Brom und Salzen von Fettsäuren be- zeichnend ist. Der Unterschied in der Zusammensetzung der sauren und alkalischen Erdölwasser steht jedenfalls mit der Menge des Erdöls dieser Gegenden, mit deren geologischem Alter und deren Lagerung in einem be- stimmten Zusammenhang. Nimmt man an, dass der nordwestliche und süd- liche Theil des Erdölbezirks, in welchem sich die alkalischen Wasser vor- finden, vor oder zu Anfang der Tertiärzeit ein flaches Mecrufer bildete, an welches Seepflanzen und Seethiere geworfen wurden, so lässt sich durch das Auslaugen der lezteren der jetzige Brom- und Jodgehalt der Wasser erklären. Das Reichsgesundheitsamt und Prof. F. Tiemann sind von der Mini- unter- sterialcommission für Beaufsichtigung der Berieselungsanlagen der Stadt Berlin ^y°g"g"f ^^' ersucht worden, den Einfluss festzustellen, welchen die über die städtischen Mikroorga- Rieselgüter vertheilte Spüljauche besonders auf die Beschaffenheit des Spree- wassers ausübt. Ueber die zu diesem Zweck augestellten Wasseruntersu- chungen ist seitens des Obengenannten ein Bericht *) erstattet worden, worin eine neue vom Gesundheitsamte zuerst angewandte Methode beschrieben ist, nach welcher die Wasserproben auf entwicklungsfähige Mikroorganismen untersucht worden sind. Wir entnehmen daraus über diese bacterioskopische Untersuchung das Nachstehende. Für die mikroskopische bacteriologische Untersuchung des Wassers wurden bei Entnahme desselben zu 200 ccm in sorgfältig gereinigte, durch heissen Dampf desinficirte, mit ebenso desinficirtem Wattepfropf verschlossene Gefässe gefüllt. Ein Tropfen des stark durchschüttelten Wassers wurde auf ein Deckglas gebracht, letzteres mit dem nach unten gerichteten Tropfen *) Anhang zu den Verhandhingen der deutseben Gesellschaft für öffentliche Gesundheitspflege in Berlin, als Festschrift für die zur X. Versamral. d. deutschen Vereins für öffentliche Gesundheitspflege anwesenden Mitglieder. QA Boden, "Wasser, Atmospliäre, Pflanze, Dünger. auf einen hohlgescliliftenen Objectträger gelegt und bei 100-, dann bei 500- faclier Vergrüsserung durchmustert. Ferner wurden raehi-ere Dcckglüsclieu mit je 1 Tropfen desselben Was- sers versehen und zum Eintrocknen der Flüssigkeit an einem gegen Staub und sonstige Verunreinigung geschützten Oit aufbewahit. Der nach 15 bis 20 Minuten trockene Rückstand wurde mit Methylenblaulösung gefärbt, wiederum getrocknet, in Canadabalsam eingelegt und alsdann bei 500facher Vergrösserung untersucht. Um die Zahl der im Wasser befindlichen entwicklungsfähigen Mikoor- ganismen zu bestimmen, wurde eine durch Vorversuche zu bestimmende Menge Wasser (Yoooo bis 10 Tropfen) mit lOccm verflüssigter Nährgelatine vermischt und sofort auf einer vorher durch Hitze desinficirten Glasplatte ausgebreitet. Diese Manipulation wurde in einem kalten Räume ausgeführt, so dass die Gelatine nach wenigen Minuten wieder erstarrte. Die Platte wurde hierauf in eine feuchte Glocke gelegt und in einem geheizten Zimmer aufbewahrt. In 40 bis 60 Stunden entwickelte sich dann eine der im Wasser enthaltenen Mikroorganismen entsprechende Anzahl von Colonien in Form von mehr oder weniger grossen, verschieden gefärbten, die Gelatine hin und wieder verflüssigenden Punkten und Tropfen. Die zur Eutvvickeluug gekommenen Colonien wuiden bei SOfacher Vergrösserung der Zahl nach bestimmt, dadurch, dass man unter die Glasplatte eine zweite mit einge- ätzten Quadratcentimetern legte. Die Anzahl der Quadratcentimeter, welche die Fläche der ausgebleiteten Gelatineschicht einnahm, wurde mit der er- mittelten Durchschnittszahl der Colonien multiplicirt. Es ergab sich hieraus die Zahl der entwickelungsfähigen Organismen, welche in dem der Gelatine zugesetzten Quantum des zu untersuchenden Wassers enthalten war, so dass daraus die Zahl der in einem Kubikccntimeter dieses Wassers vorhandenen Keime berechnet werden konnte. Die beschriebene Methode giebt zwar in ihrer bisherigen Ausbildung noch kein absolutes Urtheil über die Gcsundhcitsschädlichkeit eines Wassers; eine solche würde sich vielmehr erst klarstellen lassen durch eine Ver- impfung der in den untersuchten Wassern gefundenen Bacterien auf lebende Thiere und Feststellung der eventuellen pathogencn Eigenschaften dieser Bacterien durch eine solche Verimpfung. Es ist aber bekannt, dass überall da sich in der Natur solche niedere organische Wesen ansiedeln, wo or- ganische Substanz vorhanden, bez. wo sich Zersetzungen organischer Sub- stanzen vollziehen. Als ein besonderes Kriterium für die Beurtheilung der Reinheit eines Wassers ist allgemein der Gehalt desselben an gelöster oi-ganischer Substanz anerkannt. Wenn daher ein Wasser viel belebte organisirte und ent- wickelungsfähige Elemente (Bacterien) enthält, so ist zweifellos, dass in demselben auch eine hinreichende Quantität organischer, als Nährsubstanz für diese Wesen dienender Stoffe enthalten sein muss. Es liegt daher nahe, dass der Gehalt an entwickelungsfähigen, organisirten Keimen seiner Zahl nach einen Rückschluss auf den Gehalt eines solchen Wassers an organischer Materie gestattet. Es dürfte von Interesse sein, aus den im Bericht ent- haltenen Versuchszahlen einige hier niitzutheilcn. In 1 ccra der nachgeuannten Wasser befand sich die nebenverzeichnete Anzahl entwickelungsfähiger Keime: Spreewasser in der Stadt Berlin, oberhalb der Panke . . 940 000 unterhalb „ „ . . 1800 000 Wasser. 65 Spreewasser bei Bellevue 4 480 000 „ bei Charlottenburg 10 180 000 Wasserleitungswasser (Tegeler) im Gesundheitsamte . . . 160 — 250 Wasser aus dem Tegeler See 3740 Brunnenwasser aus verschiedenen Berliner Brunnen . . 40 — 60 aber in einigen Fällen 4000 u. 12 000 Wasser aus dem Strahlauer Wasserwerke, unfiltrirt . . 125 000 darunter 125 Gelatine verflüssigende. Dasselbe Wasser nach der Filtration 120 darunter 5 Gelatine verflüssigende. Spüljauche aus dem Druckrohr in Falkenberg, unfiltrirt, enthielt: 38 000 000 Colonien, darunter 980 000, welche die Gelatine verflüssigen. L. Brautlecht^) verfährt behufs mikroskopischer Untersuchung von verfahren Flüssigkeiten, speciell Wasser, auf das Vorhandensein von Mikroorganismen sTopi^chen (Bacterien etc.) in der Weise, dass er in 50 oder 100 ccm Wasser einen ^^^pj^gg^;. in Essigsäure oder. Salzsäure löslichen Niederschlag erzeugt (Thonerde- keiten auf hydrat bei Wasser, Calciumphosphat bei Urin etc.) und diesen in wenig Bestand-* Tropfen der Säuren löst. Sämmtliche vorhandenen Organismen sind so in '''e'i«- wenig Tropfen concentrirt, die man direct nach dem Umschütteln zur mi- kroskopischen Untersuchung verwendet oder aber noch absetzen lässt und nun mittelst einer Glasröhre von dem ja noch stärker concentrirten Boden- satze etwas entnimmt. Um z. B. im Trinkwasser Bacterien aufzufinden, untersucht man zuerst ohne weiteren Zusatz, aber in möglichst dünner Schicht (Absaugen mittelst Fliesspapier), lässt dann seitlich etwas klarfiltrirte Farbstofflösung (Saffranin) zutreten, um deutlicher zu markiren. Versetzt man die zur Lösung des Niederschlags benutzte Essigsäure mit V2 7o Gelatine, so lassen sich sehr gut nach der Methode von Koch und Ehrlich durch Antrocknen auf dem Deckglase. Färben und Einlegen in Canadabalsam Dauerpräparate herstellen, die zu Belegen benutzt werden können. — Dass sämmtliche Lösungen etc., die hierzu Verwendung finden, gut filtrirt und von Staub frei gehalten werden müssen, ist selbstverständlich. Eug. Marchand 2) hat die Methode von Tyndall benutzt, um in tieber die ' , Prüfunff der einem Wasser über dessen Klarheit Aufschluss zu erhalten. Zur Beurtheilung im wasser derselben und seiner Durchsichtigkeit erhält man sichere Resultate, wenn ^fj^Ppg°'^',[g^° man das Wasser in Röhren einschliesst, welche mit einer schwarzen Hülle und zwei Oeffnungen versehen sind. Lässt man durch die eine Oeifnung einen Sonnenstrahl eintreten, während man durch die andere Oeffnung be- obachtet, so werden suspendirte Körperchen, die unter gewöhnlichen Um- ständen unsichtbar bleiben, sichtbar gemacht. In dieser Weise hat der Verf. die Wässer der Landschaft Caux in Frankreich untersucht und immer das constante Vorkommen gewisser kleiner Körperchen gefunden. Diese Kör- perchen sind durchsichtig und besitzen fast das gleiche Lichtbrechungsver- mögen, wie das Wasser. Der Verf. beschreibt diese Körperchen ihrer Form und ihren hauptsächlichsten Eigenschaften nach und giebt an, dass er sie in allen Wässern, selbst in destillirtem Wasser, welches an der Luft gestanden hatte, gefunden hat ; aus der letzteren Thatsache folgt, dass diese ») Rep. f. analyt. Chemie. Bd. 8. S. 106 a. Chem. Centralbl. 1883. S. 314. 2) Compt. rend. 1883. 97. p. 49 a. Chera. Centralbl. 1883. S. 642. Jahresbericht. 1883. 5 gg Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Körperchen auch in der Atmosphäre verbreitet sein müssen. Obgleich diese suspendirten Körperchen einen Durchmesser von 2 mm besitzen, sind sie doch ausserordentlich biegsam, dass sie durch die feinsten Poren gehen, die Nieren passiren und sich im Harn wiederfinden. Unter diesen kleinen Organismen finden sich solche, welche wahrschein- lich bei der Reinigung fauliger organische Substanzen enthaltender Wässer in Berührung mit Luft eine wichtige Rolle spielen. Bekanntlich oxydiren sich die organischen Substanzen dabei und verwandeln sich in Kohlensäure, Ammoniak oder Salpetersäure. Man nahm bisher an, dass dies durch directe Einwirkung des Sauerstoffs der Luft geschieht; der Verf. ist dagegen der Ansicht, dass die Oxydation auf einen Ernährungsact jener Körpercheu zurüclizuführen ist und ist mit Untersuchungen zur Erörterung dieser Frage beschäftigt. Ursache der Alf. Giard^) hat als Ursache der Verderbniss der Wässer der Stadt der Wässer Lille die Cronothrix Kühniana (Rabenhorst) erkannt. Die Fäden dieses der Stadt pjiges beladen sich nach und nach aus dem Wasser mit einem Ueberzug von Eisenoxyd, gehen dann in Fäulniss über und ertheilen dem Wasser einen so unangenehmen Geschmack, dass dasselbe von Thieren, auch von Pferden, nicht angenommen wird. Der Verf. empfiehlt als Mittel zur Hebung des Uebels die Anwendung von Saudfiltern, verunrei- Weiulich^) macht einige interessante Mittheilungen über die Zu- Fiüsse durTh sammensetzung verschiedener Wässer, welche durch die Effluvien aus Kali- Efüuvieu fabriken verunreinigt werden. Das neue Kaliwerk in Ascherslebeu lässt aus Kall- . . , .. . i. tt fabriken. Seine Abwasscr m die Eine, Das Wasser der Eine enthält vor dem Einfliessen der Abwässer in 100 000 Theilen: 14,41 Thle. Kalk, 4,41 „ Magnesia, 9,20 „ Schwefelsäure, 3,51 „ Chlor. Die Abwässer enthalten in 100 000 Theilen; 1 570 Thle. Magnesiumsulfat, 11965 „ Chlormagnesium und 3 334 „ Chlornatrium. Die Eine vereinigt sich mit der Wipper und letztere enthält vor dieser Vereinigung in 100 000 Theilen: 13,17 Thle. Kalk, 4,68 „ Magnesia, 9,27 „ Schwefelsäure, 11,27 „ Chlor. Nach der Vereinigung finden sich in 100 000 Thln. Wipperwasser: 16,46 Thle. Kalk, 211,20 „ Magnesia, 45,32 „ Schwefelsäure, 409,64 „ Chlor. Die Wipper enthält in 100 000 Theilen: ») Compt. read. 95. S. 247. •) Zeitschritt des Verbandes der DampfkesseUiberwachungsvereine. Bd. 6. S. 104. a. Cham. -Ztg. 1883. Wasser. 67 a. einige Meilen ^veiter unten: b. noch weiter unterhalb: 13,16 Tille. Kalk 12,93 Thle. 72,54 „ Magnesia . . . 32,28 „ 30,31 „ Schwefelsäure . 12,36 „ 152,42 „ Chlor .... 63,06 „ In Bezug weiterer Details müssen wir auf das Original verweisen. Man erkennt aus den Resultaten der Untersuchungen, dass die Verunreinigung der Flüsse durch die Effluvien der Kalifabriken einen solchen Umfang an- nehmen können, dass das Wasser, dessen Salze bekanntlich das Krystalli- satiousvermögen des Zuckers hindern, zur Diffusion in den Zuckerfabriken vollständig unbrauchbar wird. Wie unangenehm ein solches Wasser in den Dampfkesseln wirkt, bedarf keiner weiteren Erörterung. L. Dyson^) beschreibt die Methoden der Untersuchung von Gaswasser, unter- wenn man Rücksicht nimmt auf einen Gehalt desselben an Schwefelammonium, ^Gasw^saer^ Ammoniumcarbonat, Chlor, Rhodanverbindung, Ammoniumthiosulfat, Sulfit, resp. Thiocarbonat, Schwefelsäure, Ferrocyan, Cyan und Essigsäure. Das Gaswasser von Leeds hatte ein spec. Gewicht von 1,027 bei 22'' und enthielt in 1 1 in Grammen: Gesammtammoniak 20,45 Gesammtschwefel 3,92 Schwefelammonium (NH4HS) 3,03 Kohlensaures Ammonium 39,16 Chlorammonium 14,23 Rhodanammonium (NH4CNS) 1,80 Schwefelsaures Ammonium 0,19 Ammoniumthiosulfat (XH4)2S2 03) . • . 2,80 Ferrocyanammon ((NH4)6FeCy6) .... 0,41 W. Springt) hat in 5 m langen, durch Glasscheiben verschliessbaren ^®^^,^\^ ^^^ Röhren von 4 cm lichter Weite Versuche über die Färbung verschiedener %va38er8. Wasser angestellt. Während reines destillirtes Wasser, welches nach der Vorschrift von Stas dargestellt war, in solchen Röhren beobachtet reine blaue Färbung beim durchgehenden Lichte zeigte, änderte sich die Färbung, wenn das Wasser organische Stoffe, kohlensauren Kalk, Kieselsäure etc. auf- gelöst oder suspendirt enthielt, in mannigfacher Weise in braun, hellbraun, gelb, grün etc. ab. Aus einer Reihe von Versuchen zieht der Vf. folgende Schlüsse: Ein Lichtstrahl von gegebener Intensität geht durch eine ziemlich dicke Schicht einer Flüssigkeit, in welcher fremde, feste oder flüssige Körper schweben, nicht mehr hindurch. (Wenn das weisse Licht bei seinem Durch- gang einen optischen Widerstand findet, werden die intensiven gelben Strahlen zuletzt ausgelöscht.) Die gelbe Farbe des Wassers rührt (meist oder häufig. D. Ref.) her von suspendirten Stoffen oder auch davon, dass dasselbe eine gesättigte Lösung darstellt, worin entstehende Niederschläge angenommen werden können. Wenn das zuerst undurchsichtig oder gelb erscheinende Wasser, worin kohlensaurer Kalk suspendirt ist, durch Ab- setzen des Niederschlags sich klärt, so nimmt es allmählich eine grüne Farbe an, es reicht mithin das durch den in Lösung bleibenden Kalkgehalt hervorgerufene Gelb hin, um mit dem Blau die grüne Farbe zu bilden. 1) Chem. Centralbl. 1884. S. 333 a. d. Journ. Sog. Chem. Ind. 1883. S. 229 u. Polytech. Journ. 1883 S. 457. *) Der Naturforscher 1883. S. 171 nach Bulletin de l'Academie royal belgique 1883. p. 55. 5* CQ Coden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. In der Natur werden die Verhältnisse nun so liegen, dass im blau erscheinenden Wasser Kalk-, Magnesiumcarbonat, Kieselsäure, Thonerde gelöst sind, im grünen Wasser, wegen Mangels an Kohlensäure, oder wegen Anwesenheit eines die Lösung hindernden Salzes, die letztere eine weniger vollkommene ist. Einen interessanten Beleg für diese Ansicht des Verf. bietet der hohe Kohlensäuregehalt der blau erscheinenden Rhone (auf 786 Carbonat 79,5 Kohlensäure), während in dem grünen Rhein erst auf 1056 Carbonat 76 Kohlensäure kommen. Ebenso erscheint der blaue Ocean an den Küsten, wo er mit mehr kalkhaltigen Muschelschalen in Berührung ist, grünlicher. Anwendung Th. vou Nccrgard^) hat über die Anwendung des Wassers zur Ver- tur ver-"^^ hiuderuug der Frostschäden im Frühjahr auf Wiesen und in Reeth-Culturen hinderuug Beobachtungen veröffentlicht, wonach die schädlichen Wirkungen der Nacht- von r rost- o i o schaden im fröstc auf dcu Graswuchs im Frühjahr sich umgehen lassen, wenn die wfesen etc. Wiesen und Reeth-Culturen bis Ende Mai 4 — 6 cm tief unter Wasser ge- setzt werden. Dies kann dadurch erreicht werden, dass an flachen, trocken gelegten Seeufern parallel dem Ufer kleine Dämme aufgeworfen werden zur Bildung flacher Bassins, welche durch Zuflüsse vom Felde gefüllt werden können. Solches ünterwasserhalten hat sich auf der grössten Reethpflanzung Meyger- koog als durchaus nöthig und erfolgreich herausgestellt. Ebenso haben die Reeth-Besitzer am niedriger gelegenen Kudensee im Süder- Dithmarschen s. Z. ihre Reeth-Scharren eingewallt und setzen diese Bassins mit Hülfe kleiner Schöpfmühlen bis Ende Mai, also bis zum Aufhören der Fröste, unter Wasser, ueher die W. N. Hartlcy^) hat über das Verschwinden der organischen Sub- nlgu'ng'der stauz der durch Torfmoorwasser verunreinigten Ströme einige Versuche an- duroh Torf- gestellt uud dabei die Ansicht Tidy's, wonach die Selbstreinigung solcher "V°e°r uTirel-' Wässcr einerseits auf der Oxydation der Humussubstanz durch den in ströme. Wasscr gelösten Sauerstoff, andrerseits auf einer mechanischen Ausfällung der Humuskörper durch suspendirte mineralische Körper beruhen soll, einer Prüfung unterzogen. Der Verf. ist dabei bezüglich der ersteren Annahme Tidy's zu dem Resultate gelangt, dass die Oxydation der färbenden orga- nischen Stoffe durch den in Wasser gelösten Sauerstoff, wenn überhaupt, nur mit grosser Langsamkeit erfolge. Hinsichtlich der zweiten Tidy'scheu Annahme, dass rein mechanische Ausfällung der Humuskörper durch suspendirte mineralische Stoffe stattfinde, fand der Verf., dass sandiger Thon, reiner Quarzsand, gallertartige Kiesel- säure, sowie aus Salzsäure extrahirte Thone, auf die organische Substanz im Moorwasser ohne Einwirkung waren; dagegen Hess Magnesia und kohlen- saurer Kalk eine geringe Wirkung nachweisen. Sehr viel stärker wirkte hartes Quellwasser, noch besser Alurainiumsulfat, von welchem 1 g genügt, um 300 1 Moorwasser innerhalb 12 Stunden völlig farblos zu machen. Be- sonders energisch wirkte ferner Aluminiumhydroxyd, etwas schwächer Eisen- und Manganhydroxyd; ebenso wurden die Humuskörper durch gewisse Thone oder die sauer reagirenden wässrigen Auszüge dieser Thone niedergeschlagen. Der Verf. führt für die entfärbende Wirkung, welche derartige Thone in der Natur ausüben, noch folgende Beispiele an: ^) Landw. Wochenblatt f. Schleswig- Holstein 1883. S. 152. a. Centralbl. f. Agriculturchemie 1883. S. 561. '^) Chem.-Ztg. 1883. S. 750, a. Centralbl. f. Agriculturchemie 1883. S. 433, nach einem Vortrag vom Verf. in der Society of Arts gehalten. Wasser, 69 Das Wasser des Ness-See, dessen Grund aus einem weissen und blauen Thon gebildet wird, ist in der Nähe der Oberfläche dunkel gefärbt, in grösserer Tiefe dagegen farblos. Der Ballynagappoge-Strom führt in seinem oberen sehr reisseuden Laufe tief braun gefärbtes Wasser, weiter unterhalb, nachdem er viele Thoubänke passirt hat und die Strömung eine ruhigere geworden ist, wird das Wasser klar und farblos. Vorstehende Versuche des Verf. mit den gefärbten Wässern sind nur kolorimetrisch gemacht. Einen directen Nachweis des Fällungsvermögens von Grubenwässern hat der Verf. durch quantitative Untersuchung des Wassers aus dem Avoca-River ge- liefert. (Die Grubenwasser enthielten jedenfalls Aluminium- oder Eisensulfat gelöst. Der Ref.) In nachstehender Tabelle geben wir die Resultate dieses Versuchs: 100 000 Thoile Wasser aus dem Avoca-River enthielten „ . , o 1 i (Kohlenstoff Organische Substanzen <^, . , «. Ammoniak Stickstoff in Nitraten und Nitriten Chlor Feste Stoffe überhaupt .... Vor Auf- nahme der Gruben- wässer 0,230 0,027 Spur 0,011 1,800 4,880 Nach Auf- nahme der Gruben- wässer 0,096 0,019 Spur 0,008 2,300 9,260 In den „Industrieblättern" 1883. No. 21 wird auf die namentlich für die Textilindustrie wichtigen Wasserreinigungs- Methoden hingewiesen und angeführt, dass das durch Torflager stark braungefärbte Wasser des Wasser- werks von Groningen mit Erfolg seit mehreren Jahren durch Zusatz von kleinen Mengen Alaun gereinigt, bez. entfärbt werde. Franz Hulwa^) hat im Auftrage der städtischen Behörden von Breslau eine ausgedehnte Untersuchung über die Verunreinigung des Wassers der Oder durch die städtischen Canäle ausgeführt. Als Massstab zur Beurthei- lung und für die Verwendbarkeit von Flusswasser zu Genuss- und Nutz- zweckeu jeglicher Art, hat der Verf. sog. „Grenzzahlen" zu Grunde gelegt, wonach, abgesehen von der erforderlichen äusseren Beschaffenheit, Klarheit, Farbe, Geruchlosigkeit etc. des Wassers, ein gutes Wasser in 100 000 Theilen höchstens 50 Theile Gesammtrückstand, 15 Theile Salpetersäure, 3 Theile Chlor und nur Spuren von Ammoniak, Albuminoid-Ammoniak und salpetriger Säure enthalten soll, höchstens 18—20 deutsche Härtegrade zeigen und nicht mehr als 0,25 Theile Sauerstoff zur Oxydation der organischen Sub- stanz beanspruchen darf. An der Hand dieser Kriterien (Ueber den Werth solcher Grenzzahlen in hygienischer Beziehung vergl. bei Wolffhügel a. a. 0. S. 561. D. Ref.) und gestützt auf zahlreiche Analysen des Oderwassers oberhalb, innerhalb und unterhalb Breslaus gelangt der Verf. zu folgender Charakterisirung des Oderwassers: Ueber die Reinigung des Wasgers für die Textil- industrie. Verunreini- gung des Wassers grosser Flussläufe durch die Ausläufe der städtischen Canäle u. die Selbstreinig. der Flüsse. 1) „Gesundheitsingenieur" 1883, 15. October, a- Centralbl. f. Agriculturchemie 1883. S. 1. JQ Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Büuger. 1) Das Oderwasser oberhalb von Breslau. Von Ohlau bis dicht oberhalb Breslau erfährt dasselbe eine geringe aber merkliche Ver- schlechterung; doch konnte das Wasser, wenn es auch den angegebenen Anforderungen nicht genügte, als geeignet für die Filtration bezeichnet werden. Durch die im W^asserhebewerk hergestellten Filtrationsvorrichtungen wurde denn auch ein beinahe untadelhaftes Trinkwasser erzielt. 2) Das Oderwasser im Laufe durch die Stadt. Es konnte eine fortschreitende Verschlechterung des Wassers constatirt werden, die sich besonders in einer Zunahme der oxydirbaren Stoffe zu erkennen gab; in einigen Fällen wurde auch ein höherer Gehalt an Ammoniak, Salpeter- säure und salpetriger Säure gefunden. 3) Das Oderwasser unterhalb der Canaleinmündung. Un- mittelbar hinter der Einmündungssteile, wo sich also die Canalwässer nur unvollkommen mit dem Stromwasser gemischt hatten, war das Wasser ausserordentlich verunreinigt; es wurde ein hoher Gesammtrückstand und eine Oxydirbarkeit gefunden, welche auf die Gegenwart grosser Massen von organischer, leicht zersetzlicher Substanz hinwies ; ferner ein erhöhter Chlor- gehalt und ein auf das lOOfache vermehrter Gehalt an Ammon und Albu- minoid-Ammoniak. Die mikroskopische Prüfung liess ein bedeutendes Vor- walten von Fäulnissorganismen erkennen. Etwas weiter unterhalb aber trat schon der Einfluss der Verdünnung und die Wirkung der sog. Selbstreinigung des Flusses, das heisst also die allmähliche Oxydation durch den Sauerstoff der Luft unter Mitwirkung des pflanzlichen und thierischen Lebens im Strom deutlich hervor und es konnte ein stetes Zurückweichen der verunreinigenden Stoffe nachgewiesen werden. 14 km unterhalb Breslau liess sich ein Einfluss der Canalwässer chemisch und mikroskopisch nicht mehr erkennen; das Wasser hatte hier die gleiche Beschaffenheit, wie oberhalb Breslau im Wasserhebewerk. Auf Grund dieser Resultate gelangt der Verf. zu der Ansicht, dass nicht nur ein absolutes Verbot des Einlassens von Canalwässer mit Closet- gehalt in die Flüsse ungerechtfertigt erscheint, — (die städtische hygienische Subcommission hat sich dahin ausgesprochen, dass nur dauernde Einleitung des Gesammtinhalts der Breslauer Canäle in die Oder nicht zu gestatten sei) — sondern dass vielmehr in denjenigen Fällen, in welchen mit einer bestehenden Canalisation der Städte die Reinhaltung der Flüsse durch Be- rieselungsaulagen nicht verbunden werden kann, einer directen Ableitung des Sielwassers in die Wasserläufe — vorausgesetzt, dass dieselbe nicht innerhalb, sondern unterhalb der Stadt erfolgt, und dass im übrigen gleiche oder ähnliche Verhältnisse bezüglich der Strorageschwindigkeit und der Relation zwischen Strom- und Canalwässer obwalten, wie in Breslau — nach Massgabe des heutigen Standes unserer Kenntnisse, erhebliche Bedenken nicht im Wege stehen können. Chemische J. F. Wolfbaucr^) hat im Laboratorium der k. k. laudw. ehem. s^tzun^Tes ^^rsuchs-Station zu Wien im Laufe des Jahres 1878 eine ausgedehnte Donau- chemischc Untersuchung des Donauwassers veröffentlicht. Die hierdurch j. 1878 u. die erlangten analytischen Ergebnisse sollten Aufschluss darüber geben, welche B^ewäss^erung ^^sseu fixcr Stoffe sowohl in Form von Schlamm, als auch anderseits im des March- gelösten Zustande dem Ackerboden, und besonders dem zwischen der March 1) Separat-Abdruck aus dem LXXXVII. Bd. d. Sitzungsberichte d. k. k. Akad. d. WisB. II. Abthlg. Jahrg. 1883. Vom Verl, eingesandt. Wasser. 71 und der Douau liegeuden, mit dem Nameu des Marchfeldes belegten Ter- ritorium , zugeführt , welciien Schwankungen dieselben unterworfen sind und in welchen Mengen hierdurch Nährstoffe für die Pflanzen gewinnbar würden. Die sämmtlichen diesen Untersuchungen zu Grunde gelegten Wasser- proben wurden im grossen Flussbette der Donau oberhalb der ungefähr 20 km stromaufwärts von Wien gelegenen Ortschaft Greifenstein aus einer Tiefe von 1,4 m geschöpft. Die erste Probenahme fand am 20. Jan. 1878 die letzte am 16. Jan. 1879 statt. Es resultirten 23 Proben, wobei die Zeit zwischen der Entnahme zweier aufeinanderfolgenden Proben im Durch- schnitt 16 Tage beträgt. Die nachstehende Tabelle I enthält die unmittelbaren Untersuchungs- ergebnisse, welche sich auf den ermittelten Bestand jeder einzelnen Probe in einem Wasserquantum von 10 000 Gewichtstheilen beziehen und zwar gelten die Angaben einmal für die gelösten und ein ander mal für die suspendirten Stoffe. (Siehe die Tabelle auf S. 72.) Aus den Zahlen der Tabelle tritt im Allgemeinen der regelmässige Verlauf der gelösten Stoffe zu den verschiedenen Jahreszeiten hervor, der niu- einmal — Anfangs März — von einer beträchtlichen Störung unter- brochen wird. Man erkennt, dass das Wasser in der ersten Winterhälfte das Maximum an gelösten Substanzen enthält und dass bereits in der zweiten Hälfte eine, anfangs allerdings unregelmässige, später jedoch ziemlich stetig verlaufende Abnahme an gelöstem Bestand stattfindet. Man sieht, dass die Menge der in dem Wasser gelösten Stoffe mit dem Steigen des Wasserstandes ab- und mit dem Fallen desselben zunimmt, dass wenn das Wasser steigt, es weicher, wenn es fällt, härter wird. Während aber die in Bezug auf die gelöst vorhandenen Stoffe beobach- teten Schwankungen nur geringe waren (10 000 Thle. Wasser enthielten 1,294 Thle. feste Stoffe während des Sommei:s im Minimum und 2,104 Thle. im Winter im Maximum), zeigten sich die Schwankungen an mechanisch mitgeführten Schlammmengen viel erheblicher. Das Minimum dieser Stoffe betrug am 17. Decbr. in 10 000 Thln. Wasser 0,096, das Maximum am 6. Juli 3,383 Thle., also 35 mal mehr als das Minimum. Wir sehen hier die Schlammmenge der Donau mit ihrem Wasserstand steigen und sinken und zwar in der Weise, dass ein Anschwellen des Stroms eine Zunahme an suspendirten Stoffen, jedoch eine Abnahme an gelösten Stoffen zur Folge hat, während beim Fallen des Wasserstandes sich der Schlamm verringert und der gelöste Bestand zunimmt. Steigt also das Wasser, so wird es trüber und weicher und sinkt es, so wird es klarer und härter. Durch das Sommerwasser wird mithin dem Marchfelde dereinst die grösste Menge Schlamm zugeführt werden. Die Zufuhr der im Wasser gelösten Substanzen, somit derjenigen Stoffe, welche unmittelbar von den Pflanzen assimilirt werden können, wird aber während jener Jahreszeit stattfinden, in welcher die Vegetation nur wenig fortschreitet. Für die mittlere Zusammensetzung des Donauwassers fand der Verf. in 10 000 Theilen: 72 Boden, Wafiser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. ^ -1= ?£'l i 1 SSiS M iff pendirte Stoffe (Schlamm) 0000 Gewichts eilen Wassers O H 1 s ^ lif B 2. & o o< Stoffe rganisc inische s g g: p, 3 » » an. Su geb. verlus bonate tersäu d und 1 s s B- ^. H 3 Ol 00 • >^ 1 '^ O l-- l-" te cn 00 k- o o ^ *1 «4 Oi o O H* M 1 "in o o> Ol !<>. O« O to l-" o OX N o CO Ol w CS Cd to OJ to ». Ol CO h- to 1 o Oi Ol M *■ O CO 00 M O M lO Ol t^ to > O M M O Ol Ül ^ (**• M Ol 00 -a o o w »-• M 1 00 »3 00 «c o ». ce OS CO 1 *^ O >- !-■ K> «>■ CO l-> I-. o to s O K^ *- §? s ä M OS » wo M* Ol CO to 00 lO -J CO ^1 r^ 00 O l- u *. c;i o o C.4 s. 3= O M Mi *. CO 00 O w o 00 Q CO 00 «o o d •-« o ►- ►- I "m Ol *■ o Ol to t> Ms ta o CO 05 «« CO OQ ' a> O 1-» M 14^ rf^ CO o o o w to Ol 1 1« o o< o> ~> OJ CO l-i -J 00 üi 0> CO IC Ol *. Sc CO O ' '* g t^ H o> Ol-'«' 00 o M tC O 5C !-• »O lO Ol O O o Oi 1*. M to CO to tC M Ol c;i 00 CO O O o 1 1 "io O Ol M o o o to l_, OD » O o o o o Ol c;i h* o o o M to 00 S oo o bO o oo o * »-I o o O M — o o o o Oä CC CO g. o o o o » 1 Ol Ol lO o o o o to to 00*0 00 Cn CO -j -a *o Ol , o O "- N o o o 1 o OV Cn M M Ol 1 £5g to o to Ca l-t 'J5 o 00 o oo 2 SS ' ^^ 1 to • in Uetoni Geviehtstheile Gewicfitstheile 1 « e g st M CO CO ^ i-tj Ol 2 o CD p: ^ c !=- S ^ 2 ^1 p D^ CO rt- CO Co (0 ts OQ '^ (t> 'S 00 00 Wasser. 73 Kohlensauren Kalk Kohlensaure Magnesia . Kohlensaures Eisenoxydul Schwefelsaur. Kalk . . „ Kali . . „ Natron Salpetersaures Natron . Chlornatrium .... Kieselsäure Organische Substanzen . Summe 1,721 Die durchschnittliche Menge gelöster Substanzen, welche das Donau- wasser im Beobachtungsjahre enthielt, beträgt demnach 1,721 Gewichts- theile auf 10 000 Gewichtstheile Wasser bezogen. Die nachstehende Tabelle II. enthält den Jahresdurchschnitt der rela- tiven Menge, sowie die nähere chemische Zusammensetzung des Schlammes. Tabelle U. 0,979 0,349 0,005 0,165 0,034 0,018 0,028 0,039 0,048 0,056 Durchschnittliche Meng e und chemische Zusammensetzung des Schlammes. in Form von organischen Carbonaten, thoniger Substanz 10 000 Gewichtstheile trübes Wasser enthalten BUspendirt als Schlamm Substanzen (Glüh- verlust) lösl. Sili- caten (in Salpeter- säure lösl.) (in conc. Schwefel- säure auf- schliessbar) Sand Insgesammt Gewichtstt teile 0,050 0,4658 0,1857 0,3362 1,0377 Zusammen gesel z t aus: Eisenoxyd 0,0253 0,0197 0,0031 0,0481 Thonerde — 0,0348 > 0,0443 0,0328 0,1119 Kalk . . . — 0,1505 0,0031 0,0006 0,1542 Magnesia — 0,0561 0,0053 0,0019 0,0633 Kali . . . — 0,0037 0,0093 0,0045 0,0175 Natron . . — 0,0029 0,0020 0,0080 0,0129 Kohlensäure — 0,1720 — — 0,1720 Phosphorsäure — 0,0017 — — 0,0017 Kieselsäure . — 0,0188 0,1020 0,2853 0,4661 Aus vorstehenden Resultaten ergiebt sich, dass die durchschnittliche Menge in je 10 000 Theilen Wasser suspendirter fester Stoffe 1,0377 Gewichtstheile beträgt und dass demnach 100 Theile des Schlammes be- stehen aus: Kalk 14,58 Magnesia 5,40 Sand und Thon 50,31 Kieselsäure 39,14 Eisenoxyd und Thonerde .... 15,44 Organ. Substanz und gebunden Wasser 4,82 Berechnet man sich aus den oben angeführten Durchschnittszahlen für die Mengen der gelösten und den zuletzt angegebenen suspendirten >yA Boden, WaBser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Stoffen die Massen von beiden, welche die Donau im Verlaufe eines Tages durchschnittlich bei Wien vorüber transportirt, so ergiebt sich unter der Annahme, dass die in einer Sekunde vorüberfliessende mittlere Wassermenge 1700 cbm beträgt: die Schlammmasse auf rund 15 Millionen Kilo, während die gelösten Stoffe rund 25 Millionen Kilo betragen. Nach dem für die Bewässerung des Marchfeldes vorliegenden Projekte soll in der Zeit vom April bis einschliesslich September dem Boden pro ha und Sekunde 1,2 1 Wasser zugeführt werden, was für die ganze Be- wässeruugszeit von 180 Tagen ca. 18 000 cb mpro ha ergiebt, und würde die täglich zugeführte Wasserschicht den Boden 10 mm hoch bedecken, die auf dem Boden abgelagerte Schlammschicht aber nur ^c diöi Höhe haben. Mit dieser Wassermasse erhält der Boden zugetragen: an Schlamm 2500 kg „ gelösten Stoffen 2800 „ „ Kali und zwar gelöst 3 1 kg . . j in Form von zeolithischen Silikaten u. / 62 „ als Thon 31 kg I an Phosphorsäure 4,1 „ „ Salpeters. Natron 46 „ Zur bessern Würdigung dieser Zahlen berechnet der Verf., dass das in gelöster Form gebotene Kali zur Production von 2000 kg Heu genüge, dass dieselbe Quantität Kali des Schlammes, falls dieselbe völlig zur Wirkung komme, ebenfalls zur Erzeugung von 2000 kg Heu hinreiche. Dagegen reiche die vorhandene Phosphorsäure nur hin zur Production von 970 kg Heu, so dass zur Gewinnung von 4000 kg Heu ein beträchtlicher Theil von Phosphorsäure durch künstliche Düngung herbeigeschafft werden müsse. Dieses Untersuchungsergebniss ist wichtig und dürfte sich für alle Bewäs- serungsanlagen auch an anderen Orten herausstellen. z,Beurtbeii. 'pjj Wachcn d or f ^) hat durch vergleichende Wasseruntersuchungen reinigung einen Beitrag zur Beurtheilung der Verunreinigung und Selbstreinigung des der Flüsse. jj]jeinwassers zu Bonn zu liefern gesucht. Der Verf. hat eine grössere Anzahl von Wasserproben an verschiedenen Stellen dem Rheine entnommen und mittelst Chamäleon auf ihren Gehalt an organischen Substanzen geprüft. In nachstehender Tabelle finden sich die Resultate von 13 Wasser- proben zusammengestellt: (Siehe die Tabelle auf S. 75.) Der Verf. zieht hieraus den Schluss, dass der Zufluss aus dem Haupt- canal am alten Zoll und aus dem am Oberbergamt schon an der Landungs- brücke der Köln-Düsseldorfer Dampfschiffe, d. i. in einer Entfernung von 180 m, einen bemerkenswerthen Einfluss auf das Rheinwasser nicht mehr hat, sowohl in Bezug auf den Gehalt an organischen Substanzen, wie auch an Ammoniak- und Chlorverbindungen. Da letztere nicht einmal quantitativ bestimmt wurden, so will uns der Schluss etwas kühn erscheinen. ») Centralbl. f. allg. Gesundheitspflege 1883. S. 105. Wasser. 75 Probe, geschöpft am 19. März 1882 Ufer Zeit Gehalt an org. Substanz in 1 Mül. Thle.Wasser Ammoniak- Chlor- Verbindungen 1. Oberhalb der Stadt, an der Kalkbreauerei . linkes 10" b' 2,8 Spuren wenig 2. An der Rundung der neuen Werft . . V 10" 30' 2,6 51 55 3. 1 m oberhalb d. Haupt- canals am alten Zoll 51 10" 35' 2,6 15 55 4. An der Canalmündung II 10" 40' 40,1 viel mehr 5. 1 m unterhalb d.Canals » 10^40' 31,5 — — 6. An der Canalmündung am Oberbergamt . 55 10" 45' 108,8 viel mehr 7. An der Schiffbrücke der Dampfschiffe . 15 10" 45' 2,8 Spuren wenig 8. An der Bonte . . . 55 10" 50' 3,0 — — 9. An dem Wachsbeicher- Canal 55 10" — 3,0 — — 10. Unterhalb der Stadt am Jesuitenhof . . 51 11" 15' 2,8 — — 11. Gegentiber der Kalk- brennerei . . . rechtes 11" 39' 2,8 Spuren wenig 12. Gegenüber dem Erah- nen 55 11" 13' 2,8 — — 13. Am Anfang der Allee nach Schwarz-RhBin- dorf 51 11" 2' 3,0 — — Theodor Schoreri) hat sehr umfangreiche chemische Untersuchungen zur Feststellung des Einflusses der Sielleitungen der Stadt Lübeck auf die umgebenden Gewässer ausgeführt. Nach kurzen einleitenden Bemerkungen über die Sielgebiete und deren Wassermengen, sowie Bemerkungen zu den Methoden, nach welchen die Wässer untersucht wurden , stellt der Verf. in zahlreichen Tabellen die Resultate über die Bestandtheile der Sielwässer, des Kunstwassers von 1879 und vom August 1881 bis August 1882, die Untersuchungsresultate des Wakenitzwassers und des Travewassers, die Ergebnisse für die Unter- suchungen von Modde (Schlammablagerungen) aus Trave und Wakenitz und andere einschlägliche Momente zusammen und giebt am Schlüsse seiner Arbeit eine Berechnung über die Zunahme der Bestandtheile der Wakenitz und der Trave, wobei der Verf. von der Annahme ausgeht, dass sämmt- liche Excremente der Bewohner Lübecks durch Wasserciosets in die um- gebenden Flüsse gelangen. Ueber die Veränderung der Flüsse, welche diese nach der zuletzt ge- ChemiBclie Untersuch. z. Feststen. d. Einflusses der Siel- leitungen der Stadt Lübeck a. d. umgebenden Gewässer. *) Chemische Untersuchungen zur Feststellung des Einflueses der Sielleitungen der Stadt Lübeck auf die umgebenden Gewässer, ausgeführt im Auftrage des Me- dicinalcoUegiums, von Theodor Schorer. Lübeck, 1883. Ferd. Grautoff. yg Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. machten Annahme erfahren würden, hat der Verf. die nachfolgende Berech- nung angestellt. Nach Voit beträgt die in 24 Stunden von einem Erwachseneu im normalen Zustand producirte Harnmenge 1,254 Kilo, darin befinden sich 0,065 Kilo feste Stoffe. Die Kothmenge beträgt täglich 0,131 Kilo, darin 0,033 Kilo feste Stoffe. Nimmt mau nun an, die Bevölkerung Lübecks bestände nur aus 5 1 000 erwachsenen Personen, und sämmtliche von ^ji der Einwohner := 20 400 Personen gelassene Harnmenge würde in die Wakenitz gebracht, so würde dies 25,581 cbm pro Tag, oder 1,066 cbm pro Stunde ergeben. Die Wakenitz liefert 7790 cbm Wasser pro Stunde, ergiebt ein Verhälniss von 1 : 730. Der Urin der übrigen ^/s der Bevölkerung = 30 600 Personen fliesst in die Trave und beträgt 38,372 cbm pro Tag. Das Gesammtquantura von 51 000 Einwohnern beträgt also 64 cbm pro Tag oder 2,66 cbm pro Stunde, resp. 0,00074 cbm in der Sekunde, was noch nicht ^/^ i ist. Da die Trave und Wakenitz zusammen ein Wasserquantura von 9,1 cbm in der Sekunde führen, so resultirt eine endgültige Verdünnung von 1 : 12 3000. Den Chlorgehalt des Urins hat der Verf. zu 710 Theilen auf 100 000 Theile Wasser gefunden. Es würde also der Chlorgehalt der Wakenitz bei obiger Urinmenge bei der Mühlendammbrücke um 0,09 und der Chlorgehalt der Trave bei Schneiderfähre nach Aufnahme der Gesammtmenge um 0,07 Theile auf 100 000 Theile Wasser zugenommen haben. Noch günstiger gestaltet sich die Eechnung mit der Kothmenge. Die- selbe beträgt nach obigen Daten für 51 000 Personen 6681 Kilo, oder das spec. Gew. = 1 gesetzt, 6,681 cbm in 24 Stunden = 0,278 cbm pro Stunde oder 0,077 1 in der Sekunde. Dies gesammle Quantum in Trave und Wakenitz gebracht, würde eine Verdünnung von 1:120 000 Theilen ergeben. In Wirklichkeit besteht die angegebene Kothmenge nur aus 1/4 festen Stoffen, die übrigen 2/4 sind Wasser-, es würde sich daher die Verdünnung von 1 auf 480 000 erhöhen. In dem Johannisstrassen-Sielgebiet sind nach den Versuchen des Verf.s, den Tag zu 14 Stunden gerechnet, pro Stunde 8 cbm = 112 cbm Siel- Flüssigkeit täglich durchgegangen. Das Canalwasser dieser Strasse hat lt. Tabelle auf 100 cbm 0,86 Kilo suspendirte Stoffe mehr enthalten, als die Hundestrasse. Nimmt man jetzt an, dass dieses Quantum lediglich nur durch die 300 Personen hervorgerufen worden ist, welche in der dortigen Strasse die Wasserciosets benutzt haben, so ergiebt sich für diese Strasse ein Mehrquantum suspendirter Stoffe pro Tag von 0,963 Kilo, pro Jahr also rund 0,352 cbm Modde bildende Stoffe. Diese Menge wird von 300 Personen producirt; ergiebt für 51 000 Einwohner = 59,8 cbm pro Jahr. Dagegen beträgt das durch die Siele abgeführte Gesammtquantum der suspendirten Stoffe in der Hundestrasse ohne Wasserciosets pro 100 cbm Canalflüssigkeit 7,58 Kilo, daher pro Tag von 14 Stuuden mit 112 cbm = 8,4 Kilo, im Jahre also 3,066 cbm. Das Hundestrassen-Sielgebiet wurde von 1100 Personen bewohnt; es würden sich daher für Lübecks Gesammt- bevölkerung an Modde bildenden Stoffen allein aus Kücheuabfällen, Wasch- wasser etc. rund 142 cbm pro Jahr ergeben. Bei diesen Berechnungen ist keine Rücksicht darauf genommen, dass 1879 in der Innern Stadt bereits Wasaer. 77 400 Häuser mit 865 Wasserciosets versehen waren, also der 11. Theil säramtlicher bewohnter Gebäude. Ausserdem ist hierbei vorausgesetzt, dass sämmtliche suspendirteu Stoflfe aus den Sielen als Modde liegen bleiben, was mit der Wirklichkeit wenig übereinstimmen möchte. Am Ende seiner Darlegungen glaubt der Verf. mit positiver Sicherheit folgende Schlüsse ziehen zu dürfen: 1) Die Sielwasser der Stadt Lübeck üben auf die Flüsse dort so gut wie gar keinen Einfluss aus. Die beobachteten Veränderungen bewegen sich grösstentheils innerhalb derjenigen Grenzen, welche die Bestandtheile der Flüsse schon oberhalb der Stadt zeigen. 2) Die Anlage von Wasserciosets in sämmtlichen Häusern der Stadt und der Vorstädte und deren Einführung in die Sielleitungen wird in der Beschaffenheit des Sielwassers keine nennenswerthe Aenderung hervorrufen und daher auf die Beschaffenheit keinen Einfluss üben. 3) Das Wasserquantum der Trave und Wakenitz ist gross genug, um voraussichtlich noch bei etwa der doppelten Einwohnerzahl eine genügende Verdünnung der zugeführten Sielwässer mit Einschluss sämmtlicher Wasser- closets zu gewähren, wobei von der Voraussetzung ausgegangen wird, dass alsdann der bei weitem grösste Theil des Sielwassers direct in die Trave geleitet wird. 4) Es erscheint dringend nothwendig, die jetzt gebräuchlichen Thon- röhren auch künftig beizubehalten und dieselben, wie bisher geschehen, in gehörigen Zwischenräumen in die Flüsse zu leiten. Grosse Stammsiele sind zu vermeiden. Damit diese Thonsiele, besonders in den Vorstädten wo geringes Gefälle vorhanden, jederzeit gut functioniren, muss auf häufiges und sorgfältiges Reinigen der Strassen und Wege Bedacht genommen werden, um ein Zusetzen der Siele mit Sand möglichst zu verhindern. Anhang. C. R. C. Tichborne (Chem. News 46, 227) bespricht in „Be- merkungen zur Wasseranalyse" die Ausführung der üblichen Methoden der Ammoniakbestimmung in Wassern in eingehendster Weise. Der Verf. berichtet (Ibid. 247) über eine neue Form eines Apparates zur Bestimmung von Ammoniak im Trinkwasser und (Ibid. 235) über ein neues Verfahren der Bereitung einer Massflüssigkeit zur Härtebestimmung des Wassers. Bestimmung organischer Materie in Trinkwassern (Amer. ehem. Journ. 4, 426, a. Berichte der deutsch-chem. Gesellsch. 1883, S. 1242), von J. W. Mollet. Zur Wasseranalyse von Leroy W. Mc. Say (Chem. News 47, 195). Bemerkungen über Wasseranalyse, Bestimmung des sog. Albuminoid- Ammoniaks, von R. Haines (Journ. of the Franklin-Inst, 1882, S. 342). Bestimmung der Härte des Wassers ohne Seifenlösung, von Otto H ebner (The Analyst 1883, VIII, S. 77, a. d. Berichten d. deutsch-chem. Gesellsch. 1883, S. 1690). Ueber eine photochemische Methode der Bestimmung der organischen Substanz im Trinkwasser, von Alb. R. Leeds (Phil. Magaz. 1883, S. 9, a. Ber. d. deutsch-chem. Ges. 1883, S. 2321). "7g Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanie, Dünger. Ueber die in der Bai von Concarneau (an der Küste der Bretagne) und dem Golfe von Douarnenez beobachteten Meeres-Temperaturen, von Goez (Conipt. rend. 97, 1883, S. 298). Ueber die physikalischen Eigenschaften des Seewassers und Seeeises, von Otto Fetter SSO n (Die wissenschaftlichen Ergebnisse der Vega-Expe- dition, Bd. II, S. 299. Centralbl. f. Agric.-Chem. 1884, S. 61). Ueber die Veränderungen, welche das Eibwasser durch Effluvien der Stassfurter Industrie erleidet, von K. Kraut (Chem. Industr. Decbr. 1883, S. 365). Reinigung der Speisewässer für Dampfkessel mittelst Magnesia, von G. 0. Heyne (Wochenschr. d. Ver. deutsch. Ing. 1883, S. 140). Die artesischen Fluss-, Quell- lind Pumpwässer von Hamburg und Um- gegend, von Nie der Stadt (Ealenburgs Vierteljahrsschr. f. ger. Med. 1883, 40, S. 122). Das Brunnenwasser von Lissabon, von R. Emmerich (Arch. f. Hygieine 1883, 1, S. 389). Literatur. Untersuchungen über die festen und luftförmigen Bestandtheile des Seewassers u. über die Bodenablagerungen des Oceans. Aus: ("Den Norske Nord- havs-Expedition 187G— 1878." Chemi af H. Tonroe und Ludw. Schmelck. Christiania, Grondahl & Sons, Bogtrykkeri 1880 u. 1882.) Die Rieselfelder im Norden von Berlin. Denkschrift von Fuhrmann. Polytechn. Buchhandlung. Thierische Organismen der Brunnenwässer von Prag. Untersuchungen von F. Wydowsky. Rziwnatz, Prag, 1883. Zusammenstellung von Wasser-Analysen, als Beitrag zu einer Wasser-Statistik Schleswig-Holsteins, ausgeführt im agricultur-chemischen Laboratorium der landw. Versuchs-Station in Kiel, durch A. Emmerling und die Assistenten Rieh. Wagner, Plate, L. Friedburg, C. Meyer u. G. Loges. Kiel, 1882. Verlag von C. F. Haeseler. Rapport de la Commissiou chargee d'examiner la qualite des eaux de Rhone comme eaux potables, v. Vulliet. Genf, 1882. Povet. Die Trinkwasserfrage mit Rücksicht auf die Trinkwasserverhältnisse der Stadt Düren. Düren. 1881. Atmosphäre. Referent: Tb. Dietrich. cOa-geh. Uebcr den Kohlensäuregehalt der Atmosphäre. Von A. Müntz u. E. Aubin. 1) — Zur Ergänzung der in den letzten Jahren ausgeführten Untersuchungen über den Kohlensäuregehalt der Luft, welche hauptsächlich nur in Deutschland und Frankreich vorgenommen wurden und dargethan hatten, dass der Kohlensäuregebalt der Atmosphäre ein weit niedrigerer ist, als man früher annahm, und dass derselbe nur geringen Schwankungen unterliegt, führten die Verff. neue Bestimmungen mit Luft aus, die an ver- schiedenen Punkten der Erde entnommen war und zwar an den zur Beob- achtung des Veuusdurchganges hergerichteten Stationen. Den Resultaten ist zu entnehmen: Der Kohlensäuregebalt der Luft an den Stationen zu Haiti, Florida, ') Biedermanns Centralbl. f. Agriculturchemie. 1873. 649. Atmoiphäre. 'Va Martinique, Mexiko, Saiita-Cruz (Patagonien), Chubut (Patagonien) und Chili weiclit nur unerheblich von dem in Frankreich und Deutschland ge- fundenen ab. Die Schwankungen werden hervorgerufen durch den ver- schiedenen Zustand des Himmels und die Stärke des Windes. Die ge- fundenen Kohlensäure-Minima liegen in einigen Fällen tiefer als die in hiesigen Gegenden beobachteten, die Maxima erheben sich nicht über die unseren. Das allgemeine Mittel beträgt 2,78 Vol. auf 10 000 Vol. Luft; dasselbe ist also etwas niedriger als das von Reiset im nördlichen Frank- reich gefundene (2,962) oder das von den Verfassern in der Ebene von Vinceunes (2,84) und auf dem Gipfel des Pic du Midi beobachtete (2,86). (Franz Schulze-Rostock 2,92, W. Henneborg-Weende 3,20, J. Fittborgen und P. Hasselbarth-Dahme 3,34. Der Ref.) Das Mittel des Kohlensäuregehalts der während der Nacht genommenen Luftproben (2,82) liegt höher als das allgemeine Mittel. Für die einzelnen Stationen stellten sich die Mittel für die Tag- und Nachtproben wie folgt: Vol. CO2 in 10 000 Vol. Luft Tagprobe Nachtprobe Haiti . . . 2,704 2,920 Florida. . . 2,897 2,947 Martinique. . 2,735 2,850 Mexiko. . . 2,665 2,860 Santa-Cruz . 2,664 2,670 Chubut. . . 2,790 3,120 Chili . . . 2,665 2,820 Als allgemeines Mittel der an den Stationen auf der nördlichen Hemisphäre gefundeneu Zahlen ergiebt sich 2,82, eine Zahl, welche dem in Frankreich gefundenen Mittel sehr nahe kommt. Für die Stationen auf der südlichen Halbkugel beträgt das allgemeine Mittel 2,71-, dasselbe liegt also merklich niedriger und man kann demnach vor der Hand annehmen, dass der Kohlen- säuregehalt der Luft auf der südlichen Hemisphäre weniger hoch als der auf der nördlichen ist. Diese Annahme hat nichts Unwahrscheinliches an sich, da man weiss, dass die Eismassen des südlichen Pols eine grössere Ausdehnung besitzen als auf der nördlichen Halbkugel, und dass in Folge dessen die Temperatur des Meerwassers niedriger ist. Nach den Arbeiten Schlösings besteht aber ein Tensionsgleichgewicht zwischen dem Kohlensäuregehalt des Meerwassers und demjenigen der Atmosphäre, und dieses wird durch die Temperatur wesentlich beeinflusst. A. Levy. Ueber die Zusammensetzung der atmosphärischen zusammen- Luft;!)— Seit fünf Jahren wird in Montsouris jeden Tag das Ozon, der ''*3.''''' Ammoniakstickstoff, der Stickstoff der organischen Substanzen und die Kohlensäure der atmosphärischen Luft gemessen. Von den bezüglichen Daten mögen die folgenden hier eine Stelle finden: Ozongehalt^) der Luft. Die Menge des Ozons wurde nach dem ozongehait. Gewicht bestimmt, indem die Luft durch eine Lösung von arseuigsaurera Kali von bekanntem Gehalt geleitet wurde. Die arsenige Säure wird hierbei *) Forschungen a. d. Gebiete der Agriculturphysik fi. 1883. 182. Das. nach: Annuaire de l'observatoire de Montsouris pour l'an 1882. Paris, 1882. p. 372 —405. 2) F. Mohr, Lehrb. d. ehem. -analytischen Titrirmethoden. Braunschweig, 1874. S. 350 u. 276. Q/-V Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. durch das Ozon in Arsensäure übergeführt. Die Menge der nicht umge- wandelten arsenigen Säure wurde nach einem dem von Mohr^) angegebenen ähnlichen Verfahren mittelst Jodstärkelösung durch Titriren ermittelt und aus den gewonnenen Daten die Menge des Ozons berechnet. Die folgende Tabelle giebt über die erhaltenen Resultate Aufschluss. In ICD cbm Luft waren enthalten: ;i877 1878 1879 1880 1881 Mittel mg mg mg mg mg mg Januar , . 2,3 1,6 0,5 0,1 0,5 1,1 Februar . 3,0 1,6 1,3 0,7 1,0 1,5 März . . 2,8 1,5 0,5 0,4 1,6 1,4 April . . 2,0 1,4 0,7 0,8 0,5 1,1 Mai . . . 1,5 2,2 0,9 0,4 0,9 1,2 Juni . . . 1,3 1,8 1,0 0,7 1,1 1,2 Juli . . . 1,8 1,5 0,9 1,2 1,2 1,3 August . . 1,3 1,7 1,6 0,9 0,6 1,2 September . 1,1 1,8 1,1 0,6 1,0 1,1 October 1,9 1,5 0,6 0,5 — 1,1 November . 2,2 0,6 0,3 0,6 — 0,9 December . 1,5 0,3 0,5 0,3 — 0,7 Mittel 1,9 1,5 0,8 0,6 — 1,15 Die Monatsmittel sind, wenn von den Monaten November und December abgesehen wird, wenig verschieden von einander. Die jährlichen IVIittel dagegen weichen sehr von einander ab. Der Ozongehalt verminderte sich von 1877 bis 1880 augenscheinlich und schien sich 1881 wieder zu heben. Verf. hatte im vorigen Jahresbericht auf die constante Beziehung zwischen dem Ozongehalt und der Eichtung der Winde hingewiesen. Wenn letztere von Nord-West nach Ost-Süd-Ost von Norden her wehen, so ist der Gehalt an Ozon sehr gering; die von Süden kommenden Winde hin- gegen sind sehr reich an Ozon. Wenn man die Winde, welche von 1877 — 1880 in Montsouris herrsch- ten, zusammenstellt, so ergiebt sich folgendes: Aequatoriale Polare Winde 1877 ... 249 86 1878 ... 204 118 1879 ... 175 132 1880 ... 182 144 Wie man sieht, entpricht der absteigende Ozongehalt der Atmosphäre einem Steigen in der Häufigkeit der polaren Winde. ^) Ammoniak- Amm ui akgc hal t der atmosphärischen Luft. Zur Bindung ^^^^^^- des Ammoniaks wurde eine aus 30 ccm destillirtem Wasser und 1 ccm Schwefelsäure bereitete Flüssigkeit verwendet, durch welche die Luft ge- leitet wurde. Die gefundenen Mengen von Ammoniakstickstoff weist die folgende Tabelle nach: In 100 cbm Luft waren mg Stickstoff (als Ammoniak) enthalten: 1877 1878 1879 1880 1881 Mittel Januar . . 2,3 1,6 1,9 1,8 1,4 1,8 Februar . 3,0 1,9 2,0 1,8 1,5 2,1 1) Eine ähnliche Relation scheint zwischen dem Kohlensänregehalt der Luft und der Windrichtung zu bestehen Atmosphäre. In 100 cbm. Luft waren mg Stickstoff (als Ammoniak) enthalte 1877 1878 1879 1880 1881 Mittel März . . 3,8 2,6 1,9 1,9 — 2,5 April . . 3,2 1,6 2,2 1,9 2,1 2,2 Mai . . . 3,5 1,6 2,1 1,8 1,8 2,2 Juni . . . 3,6 2,0 2,1 1,8 2,0 2,3 Juli . . . 3,3 2,0 2,1 1,8 2,1 2,3 August . . 4,1 1,6 2,3 1,9 2,7 2,5 September . 3,6 1,4 2,4 1,9 — 2,3 October 3,3 1,4 2,2 1,9 — 2,2 November . 2,5 1,8 1,9 (1,7) — 2,0 Deeember . 2,3 1,9 1,7 1,8 — 1,9 81 Mittel 3,2 1,8 2,1 1,8 — 2,2 Aus diesen Zahlen gebt deutlich hervor, dass der Gehalt der Atmo- sphäre an Ammoniakstickstoff während der wärmeren Jahreszeit grösser ist, als während der kalten. Weitere in Paris selbst an verschiedenen Orten angestellte Unter- suchungen lehrten, dass die in der Luft auftretende Ammoniakmenge von der Oertlichkeit im hohen Grade abhängig ist. Sie war an bewohnten Plätzen in der Stadt sehr viel grösser als an dem ausserhalb gelegenen Ob- servatorium, in der Nähe des letzteren grösser als in dem umgebenden Park, und am grössten in den Kloaken. Gehalt an organischem Stickstoff in der atmosphärischen ^^^f*"]^'^^" Luft. Der Rückstand, welcher bei der Bestimmung des Ammouiakstickstoffs gewonnen, wurde mit übermangansaurem Kali versetzt, um die organischen Substanzen zu zerstören. Der in Ammoniak übergeführte Stickstoff der- selben wurde in titrirter Schwefelsäure aufgefangen. 100 cbm Luft enthielten orgaTii sehen Stickstoff (in mg): 1878 Januar , Februar . März . . April . . Mai . . Juni . . Juli . . August . September October . November Deeember Mittel - Wie man sieht, 1878 1879 1880 1881 Mittel — 0,2 0,4 0,8 0,5 — 0,2 0,4 1,0 0,6 — 0,5 0,5 — 0,5 — 0,5 0,6 0,7 0,6 — 0,5 0,6 0,8 0,6 — 0,5 0,6 0,7 0,6 — 0,5 0,5 0.8 0,6 0,6 0,6 1,0 0,7 — 0,6 0,6 0,6 . 0,4 0,6 0,6 — 0,5 . 0,2 0,5 0,4 — 0,4 . 0,3 0,4 1,0 — 0,6 0,6 einander ab 0,6 und em 0,5 weichen die Zahlen wenig von Einfluss der Jahreszeiten lässt sich nicht bemerken. Die in der Stadt an bewohnten Plätzen angestellten Untersuchungen lieferten ein ähnliches Resultat, wie diejenigen bezüglich des Ammoniak- stickstoffs: an bewohnten Orten war der Gehalt der atmosphärischen Luft an organischem Stickstoff bedeutend grösser als im Park von Montsouris, und am grössten war derselbe auch hier in der Luft der Kloaken. Kohlensäuregehalt der atmospäris eben Luft. Im Jahre Jahreabericht 1883. ^ 1 QQA Kohlen- *°°^ Säuregehalt. 1880 1881 Januar . . 26,5 29,7 Februar . . 27,7 27,6 März . 27,0 26,7 April , 24,3 28,6 Mai . . . 25,4 26,9 Juni . . . 28,4 27,6 1880 1881 Mittel Juli . . . 27,7 26,9 30,4 August . . 26,1 28,4 29,9 September . 26,1 27,6 29,9 October . . 27,1 — 29,9 November . 28,3 — 30,0 December . 29,2 — 30,9 Mittel 27,0 — 30,2 CO üodeu, Wasser, Atmospliäre, Pflanze, Dünger. und 1881 wurden folgende Kohlensäuremengen in der Luft gefunden-, aus diesen und früheren Beobachtungen berechnet sich das Mittel, wie folgt :^) 100 cbm Luft onthalton Liter Kohlensäure: Mittel 30,6 30,5 29,9 29,7 30,3 30,9 In den monatlichen Mitteln der ganzen Versuchsperiode treten dem- nach verhältnissmässig sehr geringe Schwankungen auf und es lässt sich hier nicht die Wirkung äusserer Factoren auf den Kohlensäuregehalt be- stimmen. Betrachtet man aber die in den einzelnen Monaten der ver- schiedenen Jahrgänge erhaltenen Daten, so ergeben sich nicht unbedeu- tende Differenzen, während die Resultate anderer, namentlich auch an fran- zösischen Stationen unternommener Untersuchungen grade für die Constanz im Kohlensäuregehalt der Atmosphäre sprechen, i) Bacterien Mikr s kopis ch 6 Untersuchungen über die Bacterien der in der Luft. * ° Luft. Von P. Miquel.2) — - Das Verfahren, die Bacterien zu sammeln und zu zählen, bestand im Wesentlichen darin, dass in eine Reihe von Gefässen mit ueutralisirter und sterilisirter Nährbouillon eine Quantität atmosphärischer Staub eingeführt wurde, welche derart berechnet war, dass in fünf unter zehn Fällen eine Veränderung der Flüssigkeit hervorgerufen wurde. Auf die Einführung musste die grösste Aufmerksamkeit verwendet werden, da sonst die Flüssigkeit entweder klar blieb oder reissend schnell sich trübte und in beiden Fällen die Versuchsergebnisse unbrauchbar waren. Bei dem im Park von Moutsouris angestellten Beobachtungen, dessen Luft im Ganzen eine verhältnissmässig geringe Zahl Bacterien enthielt, schwankte das Luftquantum, in welchem sich je ein ßacterienkeim nach- weisen Hess, zwischen 1 und 25 1-, doch blieb im Winter und während der Regenzeit die Nährflüssigkeit oft nach Durchleitung von 100 bis 200 1 noch steril, während in anderen Jahreszeiten oft schon 20 oder 5 oder 2, selbst 1 1 Luft genügten, die Nährbouillon durch eingeführte Keime zu trüben. Die Zunahme der Keime erfolgte in der Regel allmählich, die Ab- nahme dagegen meist unvermittelt und plötzlich; ein Regen von wenigen Millimetern Hölie genügte, die Atmosphäre von ihnen zu reinigen und mehrere Tage frei zu halten. Die Menge der Bacterien in 1 cbm Luft betrug im Park von Montsouris: 1880—1881 1879—1880 Mittel October . . . . 142 252 197 November . . 106 209 158 December . . . 49 48 49 Januar . . . . 45 36 41 Februar . . . . 31 15 23 März . . . . . 74 93 83 1) Verg]. Jahresber. 1880. ^) ForscLiiugen a. d. Geb. d. Agriculturphysik G. 1883. 185. Das. nach An- nuaire de l'observatoire de Moutsouris puur l'an 1882. Paris, 1882. 406. Atmosphäre 80—1881 1879—1880 Mittel 48 56 52 80 195 137 92 39 65 190 53 122 111 47 79 105 129 117 83 April . . . Mai . . . Juni . . . Juli . . . August . . September . Wegen der verliältnissmässig geringen Zahl von Untersuchungen und der theilweisen Schwankungen in den beiden Jahrgängen lassen sich bezüglich der Abhängigkeit der Bacterienzahl von der Jahreszeit noch keine ganz zuverlässigen Schlüsse aus vorstehenden Daten ziehen. Es scheint, dass das Miniraum auf den Februar, das Maximum auf den October fällt und dass die Menge der in der Luft enthaltenen Bacterienkeime im Winter am ge- ringsten ist, im Frühjahr, weiterhin im Sommer zunimmt und im Herbst das Maximum erreicht. Letzteres ergiebt sich, wenn man die mittlere Bacterienzahl für die verschiedenen Jahreszeiten berechnet. Herbst Winter Frühjahr Sommer 1879—1880 169 48 97 76 1880—1 881 114 50 73 135 Mittel 142 49 85 105 Die Ursachen der Schwankungen sind auf Verschiedenheiten im Witterungs- verlaufe zurückzuführen. So fand Verf., dass die Zahl der Bacterien während der Regenzeit sich sehr beträchtlich vermindert, sich mit der Aus- trocknung des Bodens vermehrt, aber wiederum abnimmt, sobald die Trocken- heit über 10—15 Tage hinaus dauert. Die Menge der Bacterien in der Luft wird ferner in hervorragender Weise von der Oertlichkeit beeinflusst, wie das aus den mitten in Paris zu gleicher Zeit und in gleicher Weise angestellten Beobachtungen hervorgeht. Auch hier zeigten sich dieselben Schwankungen in der Bacterienzahl, auch hier ergab sich, dass letztere von Kälte und Feuchtigkeit, Wärme und Trockenheit beeinflusst werden. 1880 bis September 1881 waren Die Monatsmittel vom October folgende : 1880 October . , 920 November . 750 December . 540 1881 Januar . . 470 Februar . . 330 März . . 750 1 April 970 Mai . 1000 Juni . 1540 Juli . 1400 August 960 Septemb 990 In Paris wie in Montsouris fällt das Minimum auf den Februar; die Mittel des ersteren Ortes zeigen aber mehr einen allmählichen Uebergang, als die des letzteren, was aus der freien Lage des Observatoriums zu Montsouris erklärt wird, vermöge welcher die beeinflussenden Ageutien schneller ein- zuwirken vermögen. Trotzdem herrscht in den Fluctuationen der Bacterien beider Orte eine grosse Uebereinstimmung. Was die Art der mit oben bezeichneter Nährflüssigkeit erhaltenen Bacterien betrifft, so befand sich darunter in 100 Fällen: 1880 1881 6* Micrococcus 68 79 Bacillus . . 24 14 Bacterium . 8 7 g4 Eoilcn, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Weiter ergab sich, dass andere Flüssigkeiten die Entwickelung anderer Bacterien begünstigen. In Pflanzen, bez. Frucht-, sowie Fleischsäften bildete Bacterium den dritten Tiieil der Keime. Das Blutserum , das sich für die Entwickelung der Bacterien nicht besonders günstig erwies, ähnelte der ohne Mitwirkung der Wärme ueutralisirten Bouillon und dem Urin. Bei Benutzung von Kalbfleisch wurde in einem Cubikmeter Luft aus dem Ob- servatorium zu Montsouris nachgewiesen: Micrococcus 866 mal, Bacillus 38 mal, Bacterium 270 mal, während man in neutraler Bouillon: Micro- coccus nur 74 mal, Bacillus 13 mal, Bacterium 6 mal erhielt. In den verschiedenen Ansprüchen glaubt Verf. besonders die Ursache zu sehen, dass es noch Niemand gelungen ist, die Keime infectiöser Krankheiten zu sammeln. In einem ferneren Capitel beschäftigt sich Verf. auch mit Gegenwart der ammonikalischen (Harn-) Fermente in der Luft. Er zeigt dabei, dass Harn durch 3 Fermente alterirt werde: Micrococcus ureae, Bacillus ureae und einem Fadenpilz Torula ureae; wovon ersterer in relativ grösster Menge auftrat. N-Gehait d. Uebcr die Zusammensetzung der atmosphärischen Wässer. ^Wäaaer^"^' ^ou A. Lcvy. ^) Das zum Auffangen der Niederschläge bestimmte Gefäss befand sich in einer Höhe von 1 m über dem Boden und hat in Mont- souris eine Oberfläche von 4 qm, auf den übrigen in der Stadt (Paris) ge- legenen Stationen eine solche von 1 qm. Ammoniak- Amm u iak-S ti ckst of f. Zu der Bestimmung desselben wurde 1 1 ^»chiägen.'" '^^^ filtrirteu Wassers mit 1 cc einer 10"/oigen Schwefelsäure versetzt und auf 30 cc eingedampft. Letztere Menge wurde mit reiner calcinirter Mag- nesia versetzt und das frei werdende Ammoniak abgetrieben und in titiirter Schwefelsäure aufgefangen. Die im Herbst 1875 begonnenen Untersuchungen lieferten bisher folgendes Resultat: Aninioniakstickstoff Jahr-^) 1875— 7G 1876—77 1877—78 1878—79 1879—80 1880-81 Die durch die Niederschläge in Form von Ammoniak dem Boden zu- geführten Stickstoffmeugen sind demnach in den verschiedenen Jahren sehr verschieden und der relative Gehalt an Stickstoff steht in keinem gesetz- mässigen Verhältniss zu der Wassermenge. Ebenso Hessen auch die Jahres- zeiten keinen Einfluss weder auf den Gehalt der Wasser, noch auf die ab- solute Menge des dem Boden zugeführten Stickstoffs erkennen, wie dies aus folgender Uebersicht hervorgeht: Kegeiihöhe per Liter Total pro 1 qm mm mg mg 541,5 1,98 1074,78 601,7 1,54 929,65 600,1 1,91 1149,40 655,3 1,20 787,32 398,8 1,36 541,14 557,3 1,53 851,45 1) Forsch, a. d. G. d. Agriculturpliysik v. E. Wollny. G (188.'}), 180. Das. nach Annnaire d'observatoire de Moutsonris pour Van 1882. Paris. 1882. — Vergl. Jahresber. 1877. 99. 1880. 87. *) Von September zu September. AtmoE phäre. 85 Kalte J« ihreszeit. Warme J ahroszeit. Ammoniak Ammoniak Jahr Regenhöhe pro Liter pro 1 qm Jahr Regenhöhe pro Liter pro 1 qm mm mg mg mm mg mg 1875 271,8 2,12 574,90 1876 269,7 1,85 499,88 1876 262,9 1,47 387,60 1877 338,8 1,60 542,05 1877 227,4 1,86 423,70 1878 372,7 1,95 725,70 1878 338,2 1,37 462,07 1879 317,1 1,03 325,25 1879 168,2 1,37 230,50 1880 230,6 1,35 310,64 1880 330,9 1,52 503,36 1881 226,4 1,54 348,09 Mittel 266,6 1,61 430,36 Mittel 292,6 1,57 458,60 Verf. hat im Jahre 1880 auch das Thauwasser auf seinen Gehalt an Stickstoff in Form von Aramouiali untersucht und gefunden, dass dasselhe reicher daran ist, als das Regenwasser. "Während letzteres im Monat Sep- tember im Durchschnitt 1,28 mg per Liter enthielt, zeigte das Thauwasser folgende Mengen: am 1. 24. 27. 29. 30. Sept. 2. Oet. 3,01 mg 4,86 mg 4,90 mg 4,60 mg 3,93 mg 3,47 mg In einem im Oktober 1880 gesammelten Nebel wasser fand Verf. 2,75 mg Ammoniakstickstoff pro Liter; in anderen Proben war der Gehalt bedeutend geringer. Schneewasser enthielt folgende Mengen von Stickstoff in Form von Ammoniak: am 18. 19. 20. 23. Januar 1881 2,77 mg 1,68 mg 2,70 rag 1,40 mg war also im Durchschnitt (2,14 mg) nur unbedeutend reicher, als das gleich- zeitig gesammelte Regenwasser (1,94 mg). Salpetersäurestickstoff der atmosphärischen Wasser. Bei der Be- stimmung des Stickstoffs in den Nitraten und Nitriten wurden 200 cm Wasser, nach vorherigem Zusatz von 1 ccra einer 10"/oigen Kalilauge, ein- gedampft. Der Rückstand wurde, behufs Zerstörung der organischen Sub- stanzen, entweder mit Braunstein und Schwefelsäure oder mit übermangan- saurem Kali versetzt. Hierauf wurde die Flüssigkeit abgekühlt, iiltrirt und in das Filtrat eine bekannte Menge von schwefelsaurem Eisen und 10 ccm eines aus 4 Theilen Salzsäure, 2 Theilen Schwefelsäure und 4 Theilen destillirten Wasser zusammengesetzten Gemisches gebracht. Das Ganze wurde hierauf in einem Kohlensäurestrom erhitzt. Die Salpetersäure wird bei dieser Operation zerlegt in Stickstoffoxyd und Sauerstoff, welch letzterer das Eiseuoxydul in Eisenoxyd verwandelt. Die Menge des nicht oxydirten Oxyduls wurde mittelst Chamäleonlösuug festgestellt und aus der hierdurch bestimmten Menge des zur Oxydation verwendeten Sauerstoffs die der Sal- petersäure berechnet. Die mittelst dieser Methode in den atmosphärischen Wassern gefun- denen Salpeterstickstoffmengen waren folgende: Salpetersäure Jahr Regenhöhe mm 1876—77 425,21) 1877—78 595,6 1878—79 591,5 1879—80 358,5 1880—81 543,9 Liter pro 1 qm mg mg 0,5 229,21) 0,2 143,9 0,7 419,1 1,6 573,6 0,8 442,4 Salpeter- säure-N in Nieder- schlägen. 1) Analysen von neun Monaten: November 1876 bis August 1877. 86 Boden, WaBser, Atmosphäre, Fflauze, Dünger, Hiernach tritt der Stickstoff in Form von Nitraten und Nitriten in ge- ringeren, aber in ebenso wechselnden Mengen auf wie der in Form von Ammoniak. Was den Einfluss der Jahreszeiten auf die in Rede stehenden Verhält- nisse anlangt, so scheint dem Boden im Winter etwas mehr Stickstoff (als Salpetersäure) zugeführt zu werden, als im Sommer, wie aus folgenden Zahlen ersichtlich ist: Kalte Ja ireszeit. Warme Ja hreszeit. Salpeterstkkstoff SalpeterstickstofF Jahr ßegenhöhe pro Liter pro 1 qm Jaljr Kegenhöhe pro Liter pro 1 qm mm mg mg mm mg mg 1876 153,9 0,8 128,9 1877 271,3 0,4 100,3 1877 223,7 0,4 93,6 1878 371,9 0,1 50,3 1878 293,2 0,5 146,2 1879 298,3 0,9 272,9 1879 163,8 2,0 324,4 1880 194,7 1,3 249,2 1880 318,0 0,8 263,3 1881 225,9 0,8 179,1 Mittel 230,5 0,8 191,3 Mittel 272,1 0,6 170,4 Verf. hat auch den Salpeterstickstoff in einigen Thauwassern bestimmt und hierbei folgendes Resultat erhalten: in einem Liter Wasser 2. 24. 27. 29. 30. Sept. 2. Oct. 1880 2,3 mg 1,6 mg 2,3 mg 2,1 mg 2,5 mg 1,8 mg Das Thauwasser enthielt danach beträchtlich mehr Stickstoff in Form von Nitraten und Nitriten, als das Regenwasser (0,8 — 1,4 mg). Untersuchungen über das Vorhandensein der Salpetersäure und des Ammoniaks in dem Wasser und dem Schnee der Alpen- gletscher. Von J. B. Boussingault. ^) Im Anschluss an die Mit- theilungen von Müutz und Aubin, ^) betreffend die Abwesenheit von Salpeter- säure in den auf dem Pic du Midi gesammelten Niederschlägen, theilt Verf. eine Reihe von Salpetersäure- und Ammoniakbestimmungen mit von Wässern, welche Civiale in den Jahren 1859 — 65 von verschiedenen Alpengletschern entnommen hat. Im Liter waren enthalten: Salpetersäure Ammoniak mg mg Spitze des St. Bernhard, im Regenwasser . 0,30 1,10 „ „ „ „ im Schneewasser . 0,05 Spuren Im Wasser a. d. See in der Nähe des Ht)spize3 vom St. Bernhard 0,00 0,11 Im Schnee von Velan (3760 m) .... 0,00 0,10 Mer de glace (Mont Blanc, 1350 m) . . . 0,26 0,13 Gorneogletscher (2400 m) 0,00 0,00 Aletschgletscher (2200 m) Spuren Spuren Kaltenwassergletscher (3565 m) 0,00 0,00 Palügletscher (3000 m) 0,00 0,00 Cirque Comboe (2100 m) 0,66 0,30 Lac Seven 0,04 0,03 Der Schnee vom Cirque Comboe wurde gerade während eines heftigen Sturmes gesammelt und besass deutlich saure Reaction. Verf. bemerkt hierzu, dass auch in sehr bedeutenden Höhen in mehr oder minder grossen *) Ber. d. deutsch. Chem. Gesellsch. 10. 87. Daselbst nach Compt. rend. 95. 1882. 1121. 2) Vergl. d. Jahresber. 1882. 68. Atmosphäre. oy Zwischenräumen electrische Entladungen uud Hagelstürme statttinden können, wie er selbst einmal einen schweren Hagelschlag in einer Höhe von 5900 m erlebt hat, so dass also die Bedingungen zum Vorhandensein von Sali)eter- säurc in den Niederschlägen selbst der höchsten Luftschichten wenigstens bisweilen gegeben sind. (Obwohl diese Bestimmungen vor längerer Zeit ausgeführt, so ist deren Mittheilung doch zeitgemäss, namentlich im Hinblick auf die gegentheiligen P-^rgebnisse der Untersuchungen von Müntz und Aubin. Ausserdem fehlen bis dahin diese Zahlen in dies. Jahresberichten. Der Ref.) Als Ursachen, welche den Ammoniakgehalt der Regen- wässer beeinflussen, führt A. Houzeaui) in erster Linie Licht und Wärme an. Beide vermindern den Ammouiakgehalt. Im Regenwasser des wärmsten Monat Juli hat Verf. niemals die geringste Spur Ammoniak nach- weisen können, ebenso hat derselbe constatirt, dass Wasser, welches längere Zeit dem Sonnenlichte ausgesetzt wurde, in seinem Ammouiakgehalte be- trächtlich zurückging. Auch die Menge des während einer bestimmten Zeit gefallenen Regens ist von Einfluss auf den Gehalt desselben an Ammoniak. Je weniger Regen fällt, desto reicher ist derselbe an Ammoniak. Ueber die Grösse der täglichen Wärmeschwankung in ihrer Abhängigkeit von den Localverhältnissen. Von A. Woeikoff. 2) Verf. formulirt das Ergebniss seiner Beobachtungen in folgenden Sätzen: 1) Eine convexe Oberfläche (Hügel, Berg) ist eine Ursache, welche die tägliche Amplitude der Temperatur verkleinert und zwar um so mehr, je grösser das Verhältniss der verticalen Dimension zur horizontalen. 2) Eine concave Oberfläche (Thal, Mulde) vergrössert die tägliche Ampli- tude der Temperatur, aber nur bis zu einem gewissen Verhältnisse der verticalen Dimension zur horizontalen. 3) Als normal im Verhältnisse zur täglichen Amplitude kann eine ganz ebene Oberfläche gelten. Von R. Assmann 2) wurden über die Dauer des Sonnenscheins und die Insolationstemperatur in Magdeburg Beobachtungen angestellt, deren Ergebnisse aus nachstehenden Zahlen erhellen: Monatsmittel Dauer des Sonnenscheins Insolatic 3ns- in Stunden teniporatur 1881 1882 1881 1882 Januar . . — 43 8,1 9,6 Februar — 82 15,8 17,3 März . . — 178 25,0 30,8 April . . — 222 33,8 35,2 Mai . . . — 263 42,4 40,6 Juni . . . . 206 240 41,2 44,2 Juli . . . . 260 214 47,9 45,4 August . . , 157 144 42,3 41,0 September . 118 137 34,7 38,0 1) Biedermann's Centralbl. f. Agriculturchemie. 12. 1883. 425. Das. nach Compt: read. 1883. ^6. 259. 2) Ztschr. d. österr. Ges. f. Meteorologie. 18. 1883. 211. 3) Ztschr. d. Österreich. Ges. f. Meteorologie, 18. 1883. 434. Das. nach Ass- manus Jahrb. d. meteorolog. Beobachtungen der Wetterwarte der Magdeburger Zeitung. Jahrg. 1881 u. 1882. gg Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Monatsmittel Dauer des Sonnenscheins Insolations- in Stunden temperatur 1881 1882 1881 1882 October . . 68 76 20,6 24,7 November . . 41 37 18,9 15,1 December . . 34 26 8,2 9,6 Die Dauer des Sonnenscheins wurde mit dem Cami)bell'schen Sonnen- scheinmesser (frei aufgestellt auf dem Thurme der Wetterwarte in 31 m Höhe) ermittelt, die Insolationstemperatur durch ein Vacuum- Maximum- thermometer (in gleicher Höhe). iSiun' ^^^ Wärmestrahlung der Erde. Von John Tyndall. ^) In Be- der Erde, zichung ZU sciueu Arbeiten über die Wärmeabsorption des Wasserdampfes stehen des Verf. Beobachtungen über die Wärmestrahlung der Erde. Auf Hind Head, einem Moorland-Plateau, etwa 3 Meilen von Hasle- mere, in einer Höhe von 900 Fuss über dem Meeresspiegel war eine Eisen- hütte errichtet als passende Station für meteorologische Beobachtungen. Hier wurde Anfang November von Zeit zu Zeit continuirlich die Tempe- ratur der Erdoberfläche verzeichnet und mit der der Luft über der Ober- fläche verglichen. Das Luftthermometer w^ar frei, 4 Fuss über der Erde aufgehängt. Das Oberflächenthermometer war auf eine Schicht Baumwolle gelegt, auf einer von Haidekraut gereinigten Stelle, mit dem der übrige Boden dick bedeckt war. Der Horizont der Thermometer war frei und weit; mit Ausnahme der Eisenhütte war kein Haus in der Nähe, und die Hütte selbst war ca. 50 Yards von den Thermometern entfernt. Von den Beobachtungen werden folgende mitgetheilt: Am 11. November, bei todtenstiller Luft, die Sterne scheinend, der Himmel klar. Temperatur Zeit in der Luft am Boden Differenz °G. C. C. 6^ Nachmittags 2,2 8^ 10' „ 2,2 9^^ 15' „ 2,2 Am 12, November, bei ziemlich starkem Ostwind. Himmel ganz bedeckt 5,15 Nachmittags 3,3 Einige Sterne trübe ge- f5,45 „ 3,3 sehen )6,54 „ 3,3 Himmel ganz bedeckt 9,00 „ 3,9 Am 10. December, 1 Fuss tiefer Schnee bedeckte das Haidekraut, sehr schwacher Nordost- Wind. Sonne verdeckt AJO Vormittags -1,7 -8,9 7,2 l8,lo „ — 1,7 —11,1 9,4 In 10 Minuten war also — die Thermometer waren 8,05 mit gleicher Temperatur , in ihre Lagen gebracht — eine Differenz von nicht weniger als 9,4 (17*^ F.) zwischen den beiden Thermometern entstanden. —3,3 5,5 —3,9 6,1 —3,9 6,1 0,6 2,7 1,1 2,2 1,7 1,6 2,2 1,7 Sonne durch eine dichte Wolke verdeckt Beschienen von der eben 8,20 Vormittags .8,30 [8,40 f8,45 18,50 „ —2,8 —3,3 —3,3 -2,8 -11,1 -11,7 -12,2 -11,7 aufgegangenen Sonne -1,7 -11,7 *) Der Naturforscher 1883. 101. Das. nach „Natura". Atmosphäre. g9 Mit dem Vorrücken des Tages wurde der Unterschied zwischen der Luft und der Baumwolle allmählich kleiner. Von 10" um 8,50 Uhr war er um 9,15 auf 9,3", um 9,50 Uhr auf 7,2" gefallen. Während die vorstehenden Beobachtungen bei trockner Luft — am 10./12. wehte ein schwacher Nordost bei niedriger Temperatur — , wurden die nachfolgenden bei feuchter Luft angestellt, die ein schwacher Südwest mit einer höheren Temperatur brachte. Diese letztere feuchte Luft, obwohl von grosser optischer Durchsichtigkeit, erwies sich geeignet, die unsichtbare Wärme der Erde aufzuhalten. ._ r Lufttherm. Erdtherm. Differenz 16. Januar o o o 3,4011 Nachm. 6,1 2,8 3,3 3,50 „ 5,6 1,7 3,9 4,00 „ 5,0 1,7 3,3. 4,15 „ 4,4 1,1 3,3 4,30 „ 3,3 0,0 3,3 5,00 „ 2,8 —2,2 5,0 5,30 „ 2,8 —1,1 3,9 6,00 „ 2,2 0,0 2,2 Diese, namentlich letzte, Beobachtung verdient Beachtung. Es war kein sichtbares Hinderniss für die Erdausstrahlung vorhanden. Der Himmel war ungemein klar und doch war unter dieser günstigen Bedingung der Wärmeausstrahlung der Unterschied zwischen Luft- und Bodentemperatur um 6^ nur 2,2" oder weniger als V, Reinasche 8,5787 <7o, Stickstoff der Trockensubstanz 2,063 7o (Trockensubstanz bei 110^). Zusammensetzung der Asche: Kalk . . . 7,2194 Magnesia . . 2,9054 Eisenoxyd . . 0,5099 Thonerde . . Phosphorsäure Schwefelsäure Kohlensäure Kieselsäure Kali . . . Natron . . Magnesia . Chlor . . Schwefelsäure. Kohlensäure Phosphorsäure Analyse von Haidekraut, Farnkraut und Ginster. Von A. Petermann. 2) Verf. untersuchte diese Gewächse (Calluna vulgaris, Pteris aquilina, Genista pilosa) wegen der grossen Bedeutung, die sie für die unbebauten Landstriche der belgischen Ardennen haben. Die Pflanzen wurden an der Luft getrocknet, zerkleinert, die Stücke, welche alle Theile der Pflanze (Stengel, Blätter, Blüthen) enthielten, gut gemischt. Es enthielten in ^jo : Pteris Wasser 14,70 Organische Substanz 75,75 Darin Stickstoff . 2,38 Reinasche .... 9,55 Zusammensetzung der Reinasche (nach Kohlensäure) 38,53 3,31 11,69 6,93 0,91 7,93 06799 )^ 17,372 in Wasser unlöslich 0,0185 0,9655 4,1863 J 46,9711 6,5904 16'9492 V 82,639 in Wasser löslich 7',9944 2,1118 1,9982 Haidekraut, Farnkraut und Kali. . . Natron . . Kalk . . Magnesia . Eisenoxyd . Schwefelsäure Calluna Genista 12,70 12,30 85,06 84,79 0,80 2,54 2,24 2,91 Abzug von Kohl 31,74 43,28 5,98 4,18 19,78 18,57 13,28 10,05 3,06 1,12 8,14 4,61 Sand und *) Gartenzeitung. 1883. Heft 1. — Ibid. Heft 5 sind Analysen derselben Pflanze v. Jahre 1876 (von v. Royen) n. 1879 (von Clausnitzer) angezogen. (Centralbl. f. Agriculturchem. 1879.) 2) Annal. agron. T. IX. No. 6. p. 241. 96 Boden, 'WasHer, Atmosphäre, Pflanze, Dünger, Pteris 4,60 17,51 11,09 2,50 Phosphorsäure . . Kieselsäure Chlor Abzüglich statt Cl (äquiv.) .... Die Asche von Calluna und Genista gab 100 kg der lufttrocknen Pflanzen enthalten: Pteris Stickstoff 2,38 Kali 2,76 Natron 0,03 Kalk 0,84 Magnesia 0,50 Phosphorsäure . . . 0,33 Analysen von Tabaksaschen. Von Tabak aus Ober-Burmah (von Granitboden) ; II (von Alluvialboden)-, III. indischer Tabak. (%) 11. 1. Kali 17,88 Natron 4,12 Chlornatriura .... 0,74 Kalk 27,27 Chlorkalium .... — Phosphors, Kalk ... — Magnesia 7,58 Phosphors. Magnesia . — Phosphors. Eisenoxyd . 6,94 Kieselsäure .... 24,53 Schwefelsäure . . . 10,92 Calluna Genista 2,73 14,07 13,47 1,11 2,35 3,89 0,53 0,88 deutliche Manganreaction. — Calluna Genista 0,80 2,54 0,37 0,91 0,07 0,09 23 0,39 0'l5 0,21 0'03 0,30 R. Roniauis.i) I. Mengone- ebensolcher aus Nieder-Burmah m. Mittelrippen Blattspreite Mittelrippen Blattspreite ;n,49 1,84 28,93 2,55 6,64 22,65 4,45 1,09 20,78 8,90 32,19 19,02 37,40 0,63 6,12 11,95 36,51 0,40 8,84 7,31 12,58 10,27 — 7,76 11,56 24,56 6,19 13,76 4,40 7,35 4,62 6,50 Aschengehalt d!er Blätter in Wassercultur erwachsener Bäurachen, verglichen mit demjenigen auf festem Boden er- wachsener. Von C. Councler.2) Blätter von Acer Negundo, unmittel- bar nach dem Abfall. 100 Theile Trockensubstanz ergaben: Wasserculturpflanzon Bodenpflanzon Rohasche. . . 26,26 23,86 Reinasche . . 21,29 13,29 Es enthielten 100 Theile: Wassercultur Boden ^ ^\^ Eohasclie lleinascLe Kohasche PiCinasclie Sand -|- Spur Kohk 9,15 — 35,58 — Kieselsäure . . 3,24 4,00 9,94 17,85 Schwefelsäure 14,84 18,30 4,06 7,29 Phosphorsäure . 9,90 12,21 1,91 3,43 Thonerde . . . 0,00 0,00 2,23 4,00 Eisenoxyd . . . 0,74 0,91 0,51 0,92 Manganoxyduloxyd 0,00 — Spur — ') The Chemical News and Journ. of phys. scieuce. ä) Landw. Versucbsstat. XXIX (1883). 3. p. 241. Vol. 4G. No. 1201. Pflanze. 97 Wassercultur Eohasclio Magnesia .... 2,88 Kalk 12,10 Natron 0,47 Kali 86,91 Kohlensäure-]- Chlor und Verlust . . 9,77 Reinascho 3,55 14,92 0,58 45,52 Boden Eohasche 2,62 15,16 0,37 18,88 8,74 Reinasclie 4,71 27,23 0,66 33,91 100,00 99,99 100,00 100,00 Der Schwefelsäurereichthum der Wasserculturpflanzen rührt wahrschein- lich von der Zusammensetzung der Nährstofflösung. — Der Reichthum an Phosphorsäure und Kali in den spontan abfallenden Blättern der Wasser- cultur wurde schon in einer früheren Untersuchung ebenso gefunden. Der Boden war reich an Kali, arm an Phosphorsäure. 1000 Theile bei 100*^ getrockneter Blätter enthielten: Wassercultur Bodenpflanzen Kieselsäure . Schwefelsäure Phosphorsäure Thonerde Eisenoxyd . Magnesia . . Kalk . . . Natron . . Kali . . . 8,51 38,97 26,00 0,00 1,94 7,56 31,77 1,23 96,92 23,72 9,69 4,56 5,32 1,22 6,25 36,17 0,88 45,05 212,90 132,86 Ueber das Verhältniss von Trockensubstanz und Mineral- stoffen im Baumkörper. Von H. Will.^) Es sollten die beiden Fragen beantwortet werden: wie verhalten sich zwei Baumindividuen derselben Art unter verschiedenen Lebensbedingungen in Bezug auf die relative Ver- theilung der Mineralstoffe im Baumkörper, und welche Beziehungen finden statt zwischen dem Gehalt an Aschenbestandtheilen und der gebildeten organischen Substanz. Benutzt wurden zwei hundertjährige Kiefern, deren eine auf bestem, die andere auf geringstem Boden erwachsen war. Der an Mineralstoffen reichste Theil des Baumes war die Bast- und Cambialschicht; in den schwächsten Aesten und Wurzeln findet sich ein Maximum des Nähr- stoffgehalts. Die auf gutem Boden gewachsene Kiefer hatte verhältniss- mässig viel mehr Kalk, Magnesia und Phosphorsäure aufgenommen als die andere; letztere hatte höheren Gehalt an Eisen, Mangan und Kieselsäure. Der Quotient aus der gesammten Reinasche in das Trockengewicht des Baumes ist nahezu gleich (Kiefer vom guten Boden 1 : 240, vom geringen 1 : 248). Auch das Verhältniss zwischen Stickstoffgehalt und Trocken- substanz erhielt sich ebenso (1 : 385 resp. 387). Asche der einzelnen Theile von Weisstanne und Fichte. Von R. Web er. 2) Das Holz ist (im Gegensatz zur Rinde) sehr reich an ^) Zeitschrift f. Forst- und Jagdwesen. Centralbl. Bd. XV. No. 4 p. 101. 2) Allg. Forst- u. Jagdztg. Bd. LVII. No. 11. p. 336. Jahresbericht 1883. Bd. XIV. p. 209 u. 265. Botanisches p. 1. Botan. Centralbl. Bd. XVI. 98 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Kali ; Phosphorsäurc und Schwefelsäure finden sich viel reichlicher im Splint als im Kern. Die Rinde ist dagegen besonders reich an Kalk und Phosphor- säure, die Nadeln der Fichte au Kieselsäure. Die Asche der Tanne ent- hält erheblich mehr Kali und Phosphorsäure als die der Fichte, dagegen weniger Kalk und Kieselsäure. — Die auf Dolomitboden erwachsenen Bäume zeigen einen erheblich höheren Kalkgehalt als die auf Granitboden. Da- gegen ist der Maguesiagehalt der letzteren höher. Zusammensetzung der Blätter der Eiche (Art?) und von Ca- stauea vesca in verschiedenen Perioden.^) Die Eichenblätter wurden abgenommen am 16. October (Blätter noch grün), am 13. November (braun, im Abfallen) und am 17. März des folgenden Jahres (zu dieser Zeit be- fanden sich solche nur mehr an den unteren Aesten). Probeentnahme der Kastanienblätter am 16. October (grün) und am 13. November (im Abfallen). Zusammensetzung der frischen Blätter: Eiche Kastanie 16. Oct. 13. Nov. 17. März 16. Oct. 13. Nov. Wasser 56,630 29,743 10,496 60,215 31,675 Eiweissartige Stofife . . 5,287 3,403 3,898 4,314 4,215 Holzfaser 9,185 20,379 24,322 6,705 13,395 Stickstofffr. Extractstoffe 24,938 39,335 52,858 23,473 42,333 Aetherextrakt .... 1,630 3,340 3,898 3,480 5,407 Asche 2,330 3,800 4,528 1,813 2,975 100,000 Zusammensetzung der Asche: Kali 0,326 0,173 0,072 0,353 0,384 Natron ....... 0,015 0,029 0,005 0,016 0,021 Kalk 0,688 1,426 1,817 0,404 0,864 Magnesia 0,162 0,288 0,284 0,928 0,443 Eisenoxyd 0,081 0,077 0,119 0,181 0,164 Phosphorsäure 0,263 0,260 0,084 0,186 0,230 Schwefelsäure 0,060 0,090 0,154 0,086 0,149 Kohlensäure 0,418 0,815 1,229 0,259 0,512 Kieselsäuren. in Säure unlösl. 0,317 0,642 0,764 0,100 0,208 2,330 3,800 4,528 1,813 2,975 Die Mineralstoffe der wichtigsten Waldsamen. Von R. Horn- berger. 2) Reinasche 7o in 100 Thl. Keinasche K.fi Na.30 CaO MgO Fe.Og MngO, P2O5 SO3 SiO^ Rüster 9,302 32,29 0,62 23,73 6,27 3,24 0,32 11,22 4,86 13,94 Esche 4,248 44,18 0,85 21,77 6,57 0,89 0,09 15,21 9,06 1,29 Hainbuche 2,493 25,15 0,92 35,62 7,82 5,69 2,64 14,28 3,93 5,05 Ahorn 6,792 37,37 0,84 27,66 5,82 2,94 2,49 14,16 5,27 6,18 Birke 4,207 27,03 1,38 2.3,77 9,20 8,91 2,73 10,89 4,80 8,94 Fichte 4,288 24,02 0,72 1,63 14,22 2,10 2,05 35,77 4,45 16,00 Lärche 2,076 34,68 1,25 2,41 12,81 1,30 1,83 34,15 4,09 5,88 ^) Annuäl Report of the Connecticut Agricultural Experiment Station for 1883. New Haven. 1884. 2) Die iandw. Versuchsstat. XXIX (1883). 4. p. 281. I'äanze. 99 In 1000 Thl. Trockensubstanz: Reinascbe 7o in 100 Till. Eeinaschc K^O NajO CaO MgO F02O3 MngO^ P2O5 SO3 1 SiO, Rüster 93,02 30,04 0,58 22,07 5,83 3,01 0,30 10,44 4,52 12,97 Esche 42,48 18,77 0,36 9,25 2,79 0,38 0,04 6,46 3,85 0,55 Hainbuche 24,93 6,27 0,23 8,88 1,95 1,42 0,66 3,56 0,98 1,26 Ahorn 67,92 25,38 0,57 18,79 3,95 2,00 1,69 9,62 3,58 4,20 Birke 42,07 11,37 0,58 10,00 3,87 3,75 1,15 4,58 2,02 3,76 Fichte 42,88 10,30 0,31 0,70 6,10 0,90 0,88 15,34 1,91 6,86 Lärche 20,76 7,20 0,26 0,50 2,66 0,27 0,38 7,09 0,85 1,22 Auffällig ist der geringe Kalkgehalt der Nadelholzsamen, der Reich- thum der Asche an Magnesia und Phosphorsäure. Zum Theil rührt dies wohl davon, dass bei den Laubhölzern auch das Perikarp mit einbezogen ist. Verhältniss der Säuren zu den Basen bei den Laubhölzern I : 2 — 4, bei den Nadelholzsamen 1 : 1 — 0,8. Die Bestandtheile und Eigenschaften von Stratiotes aloides, Nymphaea alba, Nuphar luteum. Von Niederstadt.^) Das Kraut von Stratiotes wird in den Niederungen der Elbe bei Hamburg mit gutem Er- folg zur Düngung verwendet. Stratiotes: Stickstoffgehalt 3,52 19,54 o/o- Zusammensetzung: Chlornatrium . . . Schwefelsaures Natron Phosphorsaures „ „ Kali Kieselsaures Natron Kohlensaures „ Kohlens. Kalk . . „ Magnesia . Eisenoxyd und Thone de 7o 4 84 8,42 2,43 26,34 8,18 4,77 28,99 7,93 8,10 7o; 15,75% Protein. Aschegehalt 7o Natron 14,29 Kali 15,96 Magnesia 3,78 Kalk 16,23 Eisenoxyd und Thonerde . . 8,10 Chlor 2,93 Schwefelsäure 4,74 Phosphorsäure 11,43 Kohlensäure 19,17 Kieselsäure 4,02 100,65 0,65 ab für Sauerstoff Nymphaea und Nuphar. Nymphaea 11,14, von Nuphar 100,00 Aschegehalt der Blätter mit Stielen von 11,25 ^lo. Zusammensetzung der Asche: Nuphar Nymphaea 7o 7o Schwefels. Kali . . . 2,54 3,42 Chlorkalium . . . . 16,54 15,46 Chlornatrium . . . 4,01 16,50 Phosphors. Natron . . 5,83 7,45 Phosphors. Kalk . . — 2,72 Kiesels. Natron . . . 9,28 — Kiesels. Kalk . . . — 3,45 Kohlens. Natron , , . 17,47 — ') Die landw. Versuchsstat. XXIX (1883). 3. p. 247. 100 Boden, "Waseer, AtmosiihUre, Pflanze, Dttnger. Kohlens. Kalk Nupliar 38,75 Nymphaea 42,44 „ Magnesia . . Eisenoxyd u. Thonerde 2,24 3,34 7,90 0,66 Kali . . . Natron . . 11,61 20,40 11,60 12,98 Kalk . . 21,70 1,06 3,34 1,37 26,90 3,76 0,66 1,57 Magnesia . Eisenoxyd u. Schwefelsäure Thonerde Chlor . . Phosphorsäure Kohlensäure . 10,35 2,53 25,48 17,38 4,47 22,82 Kieselsäure 4,56 1,78 ab für Sauerstoff Stickstoffgehalt der Blüthen im tein). Aschegehalt der gemischten derselben : Schwefels. Kali . . Chlorkalium . . . Phosphors. Kali . . „ Natron . Kiesels. „ Kohlens. „ „ Kalk . . „ Magnesia . Eisenoxyd u. Thonerde 102,40 2,40 103,92 3,92 7,57 34,48 18,04 5,43 10,28 10,05 2,37 10,25 1,53 100,00 100,00 100,00 Durchschnitt 3,34 o/o (20,87 o/o Pro- Blüthen 10,94 % Zusammensetzung Kali 37,83 Natron 14,18 Kalk 1,13 Magnesia 4,88 Eisenoxyd und Thonerode . 1,53 Chlor 16,43 Schwefelsäure 3,48 Phosphorsäure 8,40 Kieselsäure 5,06 Kohlensäure 10,78 103,70 ab für Sauers toff 3,70 100,00 Aschengehalt der Blüthenblätter von Rosa centifolia. Von Niederstadt.i) Verwendet wurden 250 g Blätter. Kothe Rosen Weisse Eosen Wassergehalt (bei 180« getr.) 86,178 91,726 Stickstoffgehalt 3,640 3,163 Protein 22,750 19,786 Aschengehalt 3,511 3,924 Zusammensetzung der Asche. Weiss 0/ 11,040 10,445 6,172 33,825 2,903 Roth /o Schwefelsaures Kali . 15,547 Phosphoi'saures Kali 26,340 Kieselsaures „ 3,830 Kohlensaures „ 26,598 Chlornatriura . . . 1,144 ^) Landw. Versuchsstat. XXIX (1888). 3. p. 251, Pflanze. 101 Koth Weiss 0/ 0/ Schwefels. Natron . 1,191 — Phosphors. Kalk . . 11,111 14,870 Kohleiis. Magnesia . 13,186 13,463 Eisenoxyd II. Thonerde 1,053 1,979 Chlorkalium . . . — 5,303 KaÜT"^ \ '. T~. 43,816 42,054 Natron 1,126 1,538 Kalk 6,021 8,058 Magnesia .... 6,279 6,411 Eisenoxyd u. Thonerde 1,503 1,979 Schwefelscäure ... 7,819 5,075 Phosphorsäure . . 16,469 11,324 Kieselsäure. . . . 1,492 2,402 Chlor 0,694 4,288 Kohlensäure . . . 15,387 17,836 ' 100,156 100,965 ab für Sauerstoff 0,156 0,965 100,00 100,00 Asche von Mesembryanthemum crystallinum. Von H. Man- gon. 1) Der Chlorgehalt betrug zwischen 5,40 u. 12,10%, der Kaligehalt 11,10 bis 18,70, Natrongehalt zwischen 4,40 und 10,30 >. Vegetation. Referent: C. Kraus. A. Samen, Keimung, Keimprüfungen. Beeinflussung der Keimung^ durch Mineralstoffe. Von De- herain u. Breal.^) 1. Versuche mit Linsen. Die Sämlinge wuchsen in destillirtem Wasser, in solchem mit Zusätzen von Kaliumphosphat und -Nitrat und einer Mischung der beiden Salze; dann in anderen Versuchs- reihen in gewöhnlichem Wasser, in solchem mit Zusatz der erwähnten Salze, endlich in einer Lösung von „Calciumulmat". ^) Die Versuche wurden geschlossen, nachdem Wurzeln und Stengel sich hübsch entwickelt hatten, die Cotylen aber noch nicht völlig entleert waren. Bestimmt wurde das Trocken- gewicht und der Aschegehalt der Wurzeln, Stengel und des Kornrückstandes. Im destillirten Wasser war die Entwickeluug schlecht, der grösste Theil der Mineralsubstanz fand sich im Stengel. Die Entwickelung der Wurzel scheint durch die Abwesenheit der Mineralstoffe in erster Linie zu leiden. In destillirtem Wasser -f Kaliumphosphat war das Trockengewicht geringer, die Entleerung der Cotylen weniger vollständig als im destillirten Wasser, der Mineralstoffgehalt war grösser, und es hatte auch das Korn eine be- 1) Compt. rend. T. XCVI. p. 80. Naturforscher 1883. No. 9. 2) Annal. agron. T. IX. Heft 1. p. 58. 3) Durch Einwirkung von Natriumcarbouat auf gute Gartenerde wurde eine stark gefärbte Lösung hergestellt, aus dieser durch Zusatz von Chlorcaicium ein brauner Niederschlag, der ein wenig in kaltem Wasser löslich ist. lAQ Bodeii, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Düuger. trächtliche Menge dieser — ohne Nutzen — aufgenommen. Auch das Nitrat und die Mischung der Salze übte keinen deutlich fördernden Einfluss, obwohl sie in crhel)lichen Quantitäten aufgenommen wurden. Verff. meinen deshalb, dass die Assimilation der Mineralstoffe unabhängig ist von dem Vorthoil, der der Pflanze aus der Aufnahme erwächst. Die grösstcn Ernten wurden erlaugt bei Kalkzufuhr, bei Pflanzen die im gewöhnlichen Wasser, noch höhere, bei denen, die in der Lösung von Calciumulmat sich befanden. Zusatz der anderen Salze war eher schädlich, sicher nicht förderlich, obwohl die Cotylen vollständiger entleert waren. Demnach ist der bekannte Erfolg der Kalkzufuhr bestätigt. Warum die Wirkung gerade des Calciumulmats so besonders gross ist, bleibt unerklärt. 2. Versuche mit Weizen. Pflanzen in destillirtem und gewöhn- lichem Wasser, in destillirtem Wasser mit Magnesiumcarbouat (in Kohlen- säure gelöst), mit einer Mischung von Kaliumnitrat und Phosphat, endlich in der Calciumulmatlösung. Der Versuch wurde geschlossen, als die Keim- linge im destillirten Wasser zu welken beganuen. Im destillirteu Wasser bestand ungefähr der dritte Theil des Gesaramtgewichts aus den Rückständen des Korns, die Entwickelung war gering, besonders blieben die Wurzeln schwach. Im Quellwasser waren die Wurzeln lang und reich verzweigt, die Körner wohl ausgeleert-, hinsichtlich der Stengeleutwickelung dagegen war kein besonderer Vorzug vorhanden. Zufuhr des Magnesiumsalzss förderte die Wurzelentwickelung ein wenig, obwohl nur wenig davon aufgenommen wurde; die Stengelentwickelung wurde nicht begünstigt. Vom Kalium- phosphat und Nitrat wurde eine reichliche Menge aufgenommen, trotzdem blieb aber das Trockengewicht nur gering. Die Pflanzen in der Ulmat- lösung zeigten eine ausserordentlich kräftige Entwickelung, ihr Trocken- gewicht überragte weitaus die anderen Versuchsreihen. Die beschriebenen Ergebnisse wurden bei im Frühjahr angestellten Versuchen erhalten. Als sie im Sommer wiederholt und die Keimlinge im destillirten Wasser der Sonne voll ausgesetzt wurden, entwickelten sich dieselben ganz normal und bildeten auch schöne Wurzeln! Indessen erweist sich auch unter diesen Bedingungen der Kalkgehalt des Quellwassers als förderlich. 3. Versuche mit Bohnen. Die Pflanzen befinden sich in voller Be- leuchtung. Baryumsalze scheinen schädlich, Strontiumsalze nicht, man er- hält selbst mit dem frisch gefällten Carbonat Anfänge der Entwickelung, diese ist besser als im destillirten Wasser. Magnesiumcarbouat wirkt noch günstiger, aber weitaus am entschiedensten wirken Calciumsalze , besonders das ülmat. Das Gewicht der in destillirtem Wasser wurzelnden Pflanzen blieb hinter dem der zugehörigen Samenreste zurück. Dabei können die Samen sogar mehr an organischer als au Mineralsubstanz verliereu. Bestätigt sich nun auch bei allen Versuchen die Nützlichkeit und Noth- wendigkeit der Kalkzufuhr von Aussen, so geben doch die Verflf. nicht zu, dass hiermit die unbedingte Nothwendigkeit dieser Zufuhr für die Ent- wickelung der jungen Pflanzen bewiesen sei. Denn werden Samen in de- stillirtem Wasser einer Temperatur von 30 bis 35 '' ausgesetzt, so ent- wickeln sich die Keime oft normal, ohne dass der Kalk in den neu gebil- deten Organen nachgewiesen werden kann. Galvanische Erscheinungen an keimenden Samen. Von J. Müller-IIettlinger. 1) „Denkt man sich die eine der ableitenden ») Pflüger's Archiv f. Physiol. Bd. XXXI. 193. Naturforscher 1883. No. 25. Pflanze. 1()3 Elektroden beständig an den Cotyledonen angelegt, während man mit der anderen successive von den übrigen Stellen des Keimlings hypercotyl oder hypocotyl ableitet, so tritt immer eine clectromotoriscbe Kraft auf, die sich herleitet von der Electropositivität der Samenschalen resp. der Cotyledonen gegenüber der Electronegativität aller übrigen Theile des pflanzlichen Keim- lings, und zwar ist diese Kraft um so geringer, je näher den Cotyledonen die wandernde Electrode hypcrcotyl oder hypocotyl angelegt wird." Leitete man von zwei Punkten der Wurzel ab, so erwies sich die der Spitze nähere Stelle electrOnegativ gegenüber der entfernteren. — Weiter wurde der Ein- fluss äusserer galvanischer Ströme auf das Wachsthum der Keimwurzel unter- sucht. Den auf feuchten Flanelllappen wachsenden Wurzeln von Lepidium sativum wurde ein constanter Strom von 2 Grove'schen Elementen in querer Richtung zugeleitet. Die Wurzeln krümmten sich zunächst geo- tropisch nach unten; sobald die Spitze den Flanell sicher berührte, stellten sich die Wurzeln in die Richtung der Stromfäden, so dass die Ablenkung von der Transversalrichtung 70 — 80 *^ betrug. Die Wurzeln durchbohrten den Flanell und wuchsen dann meist ganz direct dem negativen Pol zu. Wurde der Strom axial durch die Wurzel gesendet, so trat keine galvano- tropische Krümmung ein. Einfluss des Lichts auf die Keimung der Samen. Von A. Cieslar.^) Versuche im weissen, gelben, violetten Licht und im Dunkeln, bei Anwendung verschiedener Bcleuchtuugsintensitäten und verschiedener Temperaturen. 1. Versuche im Lichte und im Dunkeln. Nach zahlreichen Versuchen mit Mais, Gerste, kleinen Grassamen (Aira flexuosa], Cynosurus cristatus, Festuca ovina, Holcus lanatus, Poa nemoralis, Agrostis stolonifera) ergab sich, dass das Licht in vielen Fällen sich indififerent verhalte oder den Keimact auffallend begünstige. Bei Mais war das Keimprocent im Licht und im Dunkeln beinahe gleich, die Eutwickelung der Keimpflanzen war im Lichte gleichmässiger. Ebenso verhielt sich Gerste. Bei Aira, Festuca, Holcus verhielt sich das Licht indifferent oder man erzielte ein höheres Keimprocent, bei Cynosurus war das Keimprocent gleich, die Keimung geschah aber im Lichte schneller. Bei Poa nemoralis keimten dagegen im Lichte 44, im Dunkeln 7 <^/o, bei Agrostis stolonifera erst mehr im Dunkeln, zuletzt im Lichte 73, im Dunkeln 56 o/o. Nur in den beiden ersten Tagen waren die Dunkelkeimlinge in der Eutwickelung voran, am dritten Tage waren die Lichtkeimlinge zahlreicher vorhanden, höher gewachsen und bedeutend kräftiger. (Assimilation!) Demnach ver- hielten sich die Samen bezüglich des Erfolgs der Lichtwirkung verschieden. 2, Versuche in verschieden brechbarem Licht. Das Keimprocent betrug bei Poa nemoralis ("/o). im violetten Lichte im Dunkeln Temperatur 2 6 8—14 2 1 18—19 35(s(;lilicssM 79)37 15— 18 « 56 50 18—23 34 50 20—24 o Den Erfolgen im gelben Lichte entnimmt Verf., dass es sich um Chlorophyll- bildung und Assimilation handle und weil im weissen Lichte beinahe regel- mässig das Auftreten von Wassertropfen an den Blattspitzeu beobachtet im weissen im gell 1. 23 30 2. 13 13 3. 83 75 4. 75 64 5. 72 70 *) Forschungen auf dem Gebiete der Agriculturphys. Bd. II. Heft 3/4. p. 270. J04 Boden, Wasser, Atmusphäre, Pflanze, Dünger. wurde, was im duukclu uud im violetten (aber auch last gauz im gelben) unterblieb, wird geschlossen, dass das Licht die Bildung osmotisch wirk- samer Substanzen im Keimlinge begünstige. Das Licht schädige die Keimung durch lletardirung des Wachsthums. — Als weitere Ursache der Förderung der Keimung durch das Licht wird der Umsatz von Licht in Wärme ange- zogen und dies mit dem Hinweis begründet, dass bei höherer Versuchs- temperatur der Unterschied zwischen Licht- und Dunkelkeimung sich ver- minderte. Endlich werde durch das Licht das Eindringen der Keimwurzeln in den Boden erleichtert. Bei Nicotiana macrophylla keimten am ersten Tage der Keimung im Lichte 80, im Dunkeln 40%, weiterhin wurde das Keimprocent gleich-, in einem anderen Versuch waren im Lichte beinahe alle Samen gekeimt, während sich im Dunkeln nur spärliche Anfänge der Keimung zeigten. Schliesslich waren im Lichte 98, im Dunkeln 68 "/o gekeimt. Das Keimen der Gerste (und anderer Samen). Von F. Kör- nicke. ^) Die Gerste macht nach dem Reifen eine Ruheperiode durch, gleich nach dem Schnitt keimt sie nur sehr langsam und vereinzelt. Auch Roggen, Hafer und Weizen scheinen, bald nach der Ernte entnommen, langsamer zu keimen als jährige. — Von trocken aufbewahrter Gerste keimten nach zwölfjähriger Lagerung noch 24 % der ausgelesenen, voll- körnigen Körner, ältere keimte nicht mehr. — Um das Verhalten nass ein- gefrorner Samen zu prüfen, wurden im Januar Körner der gewöhnlichen Getreide, dann einiger Hülsenfrüchte theils in nassen Barchent, theils unter Wasser gebracht. Die Temperatur schwankte während des Einweichens von 2,75 c» bis 5 C. Der eine Theil verweilte 6, der andere 30 Stunden im Wasser. Des Abends wurden beide ins Freie gestellt; die in Barchent ein- geschlagenen wurden herausgenommen und frei frieren gelassen, die in Wasser geweichten blieben im Wasser, ungefähr 5 cm davon überdeckt. Das Wasser gefror bis auf den Grund. Am andern Morgen wurden sie in ein Zimmer von -|- 3 ^, später in ein solches von -f- 5 ^ gebracht. Als das Eis aufgethaut war, wurden die Samen in feuchtem Barchent eingehüllt und eine Zeit lang in ein Zimmer mit -|- 13 ^ später in ein wärmeres ge- bracht. Die Temperatur beim Aussetzen ins Freie betrug bei den 6 Stunden geweichten - 5,5 » C. uud fiel Nachts auf — 13 ö, war zur Zeit des Ver- setzens ins Zimmer — 8,5 ^; bei den 30 Stunden gequellten waren die ent- sprechenden Temperaturen — 6,5 *', — 9,5, — 5,5**. Körner, 6 Stunden geweicht. Es keimten von je 25 Körnern: a. in Barchent eingeweicht, frei gefroren: b. in Wa.ssor geweicht u. im Wasser gefroren. Besclialte Gerste: alle 25 .... 11 gut, 12 weniger gut, 2 nicht. Nackte Gerste: 22 gut, 2 nicht . . 12 „ 11 „ 1 „ Körner, 30 Stunden geweicht: Beschalte Gerste: 14 gut, 1 schlecht, 10 nicht 9 gut, 1 schlecht, 15 nicht. Nackte Gerste: 13 gut, 11 schlecht, 1 nicht 12 „ 12 „ 1 „ 20 Erbsen wurden am Abend in Wasser von -|- 9 " C. geworfen, dann ins Freie gestellt. Die Temperatur fiel in der Nacht auf — 7 ", das Wasser gefror bis auf den Grund des Gcfässes. Die Samen blieben 3 Tage im Eise. Minimum der beiden Nächte — 7 '* und — 9,9 ^ C. Nachher keimten *) Zeitschrift für das gesammte Brauwesen 1882. Pflanze. 105 16 gut, 1 nicht, 3 keimten zwar, gingen aber dann zu Grunde. — 10 Samen derselben Erbsensorte (weisse Königserbse) wurden IV2 Stunden lang in ein warmes Zimmer gebracht, danu Abends in Wasser von 5 cm Höhe u. " geworfen und ins Freie gestellt. Temperatur zu dieser Zeit — 10 O5 Mi- nimum Nachts — 14 C. Am andern Morgen wurde das Gefäss in ein Zimmer mit '^ gestellt. Am darauf folgenden Tage wurden die Samen herausgenommen, in nassen Barchent gehüllt in einen Raum mit -{-2% einige Stunden später in einen solchen mit -f- 9 *^, spcäter in ein wärmeres Zimmer gebracht. 4 Tage später waren alle 10 Samen gekeimt. — Von Phleum Böhmeri keimten im diffusen Lichte 56 "/o, im Dunkeln nur 1 <^/o, nachher ins Licht gebracht 75 "/o. Bei Gerste war das Licht ohne bemerk- lichen Einfluss. — Verf. sucht auch den Satz zu begründen, dass die Jahres- zeit beim Keimen mancher Pflanzen eine Rolle spielt. Einfluss niederer Temperaturen auf die Keimung. Von Hellriegel.i) Winterroggeu keimte schon zwischen und 1^, Winter- weizen, noch mehr Gerste und Hafer waren wärmebedürftiger, Mais keimte bei 5 *^ nicht, bei 8,7 " trag und unvollkommen. Rübsen keimt bei nahe % entwickelt sich aber nicht weiter. Lein entwickelte sich selbst bei 8,7 nur sehr langsam; Gurken keimten bei dieser Temperatur noch nicht. — Dem Roggen ist in den ersten Lebensstadien eine Temperatur des Bodens von 20 0, der Gerste von 25 0, dem Weizen von 30 <^ zur Assimilation am günstigsten. Keimungstemperatur von Zwiebelsamen.^) Es keimten im Durchschnitt bei 51 » F. 63,0, bei 60 » F. 66,5, bei 85 " 40,0 >. + 60 « wäre demnach die passendste Keimungstemperatur. Verhalten der Unkraütsamen in Grünmaisgruben, Von F. G. Stehler. 3) Jene, welche aufquellen, gehen zu Grunde, für die übrigen aber ist die Temperatur viel zu niedrig, um Tödtung herbeizuführen. Ueber Quellung und Keimung der Waldsamen. Von J. Möller.*) Versuche mit Fichte und Schwarzföhre. 1. Schon die kürzeste Quelldauer (18 Stunden) vernichtete die Keimfähigkeit einer nicht unbeträchtlichen Samenzahl, Wahrscheinlich trifft der Verlust zunächst die schwächsten Samen. Längere Quellung beeinträchtigte die Keimung um so mehr, so dass nach lOtägiger Quellung die Keimfähigkeit der Fichte von 77 auf 40, der Föhre von 87 auf 22 "/o gesunken war. Die Abnahme war aber nicht gleichraässig. 2. Die nach der Vorquellung zum Keimen ausgelegten Samen begannen um so später zu keimen, je länger die Quelluug dauerte, die durch 5 Tage gequellten Fichteusamen erst am 14, Tage. 3. In den Ver- suchen hatte Vorquellung den Beginn der Keimung verzögert, wenn die Quellzeit etwas länger war als die Durchtränkung des Samens erfordert. Aber die verglichenen nicht gequellten Samen hatten Gelegenheit, im Keim- bette selbst ausreichende Feuchtigkeit aufzunehmen. Letzteres ist bei Frei- saaten oft nicht der Fall, hier bietet Vorquellung (24 stündig) ein bequemes Mittel zur Herabsetzung der Keimdauer. 4. Versuche über den Einfluss einer höheren Temperatur des Weichwassers. Die Samen befanden sich *) Beiträge zu den naturwiss. Grundlagen des Ackerbaues. Brauuschweig 1883. 2) Annual Report of the Connecticut Agricultural Experiment Station for 1883. New-Haveu 1884. 3) Oesterr. landw. Wochenblatt 1883. No. 30. *) Centralblatt f. d. ges. Forstwesen. IX. 1883. Forschungen auf dem Ge- biete der Agriculturphysik. Bd. II. Heft 3/4. p. 302. JQfi Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. während der Quellzeit (18 — 20 Stunden) in einem Apparat, in welchem die Anfangstemperaturen rasch sanken. Wasser von 45 u. 60 ** C. Anfangs- temperatur war ohne Eiufluss auf Keimprocent und Keimung, letztere Tem- peratur verkürzte nur die Keimzeit. Wurden die Samen in Bechergläsern 1 cm hoch mit Wasser von 45, 60 u. 90 *^ Übergossen, dann frei hingestellt, so dass die Temperatur schon nach 2 Stunden auf die der Umgebung sank, so begann die Fichte bei Anwendung von 45 " früher zu keimen, auch schloss der Keimprocess eher. Uebergiessen mit Wasser von 60 ^ erniedrigte das Keimprocent und verzögerte den Beginn der Keimung. Die Föhre verhielt sich anders: in Wasser von 45 <^ geweicht begann die Keimung früher, die Keimperiode zog sich aber lange hinaus-, Wasser von 60 ^ beschleunigte die Keimung und deren Abschluss. Quellung in Wasser von 90 ^ tödtete die Fichtensamen, von der Föhre keimten noch 16 ^jo. — Für die Praxis empfiehlt sich Uebergiessen der Fichtensamen mit Wasser von 45 o, der Föhreusamen von 60 " und sofortige Ansaat nach vollständiger Durch- tränkung der Samen. Wirkung des Austrocknens auf die Keimfähigkeit der Samen. Von v. Tieghem und G. Bonnier. ^) Fabasamen wurden bei 35 ^ u. 85 " 24 Stunden getrocknet. Erstere keimten zum Theil schon nach 3 Tagen, während von letzteren noch nichts gekeimt war. Nach 8 Tagen hatten alle gekeimt, aber die ersteren Pflanzen waren bedeutend kräftiger und entwickelten sich gut weiter, während letztere in der Ent- wickelung bald aufhörten. Bei 100 « getrocknete Getreidesamen keimten nicht mehr-, von den bei 35 ^ getrockneten keimte Roggen zu 100, Hafer zu 99, Gerste zu 83, Mais zu 20 7o- Kürzere Zeit auf 100 » erwärmter Roggen keimte noch. Roggen, 6 Tage bei SO*' getrocknet, keimte noch nach 4 Tagen. Beobachtungen über dieWassermengen, welche Samenkörner aus feuchter Luft aufnehmen. Von G. Wilhelm.^) Innerhalb 25 Tagen stieg in einem mit Wasserdampf gesättigten Raum der proc. Wassergehalt oder 100 g bei von auf Weizen . 13,75 16,84 Roggen . 14,24 18,19 Gerste . 14,56 17,49 Hafer . 13,22 15,58 Hirse . 13,81 16,89 Raps 10,13 14,89 P^isolen . 12,53 18,73 Wicken . 13,23 19,19 trockuer Körner enthalten g Wasser anfänglich i scliliesslicli Zunahme Weizen . . . 15,94 20,24 4,30 Roggen . . . 16,61 22,24 5,63 Gerste . . . 15,69 21,21 5,52 Hafer . . . 15,24 21,33 6,09 Hii'se . - . 16,02 20,33 4,31 Raps . . . 11,28 17,50 6,22 Fisolen . . . 14,33 23,05 8,72 Wicken . . . 15,25 23,74 8,49 i; Naturforscher 1883. No. 16. 2) Oesterr. landw. Wochenblatt. 1883. No. 49. Pflanze. 107 Die mittlere tägliche Wasseraut'ualime war fast iii allen Fällen am ersten Tage am grössten, dann meist rasch abnehmend. Aufbewahrung der Eicheln und ßucheln im Winter.*) Aufbe- wahrungsversuche im Walde: Der möglichst ebene Platz wird rein gerecht, dann der Platz mit einem Rillenzieher durchfurcht. In diese Rillen wird ver- gifteter Weizen gestreut und mit Erde schwach bedeckt. Die gut abgelüfteten Samen resp. Früchte werden auf diesem Platz dünn ausgebreitet, höchstens in doppelter Körnerschichte , dann mit trocknem Laub 15 — 20 cm hoch bedeckt. Darüber kommt Laubholzrcisig und darum ein Gatter gegen Wild. Im Frühjahr wird trocknes Laub bis 40 cm Höhe auf die abge- trocknete Herbstdecke gebracht. Diese verhindert das Eindringen der Wärme und hält so die Keimung zurück. Resultate befriedigend. Grössere Quan- titäten können wegen zu grosser Fläche nicht in dieser Weise aufbewahrt werden. — Der Zustand des Bodens und der Laubfläche ist von entschei- dendem Einflüsse auf die Erhaltung der Keimfähigkeit der Eicheln und Buchein. Dieselbe erhielt sich schlecht auf einer Unterlage von Humus, bei Ueberdeckung mit alter, filziger Laubdecke und auf kurzem Rasen. Auch Mischung mit trocknem Laube lieferte beträchtlichen Abgang. Ueberwinterung der Eichein (u. Rosskastanien), Von Lode- mann.2) Die sehr spät gesammelten Eicheln werden auf einem nicht zu feuchten Rasenplatz bis 30 cm hoch aufgeschüttet, bei Eintritt grösserer Kälte mit einer 10 cm hohen Laubdecke, darüber Fichtenreisig, versehen. Im Frühjahr werden Laub und Reisig zur Hintanhaltung der Keimung ent- fernt. Bei sehr trockener Witterung wird Morgens begossen und darauf bedeckt. Beziehungen zwischen der Keimfähigkeit und dem Wasser- gehalt der Zuckerrübensaraen. Von E. Sostmann.^) zum Versuch verwandt Keimepr. Keime pr. 100 Sorte Kleine Wanzlebener Imperial Dippe's zuckerreichster . . Kleine Wanzlebener Original Russischer Imperator 2 g Knäule erzielte Keime 2 75 111 2 94 109 2 81 84 2 108 124 2 118 102 2 86 140 2 77 85 2 76 87 2 76 87 2 93 143 Knäule 148 116 104 115 86 163 110 114 114 113 100 g Knäule 5550 5450 4200 6200 5100 7000 4250 4350 4350 6650 Wasser- gehalt der Knäule /o 17,26 18,30 17,27 15,36 13,57 14,92 17,67 15,24 15,24 14,40 Dauer der Keimkraft von Pinus silvestris. Von C. Biskup.*) Von einer gewissen Menge ungeflügelten Kiefernsamens gingen auf im 1. Frühjahr nach der Ernte durchschnittlich 100 Pflanzen, im 2. 88, im 3. 36, im 4. 19, im 5. 2. Bei geflügelten Kiefersamen, in gleicher Weise aufbewahrt, stellt sich die 1) Oesterr. Forstzelt. 1883. No. 14. 2) Hannov. Land- u. forstwirthsch. Vcreinsbl. 1882. No. 43. 3) Centralbl. f. Agriculturchem. 1883. Heft b. p. 334. — Deutsche Zucker- industrie 1882. No. 13. *) Oesterr. Forstzeit. 1883. No. 4. ■JQO Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Dauer der Keimfähigkeit etwas günstiger, so dass derlei Samen noch im 3. Jahre nach der Ernte mit Erfolg angebaut werden kann. — Der jüngste Samen keimte nur 8 bis 10 Tage früher als der um ein Jahr ältere und um 3 Wochen fiühcr als der um 2 Jabr ältere. — Hinsichtlich der Qua- lität der Pflanzen behaupteten die Saaten mit dem jüngeren Samen den Vorzug vor jenen mit dem älteren. — Die erwähnten Untei'schicde treten zum Nachtheile des älteren Samens greller hervor auf kiesigem, kaltem und im Untergrunde undurchlässigem Boden als auf lehmhaltigem oder lockerem Sandboden; bei ungünstiger, zumal dürrer Witterung stärker als bei günstigen Witterungsverhältnisseu nach der Aussaat. Die chemischen Veränderungen beim Auswachsen des Ge- treides. Von Märcker u. Kobus.^) Nach den Untersuchungen des Ersteren bei Gerste konnte durch die auf dem gewöhnlichen Wege der Futteranalyse ausgeführten Bestimmungen kein erheblicher Unterschied zwischen der gut eingekommenen und der ausgewachsenen Gerste constatirt werden. Die im Wasser löslichen Bestandtheile hatten erheblich zugenommen in Folge Veränderung der Kohlehydrate durch energische Diastasewirkung. Die ausgewachsenen Körner enthielten 57,98, die gut eingekommenen 64,10 ^/o Stärke. Am tiefsten greifend waren die Veränderungen der stickstoffhaltigen Verbindungen. Gesammtstickstoff . Stickstoff als Salpetersäure „ „ Amide . . „ „ Ammoniak . „ „ lösl. Eiweiss „ „ unlösl. Eiweiss Von 100 Tbl. Stickstoff war vorhanden in Form von Amiden 22,2 1,5 Ammoniak 2,2 2,4 löslichem Eiweiss .... 1,8 4,6 unlöslichem Eiweiss . . . 73,8 91,8 Die Verminderung des löslichen Eiweisscs erklärt sich durch Ueber- gang in Amide; aus derselben Ursache erklärt sich die Verminderung an uiüöslichem Eiweiss. — Die Keimfähigkeit der ausgewachsenen Gerste war von 98 auf 45 "/o gesunken. Auch die Untersuchungen von Kobus an ausgewachsenem Weizen er- gaben Verminderung der Stärke, Zunahme der löslichen Kohlehydrate und tiefgreifende Veränderung der Eiweissstoffe. Von 100 Tbl. vorhandenen Stickstoffs waren Eiweissstickstoff .... 54,9 % Nichteiweissstickstoff . . . 45,1 *Vo Der Klebergehalt hatte sich um 20 — 25 "/o vermindert. Beregnete und nicht beregnete Gerste. Von F. Farsky. ^). Von trocken eingebrachter Gerste keimten 98, von durch 8 Tage dauerndes starkes Beregnen ausgewachsener 45 "/o- Zusammensetzung in Proc: ausgewachsen normal 2,045 1,900 Spur Spur 0,454 0,028 0,044 0,045 0,036 0,087 1,511 1,740 ') Centralb]. für Agriculturchcni. 1883. lieft 5. p. 326. 2) Allg. Brauer- u. Hopfenztg. 1883. No. 68. Beilage. pflanze. 109 Nicht beregnet Wasser .... N-haltlge Bestandth. Fett .... N-freie Extractstoffe Holzfaser . . Asche . . . Kali . . . Pbosphorsäure 12,34 11,25 1,98 66,11 6,12 2,20 12,83 2,26 75,42 6,98 2,51 14,76 11,45 1,67 64,00 5,72 2,40 Beregnet 13,43 1,96 75,08 6,71 2,82 0,41 0,70 0,47 0,79 0,39 0,70 0,46 0,82 100 Theile der untersuchten Proben enthielten: Gesammtstickstoff . . . 1,8000 1,8320 Salpetersäurestickstoff . . 0,0014 = 0,08 o/o Spuren Ammouiakstickstoff . . . 0,0102 = 0,57 „ 0,0099 = 0,54 o/o Amidstickstoff .... 0,0271 = 1,50 „ 0,3664 = 20,00 „ Eiweissstickstoffl ^^^}'^^' / 1 unloshch 0,0831 1,6800 = 4,52 „ = 93,33 „ 0,0507 = 1,4050 = 2,77 „ 70,69 „ Der Wasserextract enthielt: Dextrin . . . 2,12 "/o 1,05 o/o Traubenzucker . Spuren 2,32 „ Maltose . . . 1,56 o/o 4,27 „ Andere lösliche Stoffe . 4,72 „ 6,35 „ 8,40 o/o 13,990/0 Zusammensetzung ausgewachsenen Weizens. Von Bailand. i) Reicher au Zucker, ärmer an Fett. Der Kleber hat sich verändert, zum Theil in lösliches Albumin. lieber die Veränderung der Substanz des Gerstenkornes durch die Keimung. Von K. Michel.^) Im höchsten Stadium der Keimung entwickelt sich ein eigenthümlicher, den geschälten Gurken ähn- licher Geruch von unbekannter Natur. Studien über die Kleberzellen bei den Getreidesorten. Von Johaunsen.3) Diese sollten besser Fettzellen heissen; sie enthalten Fett- kugeln, einem plasmatischen Netze eingelagert. Beiträge zur Morphologie der Keimblätter. Von Winkler.^) Trotz der scheinbaren Gleichförmigkeit findet eine ziemliche Mannigfaltig- keit in der Bildung der Keimblätter statt: Abweichungen in Insertion und Grösse, in der Gestalt der Spreiten, in der Spaltung oder Verwachsung derselben. Mechanische Schutzmittel der Samen gegen äussere, schäd- liche Einflüsse. Von R. Marloth. Naturforscher 1883. No. 37. Ueber einige Fruchtgehäuse, die ihre Samen infolge von Benetzung frei legen. Von Steinbrinck.^) Caltha und Veronica. Schnellkeimapparat von Coldewe und Schönjahn.^) Besteht aus einem Wasserbehälter, darüber einem Keimsieb aus Thon, der Wasser- 1) Anual. agron. 1. IX. No. 3. p. 135. •^) Flora 1883. No. 23. ") Botanisches Centralblatt. Bd. XV. No. 10. p. 30.5. *) Ibid. XIII. No. 12. p. 410. ^) Berichte der deutschen botan. Ges. Bd. I. Heft 7. ^) Oesterr. landw. Wochenblatt 1883. No. 50. 110 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. behälter wird mit einem Filzdeckel verschlossen. „Der Keimprocess wird hier durch Verdunstung von Wasser erzielt." Beim Gebrauch wird der Behälter zum Theil mit Wasser gefüllt, in die Löcher des Keimsiebs kommen die zu prüfenden Samen, die Körner werden mit einer Schicht Sand be- deckt, der von obenher angefeuchtet wird. Dann wird der Behälter mit dem Filzdeckel geschlossen. Die Keimung soll ausserordentlich rasch be- ginnen. Kritik des obigen Schnellkeimapparates. Von C. 0. Harz.^) Das Princip des Apparates bietet nichts neues, ähnliche Vorrichtungen können auf billigerem Wege selbst hergestellt werden, für die meisten Samen ist der Apparat unbrauchbar, weil es unmöglich ist, sie so zu legen, dass die Mikropyle genau nach unten zu liegen kommt, der Apparat nimmt nur 100 Körner Gerste und ähnliche Sämereien auf, was für einen richtigen Durchschnitt zu wenig ist. Im Allgemeinen erklärt Verf. den Apparat für ein theueres, zeitraubendes Spielzeug. Jahresbericht der Schweizer Samencontrolstatiou pro 1882. Von F. G. Stebler.2) Wir geben die Tabelle der Durchschnittsresultate von 1876 — 1883. Bei Rothklee, Luzerne und Esparsette ist die Hälfte der hartgebliebenen Körner als keimfähig angenommen, bei den übrigen Kleearten ein Drittel. „ . , . Zahl der Keim- Zahl der Samenart q. untersuchten fähigkeit untersuchten '0 Proben o/q Proben Rothklee 96,7 1877 90 1335 Weissklee 93,4 146 74 141 Bastardklee 95,1 157 65 140 Luzerne 97,2 524 89 490 Esparsette 95,8 497 73 518 Sumpfschotenklee . . . 88,5 16 66 15 Schotenklee, grobkörnig . 83,4 2 47 2 Inkarnatklee .... 97,5 12 94 11 Hopfenklee 94,9 39 71 39 Melilotenklee, weissblüh. 98,5 1 87 1 „ gelbblüh. 84,2 1 48 1 Wundklee 90,4 1 89 1 Alexandrin. Klee . . . 88,5 1 97 1 Sandluzerne 98,6 1 78 1 Serradella 97,9 2 79 2 Pimpernelle 64,6 1 46 ^) 1 Buchweizen "98,7 1 67 3 Saatwicken 96,3 30 95 31 Haar- und viers. Wicke .40 4 29 4 Weisser Senf .... 97,7 1 64 1 Ackerspergel .... 98,1 2 71 2 Riesenspergel .... 96,8 4 74 4 Mais, weisser Pferdezahn 97,6 27 80 32 Mais, Cinquantino . . . 99,6 1 98 1 ') Zeitschrift des landw. Vereins in Bayern 1883. Novemberheft. 2) Schweizer, landw. Zeitschrift 188:3. 10. p. 48;{. 3) 100 Körner trieben nur 46 Keime, obscLon die meisten zwei Keimlinge enthalten. pflanze. 111 Samenart Mais, Pferdczalin, mixed Mais, grobkörn., gelber . Hanf .... Lein .... Schafgarbe . . Aleppomohrhirse Engl. Futterrüben Stoppelrüben Möhren . . . Kolilrüben . . Sojabohne . . Sellerie . . . Spinat . . . Zwiebeln . . . Urtica tenacissima Raygras, franz. . engl. . „ ital. Knaulgras . . Kammgras . . Timothee . . . Wiesenfuchsschwanz Ackerfuchsschwanz Wiesenschwingel Härtl. Schwingel Rother Schwingel Schafschwingel, feinblättr, Rohrschwingel . Verschiedenbl. Schwingel Wiesenrispengras i) Hainrispengras ^) Goldhafer . . . Drahtschmiele i) Rasenschmiele ^) Fioringras^) . . . Ruchgras .... Puel'sches Ruchgras Honiggras, voll. Wassersüssgras . . Fluthendes Süssgras Rohrglanzgras . . Gefiederte Zwenke Weisse Trespe . . Aufrechte Trespe . Rauhe Reinheit /o 94 92,9 98 98,7 99,3 9G,7 88,2 98,3 99,6 64,9 94,2 91,8 73,6 87,3 96,8 81,6 62,2 83,4 89,7 79,6 85,5 98,2 92,7 84,1 79,0 34,6 81,7 71,7 71,8 77,8 80,9 66,5 78,7 79,3 94,3 65,7 67 79,3 93,5 Zahl der untersuchten Proben 1 1 104 13 372 360 309 29 123 235 119 1 201 90 38 22 1 2 182 24 59 22 26 97 28 20 127 3 1 3 8 28 11 1 Keim- fähigkeit 7o 48 71 84 85 28 31 94 91 49 65 59 77 43 84 84 63 71 60 59 52 87 22 22 73 48 31 38 65 63 48 46 37 27 39 82 23 18 35 45 13 42 31 49 61 35 Zahl der untersuchten Proben 1 2 113 12 1 1 2 4 12 5 9 2 1 1 1 352 351 310 282 119 223 112 1 202 87 36 21 1 2 101 6 51 7 5 42 29 19 120 1 1 2 8 26 11 1 1) Durchschnitte von 1881/82 und 1882/83. 112 Boden, Waaser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Reinheit 7o Zahl der Keim- Zahl der Samonart untersuchten fähigkeit untersuchten Proben 7o Proben Scbrader's Trespe . . 98,7 1 82 Wehrlose „ . . — — 86 Trespeiischwingel . . 86,8 23 Ackertrespe .... 95,5 92 Roggentrespe . . . 84,0 81 Geknieter Fuchsschwanz 85,3 10 Salzschwadengras . . 62,9 58 Kiefer — — 56 31 Fichte — — 64 10 Weisstanne .... — — 17 13 Lärche 73,4 1 40 17 Weymouthskiefer . . — — 25 8 Bergkiefer .... — — 44 2 Kanadische Kiefer — — 63 2 Schwarzkiefer . . . — — 64 6 Korsische Kiefer . . — — 41 2 Meerkiefer .... — — 67 Birken — — 17 Rotherlen .... — — 21 Weisserlen .... — — 13 Robinie — — 55 Wellingtonie . . . — — 24 Douglastanne . . . — — 49 Picea grandis . . . — — 28 Pinus ponderosa . . — — 34 „ tuberculata . . — — 39 Mittheilungen au s der sch\ veizerischen Sameucont] ^olstation in Zürich. Von F. G Stehler. 1) Tarif. — Als Durchschnittsqualität ist verlangt: Reinheit . 98 Keimfähigkeit 7o 88 Rothkle e . . . Weisski ee . . . 96 75 Bastard klec . . . 97 75 Luzerne . 98 90 Gelbkle e . . . 97 85 Esparse tte . . . 96 80 Franz. Raygras . . 70 60 Engl. 1^ . 95 75 Ital. » . 95 70 Knaulgr as . . . 75 60 Timothj ^gras . . 95 85 Wiesens chwingel . 95 75 Härtl. S chwiugel . 85 50 Woll. l Honiggras . 80 50 Wieseuf uchsschwan z . 90 30 Kammgi -as . . . 93 60 Wieseni ispengras . 85 60 Fioringr as . . . 85 85 ») Schweizer, landw. Zeitschrift. XI. (1883). No. 2. p. 96. Pflanze. 11^ Bericht der Samencontrolstation zu Breslau. Von E. Eidam, i) Sameucontrole der Versuchsstation Regenwalde. Wochen- schrift der pommerschen ökon, Gesellschaft. 1883. No. 13. Gewinnung von Grassamen durch Raffen. Von A. Kohlert.^) Tritt für diese Gewinnungsmethode ein, sie müsse sich aber auf die richtigen Gräser beschränken, nicht bei Nacht und Nebel geschehen, kurz in ratio- neller Weise vorgenommen werden. Hebung der Samenzucht in Oesterreich. Von A. v. Lieben- berg. 3) Schaffung eines Versuchsfeldes oder einer Versuchswirthschaft zur Ermittelung der passendsten Saatzeit und Saatmethode, Erntezeit und Ernte- methode. Anregung der Landwirthe zu einfachen Versuchen. Errichtung von Samencontrolstationen. Samenausstellungen nach richtigem Princip. Unterricht in Samenkuude und Samenzucht. Bericht über die allgemeine nordische Samenausstellung und den Sameucongress in Sundsvall im Jahre 1882. Von A. v. Liebenberg. Ref. Journal f. Landwirthschaft. 1882. 4. p. 463. B. Wasser aufnähme, Wasserverbrauch, Wasserbewegung, Saftbewegung. Einfluss des äusseren Drucks auf die Absorption von Wasser durch die Wurzeln. Von J. Vesque.^) Die Wasseraufnahme durch die Wurzeln scheint bei der Alpenrose proportional der Differenz zwischen dem Druck der Atmosphäre und dem der im Holzkörper der Wurzel enthaltenen Luft zuzunehmen; schon grössere Schwankungen im atmosphärischen Luft- druck müssen einen merklichen Erfolg auf die Wasscraufnahme ausüben. Der Druck der im Holz der Wurzel eingeschlossenen Luft war gewöhnlich bis gegen 9 cm Hg niedriger als der der Atmosphäre. Auf die Saubohne (krautige Pflanze) hat der äussere Druck einen geringeren Einfluss. Ueber Wasserverdunstung und Wasseraufnahme der Baum- zweige im winterlichen Zustanxle. Von R. Hartig.^) 1. Die Ver- dunstung der Laub- und Nadelholzzweige während des Winterzustandes ist nach Art sehr verschieden. Bei normalem Wassergehalt stellt sich die Reihenfolge von der geringsten Verdunstungsgeschwindigkeit an: Birke, Eiche, Rothbuche, Hainbuche, Schwarzkiefer, gemeine Kiefer, Fichte. Nachdem der anfängliche Wassergehalt sich etwas vermindert hat, nehmen Schwarzkiefer und Birke einen ganz anderen Gang als die anderen Holzarten, die nicht erheblich von einander abweichen. Am langsamsten verdunstet nämlich die Schwarzkiefer, welche nach 4 Wochen noch 63 <^/o ihres normalen Wassers, d. h. soviel enthält, als die gemeine Kiefer am 8. Tage des Versuches. Auch die Birke verdunstet auffallend langsam. Bei den anderen genannten Holzarten nimmt mit der Verminderung des Wassergehalts die Schnelligkeit der Verdunstung ab. Bei allen Holzarten ist die Verdunstung stärker am Tage als in der Nacht. 2. An Regentagen haben die Zweige, insbesonders 1) Der Landwirth 1883. No. 9. 2) Prager landw. Wochenblatt 1883. No. 3. ^) Wiener laudw. Zeitung 1882. *) Compt. r. T. XCVII. 1883. p. 718. — Botan. Centralblatt. Bd. XVII. No. 12. p. 367. f^) Flora 1883. No. 23. Jahresbericht 1883. 8 ■{■fA Boden, "WaBBer, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. der Laubhölzcr, relativ grosse Wassermengeu aufgenommen. Die drei Nadel- hölzer scheinen dagegen die Befähigung der Wasseraufnahme nur in gc- rmgem Masse zu besitzen. Wasseraufnahme aus dem Boden. Von H. Hellriegel. ^) Die Pflanzen welkten (einige eher als andere), wenn der Procentgehalt des Ver- suchsbodens an Wasser auf 8 — 12 % heruntergegangen war. Ein Wasser- gehalt von etwa 16 ^jo oder ein Feuchtigkeitsquantum von etwa 35 ^jo dürfte auch bei hoch gesteigerter Verdunstung genügen, um das Welken zu ver- hindern. Ueber die Aufnahme von Wasser durch die Blüthenköpfe einiger Compositen. Von A. Burgerstein. 2) Solche findet besonders durch die Unterseite statt. Studien über Verdunstung. Von P. Sorauer.^j (Nachträge. Vgl. Jahresber. 1880. p. 256). Verf. sieht in der Verdunstung der Pflanzen einen Vorgang, dem Schwitzen des Thierkörpers vergleichbar und stellt sich vor, das das ausgeathmete Wasser in seinen Mengeverhältnissen durch die Energie gewisser Oxydationsvorgäuge im Innern des Pflanzeuleibes bestimmt wird. Je grösser der Stoffumsatz, desto mehr (Kohlensäure und) Wasser wird die Pflanze abgeben. Die Grösse des Stoffumsatzes hängt ab von der Menge des disponiblen organischen Materials (von der Menge der Trocken- substanz), sowie von anderen Faktoren ab. Ganz wesentlich hängt die Ver- dunstungsggrösse ab von der Constitution des ludividiums, welche bei der- selben Art und Varietät nach Boden und Klima wechselt. Allerdings wirken Boden und Klima auch direkt auf die Wasserabgabe ein. Aber diese Ein- wirkung ist keine dorainirende, wie Verf. aus den langen Nachwirkungen der bisher entfalteten Wachsthumsintensität bei dem plötzlichen Transport der Pflanze in andere Vegetationsverhältnisse erschliesst. „Geht die Ver- dunstung parallel der Productionsintensität, welche die Menge des die Ver- dunstungsgrösse bestimmenden Oxydationsmaterials regelt, dann rauss die Transpiration pro qcm Blattfläche um so geringer sein, je mehr Blattfläche einem Individium zur Herstellung des Grammes Trockensubstanz zur Ver- fügung steht. Die nachfolgenden Versuche zeigen, dass dies thatsächlich der Fall ist". 1. Einfluss der Entlaubung auf die Transspiration in der Zeit kräftigsten Wachsthums. Versuche mit Kürbissämlingen. Die theilweise entlaubten Pflanzen hielten mit den unverletzten in der Ver- dunstung gleichen Schritt-, also muss die restirende Blattfläche eine erhöhte Verdunstung entwickelt haben. 2. Verdunstungsgrösse bei Vorhanden- sein des Optimmus der Nährstofflösung. Vgl. Jahresbericht 1882. p. 169. Die mit grossen Blattflächen arbeitenden Exemplare zeigen kleine Verdunstungsgrösse pro qcm. „Die Verdunstungsgrösse geht parallel der Assimilationsenergie der Pflanzen und beide sind um so geringer pro qcm Blattfläche, je grösser der gesammte Blattapparat ist, welcher der Pflanze zur Herstellung von 1 g Trockensubstanz zur Verfügung steht". Transspirationsoptimum. Von F. Tchaplowitz.^) Die Versuchs- pflanzen befanden sich in glaswandigen Versuchshäuschen von etwa 1 cbm Inhalt. In dem einen Hause wurde die Luft feucht gemacht, das andere ^) Beiträge zu den natiirw. Grundlagen des Ackerbaus. Braunschweig, 1883. *) Berichte der deutschen botau. Ges. Bd. I. Heft 8. p. 367. 8) Forschungen auf dem Gebiete der Agrlculturphys. Bd. VI. Heft 1/2. p. 79. *) Botau. Zeituug 1883. No. 22. Pflanze. 115 erhielt unveränderte atmosphärische Luft. „Bei Tropaeolum majus (und anderen Pflanzen) ist im jugendlichen Zustande bei den angeführten Tempe- raturen mit der in den Versuchen angegebenen Erhöhung der Dunstsättigung und der offenbar nur in Folge dessen herabgedrückten Transspiration eine bedeutende Erhöhung der Assimilation verknüpft. Da nun aber von anderer Seite und früher gefunden worden ist, dass eine zu weit gehende Hemmung der Transspiration die Assimilation herabstimmt, so drängt sich der Schluss auf, dass für die Pflanze wohl allgemein die Geltung eines Transspirations- optimums stattfinden muss". Verhältniss zwischen Production und Verdunstung. Von H. Hellriegel.^) Jeder Fehler in der Ernährung oder im Wachsthum drückt die Production von Pflanzensubstanz und die Verdunstung herunter, hierbei erhöht sich aber pro g Trockensubstanz der Wasserverbrauch in dem Masse als die Production sinkt. Am Versuchsorte verdunstete pro g Trockensubstanz bei normal gezogenen Pflanzen: Gerste . . . 310 g Wasser 338 „ 55 353 „ 55 376 „ 55 282 „ 55 273 „ 55 310 „ 55 363 „ 55 329 „ Sommerweizen Sommerroggen Hafer . . . . Pferdebohnen . Erbsen . . . Rothklee . . Buchweizen Sommerrübsen Der Grund, warum sich in der Praxis die eine Pflanzenart mehr für eine feuchte, die andere mehr für eine trockne Lage eignet, ist nicht in dem Verhältniss der Transspiration zur Assimilation und Production zu suchen. Die relativen Verdunstungsgrössen unserer Culturgewächse sind nicht so von einander verschieden als man nach dem äusseren Bau der- selben vermuthen möchte. Transspirationsbedingungeli. Von H. Hellriegel. 2) In feuchter Luft verdunsteten die Pflanzen zwar weniger, aber die Verminderung blieb ohne Einfluss auf Production und Gesammtentwickelung. Die Grösse der verdunstenden Oberfläche bei verschiedenen Pflanzeuarten. Von H. Hellriegel.^) Messungen. Uebrigens ist die Oberfläche wie der ganze Wuchs der Pflanze verschieden je nach der im Boden vorhandenen Wassermenge, nämlich bei mehr Wasser wird die Ober- fläche grösser. Einfluss des Wassergehalts im Torfboden auf die Pflanzen- production. Von R. Heinrich.*) Mit 2000 g eines Torfbodens, von dem 100 g Trockensubstanz 235 g Wasser aufnahmen, wurden Blumen- töpfe und Glashäfen gefüllt, in diese ein Grasgemisch gesät; täglich wurde mit verschiedenen Quantitäten Wasser begossen. ') Beiträge zu den naturwiss. Grundlagen des Ackerbaus. Braunachweig, 1883. 2) Ibid. ») Ibid. *) Grundlagen zur Beurtheilung der Ackerkrume in Beziehung auf landw. Pflanzenproduction. Wismar, 1882. Centralbl. f. Agriculturchem. 1883. Heft 2. p. 109. 8* ■t-fg Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger, Erträge an lufttrockuen Gräsern in g: 0,2 0,5 1,8 8,5 15,9 13,1 13,2 13,8 8,1 bei einem Wassergehalt (Procente der Wassercapacität) von: "/o 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 Die Vegetation war also bei 10 ^/o Feuchtigkeit unmöglich. Einfluss der Bodenfeuchtigkeit auf die Productiou. Von H. Hellriegel.^) Bei weniger Wasser als etwa einem Drittel (33 %) der wasserfassenden Kraft des Bodens entsjjricht, tritt eine Schädigung der Production ein; 20% sind ungenügend, bei 10% und weniger wird die Production fast unmöglich. Ebenso leidet die Production, wenn das Wasser- quantum im Boden 60 % seiner wasserfassenden Kraft übersteigt. Verhältniss zwischen Wasserbedarf und Regenfall. Von H. Hellriegel.^) Unter den beobachteten Verhältnissen wurde der mittlere Regenfall während der Vegetatiouszeit zu einer Durchschnittsernte durch Transspiration und Bodeuverdunstung gerade aufgebraucht. In einigen Jahren war der Regenfall nicht genügend, um den Bedarf einer Mittelernte Gerste an Verdunstungswasser zu decken. — Für den Sommerverbrauch bleibt ein Theil der Winterfeuchtigkeit (50 %) der wasserfassenden Kraft disponibel, der je nach den Böden sehr verschieden ist. Einfluss kürzerer Durstperioden auf die Production. Von H. Hellriegel. 3) Trockenperioden waren schädlich, wenn sie in eine frühe Periode der Vegetation (vom Beginn der Bestückung bis zur energischen Streckung des Halms) fielen, weniger schädlich zur Zeit der Blüthe und Samenbilduug, am allerwenigsten noch später. Directe Beobachtung der Wasserbewegung in den Gefässen. Von J. Vesque.^) Durch passend geführte Schnitte werden Gefässe eines Zweiges von Hartwegia comosa freigelegt und die Bewegung und deren Ge- schwindigkeit an in der eingesogenen Flüssigkeit enthaltenen Calciumöxalat- kryställchen gemessen. Auch kleine Mengen Öl gestatten die Wasser- bewegung zu erkennen. Fortbewegung des Wassers tritt ein, wenn die Gefässe ganz mit Wasser erfüllt sind; wenn lange Wassersäulen durch Luft- blasen unterbrochen werden; keine Bewegung, wenn kleine Wassermengen mit Luftblasen abwechseln. Die Gefässe sind oft Wasserleiter, immer Wasser- reservoire. Ueber den Transspirationsstrom in Holzpflanzen. Von J. Dufour.5) Verf. vertritt die Imbitionshypothese und sucht sie durch Ver- suche zu stützen. Zur Lehre von der Wasserbewegung in transspirirenden Pflanzen. Von R. H artig. lU. Heft der Untersuchungen aus dem forst- botanischen Institut in München. Berlin, 1883. Botan. Centralblatt. Bd. XIII. No. 12. Forschungen auf dem Gebiete der Agriculturphysik. Bd. VI. Heft 5. p. 460. Vergl. Jahresbericht 1882. p. 170. Die Gasdrucktheorie und die Sachs'sche Imbibitionstheorie. Von R, Hartig. Berlin, 1883 bei Springer. >) Beiträge zu den naturw. Grundlagen des Ackerbaus, ßrannschweig, 1883. *) Beiträge zu den naturw. Grundlagen des Ackerbaus. Brauuschweig, 1883. 8) Ibid. *) Annal. des sc. nat. Botan. Sör. VI. 1883. No. 1. Botau. Centralblatt. Bd. XV. No. 12. p. 371. "*) Forschungen auf d. Gebiete der Agriculturphysik. Bd. VI. Heft 5. p. 4GG. Pflanze. 1|7 Kritische Bern erklingen zur Böhm-Hartig'schen Theorie der Wasserbewegung. Von A. Zimmermann. Berichte der deutschen botan. Ges. I. Heft 4. p. 183. lieber Bau und Function des pflanzlichen Hautgewebe- systems. Von M. Westermaier.i) Dasselbe umgiebt als "Wassergewebe mantelförmig die Organe und fungirt neben den Gefässen und Tracheiden als Wasserversorgungssystem. Remarques critiques sur les travaux recents eoncernant le mouvement de l'eau dans le bois. Von J. Vesque. Annal. agron. T. IX. No. 1. (1883). p. 21. Forschungen auf dem Gebiete der Agriculturphysik. Bd. VI. Heft 3/4. p. 300. Saftleituug im Kern- oder Reifholz. Von R. Hartig.^) Bei Birken und Rothbuchen leitet der ältere, innere Holztheil das Wasser, bei Eiche und Fichte nicht. Die Saftleistung der Wurzelknollen von Dahlia variabilis. Von C. Kr aus. 3) Einleitung, betreffend den Transport organischer Stoffe auf dem Wege der Filtration. Anatomische und physiologische Literatur über Dalilia. Morphologisches über die zu den Versuchen verwendeten Dahlienstöcke und deren weitere Entwickelung. Die Blutung der in Sand eingewurzelten Stöcke. Specielle Analyse der einzelnen Thcile des Wurzel- systems: 1) Die Saftleistung der Wurzelknollen. Der anatomische Aufbau derselben (mit Abbildungen). Die Saftentleerung auf frischen Querschnitten. Die Qualität des ausgeschiedenen Safts. (Der auf gründlich abgespritzten Wundflächen besonders aus gewissen Elementen des Xylems hervorquellende Saft ist sauer und enthält Inulin; ebensolcher Saft dringt aus dem Mark- parcnchym. In den Knollen von Dahlia findet eine Fortbewegung sauren, inulinhaltigeu Safts auf dem Wege der Filtration besonders in gewissen Zellschichten statt. Zur Erkennung dieser Bewegung müssen aber die ersten Stadien der Saftentleerung ins Auge gefasst werden, da spätere Beobach- tungen ein anderes Bild zeigen, welches die im normalen Zusammenhange herrschenden Verhältnisse nicht mehr erkennen lässt. Die Entleerung sauren Safts geht nämlich bald in Ausscheidung neutralen und alkalischen Safts über, es genügt aber Wegaahme einer äusserst dünnen Zellschicht der Wundfläche, um sofort wieder sauren Saft hervorquellen zu lassen.) Die Ursachen der Saftauspressung (Querspannungen, von der Art des Dicken- wachsthums rührend). Die Saftfiltration in unversehrten Knollen. (Zusam- menwirken der Spannungen und der mit dem Alter der Zellen eintretenden Gestaltsänderungen dieser.) Die weitere Leistung der Knollen nach dem Erlöschen der anfänglichen Ausscheidung. (Weiterhin tritt eine energische Blutung klaren, stark alkalischen Safts aus dem sauren Saft enthaltenden gesunden Gewebe ein.) Die Qualität des nunmehr ausgeschiedenen Safts. Die Herkunft dieses Safts und seiner Bestandtheile. Die Leistung der jungen neugebildeten Wurzeln (diese treiben Saft von ziemlich neutraler Reaktion hervor). Das Zusammenwirken der jungen Wurzeln und der Wurzelknollen bei der Blutung der jungen Triebe. ^) Pringsheim's Jahrb. f. wiss. Botan. Bd. XIV. Forschungen auf dem Gebiete der Agriculturphys. Bd. VI. Heft 3/4. p. 301. 2) Oesterr. Forstzeit. 1883. No. 5. ^) Zweite Abhandlung der Untersuchungen über die Saftleistung der Wurzeln, besonders ihrer jüngsten Theile. Forschungen auf dem Gebiete d. Agriculturphys. Bd. VI. Heft 5. p. 395—459. 118 Bodeu, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. C. Assimilation und Stoft'wechsel. Athmungsgrösse während der Vegetation der Haferpflanze. Von R. Heinrich. 1) Verf. suchte die Mengen von Kohlensäure festzustellen, welche die Haferpflanze in ihren verschiedenen Entwicklungsperioden aus- athmet. Die Athmungsgrösse wurde an mehreren Durchschnittspflanzen bestimmt. Periode I. n. m. IV. V. VI. vn. vm. IX. X. XI. xn. xm. In der Zeit vom 28. 28. 4. 11. 18. 25. 2. 9. 16. 23. 30. 6. 13. April Mai Juni Juli bis 27. Mai 3. Juni 10. „ 17. „ 24. „ 1. Juli 8. „ 15. „ 22. „ 29. „ 5. Aug. 12. „ 26. „ Trockensubstanz V. 1000 Pflanzen g 35,2 53,9 86,7 202,3 367,2 535,1 882,1 2037,9 2229,1 2557,3 2594,7 2625,0 2618,4 Athmungsgrösse V. 1000 Pflanzen während der Periode 1 58,0 27,4 34,8 44,6 63,0 82,3 87,3 140,0 191,2 193,6 155,4 91,4 118,3 Mittel pro Tag 1,935 3,930 4,973 6,368 8,995 11,750 12,465 19,995 27,315 27,600 22,200 13,050 8,450 Sa. 1287,3 = 633,2 g Kohlenstoff, etwa Es macht dies 2321,6 g Kohlensäure gleich 1583 g Traubenzucker. Verathmet ist ungefähr das halbe Gewicht der in der Ernte enthaltenen Trockensubstanz. Abhängigkeit der Athmung von der Temperatur: Trockensubstanz In 24 Stunden der Versuchs- Temperatur «C 14—15 20,5 25 30 35 40 pflanze g 0,664 0,971 1,055 1,593 2,609 1,400 entwickelte Kohlensäure ccm 7,1 35,0 104,0 156,0 192,0 60,0 Kohlensäurebildung pro g Trocken- substanz 10,1 36,1 99,5 97,9 73,6 42,9 Sur la respiration des plantes aquatiques ou aquato-acrien- nes submergees. Cömpt. r. T. XCVI. 1883. No. 6. Athmung und Transspiration der Pilze. Von G. Bonnier u. L. M angin. 2) Das Volum des absorbirten Sauerstoffes ist grösser als das der gebildeten Kohlensäure. Bei Athmung in einem abgeschlossenen Luft- volumen wird der Sauerstoff bald gänzlich verbraucht, während sich grosse Mengen Kohlensäure in Folge innerer Athmung entwickeln. Die Athmung wächst regelmässig mit der Temperatur, das Verhältniss zwischen Kohlen- säure und Sauerstoff ändert sich bei derselben Species nicht merklich mit ^) Grundlagen zur Beurtheilung der Ackerkrume. Von R. Heinrich. Wismar, 1882. Forschungen auf dem Gebiete d. Agriculturphys. Bd. II. Heft 3/4. p. 308. — ') Naturforscher 1883. No. 23. Pflanze. 119 der Temperatur. Bei gleicher Belichtung und Temperatur steigt die Inten- sität der Athmung merklich mit dem Feuchtigkeitszustand der Luft. Das diffuse Licht vermindert die Athmung. Unter dem Einfluss der brechbareren Strahlen ist die Athmungsintensität grösser als unter dem Einfluss der weniger brechbaren. Die Verdunstung ist stärker im diffusen Licht als in der Dunkelheit. Farbe und Assimilation. Von Th. W. Engelmann. i) 1. Assi- milation findet nur in den farbstoffhaltigen Plasmatheilchen statt. 2. Bei allen Assimilationsfarbeu fallen Lichtabsorption und Assimilation zusammen: 1) für grüne Zellen liegt das absolute Maximum der Assimilationswirkung zwischen B u. C. Im Grün, zwischen E u. b, findet sich ein Minimum. 2) Für gelbbraune Zellen liegt ein erstes, sehr bedeutendes Maximum im Roth (zwischen B u. C), ein Minimum im Orange und Gelb, das absolute Maximum im Grün bei D V2 E. Hier ist aber auch die Absorption sehr beträchtlich, wie sich auch zwischen B u. C ein starkes Absorptionsband findet. 3) Für blaugrüne Zellen liegt das Max. in dem stark absorbirten Gelb. 4) Für rothe Zellen liegt (Gaslicht) das absolute Max. der Assimi- latiouswirkung im Grün (stärkste Lichtabsorption):, ein zweites geringeres Maximum, dem ersten Absorptionsband entsprechend, bei B C, ein Minimum im Roth bei C V2 !>• — Lichtstrahlen wirken demnach im Allgemeinen um so stärker auf die Assimilation, je mehr sie absorbirt werden. Die Vertheilung der Energie im Sonnenspectrum und das Chlorophyll. Von C. Timirjaseff.^) Verf. erinnert an seine Unter- suchungen mit Bambusblättern, welche den verschiedenen Spectralregionen ausgesetzt waren, denen zufolge die Maxima der zerlegenden Kraft mit den Absorptiousbändern des Chlorophylls zusammenfallen. Er ist der Ansicht, dass die Zersetzung der Kohlensäure als von der durch die Wirkung auf die Thermosäule gemessenen E^nergie der Bestrahlung abhängig betrachtet werden kann. Durch Langley 's „Bolometre"^) konnte festgestellt werden, dass das Maximum der Energie im Orange, zwischen B u. C, liegt, genau dem Theil des Spectrums entsprechend, der dem charakteristischen Chloro- phyllband correspondirt. Welche Strahlen verursachen die Kohlensäurezersetzung in der Pflanze? Von C. T imirjaseff.^) Hinter einer grünen Lösung von Kupferchlorid, deren Licht der von schwachen Chlorophylllösungen nicht absorbirten Strahlengruppe entsprach, fand nur Kohlensäurebildung statt. Zur Stütze der Vermuthung, dass das Chlorophyll als Sensibilisator wirke, weist Verf. darauf hin, dass Chlorophylllösungen am raschesten keineswegs in den gelben, sondern in den rothen Strahlen zersetzt werden. Es wird somit die Kohlensäurezersetzung sowohl als die Chlorophyll -Ver- änderung von ein und derselben vom Pigment absorbirten Strahlengruppe verursacht, in voller Uebereinstimmung mit den neuesten, die Sensibilisatoren betreffenden Forschungen. Ueber die Menge der vom Chlorophyll geleisteten nütz- lichen Arbeit. Von C. Timirjaseff ^) Verf. sucht den durch das Chlo- ») Botan. Ztg. 1883. No. 1. 2. Forschungen auf dem Gebiete der Agricultur- phys. Bd. II. Heft 3/4. p. 305. 2) Annal. agronom. T. IX. No. 3. p, 131. ^) Eine Art electrisches Thermometer von grösster Empfindlichkeit. *) Botan. Centralbl. Bd. XVII. No. 4. p. 101. Ferner Bd. XVII. No. 12. p. 366. ^) Botan. Centralbl. Bd. XUI. No. 4. p. 100. 120 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. rophyll absorbirten Bruchtheil der gesammten Sonnenenergie, die ein grünes Blatt erhält, festzustellen und untersuchte zu diesem Zwecke das Absorptions- vermögen von Chlorophylllösungen entsprechender Concentration. Die Chloro- phylllösungen entsprachen einem und drei Blättern. Die Versuche fanden theils in vollem Sonnenlichte, theils in solchem, welches vorher eine Chrom- salzlösung durchstrahlt hatte, statt. - — Bei energischer Kohlensäurezersetzung werden bis 20 ^/o, unter Umständen seiht bis 40 ^/o der gesammten Sonnen- energie utilisirt. Ueber den Einfluss chemischer Agentien auf die Assimi- lationsgrösse grüner Pflanzen. Von Th. Weyl.*) Versuche über die Beeinflussung der Gasausscheidung bei Wasserpflanzen, besonders von Elodea canadensis-, die Substanzen waren in dem Wasser gelöst. 1) Karbol- säure in 1 o/o Lösung verhindert die Gasausscheidung im Sonnenlicht. Die Pflanzen starben einfach ab, in schwächerer Lösung langsamer. Kaltge- sättigte Salicylsäurelösung wirkt noch rascher; kaltgesättigte Thymollösung ist ebenfalls schädlich. 2) Salpetersaures Strychnin in Lösung von 0,2 % beschränkt die Sauerstoffausscheidung, die Pflanzen vergilben. Morphin- hydrochlor von 0,25 % und Veratrinwasser waren ohne Einfluss. 3) Starke Kochsalzlösungen hemmen die Sauerstoffausscheiduugen beinahe vollständig-, ebenso schadet eine Sodalösung von 0,25 '^/o. In 1 % Lösung von Natrium- bicarbonat entwickelt Elodea mehr Gas als in Wasser allein. Ueber die Sauerstoffaus Scheidung der Wasserpflanzen. Von Barthelemy. 2) 1. Untergetauchte Luftblätter entwickeln im Sonnenlicht nur dann Sauerstoff, wenn sie mit einer Luftschichte bedeckt bleiben. 2. Die in reines oder kohlensäurehaltiges Wasser getauchten und davon be- netzten Nymphaeablätter leiden hierdurch und injiciren sich mit Wasser. Befinden sich die Blätter an der Pflanze oder ist der Blattstielqucrschnitt verstopft, so findet keine Sauerstoffentwickelung statt, wohl aber, wenn der Querschnitt offen bleibt, sie erlischt, wenn Verletzungen der Epidermis ge- macht werden. Die Blätter von Nclumbium werden von Wasser nicht be- netzt. Sie entwickeln Sauerstoff an der Oberfläche, nicht durch den Blattstiel- querschnitt. Beseitigt man die Luftschichte der Oberfläche, so kann man Sauerstoffentwickelung durch den Stiel erhalten. Apparat zur Betrachtung und Messung der Saucrstoff- ausscheiduug grüner Organe. Von Th. Weyl. Pflügers Archiv für die gesammte Physiol. Bd. XXX. p. 374. Das Kohlendioxyd der Atmosphäre als Kohlenstoffquellc für die Assimilation der Zuckerrübe. Von B. 'Corcnwinder. ^) Die Pflanzen wuchsen 1) in Töpfen mit Sand, der von organischer Substanz und Carbonaten völlig gereinigt war, unter Bcgiessen mit einer entsprechen- den Nährstoff lösung •, 2) in Töpfen mit humusreicher Erde (zei'setzter Pferde- dünger) ; 3) im freien Felde, wo mit Stallmist und flüssigem Dünger gedüngt war. Jede Versuchsreihe enthielt 3 Pflanzen. Zur Zeit der ersten Untersuchung (15, Juli) wogen (g) von je 2 Rüben: 1) Centralbl. für die medic. Wissenschaften 1882. No. 36. Ceutralbl. f. Agri- culturchem. 1883. Heft 1. p. 65. 2) Compt. r. de l'aead. d. sc. T. XCVI. p. 388. Aunal. agron. T. IX No. 3. p. 138. 8) Annal. agron. T. IX. No. 3. p. 97. Pflanze. 9 Die Blätter . . Die Wurzeln . Zuckerprocent . 1. . 162 60 5,45 2. 160 46 2,85 3. 155 54 4,10 121 Vom September aber zeigten sich erhebliche Verschiedenheiten, indem die noch übrige einzige Pflanze der Abtheilung 2 Vorsprung gewann. Im October begann die Rübe 1 bereits ihre Blätter zu verlieren, sie hatte davon bis zum 1. November nur mehr eine kleine Zahl, während die Rübe 2 sehr üppig aussah und eine beträchtliche Menge gesunder grüner Blätter gebildet hatte. — Ernte am 4. November, Es wogen (g) von je einer Rübe: 1. 2. 3. Die Blätter. . 270 2560 — Die Wurzel. . 490 1145 500 100 g der Rübe enthielten: Wasser . . 80,80 83,80 83,20 Zucker . . 12,26 10,60 9,00 Mineralsubst. 0,98 1,16 0,91 Zucker pro Rübe: 1. 60,07 g, 2. 45,0 g, 3. 121,37 g. Die Pflanze im Sand vermochte demnach ihren Kohlenstoffbedarf aus der Atmosphäre zu bestreiten. Verf. hält aber für wahrscheinlich, dass die Pflanzen der Abtheitung 2 u. 3 vom Kohlenstoff des Bodens profitirt hätten. In ähnlicher Weise wurden auch Versuche mit Mais und Tabak an- gestellt. Mais wuchs in der humusreichen Erde besser als im Sand, bei Tabak war es umgekehrt; dieser bedürfe keiner Kohlenstoffzufuhr durch die Wurzeln. Assimilation der kohlenstoffhaltigen Substanzen des Acker- boden. Von P. P. Deherain. I. Theil: Historisches. Annal. agron. T. IX. No. 6. p. 258. Ueber die Thätigkeit der Rebenblätter. Von H. Müller-Thurgau. Zeitschrift des Vereins nassauischer Land- und Forstwirthe. 1883. No. 30, 31. Ueber den Einfluss der Belaubung des Weinstocks auf das Reifen der Trauben. Von H. Müller-Thurgau. Bericht des Weinbau- congresses zu Dürkheim. 1883. Ueber die Entwickelung der Chlorophyllkörner und Farb- körper. Von A. F. W. Schimper. Botanische Zeitung 1883. No. 7 — lU. Ueber Krystalloide der Trophoplasten und über die Chro- moplasten der Angiospermen. Von A. Meyer. Botanische Zeitung 1883. No. 30—22. Das Chlorophyllkorn in chemischer, morphologischer und biologischer Beziehung. Von A. Meyer. Leipzig, 1883. Ueber die Wechselbeziehungen zwischen Stoffumsatz und Kraftumsatz in keimenden Samen. Von H. Rodewald. i) Es wurden zur Keimung angesetzt von Rothklee. 1. Samen A 4,0924 g Trockensubstanz mit 20 118 Cal. Erhalten Keimlinge AI 3,4865,, „ „ 18 555 „ 2. Samen A 3,8015,, „ „ 18 688 „ Erhalten Keimlinge All 2,8542 „ „ „ 13 032 „ Journal f. Landwirthschaft 18&S. 4. p. 407. J22 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Abgegeben jiro g Trockensubstanz, welche vcrathmet wurde, bei AI 2564, AU 5938 Cal. — Im ersten Versuch hatte die verathmete Substanz annähernd die Zusammensetzung der Stärke, im zweiten Versuch etwa von 60 Stärke: 40 Fett von der durchschnittlichen Zusammensetzung der Oel- säure. Die Verbrennungswärme der Stärke ist pro g 4479, des Gemisches 6641 Cal. Hat die verathmete Trockensubstanz ihre Energie vollständig abgegeben, die zurückbleibende keine Energie von Aussen aufgenommen, so hätte der Energieverlust grösser als beobachtet sein müssen-, demnach wurde entweder ein Theil der Energie des Athmungsmaterials zurück- behalten oder Energie von Aussen aufgenommen. Ersteres setzt chemische Veränderungen energiebindender Art voraus, es können aber keine ent- sprechenden Stoffe nachgewiesen werden. Folglich müssten die Eiweiss- stoffe beim Keimen unter Lichtabschluss Energie aufgenommen haben oder die Energiesumme der bei der Keimung gebildeten Zersetzungsproducte der Eiweissstoffe grösser sein als die Euergiesumme der unzersetzten Eiweiss- stoffe. Die Eiweissstoffe könnten einen Theil der Energie des verathmeten Materials zurückbehalten oder freie Wärme in potentielle Energie ver- wandelt haben. Stoffwechsel und Umwandlung der Energie in den Pflanzen. Von A. Famintzin. Handbuch Russ. Petersburg, 1833. Botau. Central- blatt. Bd. XVn. No. 4. Die Autoxydation in der lebenden Pflauzeuzelle. Von J. Reinke.i) Die vom Verf. entwickelte Theorie der physiologischen Oxy- dation ist in den folgenden Sätzen ausgedrückt: 1) In jeder lebensthätigen Zelle werden Autoxydatoren gebildet, d. h. Substanzen, welche sich bei niederer Temperatur unter Aufnahme von molekularem Sauerstoff durch Wasserzersetzung oxydiren. 2) Bei dieser Oxydation entsteht aus dem dabei mitwirkenden Sauerstoff Wasserstoffsuperoxyd. 3) Das Wasserstoffsuperoxyd vermag unter der Einwirkung von Diastase und wahrscheinlich auch anderer Fermente Oxydationen von ähnlicher Energie auszuführen wie der atomi- stische Sauerstoff. Beiträge zurKenntniss des Verhaltens der leichtoxydablen Substanzen des Pflanzensafts. Von C. Kraus. Berichte der Deutschen botau. Gesellschaft. I. Heft 5. p. 211. Ein weiterer Beweis, dass das Eiweiss des lebenden Proto- plasmas eine andere chemische Constitution besitzt als das des abgestorbenen. Von 0. Loew.^) Es wurde das Eiweiss von Algen (Spirogyra dubia) im frischen Zustande isolirt und analysirt, dann aus den- selben Algen, nachdem sie mit derselben Silberlösung getödtet waren, eine Silberverbindung isolirt und gleichfalls analysirt. Das Eiweiss der Silber- verbindung ist viel sauerstoffreicher. Der Sauerstoff stammt aus dem Silber- oxyd. Aus Algen, deren Eiweiss vorher durch Einlegen in Alkohol ge- tödtet war, liess sich eine ähnliche Silberverbindung nicht darstellen. Gegenbemerkung zu Baumann's Kritik. Von 0. Loew. ^) Ueber den Eiweissumsatz im Pflanzenorganismus. II. Von E. Schulze.^) A. Stickstoffhaltige Bestandtheile der Keim- 1) Bot. Ztg. 1883. No. 5 u. 6. 2) Pflügers Archiv f. Phys. 1883. p. 348. ») Ibid. p. 368. *) Landwirthaftl. Jahrbücher. Bd. XII (1883). Heft 6. p. 909. Pflanze. 123 pflauzen, vorzugsweise der gelben Lupine. Ausser Asparagiü fand sich Phe- nylamidopropionsäure (C9H11NO2), Amidovaleriausäure (CsHnNOa) (früher mit Leucin verwechselt). Diese Substanzen wurden aus den Achsenorganen (Keimlinge minus Cotylen) erhalten. Leucin schien nicht zu fehlen, konnte aber nicht isolirt werden. Auch Tyrosiu, welches wahrscheinlich, aber nur in sehr geringer Menge vorhanden ist, konnte nicht dargestellt werden. — Aus den Cotylen der Lupinenkeimlinge Hess sich nur eine sehr geringe Menge von Amidosäurcn gewinnen. In diese Extracte gehen Substanzen über, welche das Auskrystallisiren erschweren. Vielleicht war Leucin zugegen. — Das in den Keimpflanzen sich vorfindende Gemenge von Eiweisszersetzungs- producten schliesst keine Stoffe ein, welche nicht auch beim Erhitzen der Eiweissstoffe mit Säuren oder Alkalien gebildet würden. Auch der früher ausgesprochene Satz bleibt bestehen, dass die beim Eiwcisszerfall entstehen- den Amidosäuren sich in den Keimpflanzen in anderem Mengenverhältnisse vorfinden als sie bei der Zersetzung der Eiweissstoffe ausserhalb des Orga- nismuses entstehen. — Ausser den schon genannten Stoffen finden sich intermediäre Eiweisszersetzungsproducte: eine sehr geringe Menge von Peptonen-, in den Cotylen sehr beträchtliche Menge durch Phosphorwolfrara- säure, nicht durch Gerbsäure fällbare leicht lösliche stickstoffhaltige Stoffe von noch unbekannter Natur. — Zersetzungsproducte des Nucleins sind die Körper der Xanthingruppe. — Lecithin, welches in den Lupinensamen vor- handen ist, kommt auch in den Keimlingen vor. Endlich sind auch Ammo- niaksalze in den Keimpflanzen zugegen. Die in Ammoniakform vorhandene Stickstofl'quantität betrug 0,0046 ^/o der Frischsubstanz (ungefähr 0,085 % der Trockensubstanz). Bezüglich der stickstofflialtigen Bestandtheile der Kürbiskeimlinge ist bemerkt, dass Glutamin isolirt wurde. Die früheren Angaben über die Quantitäten sind etwas zu hoch. In diesen Keimlingen prävalirt nicht immer das Glutamin, zuweilen ist das Asparagin in grösserer Menge vor- handen. Vielleicht kommt noch ein anderes Amid vor. In drei weiteren Vegetationen wurde Tyrosin aufgefunden, welches als regelmässiger Be- standtheil der Kürbiskeimlinge erklärt werden kann. B. Stickstoffhaltige Bestandtheile der Wurzeln (Runkelrüben) und Knollen (Kartoffeln). Das im Safte der Runkel- und Zuckerrüben reichlichst vorkommende Amid, Glutamin, wurde isolirt. Dasselbe scheint manchmal durch Asparagin ersetzt zu sein. Bezüglich des Kartoffelsafts wurden die früheren Bestimmungen im Wesentlichen bestätigt. Aus dem Saft wurde Tyrosin und ein im Verhalten mit dem Leucin übereinstimmender Körper erhalten. Ferner wurden Peptone und Hypoxanthin constatirt, Asparagin meist in beträchtlicher Menge. Die Zusammensetzung des Kar- toffelsafts scheint im Amidgehalt zu schwanken. Manchmal wurde kein Tyrosin erhalten, auch Asparagin scheint bisweilen nur in geringer Menge aufzutreten. C. Stickstoffhaltige Bestandtheile grüner Pflanzentheile. Von Birke, Rosskastanie und Platane wurden im Frühjahr Zweige abge- schnitten und in Wasser gestellt 5 die hervorgewachsenen Sprossen wurden auf ihre stickstoffhaltigen Stoffe untersucht, als sie kein wesentliches Wachs- thum mehr zeigten. Die Platanentriebe enthielten Allantoin und zwar als regel- mässigen Bestandtheil (0,5 bis 1,0 % der Trockensubstanz des Materials). Ausserdem wurde nur in den jungen Sprossen von Acer pseudoplatanus Allantoin nachgewiesen, obwohl verschiedene Holzgewächse geprüft wurden. J24 Boden, "Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Eine ähnliche Snbstanz lieferten die Sprossen von Acer campestre. Ver- gebens wurde auf Allantoin untersucht die jungen Sprossen von Vitis vinifera, Betula alba, Fagus silvatica, Tilia parvifolia. Alle diese Objccte enthielten Asparagin. Wahrscheinlich entsteht das Allantoin beim Zerfall von Eiweissstoffen. In den Plataneusprossen fanden sich ferner Vertreter der Xanthingruppe. (Cholesterin, welches in den Lupinenkeimlingen in relativ beträchtlicher Menge vorkommt, fand sich in den Platanensprossen nur in äusserst geringer Quantität.) Ueber Stärkebildung aus Zucker. Von J. Böhm.i) Verf. hat früher nachgewiesen, dass in den Chlorophyllkörnern aus eingewanderter organischer Substanz Stärke gebildet werden kann, nicht nur in verdun- kelten Blatttheilen, sondern auch in ganz verdunkelten Primordialblättern, wenn das bezügliche Schwesterblatt der entknospten Keimpflanzen dem Licht ausgesetzt bleibt. Das Material für die Stärkebildung ist ohne Zweifel bei Lichtabschluss eingewanderter Zucker. Nach den Versuchen bildet sieh aber auch Stärke aus künstlich von Aussen eingeführtem Zucker: In ent- färbten Blättern, Stielen und Stengelstücken von Phaseolus multiflorus erscheint bisweilen schon nach 24 Stunden Stärke, wenn dieselben auf Zuckerlösung gelegt resp. mit den Enden eingetaucht wurden. Es ist gleichgültig, ob Rohr- oder Stärkezucker verwendet wird. Selbst Blätter solcher Pflanzen, welche unter gewöhnlichen Verhältnissen keine Stärke in den Chlorophyll- körnern haben, werden zum Theil auf SO^oiger Zuckerlösung wenigstens stellenweise stärkereich. Bildung des Oenocyanins. Von J. Maumene. ^) Dieser Farbstoff der Rothweintraubcn entsteht aus einem in den noch grünen Beeren bereits vorhandenen farblosen Chromogeu. Grüne Beeren über Schwefelsäure im Vacuum getrocknet, dann der Einwirkung der Luft ausgesetzt, färben sich so dunkel wie die am Stock verbliebenen frischen Beeren. Bedeutung des rothen Farbstoffs bei den Phanerogamen und seine Beziehungen zur Stärkewanderung. Von H. Pick. ^) Der rothe Farbstoff erscheint dem Verf. als Mittel, die Stärkeauswanderung in erhöhtem Masse zu fördern, ohne die assimilatorische Thätigkeit der Chlorophyllkörner bedeutend zu stören. „Nicht nur in den roth gefärbten, jungen Trieben, auch in den Stengeln, Blatt- und Fruchtstielen giebt das rothe Licht die Bedingung dazu her, dass die nach beliebigen Veibrauchs- orten resp. Reservebehältern strömenden Kohlehydrate in für die Wanderung gelöstem und nach Umständen in durch das Protoplasma direct verarbeit- barem Zustande gehalten werden." Ueber das Schicksal der krystallinischen Kalkoxalatlagc- rungen in der Baumrinde. Von St. Ranner. ^) Entgegen anderweitiger Behauptungen weist Verf. nach, dass eine Wiederauflösung und Verworthung nicht stattfinde (keine Verschiedenheit im Vorhandensein nach der Jahres- zeit), das Oxalat vielmehr als Auswurfsstoff betrachtet werden müsse. Ueber die Verwendung der Gerbsäure im Stoffwechsel. Von E. Kutscher. ö) Die Pflanzen wurden in den verschiedenen Phasen der ») Botanische Zeitung 1883. No. 3, 4. 2) Centralblatt f. Agriculturchem. 1883. Heft 5. p. 357. Compt. reud. 1882 20. Nr. 20, ») Botanisches Centralblatt. Bd. XVI. Nr. 9—12. *) Botanisches Centralblatt. Bd. XVII. Nr. 4. p. 101. '•) Flora 1883. Nr. 3 bis 5. Pflanze. 125 Entwickelung in Bezug auf das Vorkommen der Gerbsäure mikroskopisch unter- sucht. Die einzelnen Arten zeigten ein verschiedenes Verhalten. Bei Ricinus und Phaseolus multiflorus wird die Gerbsäure in besonderen Absonderungszellen (diese in jedem Gewebe zu finden oder auf ein bestimmtes Gewebe beschränkt) abgeschieden, ohne weiter verwendet zu werden, während sie bei Vicia faba und Helianthus annuus irgendwie verwerthet zu werden scheint. Sie bildet sich bei diesen Arten nur beim Aufbau des primären Gewebes und dessen erster Differenziruug, nicht aber beim weiteren Aufbau des bereits differen- zirten Gewebes. Vielleicht wird die bei der Zellbildung in Menge abge- schiedene Gerbsäure bei der Athmung verbrannt. Ueber die Entstehung stärkeurabildender Fermente in den Zellen höherer Pflanzen. Von W. Detmer. i) Die ruhenden "Weizen- samen enthalten eine sehr geringe Menge des diastatischen Ferments ; erfolgt die Keimung bei Luftzutritt, so entsteht eine beträchtliche Menge dieses Ferments, was bei Sauerstoffmangel (in einer Wasserstoffatmosphäre) unterbleibt. Reifung von Kirschen und Johannisbeeren. Von C. Amthor. 2) Der Wassergehalt der Kirschen, sowie der Gehalt an Trockensubstanz steigen constant vom Anfang des Versuchs bis zur Reife, der Wassergehalt um 398 %, die Trockensubstanz um 295 0/0. Die Zunahme steigt nicht immer in demselben Verhältniss. 4 Wochen vor der Reife bleibt die Wasserzufuhr gegen die Aufnahme von Trockensubstanz zurtick, von da ab findet das Umgekehrte statt. Der Asche- und Phosphorsäuregehalt einer einzelneu Kirsche steigt bis zum Schluss um 204 resp. 195 7o, nur scheint infolge der vermehrten Trockensubstanz- und Wasseraufnahme, mit welcher die Aufnahme von Asche und Phosphorsäure nicht gleichen Schritt hält, eine relative Abnahme der letzteren stattzufinden. Der Aschen- und Phosphorsäuregehalt eines einzelnen Kerns steigt bis zur Reife und zwar um 19,1 resp. 20 ^o. Bei der Johannisbeere nimmt mit zunehmender Reife während der sechs- wöchentlichen Versuchszeit sowohl Wasser als Trockensubstanz um 62 ^jo zu. Der Aschengehalt einer Beere steigt in dieser Zeit um 50, der Phos- phorsäuregehalt um 47, der Schwefelsäuregehalt um 126 ^o- Verschiedenartigkeit dei"- Wirkung metamerer Körper auf die Pflanzenentwickelung. Von J. Emerson Reynolds. 3) Tabak mit sulfocyansaurem Ammonium wöchentlich zweimal (0,05 g in 250 cc Wasser) begossen, kränkelte; mit Thiocarbamidlösung gleicher Concentration begossen, entwickelten sich die Blätter kräftig und bekamen tiefgrüne Farbe. Die mit reinem Wasser versehene Pflanze wuchs , schnell und übertraf bald die anderen an Höhe, aber ihre Stengel und Blätter waren mit der Thiocar- bamidpflanze verglichen arm und dünn. D. Aeussere Einflüsse (Wärme, Licht etc.). Studien über die Entwickelung der Traubenbeere und den Einfluss des Lichts auf die Reife der Trauben. Von K. Portele.*) 1) Botanische Zeit. 1883. Nr. 37. 2) Centralblatt. f. Agriculturchem. 1883. Heft 7. p. 499. Zeitschrift f. physiö- log. Chem 1883, 3. p. 197. 3) Naturforscher 1883. Nr. 7. *) Mittheilungen aus dem f.aboratorium der landw. Landesanstalt in S. Mi- chele. 1883. ■lOtf Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Der erste Theil enthält Morphologisches und Anatomisches. Aus der Untersuchung über den Einttuss des Lichts ergab sich: 1) die Trauben können auch bei Ab- schluss des Lichts blühen und reifen, die Samen entwickeln sich vollständig; 2) der Einfluss des Lichts ist wesentlich verschieden in der ersten und in der zweiten Entwickelungsperiode derselben (in der Zeit bis zum Eintritt der Färbung und von da bis zur Reife). In der ersten Periode trägt das Chlorophyll der Beeren wahrscheinlich mit zu der Entwickelung bei, wozu natürlich Lichteinfluss nothwendig ist. Beeren, die dem Einfluss des Lichts entzogen werden, zeigen ein geringeres Grössenwachsthum , eine geringere Gerbstoffvermehrung in den Hülsenzellen, ein späteres Erweichen und Färben. Die Bildung des Farbstoffs wird durch Lichtmangel während der ersten Periode jedenfalls beeinflusst. Auf die zweite Reifeperiode scheint das Licht von keinem Einfluss zu sein. Jene Beeren, welche erst nach dem Färben verdunkelt wurden, Hessen keinerlei deutlichen Einfluss erkennen. Die Zuckerwanderuug und die Säureabnahme geschieht im Dunkeln wie im Licht. Wenn auch bald die Dunkel- bald die Lichttrauben procentisch mehr Zucker enthielten, so ist dies vielleicht zum Theil auf einen späteren Beginn des Erweichens und späteren Beginn der Zuckereinwanderung zu setzen, theilweise auch auf die Verschiedenheit in den Wärmeverhältnissen, welche für die Zuckerzuführung in die Beeren von sehr wesentlichem Ein- fluss sind. Stärkere Erwärmung dürfte die Zuckerzuwanderung begünstigen, zu starke Erhitzung kann dagegen hemmend auf das Wachsthum wirken, wie die Versuche zeigten, in denen Trauben in einfache Blechbüchsen ein- geschlossen Temperaturen von 50 ^ C. und mehr auszuhalten hatten. Untersuchungen über die Einwirkung des Lichts auf die Sauerstoffausscheiduug der Pflanzen. Von J. Reinke. i) Die Wir- kung des gemischten Sonnenlichts. Versuche über die Abhängigkeit der Sauerstoffabscheidung von der Lichtintensität. Nach dem Ergebniss der Zäh- lungen der aus Sprossspitzen von Elodea entweichenden Gasblasen beginnt die Gasausscheidung bei mittlerer Beleuchtungsstärke und steigert sich gleich- sinnig mit der wachsenden Lichtintensität bis zu einem Maximum (Optimum), welches ungefähr dem directen Sonnenlicht entspricht, bald bei etwas gerin- gerer, bald erst bei etwas höherer Intensität erreicht wird. Jede weitei-e Vermehrung der Lichtintensität hat keine weitere Beschleunigung der Gas- ausscheidung zur Folge. Auch im concentrirtesten Lichte des Focus einer Sammellinse dauert die Gasausscheidung mit der dem Optimum entsprechenden Geschwindigkeit so lange au, bjs die schädliche Lichtwirkung eintritt, welche das Chlorophyll zerstört. Licht- und Farbensinn der Bacterien. VonTh.W. Engelmann. ^) Die Bewegung einer Form (Bacterium photometricum) wird nur durch Licht erweckt. Die Einwirkung des Lichts ist keine momentane, sondern äussert sich erst nach einer merklichen Zeit. War das Licht laug andauernd zu stark, so kamen die meisten Bacterien zur Ruhe, um sich dann bei Ab- schwächung des Lichts zu zerstreuen. Plötzliche Lichtwirkung verursacht förmliches Erschrecken. Zufuhr von reinem Sauerstoff vermindert die Em- pfindlichkeit. Kohlensäurezufuhr verursachte Schreckbewegungen wie plötz- liche Verdunkelung. Bei Beleuchtung des Tropfens durch ein Spectrum rückte die Hauptmasse der Bacterien ins Ultraroth, in verschiedenfarbigem >) Botanische Zeitung 1883. Nr. 42—44. ») Pflüger's Archiv f. Phys. 1883. p. 9.5. Pflanze. 127 Licht zeigte die Geschwindigkeit der Bewegungen, unter sonst gleichen Be- dingungen Unterschiede. Behinderung der Bacterienentwickelung durch das Licht. Von J. Tyndall. 1) Mit Aufgüssen gefüllte, inficirte Flcäschchen wurden theils dem Sonnenlicht ausgesetzt, theils beschattet. In letzteren war schon nach 24 Stunden der Inhalt trübe, in ersteren noch nicht nach dreimal so langer Zeit. Die Nachtzeit rief keine Veränderung hervor, ohne dass aber der Inhalt der Flaschen durch die Insolation steril geworden war. Einfluss des Lichts auf die Entwickelung von Bacterien. Von J. Jamieson. ^) Directes Sonnenlicht tödtet die Bacterien, nicht aber diffuses Licht. Geht aber die Sonnenstrahlung mit massigen oder niederen Tem- peraturen einher, so übt sie keine zerstörende Wirkung. Eine directe Wir- kung der Lichtstrahlen als solche auf die Bacterien ist somit noch nicht sicher nachgewiesen. Vegetation der Pflanzen in geschlossenen Räumen. Ein- wirkung von directem und diffusem Licht auf die Pflanzen. Vegetationsversuche in farbigem Licht. Wachsthum der Pflan- zen bei beschränktem Lichtzutritt. Von H. Hellriegel. Beiträge zu den naturwissenschaftlichen Grundlagen des Ackerbaus. Braunschweig 1883. Einwirkung des Lichts auf das Entfalten der Blätter. Von E. Mer. 3) Das Licht ist hierzu unentbehrlich. Die Blätter von Pflanzen von Phaseolus vulgaris blieben in der Dunkelheit zusammengerollt oder öff- neten sich nur unvollständig und verblieben im unentwickelten jungen Zu- stande. Der Einfluss des Lichts bleibt der gleiche in trockener und feuchter Atmosphäre. Das Licht übt eine gewisse Nachwirkung aus. Werden Keim- pflanzen dem Lichte während einer zur Entfaltung der Blätter nicht genü- genden Dauer ausgesetzt, dann ins Dunkle gebracht, so öffnen sich die Blätter dennoch. Das Entfalten ist vom Ergrünen unabhängig. Ueber den Einfluss des sonnigen und schattigen Standorts auf die Ausbildung der Laubblätter. Von E.Stahl. Forschungen auf dem Gebiete der Agriculturphysik. Bd. II. Heft 3/4. p. 303. Einfluss von Temperatur and Besonnung auf die Vegetation von Mais. Von F. Sestiui und A. Funaro. ^) Vergleichende Culturen bei freier Einwirkung der Sonne und Abhaltung derselben durch einen weissen beziehungsweise schwarzen Vorhang. Selbstverständlich wuchsen die Pflanzen im ersten Fall am besten. Zusammensetzung am 15. September; Pflanzen offen, besonnt hinter dem weissen Vorhang Wasser 11,700 12,800 Fettartige Substanz . . . 4,700 3,300 Cellulose 2,950 2,950 Eiweissartige Substanz . . 8,310 5,340 Kohlehydrate 70,740 73,810 Asche 1,600 1,800 Gesammtstickstoff .... 1,402 0,963 Hiervon in eiweissart. Subst. 1,331 0,855 In Nichtproteinstoffen . . 0,071 0,108 ') Naturforscher 1882. No. 4. 2) Naturforscher 1883. No. 12. ^) Gompt. rend. 1882. No. 24. — F'orschungen auf dem Gebiete der Agricul- turphys. Bd. II. Heft 5. p. 469. *) Compt. rend. d. seanc. de l'acad. d. sc. XCVI. 1883. p. 596. — Annal. agron. T. IX. No. 3. p. 134. 1 OQ Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger, Entwickelung des Weizens. Von Duchaussoy.^) Nach 6jährigen Beobachtungen fielen die besten Ernten mit der höchsten Sommertemperatur zusammen (ausser es herrschte grosse Trockenheit). Ueber das Wärme- und Lichtbedürfniss der Pflanzen in verschiedenen Lebensperioden und über den Einfluss der Saat- zeit. Von H. Hell r lege 1.^) Da Licht und Wärme im Frühjahr in gerin- gerem, im Sommer in höherem Grade gegeben sind, treten Störungen der Vegetation ein, wenn die heisse Zeit in einer zu frühen Wachsthumsperiode eintritt, ebenso andererseits, wenn beim Reifen Maugel au Wärme und Licht herrscht. Die Versuche über verschieden späte Saatzeit lassen dies deutlich erkennen. Ueber den Einfluss der strahlenden Wärme auf wach- sende Pflanzentheile. Von J. Wortmann. 3) Nach den Untersuchungen des Verf. können auch durch deu Einfluss einseitig einfallender Wärme- strahlen wachsende Pflanzentheile zu Krümmungen veranlasst werden, welche dahm zielen, das betrefi'ende krümmungsfähige Organ entweder der Wärme quelle zu- oder abzuwenden. Einfluss der Temperatur und des Regeufalls auf die Weizen- ernte.*) Aus 36jährigeu Beobachtungen in England ergiebt sich der Satz, dass warme Witterung im Juli und August selbst bis dahin geringe Bestände noch wesentlich zu kräftigen vermag während umgekehrt auch die bis Ende Juni versprecheudsten Bestände doch unbefriedigende Erträge ergeben, wenn die Temperatur im Juli und August die erforderliche Höhe nicht erreicht. In den Jahren mit über Mittelerträgen stand auch die Temperatur im Juli und August über Durchschuittshöhe. Das beste Jahr hatte eine sehr hohe Durchschnittstemperatur und ungewöhnlich wenig Regen in den beiden Mo- naten. Stand die Temperatur unter Durchschnitt, so stand auch der Er- trag unter Mittel-, in den Jahren sehr schlechter Ernten war die Tempe- ratur zwar nicht viel unter Mittel, aber es fand starker Regenfall statt. Wenn in Jahren mit über Mitteltemperatur im Juli und August geringe Ernten erhalten wurden, so herrschten sonst besondere Verhältnisse vor. Als Gesammtresume ergiebt sich: Vorausgesetzt, dass die Ernte nicht schon vorher so weit geschädigt ist, dass vollständige Wiederherstellung unmöglich wird, wird bei über Mitteltemperatur im Juli und August immer eine Ueber- mittelernte gewiss sein, soferne dieselbe nicht durch aussergewöhnliche Ver- hältnisse reducirt wird, besonders durch Regengüsse und Stürme. Regen bei warmer Witterung scheint sonst die quantitativen Erträge nicht sehr zu beeinträchtigen, wenn auch die Qualität darunter leiden mag. Dagegen ist es in England, so gut auch die Bestände bis Ende Juni stehen mögen, unmöglich, Uebermittelerträge zu erzielen, wenn die Durchschnittstemperatur im Juli und August unter mittel steht, mag auch sonst die Witterung hell und klar sein, und dann die Qualität gut ausfallen. Kälte und Regen in diesen Monaten geben die schlechtesten Ernten, wie vorzüglich auch der Stand zu Anfang Juli gewesen sein mag. Beziehungen der während der Vegetationszeit herrschenden Temperatur zu dem Ertrage. Von H. Hellriegel. s) In der Periode *) Annal. agron. T. IX. No. 3. p. 13.5. Vergl. diesen Jahresbericht p. 93. 2) Beiträge zu den naturwiss. GrniuUagon des Ackerbaus. Braunschweig 1888. 8) Botan. Zeitung 1883. No. 28, 29. *) Centralblatt f. Agriculturchem. 1883. Heft 5. p. 291. ^) Beiträge zu den naturwiss. Grundlagen des Ackerbaus. Braunschweig 1883. Pflanze. 129 (1er Blatt- und Halmbilduug ist die günstigste Mitteltemperatur der Luft 15 " C, in jener der Aehren- und Körnerbilduug 17 — 18 <> C. Tempera- turen über 25—28 ° C. wirken schädlich. Einfluss hoher Bodeutemperatur von kurzer Dauer auf die Vegetation. Von H. Hellriegel, i) In den ungeschützten Sandcultur- gefässen konnte bei Besonnung die Temperatur der oberen Schicht bis 50 ^ erreichen. In den ungeschützten Gefässen wurden die Gerstenpflanzen noth- reif und gaben schlechteren lu'trag als wenn der Boden geschützt war. Ein einfaches Brett genügt als Schutzmittel. Einfluss der Temperatur auf die Entwickelung der Pflan- zen (zunächst des Weizens). Von E. Risler. 2) Da ein Wachsthum überhaupt nicht stattfindet, wenn die Lufttemperatur im Schatten nicht wenigstens einige Tage hintereinander und jeden Tag mindestens einige Stunden -j- 6 "^ erreicht, wurde bei Bestimmungen der Wärmesumme die mittlere Temperatur für jeden Vegetationstag bestimmt, und diese Zahlen nach Abzug von 6 ^ für die ganze Vegetationszeit zusammengezählt. Nach den 10jährigen Beobachtungen fallen die stärksten Ernten mit den höchsten Temperatursummen zusammen. The Electric Light. Von W. T. Thiselton Dyer. The Gard. Chron. New Ser. Vol. XVIIL Nr. 445. Botanisches Centralblatt. Bd. XVII. Nr. 2. p. 49. Ueber die Baumtemperatur unter dem Einfluss der Inso- lation. Von E. Ihne. Allgem. Forst- und Jagdzeitung. Suppl. Bd. XII. Heft 4. 1883. Botan. Centralblatt 1883. Nr. 8. Forschungen auf dem Gebiete der Agriculturphysik. Bd. VII. Heft 5. p. 469. Beitrag zur Lehre von den constanten Wärraesummen. Von M. Staub. Engler's botan. Jahrb. f. Systematik, Pflanzengeschichte und Pflanzengeographie. Bd. III. Heft 5. p. 131. Forschungen auf dem Ge- biete der Agriculturphysik. Bd. VH. Heft 3/4. p. 370. Ueber das Gefrieren und Erfrieren der Pflanzen- und Schutzmittel dagegen. Von H. R. Göppert. Stuttgart 1883. For- schungen auf dem Gebiete der Agriculturphysik. Bd. VII. Heft 3/4. p. 362—366. Einfluss der Höhe auf die Vegetationserscheiuungen. Von A. Angot.-^) In Frankreich verzögert sich die Ernte des Winterroggens im Mittel um 4 Tage, wenn die Höhe um 100 m zunimmt. Einige Beobachtungen über den Witterungseinfluss auf die Lebensdauer und Vegetationsweise der Pflanzen. Von F. Hilde- brand. Engler's botan. Jahrbücher. Bd. IV. 1883. Heft 1, p. 1. Bo- tanisches Centralblatt. Bd. XVH. No. 4. p. 101. E. Verschiedenes. Nährlösungsculturen unter Zusätzen von telluriger und Tellur-, seleniger und Selen-, arseniger und Arsensäure, unterphosphorigsaurem Kalium und Ferrocyankalium. Von *) Beiträge zu den naturwiss. Grimdlageu des Ackerbaus. Braunschweig, 1883. '^) Compt. rend. 1882. Nr. 24. — Centralblatt für Agriculturchemie. 1833. Heft 8, p. 570. 3) Naturforscher 1883, Nr. 24. Jahresbericht. 1883. 9 jgQ Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. W. Knop. ^) 1) Die in Normalnährstofflösung wurzelnden Maispflanzen er- hielten p. 1. Lösung 0,05 resp. 0,1 g tellurige und ebensoviel Tellursäure, letztere mit Ammoniak gesättigt. Die Pflanzen wuchsen kräftig fort, der Nachweis der Aufnahme der Tellurverbindungen steht aber noch aus. 2) Den Lösungen wurde selenige und Selensäure, beide mit Ammoniak neutralisirt, beigesetzt. Quantitäten wie vorher. Die Wurzeln erschlafften rasch, die Pflanzen gingen zu Grunde. 3) Unterphosphorigsaures Kalium (statt des phosphorsauren gegeben) ist unschädlich, die Pflanzen wachsen aber nicht weiter. 4) Lösung mit arseniger und Arsensäure (erstere frei, letztere als Kaliumsalz). Mengen wie bei 1. In der Lösung mit arseniger Säure starben die Pflanzen nach 5 bis 8 Tagen, in der mit arsensaurem Salz versetzten wuchsen sie üppig fort; Der Versuch war zur Zeit der Publication noch nicht abgeschlossen. 5. Aufnahme von Ferrocyankalium. Unter der Einwirkung der Wurzeln (im Dunkeln) entwickelt sich Ammoniak, Bei kleineren Gaben wird das gelbe Blutlaugensalz in wenigen Tagen bis auf die letzte Spur aufgenommen. Ferridcj^ankalium verhält sich ähnlich. Ueber die Aufnahme von Metalloxyden durch Pflanzen. Von F. B. Phillips. 2) Gesunde Pflanzen nehmen durch ihre Wurzeln geringe Mengen von Blei, Zink, Kupfer und Arsenik auf. Das aufgenommene Blei und Zink verursacht keinerlei Störungen in dem Leben der Pflanze, dagegen äussern Kupfer- und Arsenikverbindungen einen entschieden schäd- lichen Einfluss. Kalk und Magnesia in der Pflanze. Von E. v. Räumer.^) Verf. hat weitere Versuche mit der Feuerbohne (Wasserculturen im Lichte und im Dunkeln, mit und ohne Kalk resp, Magnesia) angestellt, welche die früheren Resultate bestätigten und weitere Einzelheiten lieferten. Die Discussion der Ergebnisse führt zu dem Satze, „dass die Function des Kalks in der Bildung der Baustoffe für die Zellwand, die der Magnesia in dem Stärketransport in und ausser dem Chlorophyll, und darum auch in der Bildung des letzteren liegt". Einfluss eisenhaltigen Bodens auf die Entwickelung der Pflanzen. Von Griffiths.*) Pflanzen sollen in einem Boden, dem Eisen- vitriol zugesetzt wurde, doppelt so grosses Gewicht erreichen als Pflanzen auf eisenfreiem Boden. Die Asche der ersteren enthielt (Kohlpflanzen) im Stengel 3 — 5, in den Blättern 12,3 % Eisenoxyd. In manchen Zellen der Blätter wurden (nach mikrochemischer Untersuchung) Krystalle von Eisen- vitriol aufgefunden. Die agriculturchemische Methode der Sandcultur. Von H. Hellriegel. Beiträge zu den naturwissenschaftlichen Grundlagen des Acker- baues.' Braunschweig, 1883. Einfluss des Partiärdrucks des Sauerstoffs auf das Wachsen der Pflanzen. Von A. Wieler.^) 1) Die Quantität Sauerstoff, bei der noch Wachsthum stattfindet, ist ausserordentlich gering. 2) In der verdünnten Luft wachsen die Pflanzen statt langsamer stärker als in der atmosphär. Luft (ver- dünnt um 2 —300 mm); diese Beschleunigung hängt nur von der Partiär- ^) Ackererde u. Cnlturpflanze. Leipzig, 1883. 2) Centralbl. f. Agriculturchem. 1883. Heft 3. p. 213. — Chemical News. 1882. No. 1119. «) Die landw. Versuchsstat. XXIX, 3. p. 2.53. *) Centralbl. f. Agriculturchem. 1833. Heft 11. p. 786. •) Untersuchungen aus dem botan. Institut zu Tubingen. Bd. I. Pflanze. 131 Pressung des Sauerstoffs der umgebenden Luft ab. Da aber bei ganz mini- malem Sauerstoffgehalt der Luft das Wachsthum verlangsamt wird, muss es in verdünnter Luft bei einem bestimmten Sauerstoffgehalt einen Punkt geben, an dem eine Verlangsamung des Wachsthums zu constatiren ist. Dieser Punkt und jener, an welchem in verdünnter Luft das Wachsthums- maximum liegen muss, wurde durch Vergleichung von Pflanzen in ver- dünnter mit solchen in der atmosphärischen Luft näher festgestellt. Für Heliauthus annuus steigt das Wachsthum vom normalen Luftdruck bis 100 mm Barometerstand, von da fallend; bei 5 — 10 mm wird die Wachs- thumsgeschwindigkeit der in gewöhnlicher Luft gleich. Bei Faba lag das Maximum zwischen 100 und 300 mm, die Verlangsamung trat schon bei 50 mm ein. Durch vermehrten Sauerstoffdruck wird das Wachsthum ver- langsamt, um weiterhin zu steigen und ansehnlicher zu werden als in ge- wöhnlicher Luft. Untersuchungen über den Einfluss des Bodenvolumens auf die Entwickelung der Wurzeln verschiedener Culturgewächse. Von Hellriegel.i) 1) Der Habitus des Wurzelsystems der Erbse, Bohne und Lupine. 2) Beobachtungen über Entwickelungszeit, Länge und Gewicht der Wurzeln. 3) Verhältniss der Wurzeln in kleinen und flachen Gefässen bei sehr beschränktem Bodenvolumen. In Glasgefässen von 14 cm Durchmesser und 18 cm Höhe wuchsen je 6 Pflanzen von Gerste, 3 von Erbse, 2 von Pferdebohne, 1 Lupinen- und 1 Rotlikleepflanze. Die Pflanzen erreichten die Vollkommenheit von Feldpflauzen auf Bodenarten geringerer Güte mit Ausnahme der Lupine, welche ganz kümmerlich wuchs, aber Samen reifte. 4) Verhalten der Wurzeln in hohen Culturgefässen. Das Bodenvolumen kann unter Umständen, wie sie in der Saudcultur häufig vorkommen, einen entscheidenden Einfluss auf die Vegetation der Versuchspflanzen und auf die Production von Trockensubstanz ausüben; unter Umständen steht die Höhe des Ertrags im umgekehrten Verhältnisse zu der Summe der mecha- nischen Widerstände, welche der Entwickelung des Wurzelnetzes der Ver- suchspflanzen entgegentreten, und damit in geradem Verhältnisse zu dem Bodenvolumen resp. der Grösse und Form der Culturgefässe. 5) Ent- wickelung der Wurzeln bei verschieden dichter Aussaat. Die Beschränkung im Bodenräume hatte Herabdrückung der Entwickelung der Pflanzen und frühere Reife zur Folge. 6) Entwickelung der Wurzeln bei verschieden tiefer Aussaat. Es zeigte sich kein Unterschied in der Entwickelung der 3, 4 und 6 cm tief gesäeten Gerste. 7) Entwickelung der Wurzeln im freien Land. Die grösste Zahl von Nebenwurzeln entwickelt von den unter- suchten Pflanzenarteu der Raps (wahrscheinlich stehen diesem Rübsen, Lein und Buchweizen am nächsten), diesem folgen die Kleearten (nach den Topf- culturen Bohnen und Erbsen), dann die Getreidearten. Die geringste An- zahl von Wurzelfasern wurde bei den Lupinen gefunden. In Bezug auf die Ausdehnung des Wurzelnetzes in der Tiefe wurde kein bedeutender Unter- schied constatirt. Sämmtliche Arten hatten die Hauptmasse ihrer Wurzeln in der Ackerkrume entwickelt; in der tieferen Lage sank die Zahl der Wurzel- fasern schnell bis auf durchschnittlich die Hälfte. In den tieferen Unter- grund stiegen nur ca. 10 "/o Wurzeln herab, tiefer als 1 m wurden nur in einigen Fällen vereinzelte Fasern gefunden. ^) Beiträge zu den naturwissenschaftlichen Grundlagen des Ackerbaues. Braun- schweig, 1883. p. 118—280. 9* 1 OO Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Monografia sull' analisi immediata delle olive ovvero le sostanze grasse e loro posto anatomico uella drupa delT ulivo. Annuario della R. scuola superiore d'agricultura in Portici. Napoli, 1883. Untersuchungen über den Hydrotropismus. Von H. Molisch. Sitzungsber. der k. Acad. d. Wiss. zu Wien. Sitzung vom 12. Juli 1883. Botau. Ceutralblatt. Bd. XV. No. 7. p. 201. Die Wurzelhaare der Pflanzen. Von Fr. Schwarz. Arbeiten des botanischen Instituts Tübingen. Bd. I. Heft 2. Botan. Ceutralblatt. Bd. XV. No. 11. p. 337. Forschungen auf dem Gebiete der Agricultur- physik. Bd. VlI. Heft 1. Ueber den Antheil der Pflanzensäure an der Turgorkraft wachsender Organe. Von H. de Vries. Botanische Zeitung 1883. No. 51. Ueber das Verhalten von vegetabilischen Geweben und von Stärke und Kohle zu Gasen. Von J. Böhm. Botanische Zeitung 1883. No. 32—34. Lehrbuch der Pflanzenphysiologie. Von W. Detmer. Bres- lau, 1883. F. Pflanzenciiltur. Allgemeines. Pflanzen- Untersuchungen über die künstliche Beeinflussung der cuitur. ij^j^gj.gu Wachsthumsursachen. Von E. Wollny.i) j) Einfluss des Anwelkens der Saatknolleu auf den Ertrag der Kartoffeln. Fünfjährige Versuche, a. Mit augewelkten, im Lichte gekeiraten Knollen. Temperatur 8 — lO*' C. Der Gewichtsverlust ist bei Knollen (derselben Sorte) verschiedener Grösse ziemlich derselbe. Gewichtsverlust 6,8 bis 10,7 gegen 1,59 bis 2,11^0 der frischen vom 1. März bis 1. Mai; 9,3 bis 21,7 gegen 3,5 bis 8,9^/0 der frischen in der Zeit vom 7. Januar bis 3. (7.) Mai; 15.7 bis 26,7% gegen 3,4 bis 4,8% der frischen (grosse Knollen), 16,3 bis 26,2 "/o gegen 3,1 bis 4,6% der frischen (mittlere Knollen), 19,3 bis 27.8 % gegen 2,9 bis 4,8 % der frischen (kleine Knollen) in der Zeit vom 17. November bis 30. April. Die Pflanzen aus augewelkten Knollen ent- wickelten sich früher, aber ungleichmässiger als diejenigen aus frischen. Der Ernteertrag war bedeutend gesteigert (Maximum 171,8:100). b. Mit ange- welkten nicht gekeimten Knollen. Dieselben waren bei 30 — 35 ^ C. gewelkt. Gewichtsverlust 10,6 bis 17,9 %, gegen 1,3 bis 3,8 % der frischen vom 2. April bis 8. Mai; im anderen Versuch verloren die gewelkten Knollen 17,01, die frischen 1,30 % an Gewicht in der Zeit vom 20. März bis 6. Mai. Schlüsse: 1) Durch das Anwelken wird die Zahl der geernteten Knollen im Verhältniss zu gleich schwerem frischen Saatgut ganz erheblich erhöht; 2) in derselben Weise steigt der Ertrag dem Gewichte nach; 3) meist ent- hält die von angewelkten Knollen erzielte Ernte absolut eine grössere, re- lativ eine geringere Zahl grösserer Knollen; 4) die durch Anwelken hervor- gerufene Ertragssteigerung tritt im stärksten Grade bei den Pflanzen aus ') Forschungen auf dem Gebiete der Agriculturphys. Bd. VI. Heft 1/2. p. 97. Pflanze. 133 kleinem Saatgut hervor; 5) der Erfolg des Auwelkens hängt nicht ab von dem Auskeimen der Knospen während der Trocknung; 6) das Anwelken ist aber ein Culturmittel, welches sich nur für feuchte Bodenarten und feuchtes Klima eignet, auf allen leicht trocknenden Ländern und in einem trocknen Klima zu verwerfen. 2) Einfluss'des Klimas, der Bodenbeschaffenheit und des Bodenraums auf die Bestückung der Kulturpflanzen. Im All- gemeinen werden alle Einflüsse, durch welche das Wachsthum der Haupt- triebe beeinträchtigt wird, der Bestockung Vorschub leisten, vorausgesetzt, dass der Boden mit Wasser und Nährstoffen genügend versehen ist. Für die Bestockung der Geti-eide ist die Standdichte in hervorragender Weise bestimmend, da die für Entwickelung von Seitensprossen massgebenden Fac- toren liiedurch wesentlich modificirt werden. Der Grad der Beleuchtung (je dichter der Stand, um so länger sind die Pflanzen, dafür die Bestockung um so schwächer), die dem Boden zugeführte Wärmemenge (der von lebenden Pflanzen beschattete Boden ist während der Vegetationszeit kühler wegen Verhinderung der Insolation und wegen des Wärmeverbrauchs zur Ver- dunstung; die Differenz betrug bei Pferdezahnmais 0,68'' C. bei 144 und 64 Pflanzen auf derselben Fläche zu Gunsten der Minderzahl, bei Erbsen 1,55° bei 196 und 64 Pflanzen), der Feuchtigkeitsgehalt des Bodens (bei dichterstehenden Pflanzen wegen stärkerer Transpiration geringer als bei dünnerstehenden). Diese verschiedenen Ursächlichkeiten erklären das in anderweitigen Versuchen beobachtete Ergebniss, dass unter sonst gleichen Verhältnissen die Bestockung zur Dichtheit des Pflanzenstandes im umge- kehrten Verhältnisse steht. 3) Einfluss des Abmähens und Abweidens der Pflanzen auf die Entwickelung der Seitenachsen, a. Abmähen der Futterpflanzen und Gräser. Schon die Beseitigung der Haupttriebe förderte die Entwicke- lung der Nebenachseu, dazu kommt noch, dass die Eigenschaften des Bodens in einer dieser Entwickelung förderlichen Weise geändert werden: wegen des verminderten Wasserverbrauchs wird das abgemähte Feld fruchtbar, wie sich aus directen Versuchen 'ergiebt, der Boden erwärmt sich stärker, das Licht kann stärker auf die neuen Triebe wirken. Aber die Pflanzen dürfen nicht durch zu vorgeschrittenes Alter in der Reproductionsfähigkeit zu sehr gemindert sein, das Abmähen darf nicht zu spät geschehen. Da die Pflanzen nicht etwa den Boden feucht halten, ist auch bei trockner Witterung abzumähen, da hierdurch der Wasservorrath im Boden geschont wird. b. Das Abmähen der Kartoffclpflanzen im jugendlichen Zustande. Dass Entlaubung in vorgeschrittenem Stadium nachtheilig auf den Ertrag wirkt, ist bekannt. Es handelte sich aber um Feststellung des Erfolgs der Entfernung der bereits entwickelten Triebe zu einer Zeit, wo sich die Seiten- achsen noch nicht entwickelt haben und den Pflanzen noch genügender Zeitraum zum Ausgleich der Störung zur Verfügung stand. Das Abschneiden des Krautes im jugendlichen Zustande hatte Verminderung des Ertrags zur Folge. 4) Einfluss des Abkeimens der Saatkartoffeln auf die Ent- wickelung der Triebe und den Ertrag. Durch das Abkeimen wurde die Zahl der Triebe vermehrt, die Entwickelung derselben aber immer schwächlicher, je öfter abgekeimt wurde. Die einmal abgekeimten Knollen hatten mehr an Gewicht verloren als die zweimal und diese mehr als die dreimal abgekeimten, weil das Wachsthum der Triebe in dem Masse kräf- ]^34 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. tigcr ist, als dasselbe weniger oft untcrbroclaen wird. Bezüglich des Er- trags ergiebt sich, 1) dass die Zahl der geernteten Knollen um so grösser war, je öfter abgekeimt wurde; 2) dass in gleichem Grade Zahl und Ge- wicht an kleinen Knollen zunahm, das Gewicht und die Zahl an grossen und mittleren zurückging, 3) dass der ein- oder mehrmalige Verlust der Keime den Gesammtertrag zwar herabsetzte, aber in verhältnissmässig ge- ringem Grade. 5) Einfluss des Entgipfelns der Pflanzen auf die Entwicke- lung der Nebenachsen und den Ertrag, a. Bei Erbsen, Ackerbohuen und narbonischer Wicke. Das nicht zu zeitig vorgenommene Entgipfelu vermehrte die Zahl der Seitentriebe, verminderte aber den Körner- und zum Theil den Strohertrag. Bei zu frühzeitigem Entgipfelu unterblieb die Ver- mehrung der Seitentriebe, b. Einfluss des Entfahnens beim Mais. Durch Entgipfelu sofort beim Erscheinen des männlichen Blüthenstandes wurde die Zahl der Kolben vermehrt, jene der Bestockungstriebe meist vermindert, der Ertrag an reifen Körnern, meist auch an Stroh, wurde erhöht. Ueber den Einfluss der Saatzeit auf die Entwickelung und die Erträge der Culturpflanzen. Von E. Wollny. i) Ausführliche Darlegung der Literatur. Bei den eigenen Versuchen des Verf. sind die meteorologischen Factoren eingehend berücksichtigt, und diese Ermittelung in Tabellen mitgetheilt. Zu den Versuchen dienten Parcellen von je 4 qm Fläche. Das Saatgut war sorgfältig ausgelesen und gesiebt. Die Versuche sind angestellt mit "Winterroggen (Versuchsjahr 1873/74), Erbsen (1874, 76, 77, 81), Sojabohne (1879, 80), Lein (1876, 77), Pferdezahumais (1874, 76), Kartoffeln (1874, 76, 77), Runkelrüben (1876, 77). Ausnahmslos er- giebt sich: 1) Dass die Productionsfähigkeit der Pflanzen in ausserordentlichem Gmde von der Saatzeit abhängig, 2) bei einem bestimmten, im Verhältniss zu der eigenthümlichen Natur der Species frühzeitigen Saattermin am grössten ist und von da ab nach beiden Seiten, mit einzelnen Ausnahmen, stetig abnimmt, 3) dass die Saatzeit, welche den höchsten Ertrag bedingt, in verschiedenen Jahren auf einen verschiedenen Zeitpunkt fällt, 4) dass die Reifezeiten der Pflanzen nicht im gleichen, sondern in einem viel nähe- ren Verhältniss zu einander liegen, als die Saatzeiten oder innerhalb ge- wisser Grenzen, trotz Verschiedenheit der letzteren, auf denselben Termin fallen können. Bei Bemessung der angemessensten Saatzeit sind folgende Umstände zu beachten: 1) Klima und Bodenbeschaffenheit, vor Allem wichtig. Bei den Frühjahrssaaten darf die Einsaat nicht eher vorgenommen werden, als bis der Boden die jeder Pflanze eigeuthümliche Minimalkeimungstempe- ratur dauernd angenommen oder dieselbe überschritten hat. Ist letzteres eingetreten, so wird der Keimprocess rascher verlaufen, die Pflanzen ent- wickeln sich schneller und überstehen die ihnen drohenden Gefahren schneller. Eine Beschränkung des Vortheils tritt freilich dadurch ein, dass früherer Saattermin mit höherem Productionsvermögen der Pflanzen verknüpft ist. Was den Boden anbelangt, so kommt dessen Erwärmungsfähigkeit in Be- tracht. Die Saat im Frühjahr kann um so eher vorgenommen werden, je schneller sich der Boden erwärmt und je weniger er diejenigen Eigenschaften 1) Mittheil, aus dem landw. Laborat. u. vom Versucbsfelde der techn. Hoch- schule in München. Zeitschrift des landw. Vereins iu Bayern 1883. Pflanze. 135 besitzt, welche Veranlassung zu Nachtfrösten geben. Bei den Herbstsaaten handelt es sich vor Allem um die Frage, in welchem Eutwickelungsstadium die Pflanzen den schädlichen Wirkungen des Frostes am besten Widerstand leisten und nach der winterlichen Ruheperiode im Frühjahre die kräftigste Entfaltung ihrer sämmtlichen Organe aufweisen. Es ist dies der Fall bei früher Saatzeit. Auch hier muss eine gewisse Grenze eingehalten werden, da bei übermässig zeitiger Saat die Fortentwickelung im Frühjahr so zeitig beginnen kann, dass Frühjahrsfröste Schaden an den Blüthenorganen an- richten. — Da neben der Wärme auch die Feuchtigkeitsverhältnisse für die Keimung von Wichtigkeit sind, muss auf allen leicht austrocknenden Böden sofort zur Saat geschritten werden, so lauge der Boden noch feucht ist, im Frühjahre also innerhalb der durch die Temperaturverhältnisse ge- zogeneu Grenze möglichst zeitig, besonders bei nur flach unterzubringenden ' Samen. Bei nasser Bodenböschafifenheit muss man warten, bis der Boden so viel Wasser verloren hat, dass ungehinderter Luftzutritt stattfindet. An einer bestimmten Oertlichkeit ist die Saat je nach dem Gange der meteo- rologischen Elemente in verschiedenen Jahren auf einen verschiedenen Ter- min zu verlegen. — Wärme und Feuchtigkeit werden durch die Pflanzen selbst nach Massgabe der Anbauzeit modificirt. Die früher gesäten, des- halb üppiger gewachsenen Pflanzen setzen die Bodentemporatur mehr herab als die später gebauten. Wie specielle Versuche mit Erbsen ergeben, ist der Boden in späteren Vegetationsstadien um so wärmer, je später gesät wurde. Bei zeitigerer Aussaat wird der Boden trockner, als bei späterer. Aber in den meisten Fällen ist die Förderung der später gebauten Frucht durch den höheren Wassergehalt des Bodens nicht derartig, dass die in- dessen in der Entwickeluug weiter vorgeschrittenen frühzeitiger gebauten Pflanzen eingeholt werden. 2) Die Höhenlage und Exposition des Bodens. Es handelt sich hierbei um klimatische Verhältnisse, Wärme und Wasser. Die südlichen Expositionen sind am wärmsten, dann folgt die Abdachung nach Ost und West, dann die nach Nordost und Nordwest, zuletzt die nach Nord. Der Wassergehalt nimmt von den südlichen Expositionen nach Norden zu. Auf südlichen Abdachungen ist also im Frühjahr eher, im Herbste später zu säen als auf östlichen und westlichen resp. nördlichen, ausser wenn es sich um gegen Frühjahrsfröste empfindliche Pflanzen handelt. 3) Die Vegetationsdauer und Natur der Pflanzen. Die ein- jährigen mit langer Vegetationszeit müssen so zeitig als möglich gesät werden, es empfiehlt sich dies aber auch bei anderen Gewächsen mit kürzerer Ve- getationszeit. Solche, welche keine Frühjahrs froste vertragen, sind spät zu säen und falls sie eine lange Vegetationszeit haben, können sie überhaupt in Gegenden mit spätem Frühjahre nicht gebaut werden. Bei gewissen zweijährigen Gewächsen hat sehr zeitige Saat häufig zur Folge, dass die Pflanzen bereits im ersten Jahre Blüthenstengel treiben. 4) Der Schutz gegen spätere Erkrankungen der Pflanzen. Zweckmässige Wahl des Saattermins kann die Verheerungen durch Insecten und Pilze vermindern. So z. B. ist frühe Saat des Rapses im Herbste ein Schutz gegen die Angriffe des Glanzkäfers-, spätere des Wintergetreides gegen die Larven der Hessenfliege u. s. w. Je nach der Saatzeit wird das Eutwickelungsstadium zur Zeit des Auftretens solcher Feinde ein verschie- denes sein. 5) Wirthschaftliche Verhältnisse. „Die passendste Anbauzeit ioc Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Düuger. ist gekommen, wenn alle Bedingungen zu einer kräftigen Entwickelung der Pflanzen und schnellen Ueberwindung der gefährlichen Jugendzeit vorhanden sind und den Pflanzen bis zu der, mit dem Schossen beginnenden Haupt- wachsthumsperiode so viel Zeit zur Verfügung bleibt, dass sie sich bis da- hin möglichst kräftig in ihren ober- und unterirdischen Organen zu ent- falten und einen reichen Vorrath von Reservestoffen anzusammeln ver- mögen." Einfluss der Beschaffenheit des Samens auf die aus ihm erwachsende Pflanze. Von Hellriegel. ^) 1) Einfluss des absoluten Gewichts der Samen. Ein grösserer Samen entwickelt nicht nur unter allen Umständen eine grössere Keimpflanze als ein kleiner, sondern es steht auch die Grösse einer jungen Pflanze, so lange sie sich in der Periode des Keira- lebens befindet, und selbst noch in den Anfängen der Production in einem sehr nahen Verhältnisse zur Grösse des Samenkorns, aus dem sie hervor- gegangen ist. Dieser Einfluss ist bedeutend genug, um sich selbst noch in späteren Lebensperioden geltend zu machen. 2) Einfluss des spec. Gewichts der Samen. Dasselbe übt keinen bedeutenden Einfluss auf die Grössen- verhältuissc der daraus hervorgehenden Pflanze, weder in dem Keimleben noch in den späteren Eutwickelungsperioden. 3) Einfluss des Reifestadiums auf Keimfähigkeit und Productionskraft der Getreidesamen. In einem armen Boden treten die Nachtheile des unvollkommenen Saatguts sehr stark auf, indem dasselbe theils nicht aufgeht, theils bis ans Lebensende schwächlich bleibt. In einem reichen Boden scheinen die Nachtheile viel geringer, sie beschränken sich darauf, dass von demselben eine geringere Zahl Pflanzen zur Keimung kommt-, obwohl dieselben anfangs schwächlich sind, so er- reichen sie unter dem Einfluss der starken Bodenkraft eine volle Ausbildung. Das Nachreifen der Samen hat einen entschieden günstigen Einfluss in der Beförderung der Keimfähigkeit, weit weniger in der Steigerung der Pro- ductionskraft der aus ihnen erwachsenen Pflanzen. 4) Einfluss des absoluten Gewichts der Saatkartoffeln. Vorzüge grosser Saatknollen. 5) Einfluss des spec. Gewichts der Saatkartoffeln. Dieses äussert keinen bemerklichcn Ein- fluss weder auf die Entwickelung der Pflanzen und ihren Ertrag, noch auf die Qualität der Ernte. Ueber die Anwendung der Electricität in der Pflanzen- cultur. Von E. Wollny. 2) Sorgfältige Sammlung der einschlägigen Lite- ratur bis in die früheste Zeit zurück und kritische Darlegung des der- zeitigen Standpunkts. Verf. ist der Ansicht, dass man nicht behaupten könne, dass die Kultur unter Benutzung der atmosphärischen Electricität für die Praxis des Pflanzenbaus eine besondere Bedeutung erlangen werde. Hinsichtlich der Wirkung des galvanischen Stroms ist keinerlei Abschluss gegeben, endlich bezüglich der Culturen im electrischen Lichte stellt Verf. der Verwendbarkeit der Electricität kein besonders günstiges Prognostikon und warnt vor allzu optimistischen Erwartungen. Zu welcher Zeit und bis zu welcher Tiefe empfiehlt sich das Unterbringen der Saat? Von E. Schnitze. Vortrag. Fühlings landw. Zeitung. — Prager landw. Wochenblatt 1883. No. 22. Züchtung auf dem Gebiete der landwirthschaftlichen Cul- 1) Beiträge zu den naturwissenschaftl. Grundlagen des Ackerbaues. Braun- Bchweig, 1883. ») München, 1883, bei Th. Ackermann. Pflanze. J37 turpflaiizeii. Von W. Rimpau. Mentzel u. v. Lengerke's landwirthscb. Kalender 1883. Culturversuche über Variation. Von H. Hoffmann. Botanische Zeitung 1883. No. 17—21. Getreide. Ueber den Einfluss der Aussaatstärke (und der Anwendung Getreide, künstlicher Düngemittel) auf den Ertrag und die Zusammen- setzung des Hafers. Von 0. Beseler u. Märcker.i^) 1) Eine Aus- saat von 22 Pfund Hafer pro preuss. Morgen ist trotz starker Anwendung künstlicher Düngemittel nicht im Stande gewesen, einen so hohen Ertrag zu erzielen, als derselbe durch eine Aussaat von 38 Pfund erzielt wurde. 2) Das Verhältniss von Korn und Stroh betrug bei stärkerer Aussaat durch- schnittlich 1 : 1,13, bei schwächerer 1 : 1,22. 3) Die Ernteproducte zeigten durchgehends einen ziemlich, beim Stroh aber einen auffallend niedrigen Pro- te'ingehalt, offenbar weil durch die Drill- und Hackcultur die Vertilgung des Unkrauts und die Kräftigung der Stengel der Haferpflanze durchschnittlich stickstoffarme Pflanzen erzeugt werden. 4) Bei schwächerer Aussaat waren die Pflanzen etwas proteinreicher als bei stärkerer. 5) Je höher die Er- träge, um so höher war auch der Proteingehalt der geernteten Körner und des Strohs-, hieraus folgt der Satz: je mehr geerntet wird, um so besser war auch die Qualität der Ernteproducte. (Die auf die Düngerwirkung bezüglichen Ermittelungen sind nicht hier aufgenommen.) Zur Kultur von Malzgerste. 2) Bericht über Versuche von P. Nielsen in Oerslov. 1) Ein sehr reichlicher Niederschlag im April bis Juli hat nicht zur Folge gehabt, dass die Gerste mehliger wurde. Bei gleicher Erntezeit hat dagegen feuchtes Wetter weit grösseren Einfluss auf die Qualität der Gerste. 2) Vorausgesetzt dass sich die Körner normal entwickeln können, scheinen die im Boden vorhandenen Nährstoffe oder die Beschaffenheit des Untergrundes nicht so grossen Einfluss auf die Qualität der Gerste (mehlig oder glasig) zu haben, wie manche annehmen. Dasselbe gilt von der Vorfrucht. Jedenfalls kann man in ein und demselben Jahre infolge verschiedenen Vorgehens sowohl sehr mehlige als auch sehr glasige Erträge erzeugen auf demselben Boden und nach derselben Vorfrucht. 3) Dagegen scheint die Behandlung des Bodens von grösserer Bedeutung zu sein, sowohl hinsichtlich der Qualität als der Quantität des Ertrags. 4) Stalldünger, unmittelbar zu Gerste angewendet, hat keine vortheilhaften Wirkungen gezeigt. 5) Von den vier Arten künstlichen Düngers, die zur Anwendung gekommen sind, hat norwegischer Fischguano stets glasigere Gerste ergeben, als die übrigen, aber auch grössere Erträge. Durchweg scheinen die reichlichsten Erträge glasigere Körner zu ergeben. 6) Späte Aussaat (Anfang bis Mitte Mai) hat durchgehends glasigere Gerste ergeben. 7) Reihensaat hat nicht mehligere Erträge gegeben als Breitsaat. 8) Wo man Malzgerste feinster Sorte haben will, ist die Wahl geeigneter Varie- täten von grösster Wichtigkeit. 9) Ob das Saatkorn mehlig oder glasig ist, ist von geringerer Bedeutung, wenn es nur einer guten Varietät ange- hört. Nach Aussaat sehr mehligen Saatguts kann man sehr glasige Erträge ernten und umgekehrt. 10) Stärkeres Sortiren des Saatkorns hat im gün- *) Zeitschrift des landw. Centralvereins der Provinz Sachsen 1888. No. 2 u. 4. ^) Hannoversches land- u. forstwirth. Verehisblatt 1883. No. 19, 20. jgg Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Bünger. stigen Sommer 1882 weder den Ertrag vermehrt, noch mehligeres Korn gegeben. 11) Es ist von grösster Wichtigkeit, dass die Frucht zur rechten Zeit geschnitten wird, wenn man feinste Malzgerste zu ernten wünscht. Ehe das Korn reif ist, kann das Regenwasser nicht darauf einwirken, was doch nothwendig ist, wenn es mehlig werden so]l(?); muss es, um nach- zureifen, längere Zeit umherstehen oder liegen, so verbleichen die Achren und die matt strohgelbe Farbe geht verloren. Soll das Korn als Viehfutter oder zur Speise benutzt werden, wird zeitigeres Schneiden am vortheil- haftesten sein, da man dabei meist gewichtigeres und stickstoffhaltigeres Korn gewinnt. 12) Die Erntemethode ist von grösster Bedeutung: Gerste, die vor der Reife geerntet und bald in Haufen gestellt wird, wird glasig werden, bleich und ungleich in der Farbe, je weniger die Haufen vom Regen durchweicht werden (!). Stellt man die Garben lose zusammen, werden sie schneller trocknen und die Gerste glasiger werden. Laugsames Trocknen macht das Korn mehliger. In Schwaden liegendes Korn wird vom Regen rascher beeinflusst und werden daher bei einigermassen gutem Erntewetter die Körner schneller mehlig werden, ebenso wie bei dieser Erntemethode die Farbe leichter gleichmässig bleibt (!). 13) Wird das Korn gedroschen, wenn es noch nicht ganz trocken ist, kann es noch etwas mehliger werden, wenn man es in Säcken aufbewahrt oder auf andere Weise, welche ein schnelles Austrocknen nicht zulässt, 14) Starkes Sortiren wird zwar gewichtigere, schönere und gleichmässigere, aber auch etwas glasigere Waare geben, da die grössten Körner durchweg glasiger sind. Die Saatgerste (Hordeum vulgare L. sensu lat.). Von F. Kör nicke, i) Monograi)hische Bearbeitung der Systematik von Hordeum vulgare (mit 10 Tafeln). Die Art in dem angenommenen Umfang wird in folgende Unterarten getheilt : H. polystichum Doli. Alle Aehrchen fruchtbar. H. hexastichum L., sechszeilige Gerste i ah a i i i, ^ TT ^ i ^. , T^ 1 • M- ^ ^ \ Alle Aehrchen begrauut. H. tetrastichum Kcke., vierzeilige Gerste I H. intermedium Kcke,, Mittelgerste, nur die Mittelährchen begrannt. H. distichum L. (erweitert), zweizeilige Gerste. Diese Unterarten zerfallen wieder in zahlreiche Untergruppen, die des Weiteren im Einzelnen charakterisirt. — Daran schliesst sich ein ausführ- licher Exkurs über die Namen der Saatgerste, dann über das Keimen der Gerste. Vergl. diesen Jahresbericht, p. 104. Die Gerste. Von A. Voss. 2) Verf. beklagt sich darüber, dass viel- fach Gerstenarten und Varietäten unter falschem Namen verhandelt und cultivirt werden. — Unter dem Namen Imperialgerste kommt ausser der eigentlichen dichten (aufrechten) auch eine lockere (nickende) im Handel vor. Kreuzung von Gerste.^) Es ist einiger Aehreu Erwähnung gethan, welche in den Merkmalen zwischen der zwei- und vierzeiligen stehen sollen. Der Verf. neigt sich zur Ansicht, dass es sich um Variation handle. Cultur der Gerste. Von Märcker u. Säuberlich.^) Das Hacken erwies sich als vortheilhaft. Düngung mit Chilisalpeter (^2 Ctr. p. Morgen) ergab gegenüber der einfachen Superpho.sphatdüngung bei 6 Zoll Reihcn- *) Zeitschrift für das gesammte Brauwesen 1882. ^) Hannoversches land- u. forstwirth. Vereinsblatt 1883. No. 25. ») Ibid. No. 22. *) Ceutralblatt für Agriculturchem. 1883. Heft 9. p. 620. Pflanze. 139 entfeinuiig einen die vermehrten Auslagen nicht deckenden Mehrgewinn. Dagegen wurde bei 12 Zoll Reiheneutfernung der Reinertrag befriedigend erhöht. Höhere Stickstoffgabe verlangt schwächeres Aussaatquantum. Umge- kehrt ist ausgezeichneter Stickstoffzustand des Bodens oder sehr starke Stickstoffdüuguug Bedingung, wenn bei weiterer Reihenentfernung befrie- digende Erträge verlangt werden sollen. Durch Verminderung der Pflanzen innerhalb der Reihen durch Verbacken wird die Ernte erniedrigt bei massiger Stickstoffdüuguug, bei reichlicher Düngung dagegen erhöht. Gerste auf Gerste. Von Märcker. i) In den Districten mit starkem Gerstenbau, verbunden mit Rüheucultur, folgt häufig Zuckerrübe, Gerste, Gerste. Die nach Gerste gebaute Gerste geräth meist sehr gut und liefert ein sehr schönes Korn. Zusammensetzung der in der Provinz Sachsen erzeugten Gerste. Von M. Märcker.^) Der Proteingehalt der sächsischen Gerste ist auffallend nieder (6,5 bis 11,2%). Verf. lässt unentschieden, ob dies durch die Düngung oder die Cultur, wie sie in der genannten Provinz üblich ist, oder dadurch bedingt ist, dass die untersuchten Gersten zum grössten Theil Chevaliergersten waren. Verf. sucht den hohen Werth der sächsischen Gerste in dem niedrigen Gehalt an Protein und Holzfaser und ihrem hohen Gehalt an stickstofffreien Extractstoffen. Braugerste. Von A. Löhcrs.^) Klagen über die westphälischen Bierbrauer, welche die dortige Gerste wegen ungleicher Keimung nicht kaufen wollen. Verlangt ist zur Abhilfe: Herbeiführung gleichmässiger Reife durch möglichst frühe Saat, Vermeidung frischer Mistdüngung, Drillen, Auf- richten der Gerste sofort nach dem Mähen. Hebung der Gerstencultur in Böhmen.*) Nach den statistischen Angaben ist die Gerste für Böhmen ausserordentlich wichtig. Es wird aber auch in Böhmen über Verringerung der Qualität geklagt und die Noth- wendigkeit der Verbesserung betont. Als Ursachen des Rückgangs sind angegeben: einseitiges Fruchtwechselsystem (immerfort abwechselnd Rübe und Gerste); ungeeignete Beschaffenheit des Saatguts. Verlangt sind Ver- suche über entsprechende Bodenbearbeitung, Dünguug, Saatzeit u. s. w. Zur Cultur der Braugerste. Von E. Pott. Zeitschrift des land- wirthschaftlichen Vereins in Bayern 1883. April- u. Maiheft. Allg. Brauer- und Hopfenzeitung 1883. Ueber die Qualitätsverbesserung zur Bierbereitung be- stimmter Gerste. Von Ph. Schreiner. Allg. Brauer- u. Hopfenzeitung 1883. No. 103. Cultur verschiedener Gersten Sorten. Prager landw. Wochen- blatt 1883. No. 12, 13. Die elsässische Chevaliergerstecultur. Allg. Brauer- u. Hopfen- zeitung 1883. No. 37. Züchtung einer grauuenlosen Gerstenvarietät. Oesterr. landw. Wochenblatt 1883. No. 21. Bericht über die Gerstenausstellung zu Hildesheiui. Von Wrede. Hannoversches land- u. forstwirth. Vereinsblatt 1883. No. 9. ^) Zeitschrift f. Spiritusindustrie. Allg. Brauer- ii. Hopfenzeit. 1883. No. 96. *) Centralblatt für Agriculturchem. 1883. Heft 10. p. 699. 3) Landw. Zeit. f. Westphaleii u. Lippe 1883. No. 4. •*) Prager landw. Wochenblatt 1883. No- 3. ■| A(\ Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Anbauversuche mit schwedischem Grauroggen in verscliic- denen preussischen Provinzen. i) Im Allgemeinen werden wenig gün- stige Erfolge verzeichnet: geringerer Körnerertrag bei geringerer Qualität derselben. Erfahrungen über schwedischen Grauroggeu.^) Späte Reife, mageres mehlarmes Korn, langes Stroh, Erträge geringer als vom Probsteier. Ersatz des Roggens durch Sandweizcu.^) Letzterer ist sicherer und giebt höhere Kornerträge. lieber die Cultur des Weizens. (Zusammensetzung zur Zeit der Blüthe und Reife.) Von Joulie.^) Das Gewicht steigt in der Regel nach der Blüthe, aber im Allgemeinen nur, wenig, in zwei Fällen wurde sogar Gewichtsverminderung beobachtet. — 1 00 Theile Trockensubstanz des reifen Weizens enthielten 1,17 Stickstoif und 0,44 Phosphorsäure; zur Blüthczeit 1,28 und 0,45, dann 1,73 Kali. Bei einer Production von 40 hl p. ha werden entnommen: kg im Mittel Stickstoff . . . . 85-109 92,6 Phosphorsäure . . 28—44 37,0 Kalk 19-39 25,2 Magnesia .... 8—16 12,2 Kali 80—162 116,2 Deutscher Weizen in Amerika.-'') Zur Verbesserung der Getreide- production wurde vor einigen Jahren eine deutsche Varietät (IJernsteinweizen, amber wheat) iinportirt und mit grossem Erfolg angebaut, Culturversuche mit englischen Weizensorten. ^) Zur Fest- stellung ihres Werthes in Dänemark in Ausführung. Gewichtsverhältniss der Körner zum Stroh bei gesundem Getreide. Von Drechsler.') Die Differenzen im Verhältniss von Stroh und Korn sind in verschiedenen Jahrgängen, bei verschiedenen Varietäten, verschiedenem Boden, ungleicher Halralängc so erheblich, dass man von dem Versuche für gewisse Productionsgebietc mit ähnlichen Boden- und Cultur- verhältnissen bestimmte Proportionalzahlen festzustellen, nach welchen die Kornernte aus dem Gewichte der Gesammternte mit einiger Genauigkeit ermittelt werden könnte, wohl absehen muss; für statistische Zwecke ist diese Methode daher schwerlich brauchbar. Ueber das Gewichtsverhältniss der Körner zum Stroh bei gesundem Getreide.**) Vereinsberichte. Kartoffeln. Kartoffeln. Kartoffeln und Bataten. Von Sacc.'') Werth uud Cultur der- selben in Südamerika, Die Kartoffel wird in den Gärten von Montevideo *) Landw. Contralblatt für die Provinz Posen 1883. No. 14. — Nachricliteu aus dem Club der Landwirthe zu Berlin. 2) Ceutralblatt f. Agrieulturchem. 1883. lieft 9. p. 623. 3) Deutsche laiidw. Presse 1883. No. 63. ♦) Annal. agron. T. IX. No. 3. p. 1H6. *) Oesterr. landw. Wochenblatt 1883. No. 49. «) Ceutralblatt f. Agrieulturchem. 1883. Heft 9. p. 623. ') Deutsche landw. Presse 1883. No. 69. — Journal f. Laudwirtlischalt 1883. 2. p. 149. 8) Hauuoversche land- u. forstwirth. Zeit. 1883. No. 13. 9) Ceutralbl. f. Agrieulturchem. 1883. Heft .5. p. 338. Journ. d'agricult. pra- tique 188Ü. T. II. p. 333. Pflanze. 14J ZU jeder Jahreszeit ausgepflanzt. Solche Knollen sind aber klein, wässrig, speckig, geschmacklos. Zusammensetzung: 7o % Eiweis . . . 0,71 0,81 Dextrin . . . 0,02 0,05 Zucker . . . . — 1,83 Stärke . . . . 10,20 12,81 Bitteres Extract . 2,25 — Holzfaser . . . 13,18 11,59 Calciumbimalat 0,05 — Wasser . . . . 73,59 72,91 Im October gepflanzte, im Juni geerutete Kartoffeln sind von normaler Beschaffenheit, mit 18 — 22 o/o Stärke. Die Batate ist weniger geschätzt als die Kartoffel, braucht mehr Wärme und wird in mehreren Varietäten cultivirt. Zusammensetzung bei folgenden Sorten: Moniato Rothe Batate 0/ Oj^ Eiweiss .... 0,56 0,64 Traubenzucker . . 4,00 0,33 Gummi .... 1,15 — Pektinsäure Stärke Rohfaser . Asche Wasser . 1,27 — 15,00 13,01 10,02 I j^^g3 . . 1,00 . . 67,00 68,19 Die jungen Knollen enthalten hauptsächlich Zucker, später werden sie reicher an Stärke, Asche, Holzfaser. Die Blätter eignen sich auch zu Ge- müse. — Die Knollenbildung wird durch Behäufeln begünstigt. Die Batate hat feineres Fleisch als die Kartoffel und vermag letztere in technischer Hinsicht völlig zu ersetzen. In Brasilien giebt es Spiritus- und Stärkefabriken, welche ausschliesslich Batate verarbeiten. Verf. glaubt, dass die Batatencultur in wärmeren Ländern dereinst die Kartoffel ver- drängen wird. lieber die botanischen Verschiedenheiten des Krautes und der Blüthe der Kartoffelsorten. Von L. Wunderlich.^) Um die zahlreichen (ca. 1500) Sorten bestimmt zu characterisiren, ist es noth- wendig, deren einzelne Merkmale nach den Regeln der botanischen Syste- matik zu vergleichen und die constanten ausfindig zu machen. Stärkegehalt und Wohlgeschmack sind sehr variabfil, es bleiben nur Knollen, Kraut und Blüthe zur Unterscheidung. Früh- und Spätsorten sind durch Uebergänge verbunden. Manchmal ist der höhere Wuchs und die Stengelstärke cha- racteristisch, ebenso die Richtung, welche bei schwachstengeligen Sorten oft kriechend wird. Weitere Merkmale bietet die Flügeluug des Stengels, die Internodienlänge, die Verästelung, die Stengelfarbe, die Beschaffenheit der Iiaubl)lätter in oft sehr ausgeprägten Typen, der Blattansatz, die Behaarung, die Reich- und Armblüthigkeit u. s. w. Die Blüthen liefern die besten Merkmale: die Grösse der Kelchzipfel, ihre Zuspitzung, die Behaarung des Kelches, die Corolle hinsichtlich der Grösse und Farbe, die Antheren in Grösse, Form und Farbe. Manche Sorten neigen zur Verkümmerung der Antheren. Die wichtigsten Merkmale zur Sortenbeschreibung liefert der 1) Deutsche landw. Presse 1883. No. 1 u. 2. \A0 Boden, "Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Stempel, welcher z. B. bei vielen Sorten röthliche Färbung des Querschnitts zeigt. Auch die B'orm desselben ist bei den verschiedenen Sorten wechselnd, bald gewölbt, bald conisch. Bei einer Sortengruppe ist der untere Theil des Griifels verdickt, öfter ist der Griffel auffallend verkrümmt u. s. w. Viele Sorten sind bezüglich des Stengels und der Blüthe identisch, unter den untersuchten über 700 Sorten konnten nur etwa 100 herausgefunden werden, welche nach Blüthe und Kraut bestimmt zu characterisiren waren. Inwieweit solche in diesen Merkmalen identische Sorten in der Knolle und den ökonomischen Eigenschaften abweichen, ist eine andere Frage. Die Ohroudkartoffel (Solanum Ohrondii).^) Aufgefunden auf der Insel Goritti an der Mündung des Platastromes und in Frankreich mit grossem Interesse aufgenommen. Die Pflanze treibt niedere Büsche, macht ausser den Knollen (ursprünglich haselnussgross, in Frankreich erreichten sie Hühnereigrösse) lauge unterirdische, weithin sich verbreitende Ausläufer, deren Spitzen über den Boden hervordringen und schon nach wenigen Wochen blühen. Gerühmt wird der angenehme Geschmack der Knollen, die grosse Unempfindlichkeit gegen schlechte Witterung. Die Sache steht erst in den ersten Stadien des Versuchs. Neue Kartoffelarten.2) Lemmon hat das südwestliche Arizona nach neuen Arten untersucht, namentlich zwei aufgefunden, mit welchen nunmehr Anbauversuche angestellt werden. Ueber die Qualität der auf Moorboden gebauten Kartoffeln. Von M. Fleischer. 3) Man hört hierüber die verschiedensten Urtheile, theils stehen die auf ostpreussischen Moosbrüchen (fast unzersetztem Torf- moos) bei reichlicher Düngung mit Stallmist erzielten Kartoffeln wegen ihres Wohlgesclimacks in grossem Ansehen (das vorher nicht cultivirte Moos giebt in den ersten beiden Jahren der Cultur eine kleine wässrige Knolle, erst vom dritten Jahr bessert sich Quantität und Qualität), theils wurden die auf Sandboden gewachsenen Kartoffeln den Moorkartoffeln vorgezogen. Nach speciellen Versuchen waren -die auf mineralischem Boden (gemer- geltem Sandboden) gebauten stärkereicher als die auf Moorboden (Moor- dämmen) gewachsenen (durchschnittlich um 1,3%); der Ertrag war letzteren Falls höher. Bei anderweitigen Anbauversuchen war der Stärkegehalt der Moorkartoffeln äusserst niedrig und erreichte in keinem Fall den niedrigsten Stärkegehalt derselben auf mineralischem Boden gebauten Varietät. Vergleichende Kartoffelbauversuche. Von F. Heine.*) Urtheil sechsjähriger Anbauversuche. Auf den milden, warmen Böden Mittel- Deutschlands in günstiger Höhenlage geben nicht die hervorragend wider- standsfähigen, spät reifenden Sorten die besten Erträge, sondern die schneller vegetirenden mittleren, die spätesten Varietäten dagegen mit ihrer zwar spät beginnenden, aber länger andauernden Entwickelung zeigen ihren wahren Werth erst unter ungünstigen klimatischen Verhältnissen und vor Allem auf schweren, undurchlassenden kälteren Aeckern. Auf diesen entwickeln sich die weniger kräftigen Sorten anfangs zu langsam und sterben dann zu früh ab, ehe sie die ihnen dort beschiedene kürzere Vegetationsperiode im Früh- sommer zur völligen Entwickelung ihrer oberirdischen Organe hinlänglich ») Oesterr. landw. Wochenblatt 1883. No. 14. ä) Ibid. No. 18. ') Deutsche landw. Zeit. — Landw. Centralbl. für die Prov. Posen 188.3. No. 31. *) Zeitschrift des laudw. Centralvereins der Prov. Sachsen. 1883. No. 4. Pflanise. J43 benutzen konnten. — Dieser Aufsatz liefert auch sonst verschiedene allge- meinere Gesichtspunkte zur Sortencultur. Abhängigkeit der Quantität der Ernte von der Beschaffen- heit des Saatguts bei Kartoffeln. Von Emmel. i) Die Erträge waren um so geringer, je kleiner die Saatknollen; bei Theilstüken kleiner als bei ganzen Knollen, letzteren Falls grösser, wenn die Augen nach unten gerichtet waren. Anhäufeln der Kartoffeln. Von Schieb. 2) Die behäufelten Kar- toffeln gaben geringere Erträge, bei den nichtbehäufelten fanden sich die kleinen Knollen in grösserer Zahl, die unbehäufelten liegen im Allgemeinen flacher im Boden. Variation der sächsischen gelbfleischigen Zwiebelkartoffel. Von J. Krubner.3) Beobachtete, dass bei dieser Sorte nach gleichbleibender lOjähriger Cultur im Fleisch ein hellrother Ring auftrat-, zuerst nur an ein- zelnen, im nächsten Jahre an fast allen Knollen unter Verminderung des Wohlgeschmacks, Culturwerth der verschiedenen Keimknospen der Kar- toffeln. Von A. Leidhecke r. Oesterr. landw. Wochenblatt 1883. No. 6 u. 7. Rüben. Einfluss des Bodens, der Grösse des Saatguts, der Saat- Rüben, zeit, der Saatdistanz und verschiedener Culturmethoden auf die Qualität und Quantität der Zuckerrübenernte. Von G, Marek.*) 1) Einfluss des Bodens. Vier Schächte wurden mit 4 verschiedenen Boden- arten (sandigem Boden, humosem Sand, Thon, Moorboden) gefüllt. Die schwächste Entwickelung, namentlich im Beginn der Vegetation, nahmen die Rüben auf dem sandigen Lehm, kräftiger war sie im Thon, kräftig auf dem humosen Sand, üppig im Moorboden. Die humosen Bodenarten be- wirkten stärkeren Blattwuchs als Lehm und Thon. Das kleinste Wurzel- gewicht erzeugte der sandige Lehmboden, dann folgt der Thon, dann der Moorboden, endlich der humose Sand. Das spec. Gewicht des Safts war am höchsten bei den Rüben des Thonbodens, dann folgten die aus humosem Sand und saudigem Lehmboden, zuletzt kamen die Moorbodenarteu. Auch der Zuckergehalt war am höchsten beim Thon, am geringsten beim Moor- boden, der Lehm und humose Sand standen sich sehr nahe. Das Umge- kehrte zeigte sich bezüglich des Gehalts an Nichtzucker. T,.., Polarisation Kuben vom , „ rj. des Safts Thonboden 14,149 Sandigen Lehmboden . 13,765 Humosen Sandboden. . 13,446 Moorboden 9,658 In den letzten Wochen des Versuchs , welche sehr regenreich waren, verloren die Rüben vom Moor- und Lehmboden an proc. Zuckergehalt. Vor dieser Regenperiode stand der Zuckergehalt der Rüben in umgekehrtem Verhältniss zum Humusgehalt des Bodens. Nicht- Reinheits- zucker quotient 2,851 83,229 3,002 82,095 3,008 81,323 4,770 66,939 1) Centralbl. f. Agriculturchem. 1883. Heft 12. p. 837. ■^) Deutsche landw. Presse 1883. No. 46. 3) Wiener landw. Zeit. 1883. No. 53. *) Nach d. ßef. Centralbl. f. Agriculturchem. 1883. Heft 4. p. 263. IAA Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanio, Dünger. Sandigor Thon- Humoser Moor- jehmboden boden Sandboden boden 0/ 7o 7o 1,130 3,660 7,390 25,920 14,125 13,532 12,831 9,876 Organische Substanz im Boden Zuckergehaltd. Rüben am 1 1. Oct. „Die Bodenarten beeinflussen die Blatt- und Wurzelbildung. Normale Blatt- formen erzeugen humusarme Boden; in dem Mas^e als die organische Sub- stanz wächst, steigert sich die Neigung zu einer krautartigeu Blatteutwickelung. Das Mass dieser Einwirkung ist in den verschiedenen Böden ungleich: Thonboden verträgt eine stärkere Beimengung von organischer Substanz als Sandboden. Die Qualität der Rübenwurzel erscheint auf jenen Böden verringert, in welchen ein grösseres Mass von organischer Substanz vor- handen ist. Grösse, Gewebebau, Saftschwere, Zuckergehalt, Reinheitsquotient sind abgeändert. Die Rübe entwickelt sich urafangreiclier, die Zellen er- scheinen verbreitert, die Qualität des Safts verringert, Saftschwere, Zucker- gehalt und Reinheitsquotieut treten zurück, nur der Nichtzuckergehalt steigt." 2) Einfluss der Grösse des Saatguts. Vergl. Jahresber. 1882. p. 200. 3) Einfluss des Saatzeit. Die Aussaaten von Mitte April bis Ende Mai unterschieden sich bezüglich des Erntegewichts nicht von einander. Die Anfang Juni gesäeteu Pflanzen lieferten um 30 ^o, die noch späteren Saaten um 50 7o geringere Erntemengen. Im Zuckergehalt zeigten sich bei den Früh- und Spätsaaten keine mei'klichen Verschiedenheiten. — Jene Kamm- saaten, deren Reihen von Nord nach Süd gerichtet waren, zeigten frühere Reife und höheren Zuckergehalt als bei Kammrichtungen von Osten nach Westen. 4) Einfluss der Saatdistanz. Bei der Kammsaat fielen die höchsten Wurzel- und Zuckererträge auf die Distanz 45 : 20 — 25, bei der Flachsaat auf 40:20 — 25 cm; bei geringeren Abständen der Reihen (35 cm) fielen die Erträge um 20%, bei grösseren (50 cm) um 10 — 12 o/q. Auch be- züglich der Reinheitsquotienten nahmen die ertragreichsten Entfernungen den esrten Rang ein. 5) Einfluss verschiedener Culturraethoden. Die Karamsaaten lieferten süssere Rüben und werthvollere Ernten als die Flachsaaten. Ueber die Vertheilung des Zuckergehalts in der Rübe und die Stelle, in welcher sich der mittlere Zuckergehalt der ganzen Rübe findet. Von G. Marek.<^) Die Rüben wurden längs halbirt und einerseits der Zuckergehalt von 8 Querscheiben vom Kopfe bis zum Rüben- ende, andererseits der Schichten vom Centrum zur Rinde bestimmt. Das höchste spec. Gewicht des Safts findet sich im 2. u. 3. Achtel von oben, dann folgt das erste Achtel, endlich die übrigen, deren Saft um so leichter ist, je näher der Wurzelspitze. Die höchste Polarisation ergab das zweite Quertheil von oben, von da sank dieselbe bis zur Wurzelspitze; das Kopf- ende rangirte zwischen dem 5. und 6. Quertheil. (Nach Anderen nimmt der Zuckergehalt vom Halse nach der Spitze merklich zu). Bezüglich des NichtZuckergehalts und der Reinheits(iuotienten lagen die Umstände beim 4. u. 5. Theil am günstigsten. — Zur Prüfung der peripherischen Theile wurde nur die vom Wurzelhalse befreite obere Hälfte der Rübe verwendet und von dieser 7 durch sorgfältige Abtrennung an den Gefässbündelgrenzen ») Centralbiatt f. Agriciilturchem. 1883. Heft 7. p. 480. Pflanze. 145 gewonnene halbkreisförmige Theilstücke untersucht. Spec. Gewicht, Zucker- gehalt und Reinheitsquotient laufen parallel. Dieselben sind verhältniss- mässig geringer in den centi'alen Rübentheilen, wachsen bis zum 6. Ge- fässbündelring, nehmen dann wieder ab und sind in der Rindenschicht am kleinsten. — Nach der Rechnung des Verf. liegt der mittlere Zuckergehalt bei grossen und mittelgrossen Rüben an der Grenze des 1. und 2. der 8 Theilstücke, bei kleineren etwas höher. Zur Entnahme einer dem mitt- leren Gehalte der ganzen Rübe gleichkommenden Durchschnittsprobe wird bei der zu untersuchenden Rübe der Kopf abgeschnitten, der bleibende Körper in 8 gleiche Theile getheilt. Alsdann ist bei Rüben von 350 bis 600 g eine Probe an der Grenze des 1. und 2. Theilstücks, bei leichteren Rüben von der unteren Hälfte des 1. Theils zu nehmen, wobei der Bohrer in einer die Längsachse durchschneidenden Richtung zu führen ist. Beziehungen des spec. Gewichts, des Wurzelgewichts und der Blattbeschaffenheit der Rübe zu deren Zuckergehalt, so- wie über den technischen Werth der einjährigen Samenträger von G. Marek.^) Es ergiebt sich kein coustantes Verhältniss ; die Unter- schiede zwischen dem spec. Gewicht der ganzen Rübe und der einzelnen Theile zeigen nicht unerhebliche Schwankungen. Diese scheinen bei Rüben von geringerem spec. Gewicht grösser zu sein, als bei solchen mit höherem Gewicht. Im Allgemeinen zeigen ganze Rüben in Salzlösungen ein kleineres spec. Gewicht, als ihre einzelnen Theile; die Differenz ist um so grösser, je kleiner das spec. Gewicht der ganzen Rübe ist. Die Wurzelspitze ist am schwersten, dann folgt der Rumpf, dann das mittlere Seitenstück, endlich der Kopf. Für sichere Beurtheilung zur Auswahl von Samenträgern ist Wiegen einzelner Rübentheile rathsam und hierzu ein seitlicher Abschnitt vom Rumpf zu verwenden. — Die Säfte besitzen ein höheres spec. Gewicht als die Rübentheile, denen sie entstammen, aber ohne Gesetzmässigkeit. Das höchste Saftgewicht besass der mittlere Abschnitt, dann folgte der ge- sammte Rumpf, die Wurzelspitze, zuletzt der Kopf. — Gleichen Polari- sationen können ungleichen Saftdichtigkeiten zukommen und umgekehrt gleiche Saftdichten ungleiche Polarisationen entsprechen. Nur für den Saft des Kopfes sind die Spindelangaben wegen der grossen Menge von Nicht- zucker meist zu hoch. — Die höchste Polarisation zeigt der Rumpf, dann folgen der mittlere Abschnitt, die Wurzelspitze und zuletzt der Kopf. — Mit zunehmendem Wurzelgewicht verkleinert sich das spec. Gewicht des Safts, die Trockensubstanz, Polarisation, Reinheitsquotient und Werthzahl. Nur der NichtZuckergehalt steigt mit der Grösse der Rübe. — Die Rüben mit liegenden Blättern hatten bessere Qualität, die Unterschiede waren gross genug, um Veranlassung zu bieten, nur Samenträger mit liegenden Blättern für die Nachzucht auszuwählen. — Aufschussrüben hatten gegenüber nor- malen Rüben Verminderung des Saftgewichts, des Zuckergehalts, des Rein- heitsquotienten und des gesammten Wurzelgewichts bei Vermehrung der Blätter und Köpfe. Noch ärmer an Zucker, reicher an Salzen und Cellu- lose werden die Schussrüben, wenn die Samentriebe vorzeitig abgeschnitten werden. Einfluss des Verwelkens und der Wasseraufnahme ver- welkter Rüben, des Frostes und der Aufbewahrung über Winter *) Centralbl. f. Agriculturchein. 1883. Heft 8. p. 543. Jahresbericht 1883. JQ 146 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. auf den Stoffgehalt der Zuckerrüben von G. Marek.i) Das ver- lorene Wasser kann durch Einwickeln in nasse Tücher, Eintauchen der Wurzelspitzen in Wasser oder blosses Besprengen nur dann wiedergegeben werden, wenn der Verlust gering war. Grössere Wasserverluste ersetzen sich auf diese Weise nicht, am besten durch Einmieten. — Saft erfrorener Rüben geht schwer durch die Filterpressen, enthält reichlich durch Kohlensäure nicht zersetzbare Kalksalze. — Nach 24 stündiger Frostwirkung (—3 " C.) waren keine nennenswerthen Veränderungen im Stoffgehalte gegenüber der normalen Rübe eingetreten. 48 stündige Frostwirkung (—3 bis —4 » C.) hatte bedeutenderen Wasserverlust zur Folge, welcher sich jedoch bei mehr- tägiger Lagerung durch Resorption des ausgetretenen Wassers wieder er- setzt. Die die Fabrication störenden Zersetzungen konnten erst nach mehr- wöchentlicher Aufbewahrung constatirt werden (ca. 20 Tage nach dem Er- frieren beginnend). — Veränderungen über Winter: Gesammtgewiclit Saft der Versuchs- ^ ^-'— . Zeit der Unter- suchung 1880—81 23. November December Januar. 28. Januar. 16. Februar März . März . 1881—82 8. October 7. November 6. December 9. Januar 1. Februar 14. 17. 7. 28. rüben g 15 065 14 704 14 401 14 064 13512 13 244 12 987 Spec. Gewicht 1,0720 1,0745 1,0720 1,0690 1,0640 1,0580 1,0575 Trocken- substanz 17,454 17,939 17,454 16,767 15,604 14,190 14,071 Polari- sation 15,760 16,220 15,870 14,920 13,510 11,940 11,780 Niclit- zueker 1,694 1,719 1,584 1,847 2,094 2,250 2,291 Roinheits- quotient 90,29 90,46 90,92 89,01 86,60 84,13 83,72 16 670 1,0650 15,837 14,431 1,406 91,12 16 272 1,0670 16,302 14,800 1,502 90,79 15 890 1,0615 14,023 13,270 1,753 88,33 15 282 ],0580 14,190 12,675 1,515 89,32 14 900 1,0570 13,952 12,109 1,843 86,79 Der höchste Zuckergehalt kann auch in anderer Zeit als November fallen: der Eintritt der Zuckerabuahme ist verschieden. Chemische Untersuchungen über die weisse schlesische Zuckerrübe von H. Leplay.^) Die Basen Kalk und Kali finden sich theils in unlöslichen, theils in löslichen Verbindungen sowohl in den Blättern als Blattstielen und in der Wurzel, in den Blattstielen in geringerer Menge als in den Blättern. In der Wurzel findet während der ganzen Vegetation eine Verminderung dieser Verbindungen statt, so dass zur Zeit der Ernte, im October, die Blätter vier bis fünfmal mehr davon enthalten als das gleiche Gewicht Wurzelsubstauz. Die Wurzel enthält in der ersten Vege- tationsperiode mehr unlösliche Kalk- und Kali-Verbindungen als die Blätter, zur Zeit der Reife enthalten umgekehrt die Blätter mehr unlösliche Ver- bindungen als die Wurzel. Beziehungen zwischen dem Zuckergehalt einer- seits und dem Gehalt an Kalk und Kali andererseits stellen sich nur heraus, wenn man den Gesammtgehalt der ganzen Pflanze von beiden Basen mit dem Zucker vergleicht. Es ergiebt sich dann, dass in der ersten Periode des Wachsthums auf 100 Thle. Zucker 10 mal mehr Basen in organischer Verbindung kommen, als in der zweiten Periode, im October, sowohl in *) Centralbl. f. Agriculturchem. 1883. Heft 7. p. 484. •) Ibid. Heft 3. p. 213. (Nach Compt. r. Bd. 95. No. 18 u. 19.) Pflanze. 147 Kalk- als in Thonboden. Hieraus folgt, dass die Pflanzen in der ersten Periode organische Säuren bilden, welche die Basen sättigen, und dass in der zweiten Periode der Zucker entsteht. Entwickelt sich die Wurzel während der zweiten Vegetationsperiode an Volumen und Gewicht sehr stark, so nimmt die Menge der Basen zu, und der Zucker erleidet eine starke Verminderung, namentlich im Thonboden, während im Kalkboden das Ver- hältuiss zwischen Zucker und Basen trotz starker Entwickelung der Rübe normal bleibt. Dasselbe gilt auch, wenn man nicht die Gesammtmenge der Basen, sondern diese nur, soweit sie in unlöslicher Form vorhanden sind, mit dem Zucker vergleicht: Die Wurzel ist um so reicher an Zucker, je mehr unlösliche Kalksalze vorhanden sind. In Rüben, welche auf Thon- boden gewachsen sind, ist der Reichthum an Zucker nur dann ebenso gross, wie bei den auf Kalkboden gewachsenen Pflanzen, wenn der Gehalt aller Theile an unlöslichen Kalkverbindungen ebenso gross ist, wie in den Rüben der Kalkböden. Der Zuckerreichthum der Rübe steht in einem ganz be- stimmten Verhältniss zu der Menge Kalk in unlöslicher organischer Ver- bindung in allen Organen der Pflanze. Diese organischen Kalkverbindungen haben nicht nur Einfluss auf die Entstehung des Zuckers, sondern sie ver- hindern auch die Abnahme des entstandenen Zuckers, die sonst bei der Vergrösseruug der Rübe an Volumen und Gewicht stattfindet. Pflanzt man die Rüben möglichst dicht, so verhindert man eine allzu üppige Entwickelung der Rüben, wodurch einerseits die Verminderung des Zuckers in der Rübe, andererseits die Erschöpfung des Bodens an Kalk vermieden wird. Hieraus erklärt sich die grössere Zuckerausbeute pro ha bei dichtem Rübenstand. Abblatten der Rüben. i) Mittheilung von Versuchen, aus denen die bekannte nachtheilige Wirkung Idar ersichtlich ist. In einem Versuche gaben auf je einer Parzelle. Eüben Ctr. zweimal geblattet . . 190 einmal „ . . 240 ungeblattet .... 288 In einem anderen Versuch: sark entblättert . . . 123 schwach entblättert . . 190 nicht entblättert . . . 207 Ausserdem sind die Runkelblätter um mehr als die Hälfte ärmer an verdaulichem Eiweiss, Fett und Kohlehydraten. Pflanzweite der Zuckerrüben. 2) Nach Versuchen in Frankreich im Jahre 1878 entwickelten die auf rajoltem Boden angebauten Rüben ein länger dauerndes und klüftigeres Wachsthum als die auf dem einfach ge- pflügten Boden. Wie Tiefpflügen die Wurzelmasse steigerte, erhöhte Näher- stellen den Zuckergehalt. Je tiefer der Boden umgepflügt ist, desto enger muss die Stellung der Rüben gehalten werden, um einen starken Zucker- tlätter Ctr. Summe 175 365 130 370 86 374 183 306 141 331 132 339 *) Centralbl. f. Agriculturchem. 1883. Heft 1. p. 39. — Es giebt aber immer noch Landwirthe, welche von der nachtheiligen Wirkung des Entblätterns nicht überzeugt sind. Uebrigens können die wirthschaftlichen Verhältnisse derart liegen, dass auf die Gewinnung von Blätterfutter der Schwerpunkt fällt, deshalb das Aus- blättern nicht entbehrt werden kann. 2) Deutsche landw. Presse 1883. No. 22, hier nach der Zeitschrift für Rüben- zuckerindustrie. 10* J48 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. gehalt zu erlangen. Bei einem 0,35 oder 0,45 m tiefen Umpflügen kann in gutem Boden die Zahl von 10 Pflanzen pro qm ohne Nachtheil für den Zuckergehalt eingehalten werden. Frühe Saat ist bei der Tiefcultur be- sonders wichtig. Ursachen der Bildung von Stockrüben von Märcker.i) Eintretender Frost, zu schweres Walzen bei feuchtem Boden, überhaupt jede Behandlung des Bodens, welche die Vegetation der Rübenpflanzen unterbricht. Auch zu häufiges Düngen mit Chilisalpeter soll den Äufschuss begünstigen. Ueber Production von Rübeusamen von A. Reichel.^) Die günstigen Erfolge, welche mit dem von einem Züchter gebauten Samen erzielt werden, werden auf dessen Verfahren zurückgeführt, die Samenträger der eigenen Rüben durch Samenträger fremder Rüben „aufzufrischen", indem beiderlei Rüben reihenweise zwischen einander gepflanzt, und hierdurch Kreuzbefruchtung eingeleitet wird. Es ist dies nämliche Verfahren allgemein zur Production von Rübensamen (Beta) empfohlen. Zucht des Rübensamens. 3) Die bei Beta stattfindende Fremdbe- stäubung erschwert die Reinhaltung der Sorten und soll hiervon der fran- zösische Rübenbau schwer leiden. Um an Raum und Kosten zu sparen, wird empfohlen, erst von den schönsten Rüben Samen zu gewinnen, diesen dann sehr eng zu säen, so dass die Rüben klein bleiben. Diese kleinen Rüben dienen als Samenträger. Man stützt sich darauf, dass durch Ein- schaltung einer so klein gehaltenen Generation die guten Eigenschaften einer Sorte in der zweiten Generation nicht verloren gehen. Anbau von Zuckerrüben zur Samengewinnung von Rath- Jazewo.'^) Specielle Beschreibung des praktischen Culturverfahrens bei der Anzucht von Samenrüben, ihrer Aufbewahrung, ihrem Auspflanzen bei der Ernte. Die Resultate der in der Provinz Sachsen im Jahre 1883 ausgeführten Anbauversuche mit verschiedenen Rübenvarietäten von M. Märcker.ö) Methode der Gewinnung der zur Untersuchung ver- wendeten Durchschnittsproben: der Probenehmeude ging jede vierte Rüben- reihe des betreffenden Stücks herauf und entnahm diejenige Rübe, auf welche beim zehnten Schnitt sein rechter Fuss trat. Auf diese Weise erhielt man von den Versuchsstücken (ä 1 Morgen) 180 — 200 Proberüben, welche gleich auf dem Felde in grosse, mittlere und kleine sortirt wurden, so dass in je einer Reihe die betreffende Grösse lag; aus jeder Reihe wurde eine um die andere Rübe genommen, wenn die Rüben relativ klein waren, oder jede dritte, wenn dieselben grösser waren. So erhielt man 60 — 100 Rüben zur Untersuchung im Laboratorium. Dort wurden sie wieder sortirt, die eine Hälfte zu einer Untersuchung, die andere zu einer gesonderten Unter- suchung verwendet. Die Rüben wurden mit einer Brodschueidemaschine der Länge nach geviertelt und je V^ jeder Rübe der ganzen Probe, welche sich aus dem entsprechenden Verhältuiss von grossen mittleren und kleinen Rüben zusammensetzte, zerkleinert, der Brei ausgepresst, der luftfrei ge- *) Centralblatt f. Agriculturchem. 1883. Heft 4. p. 287. Deutsche Zucker- industrie 1882. No. 42. 2) Prager landw. Wochenblatt 1883. No. 2. ») Ibid. No. 17. *) Landwirthsch. Centralblatt für die Provinz Posen 1883. No. 16. ^) Magdeburgische Zeitung 1884. No. 51 u. 51. Pflanze. 149 wordene Saft gespindelt und zur Polarisation verwendet. Eine Durch- schnittsprobe des Breis wurde ausserdem dircct auf Zucker untersucht. Man erhielt so Zahlen aus zwei gesonderten Rübeuproben, aus welchen das Mittel genommen werden konnte. — Die Anbauversuche fanden in 10 ver- schiedenen Wirthschaften statt. Ergebnisse 1883: Sorte Erü-ag pro Morgen Ctr. Zucker in der Eübe 10 Zucker im Saft /o Quotient ^ucker pro Morgen Ctr. Kl. Wanzlebener, Orig „ Nachzucht . . Gebr. Dippe's verbesserte Kl. Wanz- lebener Vilmorin blanche amelioree, Orig. . „ „ „ Nachzucht Gebr. Dippe's verbesserte weisse zuckerreichste Simon Legrand de meres blanches Vilmorin rose hätive „ collet vert race Brabant Simon Legrand provenant de meres roses Bestehorn's Imperator (Bergland) . Imperial Kreuzungen Kl. Wanzlebener mit Vilmorin blanche 199,6 197,9 197,4 158,3 177,0 210,3 169,3 231,0 120,0 201,5 153,0 13,9 14,4 14,8 15,0 14,5 15,5 13,7 13,3 13,4 13,3 12,8 13,6 14,0 15,2 16,0 16,4 16,6 15,8 17,0 15,1 14,5 14,4 15,1 14,2 14,9 15,3 85,3 86,6 86,1 85,3 84,2 85,8 85,4 82,5 83,3 84,3 78,8 79,6 86,0 27,67 28,48 29,18 23,78 25,55 28,85 22,10 33,03 15,30 27,31 21,42 Ergebnisse der Jahre 1880— 83: Polarisation Zucker in Zucker pro Ertrag pro Morgen des Safts Quotient der Rübe Morgen Sorte Lti'. /ü /o Ctr. 18801881 1882 1883 1880 1881 1882 1883 1880 1881 18821883 1882 1883 1882 1883 Kl. Wanzlebener Original . . 249 236 229 200 13,5 13,9 13,1 15,2 81,6 83,0 84,8 85,3 12,0| 13,9 27,48 27,67 do., Nachzucht . 227 221 229 198 12,9 13,3 13,4 16,0 82,2 81,8 84,2 86,6 11,9 14,4 27,25 28,48 Gebr. Dippe's ver- besserte Kl. Wanzlebener . 249 216 212 197,5 13,7 13,7 14,0 16,4 82,1 83,6 85,3 86,1 12,7 148 26,92 29,18 Vilmorin blanche amelioree Orig. — 183 177 158,5 — 14,8 15,4 16,6 — 84,1 86,2 85,3 13,6 15,0 24,07 23,78 de, Nachzucht . 208 174 184 177 14,7 14,1 15,3 15,8 80,9 82,6 85,0 84,2 13,4 14,5 24,66 2b,bb Gebr. Dippe's ver- besserte weisse zuckerreichste — — 166 — — — 16,2 17,0 — — 87,3 85,8 14,2 15,5 25,73 — Simon Legrand de meres blanches — 232 241 210,5 — 12,4 12,7 15,1 — 79,9 83,4 85,4 11,V 13,V 28,20 28,8b J5Q Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Mischsaat von Zuckerrüben und Lupinen von Höpffner. i) Die Miscliung gescliiebt, um ein rascheres Aufgehen, und ein zeitigeres Behacken der DriUreihen zu ermöglichen. Die Reihen werden eher sichtbar, und die Lupinen durchbrechen den verkrusteten Boden und erleichtern den Rüben- keimen den Durchbruch. Gemischt wurden ^/s Rüben- und ^5 Lupinen- samen. Mischung mit Gerste hatte nicht den gleich günstigen Erfolg. Beschneiden der Wurzeln bei Kohlrübenpflanzen.^) Beim Auspflanzen wurden die Wurzeln um ein Viertel gekürzt. Der Erfolg war günstig: es wurden von den beschnittenen Mehrerträgen von 2220 und 2280 kg pro Morgen erhalten. Verschlechterung der Qualität der Rüben in Böhmen, 3) Die Ursache wird in der Forcirung des Massenertrags durch üppige Düngung (Compost und Stallmist, dazu im Sommer Handelsdünger) auf Kosten der Qualität gesucht. Bertel's Methode des Zuckerrübenbaues auf Dämmen. Oester. landw. Wochenblatt 1883. No. 14. Methode der Zuckerrübencultur auf den kaiserlichen Pri- vatgütern in Böhmen. Landwirth 1883. Nr. 59. Die Verwerthung der Zuckerrübe zur Cichorienfabrikation. Wiener landw. Zeit. 1883. Nr. 53, Anbau der gelben Rübe in der Schweiz von Zimmermann. Schweizerische, landw. Zeitschrift 1883, 3. p. 111. Anbau der Möhre von E. Wirz, Ibid. p. 135, Futterpflanzen, flanz^^n ^^^ Sandwlcke von M. Märcker*) (nach den Erfahrungen von Sandwicke, A. Jordau). Ausführliche Besprechung ihrer Cultur. Boden: es eignet sich auch der trockenste Sand, Reinheit von Unkraut ist Bedingung-, in feuch- teren Lagen ist der Samenansatz geringer. Vorfrucht: am besten schwach gedüngte Kartoffeln. (Fruchtfolge: Kartoffeln gedüngt; Sandwicken mit Sommerroggen; Winterroggen.) Saatzeit: möglichst früh. Die Entwickelung ist anfangs sehr langsam. Reinsaat ist wegen der schwachen Stengel nicht empfehlenswerth , am besten ist Mischung mit 2/3 Sommerroggen. Saat- menge: starke Saat ist nicht zweckmässig; 12 Motzen pro Morgen geben einen überreichen Stand (pro Morgen etwa 10 kg Sandwicke und 20 kg Sommerroggen). Auch blaue Lupine könnte sich zur Einmischung eignen. Erntezeit: in der Gelbreife. Es springen zwar auch die ganz reifen Hülsen nicht auf, sie können aber bei heissem Wetter durch Abbrechen verloren gehen. Verfahren bei der Ernte wie bei den Erbsen. Nutzungswerth: das gut eingebrachte Stroh und die Spreu sind dem besten Wiescuheu gleicb zu achten (worüber aber exacte Versuche fehlen, Ref.). Ausdrusch bei trocknem Frostwetter. Die Sandwicke soll bestimmt sein, die Lupine zu ersetzen und damit die Gefahr der Lupinose zu beseitigen, ebenso die „Lupinenmüdigkeit". Als Wechsel für besseren Weizenboden ist empfohlen: 1) Rüben oder Kartoffeln gedüngt; 2) Gerste, 1/2 mit Klee; 3) V2 Klee, 1/2 Sandwicke zu Grünfutter; 4) Weizen, Um recht frühes Grüufutter zu ^) Königsberger Land.- u. Forstw. Zeitung 1883. No. 27. '^) Oesterr. landw. Wochenblatt 1883. No. 34. — Gartonzeitung. 1883. Heft 2. 3) Prager landw. Wochenblatt 1883. No. 7. Entgegnungen ibid. No. 8 u. 9. *) Der Landwirth 1883. No. 2. 151 erhalteu, könnte ein Theil des Wickfutterschlages mit Winterroggen und Sandwicke schon im Herbste bestellt werden. Zur Vermeidung der Verun- krautung der nachfolgenden Winterfrucht ist zweimal zu pflügen. Saudwicke (Vicia villosa) von A. Jordan. i) Fortgesetzte Em- pfehlung, besonders mit der Hälfte Winterroggen gemischt, als Winterfrucht. Herbstcultur giebt höhere Erträge, die Wicke widersteht der grössten Kälte, Herbstsaat reift früher, besonders zu Grünfutter ist Herbstsaat empfehlens- werth, da schon Mitte Mai der erste Schnitt beginnen kann, im Juli der zweite. Mau kann auch die Wicke als abtragende Frucht in Koggenstoppel säen, um Nachwuchs zu verhindern. Bei einer Folge von Roggen nach Sandwicke kann letztere im Roggen (als Unkraut!) erscheinen. Saatzeit wie bei Winterroggen. Sandwicke von Wilhelm. 2) Spricht dieser grosse Bedeutung für Sandboden als Ersatz der Lupinen zu. Anbauversuche mit Sandwicke und Sanderbse von Heinrich.^) Peluschke von Döhn.'^) Gedeiht da, wo die Erbse nicht mehr Peluschke, wachsen will. Saatzeit früh, am besten in Mischung mit Sandhafer und Sommerroggen. Hat vor der Lupine den Vorzug, nicht allein ein gesundes Futter für Schafe, sondern auch für Pferde und Rindvieh zu sein. Neuere Blattfrüchte für leichteren Boden. 5) Vicia villosa, Pa- luschke oder Poluschke, grosse Sandwicke, grosse Sanderbse, nach Wittmack Vicia sativa dura, nach Anderen Pisum arvense (im Handel vorkommender Samen ist öfter Mischwaare) und Vicia cracca. Der Namen Paluschke soll von dem Städtchen Peluschken (Westpreusseu) kommen, dessen Umgegend den Ausgangspunkt des Anbaus gebildet habe. Beiträge zur Kenntniss der Peluschke von Troschke.^) Die Sauderbse oder Peluschke wird neuerdings mit Erfolg in verschiedenen Gegenden Pommerns angebaut. Die Erträge sind selbst auf Böden befriedigend, wo die weisse Erbse unsicher ist. Chemische Zusammensetzung. L Zu Beginn der Blüthe: a. Weisse Erbse b. Graue Erbse c. Paluschke Wasser . . . . 83,51 84,37 85,61 Asche . . . . 1,38 1,46 1,22 Protein . . . . 4,45 4,07 3,57 Rohfaser . . . 4,88 4,28 3,74 Extractstoffe . . 5,26 5,34 5,27 Fett .... . 0,52 0,48 0,59 H. Reife Samen: Wasser . . . . 16,00 16,72 16,23 Asche . . . . 2,64 3.79 4,09 Protein . . . . 23,30 22,74 21,45 Rohfaser . . . 6,13 7,19 6,98 Extractstoffe . 50,23 47,84 49,46 Fett .... . 1,70 1,72 1,79 ^) Landw. Centralblatt für die Prov. Posen 1883. No. 33. — Deutsche landw. Presse 1883. No. 59. 2) Deutsche landw. Presse 1883. No. 3. ^) Landw. Annal. des mecklenburg. patriot. Vereins 1883. No. 12. *) Deutsche landw. Presse 1883. No. 15. ") Hannoversche land- u. forstwirthsch. Zeit. 1883. No. 18. ^) Wochenschrift der pommerschen ökon. Gesellschaft 1883. No. 6. 152 Bodeu, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dunger. Winter- wicke. Markkohl, Peluschkesamen anderer Herkunft enthielten von den aufgeführten ßestandtheilen der Reihe nach 16,83 und 14,74; 2,33 und 2,54; 21,78 und 23,30; 5,75 und 5,97; 51,86 und 52,08; 1,45 und 1,37. Durchschnitt der drei Analysen: 15,94 W.; 2,99 A.; 22,18 R; 6,23 R.; 51,13 E.; 1,53 F. Zusammensetzung zweier Strohproben: Wasser 15,0 16,0 Asche 4,0 3,9 Protein 7,3 6,8 Rohfaser .... 38,5 43,5 Extractstoffe . . . 33,6 28,7 Fett 1,6 1,1 Die Pflanze liefert also auf geringeren Böden Futter von ungefähr der- selben Zusammensetzung wie die weisse Erbse, scheint aber höhere Erträge an Stroh und Korn zu geben. Winterwicke und Wintererbse von Crampe. ^) Empfohlen werden auf Grund von Erfahrungen für leichten Boden zur Grünfütteruug Mengsaaten dieser Hülsenfrüchte mit Winterroggen. Sie überstehen die Winter gut und liefern selbst auf solchen Böden gute Erträge, wo Sommer- wicken und Erbsen nicht mehr mit Sicherheit gebaut werden können. Das Gemenge giebt das erste Grünfutter. Sie können auch abwechselnd als Sommerfrüchte gebaut werden. Winterwicke und Wintererbsc von A. Jordan^) spricht sich gegen den Anbau von Vicia biennis und V. sepium auf Sandboden aus. Erstere blieb schwach im Wuchs, mit geringem Fruchtansatz, letztere giebt im ersten Jahre keinen Ertrag, verlangt gute, feuchte Lehmböden, giebt un- brauchbare, kleine Samen, die überdies durch Ausfall grösstentheils verloren gehen. Empfiehlt dafür Vicia villosa, mit Winterroggen zu mischen. Die Pflanze ist hart gegen Fröste, giebt bei Herbstsaat Y-t — ^/s höhere Erträge als bei Frühjahrssaat, giebt das früheste Grüufutter und reift auch früher. Anbauversuche mit Mengfrucht von A. Leidhecker. Laud- wirthsch. Vereinsblatt für das Herzogthum Oldenburg 1883. No. 8. Oesterr. laudw. Wochenblatt 1883. Ueber Einsaaten von Futterpflanzen in Winter- u. Sommer- getreide von G. Neuhauss. Deutsche laudw. Presse 1883. No. 45. Ueber den Anbau des Markkohls als Futterpflanze von A. Mayer. 3) Als Erträge von Lehmboden wurden erhalten a. von grünem Markkohl 68 000, b. von rothem 60 200, c. von gewöhnlichem (Kuhkohl) 34 000 kg p. ha. Zusammensetzung: a. b. c. A . /\ Friscli- Trocken- Friscli- Trocken- Frisch- Trocken- subst, subst. .subst. subst. subst. subst. 1) Der Stengel: Wasser 87,0 — 86,7 — 86,3 — Eiweissstoffe 0,9 6,9 0,7 5,3 0,7 5,1 Andere N-haltige Stoffe . 0,3 2,3 0,5 3,8 0,5 3,6 Fett 0,2 1,5 0,2 1,5 0,3 2,2 ^) Der Landwirth. 1883. Nr. 51. ä) Ibid. No. 64. ^) Wochenblatt des laadw. Vereins im Grossh. Baden. 1883. p. 196. Pflanze. 153 a. b. c. Frisch- Trocken- Frisch- Trocken- Frisch- Trocken- subst, subst. subst. subst. subst. subst. Verdaul. Kohlehydrat . . 7,9 60,8 7,9 59,4 8,7 63,5 Kohfaser 2,4 18,5 2,4 18,0 2,6 19,0 Asche 1,3 10,0 1,6 12,0 0,9 6,6 2) Der Blätter: Wasser 87,0 — 87,0 — 86,5 — Eiweissstoffe 1,7 13,1 1,5 11,5 1,6 11,9 Andere N-haltige Stoffe . 0,8 6,2 0,7 5,4 0,6 3,7 Fett 0,5 3,8 0,4 3,1 0,6 4,4 Verdaul. Kohlehydrate . 6,9 53,1 6,5 50,0 8,2 60,7 Rohfaser 1,5 11,5 1,6 12,3 1,4 10,4 Asche 1,6 12,3 2,3 17,7 1,2 8,9 Lässt sich aueh sehr gut über Winter aufbewahren. Vergl. auch Jahresbericht 1882. p. 166. Anbau des Futterkohls von Giersberg. Oesterr. landw. Wochen- blatt 1883. No. 22. Comfrey von I. Hermes, i) Lebhaft empfohlen als sehr frühes und spätes, sehr reichliches (4 und 5 Schnitte), nahrhaftes und gut ver- dauliches Giünfutter, welches in Mischung mit anderem Futter gern gefressen wird. Trocknung schwierig (man wählt hiezu Schnitte im Hochsommer), Couservirung durch Einsäuerung. Soll sich endlich für jeden Boden eignen und jede Witterung vertragen. Ausdauer 12 — 15 Jahre. Amerikanischer Rothklee von L. Just, 2) Zählt die bisherigen Rotukiee. Erfahrungen hierüber (geringere Ertragsfähigkeit) auf, wobei natürlich auch die Provenienz des Näheren in Betracht kommt. Es schliesst sich die Aufforderung an die Landwirthe an, die mit amerikanischer Saat gemachten Erfahrungen mitzutheilen. Amerikanischer Rothklee von W. Biernatzki.^) Bericht über von P. Nielsen zu Oerslev angestellte Culturversuche. Da der amerikanische Rothklee zu den frühen Varietäten gehört, wurden zum Vergleich auch . nur frühe europäischer Herkunft (14, aus Dänemark, England, Holland, Steiermark, den Rheinlanden, Schlesien, Galizien, Ostpreussen, Holstein) gewählt und neben 6 aus verschiedenen Staaten stammenden amerikanischen ausgesät. Auf besserem Boden gab der Schlag mit dem europäischen Klee durchschnittlich 210,18 Ctr. Heu (p. ha), jener mit amerikanischem Klee 190,80 Ctr. Auf weniger gutem Boden lieferte der europäische 161,08, der amerikanische 145,40 Ctr. Durchschnittsgewicht der Pflanze von euro- päischer Saat 6,7, von amerikanischer 4,4 g. Alle amerikanischen Proben standen im Grossen und Ganzen im Ertrage weit hinter den europäischen zurück. (Es wird wohl nichts übrig bleiben als dass, wie bei anderen Sämereien, Garantie für die Feldprobe verlangt wird. Ref.) Amerikanischer Rothklee von F. Nobbe.'^) Die Frage über 1) Hannoversches land- u. forstw. Vereinsblatt. 1883. No. 4. — Prager landw. Wochenblatt. 1883. No. 6. — Landw. Wochenblatt für Schleswig -Holstein. 1883. No. 7. 2) Wochenblatt des landw. Vereins im Grossh. Baden. 1883. No. 43. — Vergl. Jahresber. 1882. p. 205. 3) Laudwirth. 1883. No. 7. *) Deutsche landw. Presse. 1883. No. 21. ig4. Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. den Werth der amerikanisclien Saat ist noch nicht spruchi'eif. Es wäre nothwendig, den Ursprungsort genauer zu begrenzen, da die an dem Export von Kleesaat hauptsächlich betheiligten Staaten 17 Breitegrade umfassen und zum Theil aus einem rauheren Klima stammen als in den entsprechen- den Breiten Europas herrscht. Die in amerikanischer Saat vorkommenden Seidesamen gehören in der Kegel nicht zu Cuscuta Trifolii Bah., sie sind grösser, gelbbräunlich und das etwas abstehende Würzelchen erinnert an die unter Luzerne häufige C. hassiaca. — Zur Unterscheidung dienen die be- kannten Unkräuter, wozu einige neuentdeckte kommen (Euphorbia sp., Ver- bena sp., Clinopodium sp.?). Es handelt sish aber nur um .,Yerdachts- momente", den sichersten Grund zui- Diagnose giebt noch die Ambrosia. — Verf. wüi'de gute cauadische Saat schlecht eingebrachter deutscher vorziehen. Amerikanischer Rothklee von F. Nobbe. ') Kennzeichen: Die langen, abstehenden Haare am Blattstiel und an den jüngeren Stengeltheilen. Blättchen unterseits durch dichte, abstehende Haare rauh, oberseits fast ganz kahl oder spärlich (abstehend) behaart. (Bei deutschem Klee beide Blattflächen schmal, anliegend behaart, Stengel und Blattstiele anliegend sehr dünn be- haart). Die bisherigen Beobachtungen über Ausdauer und Produktionskraft sind widersprechend. Amerikanischer Eothklee. 2) Ungünstige Kulturergebnisse: der- selbe sei empfindlicher gegen Frühjahrsfröste, verlange stärkere Saat und gebe geringeren Ertrag (Bezugsort? Einzelne Proben sollen gute Erträge geliefert haben). Im Allgemeinen sei einheimische Saat vorzuziehen. Ein neuer Inkarnatklee (Trifolium incarnatum rusticum)^) hat in Frankreich neuerdings grosse Verbreitung gefunden. Er soll auch auf ge- ringerem Boden gut gedeihen und gegen starke Winterkälte widerstands- fähig sein. Wird gerne gefressen. Der Wagner'sche Futterbau. Das Princip ist im Jahresbericht 1881. p. 188 angegeben. Der Gedanke selbst, an Orten, wo Rothklee u. dergl. nicht gedeihen, heimische Gewächse der wilden Flora in Cultur zu nehmen, ist freilich nicht neu. Zum Gemenge dienen insgesammt etwa 26 Arten, „für die verschiedenen Bodenarten eigenthümlicher wildwachsender Klee- und Wickenarten nebst den besten ausdauernden Futtergräsern." Aus- dauer dieser Felder viele Jahre.*) Analytische Untersuchung der Pflanzendecke auf Zahl, Ge- wicht und Dauer der Pflanzen verschiedener Gras- und Klee- sorten von P. Nielsen. 5) Vergl. das folgende Referat. (Siehe die Tabelle auf S. 155.) Auslegung von Weideschlägen mit Klee- und Grassaat von Th. von Neergard. *5) Zum Wechselweidenbau eignen sich besonders ital. Raygras, Knaulgras, französ. Raygras, Wiesenschwingel, hartblättriger Schwin- gel, Wiesenfuchsschwanz, gemeines Rispengras. Nach den Ermittelungen von Nielsen betrug für 1) Oesterr. landw. Wochenblatt 1883. No. 38. -) Deutsche landw. Zeitung 1883. No. 45. — Württemberg. Wochenblatt für Landw. 1883. No. 4. *) Georgine. Landw. Zeit. f. Litthauen u. Masuren 1883. No. 28. *) Discussion über die Futterfelder in mehreren Artikeln der Wiener landw. Zeitung 18&3. 5) Nach einem Referat: Journal f. Landwlrthschaft 1883. 3. p. 371. «) Landwirthsch. Wochenblatt f. Schleswig-Holstein 1883. No. 11, 12. Pflanze. 155 'O »c C3 jUBfeSunz^n^ g CO T-H T-T k jipCsSiniz^n^ "g H t— 1 OS 0^ T-T T-T o .2 'S C/J ,0 jUBfeSunz^n^ "I CO 00 T-T >-^ '^ CC tH lO CO CC rH CO tH 00 CO jiIECsSanz;n^ -g 1-1 CN ■^ CQ CO Oi ■^ i> tH CO CO T-l CO CO CO CO M ^ i-i CO uC f^ cc CO r^ OS CO tH iqBtsSunzjn^ -g i^ CO r^ cc CO tH T-l CO CO (N (N c^ T-l MC CO cc tH 05 Oi CO OS cc »^ Ol OS iC c 3 JUBfeSonz^n^ "X CO T— 1 CO CO CO cc cc cc tH tH T-l CO cc j^BtsSunz^ii^ -g T-T OS 05^ CO cc~ TH CO^ T— 1 ^ CO 1 niBCsSuTizinjji -g cc T-T cc" 05^ c;, "^^ cc 1 i:r <~: tH C75 "^t* CO cc 00 ^ © jqBtsSunzjti^ij 'x ^ CC CO cc ■I— 1 ^^ tH 1 t-{ 'S is: 00 OD 00 r^H 00 0» CO ^ qoTiSupjuy 'Jj* ä> CC -^ tH Tj* tH »0 1 I£ luo^^BBg jap ;qouv CO CD 1^ CO '?- CC T-H c CS -89 s^ JTij piBzssin;[Bqia^ T« tH T-i ■<* uc ^ CO cc T-l tH 7o tn nazuEgj iC lO CO CO tH CC uc 10 es ug^ja^uuvjaqn jap ^q^g l> CO !> 1> t^ 05 a> OS OS CO *'/o UT naziregj U9a UC (N CO T-l 00 00 CO CTS CO -8ninio:^8gjnB jgp iqBg 10 (N CO "^ CO CO tH "* T-l •^ fN t^ 05 -^ e n c3 ö pisä 00 ü ü OJ ^^ rs CS •s CK CO US fc CO Cm *-! .^H "^ t(l es rt C^ , '^1 -a P3 < CS 1— ( ^ W H ^ ^ P 156 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Der Antheil im Ertrag in "/q Rothklee . . . Weissklee . . . Schwedischer Klee Ital. Raygras Engl. Ray gras Wiesenschwingel Knaulgras . . . Franz. Raygras . Timotheegras . . Wiesenfuchsschwanz Das Gewicht einer Pflanze im Durchschnitt . A__ I.Jahr 2. Jahr S.Jahr I.Jahr 2. Jahr S.Jahr 44,8 11,3 0,9 9,5 8,3 1,3 1,7 2,4 1,4 1,7 3,5 2,8 7,7 12,9 2,5 4,0 8,7 2,3 15,1 1,0 1,2 14,3 3,1 3,5 12,1 12,9 7,3 11,2 9,0 3,6 1.3 6,4 12,0 3,6 12,1 12,1 4.4 24,5 40,5 3,0 13,3 15,4 5,4 10,2 14,3 8,7 12,7 15,5 5,0 14,3 15,8 2,7 6,2 6,7 0,1 0,3 0,9 0,3 2,6 8,0 Die fehlenden Procente treffen aiif andere Grasarten und Unkräuter. Der praktische Feldgrasbau von A. Nowacki. Frauenfeld 1883. Vergl. Jahresbericht 1881. p. 191. Die Grassamenmischungen zur Erzielung des grössten Futterertrags in bester Qualität von F. G. Stehler. 11. Aufl. Bern, 1883. Hopfen. Hopfen. Reformen beim Hopfenbau von E. Pott, i) Verf. bekämpft unter Anderem die Anschauung, dass der Hopfen eine nicht reich genug zu düngende Pflanze sei, bei der auf möglichst hohe Doldenproductiou hin zu arbeiten sei. Es sind aber die Gewinnung von viel Hopfen und zugleich solchem feiner oder auch nur guter Qualität unvereinbare Dinge. Nach den statistischen Ermittelungen erzielt man die geringsten Erntemengen pro ha da, wo die am höchsten bezahlten Sorten producirt werden. Der hohe Düngerverbrauch rührt wesentlich daher, dass man zu hohe Stangen ver- wende und eine unmässige Vermehrung von Blättern und Ranken hervor- rufe, womit keine entsprechende Zunahme der erzeugten Doldenmeuge Hand in Hand gehe, abgesehen davon, dass durch