XT ,A3t> V.CL\ i Jahresbericht über die LIBRARY NEW YORK Fortschritte auf dem Gesammtgebiete botanical GARDEN A g r i c u 1 1 u r - C li e m i e. Begründet vou Dr. R. Hoff mann, fortgeführt unter Mitwirkung von Dr. M. Delbrück, Dirigent der Versuchsstation für Spiritusfabrikation in Berlin. Dr. Th. Dietrich, Dirigent der Versuchsstation Altmorschen. Dr. E. t. Gericht eu, Docent der Universität Erlangen, Dr. E. A. Orete, Dirigent der Versuchsstation in Zürich, Dr. A. Ha lenke, Dirigent der Versuchsstation in Speyer, Dr. R. Heinrich, Professor der Universität Rostock, Dr. Chr. Kellermauu, Lehrer der Kgl. Realschule Wnnsiedel, Dr. W. Kirchner, Professor der Universität Halle a./S., A. Klauss, Assistent der Versuchsstation für Zuckerindustrie in Wien, Dr. C. Liutner, Professor der Landwirth- schaftlichen Centralschule Weihenstephan, Dr. A. Mayer, Professor und Dirigent der Versuchsstation Wageningen (Holland), Dr. L. Mutschier, Chemiker in Darmstadt, Dr. E. Schulze, Professor der Agriculturchemie am Polytechnikum in Zürich, F. Strohmer, Assistent der Versuchsstation für Zuckerindustrie in Wien, Dr. €. Weig^elt, Dirigent der Versuchsstation Rufach, Dr. W.Wolf, Oberlehrer der Kgl. Landwirthschafts- schule und Dirigent des Agriculturcheraischen Laboratoriums in Döbeln, Dr. A. Hilger, Professor der Universität Ei-langen. Neue Folge. Erster Jahrgang. (Der ganzen Reihe Einundzwanzigster Jahrgang.) Das Jahr 1878. BERLIN. Verlag von Julius Springer. 1 ö 8 0. A /\v 3(. ( JJie verspätete Herausgabe des Jahresberichtes pro 1878, welche ich tief bedauern muss, wurde durch die Mitte des September unerAvartet eingetroffene Nachricht veranlasst, dass Herr Dr. Kern, I. Assistent der Landwirthschaftlichen Versuchsstation Göttingen, der im Dezem- ber 1878 das Referat über die Chemie der Thierernährung über- nommen hatte, wegen Arbeitsüberhäufung dieses Referat nicht liefern könne. Dem liebenswürdigen Entgegenkommen und energischen Ein- treten des Herrn Dr. L. Mutschier, des vorjährigen Referenten auf dem envähnten Gebiete, verdanke ich die Möglichkeit der Fertig- stellung des Berichtes noch in dem Jahre 1879. — Der Abschnitt „Oenologie" der landwirthschaftlichen Neben- gewerbe wird, nachdem schon seit Eintritt des Herrn Dr. C. Weigelt als Referent über dieses Gebiet Verhandlungen über eine zu veran- staltende Separatausgabe im Gange waren, zum ersten Male in einer Separatausgabe, in entsprechender Bearbeitung von Herrn Dr. C. Wei- gelt erscheinen. Wiederholt bitte ich die verehrten Herren Fachge- genossen um Einsendung von Separatabzügen ihrer Arbeiten. Erlangen, im Dezember 18-79. Dr. A. Hilger. Inhaltsverzeichiiiss. Der Boden. Referent: A. Hilger. g^.^^ Gesteinsanalysen. Untersuchung von Melaphyreu aus der Gegend von Schmalkalden, von F. M. Wolff 3 Das Rothliegende und die basischen Eruptivgesteine der Umgebung des grossen Inselberges, von P. A. Friedrich 3 Die Kalklager der Strehlener Gegend, von Eng. Schuhmacher . . 3 Beiträge zur Kenntniss der schlesischen Basalte und ihrer Mineralien, von P. Tripke • • 3 Der Melaphyr vom Schneidemüllerskopfe bei Ilmenau, von E. Höhn . 4 Die basaltischen Laven der Eifel, von E. Hofsak 4 Die Gneissformation des Eulengebirges, von E. Kalkowsky . . . 4 Der Gneiss des nordöstlichen Schwarzwaldes und seine Beziehungen zu den Erdgängeu, von Karl Kielin g ._ 4 Beiträge zur Kenntniss der am Bauersberge zu Bischofsheim v. d. Röhn vorkommenden Sulfate, von S. Singer • 5 Die unlöslichen Bestandtheile der Kalke und Dolomite, von S. Pf äff . 5 Die geognostischen Verhältnisse der Umgegend von Kiel und ihre Be- ziehungen zur Landwirthschaft, von A. Braasch . . . ._. . . 5 Literaturangabe anderer nicht mit im Referate gegebenen Arbeiten . 7 Lössbildung, von A. Jentsch '^ Basaltverwitterung, von E. Laufer 7 Basalt und dessen Verwitterung, von J. Hanamann 8 Chemische Untersuchung des Krebsscheerenkalksteines und der Marmor- kalke im weissen Jura, von E. v. Wolff und H. Troschke ... 13 Bodenanalysen, von A. Braasch 21 Grünsteinboden von Berneck, von W. Knop 21 Zur Bodenuntersuchung, von M. Fesca 24 Constanz und Veränderlichkeit in der Zusammensetzung des Bodens, von A. Orth 24 Torf und Erdproben aus Baden, von J. Nessle r . . . . • . . . 27 Moorboden, von A. v. Schwarz 27 Temperatur eines Torfmoores in verschiedener Tiefe, von H. Krutzsch 32 Vertheiluiig der Salze im Boden, von H. Pollet 34 Einwirklingen von Gypshisungen auf eine Ackererde, von W. Kolmann und ßöcker . 35 Absorption von Ammoniak durch schwefelsauren Kalk, von E. H. Jen kins 36 Absorptionsvermögen der Ackererde, von J. M. v. Bemme 1er . . . 36 Bildung der Salpetersäure im Boden, von E. Reichardt 39 AVärmeleituugsfähigkeit der Gesteine und Hölzer, von E. A. Less . . 39 Wärme. Absorption und Emission des Bodens, von C. Lang . . . . 40 VT Iulialt8ViT/.i(iisclioii Hewcgiing der lilunien und Hhittor und des Ilcli(itr(i|iisiniis, von 1'. Uert .... 277 KinHiiss des Lichtes aut die Bewegunyserscliciuiujgeu der Schwärni- sjtoren. von K Stahl 27S Wirkung des Lichtes und der Wärme auf Schw.irmsporen, von K. b t r a s s b u r g c r 27S Eine ^letiiude für furtlaufende Messungen des Tageslichtes und deren Anweiuhing bei pflanzenphysiologischen Messungen, von U. Kreusler 278 Kintiuss der Kulte auf die Vegetation, von II. R. Goppert .... 282 Leber die Ausstrahlung der Wanne durch die lilätter. von Ma(iuenne 282 Warmes Wasser zum Bcgiessen der l'Hanzen, von Antonio dal l'iaz 28;-} Warmeleitungsfahigkeit einiger Holzarten, von G. Wiedemann . . 28ü Leber den Kintiuss der atmosphärischen Electricität auf die Ernährung der PHanzen. von L. Graudeau 283 Eintlnss der Electricität auf lebende PHanzen. von Celi 287 Leber eleetromotoriscbe Wirkungen an unverletzten lebenden Pflanzen- theileu, von A. Kunkel , 288 Einfluss der Witterung auf die Assimilationsthätigkeit. von IL d. Vries 290 Literatur 290 E. Wasseraulnaliiiu', Wasserbeweguug-, Transpiration. lieber die Aufnahme von Wasser seitens der Pflanze, von W. Detmer 291 Vermögen der Pflanze, Wasser durch ihre Laubblätter aufzunehmen, von F. Tschaplowitz 293 Aufnahme von Wasser und Salzlösungen durch die Blätter, von J. Boussiugault 293 Studien über das Verhalten des natürlichen Bodens und der in ihm wurzelnden Pflanzen gegen Wasser, von Ha ven stein 293 Die Fähigkeit der Hölzer, Wasser zu absorbiren, von E. J. Maumene 293 Ein Beitrag zur Keuntniss des aufsteigender! Saftstromes in trans- pirirenden Pflanzen, von .1. Sachs 294 Warum steigt der Saft in den Bäumen, von J. Böhm 297 Die Bolle der Spaltöffnungen bei der Ausscheidung von \\'asserdämpfen durch die Blätter, von Merget 297 Ueber den Gang des W'assergehaltes und der Transpiration bei der Entwicklung des Blattes, von P^rz. v. Ilöhnel 299 Einfluss der Luftfeuchtigkeit auf die Entwicklung der Pflanzen, von P. Sorauer 300 Ueber Verdunstung und Substauzzunahme der Pflanzen 301 Beziehungen zwischen W^asserverdunstung und Assimilationsthätigkeit der Pflanze, von J. Fittbogen 301 Verdunstung der Blätter in einer kohlensäurehaltigen Atmosphäre, von P. Deherain 303 Ueber \\'asserverdunstung von verschiedenen Vegetationsdecken, von A. Vogel 305 Literatur 306 F. Allunung der Pflanze. Verlauf der Athmung bei den reifenden P'rüchten des Mohnes und Rapses, von A. Sabanin und N. Laskovsky 306 Die Athmungsgrösse bei Sumpf- imd W^asserpflauzen, von E. Freyberg 306 Athmungsgrösse der Gerstenpflauze während der Nachtstunden, von J. Fittbogen 310 Einfluss der Blausäure auf Pflanzenathmung, von Ad. Mayer . . . 310 Beziehungen zwischen Kohlensäurebildung und chemischer Zusammen- setzung der Blatter, von B. Coreuwinder 312 Literatur 313 luhaltsverzeichuiss. XVII Seite Cr. Bau der Pflanzen. Ueber Kornansatz beim Roggen, von Orth und Wolffcnstein . . 313 Die Jahresringe des Holzes, von Ch. B. War ring 314 Bildung von Wundkork bei den Kartoffelknollen, von H. d. Vrics . 314 Literatur 315 H. Befruchtung, nugeschlechtlicbe Ternielirung-. Versuche über Kartoffelpfropfung, von H. Lindemath 315 Literatur 31G J. Allgemeines. Ueber Lebensdauer der Blätter, von IL Hoff mann 317 Literatur 318 Pflanzeiikraiiklieiteii. Referent: Ch. Kellermaun. A. Krankheiten durch thierische Parasiten. I. Reblaus. Lebensgeschichte, von A. Champin, JMillardet, M. Cornu . . . 318 Geographische Verbreitung, von Magnieu, Möbius 319 Bekämpfung der Reblaus 320 Internationaler Reblauscongress in Bern 322 b. Widerstandsfähige Rebsorten. Asiatische Reben, Americanische, von A. Lavolle. A. Pellicot, Millardet 324 c. Sulfocarbonate, Schwefelkohlenstoff und andere Mittel, von Babo, Truchot, Boiteau, De la Vergnc. J. Maister, H. Sagnier. Bouillaud, De la Logerc, Miintz, E. Chevreuil, L. Faucon. Blankenhorn, G. Leacock 325 — 328 Literatur 328 II. Die übrigen Schmarotzerthiere. Nematoden. Rübenmüdigkeit, von G. Liebscher 329 Weizenälchen, von F. Haberlaudt 334 Krankheit des Kaffeebaumes, von C. Jobst 335 Räderthierchen, von Wollny 336 Mollusken (Schneckenvertilgung), von J. Ca rson, Mills, Hein . . 336 Acarinen. Milbengallen auf Clematis Flammula, von P. Magnus 336 Phytoptus, von Körnicke 336 Einth eilung der Milbengallen, von F. Thomas 337 Insekten, a. Rynchoten. Anopleura lentisci, von J. Lichtenstein 337 Pemphigus Spirothecae 337 Wurzellaus des Maises, von F. R. Low 338 Lachnus longirostris, von Altum 338 will Iuli»lliivc-r7.oiclini8H. Soito /.ai)l('iiL;alleii an Ficlitcnzwoigcii, von \V. Wiiikl»>r 339 ('(irciis addiiiiluin. von Nessicr. II. Kni^lit 331) l!!iillaii>. von Ilust, C. de Nos, A. Ivolilfit 33!» Ii. Iiii)tprcn Cblorops tacniopus, von Fr. IIa borla nd ( 340 c. Lciiiiloptcrcn. Vertilgung der Kiofornspinner, von AI tum, Hol weg 340 yaucrwurm, von M. Sclüiier, Nc.s.sl er, ,1. Fendc I 340 d. Colcoptcrcn. Ilyicsinus crcuatus, von AI tum 340 Ilylesiüus polyiiraphiis, von Joseph 341 l'issodcs i>inipliilns. von Altum 341 Otioryncims lijjjnstici, von Taschenberg 342 Schutz gegen Maikäfer, von Wieder hol d, A. Mayer 342 Otiorynchus sulcatus, von Dahlen 343 Elateridcnlarvcn. von Bei ing, Altum 343 Drahtwiirmervcrtilgiing 344 Eumolpus vitis 345 Chrysomela liueola vulgatissima, von Dankelmann 345 Cbrysomela Betulac. von Marshall 345 Rapsglauzkäfcr 345 Kornwnrmvcrtilguiig, von W. v. Rooner 345 e. Orthopteren. Maulwurfsgrille, von Lucas 345 Anhang. Vertilgung der Insekten, von C. Kolbc, Ilcnzc- Weignitz, Carrirre, C. Bouche, A. Winger 34G Säugethiere, Mittel gegen Feldmäuse, von II. Cr am pe 347 Schutz gegen Mäuse, von Pfi zcnmay er, C, Sachse 348 Literatur 348 l^. Krankheiten durch pflanzliche Parasiten. I. Phaucrogame Parasiten. Cuscuta Gronovi), von Prantl, B. A. Sempolowski, Ruoff, M, Walde 34!» Klccseidcreinigungsmaschine, von Oemichen 34'J II. Kryptogame Parasiten. Chytridiaceen, Myxomyceten. Chytridium Brassicae u. Peasmodiophora Brassicae, von M. Woronin 349 Peronosporeen. Peronospora gangliiformis, von M. Cornu 351 Uredineen. Puccinia Malvacearum, von Magnus 353 Ustilaginee n. Sorosporium Aschcrsonii und Magnusii, von E. Ulc 353 Thecaphora Ammophilac, von Ondomanns 353 Ustilago anthorarum, von Winter 353 Tilletia de Baryana, von E. IJlo 353 Ustilago Thümonii. von F. v. Waldlioim 353 Inhaltsverzeicliniss. XIX Seite Ascomyceten. Apiosi)orium Citri, Klas Ahlner 353 Cladosporium Eoesleri, von E. Rathaj^ 354 Exoascus, von E. Rathay 354 Fumago, von W. Zopf 356 Blattfleckenkrankheit, von B. Frank 356 Piussthau, von F. Haberlandt 357 Pilzkrankheiten des Weinstockes, von Cooke 358 Sphärella Taxe, von Cooke 359 Phoma vitis, von H. Göthe 359 Pilz der Ahornblätter, von M. Cornu 359 Roesleria hypogaea, von G. Passerini 359 Traubenkrankheit, von R. Göthe 359 Anhang. Modelle parasitischer Pilze 360 Parasitische Pilze, von M. Cattaneo 360 Paradiesäpfelkrankheit, von Garcin 360 Krankheit der Edelkastanien, von J. E. Planchen, M. Derval, Louis Levesque 361 Literatur 361 B. Kranklieiten aus Terschiedenen Ursachen. Ringelkrankheit der Waldbäume, von Reling 362 Webermilbe, von P. Sorauer 363 Kranke Knollen und Zwiebeln, von Atkins 364 Schneebruch 364 Besprengen erfrorner Pflanzen 365 Rebenkrankheit 365 Literatur 365 Der Dünger. Referent: E. A. Grete. I. DQngererzeugnisse und Düngeranalysen. Schwalbenkoth, von Guyot 369 Supeqjhosphat aus Spodium, von A. Dantini, 0. Kohlrausch . . 370 Phosphorit und schweflige Säure, von R. Biedermann 370 Abfälle der Sardinen 370 Stickstoffphosphatdünger und Fleischdünger 371 Liernur's Faecalpiilver 371 Analyse der Spüljauche, von Roubaix 371 Gypsphosphat, von H. E. Albert 371 Extraction der Superphosphate, von E. Wein 373 Bestimmung der Phosphorsäure, von Die tz eil, H. Wattenberg . 373 Lumpen als Dünger, von L. Riesmüller und H. Wiesinger . . . 373 Die Weinbergsschnecke und ihr Düngwcrth, von C. Weigelt . . . 373 Taffoe, von Klein 374 Tertilizer 374 Weserschlamm 375 Analysen verschiedener Fabrikabfälle, von J. König 375 Latrinenflüssigkeiten 375 Düngerfälschung, von A. Mayer 375 Kalidüngung, von J. Moser 377 Salinenabfälle, von K. Ilot'fer 377 XX IiiliiiltBvcrzcichniBS, Seite Asclio. von li. Kost 377 llanraltiVillc, von Lt'oni 377 l-ioj,'onlasbon des I)iin;,'('rs, von A. \\ criicr 377 Koli-Ammoniak. von Sl. Miircker 377 Cliilisalpotcr, von j\I. IMarckor 377 Knoclionniohl, von K. Heinrich 378 KiiocLeiikolile, von A. Petermann 379 Diinffor in den Voencolouien, von M. Fleischer 379 Torf /um Dünger, von .1. Nessle r 379 Tortbcniitzunj,^ von Th. Nerlinger 380 Ricsclaulagcn lOnglands und Berlins, von V. Schweder 380 Schädliclikeit der Answurlstoffc, von J. Thausing 381 Spiiljanclic von Taris 381 Jauchevertheilcr, von .1. d'IIcureus|e 382 Bewässerung und Düngung 382 Französische Phosphorite 382 Estnimadurapliosphorit, von E. Egozcuc und L. Maliada . . . , 382 Gj-ps und Gypseu 386 . Oüngerwirkung. l'cldversuche über zweckmässige Verwendung künstlicher Dünger für Kartoffeln, von M. Märcker 385 Kartoöeldüngung, von Lawes, Gilbert und W. Pauls cn 399 Versuchsfeld zu Grignon, von P. Dehörain 402 Haferdüngung auf Moorboden, von II. J. Carsten 402 Stickstofferuährung von Hafer, von E. Heiden 402 Blut zu Hafer 407 Zuckerrübendünguug, von Hanamann 407 Chilisalpeter zu Zuckerrüben 410 Salpetersäure in der Zuckerrübe, von M. A. Ladureau 413 Rübendüngung, von Balu und J. Godcfroy 413 Zeit der Düngung der Zuckerrüben 415 Zuckerrübe, von P. P. Deherain 415 Düngung der Zuckerrübe, von H. Briem und II. Bodenbender . . 421 Kali in seinen Beziehungen zur Zuckerrübe, von Strohmer . . . . 422 Düngung von Zuckerrüben und Mohn, von A. Pagnoul 422 Futterrübe 425 Kalidüngung von Rüben 425 Gerstendüngung, von C. Lintner, Krandaucr und Treiber . . 427 Gerstendüngung mit Thonerdephosphat und gebranntem Kalk, von F. Ilaberlandt 427 Entwickelung der Sommergerste, von G. Marek 428 Gersteudüngung 428 Stickstoff' der Gerste, von P. Hassel barth 430 Weizen- und Gerstendüngung, von Döring und Bock mann . . . 431 Kali zu Feld und Wiesen, von E. Heiden 433 Futterbau, von W. JJugling 433 Gyps zu Klee, von A. Pesqualini 433 Stallmistdüngung zu Wintersaat, von A. Roef 435 Korndüngung, von Reissig 435 Künstlicher Dünger zu Weizen, von W. Violett 435 Düngung der Obstbäume, von Arnold 43G Forstdüngung, von R. Hess 436 Düngung von Lein, von A. Renouard und M. A. Ladureau . . . 437 Düngungsversuch mit Erbsen, von E. Wein 440 Düngung von Weizen und Gerste, von A. Völcker und J. B. Lawes 440 50 Jahre ohne Düngung, von Christiani 440 Düngungsversuch bei 4 jähriger Rotation, von Lawes und Gilbert . 445 Grunddüngung mit Lupinen 447 luhaltiävei'zeicLuiss. XXI Seite Düngung von reifen Lupinen, von Bohr fei dt 447 Gründüngung 447 I. Allgemeineres. Nitrilsuperphosphat, von C. Rambousek 448 Stickstoffmenge im Boden, von A. Thaer 448 Düngung tiefer Bodenschichten, von A. Sempolovsky 448 Werth der zurückgegangenen Phosphorsäure, von A. Petermanu und L. Grandeau 449 Belgische Phosphate, von A. Petermann 452 Kochsalzdüngung, von J. Nessler 454 Stickstoff des Waldes, von J. Schröder 456 Auslaugung der Waldstreu, von J. Schröder 457 Aschenanalyseu der Streu, von J. Schröder 459 Folgen der Düngerfälschung, von E. A. Grete 463 Literatur 463 AgriculturclieDiisclie Uiitersuclumgsinetliodeii. Referent: E. Schulze. Zur Kalibestimmung, von Ulex 467 Zur Bestimmung des Kohlensäuregehaltes der Luft, von W. Hesse . 467 Apparat zur Kohlensäurebestimmuug, von W. v. Mieler 468 Indicatoren für Acidimetrie und Alkalimetrie, von F. Krüger, W. v. Miller, E. Luck, H. Bornträger 468 Wasseranalyse, von A. Leeds, F. Holdefleiss, P. Haubst, L. Mutschier und J. König 468 Bestimmung der Salpetersäure, J. M. Eder 469 Bestimmung der salpetrigen Säure und Salpetersäure, von G. Lunge 471 Nachweis der salpetrigen Säure, von P. Griess 471 Zur Ammoniakbestimmuug in Pflanzensäften und Extracten, von E. Schulze 473 Zur Analyse N-haltiger Körper, von A. E. Grete 473 Bestimmung der Salpetersäure als Ammoniak, von E. A. Grete . . 473 lieber die Anwendbarkeit der Will-Varrentrapp'schen Stickstoffbestim- mungsmethode, von A. Menozzi und H. Settegast 474 Directe Bestimmung der Eiweissstoffe in Futtermitteln, von P. Wagner 475 Zur Bestimmung der Eiweissstoffe in Futterstoffen, von F. Sestini . 475 Völlige Abscheidung der Eiweissstoffe aus thierischen Flüssigkeiten, von F. Hofmeister 475 Fettbestimmungsapparat, von E. Schulze 475 Reductionsverhältniss der Zuckerarten zu alkalischen Kupferlösungen, von F. Soxhlet und R. Ulbricht 476 Gewichtsanalytische Bestimmung des Traubenzuckers, von M. Märcker, W. D. Gratama und H. Hager 478 Zuckerbestimmung mittelst Jodquecksilberlösung, von R. Sachsse, Strohmer, Klaus und Heinrich 479 Das Reductionsverhältniss des Milchzuckers zu alkalischer Kupferlösung, von H. Rodewald und B. Tollens 480 Specifisches Drehungsvermögen von Traubenzucker und Rohrzucker, von B. Tollens 482 Quantitative Bestimmung der Stärke, von R. Sachse 482 Reaction auf Citronensäurc, von A. Lab an in und N. Laskowsky . 482 Bestimmung der Hippursäure, von G. Bunge und 0. Schmiedeberg 483 Literatur 483 XX 11 Iiilukltsvui'zuicliuimi. LaiKhviilhscIianiiclu' >('lK'ni;iMvorlK'. I. Milch, Butter, Käse. Referent: W. Kirchner. Zusammensetzung des Kuluolosüums, von W. Kugling 487 ISIilch des Kuhbaums, von lioussin gaul t 48H Analyse einer .Stutenmilch, von M. Scbrodt 488 Milcii von Kühen verschiedener liaccu. von E. Marchand .... 481) Milcherträge vei'schiedener Raccn 491 Milchuntersuchung, von A. Adam 493 Marchand's Lactobutyrometer, von F. Schmidt und R. Tollen s . . 494 Milchprüt'ung, von L. Volpe 495 Prüfung der Milch mit Jod, von II. Hager 495 Milchuntersuchungen, von Skalweit 495 Milchprüfungsinstrument, von Feser 495 Die MilchfaJschung vor dem Gerichtshofe, von v. Kleuze .... 496 Hülfsapparat für vergleichende Versuche mit Milch, von K.Wer k o w i t s c h 496 Eintluss der Probenahme auf das analytische Ergebniss, von v. K lenze und K. Werkowitsch 497 Prüfung von Milchkühlapparateu 498 Versuche auf dem Gebiete der Eismeierei, von N. J. Tjorr . . . . 500 Versuche über Aufrahmung, von W. Kirchner 501 Entrahmung durch Centrifugalkraft, von W. Kirchner 502 Verbesserte Lehfeldt'sche Centrifuge, von W. Kirchner 502 Illgeu's Milchentsahnungs- und Kühlmaschine, von Giessler, K reus- ler und Werner 503 Versuclie über den Einfluss des Milchkühleus auf die Ausrahmung, von W. Kirchner 505 Buttcrausbeute bei Abkühlung der Milch, von H. Cordes . . . . 506 Butterausbeute aus gekühlter und uugekühlter Milch, von I). Gäbcl 506 Versuche auf dem Gebiete der Alpwirthschaft, von Eugliug und v. Kleuze 508 Vergleich verschiedener Buttei'fässer, von Lobesius 510 Katarakt-Butterfass, von C. Petersen 511 Butterungsversuche, von Wiukel 511 Lange Milch, von H. Cordes 511 Verhalten gekochter und ungekochter IMilcli, von Schreiner . . . 512 Gewinnung der Milch durch Saft des Meloncnbaumes, von Wittmack 512 "Albumin der Milch und Bildung des Quarzes, von G. Musso und A. Menozzi 512 Hansen's Käselabextract 513 Bacterien im Labe.xtracte, von A. Meyer 514 Zusammensetzung des Stracchinokäses, von G. Musso u. A. Menozzi 515 Zusammensetzung und Reife des Parmesankäses, von L. Manetti und G. Musso 517 Asche des Parmesankäses, von G. Musso und A. Menozzi . . . 520 Einfluss des Futters auf Quantität uud Qualität des Milchfettes , von H. Wriske, M. Scbrodt und B. Lehrael • . . 520 Butteranalysen, von G. Cantoni 520 Butterprüfung, von H. Hager 521 ,, „ J. Michels 521 ,, nach Hehner's Methode, von Reichardt u. Issleib, C. Jehn, W. Fleischmann u. P. Vieth, R. Sachsse, W. Ileintz und A. Dupre 521 Sammelmelkerei in den Städten, von R. Weidenhammer . . . . 524 Literatiu- 524 luLaltsveizeiuhuiss. XXIII Seite II. Stärke, Dextrin, Traubenzuckerfabrikation. (Mehl, Brod.) Referent: F. Strohmer. Umwaudluiigsproducte der Stärke, von Musculus und Gruber . . 525 Einwirkung des Malzes auf Stärke, von C. 0. öulli van und E. Schulze 526 Bestimmung des spec. Gewichts der Kartoffeln, von M. Stumpf . . 526 Maisstärkefabrikation 526 Maismühle 537 Verwerthung der Stärkefabrikationsabfälle, von G. T h e n i u s . . . 527 Trennung des Klebers von der Stärke, von Hirsch 528 Verwerthung des Klebers der Stärkefabriken, von Guillcamc . . . 528 Rosskastanienstärke, von J. Stollar 528 Dextrin-Maltose, von Valentin 530 Invertin, von M. Barth 531 Ueber Multoseformeln, von E. Schulze 531 Eigenschaften der Glycose 531 Reaktionen des Traubenzuckers, von Lindo und W. Müller . . . 531 Ueber quantitative Bestimmung des Traubenzuckers, von Hager, Soxhlet, Ulbricht, Märcker, Pellet, v. Wachtel, und Heinrich 531 — 534 Darstellung von Glycose am Getreide, von S. H. Johnson (Patent) 534 Darstellung von Invertzucker im Grossen, von Maumene, Call u. Cop 535 Umwandlung der Stärke mittels Kohlensäure, von F. M. Bach et und F. Savalle (Patent) 535 Analysen von Stärkezucker, von Soxhlet 535 Arsenhaltiger Stärkezucker, von Clonet'sund Ritter 535 Ueber Mehlfrucht-Derivate, von E. v. Rodiczky 535 Ueber Mahlmühlen, von II. Häberlein 535 Ueber Mehlexplosionen 535 Ueber Mehlconservirung von TouaiUon 536 Aschenbestimmung im Mehl, von H. Born trag er 586 Roggenmehlfälschung, von Danin v. Wassowicz 536 Mühlsteinstaub im Mehl, von B. Jegel 536 Untersuchung von Weizenmehl und über Kleberprüfung von F. Kich 536 Einfluss der Aspiration auf das Mehl, von Till 538 Mehl- und Brod-Untersuchung, von Skalweit 538 Dauglish' Brodbackverfahren, von A. Cnyriem 538 Ueber Backpulver, von C. Raabe Graf und J. Moser . . . 538-539 Ueber den Unterschied zwischen alt- und neubackenen Brod, von W. Horselt 539 Ueber P'ruchtbrod, von P. Smith 539 Umwandlung des Getreides in Nahrungsmittel, vonW. G. Bro di e (Patent) 539 Dextrin und Traubenzucker haltende Mehlpräparate, von F. Frerichs, H. Boie und H. Stromfeldt 539 Literatur 540 III. Rohrzucker. Referent: A. Klauss. Specifisches Drehungsvermögen des Rohrzuckers, von B. To Ileus . . 541 Einfluss der Temperatur auf das Polarisationsiustrumeut v. A. v,W achtel 541 Rübengallerte, von Cienkowski und N. Bunge 541 Tricarballylsäure im Rübensaft, von E. G. v. Lippmann 542 Wirkung der Temperatur und verschiedener Substanzen auf Zucker, von H. Pellet, J. Motteu und H. Morin 542 Inactive Glycose von H. Morin, Dübrunfaut, Girard, Labord, Müntz, J. W. Gunning, U. Gayon, R. Heinrich und W. E. Halske 543 V V I y InlKkltHvurzoicIiuisH. äoito Hostijnmung Jer Diclito. von J. Kcyr, liarbct uiicl A. v. Waclilcl 544 Colorinu'tor, von ]{. Giinsborg 544 IJcstimnuinj? clor Alkalinität, vou II. Pellet 544 Kai'iinationswcrtlibestininuiiig, von R. Stamm er, Cli. Pülcko, K. So st mann und II. Kisst cid t 545 Bestimmung des Markes und Saftes der Iiübon, von C. liittmann 545 A. Gawalowsky 516 Hestimninng der Asche in Melassen, von Paguonl, 1'. Champion und II. Teilet 54(i l'ntersiichun«!- des Zuckerkalkcs, von 11. l'rüliling. J. Scliulz und Scheibler 547 Constante für Nichtzucker im ersten Producte, von A. Gawalowsky und F. Strohmer 547 Zusammensetzung des Nichtzuckers. von Jj au gier 547 Bestimmung der Kolilonsäuro, von U. Kohlrausch 548 Bestimmung des phosi)horsanren Kalkes in der Knochenkohle, von A. Dan t ine und A. Klaus s 548 Rübeuverarbeitung, von Wendland und Maerker 548 Pressen 548 Diffusion, von J. Keyr, F. Nowak und F. Urbanek 549 Scheidung, von Bittmann. Geyer, 0. Kohlrausch und Siemens 549 Reinigung der Rübensäfte mit Aetzbaryt und phosphors. Ammoniak, von F. Pokorny 550 Reinigung der Saturationsgase, von F. Pokorny 551 Neue Scheidungsverfahren, von Camichel, Henriot, De Meritens und Gel st od t 551 Aufbewahrung des Rübensaftes, von Margueritc und Maumene . 551 Herstellung einer bestimmten Alkalinität der saturirten Säfte . . . 552 Bildung freier Säure bei der Spodiumtiltratiou, von Lieber mann . 552 Entzuckerung dos Saturationsschlammes, von II. Karlik 552 Aussüssen, von F. Schiller 552 Schleuderung, von C. Bogcl und C. Meese 552 Raftiuation, vou G. Bögel, C. Breynaudt, 0. Schulz, Merijot, E. Mategezeck, E. Riffard, Lambert, W. Greiner und L. d'Henry 553 Melassenbiidung u. Zusammensetzung, von J. W. Gunniug u. II. Pellet 554 Osmose, von Brilka, Maumenö und J. Rolffs 555 Elution, von A. v. Wachtel. Bodeubender, E. Mategezek und Suchomel 555—559 Proced(i Manoury, von Manoury, Barbe t und E. Mategezek . . 559 Elution, von Drev ermann 563 Substitutionsverfahren, von Jünemann 564 Reinigungsverfahren, von x\. Meli 564 Zuckerrohr, Verarbeitung von Wallace und Macdonald . - . 564 Knochenkohle, von Reineke und G. F. Meyer 565 Einwirkung verschiedener Salze, von F. Avril 565 Wiederbelebung, von Reischauer und G. Krieger 565 Künstliche Knochenkohle, von Th. Pilter 566 Literatur 566 IV. Gähpungserscheinungen. Fäulniss, Referent: Ad. Mayer. Solbstgähruüg der Früchte, von A. Müntz 566 Inverlirung&vcrmögen bestimmter Pilzformen. von U. Gayon . • ■ • 567 Eruährungsverhältuisse von Sacharomyces undMycoderma, v. A. Schul tz 568 Einfluss der Kohlensäure auf die diastatische Wirkung des Malzauszuges, vou M. Baswitz 569 lulialtsverzeichuiss. XXV Seite Wirkung der Salicylsäure auf Pilzbilduug, v. H. Pellet u. L. Pasquier 570 Desinficirende Kraft des Bodens, von F. Falk 570 Salpeterbildung durch orgauisirte Fermente, von Th. Schlüsing und A. Muntz 570 Keime der Alkoholhefe in der Luft, von P. Miquel 571 8chlammgährung, von M. J. Maumene 571 Das Ferment der Ammoniakgähruug, von P. Miquel 571 Ursache der Verderbniss der Eier, von 0. E. R. Zimmermann . . 572 Milchsiluregährung, von Ch. Riebet und L. Bourtraux 572 öchizomycetengährung, von A. Fitz 574 Spaltpilze, von J. E\ Dupout 575 Sauerstoffbedarf der Faulnissbacterien, von J. W. Gunning . . . . 575 Widerstandsfähigkeit von Bacillusarten gegen Wärme und andere Agentien, von 0. Brefeld 579 Einfluss von Licht auf Bacterienbildung, von T. P. Blund u. A. Downer 579 Veränderungen des Drehungsvermögens der Bierwürze bei der Gährung, von M. J. Kjedahl 579 Vermehrung der Bierhefe, von R. Pedersen . . 580 Einfluss der Lüftung auf die Gährung, von R. Pedersen 581 Biergährung, von P. Müller 582 Analysen von Bierhefe, von C v. Nägel i 582 Analysen gesunder und entarteter Hefe, von Aubry 584 Einfluss künstlicher Erwärmung auf die Gährung, von A. Blankenhorn 584 Paukreatische Fäulniss zweier Proteinstofle , Elastin, Mucin, von G- Wälchli . • 584 Chemische Theorie der Gährung, von Ad. Mayer 585 Auftreten secundärer Producte bei der Gährung, von Ad. Mayer . . 592 Chemische Theorie der Fäulnissprocesse der Eiweissstoffe, von Nencki 593 VI Conservirung. Desinfection. Referent: A. Halenke. Conservirung des P'leisches, von E. v. Heyden 594 Conservirung von Fleischnahrungsmitteln, von E. Georges, M. Wel- tou und R. Beilee '. 595 Patente zur Conservirung von Nahrungsmitteln 596 Borax als Couservirungsmittel, von E. de Cyon und Le Bon . . . 597 Aluminiumborat als Couservirungsmittel, von Poussier 597 Salicylsäure als Conservirungsmittel für Heisch, von Schlumberger 597 Salicylsäure als Conservirungsmittel für Fische, von J. Eckart. . . 597 Conserviren von Eiern, von Muratori, P. Reden, B. Thole, Re- gensburg und Schuster 597 Conservirung von Milch, Butter, von R. Wagner und Tonine tti . 598 Conservirung von Kaffee, von Ruch, F. Chartier und J. Berlit . 599 Conservirung von Aepfeln, von G- Lechartier, F. Bellamy und Gayon 599 Concentrirte Nahruugs- und Genussmittel, von Morfit und Chevet 599 Fleischconserven, von Allen und J. B. Jaquier 599 Suppenconserve, von E. Wildt 599 Grünfärben von Gemüseconserven, von C alline au und Savigny . . 600 Zinn in Conservefrüchten, von A. Menke 600 Conservirung des Weines, von A. Schlumberger 600 Salicylsäure zur Conservirung des Bieres, von C Lintner und F. V. Heyden 600 Pasteurisiren des Bieres, von Leyser, Ross, Portner u. J. König 601 Calciumbisultit als Conservirungsmittel für Bier, von V. Griessmayr 601 Conservirung des Trinkwassers, von H. Schiff 601 Conservirung von Eisen, von Henniston und Miliar 601 \ W I Iiili.illavcrzciclinlbii. Suite Ilolzcoiisorviruiig, von ülvthc, Jeycs, Ja(iues, Sauval uml de raradics " 002 ('«iiscrvinuig von Sacken 603 Cunsorviruug anatoinisclicr rräparatc, von Toninctti helin und Lcucitbasaltlaven. Die Eifelcr Laven sind biotitführend im Gegensätze zu den Basalten der Eifel. Die Lava von Scharteberg, sowie die Laven des Laacher Sec's enthalten Perowskit. Chemische Analysen der Laven vom Scharteberg, Boiigsberg und Gossberg sind niitgetheilt. Die Gneissformation des Eulengebirges. Dr. E. Kalkowsky. Habilitationsschrift. Leipzig. — Diese umfangreiche Arbeit schildert die Petrogi'aphic der Gueissformation des Eulengebirges, mit Berücksichtigung der mikroskoi)ischen Untersuchung, sowie die Architektonik der Gneiss- formation. Untersuchung über die Zusammensetzung des Eklogites. E. R. Riess. Dissertation. Leipzig. — (Tschermak's mineralog. und petrograph. Mittheilungen. 1878). Ueber den Gneiss des nordöstlichen Schwarzwaldes und seine Beziehungen zu den Erzgängen. Karl Killing. Dissertation. Würzburg. - — Aus dieser für die Bildung der Erzgänge höchst beachtens- werthen Arbeit sind nachstehende Resultate der chemischen Analyse für die Bodenkunde raittheilungswerth: 1) Körnig-streifiger Gneiss. Resultate der Analyse von frischem und total zersetztem Materiale, auf wasserfreie Substanz berechnet. frisch zersetzt Differenz Kieselsäure 74,02 72,74 — 1,28 Thonerde 14,02 16,68 + 2,26 Eisenoxyd 0,76 Spur {+ 3,22 Eisenoxydul 1,72 2,80 Kalk 2,43 0,43 2,00 Baiyt 0,26 0,23 — 0,03 Magnesia 0,85 0,40 — 0,45 Kali 1,97 4,86 + 2,89 Natron 3,97 1,86 2,11. 2) Schiefriger Gneiss. frisch total ver- wittert Differenz Kieselsäure 72,09 62,85 — 9,24 Thonerde 15,26 23,35 + 8,09 Boden. frisch total ver- wittert DifFerea Eiseaoxyd 0,41 5,17 - - 4,76 Eiseuoxydul 2,57 3,81 - - 1,24 Kalk 1,96 0,14 — 1,82 Baryt 0,23 0,21 — 0,02 Magnesia 1,17 0,92 — 0,25 Kali 1,03 3,15 + 2,12 Natron 5,28 0,40 - 4,88. Kieselsäure 42,18 Titansäure 1,18 Thonercle 14,66 Eiseiioxycl 4,49 Eisenoxydul 5,67 Nickeloxydul 1,58 Kobaltoxydul 1,09 Beiträge zurKenntuiss der am Bauersberge bei Bischofs- Basaitana- heim vor der Röhn vorkommenden Sulfate. S. Singer. Disser- tation. Würzburg. — In dieser Arbeit ist eine Basaltaualyse des Bauers- berges mitgetheilt, deren Mittheilung werthvoll erscheint. Kalk 10,96 Magnesia 5,53 Kali 3,53 Natron 9,46 qualitativ: Blei, Wismuth, Kupfer, Arsen, Antimon, Chrom, Mangan, Chlor und Phosphor- säure. Der Dolomit und seine Entstehung. R. Adler. Dissertation. Erlangen. 1878. lieber die unlöslichen Bestandtheile der Kalke und Dolo- mite. S. Pfaff. Dissertation. Erlangen. 1878. — Es wurden verschiedene Kalke und Dolomite, devonischer schwarzer Marmor, Bergkalk, Muschel- kalk, Jura, Kreide, ferner Dolomite und Kalke des fränkischen Jura auf den Gehalt an unlöslichen Bestandtheilen, sowie auf Kalk- und Magnesia- carbonat untersucht, aus welchem Resultat der Verfasser folgende Sätze ableitet : „Die unlöslichen Bestandtheile der Kalke der verschiedenen Formationen sind identisch mit denen der jüngeren und jüngsten wässrigen Bildungen. Die unlöslichen Bestandtheile der Kalke der verschiedenen Formationen sind analog denen der jüngeren und jüngsten wässrigen Bildungen Meeres- absätze". Hinsichtlich der fränkischen Jurakalke und Dolomite: 1) Die Dolomite der fränkischen Schweiz unterscheiden sich von den dortigen Kalken durch einen Mindergehalt an unlöslichen Bestand- theilen. 2) Die fertigen Dolomite sind gleichzeitig in Beziehung auf diese Antheile die reinsten. Sie enthalten ungefähr 1/2 soviel als die Kalke. Die geognostischen Verhältnisse der Umgegend von Kiel Geognos- und ihre Beziehungen zur Landwirthschaft. — Unter diesem '^äUnisTr' Titel bringt A. Braasch^) eine ausgedehnte Arbeit als Beitrag zur land- der um- o J ° " gegend von Kiel. Unlösliche Bestand- theile der Kalke und Dolomike verschiede- ner Forma- tionen. ^) Verhandlungen des Vereins für naturg. Unterhaltung. Hamburg. 1876. Jahrgang. n Knili'ii, WaiiHvr, AtinoHplittro. wirthsrhaltlidicii nodcnkuiuli'. Nach kurzer gconiaphisclior luul «cog- uostisclicr rclxMsicht «lor riiiRobung von Kiel werden die Resultate einer genauen niecliaiiisclKMi, sowie petrographisclien Untersuchung der Schichten des mittleren Diiluvinms. sowie des Alhiviums /uniiehst niitgelhcilt, denen auch chemische Analysen der Thonsuhstan/cn und Feinenh^nassen bei- L'CL'rlicn sind. Die Scliiclitcu des nnttleren JJilluviums werden gegliedert iii: \. Geschicheracrgel: a. blauer Mergel von Thonberg, b. gelber „ ,, „ , c. „ „ „ Ziegelei I, d. blauci* Mergel des Marinc-Etablissemcnt. 15. Korallensand: a. Korallensand von Thonberg, I a und I b, b. Grand vom Köuigswcg, c. Sand vom Königsweg, d. Feiner Sand vom Königsweg, e. feinsamliger Mergel vom Königsweg. C. Gcschicbelchm: a. Geschicbclchra von Thonberg, b. Geschiebesand I von Tlionberg, d. Ackerkrume von Thonberg, e. Lehm vom Königsweg. Als Gemengtheile der Geschicbemergel zeigten sich Flintsteiii, Heischrother Feldsjjath, graue, weisse Kalksteine, Bryozoenreste, Quarz, Sandsteine, (iliramer, des Korallensandes vorwiegend Quarzkörner mit l-'eldspath-, Granit-, Gneiss-, Flintstcink(trnclien, Ilond)lendesc'liiefer, Bryo- zoenreste, Thonkügelchcn , Gliinmerthon, und endlich des Gescliiebc- 1 eh nies vorwiegejul Quarzkörner, Feldspathkörner, Sandstein, Flintstein, Thonschiefer und Glinimerblättchen. Von dem Alluvium wurden untersucht: a. niauer Thon unter dem Torf mit Feldspath, Flintstein, Quarz, Sandstein, b. Alluvialsand mit grauem Kalkstein, Flintstein, Quarzkörnern, Granit. (Wegen der Mengcverbältnisse der einzelnen Bestandtheile ist auf das Original zu verweisen.) Es reihen sich Mittheilungen an über den Kalkgchalt (kohlensaurer Kalk) in den versi;hiedenen Schichten. Kl lUxlenprotile nach Orlirschem Vorgange hergestellt, sind beigegeben und eililutcrn die Lagerung und Beschatieuheit der Schichten. Die Arbeit sclilicsst mit einem Abschnitte „Die verschiedenen Schichten in ihrer Beziehung zur Land- wirthschaft". Sich anlehnend an Aussprüche Oi-th's werden die ein- zelnen Schichten in ihrer Bedeutung für die Bodenarten behandelt, Be- trachtungen angestellt, welche wenig neue Gesichtspunkte bieten und theils nur rein locales Interesse haben. Zum Schlüsse werden Bodenanalysen aus dem Kieler Felde der Start mitgetheilt, welche später folgen. Ueber die chemische Zusammensetzung von Nephelin, Cancrinit und Mikrommit, von H. Kau ff. Dissertation. Bonn. 1878. Chemische Untersuchung der schottischen Feldspathe i). Forster Ileddle. Die Feldspathpseudomorphosen der Wilhclmsleitc bei Ilmenau. K. Dalmer^). 1878. — Die Arbeit enthält interessante Mit- theilhngen über Zersetzungsvorgänge der Feldspathraasse. Die Eruptivgesteine Norwegens. H. MöhP). — Eine mikros- kopische Untersuchung von Eruptivgesteinen, Avelche unter Anderem die Umwandlung des Feldspathes in Saussurit, des Augites und Olivines in Kalkspath etc. erwähnt. A. Jentsch^) wendet sich in einer grösseren Arbeit gegen die Löss- i-öss. bildungstheorie von Richthofens und behauptet, dass dieselbe für Europa nicht stichhaltig sein kann, da viele Lössterritorien durch Ueberschwem- nmng entstanden seien und eine europäische Steppenzeit nicht wohl an- zunehmen ist. Ueber die dillu vi alcnAblagerungenderUmgebung Bautzens. H. Naumann 5). E. Laufer 6) hat sich mit dem Studium der Basalte der Umgebung Basaitver- von Salzungcn und Eisenach beschäftigt und speciell deren Verwitterungs- producte studirt. Als Material dienten die Basalte des Hundskopfes bei Salzungen und der S t o f f c 1 s k u p p c bei Eisenach, derenVerwittcrungsschichten und Verwittcrungsbüden , welche mikroskopische und genaue chemische Untersuchungen erfuhren. Die unten tabellarisch wiedergegebene Ueber- sicht der Analyseuresultate geben genauen Einblick in die Verwitteruugs- verhältnisse, über welche von Seiten des Verfassers ebenfalls eingehende Betrachtungen vorliegen. „Bei der Verwitterung tritt bei dem Gesteine des Hundskopfes eine wesentliche, theilweise rasche Auslaugung des Olivins ein, der das Gestein zum Unterschied zu dem der Stoffelskuppe nur in kleineren aber desto zahlreicheren Partien durchzieht. Dabei wird das Magneteisen verändert (graue Verwittcrungsrinde). Dann folgt nach und nach die starke Zersetzung des Augites und des Feldspathes. Die Kalk- erde wird schliesslich ganz weggeführt, es entsteht Eisenoxydhydi'at (gelbe Rinde), die ausgeschiedene Kieselsäure wird entfernt und die Thoncrdc durch Kaolinisirnng angehäuft. Die Phosphorsäure nimmt l)edcutend ab. Während bei dem Gesteine des Hundskopfes die Verwitterung von aussen nach innen erfolgt, findet bei dem der Stoffelskuppe eine Auflockerung ') Trausact. of the Royal Sog. of Edinburgh. 1877. •-) .Jalirbucb f. Mineralogie. 1878. 226. ^) Cliristiania. 1877. Nyt magazin for Naturidensk. ') Schriften d. pliysik. ökou. Gesellschaft. Königsberg. XVIIl. J. 1877. °) Programm der Realschule Bautzens. '') Zeitschrift d. deutschen geologischen Gesellschaft. 1878. t)7. Q Buclou, WiiHitKr, AtinoHpIiilro. des j^anzcn Stückes statt, meist mit der Verwitterung iles Olivines zu- sainnuMilKliigentl, dessen INIagiiesia aber nicht fortgel'ülirt , sondern zur Neul)ildnii,ii von Mineralien verbrauelit wird. Dieser Mineralgcinengtheil ist scrpentinisirt und ist überhaupt die Waeke- ähnliche Gcstcinsraassc durch Neubildung (CJrünerde und Chlorit) charakterisirt. Es cntstehcu kalkige Auswitterungslü'ustcn, die wieder abfallen. Was hier mit dem Kalke geschieht, geht bei dem Gesteine des Ilundskopfes mit dem Eiscn- oxydhvdrat vor sich. Heide Gesteine verlieren Natron, dagegen werden sie kali- reicher, später vermindert sich das Kali, jedoch nicht so weit, dass das Verwitterungsproduct daran ärmer wäre, als das Urspi-ungsgestein. Der schliesslich entstehende Boden ist bei der Stoffclsknppe kalkhaltig, reich an Magnesia, während der Basalt des Iluudskopfes einen kalkfreicu Eisenthon liefert, der aber kalireicher als der Boden des ersteren ist. Dei' kalkhaltige, mehr magere Boden der Stoffelskuppe ist fruchtbar, der kaliarme, ti'ockcn stark bröckelnde Boden des Basaltes vom llundskopfc für die Vegetation ungünstig. (Siehe die Tabellen auf S. 9. 10, 11.) <"*8"n Vor- J- Ilanamauni) unterzog einen böhmischen Basalt nebst dessen Witterung. Vcrwittcrungsnude und daraus entstandenem Thonboden einer nähereu chemischen und mikroskopischen Prüfung, um Aufschlüsse über die Be- deutung dieses Materiales für die Bodenkunde zu erlangen. — Der Basalt stammte vom Pschanhügel bei Chlumcan in Böhmen, war krystallinisch dicht, und bestand wesentlich aus Augit, Magnetit und Glasmagma. Letzteres ist Gemenge von Nephelin vorwiegend mit Anorthit. Die Bc- standtheile des Basaltes bilden ein dichtes Gemenge von kleineren und grösseren Augitkrystallen , Magnetit und sparsamen Olivinkörnern; auch Apatitnadeln sind vorhanden. Die chemische Analyse der 3 Materialien, Gestein. Vervvitterungs- linde und Boden, zeigte nachstehende Resultate: (Siehe die Tabelle auf S. 12.) Die chemische Untersuchung des Basalts und seiner Verwitterungs- producte lehrt, dass zunächst durch die oxydirende Wirkung der atmos- phärischen Luft das Eisenoxydul in Eisenoxydhydrat umgewandelt und Kieselsäure ausgeschieden wird. Relativ nimmt die Kieselsäure zu; der Wassergehalt wird um so bedeutender, je weiter die Verwitterung des Gesteins, unter Bildung von wasserhaltigen Thonerdesilikaten, fortschreitet. Die Kohlensäure zersetzt zunächst die Kalksilikate, dann die Eisenoxydul- silikate. Die ockergelbe Verwitteningsrinde deutet auf eine Oxydation des Eisenoxyduls und Zersetzung des Silikates hin. Besonders interessant ist die Zunahme der Kohlensäure in der Rinde, die daher auch, mit Säuren Übergossen, mächtig aufbraust und ihre bedeutende Abnahme wieder in ^) FüMing's landflirthschaftl. Zeitung. 27. 1878. S. 3.50. Boden. a o CO rH t^ s o 05 Oi lO cc tn lO O O cß o O CO II II 11 II II o o o o o fe H Ä g 00 cc O (>( cc CC t'uiamg o Oi tH o Oi o 1—1 1— 1 ^■11 ^11 jsii[JOAi|ni|) T— ( o . «o 11 S <^^ '' So II a^ "^ CC T-t c 00 o t^ iioa)«]^ cc tH T— ( «o T-l CT5 cc apaajjf'BAj 1—1 r-t oT CT5 O CO in pÄxouasTg CC 1— ( ■I— 1 3^ (N O CC lO CC cc apjanoqx c^ c5' 1—1 1—1 05 CO fN eo 1—1 8J1113S[3S3]\J CsJ o 03 CG cc _&p CO 2 eS CN -* CC 1 « 1 cc Ni -t 1 q. 1 TH fl3 CO CO CO OT !h Ol C3 CO cc cc 00 'Tt< 1-1 CO CO CO o w (M 1-1 O O O cc ^ O CO O tH a X O O th O o o c> n II rH •>* i> tO ^H CO CO CO C9 T-l Ol ^ -< ■^ 1-1 lO rH 1-1 r-l cc cS CC O 1-1 O CO o :ri ^ t- lO O ^ o «3 J> CO t^ 1-1 o ^ O} c3 ö C/J 'Ö C O CQ '^ tH S CT5 '^l O tH ^^ 1— 1 tH 1— 1 1— 1 cc clT ^^ 1—1 l-H -2 N c3 X '^ tH 'tH OJ t^ 1^ CC o X S > X ci r^ CO CO Oi lO iH O 1 1 o cc^\ ' CO CO 1-1 1— 1 II II "^ ^ ^ pq I ^ I pq t> c3 pq 10 Hiidoii, Wn»«er, Atniogpliiiro. <5 < P z:. >-^ ^ ^ t« -< O 3 ^ i? Cd CO fD 2. £- p •-J 5 o H er S 5" 3. ■§1 2. 5' CO CO 2 a 05 • 3: O C/5 CT' n c« °9 % O Ca c- 1 £1^ J^ o O fO ra o CA C/3 3 4^ 1^ c;» -' 1-^ Ol jvj CO "bi"oo CO Thonerde ^ I-» Ol 60 CO rfi. 1— ' 1— ' CJ< t-i h- 1 00 CO' O J* Eisouoxyd 6» rf^ Ol CO i^ h- ' l-l 1 1 CO O "o'co P "co Kalkcrde CO Ol CO Ol c o o 1— ' 1— ' JO "co Magnesia Ci tO Ci CO CO 00 to JSS J-k J-l J-' K* 1— » Kali H-l "bi 'co'co'co ~c™ "C" to 05 05 tO CO CO H-k >— 1 j>i) j>S JO^ JX JX Natron "to OD co'cob' "►-l ■üT CO Ol K* CO ffs» Ol o 1— ' h-i CO 4^ 'OD l-i Wasser o O f;^ CS CO >-l M- o CO c CO CO O jK J-' j«a JO Summa O CO "(3 CO "oi O h-l 00 CO o "h" H CO H CO H O^^ 1 O O Po p oP O to IC t« bE II II 11 11 ll 11 II 11 I-' M- JDJ-^^ o l-i JO 63 ■o • 1s3 "k) ~rfi»- ~io "co"»-' ~CO CO »;»- >f^ 63 O Ol Ol «o lO £ hd hj >-^ o •o CO to i« U; P— O: o o Pll CO o> u< [1 a 11^ S' v^ P S 9 "rfi. a "-<> " t^ w H-' 4— c_^ p cyi Q 2. 03 B 0R3 Ca B B oq Boden. 11 w C3 c3 CO t^ OS «raoing 1—1 1 1 os^ o CO CO o -jsniJaAqnif) 1 T— 1 CT5 CO '^ aoj)B^ 1—1 CO c lO <>J CO Ili^a OS 00 -Ci «5 00 t^ BISaugl3J\[ CO ^^ oo o 9pj8J{l'B3I CO 1 1 •I— ( ■<^ CO X pixoaasja CO ■^ aS oT 1-i ^ o Oi tH apaanoqx ■I— 1 CO (N CO otf CO ■^ CO T-H TH -»-J .u> 3.m'BSI9S8Tg s a 2.§ tH :^ ^ S 1— ( o . 'Ö 1 «3 ö hr QJ t^ ^ CS bC CO o ?^ fl 'S ^ ^ 'S CO O O O t^ > bß CO SC eS i TS eö ^ Ö CD O -t-i eq d> •C O O ^ 1—5 a 1— ; > CO c* ■rH CO t-^ c H.i.li'M. Wn-r, AtMi..H|iIitr.>. 1 >('^t;lilitl Ih'ilo Wj\sserhalti{? Wasserfrei ücsteiu Riiidc Erde Gestein Riude Erde Wasser .... l'liospliorsaiiri- . Si-Iiwt'lolsäuio . . Kioselsäurc . K(»lik'usjiure . . TlioiKM-do . . KiMMio.vyd Kix'iioxvdul Kalk . . . . . ^lu.u'iicsia Natnni Kali . . 3,560 0,499 0,003 41,840 0,880 17,509 12,770 3,710 11,159 3,631 3,449 0,821 10,500 0,479 Spur 39,699 2,674 16,937 15,054 0,019 3,196 2.508 O.H28 19,2H() 0,4 8(> Spur 39,169 0,607 16,576 14,217 4,718 2.925 1.035 o.'.i }t) 0,515 0,003 43^383 0,912 18,156 13.241 3,846 11,571 3,764 3.577 n.söO 0,536 Spur 44,357 2,988 18.924 16,820 8,960 3,572 2,802 0,926 0,5S>4 Spur 48,525 0,753 20,536 17,613 5.845 3,624 1,283 1,165 Summa 99,831 99,894 99,947 99,818 99,885 99,938 Basoii Natron Kali In Salzsäure waren löslich 29,279 0,540 0,308 27,557 42,951 30,360 30,790 0,806 0,099 0,560 0,901 0,317 0.317 0,320 0,355 53,210 0,123 0.393 der Erde, wo. in Folge der Veränderung des Aggregatzustandes des ver- wittei'fen Basaltes, ein Auslaugen des kohlensauren Kalkes durch Regen- wasser erfolgte. Eine sehr geringe Verminderung erlitt der Magnesiagchalt des Gesteins. Dagegen wird aus dem Basaltthon das Natron stark aus- gewaschen, während das Kali zunimmt, weil das letztere Alkali von dem sich bildenden Thon mächtig zurückgehalten wird. Auch die Phosphorsäure erscheint im Boden, gegenüber dem Gestein, etwas vermehrt. Der untersuchte Basalt gehört zu den an Natron und den an alkalischen Erden reichen Basalten, ist dagegen nicht reich au Kali. Während es Leucit-Feldspath-]]asalte giebt, welche 2, 3, bis 4"/o Kali enthalten, enthält dieser Basalt kaum l^/o. Auch an Phosphorsäure ist er nicht reich. Ei- enthält ^/o *'/ü. Es sind Basalte mit grösserem Phosphoisäurcgchalt, bei gleichem Gehalt an Kali, bekannt. Dagegen gehört der untersuchte Basalt zu den kalkreichsten des böhmischen Mittel- gebirges und in Folge des grösseren Kalk- und Natrongehaltes ist er durch Salzsäure und den Einfluss der Atmosphärilien leicht zersetzbar und giebt einen sehr fruchtbaren P.oden. in welcher Hinsicht er aber von anderen Basalten Böhmens übertrotfen wird. Eine bedeutende Bereicherung der Ackerkrume durch diesen Basaltschlamm an Kali und Phosphorsäure wird daher durch das Aufsammeln desselben nicht erfolgen, weil ein gi-osser Ballast an werthlosen Stoffen mitgerführt werden muss und die Kalibereicberung des Bodens billiger durch Melassenabfälle erreicht wird, Bodeu. 13 oder auch die Verwendung des Wopparner Feldspatlies, mit 10% Kali, oder der Stassfurter Kalisalze; die Vermehrung der Phosphorsäure ist ebenfalls billiger durch die so billig gewordenen künstlichen Phosphate zu erzielen. Wie der salzsaure Auszug dieser Verwitterungsproducte lehrt, befindet sich nur die Hälfte des Kali's, also etwa 0,3 — 0,4^0, in einer für die PÜanzenwurzeln zugänglichen Form und ebenso ist die Phosphorsäure zum Theil in schwer löslicher Form zugegen, so dass sie erst nach und nach im Boden gleichmässig vertheilt wird. Der aus diesem Basalt sich bildende Boden wird recht fruchtbar und thouig sein, aber zu einer Be- reicherung anderer Boden an den zwei wichtigsten Pflanzennährstoffen, Kali und Phosphorsäure, wird er nicht das billigste Mittel sein, wenn die Kosten für Gewinnung, Aufsammlung und Transport in Betracht gezogen wei'den. Als Bedeckungsmaterial des animalischen Düngers und als Streu- material in stroharuien Jahren verdient der Strassenabraum dieses Basaltes allerdings Beachtung. Im Allgemeinen liefert der Basalt des böhmischen Mittelgebirges, je nach seiner Zusammensetzung, bald früher, bald später, durch seine Verwitterung von allen festen Gesteinen den fi'uchtbarsten Boden, einen dunkeln, eisenreichen Boden, mit vielem Kaligehalt. Aber nur selten findet sich Basaltboden in Ebenen, am häufigsten an isolirten Bergkuppeu. Der Basaltboden hält sich locker, warm und feucht und auch sein Untergrund gestattet dem Wasser und der Luft leichten Durch- gang. Auf keiner anderen Gebirgsart findet man eine so mannigfache und üppige Vegetation, namentlich gedeihen alle Laubholzarten und Wein auf ihm ohne Unterschied vortrefflich. Fast noch fruchtbarer ist der Basalttuft", der Mandelstein und die basaltische Wacke. Wegen seiner grossen Erwärmungsfähigkeit erreicht der Feldbau auf Böden, die von ihm abstammen, in der Regel eine viel grössere Höhe, namentlich in dem basaltischen böhmischen Mittelgebirge, als auf den Böden anderer benach- barter Gesteine. E. V. Wolff 1) hat mit H. Troschke eine weitere Fortsetzung seiner ^'u^g^".**^ früher begonnenen Arbeit geliefert, eine chemische Untersuchung der Ge- sucimng des steine, Verwitterungsproducte und Bodenarten des weissen Jura. /eV-K^aik-' Steines und I. Untere thonige Schichten des Krebsscheerenkalkes. ^K^me'im' Es kamen zur Untersuchung das Gestein selbst, aus der Ackerkrume ''''jura*'.'^ und Untergrund ausgelesen, die Ackerkrume, 15 cm. mächtig, und der Untergrund resp. dessen durch ein Sieb von 3 mm. Sieb weite hindurch- gehende Theile. Die Untersuchung wurde mittelst Einwirkung von kalter, heisser Salz- säure, Schwefelsäure und Flusssäure, wie früher durchgeführt. Die ein- zelnen Analysenresultate der verschiedenen Auszüge etc. dürften mit Be- rücksichtigung des Zweckes unseres Berichtes in Wegfall kommen, dagegen ist ein Bild über die '7o Zusammensetzung der einzelnen Gesteine und deren Verwittei'ungsproducte von Bedeutung, wesshalb zunächst eine Ueber- sicht über die % Zusammensetzung der untersuchten Materiale folgt. *) Die wichtigeren Gesteine Würtembergs, deren Verwitterungsproducte und die daraus entstandenen Ackererden. E. v. Wolff. IV. Der weisse Jura. Jahresbericht des Vereins für vaterländische Naturkunde. 1878. 14 Dodcn, Wasser, Atraosphttro. ':^'.:r',>-^^ ^ t?1 ^ ^ s p p iL CT cT ?ft f?12 W H W 1 p p s- e p_ u ,•;;• ~ 2 sr CD '^ 5; § 1 Cfl P 2 £ C/) p Igncsia . osphorsäun nvcfelsäurc li . . trou . . ?r iciioxyd .ngauoxy lilcnsaur p :^ ™ . P <5 . h— ^ H-k >-l -I (—1 ^ '-'J^i^ 1^, c 00p p CO -* to X ►-1 CO Ol 4^ ^ X )— l t> cc h-^ M- C5 to CD 1— ' H» ^ OS p p p p p CO p p J-' ~4 X (»r C5 H-i ^ 4^ W '^,— » ~tO "iD ~H-i "tO 'Oi •7^ t-l 1-L "iC Oi Ol Ci t" c ^ rfi. Ol l-i Cn Oi s= 4^ X- O^ X §" ^ C" 05 tO liO tO C #i. Xi tO t-' OS •^ Oi VJ 4^ 4». --1 c lO CO >F>. W 05 - ts l-i to ^ i_i p j-^ p p p i-k to 0-1 03 CD OJP ^ y-' ^^ C >-' C5 Ol ~bi o» "0 "h-i. ~^ CO t-» Cß i-> CD C3 X tO CO 00 ^ l>3 VI 00 42"- 05 Ol CO -vi "vj X 00 00 ic Qc ^^ '•-D 05 6» CO C5 CO tO OS 00 l-i X 0:1 ^^ Oi oi to ' 4^ -vj tO tO OS tNi 0: Ol X i-k t— i '■0 W rfi- >-i ■ i-i X »^ 1-^ «ß *» t>3 CO "vj 03 W tf». 05 05 E' > es: H* c» CR «D 4^ >;^ l-i M 4^ '>0 -Xi "o CS 4^ ^ ^ H- i-' CO W 4^ ' 1 ^I VJ CO 4^ S' "^ f=r CC tli' 05 w 4^ 4». to ^^ 05 CO IX» to Ol CO ^^ 05 B CD 1— l ^>-i za 0^ j-' p p jo p p j-^ ■^ t^ Js3 jX " a> rN &^ ^ '00 o-i "kj "*^ V| '^ "4i. ~bi "n-k "to "h-i ■^ 1 'ts3~k) "co'oi CfQ fD CD H-k iC l-i «n3 ^ X ti to ^ «^0 X ' Ol 0; 4^ s Cß CD rf^ to rfi. 00 4i> I-' «0 ^ ^ CO 0; t-' CO D &. Boden. 15 Die Eiitsstehung der Ackerkrume aus Gestein erhellt, wenn man an- nimmt, dass 100 Gew.-Theile des Gesteins mit 70 Gew.-Th. des Unter- grundes die Ackerkrume gebildet haben. Ein solches Gemenge würde enthalten: Kieselsäure Thonerde Eisenoxyd Kohlcns. Kalk Kalk Magnesia 28,506 8,122 1,477 59,694 0,122 0,740 ^^wnMe ^^'^^'^ ^'^^^ ^'^^^ ^^'^^^ ^^^^ ^'^^^ Phosphorsäure Schwefelsäure Kali Natron 0,09 0,050 0,927 0,184 gefunden wurde 0,252 0,112 0,958 0,215 Die Differenz für Schwefel- und Phosphorsäure erklärt sich durch die Art der Entstehung der erdigen Massen des Untergrundes aus dem verwitternden ursprünglichen Gesteine. Werden von den Bestandtheilen des ursprünglichen Gesteins 7V2 "/o Kieselsäure abgezogen, so berechnet sich, dass 500 Gewichtstheile der übrig bleibenden Masse ziemlich genau 100 Gewichtstheile Untergrund ge- liefert haben. Viel kohlensaurer Kalk, nicht minder Magnesia, ein Theil der Alkalien, auch wohl Eisenoxyd wurden durch Auswaschen entfernt. Der Reichthum der Ackerkrume an kohlensaurem Kalke gegenüber dem Untergrunde erklärt sich aus dem Umstände, dass der Untergrund reicher an unzersetztem Gesteine, ärmer an erdiger Substanz ist, dass ferner die thonigen Kalksteine leicht mürbe werden und zerfallen, ehe noch grössere Mengen von kohlensaurem Kalke ausgewaschen sind, daher einen kalk- reicheren Boden liefern. Beim Vergleiche der Löslichkeit des Gesammt- Kaliums in den verschiedenen Aufschliessungsmitteln ist die Annahme be- rechtigt.dass Ackerkrume aus Gestein und Untergrund entstanden ist. Der Boden ist, wo er in seiner krümeligen Masse genug Tiefe be- sitzt, als culturwürdig anzusehen. II. Obere Schichten des Krebsscheerenkalkes mit Feuer Steinknollen. Die Untersuchung wurde ausgedehnt auf: 1) Gesteinsstücke aus einem Steinbruche aus Böhmerkirch, aussen mürbe, im Inneren fest. 2) Eine thonige, fast kalkfreie, mehr oder weniger mit Hornsteinen vei-mischte Masse, welche die Spalten der Gesteine ausfüllt oder zwischen den obersten, plattenförmigen Absonderungen gelagert ist, wahrscheinlich letztes Product der Verwitterung. 3) Verwitterungsboden, aus oberen Schichten des Krebsscheerenkalkes gebildet, meist flachgründig und mit Feuersteinknollen dicht besäet, daher meist mit dürftiger Vegetation. Die % Gesammtmenge der wasser- und humusfreien Masse giebt sich in Uebersicht bei der folgenden Tabelle. IC. IUmU'u, Wasgi-r, AtmoBpbUrc. (iestein iMiU'bfs Gestein Tlion- masec Atker- ertle Kiosolsftnre . . . 'riiouenlo KisciKixyd JMiinganoxytluloxyd Kohlonsauier Kalk Kalk i\Ia,miosia riiosplioi-säurc . Srliwofi'lsaurc . Kali Nation . . . . Quarzsand . . Iioinor Thou Kaliteldspatli Natroufeldspath 4,5904 1.8H5r) 93,4000 0,0080 0,0190 0,0410 0,0825 0,1673 7,1696 2,.'J842 89,7000 0,0103 0,0818 0,0509 0,0979 0,0776 68,2736 20,3528 6,8185 0,4016 1,4541 0,1183 0,5041 0,1965 0,0391 1,1181 0,7251 80,8063 10,5388 2,6094 0,4952 2,5704 0,2241 0,3618 0,0970 0,0203 1,2732 1,0035 100,0000 34,8568 47,1010 2,5771 5,1328 100,0000 61,2931 19,6908 4,2816 7,7129 Aus dem Kieselsäuregehalt berechnet sich, dass 100 Theile des mür- ben Gesteins aus 156,2 Gewichtstheilen des festen Gesteins gebildet wer- den, ferner können 1487 Gewichtstheile des festen Gesteins 100 Gewichts- theile der Thonraasse geliefert haben. Die chemische Untersuchung der massenhaft vorkommenden Feuersteine berechtigt zu der Annahme, dass die erdige Masse der Ackerkrume aus der thonigen Substanz und den verwitterten Feuersteinen entstanden ist. Wolff äussert sich ferner dahin, dass die grosse Verschiedenheit im Gehalt an Alkalien beweise, dass die Ackererde nicht als einfaches Gemenge von Thonmasse und verwitterten Feuersteinen anzusehen ist. Mit Berücksichtigung der Mengen sandiger Substanz in Thon und Ackererde, ferner der Uebereinstimmung der Men- gen der von Salzsäure und Schwefelsäure aus dem Thon und der Acker- erde gelösten Bestandtheilen, lässt sich aus der thonigen Masse die Acker- erde construiren dadurch, dass man sie zu gleichen Theilen mit der san- digen Substanz vermischt. Die Thonmasse scheint nicht das Verwitterungs- product des anstossendeu Gesteines zu sein, sondern erst nachträglich hat ein Anschlämmen derselben aus der Ackererde stattgefunden. Letztere ist wohl aus der anstehenden Kalkformation hervorgegangen. — Der Boden der oberen Schichten besitzt nur geringe Fruchtbarkeit wegen seines hohen Gehaltes (mehr als 50 *^/o), au Hornsteinen, auch weil die Feinerde verhältuissmässig arm an wichtigen Pflanzenuährstoffen ist. — Der Grad der Löslichkeit lässt auf einen ziemlich rohen Zustand des Bodens schlie- ssen. Der Natrongehalt ist relativ hoch. Dass der betreffende Verwittc- rungsboden nur eine geringe Fruchtbarkeit erreichen wird, zeigt auch der Gehalt an feldspathartigen Verbindungen. Boden. 17 Derselbe enthielt: ,^ T Tj. 1 , j (der Thonmasse: Der sandige Ruckstand , . , , ° I der Ackererde : T.. , f., . 1 o i , (der Thonmasse: Die luittrock. Substanz { . . , , der Ackererde: Natron- Quarz- feldspath sand 12,660 81,870 10,530 83,360 4,442 30,152 6,961 55,283 Kalifeld- spath 6,070 5,840 2,236 3,861 III. Die Marmorkalke. Die Analyse eines Stückes Marmorkalkes ergab: 98,500 "/o kohlensauren Kalk 0,640 7o Eisenoxyd-|-Thouerde 0,0134 o/o Phosphorsäure 0,0065 o/o Kali 0,0141 o/o Natron 0,57 <^jo Feuchtigkeit 0,246 o^Q in Salzsäure unlöslich Ueber diesen Kalkmasseu lagert an den Ausgangsstellen eine ziemlich mächtige Schichte eines rothbraunen Verwitterungsbodens, welcher bei ge- nügender Tiefe ganz culturfähig zu sein scheint. Derselbe enthält zahlreiche Gesteinstrümmer. Aus einem Steinbruch zwischen Böhmer kirch und Söhustetten stammte das Untersuchungsmaterial und zwar Ackererde, durch Sieben von gröberen Stücken befreit, aus einem nahen Felde von so geringer Tiefe, dass Ackererde und Untergrund kaum zu unterscheiden waren, ausserdem Thou, welcher von oben her die Spalten des Gesteins ausfüllte und sich zu dem Gesteine ähnlich zu verhalten scheint, wie der Thon zu den oberen Krebsscheerenkalksteinschichten. Auch hier folgen die Resultate der Untersuchung tabellarisch geordnet: Thon- masse Acker- erde Nach Abzug von Kalk und kohlensaurem Kalk Thonmasse Ackererde Kieselsäure . Thonerde Eisenoxyd . Manganoxyduloj Kohlensaurer K Kalk . . . Magnesia Phosphorsäure Schwefelsäure Kali . . . Natron . . :yd alk 55,2489 22,3109 12,5422 0,3657 6,3151 0,9260 0,5805 0,1582 0,0612 1,1761 0,3152 54,9009 15,0393 7,3684 0,3937 18,2821 1,6737 0,4930 0,1844 0,0837 1,0968 0,4840 59,5619 24,0526 13,5212 0,3942 0,6258 0,1706 0,0660 1,2679 0,3398 68,5787 18,7961 9,2114 0,4913 0,6152 0,2301 0,1044 1,3686 0,6042 100,0000 100,0000 100,0000 100,0000 Quarzsand . . . Reiner Thon . . Kalifeldspath . . Natronfeldspath 28,5926 46,0568 1,8368 1,3398 33,9502 31,3194 2,5221 2,9247 20,8249 29,6521 1,9802 1,4444 42,4143 29,0463 3,1508 3,6538 Jahresbericht. 1878. j q Hodon, WnaBor, AtmosphUro. Auch hier lässt sich die Ackorkrunio aus dci- Thonraassc iu Vorl)in- (luug mit saudiger Suhstauz coustruireu. Ein (lemiscli von 100 Gew.-Tli. Tliouniasse und ."{5 Th. sandiger Substanz, würde nach Abzug des Kalkes, des kohlensauren Kalkes und des Glühverlustcs der Zusammensetzung der Ackererde entsprechen. E. V. Wo! ff wendet sich nochmals zu den Verwitterungsböden der bisher untersuchten 5 verschiedeneu Kalksteiiiformationen und giebt eine Uebcrsicht über die Zusammensetzung, die wir folgen lassen. (Siehe die Tabelle auf Seite 19.) Von den obigen Bodenarten sind der Boden des oberen Krebsscheeren- kalkes und der des Liaskalkes reich an kieseligen Beimengungen und arm an kohlensaurem Kalke, also gleichsam als Eudproductc der Verwitterung anzusehen. Der Boden des Lias- oder Gryphitenkalkes ist wohl in Folge der günstigen Wirkung von feiucrdigen und gröberen Gemengtheilen durch natürliche Fruchtbarkeit ausgezeichnet, in dem Boden des oberen Krebs- scheerenkalkes wirkt die Masse von r'euersteinsplittern und Knollen, so- wie vielleicht auch die Armutli an Eiseuoxyd ungünstig. Auch ist er ärmer au löslichen Pfianzeuuährstoffcn. An Phosphorsäure enthält: Muschelkalk Lias Krebssche obere erenkalk untere Marmor- kalk Der lufttrockene Boden 0,419 0,474 0,177 0,088 0,157 Boden frei von Humus, Wasser und kohlen- saurem Kalke ... 1,089 9,514 0,425 0,103 0,230 Davon in kalter Salz- säure löslich .... 100 98,20 75,00 83,00 76,600 Mit diesen Zahlen scheint die beobachtete Fruchtbarkeit bei diesen Böden in geradem und direktem Verhältnisse zu stehen. Die Löslichkeitsverhältnisse < des Kali's zeigen sich in folgenden Zahlen: Muschelkalk Lias Krebsscheerenkalk obere untere Marmor- kalk löslich in kalter Salzsäure 0,053 0,131 0,074 0,056 0,056 „ „ heisser „ 0,295 0,274 0,335 . 0,095 0,182 „ „ Schwefelsäure 0,951 0,379 0,407 0,345 0,328 „ ,, Flusssäure . . . 1,522 0,597 0,292 0,653 0,366 Summa: 2,821 1,381 1,108 1,149 0,932 Nach Abzug des Glüh- verlustes u. der koh- lensauren Erden . . 7,331 1,588 2,362 1,309 1,369 Die durch Behandlung mit Salzsäure und Schwefelsäure aufgeschlos- sene Thonmasse ist als ein Doppelsilicat von Thonerde und Kali oder als ein Gemisch von diesem mit reinem Thone anzusehen. Der Rest des Kali ist in feldspathartigen Verbindungen. Aus den Bestandtheilen des sandigen Rückstandes berechnet sich ein Gehalt desselben an: 19 ^3 • ^ a OJ o ö •^ rt ^ ci « 1-1 Ö r/7 '~' S 'w ts ;3 ^ r/: r,-) =! -tJ H 0) o PL, « Ol ^ c3 a;) CO c^ i-H t^ Ol 1— I 05 cc cc a^ (S O T-l lO O -^ Oi "Tt^ th CO o «5 O I I O C« tH CO^ CD^ O CO •<* rH -^ O "^ tH O lO o ^ -* « 03:5 O " s^^ 3 6 1— I CO C<{ Oi ^ <>J 'X c O^ CC_ CD^ 0_ co" Ö" (M" ö" CO T-i O OO C^ tH OS tH CO -^ O c-J O CO C^ co^ T-^ 0_ <^ 0_ ö' o o" o T-T T-T Oi CO CO -^ l^ CO lO CO C5 O J> CO G^ -r-t CQ O CO CO ■tJH CO O (^J Csf 35 '^ CO C? Tj< rN t^ CO CO X -M C0_ l--^ C_ CO CO oT ö~ o" O CO -^ iH X -^ "^ '^ 'rtl CO QOCO tH '^ lO o^ ^o_ CO^ o" c" o" d~ y-^ o" CO lO 01 O X tH 'O ^ CO CO O? CO OS CO iH CO T-( CO X X CO CO -^ OS C O_co_co^ c" o" T^ Ö" l>~ ö~ S Ai t^-rHCOiOt^OC^?Xl>-THC CO lO "^ "^^ co_ i"!^ O o^i^ -^^^ !^i co~c c?; O c-> X X X OS uo -^ oiO^-^thoOt-iXth-^OO X ^ CO -^ CO Ci^ C1 co^ o_ O^ tH^ o^^ t>^ cf oT co'^ C~ c^" cT O^ o" Ö" o" 1-^" Ö 00 1^ O CO C' O J> O CO OS O c^5 O^ CJ^ C5^ -^^^ Oi^ O Ö^ C^f ''t" 1> O C^( CO O CO CO 'Tt^ i-H O CO rH CO -^ ' CD^ co^ Gq_ tH crT co~ ccT co' O ^ CO O CO C5 -^ CO O Ci ■■— ' O CO O^ 05^ o^ o^ x^ lO T-^ o O 1-H CQ CO "JiH 0_ O^ a5_ -^^ o Ö^ C^f c" CO~ tH O -^ CO CO -Ttl CO CTi O lO CO CO ^ X CO C^^ CO^ X^ tH_ t)^_ T-T crT ocT co~ c^f o O c^> c^? CO coOcocJi-^iOcOTfj>irjasTHl^ OSCOCiOCii-tC-^iHi^XOOiO l^T-IXr-liCi:OOCOT-<_0_rHC>1^0 c^f C" T-T C ö~ O Ö~ O 0~ Ö~ th O so" CO T-l -^ -rH T-l}>kOOXC-Jl^r-l'^-^THOt^ r^ th X th CO X c? X t^ o X o^ th '!J^iO1:^J>'^C0tHC0'*OC0C0_C0 co^ccTcoo-^oö^oö^Ot-Tö^co CO 05 Ot^O^OiOlCOO-^CJ Oii— l'* OCOOOtHCOCOCOCO COJ>tH _CO}>-i-ICO_-^^OXr-(CD -^'t^Tc^" " o co" ö~ Ö~ O o" co" o" c^' CO CO CO CO 1-t C-> X O CO CT5 CO O 0_ t^^ co^ ^^ "^t oT t^ itT CO^ CO iji 1— ( o CO CO O tH t^ CO Oi Oi CO CO T-^ C^ O^ t-^ Oj >— I -t cr> T—i o C C^? T-H Ol CT5 CO 1-1 X CO X O ^ 05 ^^ '*^ "^ ^ O 05 iM CO 1— I i-H O Ol CO CO O CO o: CO CO T-<^ tH_ O^ O^ '^^^ oTco" co^oT ö Oi tH w 1 y ^^ ^ 05 .^ O rt ?, a s 03 =5 fe -^ 'S 2 ^ 03 -^03 o 03 CS rn H 13 Pu 2 'öl ci n-i 14-1 'm C/J ä 03 C3 ^ p 03 Ö c« cö phCm;^ 20 Boden, Wasser, Atmosphäre. Kalifoldspatli . Natronfoldspath Quarzsaml . . 51,59 6,22 9,01 5,84 6,40 2.31 2,H() 4,93 10,53 7,42 •16,10 90,H0 86,0-4 H3,63 86,15 Mit diesem Resultate stimmt die naliirlielie Fruchtbarkeit der betr. Böden übereiu. Der au Kali reiche Muschelkalkbodeu ist besonders frucht- bar, trotz der verhältuissmässig geringen Löslichkeit des Kali's, weil hier das etwa ausgewaschene oder durch die PHanzen entzogene Kali aus dem Kali der thonigen Masse und des Kalifcldsi)athcs ersetzt werden kann. Dieser Boden erweist sich besonders zum kräftigen Anbau der Luzerne und Körnerfrüchte, welche bei passendem Wechsel in einigen Gegenden seit langer Zeit ohne alle Düngung gedeihen sollen. Nach dem Muschel- kalke folgt der Boden des grobsandigen Liaskalksteines, der weniger Kali, aber mehr lösliches Kali enthält. Weit geringer ist die Fruchtbar- keit des Jurabodens. Schliesslich sei erwähnt, dass auch nach Knop'schem Principe die Uutersuchuug der Verwitteruugsbödeu des Krebsscheereu- und Mai'raorkal- kes vorgenommen wurde, deren Resultate in nachstehender Tabelle noch folgen. Krebsscheereu-Kalk Marmor-Kalk Untere Schicht Obere Schicht Unter- i Acker- Grund erde Thon- Masse Acker- erde Thon- Masse Acker- erde Hygroskop. Wasser . . Festes gebuud. Wasser . Humussubstanz .... 3,88 9,77 1,23 2,43 7,37 2,17 4,42 7,01 0,56 1,42 5,14 1,39 4,30 12,77 1,26 3,05 11,93 1,07 Glühverlust Feinboden 14,88 85,12 11,97 88,03 11,99 88,01 7,95 92,05 18,33 81,67 16,06 83,64 In 100 Theilen Feinboden. Kohlensaurer Kalk . . Gesammt-Kieselsäure . Sesquiox3'de . . . . Monoxyde . . . . Kieselsäure u. Silicate Kieselsäure-Thon . . Aufgeschl. Basen. . . Absorption . . . . 34,01 55,23 1,12 2,01 9,51 14,20 45,95 33,71 14,66 8,60 5,38 2,46 68,50 81,65 24,79 15,29 5,59 i 1,05 47,58 35,91 7,00 61,27 23.46 1,07 65,99 44,77 57,64 42,86 98,88 1 97,99 81,12 1 94,25 90,49 77,14 85,80 77,60 1 8,35 109 1,91 66 17,76 122 ■ 3,74 58 13,35 129 8,20 99 Boden. 21 A. Braasch^) theilt Bodenanalysen der Umgebung von Kiel mit, ^^°^^^' welche in nachstehender Uebersicht folgen: (Siehe die Tabelle auf Seite 22.) J. Könige) theilt Mergel- und Bodeuaualysen mit, eine Zusammen- stellung sämmtlicher seit 1871 bis 1877 ausgeführten Untersuchungen, deren Resultate in den früheren Jahrgängen dieses Berichtes an ent- sprechender Stelle mitgetheilt sind. W. Knop3) theilt interessante Resultate, mit Bezugnahme auf frühere Grünstein- Arbeiten von J, Frey über Diabas und dessen Verwitterungsproducte auf Berneck° Grund neuer Analysen und neuen Studiums der Resultate dieser Analysen, die nach Knop'schem Verfahren durchgeführt wurden, mit. Als Materialien wurden benutzt: 1) Ein zur Diabasgruppe gehöriger Grünsteiu aus Berneck. 2) Das Verwitterungsproduct dieses Gesteines, einer Höhe bei Berneck entnommen. Die Analysen des ursprünglichen Gesteines wurden von Knop und Fresko, der Grünsteinboden von Frey und Armsby durchgeführt. Die Resultate dieser Analysen folgen in nachstehender Uebersicht: (Siehe die Tabelle auf Seite 23.) Beim Vergleiche des Muttergesteines mit den Verwitterungsproducten ergiebt sich, dass: 1) Der Diabas von verdünnter Salzsäure (5 ^/o) sehr stark zersetzt wird, also eine grosse spec. Löslickeit besitzt (50 *'/o). Der lösliche Theil ist vorwiegend im feinen Boden. 2) Der Diabas ist kieselsäureärmer, als die Verwitterungserde und muss aus 2 Silicaten, einem basischen und sauren bestehen. Das basische, wahrscheinlich das in Salzsäure lösliche, ist zuerst zu Staub geworden und dieser durch den Regen an der steilen Böschung ausgewaschen. 3) Bezüglich der Sesquioxyde ergiebt die Vergleichung der analytischen Resultate eine Zunahme des Thones, welche mit der des Kieselsäure- Thones in vollem Einklänge steht. 4) Der in verschiedenen Handstücken zu beobachtende schwankende Gehalt an Kalk- und Kalkerde wird voraussichtlich dem basischen Silicate zuzuschreiben sein, von welchem ein wesentlicher Theil bei der Verwitterung als Staub verloren gegangen ist. Der Kalkgehalt des Feinkorns der Feinerde ist deutlich kleiner, als der Diabas. 5) Ein Theil des kohlensauren Kalkes, sowie der kohlensauren Magnesia sind jedenfalls durch kohlensaures Wasser entfernt worden. 6) Der Diabas enthält über 50 % chemisch gebundenes Wasser und liefert also der Erde von vorneherein wasserhaltige Silicate. ^) Verhandlungen d. Vereins f. naturwiss. Unterhaltung zu Hamburg. 1876. 2) Chemische und technische Untersuchungen der landwirthschaftlichen Ver- suchsstation Münster i./W. von 1871—77. 1878. 3) Landwirthschaftliche Versuchsstation. 1878. B. 23. S. 191. Bodoii, Wttsaer, AtmuBiibUro. X w :d t: > ^- 1: cn 'riPP ^ •?= B-^Z-^" Z3 B-^ 5-T' 1 tci: H o -sc»» '«5=r. S.O SB 'S 1 o •1 a m. iter 0, t . . Wass e Bcsl tr^ 00 u> p p;;- Si <§ C- g - "' » ^, o S- 3 S^ •^ • r 3 • • • • a ^j 3 • >-t CO H- 00 ~a 00 .„ > 05 1-* H- tu O» l— 05 m 1— 00 wi tB to o l> Krume rfi-erlo c Kd o oc :;! M •-' c; Gc o Ol Lehm CrOOO OOCCi-CiCCCBa^OtCOW y. §■ *t tc -1 C-. a '— c cc IC oc c; >t>- tc 1— IC c: >;^ ui t-i ■ K Lehm [Utrgrd. n tc a -T ^ w C-. IC -1 •--' -i cc IC w to S! *-. 4^ p-> Oi ü H- U' C Ol ~. -J -^1 ü -J _ -> •-, H- H- ^1 S.-- •" "^ 40cm. schöne ^, jLc je w w: i^Jv: fc r r..-"" _.^ J'-',:^' ~ N 3 B humose Krume B> 8^^ ^Sfe§£ggS^>:^5 Gartenerde a p-i CO .-^ CO "u "cc "b 2-1 ":,-< '►-' ':.; ~':,-i "cc V. rf^» *-i ö "►- Durch- lassend ütrgrd. - IC c r: !:o :^ *- tc Lc ^ ü -1 c^ ü ffl i*" t^ >-' -j c; oc > W'—^ icc;iCDC~. 0''-'kf^:r<*')^o 15cm. milder Krume n tCCßCO CStCH-J^lCf-iCiOiC»*^»^ W Lehm o CO 4x rfa. IC 1- -] c;; -I a: ~J W C C O 1=: I-' 00 er: OC ^ 00»-'^ *- -j ^ *^ tc i- :;> ^ IC »ji. o Cf5 Utrgrd. :^-i CT5 tc ^ tc oi u» CO ::^ ::^ 1— c: o Oi ^ 1— ^1 to -^ CO t; i-- tc C -J ^1 00 w r^ t r^ . . . <^ cc _ 7- 30 — 40 cm. J; J^r: j^ i^>-^ P -li^- J^ .-- coi-^P P guter hum. [Krume ^ w tc •— :^ ci c; CO yi Ol o o w ^ :;i OO CO »<^ CO ><^ IC O O-T^ >(^ O Üi 05 o M i-" -3 Oi 00 i-" r r i^- -.^ i» >:ic o opp *>p lassender Utrgrd. Oili^j; Sooi-aSoöoioS^o - Lehm Q ls"s: "SSSII^SIkSSI 5! 13 cm. guter Lehm Krume > o o o IC 00 c; oo w lehmiger Sand Utrgrd. M 2 —1 ^. -^j CO ^ tc IC o: "j" :;i rf^ c OD a-, —. — . o s 6 cm. leh- 5' V2'g 1 8 G x:- gJ S-! S^fe 5 S'^ o> mige Gartenerde Krume r 5 HH •- Oi :;t c; i— -^-T'J^' i^ *^ -] tc tc c cc ->r -1 Oi H- V-Oi-^ o^^'u. V,-^w u;1- Vi-H- c; ^^ Lehm Utrgrd. 2 w' CD cc >-< tc ^ IC c: c -. w-i c; -j u" *. IC o CD r ö wie o: w ex Vcc O C'CD-K- n Krume TT ►-Oii- 4^*«0'0s*-co»;^c;*^c;o (J5 lg ® >-' 00 -.1 CD M CßO"-' tC— l^OitCi—Vk^OiVi" K <1 p CD :^ ^ C -1 CO -J ^ ^ CD ~ 4- wi g Utrgrd. 2 Oi CD ^ V ^1 C Oi -.D 4- 0- oc oc Oi -3 ' ^ -^ Ci CD cotc-1 oiUlcr. -j:;ii—*-c; *.*>-o .-W 13 cm. >* Vp'-1 c'tc oo -\-i c-.wV c on o-. lehmiger Krume Saud O < 2 f^l ^SC-liSt-^S^^^^t^S Mit Steinen unter der ütrgrd. "005 CCCUCrf^H-05~a005-<105 ■ - 3- Krume "•^2. d S. croq w.« o ww s t o = ^3 5'H-? B c 5 o C1- ^ -! o cr C ra 5 rC- rT 35 ~ -; o D^ — E3 o J2 fe' -1 aj (D j; (-5 o ^ 2. o p . P Nl >^ EL-- s ^52 JJ 1 Muste -Kiel, w Festste 3 3 o 3 1^ o ^^ o S 2. ^ cT « o o. rt S^ o^ fO crq O E,3 •^ 00 Qgg^ 3 "- 0^2* O ro -/- :-•►! OS CO CO Tl^ Th CTS apjsnoqx 1 ^ ^ lO lO t^. o CO co" CO tH CO p.^xo O 1 ^ -nasig T-t P^ (~> a aojj'B^ t^^ r^ 1 o 1 o o l8 o c. o^ (^ f^o 05 '<~^ , ■"— 1 tH O n^:H o 1 1 bß O o tH t^ tH I '^ o CO CO 9p-i9ni^j. C ^ CO O ?■* o o m tH ^1^51 1 10,7 8,7 ^ 3 8.ini3S iX> •* -ua][qo3i ■1— ( CO l" o] ) ^-i . CO O M ö snranH 1 ^ t^ ^., o O -r-l t^ O to > k o \cc> V O fiö t^ ( ^6 reo « o o o OS 1-1 cß 3 jass'BAV t^ i^ iO C\( o o o o" Ti^ TH — ' ; lH tH ; o >^ Name des Analy tikers O Knop Frey Armsb J9ni8j J9qpj§ V "V sec \\i\Q jaQ apr 3 9!( : OJ. Tioilcii, WaHsor, Atmug])hilre. 7) Dor Grünstciiibodcn l)0^sitzt alle j^utcii Eigenschaften, die ein ÜodiMi als Wolinplatz lür \'()iiallisniat,'azino für die PHanzenwur/.oln dar/.u- Itieton vermag. Zur Bo.ion- M. Fcsca^) referiit über anzustrebende Ziele und einzusoblagendc Buchung. Metboden in der Bodenkunde, suecicU zum Zwecke der Kartirung und eniptieblt als rationellen Ausgangspunkt bei der raechaniscben Analyse die P'eststellung der bydrauliscben Werthe der Gemengtbeile des Bodens. Der Scluinescbc Apparat wird zu diesem Zwecke als der allein brauch- bare bezeichnet. Eine derartige Trennung nach bydrauliscben Wertheu ermöglicht eine wissenschaftliche , i)bysikalische Bodenclassification. Die in dieser Weise gewonnenen Schlänuni)roductc sind jedenfalls eher als Bodencoustitueuten anzusehen, als jenes Material, welches vielfach in letzter Zeit als Grundlage angenommen wurde. Die Feststellung der physi- kalischen Eigenschaften, sowie des Absorptionsvermögens, ja der che- mischen Zusammensetzung dieser so erzielten hydraulischen Werthe wird wesentliche Dienste leisten. Coustauz u. A. Orth^) bespricht die weiteren Resultate des von ihm vor längerer lichkeit in Zeit begonnenen analytischen Aufbaues der typischen Bodenprofile, welche me'üs''e'tzung beweiscu, dass man berechtigt ist, die Erdoberfläche in ihren typischen des Boaeus. Bodeuprofileii entsprechend zu characterisireu. — Es dürfte gestattet sein, an dieser Stelle Avcuilich den Bericht des Tageblattes wieder zu geben. „Die gewonnenen Ergebnisse beweisen in deutlicher Weise, wie wichtig es speciell auch auf diesem Gebiete ist, zunächst möglichst eingebend so- wohl nach der chemischen, wie nach der physikalischen Seite hin die naturwissenschaftliche Kenntniss der von uns bewolmten Erdrinde zu för- dern. Ist diese gewonnen, so ist damit auch den sich daran schliessenden praktischen Interessen iu bester Weise gedient. In dem angegebenen Sinne hat bereits der berühmte Entdecker des Kaliums, Humpbrey Davy, die Bodenfrage aufgenommen, und in der von demselben im An- fange dieses Jahrhunderts herausgegebenen und vom Staatsrat!! Thaer in das deutsche Publikum eingeführten Agriculturchemie sind bereits ent- sprechend dem damaligen Zustande chemischer Kenntniss die interessan- testen Ergebnisse vorhanden. Es ist die Aufgabe der modernen Wissen- schaft, die bereits damals eingeleiteten und lange Zeit nicht entsprechend gewürdigten Untersuchungen mit Bezug auf die Substanz, welche in erster Linie als die Grundlage des staatlichen Kulturlebens bezeichnet werden muss, in eingehenderer Weise zu fördern. Zur Erläuterung des Vorstehenden dienen die Analysen einiger typischen Diluvial- und Alluvialbodcnartcn aus der Berliner Umgegend. Dieselben sind in dem neu eingerichteten petrologischen Laboratorium der preussischen geologischen Landesanstalt zur Ausführung gebracht. Die eingehende mechanische Analyse und entsprechende tableauartige Darstellung des sogenannten märkischen „(ierstbodens", wie er in zahl- reichen Beispielen in der Mark Brandenburg und in grossen Flächen der norddeutschen Ebene auf Diluvialmergelgrundlage auftritt, ergiebt den ^) Tageblatt der Naturforscherversammlung zu Cassel. 1878. S. 248. ^) Ibid. S. 249. Boden. 25 Bestand dieses für Norddeutschlaiid so vielfach charakteristischen Bodens aus feineren und gröberen Gemengtheilen und die Beziehungen der dünnen Lehmdecke des Mergels (Repräsentant des früher von Herrn v. Beunigsen (Förder) angenommenen diluvialen „Lehmmoors", sowie des auflagernden und die Oberfläche bildenden typischen lehmigen Sandes. Die chemische Analj'se des Gesammtbodens sowohl, wie diejenige der feinsten Theile zeigt den absoluten Gehalt von einzelnen chemischen Be- standtheilen (resp. Pflanzennährstoffen) und die Vertheilung derselben auf die feineren und gröberen Gemengtheile, wie sie praktisch für die Auf- löslichkeit und die Vervverthbarkeit , für die Pflanzenproduction von so grosser Bedeutung sind. Die gefundenen analytischen Zahlen beweisen, wie leicht es auf diese Weise wird, den von Li ob ig angeregten Fragen des Raubbaues, in Be- treff welches von ihm so interessante Schlüsse für die Geschichte der älteren Culturstaaten , namentlich von Hellas und Rom und so sehr schlimme Prophezeiungen für die Folgen unseres modernen Ackerbaues gezogen worden sind, analytisch nahe zu treten und wie wichtig die be- züglichen Untersuchungen für die modernen Culturstaaten im praktischen Interesse sind, sie beweisen zugleich, dass auf die chemische Bodenuuter- suchung in richtiger Combinatiou mit den übrigen natiü'lichen Factoren, welche sich aus dem Bodenprotil und dem physikalischen Verhalten des Bodens ergeben, weit mehr Werth gelegt werden muss, als man in der neueren Zeit vielfach anzunehmen sich gewöhnt hat. Es ist von mir auf diese wichtigen Beziehungen bereits im Jahre 1865 bei Gelegenheit der Genei'alversammlung des landwirthschaftlichen Centralvereins für das ehe- malige Kurhessen aufmerksam gemacht worden. (Siehe die Verhandlungen in der Landwirthschaftlichen Zeitschrift für Kurhessen, Jahrgang 1865.) Was speciell den „Gerstboden" aus der Berliner Umgegend betrifft, so ergeben die bezüglichen analytischen Zahlen allerdings eine gewisse Erschöpfung an einzelnen Pflanzennährstoffen des oberen der Pflugcultur unterworfenen Bodens von 0,2 Meter Mächtigkeit gegenüber der Zusam- mensetzung des darunter lagernden petrographisch gleichartigen Unter- grundes, sie liefern zugleich aber auch den Beweis, dass diese Erschöpfung noch nicht weit vorgeschritten ist. Von besonderem Interesse ist noch der Verlust an Thon und Eisen in dem oberen lehmigen Sand dieses Bodenprofils und die Anreicherung an diesen Bestandtheilen in dem darunter befindlichen Lehm oberhalb des Mergels nach dem durch \erwitterung bewirkten Verlust des kohlen- sauren Kalks sowie die Beziehung, welche sich dadurch in dem Gesammt- bestande und der Vertheilung der Pflanzennährstoffe in den einzelnen Bodenarten des Profils herausstellt. Der geringe Gehalt an wirklichem, durch chemische Analyse der feinstCTi Theile gefundenen Thonerdesilicat ist hier für manche praktische Fragen besonders bemerkenswerth. In den Werken über Bodenkunde und über Agronomie existiren in dieser Hin- sicht sehr viele irrthümliche Angaben und ist die analytische Darstellung des Bestandes der Bodenarten in sehr vielen Fällen mit der Wirklichkeit nicht übereinstimmend. Es ist nothwendig, dies im Interesse der weiteren Förderung dieser praktisch überaus wichtigen Fragen bestimmt auszu- •>4* Hiidi'ii. WasHcr, Atiiiot<|>li!lrü. sprechen. Unter allen Unistiinclen ist es iiotliwentlit;, liier bestimmt aus- einander /u halten, was im physikalischen resi). mechanisch-analytischen Sinne, und was im cheniiscii-analytischen Sinne rcsp. nach der Forch- ha mm er 'sehen Formel als „Thou" zu bezeichnen ist, eventuell sind hier besondere Vereinbarungen nothwendig. In einem söhr grossen Theilc der erwähnten Handbücher wird hier das Ergebniss der mechanischen und der chemischen IJudenanalyse vielfach in einer Weise combinirt, wie sie als absolut unzulässig bezeichnet werden muss. In dem Gehalte der einzelnen Bodenconstituenten resp. Producte der mechanischen Analyse an einzelnen Pflanzennährstoffen zeigt sich bei petrographiseh gleichartigen Bodcuprofilen eine Uebereinstimmung, wie sie nach dem bisherigen Ergebnisse der cheraischcn Bodenanalysc und bei einem aus so verschiedenem Gesteinmaterial gebildeten Boden, wie es in der norddeutschen p]bene der Fall ist, nicht erwartet werden konnte, wie sie abci- für die weitere wissenschaftliche Bearbeitung des Bodens und der einzelnen in grossen Flächen auftretenden resp. sich häutig wieder- holenden Bodeutypen praktisch von sehr grosser Bedeutung ist. Es zeigt sich dadurch, wie viel richtiger es ist, ein Bodenproül resp. die ver- schiedenen typischen Profile, wie ich sie früher in meiner Friedrichs- felder Arbeit als die Constanten des Bodenwerthes bezeichnet habe, nach allen Richtungen hin wissenschaftlich genau zu untersuchen, als ein- zelne partielle Untersuchungen, vereinzelt anzustellen, welche nicht den gcsammten Bestand und die gesammte Beschaffenheit zu ermitteln be- zwecken. Ist dagegen erst ein eingehendes Bild über den Bestand der typischen Bodenprotile gewonnen worden, so sind nachher vielfach wenige pai'tielle Untersuchungen als ausreichend zu bezeichnen. Die Veränderlichkeit in der Zusammensetzung des Bodens und die Beweglichkeit vieler Bestaudtheile innerhalb der Bodenräume wird nament- lich noch durch viele Profile des diluvialen Höhensandbodeus documentirt, dessen im Untergrunde häufig auftretenden und sich unregclmässig kreu- zenden sogenannten „Eiseustreifen" die Verwitterung des Sandes und die Concentration nicht bloss des Eisens, sondern auch des Aluminiumsilicats und vieler Pflanzennährstoflfe innerhalb der „Eisenstreifen" in der che- mischen Analyse leicht ei'geben. Dem Untergrunde werden in dieser Weise viele wichtige Bestaudtheile zugeführt resp. an einzelnen Stellen concentrirt, welche dem oberen Boden, resp. gewissen Bodentheilen ver- loren gehen. Wie die Zusammensetzung der Wieseneisensteine ergiebt, ist sogar die Phosphorsäure im Boden von einer gewissen Beweglichkeit. Ich brauche nicht weiter auszuführen, wie wichtig diese Thatsachen für die Frage des Anbaues der verschiedenen flach oder tief wurzelnden Gewächse, und die Lehre von der Fruchtfolge, vou Ackerbau oder Wald- bau u. dergl. ist, Fragen, welche für die wichtigsten Beziehungen der Bodcnwirthschaft und des menschlichen Haushalts von grosser Bedeutung sind. Ich will nur noch hinzufügen, dass in der norddeutschen Ebene sehr viel Sandboden als Ackerland bewirthschaftet wird, welcher als solcher keine Rente bringt und Wald tragen müsste. Die alluvialen Niederungsböden erhalten kohlensauren Kalk von dem Höhenboden, wo derselbe vorhanden ist, vielfach zugeführt, ebenso tritt Boden. 27 liier die Anreicherung an Eisen häufig hervor. Die Kaolinisirung des Feldspathes ist hier jedoch, namentlich in den humosen Niederungsböden, meist viel weiter vorgeschritten, als es in dem diluvialen Höhenboden der Fall ist, und man findet deshalb in den feinsten Theilen des alluvialen Niederuugsbodens vielfach nur 1 — 2 Procent Kali, während in den feinsten Theilen des diluvialen Höhenbodens der Berliner Umgegend als Mittel annähernd 4 Proceut davon gefunden ist. Es erklärt sich dadurch, dass der Höhenboden in der norddeutschen Ebene die Düngung- von Kalisalz meist nicht lohnt, wohl aber der humose Boden der Niederung. An Phos- phorsäure sind beide durchschnittlich weit ärmer und es macht sich die Superphosphatbeidüngung weit mehr bezahlt und ist in vielen Fällen sehr wichtig. Wie auch der Humus eine gewisse Beweglichkeit resp. das zur Ruhe- kommen an bestimmten Stellen aufweist, zeigt der sogenannte Ortstein in vielen Haidesandböden der norddeutschen Ebene, dessen bindende Theile häufig nur aus Humus bestehen und fast gar kein Eisen enthalten. An sehr vielen Stelleu der norddeutschen Ebene, besonders im nordwest- lichen Deutschland, ist diese Humusanhäufung für die Bodencultur ein grosses Hinderniss und der Ortstein muss deshalb für Waldbauzwecke vielfach mit Spaten, Dampfpflug und dergleichen künstlich durchbrochen werden". Ueber hohe Gehalte an Stickstoff in Torfboden und humusreichen Mergeln und über die Bedeutung einiger Humin- säuresalze für die Ammoniakabsorption. H. Ritthausen ^). J. Nessler ^) theilt Analysen von Torf- und Erdproben mit, welche To^f. „„^ aus der Gegend von Roth in Baden stammten. Erdproben aus Baden. feucht Bei 100 »C. getrocknet Organ. Stoffe Asclie Wasser Organ. Stoffe Asclie 1) Torf, Obergrund: Tiefe über 1,2 m. 23,51 22,7.3 53,76 50,84 49,16 2) Obergrund auf 15 cm. Tiefe .... 21,29 8,09 70,62 72,46 27,53 3) Leichter Torf aus derselben Grube 18,20 21,22 60,48 46,04 53,91 4) Torf aus 60 cm. Tiefe 25,68 19,21 56,11 58,50 41,50 5) Lettenschichte auf 1 m. Tiefe . . . 8,93 69,88 21,17 11,35 88,54 A. V. Schwarz '^) bringt eingehende Mittheilungen über die che- Moorboden. mische und physikalische Beschaffenheit der Moorböden. Zunächst giebt die folgende Tabelle eine Uebersicht über die chemische Zusammensetzung der Bodenarten, wozu folgende Bemerkungen voraus gehen: 1) Fühling's laudwirthschaftliche Zeitung. 1877. S. 161. 2) Wochenblatt des laudwirthschaftlichen Vereins des Grossherzogthums Baden. 1878. •'') Die laudwirthschaftliche chemische Versuchsstation Wien. S. .51. 1878. 28 Hddfn, Wasser, AtinoBpliUro. n;,o. I— C) sind ■Moorboden aus Nicderüsterreich. Nro. 1 ein sog. rebergaugsnioor, ditMito aiuli /n den vcrsehiodeiieu physikalischen Ver- suchen; Nro. 3, J und ;"> stammen von Göbharz, aus Moorbrunu. 7 — 14 stammen aus Oberösterreich, 7 aus Seeleuten, 8 — 14 aus dem Ilecncr INIoor. 1;') kommt aus I>ührmoos in Salzburg, IG aus llaardt bei Graz, 17 aus I)oI)rau in Schlesien. 18 aus dem Caiolinengrund im Laibacher Moor in Krain, 19 aus Galizien, 20 — 23 aus Kadautz in der Bukowina, 24 aus Guniau in Sachsen, uncullivirt, 20 ebendaher, aber cultivirt seit 10 Jahren; 2G ist endlich eine IJunkerdc aus Drooven de monde in Hol- land. Nro. 1 — 14 dienten zu Culturversucben. (Siehe die Tabelle auf Seite 29.) Die physikalischen Eigenschaften des Moorbodens (No. 1) wurden im Vergleiche mit einem AUuvial-Sande aus der Nähe von Kötz in Nieder- (isterreich, einem Lösslehme aus dem Wiener Walde und einem Diluvial- lehme aus dem Wiener Walde bestimmt. Die chemische Zusammensetzung der Vergleichsmaterialien zeigt folgende Tabelle: (Siehe die Tabelle auf Seite 80.) Das Volum- und specifische Gewicht, die Porosität, die capillare Sättigungscapacität, die Contraction und Expansion der capillar gesättigten, vorher an der Luft und schliesslich bei 100" C. getrockneten Proben, wurden bestimmt. Die Resultate dieser Bestimmungen giebt nachstehende Uebersicht: Volumengewicht ^ c 1 11. Porosität Gewicht pro 100 CC Boilfu Voliiiiien V. 100 G. Boden In Kiü CC Boden sind enthalten 1 C5 Ö Bodenart 11 o « M o 'S "" > a o a o o n 3 s VoUkomnici trocken Lufttrocken c Speciiisehes Wasser v. 1 7,5 u o Gramm Kublk-Centimeter Kubik-Centim. Moor .... 2.3,6 28,7 105,6 423,7 348,4 94,7 1,470 84,0 16,0 Sand .... 155,7 157,9 190,6 64,2 63,3 52,5 2,569 39,4 60,6 Lehm .... 149,7 155.2 192,9 66,8 64,4 51,8 2,729 45,1 54,9 Thon .... 128,3 140,1 179,8 77,9 71,4 55,6 2,714 52,7 47,3 (Fortsetzung auf Seite 31.) Boden. 29 0:1 'S CO < s ^ oq_ T-H^ t^ >o_ Go^ (?*_ (>*, ^ th^ <>J CTi iO co^ cr ^" j>^ co" co" OiOTt- -^ 1^) CO (» 0" cT oT 0" ci" CO T^ cfi t>r oT »ococoi^asiot^ocoo-^ aiu'BS -uaiqoji t>-^ >o^ <>>^ c^^ co^ '^^ c<>^ Oi^ i>^ Oi^ c5, 0^ 0^ 00^ ^r-l t> t^ CO rn" r-T CO' C0050COr-lOt^OC<(C<»CO tH C" T-T ö" r-^ 0" r-T (m' th" Cv-f r-T i-T i-T 0:iC^OrH01>COr-lOOCO l^^^-^O^liri^rH^CO^CQ^CO t^ ZD Oi 0" r-T 0" Ö~ Ö" 0" 0" 0" r-T apjauoqx «O-^OO-rHOCOCOODOCMTflOSCNO ^ '^ *^^ ^^ "^ *^ '^ "^ ^^ ^ *^ '"1. 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Natron . . Kalk . . . IMagnesia . . Eisenoxyd Thonerde Phosphorsäure Schwefelsäure Kohlensäure . ts 2. 0' CT' P c — CCiOJN3^>*:i.WtOWOOC5 C5 P 2 Gramm 1— i o 00 1-k -="0 p p p p p JO s "o "o "0 "^^ "^-^ "0 "►-' "0 1f^ Kubik- ccntimeter o o c o 10 1 1 o-s'-W 1 1 "o'o'lo'O^O 3 2 "►(^ i-^ost-^Oioaco— — rf^ P P P- Gramm O 1 1 ooooop-^-^p 1 1 ~w "0 C i-' 3 s ^ tOOWCOÜ^jNS^^ OD Kubik- centimeter 1— 1 o o "bi 05 05 Js3 1 tO-^" tO Jn3 f^- h-i Op JW 1 "Ci S V "^^ ~tO ~0 "-^ "Ki V 00= OCn4^W00WOh^ Gramm o "go o 1 i*'§^j^i^ J*^-?^ J^P'i^i^ 1 "cd S "h^ "05 ~>f». "0 "0 "0 ~05 "<{ 00= C"<^o^^05rf^OO Kubik- centimeter 1— i c ~üx 10 Oi 1 OS s "0 "cc 00 "hi "00 "0 "rf^ 1ss ■ 1-1.= COQO^O*^ti>*>-^ tr P Gramm h- 1 GO 1 lys s T-k "h-i ~co ~Go "^1 ~o ~bo "0 Kubik- centimeter Boden. 31 Cyiilriii'tiiiii uiiil Ex|iiiiisiiiii Capillare Sättiguugs-Capacität Volumen In 100 CC. In 100 g. 100 g. Boden absorbiren Wasser Bodenart Von 100 CC. imbibirt. Boden nach dem Trocknen Von 100 CC. trockenem Bo- den nach der Imbibition mit capillarem Wasser ge- sättigtem Boden sind ent- halten a.S o o > o o t-l ,,, Trocken- ,,, Trocken- Wasser , , Wasser , , Substanz Substanz 's Kubik-Centimeter Gramm Moor .... Sand .... Lehm .... Thou .... 39,8 100.0 8.3,9 70,2 100,0 119.2 142,4 82,0 34,9 4.3,2 51,5 23,6 155,7 149,7 128,3 77,6 18,3 22,6 28,6 22,4 81,7 77,4 71,4 347,4 22,4 29,1 40,1 267,6 20,7 24,3 28,3 Auch die Cohäsionsermittlung war Aufgabe des Verfassers und zwar nach Haberlandt's Methode, ebenso die Ermittlung der Adhäsion nach Scheibler's Methode. Die Bestimmung der Permeabilität, der hygroskopischen Qualität, oder der Fähigkeit, Wassergas zu verdichten und der Verdunstungsgrösse ward ebenfalls durchgeführt , Avobei capillar gesättigte Proben in Verwen- dung kamen und auch Wasser zum Vergleiche herangezogen wurde, um die Verdunstungsgrösse einer freien Wasserfläche gegen die gewählten Bodenarten zur Evidenz zu bringen. Indem bezüglich der Permeabilität und der Hygroskopicität auf das Original verwiesen sei, giebt folgende Uebersicht die Resultate der Wasseraufnahme: Li 100 CC. In 100 g. mit hygroskopischer Feuchtigkeit gesättig- tem Boden sind enthalten ) g. vollkommen ckneter Boden abs biren Wasser Bodenart Wasser Trocken- substanz Wasspr Trocken- VV asser g^i^gtanz Gramm 2 2 Moor Saud Lehm Thon 5,1 2,2 5,5 11,8 23,6 155,7 149,7 128,3 17,8 1,4 .3,6 8,4 82,2 98,6 96,4 91,6 21,6 1,4 3,7 9,2 :v2 Knien, Wasser, AtmoB|iliäre. lk'/.üf,'lirli tUr ^'e^lanstullgs;f^össe sei ciwälmt, ilass während '2i Stunden, liii einer mittleren Temiieratur von 17,5" C. die gedachten Bodenproben iiiid die L'leieh grosse Wassertiäclic an Wasser verdunstet: Moorboden Saud Lehm Thon Wasser 5,9 5,9 »;,(» (;,() (;,5 Der Moorboden erreichte erst nach 20 Tagen sein Verdunstungs- niininiuni, der Sand schon nach acht Tagen, der Lehm am 10. Tage, der Tlion am 12. Tage. Die specihsche Wärme, die Wärnieleitungslähigkeit, wurden ebenfalls bestimmt. Die crstere ergiebt sich aus folgender Tabelle: Bodenart Specifischc Wärme für gleiches Gewicht o s O -S N ■-i M O C s c «* r- O i .7^ ü CO ' ^ M s « \^n für gleiches Volumen ::3 'S OS.«« Wasser Moor .... 0,592 0,665 0,909 0.140 0,191 0,960 Sand .... 0,209 0,220 0,354 0,325 0,347 0,675 Lehm .... 0,218 0,246 0,395 0,326 0,341 0,762 Thon .... 0,225 0,290 0,447 0,289 0,406 0,804 Die Wärmeleitungsfähigkcitsversuche zeigen sowohl den Einfluss der Feuchtigkeit auf die Leitungsfähigkeit ein und desselben Bodens, als sie auch die schlechte Leitung des Moorbodens darstellen. Bezzüglich der Wärmeabsorption und Emission giebt folgende Tabelle eine Uebersicht. (Siehe die Tabelle auf S. 33). Temperatur H. Krutzsch^) berichtet über Temperaturbeobachtungen, welche in mooresTu' ei^em Torfmoore des Jahnsgrüner Ilevieres im Forstbezirk Eibenstock ve ;vschie(i. gemacht wurden. Die Beobachtungen wurden jeden Monat, den 1., 8, 15. u. 22. angestellt und als letzte Beobachtung wird die erste des nächsten Monates bei der Berechnung des monatlichen Mittels in Ansatz gebracht. Nach den Resultaten der 4jährigen Beobachtung 1874—1877 und speciell nach dem 4jährigen Durchschnitt der Monatsmittel ergiebt sich, dass in der Tiefe von 0,10 m. der Januar der kälteste Monat ist, ») Tharander forstl. Jahrbuch. 1879. S. 66. Boden. 33 JOOI\r tH^ 05 lO^ co_ «D^ (N eo^ ja^qonaj CO a^ c* CO raqa^; -*^ "^ co^ Oi i> C-}^ l>j^ ja^qonaj (t7 o" (>f '^ CO CO CO oT o Ä aoqx 00^ GO^ CO^ OS Oi co^ CO Id J9:}qon8; .3 co~ ■^ CO CO co" CO CO 1- 'm 'öS bD}C o i ^ JOOJ^ Ö tH^ CO r-J^ 05^ q. q. co^ 4805100.1; 1— 1 co" ^" '^ CO r-T C-J i-H O t. :£> 0) ö CO «oqx 1— 1 o. o^ lio^ '^c o CO CO '^ B janjiooj; ^ CO CO T-l »- "cl .2 § inqaq 1—1 CO^ t^ 00^ '* o^ '*,. ^ H .wuiiooa} «rf co" ^ CO GO" CO CO CO a w a> a pn^g CO^ CO^ oo^ co_ co_ "^ co^ janjjooj} co~ co" ■o ro od" CO CO CO (U ^3 ■^ -^ 2 p rs p i; ;; i; O Ö 'S cS -^ N ^2;^ ~2L (M 1— 1 _JT^ CO CO ^ " ^ 7—1 Si S g -^ :n "-is 4:^ 3 t3 ju -1-i S 3-2 CO .2 CO oT CO co^ CO CO a JO a ^00, =2a2 "ÖJ o '^ QJ jL, CO o Cl4 ^'S'Sä^ 'S ^ "ü .ii GJ S3 3 03 ^ Ol ö ::« OJ 3 i^ s g C> S ^ c3 CO cd" ö ? a o rti ^ -<* ,-H ^-CQ t ^ c 1 F ( • Q 3 c p: i o o c3 a o «2 J H Jahresbericht. 1878. 0,10 0,25 0,50 0,75 1,00 1,5 2 3 18,40 4,0 16,0 0,60 14,0 2,0 12,4 2,60 11,20 3,2 1,0 9,2 8,6 4,6 5,0 6,2 nt Boden, Wnssor, Atmosphllro. seine Teiiiporafur fällt auf 0,.'59" unter liciab. Der Eintritt der niedrigsten Temperatur verspäte sich immer mehr, in je grösserer Tiefe die Schichten sich hetinden, in 0,25 und 0,50 m. Tiefe ist der Februar mit einer Temperatur von 1,14 beziehungsweise 2,29" der kälteste Monat, in den Tiefen 0,75 — 1 ni. tritt die medrigstc Temperatur, in jener 3,08, in dieser 3,83*^ betragend, im März ein. Die Tiefe 1,50 m. verzeiclinet der April mit 4,95*^ Temperatur als kältester Monat, in der Tiefe von 2,00 m. tritt die niedrigste Temperatur ebenfalls im April ein, jedoch ist der Mai ebenso kalt und die 3 m. tiefe Torfschichte ist im Juni am kältesten. Nach der Zeit des kältesten Monates steigt die Temperatur der einzelnen Torfschichten anfangs langsam, dann schneller; die Zeit, zu welcher sie die höchste monatlische Temperatur erreichen, tritt aber eben- falls, wie die niedrigste Temperatur, um so später ein, je tiefer die Schichten liegen. Um die Schwankungen der Temperatur im Torfmoore zu beobachten, sei noch das absolute Maximum und Minimum, während der 4 Jahre, in den verschiedenen Tiefen des Torfmoores mitgetheilt: Meter Maximum Minimum Differenz 22,4 15,40 12,0 9,0 8,0 5,4 4,2 2,4 Die Erscheinung, dass die höchste und niedrigste Monatstemperatur um so später eintritt, ebenso die, dass die Temperaturdifferenzen in den einzelnen Schichten um so kleiner sich herausstellen, in je grösserer Tiefe sich dieselben befinden, wird durch die geringe Wärmeleitungsfähigkeit des Torfmoores bedingt. Die Sonne, auch der Regen und der Schnee haben Einfiuss auf die Temperaturverhältnisse des Torfmoores. Der Schnee wirkt im Winter erwärmend, indem er die Oberfläche des Torf- lagers vor dem Einfiuss der Kälte schützt. Das Schneewasser erkaltet beim P^indringen in das Torflager, wogegen der Regen im Frühling und Herbst, auch im Sommer erwärmend wirkt. Es ist ferner zu beachten, dass die Temperatur der atmosphärischen Niederschläge bei deren Ein- dringen sich mit der Temperatur der betreffenden Torfschichten mehr und mehr ausgleicht, und dass ihr Einfluss allmälig kleiner wird, je tiefer die Schichten liegen. Hierdurch erklärt sich, dass der Unterschied zwischen der höchsten und niedrigsten Temperatur mit der Tiefe der Schichten abnimmt, v^ertiieiiung H. Pellet ^j hat mit Bezugnahme auf Arbeiten von Joulie über die h!"iioden! Vertheilung der Salze im Boden, welche letzterer zur Eintheilung der Salze in dieser Beziehung in 2 Gruppen: aufsteigende und ab- steigende veraidasste, das Studium der Frage Aviedcrholt aufgenommen. Die kohlensauren-, schwefelsauren-, salpetersauren-, phosphorsauren- und Chlorverbindungen des Kaliums, Natriums, Kalkes und Ammoniakes wurden in Probirgläsern trocken mit Sandschichten von 0,16 m. Höhe und 0,03 m. Durchmesser in Probirgläsern in Berührung gebracht, mit Wasser (20%) Übergossen und 36 Stunden damit in Berührung gelassen. Von den *) Comptes rendus. 187Ö. Boden. 35 Salzen wurden je 2% bei den einzelnen Versuchen angewandt. Nach dieser Berührung wurde die Sandschichte in 2 Hälften getheilt und die obere und untere Schicht analysirt, d. h. der Gehalt an dem betreffenden Salze festgestellt. Ausserdem wurden Kalksteine von verschieden feinem Korne in den- selben Gläsern mit 2% Chlorkalium und 20*^/o Wasser gebracht. Nach 2 Tagen wurden die Massen, die bei 40*^ getrocknet wurden, ebenfalls analysirt. Endlich wurde gewaschene und wieder getrocknete Erde in einer 0,28 m. hohen und 6,42 m. Durchmesser besitzenden Schichte ebenfalls mit 2% Chlorkalium und 20% Wasser in Berührung gebracht und in 4 gleichen Schichten die Bestimmung von Chlorkalium vorge- nommen. Als Resultate dieser Arbeiten lassen sich feststellen: 1) Die Mehrzahl der Salze ist aufsteigend. 2) Die Salze , welche zum- Abwärtssteigen hinneigen , sind vorwiegend zerfliessliche (kohlensaures Kali, Chlorcalcium), 3) Der Grad der Körnung des Bodens hat hierbei Einfluss. Bei dem feinen Korn ist die Verdunstung schwach gewesen, bei dem gröberen hat sich das zugesetzte Wasser nach und nach auf dem Boden des Gefässes angesammelt, einen Theil des Salzes mit sich führend; endlich, bei dem groben Korn, war die Verdunstung sehr rasch und das Salz ist aufwärts gestiegen. 4) Je nach dem Maasse der Feuchtigkeit kann in demselben Boden ein Theil des Salzes fortgeführt werden. Das Aufsteigen beginnt von Neuem, wenn die Verdunstung an der Oberfläche andauert. Die äussersten Schichten des durchlässigen Theiles eines Bodens werden am reichsten an befi'uchtenden Stoffen sein, die dazwischen liegenden verarmen daran, sei es durch das Aufsteigen, sei es durch ein Uebermaass von Feuchtigkeit. . Die widersprechenden Angaben von Liebig, Deherain, Knop u. A. von Gyps^ über die Einwirkung des Gypses auf die Ackererde, sowie die Frage: ^a°uf'efne „welchen Einfluss übt die Concentration der Gypslösungen Ackererde. und die Zeit der Einwirkung derselben auf die Erde, sowohl in Bezug auf die Absorption des Kalkes, als auf die Löslich- machung der in der Erde enthaltenen Basen und der Phosphor- säure" veranlassten W. Kolmann und F. Bock er i) zu einer grösseren Versuchsreihe. Als Material diente eine Erde, die im Jahre vorher brach lag und ungedüngt blieb. Die Feinerde dieser Erde wurde benützt, be- stehend aus 26% grandigem Sande, 3,29% organischer Substanz, 21j56% grobem Sande nebst 3,37% organ. Substanz, 9,70% feinem Saude nebst 1,25% organ. Substanz, 1,38% thonigem Sande und 26,11 feinsten Theilchen mit 6,08% organ. Substanz. Bei der ersten Versuchsreihe wurden 100 g. Erde mit 200 CC. destillirtem Wasser, in dem verschiedene Gypsmengen gelöst waren, 5 Tage in Berührung gelassen. Nach Filtration wurden die Filtrate auf ihre Bestandtheile geprüft. ') Die laiulwlrthsch. Versuchsstationen. 1878. 21. Bd. 349. 3* •in Büdon, Wasser, AtmoMpliüri,'. r.ci der '2. Vcrsnrlisi-oilic winden lOO \i^rm. Erde in einem Triclitcr mit (iypslösiingcn von vcrscliicilcnein (Tulialte übergössen und die Filtratc analysirt. Die M. und 4. Vei.suclisreilie wurden ausgcfülnt , um zu be- stimmen, ob der Gyps lösend auf die in dem Boden vorhandene Pbosplior- säure wirkt, und von welchem Einflüsse die Concentration und die Ein- wirkungsdauer der Gypslüsung auf die Löslichmachung der Phosphor- säure ist. Als Resultate stellen die Verfasser folgende Sätze auf: 1) Eine Erde absorbirt aus conccntrirtcren Gypslüsungen mehr Gyps, als aus verdünnteren; die Menge des absoi-birten Kalkes wächst jedoch nicht proportional mit der Concentration der Gypslüsung. 2) Die Menge des absorbirten Kalkes wächst mit der Zeitdauer, während welcher Erde und Gypslüsung mit einander in Berührung sind. 3) Die Gypslösuug ninmit aus einer Erde mehr Magnesia und Alkalien in Lösung, als destillirtes Wasser In gleicher Menge. Mit der Concentration der Gypslösung nimmt die Menge der erwähnten Basen zu. 4) Der Gyps wirkte namentlich lösend auf das in der Erde vorhandene Natron, was vielleicht mit der Concentration der Gypslösung zusammen- hängt. 5) Die Menge des absorbirteii Kalkes ist nicht äquivalent der mehr in Lösung getretenen Basen. 6) Der Gyps hat auf die Extraction der Phosphorsäure aus der Erde keinen Einfluss. Absüiption E. H. Jenkins^) constatirte durch Versuche, dass der Anhydrit Ammoniak wcdcr bei. gewöhnlicher, noch höherer (100^ C.) Temperatur einer Schwefel- Absorption für Ammoniak fähig ist. Ebenso verhielten sich natürlicher, K^ik" wasserhaltiger und gefällter Gyps. Wird der wasserhaltige Gyps dagegen nur gelinde erwärmt, sodass er Wasser verliert, so absorbirt er, wenn auch wenig, Ammoniak. Mit der Temperaturerhöhung soll die Absorption für Ammoniak zunehmen. Luft ist nicht im Stande das absorbirte Ammoniak beim Darüberleiten zu beseitigen. Absorp- j ]y[ yg^j^ Bemmelen^) legt in einer grössei-en Arbeit die Resul- iii.iKeii lUr täte und Schlussfolgerungen nieder, welche bei näherem Studium der Absorptiouserscheinnngen der yVckererde erhalten wurden, um namentlich die Frage zu entscheiden, ob die Absorption durch Flächenanziehung oder durch chemische Substitution oder auch durch chemische Umsetzungen, veranlasst durch den Einfluss der Porosität der Erde, zu Stande käme. Auch sollte die Beobachtung, dass mit Salzsäuie ausgekochte Böden nach dem vollkommenen Auswaschen ihi-e Absorption verlören, aber auf Zu- satz von Kreide oder kohlensaurem Katron wieder erhalten, einer definitiven Entscheidung zugeführt werden. Die betr. Literatur wird zunächst ein- gehender besprochen und eine Zusammenstellung der Hauptsätze für die 1) Journal für praktische Chemie. Bd. XIII. S. 239. •^) Agriculturcheni. Versuchsstationen. 1878. Bd. XXI. S. I3ß. XXIII. S. 205. Siebe auch ,, Jahresbericht für Agricnlturchemio. Bd. XX. 1877." Boden. 37 Absorption, nach den bisherigen Erfahrungen aufgestellt, gegeben, welche bei der Wichtigkeit der Frage wohl hier eine Stelle finden kann. 1) Das Absoriitionsvermögen kommt der Feinerde zu. 2) Je reicher die Böden au in Salzsäure löslichen Silicaten sind, desto grösser ist das Absorptionsvermögen. 3) Ammoniak, Kali, Natron werden stärker absorbirt als ihre Salze. Von den Salzen werden die phosphorsauren und kohlensauren am stärksten absorbirt, und dabei auch die Säuren aufgenommen. Bei der Absorption der salzsauren, salpetersauren und schwefelsauren Salze der Alkalien und alkalischeu Erden findet ein aequivalenter Austausch der Metalle statt. 4) Dieser Austausch, auch die Absorptionen des ganzen Salzes sind ab- hängig von a) der Zusammensetzung des Salzes, b) von der Tem- peratur, c) der Concentration der Lösung und d) den Verhältnissen der Menge Erde von der Lösung. 5) Die Absorption ist der grösseren Concentration der Salzlösung oder der grösseren Menge absorbirenden Erde vielfach proportional und wächst immer in einem geringen Verhältnisse. 6) Das absorbirte Oxyd oder Salz ist nur schwer löslich in Wasser, leichter in kohlensaurem Wasser, vollständig löslich in Salzsäure. 7) Die zeolithischen Bestandtheile eines Bodens nehmen vorwiegend an der Absorption Antheil. 8) Durch Beseitigung der in Salzsäure löslichen Bestandtheile verliert der Boden fast ganz seine Absorptionsfähigkeit. Dieselbe wird wieder hergestellt durch Zusatz von kohlensaurem Kalk oder Behandlung des Bodens mit Chlorcalcium oder Gj'pslösung. 9) Die Absorption durch die Humussubstanzen ist eine sehr geringe bei einem gewöhnlichen Boden. Das Material, mit welchem die Absorptionsversuche angestellt wur- den, war ein schwerer Thonboden, frei von Kohlensäure, arm an löslichen Salzen, aus einer Tiefe von 1 m. unter der Ackerkrume entnommen. Die Analyse dieses Bodens gab nachstehendes Resultat: (Siehe die Tabelle auf Seite 38.) Zwei Versuchsmaterialien spielten hier eine Rolle, die Erde (A) in ur- sprünglichem Zustande und die Erde (B), mit Salzsäure zuvor ausgekocht. Die Versuchsanstellung selbst bot keine neuen Methoden. Die Absorptions- fähigkeit wurde untersucht mit Chlorkaliumlösung bei A und B, mit Chlorcalciumlösung bei B, und Mischungen von B mit kohlensaurem Kalke. Ferner wurden mit ätzenden und kohlensauren Alkalien behandelt die Erde B, dieselbe Erde mit kohlensauren Alkalien und mit phosphor- saurem und chlorsaurem Alkali, Erde B mit kohlensaurem Kalke und Chlorkaliumlösung, Erde B mit Gypslösung, Kaolin mit Chlorkalium und Alkalicarbonat , amorphe Kieselsäure mit Lösungen der verschiedenen Alkalisalze. Das Gesamrat-Resultat aller Versuche fasst der Verfasser in fol- gendem Satze zusammen: H-S Bodoii, Wiissor, Atmosphäru. Bestandthcilc In verJiiiinter Essigsaure löslich 11 In viel rauchender Salzsäure bei Siedehitze löslich IV Summa CaO 0,09 MgO 0,09 Kä 0,22 Nas 0,27 Fea Oa Spur Ala O3 Spur P2 O5 0,008 SO3 0,02 Gl 0,03 Si02 Spur Wasser bei 100 "/o ausgetiiebeii Wasser bei 100 — 200% ausgetrieben Glüliverlust 0,39 1,47 0,97 0,06 7,15 6,35 0,107 0,12 0,34 2,05 1,48 1,55 5,87 0,60 1,91 3,24 1,81 8,70 12,22 0,11 0,02 0,03 0<3,42 5.59 1,05 4,15 99,85 Die Absorptionserscbeinungen der Ackererde, vor und nach der Ausziehuug mit Salzsäure, in Lösungen von Alkalien und Alkalisalzen (auch alkalischen Erden) mit starken und schwachen Säuren, sind nur chemischen Reactionen zuzu- schreiben. Weitere eingehendere Betrachtungen lassen sich noch in Folgendem zusammenfassen : 1) Bei der Absorption der Chlorüre, Sulphate, Nitrate, der Alkalien und alkalischen Erden durch die Ackererde spielen die in Salzsäure löslichen basischen (zeolithischen) Mineralien die Hauptrolle, beson- ders die, welche Kalk, Natron, Kali, Magnesia enthalten. Diese Oxyde wechseln am meisten Kalk und Natron, weniger Magnesia, am wenigsten Kali mit denen der Salzlösung. 2) Die Ackererde absorbirt Alkali aus Lösungen alkalischer Erden und Alkalihydraten und von Alkalisalzen mit schwachen Säuren, aber Cime Auswechselung von basischen Oxyden, insofern freie hydratische Kieselsäure in der Erde sich mit etwas Alkali verbindet und saure Alkalisalze entsprechend gebildet werden und in Lösung verbleiben. 3) Werden die basischen Silicate und Humate in einer Ackererde mit starker Salzsäure in der Hitze entfernt, so hört die Absorption der basischen Oxyde aus den in 2 erwähnten Lösungen fast ganz auf. 4) Dagegen nimmt ihre Absorption aus Lösungen von Alkalien und Alkalisalzen mit schwachen Säuren zu. Die aus der Zersetzung zu- rückgebliebene Kieselsäure entzieht Kali und verbindet sich damit. Eine neue Menge Kali bildet sich und wird absorbirt. Boden. qq 5) Die mit Salzsäure beliaucleltc Ackererde erhält die Absorptions- fähigkeit nicht zurück durch blosses Zumischen von Chlorcalcium und Gyps. 6) Dagegen tritt die Absorption für Alkalisalze stärkerer Säuren bei diesen Erden wieder ein, wenn alkalische Salze mit schwachen Säuren gemischt werden. 7) Beim Kochen der mit Salzsäure behandelten Erde mit Salzlösungen und Auswaschen können kleinere oder grössere Mengen von Silicat gebildet werden durch Eintiuss der hydratischen Kieselsäure auf diese Salze. 8) Die unlöslichen Verbindungen, die aus Alkalien und Kieselsäure in obigen Fällen entstehen, bestehen aus vielen Moleculen der hoch- hydratischen Kieselsäure und wenigen Moleculen Alkali. 9) Die hochhydratirte Kieselsäure kann als Alkalichlorur und Chlor- wasserstoff kleine Mengen davon binden. E. Reichardt^) Hess auf Grund der Beobachtungen von Hünefeld, ^'^J^j'^^^^^^,'' dass die Sauerstoffverbindungen des Mangans und besonders den höheren säure im Oxyden desselben bei Gegenwart Ivohlcnsaurer Magnesia und Wasser unter Luftzutritt die Eigenschaft zukommt, salpetrige Säure und Salpetersäure zu erzeugen. Versuche durch seinen Assistenten Hertz anstellen. Flaschen von 1 — 2 Liter Inhalt wurden mit geringen Mengen der zu prüfenden Materialien und etwas Wasser gefüllt und hierauf fest verschlossen. Nach dem Zusammenbringen der Materialien waren die Proben auf salpetrige Säure stets negativ. Bei den Versuchen wurde Manganoxydhydrat in seinem Verhalten zu kohlensaurem Kalke, Bittererde, kohlensaurem Kali und Natron, sowie zu den Hydraten von Thonerde und Eisenoxyd geprüft, auch Manganoxydhydrat ohne weitere Zusätze von Luft und Wasser, so- wie Braunstein, mit 50^0 Sand gemengt, geprüft. Die Versuche mit kohlensaurem Kalke und den Hydraten von Thon- erde und Eisen fielen negativ, alle übrigen aber positiv aus. Besonders zeigte der Braunstein starke Reaction, so dass sogar eine quantitative Bestimmung der Salpetersäure möglich war. E. A. Less 2) behandelt die Wärmeleitungsfähigkeit schlecht leitender Wärmeiei- Körper überhaupt, speciell der Gesteine und Hölzer, auf Grund der bis Teu der^" jetzt vorhandenen Literatur und eigener Versuche, welche sich vorwiegend ^HöTJer."' mit den mathematisch-physicalischen Gesetzen und den benützten Metho- den kritisch beschäftigt. — Das für den Agriculturchemiker Werthvolle folgt in nachstehender tabellarischer Uebersicht, welche zunächst die Mate- rialien und Gesteine aufführt, die bei den Versuchen benutzt worden sind. Der Carrarische Marmor, mit dem grössten Wärmeleitungsvermögen ver- sehen, ist = 1000 gr. setzt. Die spec. Gewichte sind ebenfalls angegeben. ») Journal für Landwirthschaft. 26. Bd. 1878. S. 167. ^) Inaugualdissertatiou. Berlin. 1878. 40 IJoJou, WasBor, Atiiiuaiihüro. Substanz Marmor aus dem Pyrenäen Sächsischer Albithaltiger Granit Cavrarischer Marmor Marmor aus Italien Basalt von klar Secbcrgcr Sandstein Granit vom Thüringer Walde Sandstein von Strehlen Rother Gneiss von Tharandt Nephelin-Basalt von Mitterteich Serpentin aus dem sächsischen Erzgebirge Gneiss von Tharandt von dem Wcisseritz Tafelscliiefer von Carlsboden Sandstein von Postelwitz Thonschiefer aus dem Schwarzathal Sandstein mit Kaolin-Cement von Heppenheim . . . . Gemeiner Thon Ahornholz parallel der Faser Eichenholz desgleichen Buchsbaumholz desgleichen Dasselbe, senki-echt zur Faser, parallel den Jahresringen Eichenholz, ebenso Ahornholz, senkrecht zur Faser und Jahresringen . . . Dasselbe, senkrecht zur Faser, parallel den Jahresringen Eichenholz, senkrecht zur Faser und zu den Jahresringen 2,616 2,629 2,668 2,682 2,712 2,130 2,545 2,324 2,540 2,853 2,418 2,654 2,731 1,997 2,685 1,951 2,003 0,634 0,621 0790 0,754 0,568 0,571 0,607 0,571 1000 804 769 763 726 721 713 701 696 690 676 673 537 487 469 420 275 192 161 135 96 86 86 85 75 Wärme, Ab- C. Lang, der sich mit der Wärmecapacität der Bodenconstituanten 'Emilsk.n' (siebe Jahresbericht 1877) beschäftigte, behandelt in einer Arbeit i) die des Bodens. Fragc dcr Wärmezufulir und -Abgabe des Bodens. Nach einleitenden Bemerkungen über die Wärmezufuhr durch Leitung und Strahlung wird als einzige Wärmezufuhr für den Boden die Strahlung der Wärme durch die Sonne bezeichnet. Die Versuchsreihen waren dazu bestimmt, das Studium der Ausstrahlung der Wärme von der Oberfläche der verschiedenen Boden- gemengtheile bei verschiedener, theils künstlich hergestellter, theils von Natur aus verschiedener Oberflächebeschaffenheit. Die Beobachtungen über Insolation verfolgten als Ziel das Studium des Einflusses der Bestrahlung auf die Oberfläche. — Das Beobachtuugsmaterial war das früher benutzte, Kaolin geschAvärzt, Kienruss, Torf, Quarz, Marmor, Kaolin, welches in circa 1 Liter fassenden cylindrischen Büchsen aus Messingblech, aussen ^) Forschungeu auf dem Gebiete der Agriculturphysik. I. Bd. 379. Boden. A-i polirt, eingeschüttet wurde. Die Gefässe waren unten mit Pappdeckel, dei' mit weissen Papier überzogen war, versehen. Die Thermometer wur- den während der Beobachtungsdauer circa 2 cm. tief in die betreffenden Massen eingestellt. Temperaturbeobachtungen in freier Luft wurden stets damit verbunden. Die I. Beobachtungs reihe beabsichtigte, den Einfluss der Farbe bei der Insolation kennen zu lernen, wobei sämmtliche genannte Materia- lien benutzt wurden. — Es zeigte sich hierbei, dass in der ersten Zeit der Insolation, vom Beginne bis 12 Uhr, die Temperatur vom geschwärz- ten Kaolin am schnellsten steigt, dann folgt der Torf, dann Kienruss, Quarz, Marmor und enlich Kaolin. Der Einfluss der Wärmecapacität zeigte sich bei den weissen Materialien sehr deutlich, da sich Quarz am schnellsten erwärmt hat. "Während der Zeit des Temperaturmaximums der Luft und längeren Constantbleibens desselben steigt die Temperatur der dunkeln Materialien sehr bedeutend, während die weissen ziemlich constant bleiben. Der Einfluss grösserer Farbencontraste auf die Wärme- absorption eines Materials ist sehr beträchtlich. Bei einer IL Versuchsreihe wurden dieselben Versuchseinrichtuu- gen, dagegen nur Quarzsand in verschiedenen Feinheitsgraden, von 2 mm. Korngrösse an nach abwärts, der Insolation ausgesetzt. Bei dieser Versuchsreihe lässt sich die Gesetzmässigkeit ableiten, dass das feinste Material die Wärme am besten absorbirt und ebenso emittirt. Eine III. Beobachtungsreihe wurde mit 3 Proben Quarzsand von verschiedenem Korne angestellt und zwar in natürlicher Farbe, sowie mit Kienruss geschwärzt. Es zeigte sich, dass das feiner zertheilte Material die bessere Wärmeabsorption besitzt und dass die Oberflächenfarbe auf den Betrag der Wärmeabsorption von gewaltigem Einflüsse ist. In einer IV. Versuchsreihe endlich kamen Kaolin, Marmor und Quarzpulver zur Beobachtung, in trocknem und durchuässtem Zustande, welch' letzterer aber absichtlich nicht bei gleicher Feuchtigkeit gehalten wurde. Temperaturbeobachtungen der äusseren Luft, sowie des Wassers fanden statt. Hier war ebenfalls deutlich bemerkbar der gewaltige Einfluss der Wärmecapacität auf den Betrag der Insolation, ferner war zu beobachten, dass die Wasserverduustung von der Oberfläche nasser Böden deren Er- wärmung bedeutend herabdrückt. „Die Oberfläche durchnässter Materialien erwärmt sich wegen der auftretenden Verdunstungskälte viel weniger als die Oberfläche der gleichen Stoffe im trocknen Zustande. Nach einem Schlussworte über die seitherigen Beobachtungen, sowie allgemeinen Betrachtungen über die Wärmeemission werden noch Versuche über die Ausstrahlung der Wärme aus den erwähnten Materialien nach Vorgang von Liebenberg's mitgetheilt. Bezüglich der hier angewandten Methode nebst Apparaten auf das Original verweisend, waren als Resul- tate dieser Versuche erwähnenswerth : Kienruss emittirt am meisten, dann folgt Torf, Quarz, Marmor und Kaolin. Der Einfluss der Farbe auf die Emission ist sehr bedeutend; Glanz vermindert ^2 Bodon, WaBBor, AtniospliUrc. die Ausstraliluii^'. N'crfasscr fasst die Gesamratresultatc seiner Ver- suche in folgende drei Sätze zusammen: I. Der Einfluss der Farbe ist für den Wärmehaushalt des Bodens höchst beträchtlich. Die dunklere Färbung be- günstigt die Emission sowohl als die Absorption. II. Das feinste Material absorbirt und emittirt die Wärme am besten. III. Die Oberfläche durchnässter Materialien erwärmt sich wegen der auftretenden Ycrdunstungskältc viel weniger als die Oberfläche der gleichen Stoffe im trockenen Zustande, wasscrvur- § \y Johnsou ^) hat Versuche über die Wasserverdunstung von aus dem Bodenartcu angestellt mit thonigem Lehm, Torf und Smirgel, welche Materialien in 3 verschiedenen Feinheitsgraden, sowie in festem und locke- rem Zustande, zur Anwendung kamen. Die Bodenarten wurden in einen Apparat gebracht von 14 Zoll Tiefe und 2 Zoll Durchmesser, an dessen Basis eine Wasserschicht von constanter Höhe sich befand, aus welcher sich die Böden sättigen konnten. Die directe Verdunstung war durch entsprechende Vorrichtungen unmöglich gemacht. Das Resultat dieser Ver- suche zeigt, dass im Allgemeinen die Wasserverdunstuug von der Ober- fläche des Bodens mit der Feinheit der Bodenpartikelchen w^ächst, dass jedoch bei einer bestimmten zwischen den Extremen stehenden Grösse der letzteren das Maximum der Verdunstung eintritt. Die Verdunstung aus dem Boden ist im festen Zustande grösser als im lockeren. DasCondcn- Q Ammon 2) rcfcrirt zunächst in einer grösseren Arbeit über die mögen der vou Verschiedenen Forschern bis jetzt angestellten Versuche über das Con- BtuuTinen densationsvermögen der Bodenarten für Gase und theilt hierauf die Resul- für Gase, ^g^^g yqjj Vcrsuchsreihcn mit, welche bezweckten, das Verhalten der Haupt- gemengtheile des Bodens, Quarz, Thon, Kalk, Eiseuoxj^dhydi'at, Gj-ps und Humus in mögliclist reinem und trocknen Zustande gegen verschiedene in der Atmosphäre und Bodeuluft enthaltenen Gase kennen zu lernen. Be- sonders war die Beantwortung der Fragen beabsichtigt: in wie weit ist die Gasverdichtung von der mechanischen Zerkleinerung und chemischen Beschaffenheit des Materials abhängig, ferner auch von der Temperatur, in wie weit ist diese Erscheinung auf physikalische und chemische Vor- gänge zurückzuführen, in welcher Weise werden die Gase von den Boden- bestandtheilen condensirt. Die Materialien waren: Quarzpulver von 0,3 mm. Durchmesser der Körner, Kaolin aus der Kymphenburger PorccUanfabrik mit 0,5 7o in Salzsäure löslicher Substanz, kohlensaurer Kalk, Eisenoxydhydrat, Gyps, durch Fällen hergestellt, Humus in Form von Torf aus dem Kolberraoor, Quarzsand aus Nürnberg, kalk- frei, lichtbraun, solcher aus Bodenwörth, stark eisenhaltig und solcher aus Nürnberg, weiss mit Spuren von Eisen, Lehm von Berg am Laim bei München. Bezüglich der Apparate und der Methode der Versuche sei ^) Annual Report of the Counecticut agricultural experiment Station for 1877. 2) Fortsetzuügeu auf dem Gebiete der Agrlculturphysik. IL Ed. 1. Boden. ^3 erwähnt, dass die Menge der vom Boden verdichteten Gase durch Wägung festgestellt wurde. Die Apparate zur Absorption der Gase waren den Liebig'schen Trockenröhren ähnlich ; dieselben waren in grösserer Zahl in Zinkkästen aufgehängt, welche, von Wasser umgeben, leicht auf verschie- dene Temperaturen gebracht werden konnten. Die betreffenden Gase, chemisch rein und trocken, wurden auf dieselbe Temperatur wie der be- treffende Boden gestellt und durch Saug- oder Druckapparate mit den Bodenarten in Berührung gebracht. Die Bodenarten wurden vor den Versuchen bei 110 "^ C. ausgetrock- net und noch über Schwefelsäure längere Zeit stehen gelassen, hierauf mög- lichst rasch in die Absorptionsapparate eingefüllt, deren 6 immer zu glei- cher Zeit benützt wurden. Von den Versuchsreihen war die erste dazu bestimmt, das Condensationsvermögen für Wassergas bei verschiedener Fein- heit der Bodentheilchen und constanter Temperatur (17 ^ C.) festzustellen und zwar bei Quarz und Quarzpulver verschiedener Feinheit und Lehm. Die zweite Versuchsreihe bestrebte, dasselbe mittelst Ammoniakgas unter gleichen Bedingungen festzustellen. Die Resultate dieser beiden Versuchs- reihen waren: 1) Das Condensationsvermögen des Bodens für Gase ist um so grösser, je feiner die Bodentheilchen sind. 2) Das Condensationsvermögen des Lehmes ist bedeutend grösser als das des Quarzsandes. Die dritte und vierte Versuchsreihe sollten das Condensationsver- mögen sämmtlicher der genannten Versuchsmaterialien für Wassergas und Ammoniak bei verschiedenen Temperaturen feststellten zwar bei 0<*, — 10 o, -f-10 ^, 20*^, 30 '^C, wobei nachstehende Resultate erzielt wurden: 1) Das Condensationsvermögen der Bodeuconstituenten für Gase nimmt im Allgemeinen mit zunehmender Tempe- ratur ab. 2) Das Maximum der absorbirten Gasmenge tritt ein bei einer zwischen 0*^ und 10 <^ gelegenen Temperatur, bei tieferer und höherer Temperatur nimmt von da die absor- birte Gasmenge coutinuirlich ab. 3) Für Wassergas scheint das Maximum der Verdichtung bei circa 10 '^ C, für Ammoniak bei circa ** C. zu liegen. 4) Von den untersuchten Bodengemengtheilen besass das Eisenoxyd das höchste, der Quarz das geringste Conden- sationsvermögen, sowohl für Ammoniak als Wassergas. Dem Eisenoxyd am nächsten steht der Humus, dann ab- steigend Gyps, Kaolin und der kohlensaure Kalk. 5) Bei der Absorption des Ammoniaks aus einer damit voll- ständig erfüllten Atmosphäre bilden sich in den Bodeu- constituenten Spuren von Salpetersäure, die relativ gröss- ten im Eisenoxydhydrat. Fünf weitere Versuchsreihen bezweckten, das Condensationsver- mögen der Bodeuconstituenten für Kohlensäure, Sumpfgas, Schwefelwasser- stoff, Sauerstoff und Stickstoff festzustellen und zwar bei einer Temperatur ^/j. Bodou, Wasser, Atmosiiliilrc. von 17 " C. Aus (Ilmi Zahlen der Kcsultatc dieser Versuche werden fol- gende Schlüsse gezogen: 1) Von den Bodcnconstituenteii wird die Kohlensäure nur von Eisenoxydhydrat erheblich absorbirt. Die Absorption der Kohlensäure durch Quarz, kohlen- sauren Kalk, Kaolin und Gyps ist im trocknen Zustande derselben verschwindend klein. Der wasserfreie Humus nimmt zwar grössere Mengen von Kohlensäure als die zuletzt erwähnten Gemengthcile auf, steht aber in seinem Verdichtungsvermügen für Kohlen- säure dem Eisenoxyd weit nach. Das Sumpfgas Avird von allen Hauptbodeubestandthcilcn condensirt, am meisten von Eisenoxyd und dann Humus. Bei der Condensation des Sumpfgases durch die Boden- constituenten bilden sich in diesen emyreumatische Sub- stanzen. Das Schw'efelwasserstoffgas wird bei der Condensation durch die Bodeuconstituenten zum grössten Theile unter Abscheiduug von Schwefel zersetzt. Bei der Condensation von Schwefelwasserstoff durch Eisenoxydhydrat entsteht ausserdem Schwefcleiseu. Das Absorptionsvermögen der Bodeuconstituenten für Sauerstogas im Vergleich zu ihrem Verhalten anderen Gasen gegenüber ist kein bedeutendes. Der Stickstoff wird von allen Bodengcmengtheilen con- densirt. Das Eiseuoxydhydrat absorbirt die grössten, der Quarz die geringsten Mengen. 10) Bei der Absorption des Stickstoffes durch Eiseuoxyd- hydrat werden geringe Mengen von Salpetersäure ge- bildet. Der Verfasser leitet aus den hier mitgetheilten Resultaten folgende allgemeine Sätze ab: Die Verdichtung der Gase durch den Boden ist durch physikalische und chemische Processe bedingt. Die durch chemische Vorgänge hervorgerufene Gasabsorptiou im Boden ist in ihren Wirkungen belangreicher, als die durch Flächen- attraction herbeigeführte. Erstere wird hauptsächlich vermittelt durch das Eisenoxyd, dann auch durch die Humussubstanzen. 3) Bei der Gasverdichtung durch den Boden werden dieselben als solche aufgenommen oder sie erleiden dabei chemische Veränderungen. 4) Die Gase werden im Allgemeinen in um so höherem Grade conden- sirt, je leichter sie sonst ihren Aggregatzustand ändern und je leichter sie sich zersetzen. 5) Die Condensation der Gase im Boden ist um so grösser, je feiner unter sonst gleichen Umständen die Bodcntheilchen sind. 6) Bei einer Temperatur zwischen — 10*^ werden die grössten Gas- mengen durch den Boden verdichtet; von da ab nimmt die Menge des absorbirten Gases mit steigender und fallender Temperatur ab. Boden, 45 E. Wollnyi) hat während dreier Jahre Versuchsreihen unterhalten, Temperatur welche hezweckten, die Temperaturvßrhältnisse des Bodens in dichtem und Im^ockeren lockerem Zustande kennen zu lernen. Zunächst dienten als Rohmaterialien "zusunde!'' für die Beobachtungen selbst: humoser Kalksand, reiner Kalksand, Lehm, Quarzsand. Diese Bodenarten wurden in kastenförmigen Holzrahmen von 1 □ m. Fläche gebracht und zwar derart, dass diese Rahmen, in einer Grube des Versuchsfeldes aufgestellt, als Basis den Untergrund dieses Feldes, seit- wärts Bretterwände hatten. Die Böden wurden in die Kasten im feuchten Zustande, der Lehm und humose Kalk, nachdem sie durch den Winterfrost zerkrümelt waren, im Frühjahre (April) eingefüllt. Die einzelnen Bodenarten waren locker aufgeschichtet in den Rahmen oder eingestampft mittelst eines Ilolzpfahles. Die Temperaturbeobachtuug geschah mittelst in Vio" getheilter Thermo- meter, die auf einen Decimeter Tiefe eingesenkt wurden; ausserdem wurde auch die Lufttemperatur bestimmt. Witterungsbeobachtungen wurden gleichzeitig angestellt, die Beobachtungen der Temperatur geschahen theils früh 7 Uhr und Abends 5 Uhr, theils an manchen Tagen alle 2 Stunden, oder täglich 3 mal 7 Uhr, 12 Uhr und 5V2 Uhr Abends. Im Jahre 1875 fand eine Voruntersuchung statt im August. In den Jahren 1876 und 1877 fanden Versuchsreihen, und zwar 1876 im Juni, 1877 im April, Mai und Juni, Juli, August, September und October statt. Die im Originale mitgetheilten Tabellen, welche die Beobachtungs- resultate zusammenfassen, lassen folgende Schlüsse zu: 1) Während der wärmeren Jahreszeit und bei warmer Witterung ist der Boden im dichten Zustande durchschnittlich wärmer als in lockerem. 2) Während der kälteren Jahreszeit (Frühjahr und Herbst), und so oft in der wärmeren Jahreszeit plötzliche und starke Temperatur- erniedrigungen statt haben, ist der Boden bei dichter Lagerung durchschnittlich kälter als bei lockerer. 3) Während der wärmeren Jahreszeit und bei warmer Witterung ist der dichte Boden am Tage beträchtlich wärmer. Nachts gemeinhin kälter als der lockere. 4) Zur Zeit des Maximums der täglichen Bodentemperatur ist der Unterschied ad 1 am grössten, hingegen zur Zeit des täglichen Mini- mums entweder sehr gering, oder es tritt eine Ausgleichung oder selbst ein umgekehrtes Verhältniss ein. 5) Die Temperaturschwankungen sind im dichten Zustande des Bodens bedeutend grösser, als im lockeren. 6) Die Ursachen vorbezeichneter Erscheinungen beruhen auf der besseren Wärraeleitungsfähigkeit des dichten gegenüber dem lockeren Boden. Geobotanische Wanderungen in Böhmen von R. Baumgart^). Die Hamm'sche Sprengcultur, eine neue Bodenlockerungs- methode. E. Pott^). ') Forschungen auf dem Gebiete der Agriculturphysik. 1878. 133. ^) Jahrbuch für österreichische Landwirtlie. 19. Jahrg. 1879. ^) Zeitschrift d. landw. Vereins in ßa^orn. 1878. S. IGG. 46 BoJcn, Wassor, Atmosphltre. Ucbcr (Wo Anforderungen der Geograpliic und der Land- und Forst- wirtlisoliaft an die geognostische Kartographie des Grundes und Bodens. A. Orthi). Die Torfwirthschaft Süddcutschlands und Oestcrreiclis, mit besonderer Berücksichtigung der Yerwerthung des Torfes in der Grossindustric nnd beim Eisenbahnbetriebe. Reisebericht von A. Ilausding, Ingenieur^). J. Wild. Ueber Bodentemperaturen. Monographie (Repertorium f. Meteorologie. T. VI. No. 4). Die Aufgaben der landwirtbschaftlichen Forschung behufs wissen- schaftlicher Begründung der Bonitirung des Bodens. C. Leisewitz. (Journal f. Landwirthschaft. 26. Bd. 1878. S. 17). Ueber den Einfluss des Bodens auf die Zersetzung organisclier Sub- stanzen. J. Sojka-"^). Literatur. Boden und Atmosphäre. Th. v. G obren. Mit Holzschnitten, Tabellen u. 2 color. Tafeln. Leipzig. Ilirschfeld. Die T hon Substanzen, nach Entstehungsweise, Bestand, Eigen- schaften und Ablageruugs orten. I<". Senft. Berlin. J.Springer. 1878. Die Umgegend von Berlin. G. Berend. 1) Der Nordwesten Berlins, Abhandlungen zur geologischen Spezialkarte von Preusscn. Bd. IL Heft ii. Berlin. Neumann'sche Kartenhandlung. Grundriss der Gesteinskunde. H. U. Lang. Leipzig. 1877. Ueber die Triasbildungen in Elsass-Lothringen und Luxem bürg. E. W. Be necke. Strassburg. 1877. Ueber die Moore der Provinz Preusseu. A. Jentzsch. 1878. Wasser. Referent: W. Wolf. Brunnen- Nach J. König^) ist das Wasser der Stadt Münster stellenweise so ^''lladt ^' schlecht, dass mancher Landwirth Bedenken tragen würde, sein Vieh da- Münater. j^jj. ^u tränken. Bei 30 untersuchten Wässern betrug im Liter der Abdampfuugs- rückstand *) Verhandlungen der Gesellschaft der Erdkunde. 1877. 2) LandwirthscLaftliche Jahrbücher. 1878. 8. 683. ») Zeitschrift für Biologie. 1878. XIV. Bd. S. 449. •*) Siehe Literatur am Schlüsse des vorliegenden Referats über ,, Wasser" ; im angef. Bericht. S. 80. 47 nach dem Glühen his 1,982 grm. die Organ. Stoffe „ 0,253 „ Chlor 0,314 Salpetersäure 0,268 Ammoniak 0,012 Kali 0,325 Schwefelsäure 0,303 A. Hilger veröffentlicht^) eine Arbeit über die Trinkwässer der Trink- Stadt Erlangen, wobei das Wasser von 64 öffentliclien und privaten wasserver- Brunnen von dem Verfasser und seinen Mitarbeitern W. Rössler, L. der Stadt Mutschier, C. Krauch, R. Luz und Kopp einer Prüfung auf Erlangen. 1) Feststellung der Temperatur, 2) den Gesammtrückstand bei ISO'' C. getrocknet, 3) den Glührückstand, 4) den Chlorgehalt, 5) den Salpetersäure-Gehalt (mittelst Indigolösung), 6) die organische Substanz (nach Kübel), unterworfen wurde. Auch wurde auf das Vorhandensein von Ammoniak und salpetriger Säure geprüft, und in dem Wasser von 11 Brunnen Ammoniak und von 7 Brunnen Spuren von salpetriger Säure nachgewiesen. Hie und da wurde auch eine mikroskopische Prüfung vorgenommen. Während die Untersuchungen des Verf. aus den Jahren 1875, 1876 und 1877 stammen, sind schon früher auf Veranlassung von v. Gorup von Fr. Schnitzer die öffentlichen Brunnen der Stadt Erlangen unter- sucht worden, über deren Resultate der Verf. Folgendes mittheilt: Der niedrigste Stand des Grundwassers ist zu Anfang und zu Ende des Jahres; der höchste im späteren Frühjahi-e, meistens erst im Sommer. Es fand sich eine Abnahme der Gesammt- Rückstandsmenge mit dem Sinken, Zunahme mit dem Steigen; hoher Alkali-Gehalt der untersuchten Wässer; Zunahme des Kaligehaltes mit der Tiefe der Brunnen, gleichzeitig theilweise Abnahme des Natrongehaltes; ge- ringere Härte, wenn Vermehrung des Gesammtrückstandes durch Al- kalien, höhere, wenn durch alkalische Erden. Ferner ist erwähnenswerth ein auffallend hoher Gehalt an organischer Substanz nur bei den weniger tiefen Brunnen. Der Verf. stellt die Gesammtresultate seiner Untersuchungen in tabellarischer Uebersicht zusammen, welche des Vergleichs halber die Zahlen für die Gesammtrückstandsmenge der Schnitzer'schen Untersuchungen aus dem Jahre 1868 beigefügt sind. Wir müssen bezüglich der Mittheilung der für jedes einzelne Wasser erhaltenen Zahlenresultate auf das Original verweisen, wollen aber nicht unerwähnt lassen, dass 1) Arch. d. Pharm. 1878. Bd. 213. S. 416. ^Q üodcii, Wasser, AtmoKpliUrc. 18G8 1877 als kleinste 1808 beobachtete Rück- standsmcngc beim Brunnen des Markt- platzes pro Liter 0,1204 grm. 0,1402 grin. als grösstc Kückstandsmcngc(Brun- nen der Brauhausgasse) pro Liter . . 2,208 „ 1,4304 „ sieb ergeben hat. Aus den in den Tabellen vorliegenden anderweiten Zahlenresultatcn lassen sich die Trinkwasserverhältnisse der Stadt Krlangcn durchaus nicht als besonders günstige bezeichnen. Diese Thatsachc wundert nicht, wenn man die in Erlangen bestehenden Verhältnisse berücksichtigt. Es fehlt fast jede Canalisation, die Düngerstätten-Anlagen sind sehr primitiver Art und in dem sandigen Boden der Stadt findet fast sämmtlicbes Spülwasser und sonstige Abfälle flüssiger Natur der Küchen, Schlächtereien etc. Ge- legenheit in denselben einzudringen. Der Boden, auf welchem die Stadt steht, ist imprägnirt mit orga- nischen Steifen, den Mineralsalzen, der Jauchen u. s. w. Die organischen Substanzen erleiden jedenfalls aber in dem sandigen Boden sehr rasche Veränderungen, indem sie weiter oxydirt werden. Die sehr hohen Zahlen in der Tabelle für den Sal- petersäure-Gehalt, bei verhältuissmässig geringerem Gehalt an organischen Stoffen der Brunnenwässer, sowie der sehr hohe Chlorgehalt, — der er- fabrungsmässig einen der besten Prüfsteine abgiebt für den Zufluss von Jauche zu einem Trinkwasser, — sprechen für obige Anschauung. Aus den Zahlen der Tabellen erkennt man ferner beim Vergleich der neueren Resultate mit denen von 1868, dass seit dieser Zeit das Wasser von 24 Brunnen schlechter geworden ist. Bei drei Brunnen, welche auf einem Territorium liegen, das seit mehreren Jahren canalisirt ist, zeigte sich eine bedeutende Abnahme des Gehaltes an Gesammt-Rückstand. Es ist sicher, sagt der Verf., dass diese Verbesserung der Canalisation zuzuschreiben ist. Ebenso bestätigen die Untersuchungsresultate, welchen wichtigen Factor der Chorgehalt eines Trinkwassers hinsichtlich der Beurtheilung der Güte bildet. Mit dem Steigen des Chlors sehen wir den Gehalt an Gesammt-Rückstand, an Salpetersäure, organischen Stoffen, ja selbst an Ammoniak und salpetriger Säure vermehrt. Die Chlormeugen geben die besten Anhaitcpunkte zur Beurtheilung ob Zuflüsse von Jauche oder Latrinenflüssigkeit zu einem Trinkwasser statt- gefunden haben. Der Verfasser hält aber nach seinen Erfahrungen dafür, dass man für die Beurtheilung eines Trinkwassers nicht zu kleine Greuzzahlen für die verschiedenen Bestandtheilc des Wassers als Norm aufstellen sollte, da der Verfasser wiederholt gefunden hat, dass Trinkwässer in Städten und bestimmten Districtcn bei sonst grosser Reinheit und vortrefflicher Beschaffenheit in 100000 Theilen oft 5 Theile Chlor und 10 Theile Salpetersäure enthielten. Der Verfasser schlägt daher vor, ein Wasser noch nicht zu verwerfen, oder als schlechtes Tiukwasser zu charakterisiren, wenn es in 100000 Theilen 5 Theile Chlor und 10 Theile Salpetersäure Wasser. j^o enthält, voraus gesetzt, dass nicht salpetrige Säure und Ammoniak in grös- serer Menge, oder aber auch reichliche Menge von organischen Substanzen vorhanden sind. Die im Jahre 1877/78 von Kraudauer ^) ausgeführten Untersuchun- uei)er die gen Freisinger Wässer, bilden die Fortsetzung der von Aubrj' 1876/77 Nutzwäs^ser (s. unter ,, Literatur") mitgetheilten Arbeiten. Von 8 untersuchten Wässern ^^\'eisin'" befand sich nur ein einziges bezüglich des Gehaltes an festem Rück- stand unter der Grenze (0,5 gr. pro Liter), welche man nach dem Verf. als für ein gutes Trinkwasser noch zulässig anzunehmen pflegt. In vier Wässern würde ein so beträchtlicher Gehalt an Chlor und organischen Substanzen nachgewiesen, dass es keinem Zweifel unterliegt, dass diese Wasser von thierischen Abfällen (Harn etc.) in ihrem Gehalte an festen Stoffen beeinflusst werden. In dem Laboratorium dei' kongl. bayr. Centrallandwirthschaftsschule beitrage zur zu Weiheustephan sind in den letzten beiden Jahren 1877 und 1878 lung' ver- Untersuclmngen mit Wässern, welche aus den verschiedensten Theilen ^^^^ässTr"^ Deutschlands stammen, vorgenommen worden. Deutsch- Kraudauer führte mit 52 verschiedenen Wässern Untersuchungen aus und Lintner berichtet^) darüber, dass bei den 52 Proben der Ab- dampfungsrückstand in 100 000 Theilen Wasser von 8,5 bis 92,4 Theilen schwankend gefunden wurde; jedoch überstieg der grössere Theil der Wasserproben die anzunehmende Grenze von 50 Theilen in 100 000 Theilen Wasser nicht. Der Gehalt an Chlor schwankte zwischen 0,024 bis 40,73 Theilen. Bei 39 Proben war derselbe nicht höher als 9,58 Theile; nur 2 Proben zeigten 39,5 und resp. 40,73 Theile Chlor. Bei 34 Proben schwankte der Kalk zwischen 1,12 — 16,63 und der Gehalt an Magnesia zwischen 0,069 und 8,72 Theilen. Halenke unternahm im Jahre 1878 auf der landwirthschaftlichen Das Trink- Versuchs-Station Speier im Auftrag der Stadtverwaltung die systematische sTatuspeier. LTntersuchung der sämmtlichen öffentlichen Brunnen der Stadt-, über das Resultat der Untersuchung giebt eine Zahlentabelle ^) nebst dem erläu- ternden Text des Verfassers vollkommen Aufschluss. Wir entnehmen der Zeitung, dass die Speierer Trinkwasser durchgehends sehr reich an Salzen, insbesondere an salpetersauren Salzen und Chloriden sind und wenn auch in dieser Beziehung diesen Trinkwässern nicht gerade das Prädicat ,, vorzüglich" gegeben werden kann, so sagt der Verfasser, liege doch keine Berechtigung vor, sie gerade als der Gesundheit nach- theilig zu bezeichnen. Im Gegentheil es liegen Anhaltepunkte genug vor, welche beweisen, dass die Salpetersäure und die Chloride in den Trink- wässern von Speier nicht die Producte einer momentan vor sich gehenden Zersetzung organischer Substanzen sind, sondern dass diese Stoffe ein Product einer bereits seit langer Zeit abgeschlossenen Fäulniss und Ver- ^) Beilage zum Jahresbericht der königl. bayr. Centrallandwirthschaftsschule Weihenstephan, 1878. Freising, Datterer S. 1 — 3. 2) ibid. ^) Beilage zur „Speierer Zeitung" No. 71. 1879. Jahresbericht. 1878. 4 erv Boden, Wasser, AtmosphUre. wcsung ürganisclicr Köi'i)er bilden, welche in dem Boden worauf Sj>cicr steht vor Jahrliundertcn vorhanden waren. Dass also ein Fänlnissprocess im Boden heute noch andauernd nur in der Kälie einiger Ih-unnen vor sich geht, und dass die l)edeutenden Mengen von Salpetersäure, wie ßolchc in den Wassern von Si)eier gefunden werden, nicht das Product einer noch heute vor sich gellenden Zersetzung sind, dafür spricht nach dem Verfasser am bestimmtesten die Thatsache, dass in den weitaus meisten der untersuchten ötfentlichen und Privatbrunnen die Zwischcnproducte der Fäulnissproducte thierischer stickstoffhaltiger Substanzen, nämlich die salpetrige Säure und das Ammoniak entweder vollständig fehlen oder nur spurenweise vorkommen. Von 80 untersuchten Brunnen, wovon G4 öffentliche, zeigten: 66 Wasser keine Rcaction auf salpetrige Säure 3 „ spurenweise „ „ „ „ 7 „ deutliche „ ,, „ „ und nur 4 „ starke „ ,. „ „ ferner: 5i „ keine Reactiou auf Ammoniak 18 „ spurenweise „ „ „ 7 ,, deutliche „ „ „ und nur 4 „ starke „ „ „ Der Salpetersäuregehalt bei sämmtlichen untersuchten Brunnen- wassern bewegte sich pro Liter zwischen 0,0018 und 0,680 gr., während der Gehalt an Chlor bei allen Wassern zwischen 0,0142 und 0,4078 scliAvanlite. Der Gesammtrtickstaud pro Liter betrug im Minimum 0,130 gr., im Maximum 2,340 gr. Gleich günstig für die Beurtbeilung der Speierer Trinkwasser sind auch die geringen Mengen von organischen Substanzen. Nur 7 Wasser enthielten pro Liter mehr als 0,050 gr. organischen Substanzen. Weitaus die meisten enthalten kaum die Hälfte. 7 Wasser enthalten unter 0,010 gr. pro Liter. Der Verfasser schliesst, dass die Speierer Wasser im Allge- meinen nicht so schlecht sind und wenige Ausnahmen (10) ab- gerechnet, keineswegs zu Befürchtungen in sanitärer Bezieh- ung Veranlassung geben. (Wir vermissen leider eine mikroskopische Untersuchung der Wasser und hätten gewünscht, das der Verfasser w'euigsteus mit den 10 oder 11 in der Tabelle durch fettgedruckte Zahlen gekenntzeichneten Wassern mikroskopische Untersuchungen angestellt hätte , da die chemische Unter- suchung allein den letzten Schluss des Verfassers kaum in jeder Be- Untersuch- zichung berechtigt erscheinen lässt. Der Ref.) unE? der o o j QueUen für L. Dissehof bcrichtct ^) über die Quellen und Zusammensetzung des 'ver^^gung' Wasscrs, wclchcs aus den Grauwacken- und Schieferschichten des Lenne- der Stadt schicfcrs, mit 10 bis 70 M. mächtigen, eingelagerten Kalksteinschichten Iserlohn. " 0700 der Stadt Iserlohn zugeführt wird. Die Quellen liefern täglich 2000 C.-M. Wasser und wie nachstehende ') Journ. für Gasbeleuchtung. 1878. S. 471 a. Dingler. polyt. Journ. 1878. Bd. 230. S. 90. Wasser. 51 Analj^seii zeigen, gehört das Wasser mit zu den besten, der in Deutsch- land zur Versorgung verwendeten. Bestandtheüe (in 1 Liter) Kalk Magnesia Natron Eisenoxyd Schwefelsäure . . . . Kieselsäure . . . . Chlor Gebundene Kohlensäure Gesammtrückstaud . Halb gebundene Kohlensäure Freie Kohlensäure . . . Salpetersäure j Ammoniak > . . . Organ. Substanz ) Temperatur Kalkquellen Grosse Quelle I Quelle im im südlichen 'Gegenorte des Feldorte Rudolfsstolleu mg. 35,61 4,75 5,43 0,47 5,15 6,34 Spur 3.3.20 mg. 49,28 12.20 3,14 Spur 5,15 5,00 Spur 51,49 90,95 33,20 126,26 37.49 Sfliidertiiielle Hauptquelle im ^Verming- serthale mg. 24,86 6.05 2,21 Spur 6,80 6,00 Spur 24,01 9 « Nicht nachweisbar 8,5» 69,93 24,01 2,90 8 Die Trinkwässer der Stadt Husum in SchlesA^ig untersuchte J. Krosz^). Aus den an a. 0. in Tabellen zusammengestellten Zahlenresultaten der Analj-sen von 49 verschiedenen Brunnen der Stadt ergiebt sich, dass kein einziger Brunnen der Stadt Wasser giebt, das allen an ein gutes Trinkwasser zu stellenden Anforderungen zu genü- gen vermochte. Der Verfasser fand sehr hohe Gehalte an organischen Substanzen, Chlor etc, und schreibt die Gründe für die schlechten Wasserverhältnisse der Bodeubeschaffenheit, der mangelhaften Construction der Brunnen und namentlich der schädlichen Nähe der Rinnsteine zu. Der hohe Chlorge- halt dürfte der Nähe des Meeres zugeschrieben w^erden. (Auch hier ver- missen wir leider eine mikroskopische Untersuchung des Wassers. Der Referent.) Im Gewerbeblatt des Grossherzogthum Hessen wird auf die mangel- hafte Beschaffenheit der Abort- und Jauchengruben aufmerksam gemacht. In drei Fällen, in denen über Verderben der Brunnen durch solche An- lagen Klage geführt worden war, hat man Untersuchungen durch Auf- grabung angestellt. Es kam hierbei vor 2), dass aus einer erst im Jahre Trinkwasser von Husum. Verunreini- gung der Brunnen durch un- dichte Senk- gruben und .Jaucheu- behälter. *) Archiv der Pharm. 1878. Bd. 12. S. 515. 2) Dingler's polyt. Jonrn. 1878. Bd. 228. S. 191. 4* ro Hoden, Wasser, Atmosphäre. 1877 angelegten Senkgrube die Jauche "2,5 Meter tief durcli speckigen Lclniiboden gedrungen, auf die wasserführende Schicht gelangt war und danach den bis 8 Meter entfernten Brunnen so stark inficii-t hatte, dass das Wasser des Brunnens vollständig niibrauchbar und ungeuiessbar geworden war; ganz ähnlich verhielt es sich in den beiden anderen Fällen. nninnoii- Hugo Scliiff ^) berichtet, dass er Brunnenwasser in Florenz, .h.rch*saii- welches reichlich Gyps und organische Substanz enthält und im Sommer cjisäuro/.u- unter Schwefelwasserstoflfeutwicklung leicht in Fäulniss übergeht, durch Butzvor t^' Fäulniss zu eiucn Zusatz von 0,8 grm. Salicylsäure pro Liter drei Jahre lang conser- Der üble Geruch des Wassers rührt oft von in demselben sich bildenden Algen her. W. G. Tarlow^) beobachtete bei dem Wasser eines Reservoirs in Boston einen Geruch nach Schweineställen und schreibt die Ursache dieses Geruchs im Wasser befiudlichen, absterbenden Nostocchineen zu. Zur Keini- Dr. GuuuiugS) wcudct um ungesundes Fluss-Wasser trink- 'wälser.' l^ar zu machen Eis euch lorid an. Die am unteren Theile der Maass gelegeneu Ortschaften sind betreffs der Erlangung von Trinkwasser auf das Maasswasser augewiesen, welches bei Personen, die nicht an den Genuss dieses Wassers gewöhnt siud, Durchfälle hervorbringt. Um das Wasser völlig unschädlich zu machen, setzt der Verf. dem Wasser pro Liter 0,032 grm. trockenes Eisenchlorid zu. Nach 36 Stunden scheidet sich ein flockiger Niederschlag ab und das Wasser hat seine schädliche Wirkung verloren. Als bestes Mittel um Wasser aller Art rasch und vollkommen rein filtrirt zu erhalten, hat sich das Filtriren des Wassers durch schwammiges Eisen (Eisenschwamm) ergeben. Analyse des j^ Freseuius'^) hat . das Wasser der Bittersalzquellen von Huinadi- W assers der ' ir-iir» />i Hunyadi- Jauos ueuerdiugs untersucht und folgende Zusammensetzung gefunden. Queuen^ bei Eiu Liter Wasser enthält in Gramm: Budapest. Schwefelsaures Natron 19,6621 Schwefelsaure Magnesia .... 18,4494 Schwefelsaurer Kalk 1,3219 Schwefelsaurer Kali 0,1329 Chlornatrium ........ 1,4241 Doppelt-kohlensaure Magnesia . . 1,1144 Doppelt-kohlensaures Eisenoxydul . 0,0028 Kieselsäure 0,0112 Freie Kohlensäure 0,01268 Summa aller Bestaudtheile 42,1316. ^) Berichte der deutsch-chem. Gesellschaft. 1878. S. 1528. 2) Bulletin of the Bussey-Institution. Bd. II. S. 75. 1877; aus dem Agri- culturchem. Centralbl. 1879. Heft 1. S. 69. 3) Centralbl. für Agriculturchemie. 1879. S. 467. *) Zcitsebr. f. analytische Chemie. 1878. S. 461. Wasser. 53 Ferner enthielt das Wasser Spuren von Lithion, Strontian, Phos- phorsäure, Borsäure, Salpetersäure, Brom, Jod, organische Stoffe und Stickstoff. Von dem Iwoniczer Mineralwasser hat v. Radzisz ewski ^) zwei Quellen- ^uaiyse des wasser und zwar das der Carls- und Ameliaquelle analysirt. An festen Bestaudtheilen fanden sich in der Wasser. Chlornatrium Chlorkalium Bromnatrium Joduatrium . Kohlensaur. Natron . „ Lithion . „ Kalk „ Strontian „ Baryt . „ Magnesia „ Eisenoxydul . „ Manganoxydul Borsaures Natron . . Phosphorsaure Thonerde Kieselsäure Organische nicht flüchtige Be staudtheile Fehler und Spuren . . . Carlsquelle 8,00667591 0,07971480 0,03647958 0,02400700 1,63589453 0,01896960 0,21547700 0,01221600 0,01941000 0,08461200 0,00594500 Spuren Ameliaquelle 6,74278660 0,06746270 0,01748530 0,01361652 1,29231951 0,01643990 0,20221800 0,01026900 0,01921000 0,07327200 0,00950910 Spuren 0,0238300 0,021.66600 0,07144730 0,19767828 0,13204060 0,20281277 Summa aller festen Bestand- theile im Liter . . 10,42235000 8,82010000 Weiterhin : Kohlensäure, zur Bildung saurer Carbonate 0,86546710 0,68482610 Ammoniumbicarbonat . . . 0,01408560 0,01340294 Freie Kohlensäure .... 0,56274370 0,28023780 Methylwasserstoff 0,02293980 0,01757610 Stickstoff 0,00930110 0,00823690 Bei dieser Gelegenheit untersuchte der Verf. auch die aus der dortigen Gasquelle genannt „Belkolka" entströmenden Gase und fand, dass dieselben frei von solchen Gasen sind, welche sich direct mit Brom oder einer alkalischen Kupferchlorürlösung zu verbinden vermögen und hauptsächlich aus gesättigten Kohlenwasserstoffen nebst verhältnissmässig wenig COü bestehen. 100 Volumen Gas enthielten nur 4,22 Vol. CO2. Nach Magnier de la Source^) enthält 1 Liter der „Elisabeth'' und St. Marie" des Bassins zu Vichy: Quellen -^ualyse der Mineral- wasser von Vichy. 1) Archiv der Pharmacie. 1878. Bd. 13. S. 459. 2) Archiv f. Pharm. 1878. Bd. 13. S. 351. 54 Bodou, WusBer, Atiiio8ii)iärc. Cliloniatiiuin . Doppelt-kühlcns. Natron Kali . Li tili on Magnesia Kalk . Kalk Eisenoxyd Thonenlc Schwefels. Kieselsäure . . Arsensaurcs Natron Pbosphorsäure Kupfer .... Organ. Stolfe . . Gesamratrückstand Aiialjso des Grubeu- wassers aus der Blei- gegeud des südwestl. Missouri. Nach Chas. Williams dagegen per Gallone 231 C St. Marie St. Elisabeth 0,515 0.503 6,121 5,S43 0,258 0,843 0,002 — 0,161 0,133 0,353 0,365 0,033 0,010 0,0015 Spuren 0,306 0,21)4 0,019 0,016 0,002 0,002 Spuren Spuren 5,5045 5,0080 scs Wassei keine Spur Blei, ^) enthält dieses ' in Gran folgende Bestandtheile: I. II. . 0,16032 0,18094 . 0,49009 0,48331 0,31879 0,33772 . 27,98303 28,31665 . 2,74152 2,23635 . 0,08164 0,07115 . 13,14142 13,08099 0,01711 0,01171 . 0,58649 0,69906 . 4,58545 4,48954 2,29817 2,72376 Spuren Spuren . 0,11887 0,15193 . 0,12232 0,13022 . 0,81645 0,64033 . 4,14058 3,63904 . 57,60315 57,20170 Grau. Zusammen- setzung des Wassers von Marpiugen. Chlornatriuni Schwefels. Natron . „ Kali . . „ Kalk . . „ Magnesia „ Baryt . „ Zink . . „ Kupfer . „ Thonerde Kohlens. Kalk . . „ Eisen . . „ Mangan . Arsenige Säure . . Antimonsäure Kieselsäure . . Organische Stoffe . In Summa pro Liter H. VohP) hat am 8. Nov. 1876 in jüngster Zeit viel von sich reden gemacht hat, Wasser geschöpft und dasselbe auf seine Bestandtheile untersucht. Im Liter fanden sich: Kalk 0,0134 grm. Magnesia .... 0,0089 „ *) American Chemist. No. 79. pas;. 246; aus d. Archiv d. Pharm. 1878. Bd. 13. S. 352. 2) Ber. d. dcutsch-chem. Gesellsch. 1878. S. 878. Wasser. 55 Eisenoxj'd . . . 0,0030 grm Kieselsäure 0,0048 Schwefelsäure 0,0034 Chlor .... 0,0010 Salpetrige Säm-e . Spuren Kali uud Xatron 51 Organ, und flüchtige Substanzen 0,0200 51 Von einer besonderen medicinischen Wirkung dieses Wassers kann demnach nicht die Rede sein. G. C. Wittsteiui) hat die Analyse eines Kohlensäuerlings von ^^^^^^^ Memlos a. d. Rhön bei Fulda ausgeführt und den Resultaten zufolge Mmerai- gefunden, dass der Memloser Sauerbrunnen den besten bisher be- ^^''**^^'^'- kannten natürlichen Kohlensäuerling unbedenklich an die Seite gestellt werden kann. E. Willm^) untersuchte das Wasser von 2 schwefelhaltigen Quellen von Chales in Savoyen, wovon die Hauptquelle im Liter 0,3594 grm. und die kleinere Quelle 0,0059 grm. Natriumsulfhydrat enthielt. Ferner untersuchte der Verf. ^j 2 Thermen von Aix, die Schwefel- und Alaunquelle, und eine Schwefelquelle von Marlioz. R. Fresenius-^) giebt die Resultate der neueren ehem. Untersuchung der warmen Quellen zu Schlangenbad und vergleicht die analytischen Resultate mit den früher gefundenen. E. V. Gorup-Besanez^) liefert die chemische Untersuchung der Schönbornsquelle bei Kissingen. Die Schwefelthermeu zu Baden bei Wien sind von F.C. Schneider und M. Kretschyß) analysirt worden. M. Ballo'') liefert die ehem. Untersuchung des Wassers des Donau- stromes bei Budapest. A. u. G. de XegriS) theilen die Resultate der Analyse des Mineral- wassers von Gaste ggio mit. Dieses Wasser enthält nachweisbare Mengen von Lithium, Rubidium und Cäsium. G. B i z i 9) veröffentlicht die Analyse des Mineralwassers von P e j im Trientin'schen und vergleicht die neueren Resultate mit den von ihm früher erhaltenen. 1) Chem. Centralblatt. 1878. S. 295. 2) Chem. Centralbl. 1878. S. 295. =*) Chem. Centralbl. S. 359. *) Chem. Centralbl. 1878. S. 536 und Journ. für prakt. Chemie. 17. Bd. S. 306. 5) Chem. Centralbl. 1878. S. 617. 6) Wien. Sitzungsber. II. 76. S. 476. ■^) Ber. d. deutsch-chem. Gesellsch. 1878. S. 441. «) Ebeuds. S. 1249. «) Ebends. S. 1385. r^(j Uc)doii, Wassor, Atnios))liiirü. U. Moycr') hat die Analyse der ]Miiieral(|uelle ,,'reiiiiif,a'r Had" im Soiuvixer Tobel (Biindiier Oberland) ausgeführt. II. Vohr^j publicirt die Analyse der Mineralquelle „Marie n- brunuen" zu Huckstclle bei Iserlohn und ^) eine Analyse des Ofner 1\ ;'i ]i i) c /, y - B i 1 1 e r w a s s e r s. Ferner veröffentlicht A. von l'lanta-Keichcnau ^) neue Analysen der Ileil^ Bodon, Wussor, AtmospUttre. lorer Tciiiiit'ratiir. ziomlii'li rogclinässii^ mit tlcr 'riolc bis zu 14,37 Ccni. bei über 4800 Fiuis Tiel'o iiiul 1,5*' mittlerer 'IViiincratur dos See- \Yassers. Es hat sieh dureh die Beobachtungen die bekannte Thatsaclic er- geben, dass die Menge der Kohlensäure, welche 1 Liter Seewasscr auf- gelöst enthält, grösser ist, als die Menge, welche unter gleichen Bedingungen in 1 Liter dcstillirtem Wasser vorhanden sein kann. Animo uiuk- ]^ D i u 1 a t'o i 1 1) hat Meerwasser aus dem Mittelländischen Meere gehiilt (los ' Muor- (1) an der iranzösisi-hon Ki'istc, aus dem Golf von Bengalen (II) und von wabboib. ^^^^, j^^yf^, y^^jj Cocliinchina (III) auf Ammoniak untersucht und in I Liter gefunden im Wasser I 0,22 mgrm, II 0,13 „ ni 0,86 „ Ammoniak. Bezüglich der w'eiteron geologischen Folgerungen des Verf. müssen wir auf das Original verweisen. Kegon! Ha- ^- Scdiöuc^^) hat iu der Kähe von Moskau Regen, Hagel, Graupeln , k'iis, , und Schnee auf Wasserstoffsuperoxyd untersucht. uud'dor' Von 215 Mal Regen und Hagel und 172 Mal Schnee und Graupeln, Wa"scrs'tofl'^ ^^^*^ ^'^" ^^^ ProbcH, warcu 93, nämlich nur 7 Regenproben und 80 supcroxyd. Schnccprobeu, in welchen durch Jodkalium, Stärke und Eisenvitriol oder Guajak und Malzauszug keine Reactioncu auf Wasserstoffsuperoxyd erhalten werden konnten. Auch S. Kern 3), ebeudas., hat in den Sommern 1876 und 1877 das Meteorwasser auf Wasserstoffsuperoxyd untersucht und im Liter Regeu- wasser im Mittel 0,36 mgrm. Wasserstoffsuperoxyd gefunden. atmüspM-' W. Eugling'i) hat in den Jahren 1875 an der landwirthschaftlichen "sollen ^;ic- Versuchs-Station München und 1876 und 1877 in Tisis bei Feldkirch derschlage au Ammo- in Vorarlberg allmonatlich Bestimmungen über den Gehalt des Kegens sa\i)üter- f^^ Ammoniak und Salpetersäure ausgeführt und mit diesen Bestimmungen säure. z u -Beobachtungen Hand in Hand gehen lassen. Diese Untersuchungen haben ergeben, dass ein auffallender Unter- schied in dem Gehalt des Regens an genannten Stickstoffverbindungen, je nach dem Versuchsort, sich zeigt. Der Verf. glaubt aus seinen Beobachtungen schliessen zu können, dass die StickstoffVerbindungcn, welche mit den Niederschlägen in der Xähe grösserer Städte, dem Boden zugeführt werden, grösser sind als auf dem Lande. Der Verf. bestätigte die Resultate früherer Untersuchungen von Boussingault, Knop und W. Wolf, wonach in Monaten, in welchen 1) Compt. rciulus. 1878. Ud. 86. S. 1170. '^3 liericht der deutsch, ehem. Gesellsch. 1878. S. 482 a. Dirigier polytech. Journ. 1878, Bd. 228. S. 382. 3) Chemical News. 1878. Bd. 37. 8. 35. *) Bericht über die Thütigkeit der landw. ehem. Versuchsstation des Landes Vorarlberg. 1876—77. Bregenz. J. X. Teutsch. 1878- A. d. Centralbl. f. Agriculturchemie. 1878. Heft IX. S. 641. Wasser. 59 die überhaupt gefallene Regeumeuge gering und das auf einmal gefallene Quantum nicht hoch war, das Regenwasser sich gehaltreicher au Stick- stoffverbindungen erwies, als in den uiedcrschlagsreichen Monaten und dem Wasser laug andauernden Regen. Die Untersuchungen des Verfassers, wobei wir wegen der speciellen Zahlenergebnisse auf das Original verweisen, haben ferner ei'gebeu, dass in allen den Monaten, in welchen ozonreichere Luft sich nachweisen liess, der Ammoniak- und der Salpetersäure-Stickstofi' näher zusammen- rücken, woraus man schliessen kann, dass in den Niederschlägen relativ mehr salpetersaurcs Ammoniak und weniger kohlensaures gebildet resp. vorhanden war. Nachdem schon P. Griess zur Nachweisung der salpetrigen Säure Nachweis u. • 1 /> 1 PI 1 T\- • 1 1 Bestimmuug im Brunnenwasser statt der von ihm früher empiohlenen Diamidobenzoe- der säure das Diamidobenzol vorgeschlagen hat, wenden C. Preusse und ^^^säurf^" F. Tiemann^) folgendes Verfahren au: imBruuueu- 100 cc der zu prüfenden farblosen Flüssigkeit werden mit 1 cc ver- dünnter Schwefelsäure (1 : 2) und 1 cc Metaphenylendiaminlösung (1 : 200) versetzt. Erscheint bei dem Umrühren mit einem Glasstab sofoi't eine rothe Färbung, so ist der Versuch mit 50, 20, 10 cc Lösung, welche man zuvor mit salpetrigsäurefreiem Wasser zu 100 cc verdünnt hat zu wiederholen; die Verdünnung ist eine genügende, wenn eine deutliche Reaction erst nach Verlauf von 1 bis 2 Minuten eintritt. Möglichst gleichzeitig mit der Anstellung dieses Versuches versetzt man in drei anderen Gliedern reines destillirtes Wasser mit 0,3 bis 2,5 cc der tritrirten Alkalinitritlüsung verdünnt bis zu 100 cc und setzt 1 cc verdünnte Schwefelsäure und 1 cc Metaphenylendiaminlösung in je einem Cylinder zu der Flüssigkeit. Man vergleiche die auf diese Weise hervorgebrachten Färbungen mit der, welche die zu untersuchende Lösung annimmt, indem man durch die Flüssigkeitssäulen auf ein untergelegtes weisses Stück Papier sieht. Die Probelösung von salpetrigsaurem Alkali, von der 1 Liter 10 mg. salpetrige Säure enthält, erhält man, indem man 0,406 grm. trockenes salpetrigsaures Silber in heissem Wasser löst und die Lösung durch hin- zugefügtes Chlorkalium oder Chlornatrium zu salpetrigsaurem Alkali zer- setzt. Mau füllt zu 1 Liter auf und nimmt, nachdem das Chlorsilber sich abgesetzt hat, von der klaren Flüssigkeit 10 cc, welche man aber- mals zu einem Liter verdünnt. In den Mittheilungen aus der landwirthschaftlichen Station für verhalten^ Brauerei in W e i h e n s t e p h a n ^) finden sich Untersuchungen von des Wassers 0. Schottler, von welchen wir nicht versäumen wollen nachträglich die Eiufiuss Resultate zu verzeichnen. ^''iifhtung.'^' Es ist bekannt, dass weiui gewöhnliches Wasser, selbst in wohlver- schlossenen Gefässen, längere Zeit sich selbst überlassen bleibt, die Aus- scheidung resp. Bildung von grünen und grünlich-braunen organ. Substan- ») Ber. d. deutsch, ehem. Gesellsch. 1878. ö. 627. "^) Der bayr. Bierbrauer. 11, .Jahrg. S. 306 aus dem Geutralbl. für Agri- culturchemie. 1878. H. 9. S. 708. nt\ _ lioileu, WanBor, AlmoepliUrn. zcn heobachtoii kann. Niiili einiger Zeil tiiidot sidi bei iiälioirr Untci- siu'lmug des Wassers, dass /alilreiclie Algen und Infusorien unter dvm Mikroseop erkannt werden können. Man hat angenommen, dass die Bil- dung dieser Organismen aus dem Gehalte des Wassers au bereits darin vorhandenen organischen Substanzen erfolge. Der Verfasser hat aber durch die vorliegenden Untersuchungen die Frage einer näheren Erörte- rung unterzogen: ob nicht vielmelir in dem Wasser, was immer mehr oder weniger Kohlensäure enthält . durch den Lcbensproccss dieser nie- drigsten Organismen eine Neubildung von organischer Masse statt- finde, so dass die Entstehung dieser Organismen nicht nur von der im Wasser schon vorhandenen Substanz herzurühren braucht. Zur Beantwortung dieser Frage hat Schottler verschiedene Wässer längere Zeit hindurch gut verschlossen aufbewahrt und zu verschiedenen Zeiten hintereinander die Zunahme der in dem Wasser vorliandencn organischen Substanz durch den Mehrverbrauch von übermangansaurem Kali beobachtet. Auf diese Weise gelangte der Verfasser z. li. mit dem Wasser der Münchener Thalkirclmer Leitung zu folgenden Ergebnissen: 100 000 Thcile Wasser verlangten, um die dariu vorhandene organ. Substanz zu zerstören (zur Oxydation) am Anfang der Untersuchung am 10. Juli 0,0432 grm. „ 21. „ 0,1090 ,, „ 1. August 0,1939 ., „ 17. „ 0,2787 „ „ 3. Septbr. 0,3272 „ Sauerstofi". Wie man aus diesen Zahlen ersehen kann, ist das Wasser, nachdem es 3 Wochen in verschlosseneu Flaschen gestanden hat, durch Neubildung von organischer Masse nach dieser Richtung hin schon untrinkbar ge- worden; die organische Substanz im Wasser hatte bereits eine Höhe er- langt, die das Wasser nicht mehr als Trinkwasser erscheinen lässt. Es hat diese Beobachtung zunächst insofern schon eine wesentlich practische Bedeutung, als man bei Prüfung eines Wassers auf seine Rein- heit bez. des Gehaltes au organischer Substanz, wenn diese Prüfung nicht sofort nach Probenahme des Wassers geschieht, unter Umständen einen viel höheren Gehalt an organischer Substanz finden könnte, als das Wasser im frischen, ursprünglichen Zustande enthielt, wieseube- Dass das Wasser je nach seinem Gehalt an Pfianzeunälu-stoffen bei der und Heu- Bewässcruug der Wiesen von Erfolg auf den Heuertrag der Wiesen sein ertrag, j^anu, ist eiuc bekannte Thatsache. Wir linden dies bestätigt durch Ver- suche , welche ') auf einer Domaine im Egenthal in Böhmen ausgeführt worden sind. Dci* durchschnittliche Heuertrag wurde in 3 Jahren durch die Bewässerung von 15,8 auf 29,2 mctr. Centner pro Hectar oder um nahezu 85% erhöht. ^) Agriculturchemisches Ceutralbl. 1878. H. 8. S. 563 aus dem Oester- reich. Wocheubl. 1878. S. 23U. Wasser. 61 In einer anderen Arbeit von F. Ullik i) wird von einer Wässerungs- üeber das wiese berichtet, dass sie trotz der grössten iln- gewendeten Sorgfalt, in einer wäs- Quantität, wie Qualität des Ileucrtrags zu wünschen übrig lasse und in '^wre^f!" beiderlei Hinsicht meist den nicht bewässerten Wiesen des Meierhofs in Liebwerd in Böhmen nachstehe. Zur Bewässerung der Wiese diente das Wasser aus dem Plusnitz-Flusse (Pulsen), der sich nahe bei Liebwerd in die Elbe ergiesst. Die während der Dauer der Bewässerung (im Frühjahr 4, im Sommer 4. im Herbst 12 Tage) pro Hectar der bewässerten Wiesenflächen gebrauchten Wassermassen betrugen 49 267,48 Kubikmeter. Die Unter- suchungen, welche der Verfasser ausführte, erstrecken sich nicht nur auf die Analyse des zuflies senden Berieselungswassers , sondern auch auf die Gehaitc des von den Wiesenflächen ab fliessenden Wassers nach der Berieselung und ausserdem auch auf die Untersuchung der von der Wässeruugswiese geernteten Heu- und Grummet -Mengen an Aschen- bestandtheilen. Die analj-tischen Resultate des zuflies senden, (= Z) und ab f Mes- senden Wassers (= A) lassen erkennen, dass: 1) Die organischen Substanzen im Z in flüchtiger und leicht zersetz- barer Form, in grösserer Menge vorhanden waren, als in A. A ent- hielt dagegen mehr nichtflüchtige als Z. Es sind somit bei der Be- wässerung die leichter zersetzbaren organischen Substanzen zurückgehalten worden, während eine Aufnahme von schwerer zersetzbarer Substanz vom Wasser Z erfolgte. 2) Die Phosphorsäure findet sich in Z in nicht unerheblichen Mengen, (0,026 grm. in 100 000 Gew.-Thln.) was sich aus dem geologischen Charakter der Gegend unschwer erklärt, welche die Pulsnitz und ihre Zuflüsse durchströmen; ein grosser Theil ihres Flussgebietes zeigt nämlich vorherrschend basaltische Gesteine und ihre Zersetzungs- producte, Wacke und Tuffe. Nach dem Verfasser enthalten die Ge- steine 0,4 — 1 ^jo Phosphorsäure und ihr reichliches Vorkommen in Geröllform bestätigt den nahen Zusammenhang zwischen dem Phos- phorsäuregehalt des Wassers und dem der Gesteine. In A ist nach der Bewässerung der Phosphorsäurege- halt bis auf geringe Spuren verschwunden. 3) Da sich Ammoniak und Schwefelsäure in A in etwas grösserer Menge fanden, als in Z, so schliesst der Verfasser, dass durch die Bewässerung ein Auswaschen an diesen Stoffen stattge- funden hat. Es könnte in dieser Beziehung noch ein anderer Fall gedacht werden und wir pflichten den Anschauungen Biedermann 's 2) bei, dass nämlich ein Theil des Stickstoffs, welcher in Z in Form von organischen Stickstoffverbindungen vorhanden war in dem porösen Erdreich eine Umbildung zu Ammoniak und Salpetersäure erfahren hat, so dass die Vermehrung dieser Stoffe in A nicht nothwendig auf 1) Oesterr. Wochenbl. 1878. S. 362 u. 387. Aus dem Centralbl. f. Agri- culturchemie. 1878. H. .5. S. 241. 2) Centralbl. f. Agriculturchemie. 1879. H. 10. S. 242. Anmerk. ßO Boden, Wasser, Atmospliure. eine „Auswascliuiig dos ^Vicsclll)0(^ells*' an Aninioniak iiiul Sal]ietC'r- säure ziu-ückjfcfülirt werden mtisste. I) Die Alkalien (Kali und Natron) waren stets in geringerer Menge in A als in Z. Diese Stoffe sind sonach vom Boden zum grössten Tlieil altsorbirt worden, was naeli speciellen Versuelien des Verfassers mit dem Verhalten des Wiesenbodens, der eine starke Absorptions- fähigheit für Kali besitzt, übereinstimmt '). f)) Die Resultate der Analysen des Bewässerungswassers in verschiedenen Jahren und zu verschiedenen Jahreszeiten ausgeführt, haben ergeben, dass zwar im Laufe eines Jahres ganz beträchtliche Schwankungen in dem Gehalt an einzelnen Bestandtheilen vorkommen können, dass aber die Menge der wichtigeren Bcstandtheile, für beiläufig dasselbe Datum verschiedener Jahre und für ungefähr die nämlichen Witte- rungsveiiiältnisse, nicht allzugrosse Abweichungen zeigen. 0) Was die im Bewässerungswasser suspendirten Stoffe anlangt, so enthielt 1 Hectoliter des Wassers Z 4,43 grm. solcher (sog. Schlick), mit einem Glühverlust von 16,52*^/0, wovon ein beträchtlicher An- theil auf organische Substanz kommen dürfte. Der Phosphorsäuregehalt des Schlicks betrug 0,32 %. Der Verfasser berechnet nun aus dem Ertrag der Wässerungswiesen an Heu und Grummet (pro Hectar = 1217 Kilo Heu und 1904 Kilo Grummet), dass nach den ausgeführten Aschcnaualysen sich an Kali und Phosphorsäure folgende Mengen vorfanden: Kali Phosphorsäure Heu 23,67 Kilo 7,16 Küo Grummet 28,7 „ 6,87 „ Zusammen 52,37 Kilo und 14,03 Kilo und dass unter Heranziehung der bei der Analyse des Wassers A u. Z gewonneneu Resultate die Absorption aus dem Berieselungswasser an Kali und Phosphor säure pro Hectar Wiesenfläche betrug: Wasser-Probe I. Wasser-Probe II. Kali 47,80 61,59 Phosphorsäure — 12,80 Durch Vergleichuug dieser Zahlen mit den oben in der Ernte dem Boden entzogenen Mengen von Kali und Phosphorsäure ergiebt sich, dass die aus dem Berieselungswasser absorbirteu Nährstoffe einen vollständigen Ersatz für die durch die Ernte entzogenen Mengen der entsprechenden Stoffe leisten. Was jedoch die Frage betrifft, wie es sich in dieser Bezielmng mit den im W^asser suspendirten Stoffen (Schlick) verhält, so ergiebt sich auf Grund der angestellten analytischen Erhebungen, dass die pro Hectar ver- brauchte Menge von Bewässerungswasser in dem darin zugeführten Schlamme 8,95 Kilo Kali und 6,98 Kilo Phosphorsäure dem Boden zu- *) Man vergl. Versuche von J. König, d. Jahresbericht. 1877. S. 91. Wasser. 63 führte. Diese Mengen würcleu wie leicht ersichtlich ist, zur Deckung des durch die Ernte hei'heigeführten Verlustes bei Weitem nicht genügen. Auch bezüglich der organischen Substanzen und unter diesen vorzugsweise des Stickstoffes, stellt sich kein günstiges Resultat heraus. Nach dem ^'erfasser Avürde die pro Hectar zugeführte Menge Schlick 5.93 Kilo Stickstoff enthalten, während die in Heu und Grummet geenitete Stick- stoffmenge zu 40,8 Kilo sich ergiebt. In dem vorliegenden speciellen Falle stellt sich sonach heraus, dass eine düngende Wirkung des Wassers vermöge der darin gelösten Stoffe stattfindet, dass dagegen in dieser Hinsicht den suspendirten Stoffen keine wesentliche Bedeutung beizulegen ist. Franz Brunner u. Rudolf Emmerich i) haben die nachstehende ^i^ chemi- Preisaufgabe der mediciuischen Facultät der Ludwigs-Maximilians-Universi- anderungen tat München bearbeitet, deren Beantwortung als Beitrag zu den Tor- "^^assers' arbeiten für die Canalisation von München dienen sollte. während T\- -r • r T ^ Seines Lau- Die l'reisautgabe lautete : fes durch „Wie weit ändert das Wasser der fear in seinem Verlaufe durch ^"'^•=''®°- „München seinen Gehalt an festen Bestandtheilen (Rückstandmenge); wie „viel ist vom Rückstande wieder in kohlensäurefreiem destillirten Wasser „löslich-, wie viel beträgt der Gehalt an Kalk, Kohlensäure, an Chlor, an „Salpetersäure und an organischen Substanzen? „Diese Untersuchungen sind namentlich vom Wasser der Münchner Stadtbäche, bei ihrem Ein- und Austritt aus der Stadt und zu ver- schiedeneu Zeiten, nach länger andauernder Trockenheit und nach reich- lichen atmosphärischen Niederschlägen vorzunehmen.'' Die Verff. haben diese Aufgabe in äusserst eingehender Weise gelöst und die Arbeit durch viele Zahlentabellen über ausgeführte analytische Bestimmungen illustrirt, von deren Wiedergabe wir hier absehen müssen. Die ganze Arbeit finden wir in 15 Kapiteln im Originale von den Verff. zusammengestellt, von denen nachstehends die Titel folgen: 1) Die Stadtbäche, Siele und Canäle Münchens (mit Tafel). 2) Zustand und Quantität der in die Bäche gelangenden Ab- wasser und Abfälle. 3) Wasserstände der Isar zur Zeit der Untersuchung des Wassers. 4) Untersuchung des Wassers der Münchener Stadtbäche und der Isar. (Analj'sen-Resultate). 5) Veränderung des Isarwassers zwischen den einzelnen Füllungsstellen. 6) Zustand des Isarwassers nach dem Durchflusse durch die Stadt. 7) Die Einwirkung der durch die Siele und Canale zuge- führten Abfallstoffe auf das Wasser des Schwabinger- baches. 1) Zeitschr. f. Biologie. 1878. S. 190. (' i BotlPii, WnBspr, Atmosphllro. H) (losaiiiintciii \vi iK iiiiti der StaiU auf das Wasser der Stadt- bäche. 1») Kinfluss der Stadt auf die Gcsainnit wasscrmasse der Isar. 10) Veränderungen in der cheinisclicii Zusammensetzung des Isarwassers während seines Laufes von Tülz l)is zur Mün- dung in die Donau b(y Plattling. 11) Das Verhalten des Isarwassers im Sommer und Winter. 1-2) Zustand des Flussbettes und der Baclisolile. 1;») Ueber das Verhalten der gelösten Stoffe des Flusswassers, specicll des Isarwassers in verschiedenen Jahreszeiten und bei verschiedenen meteorologischen Verhältnissen. 14) Die .,spontane Reinigung des Flusswassers" und das dies- bezügliche Verhalten der Isar. 15) Möglicher Einfluss der Einführung des Schwemmsystems in München auf die Beschaffenheit des Isarwassers. Bezüglich des letzten Punktes und auf Grund aller ihrer Unter- suchungen kommen die Yerff. zu dem Schlüsse, dass durch die voll- ständige Canalisatiou Münchens, wenn auch alle Excremente, Haus- und Fabrikabwasser abgeschwemmt werden, eine Ver- unreinigung des Flusses, die zu irgend welchen begründeten Klagen Veranlassung geben könnte, nicht eintreten wird. Beiträge F. Ho 1 dcfl ei ss 1) veröffentlicht in einen längeren Artikel Beiträge grttndun'g zur Begründung einer rationellen chemischen und mikroskopischen Unter- '"^p'jjg^'^°' suchung des Wassers in Bezug auf die Eigenschaften desselben, welche Unter- auf den Gesundheitszustand der Menschen und Thiere von Einfluss sind. '"wasser.s.'^'* Anschliessend an diese Arbeit finden wir eine eingehende Untersuchung über die Verunreinigung fliesseiiden Wassers (des Streugbach's von Brehna abwärts und des Lober 's bei Bitterfeld) durch die Abflüsse von Zuckerfabriken und aus einer kleineren Stadt. Die Beurtheilung des Wassers ist eine verschiedene , je nach der Richtung in der es benutzt werden soll. Die Eigenscliaften, welche seine Tanglichkeit zu technischen Zwecken aller Art bedingen, sind andere als die, welche seine Beurtheilung in hygienischer Hinsicht bestimmen. In dem Aufsatz hat der Verf. nur auf die Merkmale Rücksicht ge- nommen, welche den Werth des Wassers für die Gesundheits- pflege erkennen lassen. Nach dem Verf. müssen betreffs der Beurtheilung eines Wassers ver- schiedene Gesichtspunkte zu Geltung gelangen, je nach der verschiedenen Art und Weise in der das Wasser benutzt werden soll. Diese Gesichtspunkte betreffen: 1) Die Eigenschaften des Wassers, sofern es als Trinkwasser für menschliche Zwecke in Betracht kommt; 2) als Tränkwasser für landw. Hausthiere; 3) als Nutzwasser für sonstige häusliche Zwecke; ^) Journ. f. Landwirthschaft. 1878. S. 479 u. folg. und S. 631 u. folg. Wasser. 65 4) insofern es für das Leben der darin befindlichen Fische zweckmässig oder schädlich ist; 5) den Zustand, bei welchem ein Wasser durch von aussen kommende Zuflüsse als verdorben betrachtet werden muss, so dass es auch für die Anwohner, die es nicht direct benutzen, schädlich werden kann; das letztere könnte namentlich durch Entsendung gasförmiger Stoffe in die Atmosphäre, oder auch dadurch geschehen, dass es in den Boden eindringt und so entweder seine üble Be- schaffenheit dem Untergrund der menschlichen Wohnungen, oder den in der Nähe befindlichen Quellen und Brunnen mitzutheilen im Stande wäre. Wenn die Beschaffenheit eines Wassers durch das Fehlen oder Vorhandensein bestimmter Stoffe, z. B. bestimmter Gifte oder specifischer Infectionsstoffe charakterisirt werden könnte, so genügte schon eine qualitative Untersuchung darauf, um über die Beschaffenheit eines Wassers im Klaren zu sein. Allein solche Infectionsstoffe kennt man noch gar nicht-, die Unter- suchung muss sich daher auf andere Momente in der Zusammensetzung des Wassers ausdehnen, welche in ihrer Vereinigung einen bestimmten Anhalt für die Beurtheiluug des Wassers abgeben. Bei den Methoden zur Untersuchung und Auffinden von schädlichen Stoffen des Wassers haben sich zwei Richtungen ausgebildet, welche beide auf verschiedenen Wegen eine Orientirung über die Tauglichkeit eines Wassers in jeder Beziehung zu erreichen suchen, es sind dies die chemische Analyse und die mikroskopische Untersuchung. Der Verf. bespricht nun in ausführlicher Weise zunächst die chemi- schen Methoden der Untersuchung des Wassers, die Erfordernisse, welche man nach Kübel u. Tiemann, sowie nach den Angaben anderer Forscher an ein gutes Trinkwasser bezügl. des Gehaltes an organischer Substanz, Salpetersäure, Chlor u. s. f. zu stellen hat, theilt die Resultate verschiedener chemischer Bestimmungen solcher Stoffe in Wassern mit, spricht aus , dass gerade die verschiedenen Anschauungen , welche man über die Grenzwerthe verdächtiger Stoffe im Wasser hat, am deut- lichsten die Unsicherheit der chemischen Beurtheilungsmoraente zeige und kommt am Schlüsse zu dem Resultat, dass es selten gelingt, auf Grund der chemischen Analyse allein die Beschaffenheit eines Wassers unzweifel- haft zu bestimmen." Eine zweite Methode zur Untersuchung eines Wassers, welche durch die Arbeiten von Cohn, Radlkofer, J. Kühn, Harz u. A. ihrer Richtung nach gekennzeichnet wird, bildet die mikroskopische Prü- fung des Wassers. (Durch diese Untersuchungen allein sind aber bisher auch noch keine besonders hervorragenden Resultate für die endgültige Beurtheiluug der Güte eines Wassers vom hygienischen Standpunkt aus ge- wonnen worden.) (D. Ref.). Es darf daher nicht etwa der Stab über den Werth der Resultate chemischen Untersuchung gebrochen werden, vielmehr sind wir der Ansicht des Verf., dass es von Interesse ist, die Daten der miki-oskopischen Unter- Jahresbericht. 1878. 5 ng Hoden, Wasser, AtmoHpliUre. suoliun{TsmetliO(le mit den Ergebnissen der cheniisnlion Bcurtlieilungsweise zu V(Mt,'l('iiy werden, ob in dem charakteristischen Kieselpanzer der Diatomeen sich normal beschaffenes und gefärbtes Protoplasma befindet. In gutbeschaffenem Wasser leben ferner nur die grünen Faden- algen, wie Spirogyra, Cladophora, Desmidieen etc. Diesen Organismen, welche die in Wasser gelöste Kohlensäure zer- setzen, sind in ihren Lebensbedingungen entgegengesetzt: 2) Diejenigen Organismen, welche chlorophyllfrei, nur von in Zersetzung befindlicher Substanz sich nähren können, welche geradezu die Zersetzung organischer Substanz be- fördern, die also in Wasser nur leben, welches faulige Zersetzungsvorgänge, also eine in jeder Beziehung unge- sunde, gefahrdrohende Beschaffenheit zeigt. Hierher gehört hauptsächlich: Die Beggiatoa alba, eine chlorophylllose Fadenalge, welche der Verf. beschreibt-, dann ein ähnliches Verhalten zeigt: Leptomitus lacteus. Hierher ist auch zu rechnen die von Cohn beobachtete Crenothrix polyspora und das von Radlkofer beschriebene Selenosporium, sowie die Zoogloea. Ferner gehören dazu die Schizomyceten (Spaltpilze): Bacterien, Monaden, Vibrionen etc., die sich hauptsächlich in Wasser, was reich an stickstoffhaltigen Stoffen, (organischen? d. Ref.) entwickeln. Hier kommt gerade die chemische Analyse für die Erkennung der Zersetzungsvorgänge (Bildung, resp. Gehalt von Ammoniak, salpetrige Säure etc.) in Betracht. 3) Die folgende Gruppe bildet den Uebergang, sie kann so- wohl in gutem, als auch in schlecht beschaffenem Wasser vorkommen. Hierher gehören dieOscillarien, Euglena viridis, welch' letztere sich mit Hülfe von Cilien sehr schnell fortbewegen, sowie die meisten grösseren Infusorien. Der Verf. ist der Anschauung, dass mit der Kenntniss dieser Organis- men und der chemischen Reactiouen für die stickstoffhaltigen Stoffe: Ammoniak und salpetrigen Säure die Anhaltspunkte gegeben sind, für eine schnelle und sichere Beurtheilung eines jeden Wassers. Am Schlüsse fasst der Verf. die Beurtheilungsmomente für die Tauglich- keit eines Wassers, nach den oben aufgestellten Gesichtspunkten der ver- schiedenen Nutzungszwecke, in folgenden Punkten zusammen: 1) Trinkwasser für menschliche Zwecke soll frei sein von jeg- lichen Organismen, von Ammoniak, salpetriger Säure und Schwefel- wasserstoff; es soll auch nicht eine 18 — 20 Härtegrade übersteigende Menge von Mineralbestandtheilen haben. Zu gemessen ohne Schaden wäre auch Wasser, was, wenn es vor- genannte chemische Bedingungen erfüllt, aus offenen Gewässern ent- nommen, grüne Algen und normal gefärbte lebende Diato- meen enthält. 2) Tränkwasser für landwirthschaftliche Hausthiere muss im Allgemeinen dieselben Bedingungen erfüllen, wie das unter 1 genannte; 5* CO Uodfii, WnsHcr, AtmoBiihürp. es ist aucl» unbodenklicli. woim f^riino Alicen und lebende Diatomeon voihandcii, wenn bei »1er l'iüruiig auf AiniiKni iiiiil salpetrige Säure eine geringe Koaction entstellt. .'{) Für Nutzwasser zu bäuslichcn Zwecken sind dieselben Anforderungen, wie für Trinkwasser /u stellen; eine geringere Ililrte des Wassers ist wünscbenswertli. 4) Wasser als Aufentlialtsort für Fiscbe darf sogar grössere Mengen von organischer Substanz, auch Zersetzungsi)roducte stick- stoffhaltiger Stoffe, nur nieht Schwefel wassei'stoff enthalten. Nur Beggiatoa alba in reichlicher Menge und lebensthätiger Entwicklung (also grössere Mengen von Schwefelwasserstoff!?) "und wahrscheinlich auch Leptomitus lacteus wirken gefährlich. 5) Die Anwohner, auch solche, welche nicht von einem Wasser das Beggiatoa alba und Spaltpilze in reicher Menge enthält, haben Grund sich über das Wasser zu beklagen, weil solches die Möglichkeit in sich schliesst, theils die Atmosphäre zu inficircn (Schwefelwasserstoft'V), theils dem Grundwasser und benachbarten Brunnen Keime gefähr- licher Beschaffenheit (unbekannt ist, ob Beggiatoa alba für den menscldichen Organismus gefährlich?) mitzutheilen. Nachdem der Verf. noch die Resultate der mikroskopischen Unter- suchungen der oben genannten Wässer und in chemischer Beziehung die quantitative Menge von organischer Substanz in 100 000 Thln. und die qualitative Beschaffenheit dieser Wasser bczügl. des Ammoniakgehaltes und des Gehaltes an salpetriger Säure in Tabellen mitgctheilt. eine Erklärung der Resultate und Schlüsse aus den Analysen gegeben hat, sagt er am Schlüsse: „Wenn wir unsern Organismus und namentlich den unserer Haus- thiere auch für ziemlich widerstandsfähig gegen die Berührung mit faulen Zersetzungsproducten halten dürfen, so werden wir uns endlich doch viel eher bei der Benutzung eines Wassers beruhigen können, in welchen feinst organisirte Wesen (Algen, Bacillarien) leben, deren eigene vollständige Unschädlichkeit für die höheren Organismen wir genau kennen, die aber, äusserst empfindlich gegen jene Fäulnissvorgänge, in ihrem Dasein eine sichere Garantie geben, dass alle die schlimmen Eigenschaften, die auch wir zu fürchten Ursache haben, fern sind. A n Ii a 11 g. Wir erwähnen nachstehend noch anderweite Arbeiten zum Capitel ,, Wasser'* gehörend, für welche wir auf die in den angeführten Original- Quellen gegebenen ausführlichen Mittheilungen verweisen: Comparative Beobachtungen der Regenmengen nach Fou- trat's Methode. Von A. Johnen, berichtet von J. Breiten- lohner. (Centralblatt f. d. gesammte Forstwesen. 1878. 1. Heft.) Ueber die Herstellung von künstlichem Regen für Wiesen und Felder. (Deutsche Landw. Presse. 1878. S. 112.) Wasser. 69 Ueber die Verwendung des Abflusswassers aus Stärke- fabriken für die Rieselung von Wiesenflächen. (Der Rathgeber in Feld, Stall und Haus; Mai No. 1878.) Ueber die Reinigung der Städte und die Verunreinigung der Flüsse. (Dingler, polytech. Journ. 1878. Bd. 227. S. 401.) Ueber das atmosphärische Wasserstoffsuperoxyd, von Em. Schöne. (Berichte der deutsch, ehem. Gesellsch. 1878. S. 482, 561, 874 und 1028.) (Siehe d. Bericht S. 70). Ueber die Abhängigkeit der Regenmenge von der See- höhe, Himmelsrichtung und Oberfläche einer Gegend. (Central- blatt f d. gesamrate Forstwesen. 1878. S. 258; s. a. Centralblatt f. Agriculturehemie. 1879. Heft V. S. 385.) Analyses des eaux d'egout de Roubaix, p. L. Grandeau. (Journ. d'agricult. prat. 1878. t. prem. pag. 584.) Experimentelle Untersuchungen über die Einwirkung verunreinigten Wassers auf die Gesundheit von Thieren und Menschen; von R. Emmerich. (Zeitschr. f. Biologie. 1878. S. 563.) Untersuchungen über den Ammoniakgchalt des Meer- wassers und der Fluthteiche am Meere in der Nähe von Montpellier, von M. A. Andoynaud. (Annalcs agronomiques. 1878. Bd. I. S. 397.) Literatur. Zur Kenntniss des Trink- und Nutzwassers von Freising; von L. Aubry. Beilage zum Jahresbericht der Königl. Bayr. Central- landwirthschaftsschule Weihenstephan 1876/77. 1878. F. P. D äl- terer, Freising. Untersuchungen einer Anzahl Brunnenwasser der Stadt Münster, von J. König. Münster, 1878. Theissing. Weichmacheu, Reinigen und Klären des Wassers für verschiedene Zwecke, von A. Berenger und J. Stiugl. Wien. 1878. Im Selbstverlag. The Purification of Water by Gust. Bischof. (Read before the Chemical Section of the Society of Arts.) London. 1878. printed by Alfr. Boot. Ueber die Reinigung von Wasser durch Filtration, von Ferd. Fischer. Braunschweig. 1878. Vieweg und Sohn. Die atmosphärischen Niederschläge in Steiermark im Jahre 1878, von Gust. Wilhelm. Mit 1 Karte. Graz. Im Selbstverlag. "^Q Bodon, WaMser, Atinuspliuro. Atmosphäre. (Meteorologie.) Referent: Tli. Dietrich. -svnsscrsiofr- Ucber das atmosphärische Wasserstoffsuperoxyd. Von h"''dor M- Em. Schöne*). — Das Vorkommen von Wasserstoffsuperoxyd in der At- niosphuro. Biosphäre hat Verf. durch systematische Untersuchungen der Niederschläge während eines vollen Jahres, vom 1. Juli 1H74 bis 30. Juni 1875, mit Sicherheit nachgewiesen. Ucber die Untersuchungen der Niederschläge aus den 4 ersten Monaten nebst den Erläuterungen des Verf. berichteten wir bereits früher^); dieser Bericht ist nun durch Folgendes zu ergänzen. Während der genannten Jaliresperiodc wurde aller Regen, Hagel, Graupeln und Schnee gesammelt und auf Wasserstoffsuperoxyd geprüft-, im Ganzen sind 215mal Regen und Hagel und 172mal Schnee und Grau- peln untersucht, also überhaupt 387 Niederschlagsproben. Unter diesen gaben 93 (86mal Schnee, 7mal Regen) zweifelhafte rcsp. negative Re- sultate. Die Beobachtungen bestätigen zunächst den früheren, aus den Unter- suchungen der Niederschläge der ersten vier Monate gezogenen Schluss, betreffs der Beziehungen der Windrichtung zu den im Regen und Schnee niederfallenden Mengen Wasserstoffsuperoxyd, nämlich den, dass die mit dem Aequatorialstrom kommenden atmosi)härischen Niederschläge im All- gemeinen reicher an Wasserstoffsuperoxyd sind, als diejenigen, welche zur Zeit des ConHiktes des Aequatorialstromes mit dem Polarstrom fallen, und dass die während der Herrschaft des Polarstroms vorkommenden Niederschläge die relativ geringste Menge Wasserstoffsuperoxyd enthalten. Verf. giebt dieser Beziehung folgenden Ausdruck: ,,Aus meinen einjährigen Beobachtungen ergiebt sich, dass wenn das barometrische Minimum, welches auf den Zustand des Wetters in Mos- kau Einfluss ausübte, sich nördlich von der Breite befand, unter welcher Moskau liegt, so enthielt der dann niedergefallene Regen und Schnee im Allgemeinen mehr Wasserstoffsuperoxyd als in dem Falle, dass dieses Minimum sich südlich von der genannten Breite befand ; und bei übrigens gleichen Bedingungen bezüglich der Jahreszeit war die Menge des Wasser- stoffsuperoxyd im Regen und Schnee im Allgemeinen desto grösser, je näher auf der Nordseite das barometrische Minimum sich dem Meridian befand, unter dem Moskau liegt und umgekehrt, desto geringer, je näher es demselben Meridian auf der Südseite lag.'' Das Minimum an Wasserstoffsuperoxj^d fiel auf die Wintermonate December und Januar; von da an stieg die Menge desselben erst langsam dann durch Mai und Juni sehr stark und im Juli wurde das Maximum en-eicht, von wo an die Menge allmählich fiel. ') D. Naturforsch. 1878. 277. Nach Ber, d. deutsch, ehem. Gesellschaft. 11. Jahrg. 1878. 182. f^tn. 874. 1028. 2) Jahresbericht 18 uud 19. IST.'j und 1876. 87. Atmosphäre. (Meteorologie.) "T-l Die flüssigen Niederscliläge enthielten zu jeder Jahreszeit mehr Wasser- stoffsuperoxyd als die festen. Die Gesammtmenge H2 O2, die nach des Verfs. Bestimmungen wäh- rend des ganzen Jahres zum Erdboden gelangt ist, beträgt nur 109,4 mg auf 1 qm (in 599,9 Liter Wasser) oder 1,094 Kilo auf 1 Heetar. Bereits aus den früher mitgetheilten Untersuchungen ging hervor, dass auch die Luft Wasserstoffsuperoxyd in Dampfform enthalte. Schöne Avies dies nach, indem er durch Kältemischuugen künstlich Niederschläge erzeugte, welche stets Hg O2 enthielten. Dies war ihm ein Mittel, die Tagesperiode wie die Jahresperiode des Gehaltes der Luft an Ha O2 zu bestimmen, indem die künstliche Thaubildung zu verschiedenen Tages- zeiten und in verschiedenen Monaten (mit Ausnahme von Januar — März, der Monate strengster Kälte) vorgenommen und die den untersuchten Luftvolumina entsprechenden Mengen H2 O2 gemessen wurden. Wenn auch für einen Theil des Jahres keine directen Bestimmungen des Gehaltes der Luft an H2 O2 vorliegen, so erlauben die über 8 Monate vertheilten 1.38 Beobachtungen (99 am Tage und 39 des Nachts) in Ver- bindung mit den regelmässig über den Regen und Schnee angestellten, doch es für höchst wahrscheinlich zu halten, dass das Wachsen und Ab- nehmen des Gehaltes der Luft an Hyperoxyddampf im Grossen und Ganzen während des Jahres denselben Gang geht, der für den Gehalt an H2 O2 in den atmosphärischen Niederschlägen festgestellt ist. Die während 14 Tagen im Hochsommer 4-stündlich angestellten Be- obachtungen zeigen vom Morgen an ein Ansteigen des H2 O2 -Gehaltes der Luft bis zum Maximum, das gegen 4'' Nachm. erreicht ist; von da an wieder ein Fallen. In schlecht gelüfteten Wohnräumen künstlich erzeugter Thau ergab keine Reaction auf H2 O2. Die an der Erdoberfläche sich bildenden Niederschläge Thau, Reif etc. wurden von Anfang October bis Ende Juni regelmässig untersucht. Der eigentliche Thau und Reif, d. i. derjenige, welcher sich in den letzten Nachtstunden niederschlägt, hat niemals Reaction auf Wasserstoffsuperoxyd gegeben; wohl aber enthielt ein einmal am Abend sich bildender Thau im Liter 0,05 mg. H2 O2. In Rauhfrost und Glatteis konnten jedesmal geringe Mengen davon nachgewiesen werden. Der Nebel verhielt sich verschieden-, im Herbste zeigte er weniger, im Frühling mehr Wasserstoff- superoxyd. Aus seinen Beobachtungen über sämmtliche Arten der natürlichen atmosphärischen Niederschläge glaubt Verf. folgenden Schluss ziehen zu können : „Je höher über der Erdoberfläche sich die Verdichtung des atmos- phärischen Wasserdampfs vollzieht, desto reicher ist im Allgemeinen der daraus resultirende Niederschlag an Wasserstoff hyperoxyd." Und aus der Gesammtheit seiner Beobachtungen folgert er: „In den unseren Untersuchungen zugänglichen Schichten der Atmos- phäre erscheint eine desto grössere Menge dampfförmigen Wasserstoff- superoxyds, je höher sowohl während des Tages als auch während des ■-■.■) Budou, Wasser, AtmoHphärc. Jalircs sicli die Sonne über den Horizont erhebt, und je weniger lliiuler- nissc die Sonnenstrahlen auf ihrem Wege durch die Atmosjjhäre an- treffen." Die in der atniosphärischen Luft gefundene Menge Wasserstoff hyper- oxyd ist sehr gering. Im Laufe des ganzen IJeobaclitungsjahres sind in ca. 600 Kilo Regen und Schnee nur 110 mg davon auf 1 DMet. nieder- gefallen. In der Luft selbst ist die Menge Hyperoxyd vergleichsweise noch geringer; das beobachtete Maximum betrug nur 14 CC. in 1000 CbM. Luft. Gleichwohl darf man diesem Atmosphilrenbestandtheil seine Bedeutung für den Haushalt der Natur nicht absprechen. Es ist dabei zu bedenken, dass nur ein Rest von Hyperoxyd bei der Untersuchung gefunden werden kann und die Menge desselben der Bestimmung ent- gehen rauss, welche durch freiwillige Zersetzung oder durch Oxydationen des Ammoniaks wie der Fäulnissproducte zerstört wurden. wassoistoft- Vorkommen von Wasserstoffsuperoxyd im Regenwasser ^). im'Keg'eu- — Scrgius Kom hat im Jahre 1877 in der Nähe von Petersburg in Wasser, eiiicm 12 Wcrst oberhalb der Stadt an der Newa gelegenen Dorfe Mes- sungen über das Vorkommen und die Menge des Wasserstoffsuperoxyds in Regenwasser ausgeführt. Wie E. Schöne stellte er sich neutrale Lösungen von Wasserstoffsuperoxyd in Wasser von verschiedenen Con- centrationen her, nämlich in 1 Liter Wasser waren 0,1, 0,2, 0,3, 0,4, 0,5, 0,6, 0.7, 0,8, 0,9, 1,0 mgrm. Von jeder Lösung wurden 25 CC. in gleiche Reagenzgläschen gebracht und diesen 0,5 CC. Jodkalium-Lösung und 0,5 CC. einer schwachen wässrigeu Stärke-Lösung zugesetzt. Nach- dem die Lösungen 10 Stunden gestanden , nahmen sie eine bläuliche Färbung verschiedener Tiefe an; sie lieferten eine Farbenscala (wie beim Schönbein'schen Ozonometer) die zur Bestimmung der Menge von Wasser- stoffsuperoxyd in dem Regenwasser, von welchem je 25 Cc. mit derselben Menge Jodkalium und Stärkelösuug vermischt wurden, dienten. Nachstehende Tabelle enthält die Resultate der Beobachtungen wäh- rend vier Monaten bei verschiedenen Windrichtungen. Ein Liter Regenwasser enthielt Milligramm Wasserstoffsuperoxyd: N NO SO S SW W NW 0,3 — 0,3 0,8 0,4 0,5 0,1 0,1 0,2 0,2 1,4 0,5 0,4 — — 0,1 0,1 0,3 0,3 — 0,1 — 0,5 0,7 0,2 0,4 — Hiernach bringen die Polarwinde Regen, der ärmer an Wasserstoff- superoxyd ist als der, welcher bei Aequatorialwinden fällt. Bildung Bildung von salpetrigsaurem Ammoniak beim Verbrennen petrfg- von Wasserstoff. — Phil. Zöller und E. A. Grote wiederholten mon1ak1)Tr ^^^ Versuchc Schönbein's, nach welchen diese Bildungsweise von salpetrig- Verbronnen saurcm Ammoniak statt hat^j. Zunächst experimentirten sie mit dem Stoff. Wasser, welches durch Verbrennen von Wasserstoff in atmosphärischer Luft erhalten war; es ergab eine bedeutende Reaction auf Ammonium- Juni 0,4 Juli . . . 0,3 August . . 0,3 September . 0,1 1) D. Naturforscher 1878. 146. Nach The Chem. News S7. 35. 2) Ber. d. deutsch, chem. Gesellsch. 1878, 10. 2144. Atmosphäre. (Meteorologie.) '7'J iiitrit. Die anderen zahlreichen und mannigfach variirten Versuche wurden mit reinem Wasserstoff und vollkommen von ihren Stickstoffverbindungen, ja selbst von organischem Staube befreiter Luft unternommen, wobei bei Beobachtung aller Vorsichtsmassregeln ohne Ausnahme die Bildung von Ammoniumnitrit nachgewiesen wurde. lieber den Ammonik- und Salpetersäuregehalt der ^tmos- Ammoniak-^ phärischen Niederschläge und den Ozongehalt der Luft hat Säuregehalt Wilh. Eugliug zuerst in München dann in Tisis (Vorarlberg) mehrere '^'gchiäg''e"" Bestimmungsreihen ausgeführt i). — (Bezüglich der Methode der Untersuchung verweisen wir auf das Original.) Die Resultate der Be- stimmungen waren folgende: (Siehe die Tabelle auf S. 74.) Aus der Zusammensetzung tritt zunächst der Unterschied der Stick- stoffmengen in den Niederschlägen zu Tisis und München hervor. Die Stickstoffverbindungen, welche dem Boden durch die Niederschläge zuge- führt werden, sind in der unmittelbaren Nähe grosser Städte wahrschein- lich merklich grösser, denn zweifellos treten durch dieselben Quellen für den Ammoniumgehalt der Meteore hinzu, welche auf dem Lande wegfallen. Selbstverständlich sind die Stickstoffmengen relativ geringer, wenn auf einmal oder kurz hintereinander starke Regen fielen. Ferner ist ein in die Augen fallender Punkt der, dass in allen den Monaten, in welchen stärkere Ozonreaction beobachtet wurde, der Am- monium- und der Salpetersäure-Stickstoff näher zusammenrücken, dass also verhältnissmässig mehr Nitrat gebildet wurde. Ueber eine Quelle des atmosphärischen Ozons. — Buxen- ^t^t-ozons. dall 2) schien es seit längerer Zeit wahrscheinlich, dass der Ozongehalt der Atmosphäre mit der Wolkenbildung und Wolkenhöhe in einigem Zu- sammenhange stehe. Bei Nebel erhält man kaum Spuren von Ozon, während nach dessen Verschwinden sich die Ozonpapiere mehr oder weniger färben. Da Ozon in Wasser nur wenig löslich, so ist es höchst unwahrscheinlich, dass die Wassertröpfchen des Nebels das Ozon einfach auflösen. Es schien deshalb Buxendali interessant, zu versuchen, welchen Einfluss mechanisch erzeugter Wasserstaub auf die Ozonbildung habe. Die grossen Fontänen an den Arnfield- und Holliugworth-Reservoirs gaben ihm im Sommer 1875 Gelegenheit zu Experimenten darüber. Er fand z. B. am 16. Juni von 9"^ 30™ a. m, bis l'' 30™ p. m. Arnfield-Fontäne Hollingworth-Fontäne Windwärts Leewärts Windwärts Leewärts Ozongehalt, Mittel aus je 3 Papieren 5,07 7,33 4,67 6,83 1) Bericht über die Thätigkeit der landw. chemisch. Vers.-Stat. des Landes Vorarlberg. 1876—1877. Von Dr. Wilh. Eugling; Bregenz 1878. 2) Zeitschr. d. österr. Ges. f. Meteorolog. 1878. No. 13. 208. 74 Bodou, WaHSOr, Atnio8]>häro. Ilztiii'ri'liall im Mi inchen 1875 W/.MM^ 111(11 1 Millcl IUI ouiAM'iiivi'iiaii lu outKiMoii^iiiau i Aninioniakfflrin Nilratform pro Liter Grm. u Datum aus Tagcu 8. März (Regen) 14 0,2 0,00503 0,00124 21. „ (Schnee^ ) 10 4,40 0,00439 0,00297 23. 55 » 2 0,0 0,00220 0,00860 24. 55 » 1 2 0,00274 0,00112 25. „ (Regen) 1 0,0 0,00221 0,00065 29. 1^ n 4 8,0 0,00542 0,00332 8. April ,, 10 0,00 0,00465 0,00100 i;i „ (Graui)eln) 5 O.oo 0,00230 0,00060 23. „ (Regen) 10 6,0 0,00540 0,00374 29. 5» >J 6 3,0 0,00411 0,00208 Tisis Monatsfliitlcl Regenmenge Tage mit Monat mm. Niederschlägen 1876 Januar 2,2 79,6 0,00244 0,00085 6 Februar 3,0 132,2 0,00390 0,00110 17 März 2,4 221,9 0,00225 0,00105 21 April 3,6 115,2 0,00182 0,00131 14 Mai 4,3 155,2 0,00243 0,00207 16 Juni 6,4 273,5 0,00236 0,00216 . 17 Juli 6,8 114,3 0,00343 0,00282 11 August 3,9 129 0,00511 0,00136 13 September 5,8 195 0,00317 0,00231 22 October 5,1 14 0,00620 0,00431 6 November 3,0 162,3 0,00210 0,00176 14 Deccmber 2,8 85,8 0,00314 - ') 18 1877 Januar 0,8 93,6 0,00277 0,00135 10 Februar 2,1 244,4 0,00221 0,00104 22 März 3,7 165,7 0,00230 0,00186 23 April 2,4 189,2 0,00121 0,00108 20 Mai 5,8 148,8 0,00241 0,00180 24 Juni 5,1 116,5 0,00266 0,00208 10 Juli 6,4 312,1 0,00142 0,00133 22 August 6,6 159,0 0,00253 0,00216 17 September v 100,8 ? ? 15 October 4^8 104,7 0,00211 0,00136 11 November 3,1 80,0 0,00520 0,00264 13 December 1,8 157,5 0,00141 0,00092 19 Aebnliche Resultate gaben zablreiche andere Versuche. Es ergiebt sich also, dass der Wasserstaub einer Fontäne oder die Verdunstung desselben Ozon producirt und sich so ähnlich verhält wie gewöhn- licher Nebel. *) Bestimm, nicht gegluckt. Atmosphäre. (Meteorologie.) '7K lieber die organisirteu Staubtheilchen der Atmosphäre '^gf^^^^'^*®' hat P. Miquel im Park von Montsouris achtzehn Monate hindurch tag- Luft. liehe Beobachtungen angestellt ^). — Der Staub wurde auf Tropfen eines Gemisches von Glyceriu und Glycose, über welche die Luft in constantem Strome strich, aufgefangen. Aus der Gesammtheit der Beobachtungen zieht M. in Bezug auf die organisirteu Körperchen der Atmosphäre, deren Durchmesser grösser als 2 Tausendstel Millimeter ist, folgende zwei Schlüsse: 1) Die mittlere Anzahl der Microbien der Luft ist im Winter gering, nimmt im Frühjahr schnell zu, bleibt ziemlich stationär im Sommer und nimmt im Herbst ab, 2) Der Regen erzeugt stets eine Zunahme dieser Microbien. Diese Zunahme in Folge des Regens ist nicht nur merklich, sondern oft überraschend. So haben im Sommer, wenn starke Hitze einem Ge- witter oder einem etwas anhaltenden Regen folgt, die Listrumeute, welche den Tag vorher 5 bis 10 Tausend Keime ergeben hatten , am nächsten Tage 100 Tausend gezeigt. Da dieselbe Erscheinung sich in jeder Jahres- zeit mit einer merkwürdigen Constanz ergiebt, hofft Verfasser, dass die weiteren Untersuchungen ihre Allgemeinheit bestätigen werden. Temperatur und Feuchtigkeit scheinen danach ausser den rein localen Einflüssen die Hauptursachen der Schwankung in der Zahl der Mikrokeime unserer Atmosphäre zu sein. Unter den Orgauismem, die sich regelmässig in der Luft finden, sind zu erwähnen: Bacterien, sehr oft Monaden und zuweilen Rhizopoden, selten sind die Eier grosser Lifusorien ^j. Am zahlreichsten sind in der Luft die Spuren der Mucedineen und die Samen zahlreicher Cryptogamen, deren Durchmesser 2 bis 10 mm. beträgt. Dann kommen die Früchte mancher Pilze, die zuweilen ^jio mm. erreichen, Pollen von verschiedener Grösse und Farbe, Stärkekörner, welche zu den übrigen sich verhalten wie 1 : 100, endlich grüne Algen. Die von Ehrenberg zu wiederholten Malen untersuchte Erscheinung staubfäue rother Staubfälle und trockner Nebel auf dem Atlantischen Atlantisch. Ocean in der Höhe der Capverdischen Inseln ist Gegenstand einer neuen O'^ean. Untersuchung von Gust. Hell mann gewesen ^). — Ehrenberg hatte auf Grund mikroskopischer Prüfungen der Bestandtheile der Staubmassen die Vermuthung ausgesprochen, dass die von der ganzen Erdkugel aus allen Ländern in die Höhe gehobenen Partikelchen dort eine undurch- sichtige Staubzone bilden, aus welcher sie sich zuweilen hinabsenken und in Wirbeln zu Boden gelangen. Hell mann kommt jedoch durch Unter- suchung der Umstände, welche bei den von 1854 — 1871 beobachteten 65 Staubfällen statthatten, zu der Hypothese „dass das Staubmaterial der Hauptsache nach aus Afrika und zwar der westlichen Sahara stammt und 1) Der Naturforscher. 1878. ;339. das. nach Compt. rend. 1878. 86. 15.52. ^) Diese kann mau nicht sehen; aber der Staub von 40 cbm. Luft in ge- reinigtem Wassar ausgesät, giebt regelmässig mehrere Arten grösserer lufusorien. •■') Der Naturforscher. 1878. 321. dasselbst uach Mouatsber. d. Bcrl, Acad. d. Wissensch. Mai, 1878. 364. 'Jet J!(i(teri, Wiissur, AtiiiKBiiliiiru. dass die Mögliclikcit einer gelegentlichen Beimischung südamerikanischer OherHäfhoiitheik'lien nicht ausgeschlossen ist." Schon die cini'achc Tliatsache der geographischen Anordnung der Stauhfällc an der Westseite von Nordafrika, ihre allmähliche Abnalime nach Westen bis gegen :59 ^ W., nach Süden bis etwa 3 " N., nach Norden bis zum Parallel von Madeira macht es wahrscheinlich, dass die westliche Sahara die Heimat des im Atlantik herabfallenden Staubes ist. Ein wei- terer Umstand, der für die aufgestellte Ilyi)othese spricht, ist die mehrfach constatirte Tliatsache, dass bei Staubfiilleu von bedeutender Ausdehnung von Osten nach Westen das herabfallende Material östlich gröber als west- lich befunden wird, ja dass es für die am westlichsten steuernden Schiffe oft so fein und unfühlbar ist, dass es zu einem wirklichen Staubfallc gar nicht kommt, sondern nur rother Staubnebel beobachtet wird. Nieder- Uebcr die Verschiedenheit der Niederschlagsmengen in gen bei vcr-verschiedenen Höhen über dem Erdboden hatte St. Kostlivy ^"^ Hülic!'''^ Gelegenheit Beobachtungen zu sammeln, deren Ergebnisse wir aus- zugsweise hier mittheilen i). — Die Beobachtungen beziehen sich auf die Mes- sungen der Niederschlagsmengen an 2 Stationen Prags, die allerdings nicht unmittelbar nebeneinander liegen, von denen die eine aber (Sternwarte) ihren Regenmesser 22,0 m. über dem Erdboden, die andere denselben nur 1,2 m. über dem Erdboden hat; ferner auf Messungen in Pola bei nebeneinan- derbefindlichen Regenmessern 14,5 m. u. 1,3 m. über dem Erdboden, desgl. auf Messungen in Krakau bei nebeneinanderliegenden Regenmessern 13,6 m. und 0,5 m. über dem Erdboden. Nachstehend sind nur Procentzahlen angegeben, wobei die Regen- menge der unteren Regenmesser =100 angesetzt ist. Mittlere Niederschlagshöhe (Juui 1872— Ende 1877) (Nov. 1874 bis Ende 1877) Prag Pola Krakau Frühling .... 80,0 66,3 99 Sommer .... 88,2 80,5 104 Herbst 86,7 74,0 106 Winter 92,9 62,8 92 Jahr 86,9 71,3 103,2 Mouatsmaxima . . 98,0 (Januar) 81,9 (September^ 110,4 (October) Monatsminima . . 77,6 (März) 60,4 (Februar) 86,1 (Januar) Während bei den ersteren beiden Stationen der obere Regenmesser stets weniger Niederschlag erhielt, ist bei der letzteren ein umgekehrtes Verhältniss herrschend, woran eine besondere Aufstellungsweise der Regen- messer schuld zu sein scheint. Es geht aus Vorstehendem klar hervor, dass mit der Fallhöhe die Regenmenge wächst und Nähe des Meeres und südlichere Lage äussern sich in dieser Richtung vergrössernd , indem die dort herrschende höhere Dampfspannung eine bedeutendere Vergrösserung der fallenden Tropfen wahrscheinlich machen. *) Zeitschr. der österr. Ges. f. Meteorolog. XIII. 1878. 153. Atmosphäre. (Meteorologie.) "717 Vergleichende Beobachtungen über den Einfluss von Na-SJ^"!^^^ '^^a W il 1 (1 G S 9 II I delholz- und Laubholzwaldungen auf die Regenmenge. Von Nieder- Ad. Johnen, mitgetheilt von J. Breitenlohner ^j. — menfl." Die von F autrat und Sartiaux ausgeführten gleichartigen Unter- suchungen 2), welche ergaben, dass im Walde oberhalb der Baumkronen die Regenmenge grösser ist als in einer gleichhohen Freilage, wurden von J. in nachstehender Weise wiederholt. Die Beobachtungslocalitäten (bei Gross-Karlowitz in Mähren) bieten eigenthümliche Verhältnisse. Die Freilage mit einem Flächeninhalt von 8,2 Hectar stellt ein Hochplateau dar, welches nach NW von abfallenden Berglehnen, übrigens besonders in SO von aufsteigenden bewaldeten Bergrücken begrenzt wird; sie ist demnach nach NW frei, nach anderer Richtung durch Berge ver- schiedener (400 — 1000 m.) Höhe geschlossen, der Regenmesser steht ziemlich mitten in dieser Fläche. Die eine Wald- Station ist in einem über 90 Jahre alten Buchen- bestande angelegt, 150 m. von dem Rande der Freilage und 720 m. von deren Regenmesser entfernt. Gegen N liegt die Freilage-Station. Die andere Wald -Station liegt östlich von der Freilage-Station auf einer dominirendeu, jedem Winde frei ausgesetzten Bergkuppe mit 60 — 80-jährigen, zumeist aus Fichten bestehenden Nadelhölzern von ziem- lich dichtem Schlüsse. Die Entfernung der Station vom Waldrande am Plateau beträgt 240 m. und von dem Regenmesser der Freilage 450 m. Die Regenmesser wurden aller 24 Stunden nachgesehen. Nachstehend folgen die im Monate September d. J. 1877 beobachteten Regenmengen. (Siehe die erste Tabelle auf Seite 78.) Ueber dem Buchen walde war an 3 Regentagen, über dem Fichten- walde an 7 Tagen die Regenmenge geringer als in der Freilage, in Summe bei ersterem 0,93 mm., bei letzterem 3,14 mm. Im Allgemeinen war das Verhältniss wie folgt: (Siehe die zweite Tabelle auf Seite 78.) Je nach der Höhe des Niederschlags war die Zurückhaltung von Regen durch die Kronen bei einem Niederschlag im Mittel Procente Buchenwald von 13,05 bis 6,00 mm. 8,23 mm. 27,2 „ 4,25 „ 0,57 „ 1,94 „ 61,8 Fichtenwald „ 8,70 „ 5,60 „ 7,13 „ 78,8 „ 4,00 „ 0,50 „ 1,92 „ 94,8 Zur Erläuterung der Beobachtungszahlen macht Br. noch einige Be- merkungen. Die Regenmesser hatten nicht gleiche Höhenlage, waren also nicht vollkommen vergleichbar. Der der Frcilage steht 8 m. höher als der über der Krone der Buchen; der über der Krone der Fichten aber um 36 m. höher als der der Freilage und 44 m. höher als der der Buchen. An ') Centralblatt für das gesammte Forstwesen. 1878. IG. '^) Vergl. Jahresber. 1876, I. 100 und 1877. 106; sowie einschlägige Versuche ders. Autoren im Jahresber. von 1877, 108. 78 Boden, WaBsor, Atmogplittro. ISuclionwald Kichlenwalil Frcilaj^c 762 m. Scchühc 802 m. Seehöhc Regen- tage 792 m. Sec- liülic 1 über 1 unter über unter der Baumkrone der Baumkrone t ni, über d. Boden 23 m. über d. Boden I Ml. über d. Boden 2'i m. über d. Boden ! m. über d, Boden Sept. mm. mm. mm. mm. mm. 1. 8,65 13,05 10,05 8,70 1,25 3. 7,50 7,55 5,75 6,60 3,15 5. 1,65 1,65 0,45 1,50 0,05 9. 5,80 6,00 4,45 5,60 1,20 14. 1.95 1.45 0,55 1,20 0,05 15. 0,75 0,57 0,25 0,50 0,00 17. 6,30 7,55 5,00 8,05 1,06 19. 2.20 2,30 0,25 .3,55 0,10 21. 3,85 4,25 2,50 4,00 0,25 23. 5,90 7,00 4,70 6,80 0,90 27. 2,85 2,60 1,00 2,00 0,20 29. 0,75 0,79 0,20 0,71 0,05 Sin. 12 48,15 54,76 35,15 49,11 8,26 Mehr (-f-) oder weniger ( — ) Durch die Kronen zurückge- Niederschlag al' > in der Freilage haltenes Wasser September in Proceuten in Proccnten Buchenwald Fichtenwald Buchenwald Fichtenwald 1. \- 50,9 + 0,6 23,0 85,6 3. - 0,7 — 12,0 23,8 52,3 5. \- 0,0 - 9,1 72,7 96,7 9. - 3,4 — 3,4 25,8 78,6 14. — 25,6 — 38,5 62,1 95,8 15. — 24,0 — 33,4 56,1 100,0 17. - 20,0 -- 27,8 33,8 86,8 19. - 4,5 --- 61,4 89,1 71,8 21. - 10,4 - 3,9 41,2 93,7 23. - - 18,6 -- 13,6 32,9 86,6 27. — 8,8 — 29,8 61,5 90,0 29. + 5,'^ - 5,3 74,7 93,0 Mittel H h 13,7 -h 2,0 35,8 83,2 tieferen, windstilleren Lagen fällt mehr Regen, als an höheren, wo die Luft mehr bewegt. Dasselbe Bewandtniss hat es mit dem oberen Regen- messer im Fichtenwalde. Bei ruhiger Luft, dem selteneren Eß-Ue, fiel Atmosphäre. (Meteorologie.) lyn mehr Regen, bei bewegter Atmosphäre, dem häufigeren Falle, weniger als am Plateau. Diese Verhältnisse würden besser aufgeklärt sein, wenn auch am Plateau Beobachtungen über Richtung und Stärke des Windes gemacht worden wären. An der 2 Stunden entfernten Station zu Gross Karlowitz, die 217 m tiefer liegt, wurden nur 39,7 mm. Niederschlag beobachtet. Es können übrigens auch Fälle eintreten, dass eine Regenwolke nicht das ganze Gebiet der drei Regenmesser gleichmässig deckt oder dass der Höhenunterschied von 36 m. zwischen Plateau und Kuppe that- sächlich eine Verschiedenheit der Condensation hervorruft. Durch die Kronen im Buchenwalde wurden 35,8 % , durch die der Fichten sogar 83,2 % der Regenmenge zurückgehalten. Der geringe Unterregen im Fichtenwalde erklärt sich aus dem dichten Kronenschluss. Mit der Dauer oder Dichtigkeit des Regens nimmt der Unter- regen zu. Es liegt auf der Hand, dass die Einwirkung der Ki'onen auf den Unterregen bei dem Nadelholz im Allgemeinen eine grössere ist, da sie da das ganze Jahr hindurch dauert, während sie bei den Laubhölzern mit der Lichtung der Krone durch Laubfall im Herbst nachlässt und späterhin fast aufhört. Vergleichende Bestimmungen der Niederschlagsmengen Nieder- und der Wasserverdunstung im Freien und im Walde; aus- ^"Vfr"" geführt von den forstlich-meteorologischen Stationen in .dunstung " ° im Freien Preussen^). — Die Ergebnisse erhellen unmittelbar aus den nach- und im stehenden Zahlen, welche mm. Höhe ausdrücken. (Die Beobachtungen ^ ^' sind bei den mit * versehenen Zahlen unvollständig gewesen-, in solchem Falle wurden nur die Monate berücksichtigt, in welchen sowohl Regen- menge als auch Verdunstung beobachtet wurde). (Siehe die Tabelle auf S. 80). Ueber den Feuchtigkeitsgehalt der Luft in den Wäldern — Luftfeuch- ara Boden und in der Baumkrone — gegenüber dem Feuchtig- wfide'un'd keitsgehalt der Luft auf freiem Felde^). — Gleichzeitig mit den i«» Freien. Wärmemessungen (siehe nachfolg. Art.) wurden mittelst des August 'sehen Psychrometers Bestimmungen des Feuchtigkeitsgehalts der Luft vorgenommen, von welchen hier nachstehend die berechneten Jahresmittel Mittheilung finden mögen. (Siehe die Tabelle S. 81). Ueber die Temperatur der Luft in den Wäldern — am Luftwärme ■^i ■, . -, ^ -. ..lim ,im Walde u. Boden und m der Baumkrone — gegenüber der iemperatur im Freien, der Luft auf freiem Felde 3). — Die Beobachtunger der Luftwärme *) Jahresber. üb. d. Ergebn. d. Beob. der forstl.-meteorol. Stat. in Preuss. und den Reichslanden; von A. Mut trieb. 1877. 3. Jahrg. '^) Ebendaselbst. ^) Ebendaselbst. 80 nodon, Was8Pr, Atniodiilillro. OQ ■ ■ g ■ ■ ■ ■ g ft> . . . '^ ^ . ■^- « ^ >-'»—' So <-»- e "^ 0* fß >-" 3 o- er —• n '^' fe! =_=^ (-' >-l »■ -} ^? ^? Ol CO CJ» 'Xi 00 CO CO O Oi o ■-5 O ^ ^? -^l <^ 1^ t^ CD ^( -^J O CO C CO Ch o p^ "^fi. "t-i "h-^ CO "-^j bo "cn ^00 K-' "t-k T-i 'ü' "V g; * » ►^ 0B5 1— 1 CO CO CO ö -^ B B l-l|-^^^^s^^^^4^05WCc^^o^^^. 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"^^ *~^,- *^.- ^^. ^'^ '^^ ^ ^ t>r t->r ^ <:S cc <:S t^ co~ i->^ yf t>r t^" {C »o^ (>)_ x^ co_ co_ -^^ «3^ i>.^ O^ cq_ t>^ O^ «o_ tC jC ;0 cd" o6~ CD t^" ?D l^ CD~ t>." l^*" l>r COaJXt^'*XTHCDC£!iTOC<)'^CO i>t>rcD~c£rGd^c£rj>"co~j>~c£rt>rj>rt>r Ca CO Jahresbericht, 1878. oo linden, WnsKcr, A tinriBpliilrc. wurden an nadit^onaniiton 1."! Stationoii Mortons S '' und Mittap;.s 2'' mit .tit'wciluilii'lion 'riicinionii'tcrn an^estollt; aussovdcin kamen noch Maxinunn- untl i\Iininiuni-'riu'rni(inietor zur Anwondung. L)i(^ 'riieiinoineter. mit lOd" Tiieilung, waren 1,5 m. ül)cr dem Erdboden und bez. in den Baumkronen angebraclit. Die in zaldreicben Tabellen niedergelegten Beobacbtungs- rcsultato können hier nur auszugsweise wiedergegeben werden. Wir be- schränken uns darauf, die Unterschiede zwischen den Mitteln der 2 bezüglich der Temperatur extremsten Monate, Januar und Juli zusammenzu- stellen, ebenso die Maxima- und Miuima-Teperaturen dieser Monate auf- zuführen. (Siehe die Tabellen auf S. 83, 84.) Eine Discussion der aus den bis jetzt dreijährigen Beobachtungen hervorgetretenen Zahlenergebuissc fehlt bis jetzt. Wir werden später nach längeren Beobachtungsreihen auf diese zurückkommen. Vorläutig mögen obige Zähen, die keines Commentars bedürfen, genügen. Im All- gemeinen werden die Ergebnisse der baiern'schen Stationen, die wir im Jahrgange 73/74 d. B. mittheilten, bestätigt. Eiufiiiss voD Beobachtungen über Niederschlagsmenge und Temperatur Bewiiiduiifj in Böhmen. Mitgetheilt von J. Breitenlohner ^). — Auf den ''"ilieugi*!" kaiserlichen Privatgütern in Böhmen, welche im centralen, südwestlichen, östlichen und nördlichen Gebiete des Königreichs liegen, werden an G8 meteorologischen Stationen vorgedachte Beobachtungen angestellt. Für das Jahr 1877 wurden die Resultate nach Erhebung der Stationen über das Meer und nach Waldbestand zusammengestellt. Die Stationen wurden nach Regionen gruppirt. (Siehe die Tabelle auf S. 85). Die Zunahme der Niederschläge mit der Seehöhe und dem Wald- reichthum spricht sich hier durchweg deutlich aus. Dass die beiden Momente, Erhebung und Bewaldung, im Resultate zusammenfallen, ist begreitiich. Im Zusammenhange mit diesen Momenten steht ferner das jährliche Temperaturmittel und das der Sommerhälfte. Am wärmsten ist das wald- und wasserarme Binnenbecken. Tiiaumeiigc. Uebcr die Thaumengeu, welche sich auf Bäumen niederschlagen, stellte L. Ilampel^) in dem Monat Juli und in der ersten Hälfte des Monat August 1877 Beobachtungen an. — Der Garten, in welchem die zum Versuche benutzten Bäume stehen, ist im Thal gelegen. Geschlossener Wald säumt die Räuder des engen Thaies, circa 200 m. weit beiderseits von den Versuchsbäumen entfernt ein. Die bethauten Blätter wurden abgeschnitten, mit dem Thau gewogen, ^) Centralbl. für das gesaramte Forstwesen. 1878. 407. ■■*) Centralbl. für das gesammte Forstwesen. 1878. üctoberh. 500, Atmosphäre. (Meteorologie.) 83 gnojuinnBg jap tu pnn qaoq •ra cj'l'api^AV ^I 8nOJ5{ ■inn'Bg jap ni 9p]'BA\ IUI pnn naT8jj nii qooq in q'x apiiBjV^ Ulf pun naiaj^ raj o o" O th" o" o~ o" O t^ o" o" o d^ M05C0CC0(M 3 ö"T-ri-rcrT-rcQOTHcot^oocoo5 0v "^^ T-J^ CN^ co^ 00^ co^ O^ t^ 05^ t^ ^^ "^^ «ö^ Ö~ o^^ T-T r-T th" (r0 'T» fe sa cfi _ai •T'W O S a ci ^ es a-S g-i M CO O) I— I 6* -f S] Kodon, Wasser, Atmoephäro. ^o»-'l-•^o^o^^^s^Ol-'^o^•-'^o^o ^^ CO 00 ^^ ><^ »-' osostDCi^^jOzaf^ "'»-' "üO ^ O ^O^ "'»f^ ""-vi 00 ^ ^ ~'"'Xl^^ ~üt "-a ~CO «O "od "^ ~03 ~Q0 "<{">-• "(35 ^ "OO ^03 ^J«o^f>■40^f*•^^Oo^yo>^-'0^0 _l_.»_lJ^o^ol-l^a^^^-'^^l-'l-'l-'^^ CO C5 ÜT O M 00 I-'JDJJ1JWJX)J35JX)^0 "crt ~'^o "oo ~co ~co "h-i "os "63 ~^ ~03 "o3 "^ ~oo "co C5rf^OWiO«0Ü»OO00atO5C5^ ++ 1 + 1 +-++4-+++ ^ 03*«.CO00l-'O60OtÜ»O'P^»-'iCk.O»*^03i-'0 OCOOSCOiH-OOÜlCO^OOJO ++ I + I +++++++ 03 4^ O tOjDjLJt >*»-jnjD C«_03^ "eo ~co "cd ~üi "bi ~co "o "oo "^ "bs ~bo "ui OC0Ot«. 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(Atmosphäre.) 85 td M CO irs^ CO 50 «D_ 3 CS i-s QO" co" J> GO" J>" ^ cö ;-< (O a hl ö Ci s CO c<> ■^^ O, co^ s TiT '*" co" TjTco^ o 1—1 r-l tH T-H iH CO 1 tH <1> o S-i ßM o o CO lO ■* ^ ^ CO CO ^ ^ J- ^ -^ 13 t>.^ q. 05^ C0^C<1^ t^ ^ "o i oo" od" T-T i>"c^ § g * O CO CO (i:) T^ ^ O r;J o fO <^ oc 7-1 CO -»^ ^ .rH o 05 o- CO t^ ^ CO CO ^ (>i (M _ fl -a *r. <7> CS c<« T— 1 <1 72 'a • ■i •s iS ^ a o ^ o CO o PL| a PQ a 3J (» o EJ bß N M »T ^ cS ^ .1:5 CD 5 CA H ügelland Katzow, K CO o o CT ittelgebi Ploschkow Reichstadt m K w § QC liixli'ii, WuBHcr, Ati)io8|iliärc. alsdann mit Fliesspapicr gut abgetrocknet und wieder gewogen. Die Ge- wichtsdiflfercnz ergab die Thaumcnge. . Durchsclmittliche Thau- lueuge per Tag • Ceutigramm Pinus austriaca, Endl., 4 Nadeln 4,84 Tilia grandifolia, Elirb., 1 Blatt 24,40 Quercus peduuculata, Elirh., 1 Blatt 24,56 Abics excelsa, Dec, Aestchcn 9,80 Auf ein Blatt der Linde kam also eine durchsclmittliche Thaumcnge per Tag von 24,4 Ctgrm., da diese Linde aber 1763 Blätter hatte, so würde dies bei der Annahme einer gleichen Bethauung 430,172 Grm. aus- machen. Eiufluss der In Seinem Werke: „die Ilegenverhältnisse Deutschlands" stellt van ^ifaaJ Bebbcr über den Einfluss der Wälder auf das Klima nach- Kiima. stehende 16 Thesen auf^). Durch den Wald werden die Temperatur-Extreme abgestumpft, ohne dass die mittlere Wärme eine merkliche Aenderung erleidet. Die Waldluft ist in allen Jahreszeiten feuchter als die Luft im Freien, so dass der Wald zur Vermehrung der Feuchtigkeit beiträgt. Die Disposition zu Niederschlägen wird durch den Wald vermehrt und somit die Regenwahrscheinlichkeit durch den Eintiuss des Waldes grösser. Durch den Wald wird die Regenmenge in der Ebene weniger als in den Gebirgen gesteigert. Die Verdunstungsgrösse wird durch den Wald besonders aber unter Mitwirkung der Streudecke auf einen geringen Betrag zurückgeführt. Die Streudecke setzt ausserdem dem abfliessenden Wasser ein mechanisches Hinderniss entgegen. Der Wald bietet ein Mittel zur Bildung und Erhaltung des Quellen- reichthums einer Gegend, schützt die Bodenfeuchtigkeit und regelt den Abfluss der fliessenden Wasser. Das Grundwasser dient zur Sättigung der oberen Schichten, haupt- sächlich aber zur Speisung der Quellen. Der Wald schützt gegen Abschwemmung der fruchtbaren Erde und verhindert die Bildung verheerender Wildbäche. Durch grössere Entwaldungen werden die Temperatur - Extreme schroffer. Durch Entwaldungen wird die Luft trockener und namentlich im Sommer eine verderbliche Periode der Düi-re hervorgerufen. Durch die Entwaldungen nimmt die Häufigkeit der Niederschläge, hauptsächlich aber im Sommer, ab. Durch Entwaldungen wird die Bodenfeuchtigkeit und der Quellen- reich thum geringer. ^) Ceutralbl. für das gesammte Forstwesen. 187Ö. 261. Atmosphäre. (Meteorologie.) o'r Eine unvernünftige Streunutzung befördert die Verdunstung und be- einträchtigt die Bodenfeuchtigkeit. Durch Entwaldungen wird das fruchtbare Land abgeschwemmt und die Nachbarschaft in Mitleidenschaft gezogen. Der Stand der P'ltisse wird durch Entwaldungen excessiver und die Häufigkeit der Ueberschwemmungen grösser. Einfluss der Schneedecke auf die Lufttemperatur. Von^iifluss der A. Woeikoff ^). — In der zweiten Hälfte des Decembers 1877 war im decke auf östlichen Russland, trotzdem die Temperatur schon seit Anfang des te'nipe^atur. Monats dauernd unter 0*^ blieb, die gewöhnliche Schneedecke noch nicht vorhanden. Diese schneelose Zone erstreckte sich von der unteren Wolga nordwärts bis über Kasan, also wenigstens bis 56 " nördl. Br., westwärts aber bis etwa 40 oder 41 ^ östl. L. (Greenwich) ostwärts jedenfalls über den Ural. Dieser Mangel an Schnee soweit in den Winter hinein ist in diesen Gegenden eine seltene Erscheinung und wurde dadurch erzeugt, dass nach einem sehr warmen Spätherbst Ost-Russland unter dem Ein- fluss einer Anticyklone von seltener Mächtigkeit und Ausdehnung stand. Dabei wurde eine trotz der einer grossen Kälte günstigen Witterungsver- hältnisse nur massige Winterkälte beobachtet. Die Ursache davon, dass die untere Luftschichte nicht mehr erkaltete, sieht W. im Schneemangel. Liegt tiefer Schnee am Boden, so unterbricht er als sehr schlechter Wärmeleiter die Verbindung zwischen der obersten Schicht des Bodens und der Luft. Die Oberfläche des Schnee's erkaltet stark bei heiterem Himmel, und diese Kälte wird der Luft unmittelbar mitgetheilt, dem Boden aber nur sehr langsam, daher denn unter solchen Verhältnissen sehr niedrige Temperaturen an Ort und Stelle entstehen können. Mangelt der Schnee, so theilt sich die niedrige Temperatur der Oberfläche auch weiter hinunter schnell mit, und natürlich können dann keine so niedrigen Temperaturen in den untersten Luftschichten beobachtet werden, denn der Boden ist im December viel wärmer als die Luft und der durch eine Schneedecke nicht gehinderte Austausch der Temperatur macht dann die unterste Luftschichte wärmer, den Boden aber kälter, als wenn Schnee vorhanden wäre. Ist der Boden noch dazu sehr feucht, (wie im gedachten Falle) so wird noch viel Wärme frei durch das Gefrieren des Boden- wassers und ausserdem leitet der feuchte Boden überhaupt die Wärme besser als trockner. Dann wurden auch häufige und tiefe Risse von dem Froste erzeugt. In diese Risse sinkt dann die kältere Luft unmittel- bar und erwärmt sich dann schnell. Natürlich ist unter diesen Verhält- nissen die Tiefe, bis zu welcher der Frost dringt, eine sehr grosse. Als die Ursache, warum die Kälte in Ostrussland keine so intensive, wie man bei der langen Dauer der Anticyklone mit heiterem Himmel im December 1877 erwarten konnte, bezeichnet W.: 1) Das Fehlen des gewöhnlich zu dieser Zeit vorhandenen Schnee's, welcher als schlechter Wärmeleiter den Wärmeaustausch zwischen dem Boden und der untersten Luftschicht unterbricht; 2) die Feuchtigkeit des Bodens, welche wiederum eine bessere Leitung ') Ztschr. d. Österreich. Ges. f. Meteorologie. 1878. No. 3. 42. gO Boden, Wassor, Atm»8|>)illro. der iiiedripcn Temperatur der untersten Luftschichtc in den Boden ermo.uliflit — bei dem (iefricren der Bodenfeuchtigkeit wird auch viel Arbeit in Wärme umgesetzt; 3) Die häutigen und tiefen Risse, das unmittelbare Eindringen der kalten Luft in den Boden möglich machend. lieber die Absorption der chemischen Strahlen des Son- ncnspectrums durch die Erd-Atmosphärc. Von A. Cornu. — (Auszug einer Mittheilung des Verf. idjer das ultraviolette Spectrum und der chemischen Constitution der Sonne) ^): „Man braucht in der That nur methodisch das photographische Bild des ultravioletten Sonnenspectrums zu beobachten, um zu erkennen, dass die Ausdehnung des Spectrums sich ändert wie die Höhe der Sonne über dem Horizont. Die Erfahrung lehrt, dass die grösste Ausdehnung sich zwischen 11'' und 1'' 30' zeigt." Wie zu erwarten war, erhält man zur Zeit des Sommersolstitiums die allergrösste Ausdehnung des Spectrums; durch Beobachtungen in dieser Jahreszeit hat die Beschreibung des Spectrums bis zur Linie U ausge- dehnt werden können; aber was man nicht voraussehen konnte, ist die Ausdehnung des Spectrums, die man noch im Winter erhält, selbst in der nebelreichen Atmosphäre von Paris zur Zeit des Wintersolstitiums. Kurz nach Mittag hat Cornu photographische Abbildungen erhalten, die fast die Linie T erreichen. „Es folgt aus diesen Thatsachen der sehr interessante Schluss, dass bei gleicher Höhe der Sonne das beobachtete Sonnenspectrum im Winter unvergleichlich ausgedehnter ist als im Sommer. Dieses Ergebniss erklärt sich in sehr einfacher Weise, wenn man dem in der Erd-Atraosphäre enthaltenen Wasserdampf das Absorptions- vermögen zuschreibt, welches das ultraviolette Spectrura der Sonne be- schränkt. Es ist bekanntlich die Menge Wasserdampf, die in einem Kubikmeter der Atmosphäre enthalten ist, im Sommer viel grösser als im Winter. Nimmt man bei mittlerem Feuchtigkeitsgrad von 75 pCt. und mittlerem Druck von 750 mm., die Temperatur gleich Null im Winter- solstitium und 80 " für die Temperatur am Mittag des Sommersolstitiums, so findet man resp. 3,6 grm. und 25 grm.; das ist fast 7mal mehr Wasserdampf in den tieferen Schichten der Erd-Atmosphäre im Sommer, als im Winter. Die absorbirende Wirkung des Wasserdampfes auf die Sonnenstrahlen ist übrigens von mehreren Physikern bereits bei dem Studium des sicht- baren Spectrums herbeigezogen worden zur Erklärung der Linien oder Banden, die mau mit dem Namen der atmosphärischen Linie bezeichnet hat. In dem ultravioletten Spectrura scheint diese Absorption nicht localisirt zu sein in Form von Linien oder Banden, die Wirkung ist viel- mehr eine continuirliche ohne wirkliche Maxima." ^) Nach d. Ztschr. d. Österreich. Ges. f. Meteorologie. 1878. 224. Daselbst nach d. Naturforscher. 1878. 137. Uebers. aus Compt. rend. 1878. 86. 111. 31.5. 5i50. AtmoBpliäre. (Meteorologie.) oq Die Baumtemperatur in ihrer Abhängigkeit von äusseren Baum- Einflüssen. Von Böhm und Breitenlohner ^). — Aus den Resul-und äussere taten einschlägiger Versuche leiten Verff. folgende Sätze ab: Einflüsse. 1) Die Temperatur des Baum-Innern ist während der Transpirations- dauer der combinirte Ausdruck der Luft- und Bodenwärme. 2) Die Luftwärme wird transversal, die Bodenwärme longitudinal ge- leitet. 3) Die longitudinale Leitung wird vermittelt durch den aufsteigenden Saftstrom beziehungsweise durch die Transpiration. 4) Eine Erniedrigung der Bodentemperatur während der Trauspirations- dauer bewirkt auch eine Temperaturdepression des Baum-Innern. 5) Der Einfluss der Temperatur des aufsteigenden Saftstroms nimmt von unten nach oben und von innen nach aussen ab. 6) Die Grösse dieser Abnahme ist bedingt durch das Maass der trans- versal geleiteten solaren Wärme und setzt sich mit der Verminderung des Volumens der Stammtheile und mit der Annäherung an die Stammperipherie in ein gerades Verhältniss. 7) Die untere Stammpartie steht noch unter dem vollen Einflüsse der Bodenwärme, bezw. des aufsteigenden Saftstromes. 8) Die verticale Grenze dieses Einflusses verliert sich in der Verästung des Baumes. 9) Bei Ausschluss der Transpiration und somit des Saftsteigens ist die Baumtemperatur lediglich abhängig von der Lufttemperatur. 10) Eine simultane Abkühlung der unter- und oberirdischen Baumtheile gleicht die nach der Schafthöhe entgegengesetzten Wirkungsgrössen beider Erkältungsmomente vollständig aus. Ueber den täglichen Gang der Lufttemperatur. Von H. Wild 2). — Dem kürzlich erschienenen wichtigen Werke des Herrn H. Wildt: „Die Temperaturverhältnisse des russischen Reichs (Erste Hälfte)" entnehmen wir die folgenden allgemeinen Sätze und Regeln: Aus den vorliegenden Daten lassen sich mit ziemlicher Bestimmtheit folgende Erfahrungsregeln über den täglichen Gang der Lufttemperatur in mittleren Breiten aufstellen, welche zum Theil, wenn auch Aveniger präcis, schon Dove in seiner zweiten Abhandlung ausgesprochen hat. 1) Die Amplitude der täglichen Temperaturperiode hängt wesentlich von der Natur der Unterlage ab. Bei ganz wässeriger Unterlage ist sie am kleinsten, bei trockener, fester am grössten. Die kleinste mitt- lere Amplitude, beobachtet auf dem Ocean, beträgt 1=2*' C., die grösste in Sand wüsten beobachtete beträgt IT*' C. 2) Die Eintrittszeit des Maximums der Temperatur bei ihrer täglichen Periode hängt ausser von der Culminationszcit der Sonne und der Jahreszeit ebenfalls wesentlich von der Unterlage ab. Das Maximum tritt unter übrigens gleichen Umständen am frühesten bei rein wässeriger Unterlage ein, am spätesten bei trockener und fester. 1) Ztschr. d. österr. Ges. f. Meteorologie. XIII. 1878. 188. Das. nach Sitzungsber. d. kais. Akad. d. Wisseusch. 7.5. Bd. 1. Abth. Maiheft 1877. 2) Ibid. 1878. No. 9. S. 129. 0Q Buden, Wasser, Atniogphilro. Auf dem Occan uud au dcu Küsteu uämlicli fällt die höchste Tagcs- tcmpcratur auf die Zeit zwisclien Mittag und 1 Uhr Nachmittags (im Sommer wenig früher wie im Winter), im Innern des Continontcs und besonders in den Saiuhvüstcn auf die Zeiten zwischen 2 und 8 Uhr Nachmittags (hier im Sommer durcliweg später als im "Winter). M) Die Kintrittszeit des Minimums der Lufttemperatur bei ihrer täg- lichen Periode hängt ausser von der Zeit des Sonnenaufgangs und der Jahreszeit ebenfalls von der Unterlage ab. Das Miniraum tritt nämlich bei rein wässeriger Unterlage auf dem Ocean durchweg einige Zeit (1 — 2 Stunden) vor Sonnenaufgang ein, bei fester, trockener Unterlage im Innern des Contincnts und besonders in den Sandwüsten dagegen fast genau um Sonnenaufgang oder wenig (15 Minuten) darnach. In den Wintermonaten erscheint ferner mit Rück- sicht auf diese Regel der Eintritt des Minimums gegenüber seiner relativen Eintrittszeit zum Sonnenaufgang im Sommer stets verfrüht, so dass es selbst bei den continental gelegenen Orten im Winter vor Sonnenaufgang eintritt. 4) Die Amplitude der täglichen Oscillation der Temperatur und die Eintrittszeiten des Maximums und des Minimums hängen in ähnlicher Weise wie von der Unterlage, so auch von der Erhebung über dem Boden ab. Wie beim Uebergang vom Land zum Meer, so nimmt bei der Erhebung vom Boden in die höheren Schichten der Atmos- phäre die Amplitude ab, das Maximum rückt gegen die Culminations- zeit der Sonne hin uud das Minimum scheint (noch unsicher) sich vor Sonnenaufgang gegen Mitternacht hin zu entfernen. 5) Die Amplitude der täglichen Oscillation hängt ferner unter übrigens gleichen Umständen von der geographischen Breite des Beobachtungs- ortes ab, indem sie in höherer Breite geringer erscheint als in niedrigerer. Doch tritt dieser Einfluss gegen den der vorigen Fac- toren sehr zurück. 6) Die Amplitude der täglichen Teraperatur-Oscillatiou richtet sich in den verschiedenen Monaten des Jahres unter übrigens gleichen Um- ständen wesentlich nach der Tageslänge, respective der Zeit, wo die Sonne über dem Horizont steht. 7) Die Amplitude der täglichen Temperatur-Oscillation wird sehr stark vom Grade der Bewölkung beeinflusst. — Lamont hat für München, E. Quetelet für Brüssel, Rykatschef für St. Petersburg gezeigt, dass die Amplitude an heiteren Tagen viel grösser ist, als an trüben. Dieser Einfluss ist ein so bedeutender, dass er den vorigen der Tageslänge bei grosser Verschiedenheit der Bewölkungsgrade in ver- schiedenen Monaten überwiegen kann, wie wir später noch sehen werden. 8) Die Eintrittszeit des vormittäglichen Mediums der Temperatur bei ihrer täglichen Oscillation hängt ausser vom Sonnenaufgange auch von der Unterlage ab. Im Laufe des Jahres nämlich nimmt sie mit der des Sonnenaufgangs ab und zu, doch beträgt ihre Veränderung blos Vs — '/2 der jährlichen Schwankung im Sonnenaufgang. — Bei ■wässeriger Unterlage schwankt die Eintrittszeit dieses Mediums um Atmosphäre. (Meteorologie.) q-< ungefähi- 8 Uhr Vormittags, während der mittlere Eintritt desselben bei trockener fester Unterlage nahe eine Stunde später erfolgt. 9) Die Eintrittszeit des nachmittäglichen Mediums erfolgt ebenfalls bei wässeriger Unterlage ungefähr eine Stunde früher als bei trockener fester, im Uebrigen aber variirt sie im Laufe des Jahres viel weniger als die des vormittäglichen Mediums. Das nachmittägliche Medium tritt daher im Allgemeinen im Winter lange (bis 4'" und mehr) nach Sonnenuntergang, im Sommer nahe bei Sonnenuntergang und bei maritimer Lage des Orts auch ziemlich (bis 1 '') vor Sonnen- untergang ein. 10) Der Abstand des vormittäglichen Mediums von dem Maximum ist im Mittel des Jahres bei wässeriger Unterlage kleiner, bei fester und trockener aber grösser als der Abstand des Maximums vom nachmittäglichen Medium oder es fällt, mit anderen Worten, die Curve des täglichen Ganges vom Maximum aus bei rein maritimer Lage des Ortes am Vormittag, bei rein continentaler Lage am Nach- mittag rascher ab. Orte, deren Lage zwischen diese Extreme fällt, zeigen im Winter das erstere, im Sommer das letztere Verhalten, 11) Bei Orten mit rein maritimer Lage, wie z. B. Nowo-Archangelsk auf Sitcha, ist die Zu- und Abnahme der Temperatur in der täglichen Periode eine sehr stetige oder mit anderen Worten — die Form der die letztere darstellenden Curve eine ganz continuii'lich und schwach gekrümmte. Für continental gelegene Orte, wie z. B. Nertschinsk Nukuss, Barnaul, Tiflis München, dagegen nimmt die Temperatur vom nachmittäglichen Medium bis zum Minimum fast genau proportional der Zeit, also nahezu nach einer Geraden ab, um von da an mit Auf- gang der Sonne sehr rasch wieder anzusteigen, was namentlich in den Sommermonaten ein fast plötzliches Umbiegen der Curve zur Folge hat. 12) Wie auf die Amplitude, so hat auch auf die Eintrittszeiten des Minimums, Maximums und der Media der Temperatur bei ihrer täglichen Oscillation der Bewölkungsgi'ad einen erheblichen Einfluss. An heiteren Tagen tritt das Minimum um V2 — 1 Stunde früher, das Maximum aber um 2 — 3 Stunden später ein als an bedeckten Tagen. Dies bedingt theilweise, aber nicht allein, die Veränderung in der Eintrittszeit der Maxima in den verschiedenen Monaten des Jahres an ein und demselben Orte. Die Beziehungen zwischen dem täglichen Gang der Bewölkung, sowie den periodischen Variationen des Windes, seiner Richtung und Stärke nach, zu der täglichen Temperaturperiode, habe ich, da das vorliegende Material hierzu unzureichend war, nicht mit Sicherheit bestimmen, resp. in die Form von Regeln fassen können. Die nachträgliche Berechnung allein des täglichen Ganges der Bewölkung für viele Jahre ist so kost- spielig, dass ich dieselbe bis dahin nur für Petersburg und Nertschinsk konnte ausführen lassen. Dagegen dürfte es geboten sein, einige mehr praktische Folgerungen aus den obigen Sätzen hier schon zu ziehen. Sie betreffen hauptsächlich eine verschärfte Kritik der Beobachtungen, und die Art und Weise, wie man am sichersten den täglichen Gang der Temperatur für Orte zu be- qo Hodon, WnHser, AlinoBphÄrc. urtheilcn hat, von donoii nur eine bcscliriliiktcrc Zahl von Beobachtungen am Tage vorliegen und nach was für Normalstationen man in Folge dessen auch für solche Orte aus dem Mittel vereinzelter Beobachtungen am Tage das wahre Tagesmittel wii'd ab/uiciten haben. Da der Bewölkungsgrad einen so hohen Eintluss auf den täglichen Gang der Temperatur und insbesondere auf die Amplitude der Oscillation hat und andererseits die Bewölkung ein so ungemein variables Element ist, dass nahezu 30 Jahre nothwendig sind, um wenigstens im nördlichen und mittleren Europa befriedigende Monatsmittcl der Bewölkung zu er- halten: so wird man es danach gewiss nur billigen, wenn ich oben von einer genaueren Untei-suchung der Gesetze der täglichen Temperaturperiode im Allgemeinen alle die Beobachtungsreiheu ausgeschlossen habe, welche nur wenige Beobachtuugsjahre umfassen , und nur da und in solchen . Fragen auch Daten kürzerer Zeit consultirte, wo die Bewölkung nicht erheblich störend mitwirken konnte. Wie schon in Satz 7 angedeutet wurde, ist der Einfluss der Be- wölkung ein so bedeutender, dass er sogar den Einfluss der Tageslänge auf die Amplitude in einzelnen günstigen Fällen zu überwiegen vermag. In Nukuss z. B., wo die Variation der mittleren Tageslänge in den ver- schiedenen Monaten nur ungefähr 6 Stunden beträgt, stellt sich bei den blos einjährigen Beobachtungen ein fast vollständiger Parallelismus zwischen den Variationen der Amplitude und des mittleren monatlichen Bewölkungs- grades heraus. Die rein maritime Lage einerseits und die rein continentale Lage von Beobachtungsorten andererseits bilden die beiden Extreme für die Grösse der Amplitude und die Eintrittszeiten der Wendepunkte und Media der täglichen Temperaturperiode bei ungefähr gleicher Höhe über dem Meer. Je nach dem ein Ort mehr oder weniger vom Meere entfernt, je nachdem er in trockener oder feuchter Gegend, je nachdem er niedrig oder hoch gelegen ist, wird auch seine tägliche Temperaturperiode sich mehr dem einen oder anderen jener Extreme anschliessen und dadurch in der letzteren für die verschiedenen Orte eine gewisse Mannigfaltigkeit entstehen können. Immerhin muss sie aber innerhalb jener Extreme fallen, und wo dies daher nicht der Fall ist, wird man bereits mit ziem- licher Sicherheit auf störende locale Einflüsse schliessen können. Bei der Auswahl der Normalstationen zur Interpolation der Lücken in den Beobachtungen anderer Stationen und Zurückführung von Terrains- beobachtungen auf wahre Mittel, und für die Methode der Interpolation selbst wird man nach dem Vorigen besonders auf folgende Punkte zu sehen haben: a) Da mcistentheils die Nachtbeobachtungen fehlen, so wird man, um das Minimum an richtiger Stelle zu erhalten, vor Allem einen Ort von naher gleicher geographischer Breite als Normalstation zu wählen haben. b) In zweiter Linie wird darauf zu sehen sein, dass zwischen beiden Orten keine beträchtliche Höhendiiferenz bestehe und dass sie beide zu den Extremen des maritimen und continentalen Klimas in nahe gleicher Relation stehen. Atmosphäre. (Meteorologie.) QQ c) Wo es angeht, sollte auch auf möglichste Gleichartigkeit des jähr- lichen Ganges der Bewölkung für beide Orte gesehen werden. d) Zur Interpolation fehlender Stunden, insbesondere der Nacht- stunden wird man nach dem Satz 11 über die Form der Curve der täglichen Temperaturperiode die Lambert-Bessel'sche Formel höchstens bei ganz maritimem Klima des Ortes verwenden können; für alle nur einigermassen continental gelegenen Orte dagegen muss dieselbe wegen der raschen Wendung der Curve zur Zeit des Sonnenaufganges durchaus verworfen werden. lieber die Veränderlichkeit der Luftwärme in Norddeutsch- Veränder- land. Von G. Hellmann i). — Auf Grund 25jähriger Beobachtungen Luftwärme' macht die bez. Abhandlung es sich hauptsächlich zur Aufgabe, die Frage nach den Grenzen, innerhalb deren die Luftwärme in Norddeutschland schwankt, zu beantworten und zugleich, hieran anschliessend die Wahr- scheinlichkeit von Wärme-Anomalien in diesem oder jenem Sinne festzu- stellen. Wir geben hier nur einige Notizen, welche für die Leser des Jahresberichts von Interesse sein dürften, indem wir im Uebrigen auf die Originalabhandlung hinweisen. Die für die mittlere Veränderlichkeit '^) der Lufttemperatur in Nord- deutschland gefundenen Werthe stellen sich folgendermassen heraus: Grade Reaumur. Jan. Febr. März. Apr. Mai. Juni. Juli. Aug. Sept. Octbr. Novbr. Decbr. Mittel. Nordostdeutschland. 2,25 2,26 1,49 1,15 1,34 1,06 0,93 0,89 0,68 1,09 1,24 Westliches Ostseegebiet. 1,86 2,11 1,36 0,95 1,25 0,89 0,93 0,90 0,61 0,89 0,98 Mittleres Norddeutschland. 2,15 2,31 1,54 1,11 1,21 0,88 1,01 0,81 0,81 1,06 1,28 Rheinland. 1,71 1,91 1,35 0,95 1,15 0,87 1,01 0,91 0,79 0,83 1,25 Allgemeines Mittel für Norddeutschland. 2,00 2,15 1,43 1,04 1,24 0,92 0,98 0,88 0,72 0,97 1,19 Das Maximum der mittleren Veränderlichkeit fällt mit grosser Ent- schiedenheit auf den Februar, das Minimum auf den September. Von Februar an nimmt die mittlere Veränderung der Temperatur nach den warmen Monaten hin ab, doch erfolgt diese Abnahme nicht regelmässig, da Mai und Juli grössere Werthe als die vorhergehenden Monate auf- weisen. Bemerkenswerth ist der beträchtliche Abfall im Werthe der Veränderlichkeit vom Februar zum März, welcher seinem Vorgänger gegenüber als beständig erscheinen könnte. Die Zunahme der Veränder- lichkeit vom April zum Mai und im Juli ist durch die Kälterückfälle des Mai und den Eintritt von Deutschlands Sommerregenzeit bedingt. Erst 2,09 1,37 1,70 1,20 1,99 1,35 1,83 1,22 1,90 1,28 ^) Forschungen auf dem Gebiete der Agriculturphysik. I. 2. und 3. Heft. 258. Das. nach Ztschr. d. österr. Ges. für Meteorologie. 1877. 284. '^) Die Summe der absolut gewonnenen xYbweichungen (von dem durch 25- jährige Beobachtungen geMonnenen Mittel) divldirt durch die Anzahl der Jahre, ist die mittlere Veränderlichkeit. QA Hodon, WoHSpr, AtmoHphttrc. wenn letztoro vnrübor, lionncii dio bostilndlRstcn ^Vitto^ln{^•^vol•llältnisse und somit das Mininmni der \ ('ländcrlicliki'it der Temperatur eintreten. Eben darum ist in dieser Ilinsiclit der Herbst Dcutseldands seinem FrüblinK vorzu/.iebcn. Die Zunahme im Werthe der Veränderungen vom Sei)teml)er zum Februar erfolgt regclmässif«;. Eine Verglcicbnng in der Veränderlicbkeit in der Luftwärme zwischen den ein/.ehieii unterscliiedcnen Gebieten zeigt, dass in Ostpreussen diese Veränderliolikeit am grösstcn ist, und voji da nach Süden und Südwesten abnimmt. Am wenigsten verändcrlicli erscheint das Klima der Ostsee- küste südlich der dänischen Inselgrupi)C. Es macht sich da ausser dem mildernden Einfluss der Ostsee auch schon derjenige der durch das schmale Jütland getrennten Nordsee geltend, während au den Küsten Ost- preussens die Nachbarschaft des continentalcn Kussland die entgegenge- setzte Wirlcung ausübt. Die grosse Veränderlichkeit der Luftwärme in Schlesien, wo Breslau und Katibor 1,41 zeigen, ist durch eine schon con- tinentalere liage gegenüber dem übrigen Norddeutscldand gerechtfertigt. Es ist auch bekannt, dass Oberschlesicn ein ziemlich rauhes uiid wechscl- vollcs Klima besitzt. Den Unterschied der absolut grüssten Monatsabweichungen nennt man die absolute Veränderlichkeit der Luftwärme. Für diese ergeben sich folgende Zahlen : Jan. Feljf, März. April. Mai. Juni. Juli. Aug. Sept. Od. Nov, Dec. Nordost- deutschl. 11,55 10,57 G,51 G,75 6,79 4,90 3,GG 5,32 2,63 5,13 5,91 9,10 Westlich. Ostseege- biet . . . 9,78 9,56 6,79 4,47 5,78 4,38 4,38 4,89 3,19 3,99 6,11 7,33 IVIittleres Nord- deutsch]. 10,59 10,44 6,95 5,40 6,40 4,93 4,26 3,81 3,75 4,37 7,16 8,54 Rhein- lande . . 8,19 9,18 6,31 4,88 6,15 5,48 5,15 4,60 3,62 3,80 6,87 8,38 Es gelten hier zum Theil dieselben Regeln, die wir für die mittlere Veränderung aufgestellt haben. Da sich aber im Betrage absoluter Extreme lokale Einflüsse viel geltender machen, kann die Uebereinstimmung im Werthe derselben und dem Eintritt der grüssten und kleinsten Ab- weichungen ])ei den einzelnen Stationen nicht so gross sein, wie sie für die mittlere Veränderlichkeit constatirt wurde. Nächtliche Beobachtungen ü])cr nächtliche Strahlung bei sehr niedri- be^i^iTüe. gcu Temperaturen. Von Karl Weyprecht^). — Im Winter 1873 bis 1874 machte Weyprecht bei der Wilczek-Insel folgende Beobach- tungen über Strahlung bei sehr niedrigen Temperaturen. Es wurden, in Bezug auf Uebereinstimmung ihrer Angaben geprüfte Minimai-Weingeist- Thermometer etwa 0,3 Meter entfernt von einander auf den Schnee gelegt und das eine mit einem dünnen Holzbrettchen derart bedeckt, dass zwischen ') Forschungen aus dem Gebiete der Agricnlturphysik. I. 2. und 3. Heft. 160. Das. nach Ztschr. d. östcrr. ücs, für Meteorologie. 1877. 384. Atmosphäre. (Meteorologie.) QR dem Thermometer und letzterem ein Abstand von ca. 4 Centimeter blieb und das Brettchen nach allen Seiten ungefähr 30 Cnitr. über das Thermo- meter herausragte. Bei den zwei letzten Beobachtungen wurde das eine Thermometer mit einer dünnen Schicht Schnee bedeckt. Bei der Beobachtung vom 14. März war diese etwa 15 Millimeter dick. Die Beobachtungen, welche an möglichst windstillen Tagen ausgeführt wurden, ergaben folgendes Resultat: xuei de Wirkung offen bedeckt r Strahlung 14. Decbr. 1873 2'^ p. m. — 45,7 « C. — 42,2 OC. — 3,7 OC. 15. » „ 81^ a. m. 41,4 39,1 2,3 16. 55 „ S^ a. m. 45,6 42,51) 3,1 29. V 55 0^ 34,6 32,7 1,9 16. Jan. 1874 8^ a. m. 48,4 46,0 2,4 16. V 5, 0'^ 46,0 44,6 I54 7. 55 ,5 4^ p. m. 41,9 40,2 1,7 15. Febr. 5, 0^ 45,7 43,4 2,3 16. 55 5, 2»^ a. m. 47,7 43,4 4,3 14. März „ 8h a. ra. 43,9 44,6 + 0,72) 15. 55 „ 8^ a. ra. 46,0 46,0 0,4 NeueUntersuchungen über denEinfluss der Sonnenflecken- perioden auf meteorologische Verhältnisse. Von F. Gr. Hahn 3). — Im Anschluss an seine Schrift: „Ueber die Beziehungen der Sonnen- fleckenperiode za meteorologischen Erscheinungen" (Leipzig, W. Engel- mann, 1877) hat Verfasser nun auch die absolute Schwankung der Temperatur in den einzelnen Jahren, welche in jener Schrift noch unbe- rücksichtigt geblieben war, einer Erörterung unterzogen. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sind in nachstehenden Zahlen- reihen und Folgendem mitgetheilt*). (Temperaturen in C. "). Die Zahlenreihen der Tabelle enthalten unter 1) Jährliche Schwankung der Temperatur von 1830 — 1876. 2) Dieselben Zahlen ausgeglichen, z. B. 1831 = 1830 -f 31 + 32 : 3. 3) Abweichung der Mitteltemperatur der einzelnen Jahre vom vieljähri- gen Mittel (8,52 « C.) 4) Die absoluten Minima der einzelnen Jahre. 5) Amplitude des December von 1829 — 76. 6) Amplitude des Januar von 1830 — 77. ') Am gewöhnlichen Liiftthermometer, 2 Meter über dem Eise. ^) Bei dieser Beobachtung war wahrscheinlich die ISchneeschichte über dem Thermometer zu hoch. ä) Forschung, auf d. Geb. d. Agriculturphysik. I. 5. Hft. 478. Ztschr. der österr. Ges. für Meteorologie. 1878. 33. *) Sämmtliche Zahlenwerthe sind aus: „Resultate der sächsischen meteoro- logischen Beobachtungen von Bruhns 1867" und aus den „Wochen- und Mouats- übersichten der Leipziger Sternwarte" abgeleitet worden. 9G Bodon, WasBor, AtmospliUro. 7) Amplitude dos Fobniar von 18.'50— 77. 8) Die jedesmaligen Summen von ö, G und 7. also z. B. Deccmbor -f- Januar IH.^f) -| Februar IH'.W. 9) Abweiehungen der mittleren Wintcrtcmi)eratur jeden Jalires bis 1H77 vom vieljährigen Mittel (-0,40 "('.). 10) Die Souncnfiecken-Relativzahlcn nach Wolf*). M. = Maximum, m. -— Minimum.) 1H29 lH;iO 1. 2. 3. 4. 5.2) 6. 7. 8. 9. 10. 1830 56,8 — — 0,46 — 24,6 M.22,2 27,0 34,1 83,3 — 7,07 67,0 1831; 47,6 51,3 0,99 -19,2 19,2 23,0 31,9 74,1 — 0,48 50,4 1832 49,4 47,1 0,00 — 15,0 28,4 20,2 14,162,7 0,38 26,3 1833 44,4 45,5 0,64 -11,7 19,5 16,9 19,455,8 1,00 9,5 m. 1834 42,6 m. 44,8 2,11 — 8,6 m. 12,2, 15,4 22,149,7 4,06 13,3 1835 47,4 44,7 0,39 — 15,6 14,5 18,6 18,9 52,0 2,58 59,0 1836 44,2 44,3 0,31 — 13,6 25,7 20,7;i5,061,4 0,11 119,3 1837J 41,2 47,9 -0.67 -10,7 24,7 16,220,4 6 1,3 1.23 136,9 M. 1838 58,4 M. 47,9 — 2,01 -26,7 M.20,5 30,131,181,7 — 4,96 104,1 1839 44,2 49,8 — 0,25 — 13,7 22,2 19,0 20,5 61,7 — 0,24 83,4 1840 46,7 47,5 — 1,13 — 19,2 22,7 30,0 24,5 77,2 0,63 61,8 1841 51,5 49,4 0,37 — 20,6 25,7 25,7 28,2 79,6 — 4,16 38,5 1842i 50,1 47,3 — 0,27 — 15,9 16,7 19,2'19,7'55,6 — 0,30 23,0 1843; 40,2 m. 45,7 0,24 — 9,9 m. 15,5 19,6'l4,549,6 2,13 13,1 m. 1844 46,7 47,5 — 0,66 — 15,6 12,1 23,2 15,5 50,8 0,18 19,3 1845 55,6 51,5 — 0,28 — 20,0 20,2 12,723,1 56,0 — 1,56 38,3 1846 52,2 53,2 1,46 — 18,2 17,5 24,5*26,1 68,1 2,91 58,6 1847 51,9 51,8 — 0,58 — 20,7 24,2 24,531,779,4 — 2,85 97,4 1848 51,4 51,1 • 0,16 — 20,2 18,7 21,2:16,6 56,5 — 1,66 124,9 M. 1849 50,1 53,5 — 0,54 — 19.6 24,0 29,016,070,0 1,06 95,4 1850: 59,1 M. 49,9 — 0,84 — 28,6 M. 25,0 31,2 19,1 75,3 — 2,11 69,8 1851 40,7 47,4 — 0,23 -11,7 12,5 16,0 14,2 42,7 1,67 63,2 1852 42,4 44,6 1,25 — 11,0 18,6 16,5 14,7 49,8 2,68 52,7 1853 50,6 45,6 -0,73 — 18,5 15,1 16,4 13,4 44,9 2,70 38,5 1854 43.7 47,8 0,49 — 11,1 20,4 13,919,6 53,9 — 1,07 21,0 1855 49,2 45,9 — 0.92 — 20,6 14,4 23,0 25,7 63,1 — 1,76 7,7 1856 44,9 46,7 0,46 -14,2 22,6 20,726,2 69,5 0,30 5,1 m. 1857 46,1 45,7 1,31 — 13,4 22,4 16,5 24,2 63,1 0,76 22,9 1858 46,1 46,1 -0,03 — 14,9 14,6 19,0 17,9 51,5 0,06 56,2 1859 46,1 45,6 1,64 — 13,4 13,6 19,0 12,9|45,5 2,70 90,3 1860 44,5 48,3 — 0,23 — 15,6 22,0 18,7 14,9 55,6 0,48 94,8 M. *) Wolfs Astronomische Mittheilungen. No. 42. 2) December des Vorjahres, 22,2 bezieht sich also auf December 1829, 19,2 auf December 1.S.'50 und so fort. Atmosphäre. (Meteorologie.) 97 1. 2. 3. 4. 5.1) 6. 7. 8. 9. 10. 1861 54,2 M. 49,2 0,17 — 21,7 M.23,0 28,7 16,2 67,9 - 0,68 77,7 1862 49,0 48,6 0,30 -17,4 18,2 23,4 21,2 62,8 — 0,25 61,0 1863 42,6 46,9 0,79 - 9,4 17,0 19,6 14,2 50,8 2,43 45,4 1864 49,2 49,3 - 1,90 - 20,4 19,1 28,6 26,4 74,1 — 1,18 45,2 1865 56,2 49,2 0,21 — 21,2 19,4 23,0 27,5:69,9 — 2,83 31,4 1866 42,2 m. 49,1 0,89 — 9,0 m. 13,9 15,6 22,5 52,0 3,0 1 15,7 1867 49,0 47,9 0,19 — 16,2 16,4 23,7 17,0 57,1 2,92 8,8 m. 1868 52,5 50,2 1,58 — 16,2 27,5 26,2 16,4 70,1 1,27 36,8 1869 49,0 52,7 0,12 — 15,1 21,4 25,0 15,4 61,8 3,37 78,6 1870 56,5 54,5 — 1,31 — 23,9 26,5 20,0 31,4 77,9 — 1,72 131,8 M. 1871 58,1 M. 52,3 — 1,73 — 27,4 M. 36,1 30,4 40,6 107,1 — 4,27 113,8 1872 42,2 48,1 1,16 — 8,5 21,6 16,5 16,2 54,3 0,04 99,7 1873 44,0 44,5 0,30 — 12,2 17,9 18,9 22,759,5 2,03 67,7 1874 47,2 50,7 0,04 — 12,4 19,1 20,2 21,6 60,9 1,54 43,1 1875 60,9 53,3 — 0,96 — 27,5M. 21,6 24,2 25,4 71,2 — 1,21 18,9 m. 1876! 51,7 — — 0,15 — 19,5 36,4 23,2 29,2 88,8 — 1,24 — 1877 ~ ~ ~ " 31,5 21,4 15,9 68,8 2,76 ■~~ Verf. leitet aus diesen Zahlen folgende Ergebnisse ab: 1) Kalte Jahre haben im Allgemeinen eine grössere Amplitude als warme. Beispiele: 1830, 38, 50, 70, 71, 75. 2) Die Jahre mit den grössten Amplituden und den höchsten Kälte- graden stimmen genau überein: 1830, 38, 50, 61, 65, 70, 71, 75, 76. 3) Die Grösse der jährlichen Amplitude, sowie das absolute Minimum zeigen einen mit der (11 ^2 jährigen) Sonneufleckenperiode überein- stimmenden Gang in der Weise, dass a) das Fleckenmaximum regelmässig von einem bis zwei Jahren mit grosser Amplitude und tiefem Minimum begleitet wird: Fleckenmaxima 1829 1837 1848 1860 1870 Amplitudenmaxima 1830 1838 1850 1861 1871 Höchste Kältegrade 1830 1838 1850 2861 1870 und 1871. b) Amplituden und Kältegrade in den Jahren nach dem Flecken- maximum rasch absinken, um sich dann zu einem zweiten (secun- dären) Maximum zu erheben: 1845, 55, 65, 75. In der kurzen Fleckenperiode 1829 — 37 trat es gar nicht hervor. 4) Die Minima der Amplitude sind nicht in dem Grade deutlich aus- geprägt, wie die Maxima. Dies rührt theilweise wohl daher, dass in einzelnen Fällen auch sehr milde Winter von einer plötzlich ein- setzenden zwar ganz kurzen, aber doch intensiven Kälteperiode ^) December des Vorjahres. 19,2 auf Dec. 1830 und so fort. Jahresbericht. 1878. 22,2 bezieht sich also auf December 1829, 7 QQ tloiloii, WuHüi-r, AtinoHphUro. (luirliltroclioii \v(M(lcii. Kiiics dor hcstcii IJoispiele bot der Winter JH7()77, wok'lier vom 2;^.- 28. Dccenihcr eine kurze Periode strenger Kälte aufziiweiseji hatte, aber im L'ebrigen äusserst mild war. Dagegen spricht sieb in der Dauer uud Anzahl der Kälte- periodon auch das Miniimiin auf das schönste aus und cori'cspondirt genau mit den Flockciiiiiiiiiina's. 5) Die jedrsnialigc Höhe des Fleckeniaxiinuins scheint auf die Grösse der Amplitude und das erreichte Kältemaxiinum nicht ohne Eintiuss zu sein. 1829 1837 1848 18(;() 1870 Mittel Abweichungen SouM'ulkkeii \U,l —i:^,i) 25,8 i;},8 — iG,:i 2Öj ' Aniplitllde 57,;5 — 0,0(30) 1,1(38) 1,8(50) — 3,1(61) 0,8(71) Teiiipcralui'- - 25,8 — 1,2(30) 0,0(38) 2,8(50) — 4,1 ((U) 1,6(71) Die bei allen drei Erscheinungen in gleichem Sinne auftretenden Abweichungen sind in der That überraschend. 6) Die Zahlen für die jährliche Abweichung der Tempcratnr vom Mittel- wcrthe deuten darauf hin, dass auch die Grösse dieser Abweichung (ohne Berücksichtigung des Vorzeichens) einer allerdings längeren Periode unterliegen möchte. Jedenfalls muss es auffallen, dass im ersten Jahrzehnt dieser Beobachtungsperiode zweimal Abweichungen von mehr als 2^C. vorkamen (1834 positiv 1838 negativ) während seit jener Zeit diese Grösse noch nicht wieder erreicht wurde. Sollte hier ein Zusammenhang mit der längeren Fleckenperiode vorliegen? Bei Untersuchung der Colonnen 5 — 9 obiger Tabelle, welche sich speciell auf die Verhältnisse der einzelnen Winter beziehen, findet man bald, dass die 3 Wintermouate in Bezug auf die Grösse der Amplitude nicht in übereinstimmender Weise mit der Flcckenperiode correspon- diren. Während Decembcr und Januar die Hauptmaxima sehr schön hervor- treten lassen, überwiegt im Februar jenes bereits erwähnte Nebenmaximum mehrmals derartig, dass die Amplitude des ganzen Winters und auch (s. Col. 1) des ganzen Jahres dadurch Ix-cintlusst und bestimmt wird. Dies zeigt uns, dass jene in Zwischeniäumen von fast genau 11 Jahren wiederkehrenden Hauptmaxima der jähilicheu Ami)litude, welche mit den Sonnenfleckcnmaximis so befriedigend corrcspondircn, vorzüglich durch das Verhalten der Ilauptwintermonate December und Januar bestimmt werden, während die sccundäi-en Maxima im Allgemeinen den sog. Spätwintern (mit Kältemaximum im Februar oder auch wohl im März) ihre Entstehung verdanken. Nun ist es aber gewiss nicht zufällig, dass unser Continent mit so grosser Kegelmässigkeit gerade in der Umgebung des Flecken- maximums Centralwinter ^) aufweist, während jene Spätwinter mehr in die ^) Centralwinter sind solche Winter, deron Kältcmaximuni auf Dcconiber und Januar fällt; die Winter mit Kältcniaximnm im Novcmljor (1858 — 1859) werden dann als Trühwinter zu bezeichnen sein. Atmosphäre. (Meteorologie.) OO Mitte der Fleckenperiode fallen, zuweilen auch ganz in die Nähe des Miniraums. Dove hat nachgewiesen, dass in vielen Fällen einem in Europa auf- tretenden Spätwinter ein strenger Centralwinter in Amerika vorausge- gangen war. Der vorher über Amerika fliessende Polarstrom hatte also schliesslich seine Bahn geändert und sich über Europa ausgebreitet, während in Amerilia nun mildere Witterung eintrat. So haben wir z. B. im Winter 1864—65 für Amerika: December u. Januar kalt, Februar u. März warm; für Europa: December massig kalt, Januar warm, Februar u. März sehr streng. Umgekehrt gaben Centralwinter in Europa schliesslich Veranlassung zu Spätwintern in Amerika (1830). Dies Alles kann uns möglicherweise noch dahin bringen, die ver- schiedenen, mehr als ein Jahr umfassenden Perioden der Luftwärme und somit auch der Amplitude auf periodische Veränderungen in der Richtung und dem Ausdehnuugsgebiet der beiden grossen Luftströmungen (Polar- und Aequatorialstrom) zurückzufühi'en. Zur Ergänzung der nachstehenden Berichte machen wir noch auf folgende Abhandlungen aufmerksam: Ch. Terrier: Ueber Vorausbestimmung des Wetters. (Compt. reud. 1877. 84. 862 und Fühliug's landw. Ztg. 1878. 554.) H. Xördlinger: Die September-Fröste 1877 und der Astwui'zel- schaden (Astwurzelkrebs) an Bäumen. (Centralbl. f. d. gesammte Forst- wesen. 1878. 489.) J. V. Bebber: Die allgemeinen Niederschlagsverhältnisse mit beson- derer Berücksichtigung Deutschlands. (Forschungen auf dem Gebiete d. ^Igriculturphysik, herausgeg. von E. WoÜny. 1878. L 4. 341.) Bona via: Temperaturzuuahme mit der Höhe bei Frösten. (Ztschr. d. Österreich. Ges. f. Meteorologte. 1878. 127.) A. Supan: Ueber die jahreszeitliche Vertheiluug des Regens in den Mittelmeerländern. (Ibid. 1878. 150.) Th. Langer: Ueber den heutigen Stand und die Aufgabe der land- und forstwirthschaftlichen Meteorologie. (Wiener landw. Ztg. 1878. No. 38. 429. Stan. Meunier u. G. Tissaudier: Meteor-Staub in geologischen Epochen. (Compt. rend. 1878. 86. 450. Der Naturforscher 1878. 164.) G. Dines: Einfluss der Höhe der Aufstellung des Regenmessers auf dessen Angaben. (Ztschr. d. Österreich. Gesellsch. f. Meteorologie 1878. 382.) F. M. Stapff: Temperatur im Gotthard-Tunnel. (Daselbst 17.) A. Woeikoff: Einfluss der Wälder und der Irrigation auf das Klima. (Daselbst 47.) C. M. Guldberg u. H. Mohn: Ueber die Temperatur- Aenderungen in vertikaler Richtung in der Atmosphäre. (Daselbst 113.) ■jnrt Boden, Wiif'm'r, A tnioniilihro. V. M. Guldbeig u. II. Molni: Uobcr die vertikalen l.ultstromungen iu der Atmosphäre. (Daselbst 161.) Albert Lewv: Zur Ozonmessung. ^Daselbst 300.) Max Mergules: lieber atmosphärische Electricilät. (Daselbst '.VU.) >s. lloffmeyer: Die Vertheilung des Luftdruckes über deu nord- atlantischen Ocean während des Winters und deren Kintluss auf das Klima von Europa. (Daselbst 3:57.) Elies Loomis: Beitrag zur Lehre von der Entstehung- der Sttirme. (Der Naturforscher 1878. 117.) Berthelot: Ueber die Beständigkeit des Ozons. (Compt. rend. 1878. 86. 76.) Osborne Reynold: Künstliche Dar.stellung von Hagelkörnern. (Der Naturforscher 1878. 150.) Otto Krümmel: Die Vertheilung der Hegen iu Europa. (Ztschr. d. Gesellsch. f. Erdkunde, Berlin 1878.) Literatur. C. Bruhns: Meteorologische Beobachtungen iu Deutschland angestellt an 17 Stationen zweiter Ordnung im Jahre 1876. Leipzig. 1878. Bei G. Teubner. J. R. Lorenz Ritter von Liburuau: Nachrichten über deu forstlich-mete- orologischen Beobachtungszweig. Mittheiluugeu aus dem forstlichen Versuchswesen Oesteneichs. III. Heft. Wien. 1878. W. Schwaab: Die Hageltheorieen älterer und neuerer Zeit, deren Nachweis iu der Literatur, nebst theilweiser kritischer Beleuchtung. Kassel. 1878. Bei Hühu. C. Wachner: Historisch kritische Uebersicht über die Hageltheorieen nud eine Zusammenfassung des Status quo der letzten Theorien mit Berück- sichtigung wissenschaftlich festgestellter Thatsachen. Rotterdam. 1877. Henzel und Eeltjes. Ch. Münster: Aus der Physik des Luftmeeres. Heerford. 1877. Bei Ess- mann jun. F. G. Hahn: Ueber die Beziehungen der Sonnenüeckeuperiode zu meteoro- logischen Erscheinungen. Leipzig. 1877. Bei W. Engelmann. F. M. Stapff: Studien über die Wärmevertheiluug im Gotthardt. I. Thl. Bern. 1877. IL Wild: Die Temperaturverhältnisse des russischen Reiches. I. Thl. Peters- burg. 1877. Hornstein: Abhängigkeit der mittleren Windrichtung von den Perioden der Sonnenflecken. Sitzungsber. d. Wiener Akademie. IL Abthl. 1877. M. Thiesen: Ueber die Verbreitung der Atmosphäre. Berlin. 1878. H. Hildebrand Hildebrandsson: Atlas des mouvemeuts superieurs de l'atmosphere. Stockholm. 1877. Gaston Tissandier: Resume des Observations faites dans le cours de vingt denx ascensious aerostatiques. Atlas meteorol. de l'Observ. de Paris. t. 8. 1876. (Ztschr. d. Österreich. Ges. f. Meteorol. 1878. 284. Die Pflanze. Referenten : E. V. Gerichten, R. Heinrich. Chemische Zusammensetzung der Pflanze. Referent: E. v. Gerichten. A. Aiiorgaiiisclie Bestandtheile. G. Bellucci^) weist nach, dass die von Clermont zum Nach- weise von Wasserstoffsuperoxyd in Pflanzcnsäften angewandte Schönbein"sche Reactiou zu diesem Zwecke unbrauchbar ist, weil Gerbstoff und der im Zelleninhalte gelöste, freie Sauerstoff ganz ähnliche Reactionen geben können. Einzig brauchbar sei zum Nachweise von Wasserstoffsuper- oxyd in Pflanzensäften die Chromsäurereaction und es sei zweckmässig, den Saft durch Schütteln mit Aether zuerst vom Chlorophyll zu befreien. Mit den Säften von 200 Pflanzen hat Bellucci die Chromsäurereaction nicht erhalten können, aber sie trat unfehlbar ein, wenn, als Gegenprobe, einige Cubikcentimeter einer 5 proceut. Wasserstoffsuperoxydlösung zuge- fügt wurden. Letzteres ist demnach in den Pflanzensäften nicht vor- handen. Ueber die Gegenwart des Stickstoffs in Form von Sal- petersäure in den Zuckerrüben. A. Ladureau '■'). Gegenwart von Natrium in den Pflanzen. C. Coutejean^). Verfasser hat ungefähr 600 Pflanzenspecies (See- und Landpflanzen) vor dem Löthrohr auf Natrium geprüft. Mehr denn 2/4 der Landpflanzen ent- halten Natrium. Weiter wird die Vertheilung desselben in den Pflan- zentheilen besprochen. Ueber die Natur der in den Pflanzen vorkommenden Sili- ciumverbindungen. W. LangC^). Verfasser hat nach zwei Richtungen hin gearbeitet. Erstens sollte an einer Pflanze auf chemischem Wege wirklich nachgewiesen werden, welche bestimmte Siliciumverbindung im Safte sich findet, zweitens war zu untersuchen, von welcher Art die Verbindungen sein müssen, die der CelluLose wohl aller älteren pflanzlichen Gewebe als nicht zu entfernender Aschenbestandtheil eigentliümlich sind. Zur Lösung der ersten Frage wurden wässrige Auszüge von Equisetum hiemale benutzt. Der concentrirte, eiweissft-eie, mit (A)2 Pb und dann mit SH2 gereinigte Saft mit Kalkwasser im Ueberschuss versetzt, bildete neben dem Auftreten eines starken Trimethylamingeruches, einen schwachen, bräunlichen Niederschlag, der getrocknet bei Lösuugsversuchen mit HCl ^) Atti dei Lincei Vol. 2. Berl. Ber. 12. 136. Corresp. aus Turin. 2) Ann. agron. 1878. Ztschr. d. V. f. Riibenzuckerind. 1878. 856—860. 3) Compt. rend. 86. 1151. *) Berl. Ber. 11. 822. 104 Die IMlanzo. Kicselsiiuic liintorlioss. Kolilonstofl' und Stirksloil' waren niclit naclizu- weisoii. Von C(h Ca (lurcli Aull(>scii in Oxalsäure befreit uiiil mit Kali wieder geHillt, tjcglülit etc. enthielt der Niedersildag neben SiOy, hauid- siielilicli INIgO (Fe^Oj . Al-Oa und Spuren von CaO). Verseliicdone Niederschläge aus dem Safte zu verschiedenen Zeilen gesammelter Pflanzen Hessen kein oonstantcs Vcrliältniss zwischen SiOa und MgO erkennen, sondern nur anl ein (! einenge von kieselsaurem Salze und freier Basis schliessen. 1 II I II SiOjj 43,14 0,0 und 39,40 "o Mg 56,86 O/o und 60.54 «/O Alle Niederschläge zeigten aber feucht die gleiche Löslichkeit in Säuren. (HCl, o. X, sogar kohlensäurchaltigcm Wasser). Niederschlüge mit denselben Eigenschaften bezüglich ihrer Löslichkeit, (metakicselsaure Salze Amnion 's [Jahresber. 1862, S. 140]) wurden künstlich erhalten, wenn ein Gemenge von sehr verdünnter salzsaurer Kieselsäurehydrat- lüsung und überschüssiger schwefelsaurer Magnesia mit einem grossen Ueberschusse von Kalkwasser oder viel Kalilauge versetzt wurde. Die Niederschläge enthielten neben Magnesia reichlich Kieselsäure und zeigten alle die verlangte Löslichkeit. Chlorcalciuni führte ebenfalls zum Ziele. Beim Auflösen des Niederschlages in viel Oxalsäure ging Kieselsäure in Lösung, oxalsaurer Kalk blieb zurück. Daraus geht hervor, dass das Sili- cium im Safte der untersuchten Pflanze in keiner anderen Form als der einer sehr verdünnten Kiesclsäureliydratlösnng enthalten sein kann, als welche es auch von vielen Pflanzen aufgenonnnen wird, wenn man nicht annehmen will, dass die Lösung der fraglichen Silicate in Säuren eine Zersetzung derselben nicht eiuschliessen würde. In Untersuchung des zweiten Punktes wurde die Rohfaser dargestellt, deren Asche aber nur 0,32 <^/o betrug, bestehend aus SiOa , CaO , Fe2 03 und AI2O3. Die Faser löste sich fast ohne Rest in Kupferoxydammoniak auf, hatte nach dem Ausfällen mit Salzsäure die Zusannuensetzung der Hydrocellulose und lieferte 0,081 % Asche in Gestalt schwärzlich glänzen- der Flecken im I'orzcllantiegel, w'elche kein Aufscliliessen gestatteten. Mit Säure und Ammoniak war Nichts zu extrahiren. Zur Untersuchung und allenfallsigen Entfernung des allgemein vorkommenden geringen Aschen- gehalts der Ccllulose wurde Lindenbast durch Kochen mit sehr verdünnter HCl und Kalilauge und Extrahiren mit siedendem Alkohol in einen in Kupferoxydammoniak löslichen Zustand gebracht. Er enthielt noch 0,21 "/o Asche, wovon der fünfte Theil Kieselsäure, das übrige CaO, dann Eisen mit etwas Thouerde war. Durch zweimaliges Lösen, Filtriren durch Glas- wolle und Ausfällen des Bastes, zweitägiges Auswaschen mit kochender Salzsäure und dann mit heissem Wasser wiederauflösen, wiederausfällen, war es Verfasser nicht möglich die Aschenl)cstandtheile der Cellulose zu entfernen. Ueberall wo im Platintiegel ein Bruchtheil verglimmte, blieb einer jener schwarzen Flocken zum Zeichen, dass auch jetzt noch die an- organischen Bestandtheile ganz gleichmässig vertheilt waren. Die Wägung ergab noch 0,079 % Asche, also kaum weniger als die einmal gelöst ge- wesene Cellulose von Equisetum. Fast die Hälfte 0,028 ^jo bestand aus Kieselsäure, der Rest aus Eisen und Kalk, welcher letztere am meisten Die Pflanze. 105 zurückgetreten war. Die Ansicht des Verfassers ist clemgemäss, dass diese Menge von Asclienbestandtlieilen in einer so gut wie unlüslicbeu Form in den Membranen sieb vertbeilt finden müsse, beim Lösen derselben in der schleimigen Flüssigkeit suspendirt bleibt und auch beim Filtriren nur spurenweiso zurückgelialten wird. Nur wenn wir für die Basen diese unlösliche Form voraussetzen, erklärt es sich, warum sie nicht ausge- waschen werden, wie das Kupfer. Einer solchen Bedingung genügen aber besonders die schwer zersetzlichen Silicate, deren spurenweise Bildung in den Membranen der Pflanzen, Verfasser daher annehmen möchte. Einmal gelöst gewesene Cellulose würde davon ca. Vio *'/o enthalten. — Schliesslich hat Verfasser noch Diffusionsversucbe, angestellt mit dem gereinigten Equi- setensaftc, zu erwähnen, deren Resultate von denen Graham's insofeini abweichen, als ein viel bedeutenderes Diffusionsvermögen der Kieselsäure in diesem Specialfalle sich herausstellte. Die Frage, ob dieses Vermögen in solcher Weise beeiuflusst werden könne, vielleicht durch andere mit der Kieselsäure in saurer Lösung sich befindende Verbindungen — ein Um- stand, welcher für die Pflanzenphysiologie von Literesse sein müsste — oder ihren Grund habe in der oben erwähnten Lösung von Silicaten in Säuren ohne Zersetzung, hofft Verfasser in einer späteren Mittheilung be- antworten zu können. Aschen- und Pflanzenanalysen. Untersuchung erfrorenen Buchenlaubes. Jul. Schröder i). 1000 Stück der erfroreneu Blätter wogen völlig wasserfrei 28,45 gi'm. Die Trockensubstanz ergab 3,01 "/o Asche. Der Stickstoffgehalt betrug nach zwei Bestimmungen im Mittel 3,56 % , entsprechend einem Proteinstoff- gehalt von 22,25 %. Die Aschenaualyse ergab: 100 Thl. Asclio 1000 Thl. Trockeusub- entliiclton: stanz enthielten: Kali 5,16 1,55 Natron 0,70 0,21 Kalk 15,61 4,70 Magnesia 6,35 1,91 Eisenoxyd 2,16 0,65 Manganox3-duloxyd . . 5,45 1,64 Phosphorsäure .... 22,20 6,68 Schwefelsäure .... 2,01 0,61 Kieselsäure 14,32 4,31 Sand 11,55 — Kohlensäure und Spuren von Chlor und Kohle . 14,49 100,00 Reiuasche 22,26 ^) l^'orstcheui. und pflauzenpbysiol. Untersuch. Dr. Jiil. Schröder. Dresden. 1878. p. 61. 100 Diu Pfliiiizo. Die Bäume haben (Icinnacli wie :m Stickst off los]). Proteiiistoifen, so atioh an l'hospliorsiiuiv (nicht an Kali) einen heth'utenden Verlnst erlitten, indem eine Uiu'kwanilerung für die Let/tcrc chent'alls nicht stattgefunden hat. Bei Kali ist wahrscheiidieh eine Rückwanderung eingetreten. Die Mineralhestaiidtheile der Meerrcttigwurzel (Cochle- aria armoraeia). A. llilger und L. Mutsehler '). Wassergehalt der frischen Wurzel: .S3,4r) "/o. Aschengehalt der hei 100" getrockne- ten Wurzel 11,15 %. Asche enthält in kohlensüurchaltigem Wass(T löslich =^ 1,4787 -^- 72,5 -2 %. uidöslich — 0,5G02 = 27,48 «/o, ausser- dem waren 2,5 % Kohle und 2.7 "/o Sand beigemengt. I. in kohlensänrehaltigom Wasser l..s- „ ^^. . ^,„i,,,ii,,,,, xhcil lichor 1 lioil Gefuiideu in Proccnten (lefunden iu Procentcii CaO = 0,0173 1,19 % CaO — 0,1982 35,38 '»/o MgO = 0,0130 0,89 «/ü MgO — 0.0668 11,92 "/o NaäO = 0,0044 0,28 o/o P2O5 — 0,2348 41,92 "/o K2O = 0,3487 51,41 0/0 CO2 — 0,0108 7,93 > HCl == 0,0324 2.19 % Si02 — 0,0302 5,39 "/o SO3 = 0,3361 22,73 0/0 FeäOa — 0,0194 3,47 0/0 CO2 — 0,2262 15,31 0/0 Die Asche besteht daher aus: CaO 10,57 0/0 MgO 3,91 «/o NaaO 0,21 % K2O 41,67 «/o Fe203 0,95 % HCl 1,58 7o SO3 16,49 0/0 CO2 11,62 % P2O5 11,52 0/0 Si02 1,48 «/o C. J. H. Warden^) findet die Asche einer aus Behar (Indien) stammenden Oiiiumsorte folgendermassen zusammengesetzt: Fe203 1,984 MgO 2,310 P2O5 10,902 AI2O3 Spuren K2O 37,241 CO2 Spuren Mn304 „ Na2 1,701 Cl CaO 7,134 SO3 23,142 Si02 und San d 15,274 99,688 Auffallend ist die Menge der Schwefelsäure. J. Scott, Verfasser eines Werkes über Opiurabau, bemerkt, dass die Mengen von Schwefel- säure und Morphin in umgekehrtem Yerhältuiss zu einander stehen. Das Eisen rührt nach der Angabe des Verf. von den eisernen Werkzeugen her, mit denen die Mohnkapseln geschabt werden. ^) Landwirthschaftl. Vers. Stat. XXIII. 75. 2) Chcm. News. 38. 146. Die Pflanze. 107 Analyse der Aschen voi von solchem aus Runkelrüben. I II Kali 28,79 34,19 Natron 0,87 11,12 Kalk 8,83 3,60 Magnesia 2,73 0,16 I Zucker aus dem Zuckerrohr und 11 J. W. Macdonald 1). I II Eisenoxyd u. Thonerde 6,90 0,28 Schwefelsäure 43,65 48,85 Sand und Kieselerde 8,29 1,78 100,06 99,98 Varechaualysen wurden ausgeführt von Brasack^): Cordillero Gijon Unlöslicher Rückstand 35,02 pCt. 60,39 pCt. Lösliche Salze 62,90 „ 36,60 „ Verlust und Wasser 2,08 „ 3,01 „ Beim Varech von Gijon werden die Pflanzen in Sandgruben einge- äschert, daher der hohe Gehalt an unlöslichen Salzen, die Asche von Cordillero dagegen wird in Felsgrubeu dargestellt. Letztere bildet eine compacte, harte Masse, ähnlich der Rohsoda: Cordillero Gijon K2 SO4 9,79 pCt. 28,87 pCt. CaS04 0,79 „ 1,67 „ KCl 57,00 „ 33,68 ,, NaCl 27,08 „ 28,37 „ Na2 S 1,21 „ — Na2 CO3 2,93 „ 3,93 „ Na J 1,16 „ 2,96 „ Aschenanalyse der Gartennelke und der Gartenrose (Dian- thus Caryophyllus und der Rosa remontana). Rud. Andreasch 3). 1) Asche der Gartennelke. Wurzel Stengel Blätter Blüthen K20 23,33 23,00 35,51 49,41 NaaO 0,85 — — — CaO 45,26 45,16 27,69 5,85 MgO 4,43 5,48 8,27 3,68 Fe2 O3 3,83 7,95 6,42 . 7,19 Mns O4 — — — deutl. Spuren AI2 O3 2,56 Spureu — — P2O5 11,22 10,25 10,94 14,84 SO3 2,59 6,46 4,59 4,04 Si02 5,34 0,61 3,71 4,25 NaCl 0,59 0,44 0,71 2,35 KCl — 0,65 2,16 8,39 Summa 100,00 100,00 100,00 100,00 Aschengehalt 5,64 5,26 4,44 5,59 ^) Chem. News. 37. 127. ^) Pol. Journ. Bd. 226. Heft 6. Berl. Ber. 11. ') Journ. f. pr. Chem. (N. F.) 18. 204. 253. iiW J)if rHuii/.o. Ki'ffo iiiiiniil die INIcii.nc dos Kaliiniioxyds. wiiliiciid sie in Stciigclu und ^Vllr/c'lll jj;lc'ich ist, in den lUältcin und noch mehr in den IMiitlioji zu, M) dass sie in don letzteren naliezu die Hälfte der Gesanindaselie ausnuielit (19.41 %i ). Aueli rli(! Tliosidiorsäure- und Cldonnengen zeif^en eine ähidiclie Zunahme. In dem Nerhältniss wie der (Jehalt an Kali zu- nimmt , sinkt jener des Kalks, wie ührigens vorauszusehen ist, herab, während die übrigen Bestandtlieile geiingere Schwankungen zeigen. Wur- zeln und Stengel waren wie bei der folgenden PHanze, der Gartenrose im Fnilijabr (hier gegen Mitte INIiirz. gerade als die Neubildung der Blattei- begann) gejioinnien, Blätter und Blüthen aber erst int Juni ge- sammelt. 2) Asche der Gartenrose. Wurzeln Stengel Blätter Blüthen Ko 13,45 14,25 33,13 47,41 Na2 4,01 0,15 0,09 1,95 CaO 40,88 51,50 31,29 13,25 MgO 7,15 7.02 9,23 5,34 Fea O3 2,86 4,23 2,49 0,97 Mn3 O4 — — Spuren (Ifiiill. Spiireii AI2O3 Sjuiri'H — — — P2O5 29,14 10,62 11,68 25,46 SO3 1,95 2,22 4,31 3,17 Si02 0,21 4,85 5,71 1.52 NaCl 0,35 4,56 1,47 0,93 KCl — — _ — Summa 100,00 100,00 100,00 100,00 Aschengehalt 2,04 2,31 9,43 6,27 Die Menge des Kali's nimmt also in dem Verhältniss zu, wie das Alter des Organs herabsinkt, so dass sie in der Blüthe ihr Maximum er- reicht. Ein reichlicher Frucht- resp. Blüthenansatz setzt also bei der Rose, wie bei der Nelke einen reichlichen Kaligehalt des Bodens voraus. Zur Kenntniss des Mineralstoffgehaltes der Tanne. Jul. Schröder 1). — Resultate der Aschenanaljsen: Der aschenreichste Theil des ganzen Baumes sind die Nadeln. Reinascheugchalt der Wcisstannen- nadeln ist für 1000 Theile Trockensubstanz 35,91. Reinaschengehalt der Ficlitennadeln für 1000 Theile Trockensubstanz 30,64. Für Sor- timente von verschiedener Stärke ergiebt sich, dass mit Abnahme des Durchmessers eine Zunahme des Mineralstoffgebaltes eintritt. Die Rinde ist stets aschenreicher, als das von ihr bedeckte Holz. Die Zunahme des Aschengehaltes von den stärkeren zu den schwächeren Holzsortimenten ist im Allgemeinen bedingt durch die Zunahme des Aschengehaltes in Holz und Rinde und durch die gleichzeitige Zunahme des Rindeproccntes. Je schwächer ein Holzsortiment ist, um so mehr ist sein Mineralstoffgehalt ') P'orstchemische u. pflanzenphysiolog. Untersuchungen. Dr. Jul. Schröder, Dresden. 1878. Heft 1. p. 1—22. Die Pflanze. 109 abhängig von dem Mineralstoffgehalte des Rindenkörpers. Ohne Ausnahme gilt die Regel, dass der Gehalt der Rinde an Mineralstoffeu grösser ist als der des zugehörigen Holzes. Ebenso zeigt sich fast ganz ausnahmslos für jeden Aschenbestandtbeil die Zunahme von den stärkeren zu den schwächeren Holzsortiraenten. Die untersuchte Tanne zeigt in allen ihren Theilen einen sehr hoben Mangangehalt. Bei der Fichte sowohl wie bei der Tanne findet eine Concentrirung der Phosphorsäure, Schwefelsäure und Kieselsäure nach den Aesten hin statt, da letztere das Bestreben zeigen sich in den Nadeln anzuhäufen. Die Concentrirung des Kalkes ist characteristisch für die Rinde. Das Kali ist der cbaracteristische Bestaud- theil des Holzköi'pers. Die Tanne ist im Allgemeinen reicher an Mineral- stoffen als die Fichte (hier ausgenommen Kalk und Kieselsäure): In 100 Theilen sind enthalten In 1000 Theilen Trockensubstanz sind enthalten für die In 1000 Theilen Trockensubstanz d. abgestorbenen Nadeln sind enth. Tanuen- reitjasche Fichten- reinasche Tanne Fichte Tanne Fichte Kali Natron Kalk Magnesia .... Eisenoxyd .... Mauganoxyduloxyd . Pbosphorsäure . . Schwefelsäure . . . Chlor Kieselsäure . . . Thonerde .... 23,57 0,67 11,69 7.98 3,91 33,18 8,29 4,73 5,98 13,82 1,28 32,22 6,73 2,32 13,46 6,20 3.58 0,47 20,92 1,96 0,06 0,97 0,66 0,33 2,76 0,69 3,39 0,50 0,79 0,07 1,84 0,38 0,13 0.77 0,35 0,15 0,03 1,19 2,83 0,51 19,28 2,79 0,80 2,94 0,87 2,52 0,93 1,38 0,33 16,54 2,55 0,84 2,14 0,62 17,28 0,29 Summa 100,00 100,00 8,32 5,70 33,47 41,97 Die Tanne ist demnach an allen Mineralstoffen, sowohl in Holz wie in der Nadelstreu, reicher als die Fichte — sie zeichnet sich aber durch einen äusserst geringen Kieselsäuregehalt aus. Die Weisstanne macht im Allgemeinen mehr Ansprüche an den Boden als die Kiefer und Fichte, dagegen geringere, als die Rothbuche. Im Kalibedürfniss kommt die Weiss- tanne der Rothbuche wahrscheinlich gleich. Ein geringeres Kieselsäure- bedürfniss ist bei der Weisstanne characteristisch und sie ist in dieser Beziehung nur der Kiefer ähnlich. In Folgendem sind die vier Tabellen der ausgeführten Aschen analysen wiedergegeben : 11«) Du- I'tliuizo. td x! > ö > c ^ 1 (T> S» O o 2- 5' '^ O, CD g j^. o- _. W ^ 5 c- Da. s »-3 2 5- g: S ° ^- - ^ ^g-woo Scheithol; Knüppelh Reisholz ■ 2 ö tammholz inde . 'S Stamme cm. Durc Rinde be 2- 3 £7- .^^ ■ • 3 «3 Hol Rin sser net (T> . ^-— & N . . l-J ^K^ 3 . t;- o • • . • Pj n" ^" . CD .... ^o jD p 03 jo J-- 60 Pi^ "^J"" P In 100 Thlu. "►^i. ~ü\ bi "60 ':^ "o ":o W ">-' 60 "co 03 Trockensubstanz ^ lO t-* ^ A3 CO rfi. CT i— ^ CS O Rohasche C» 00 «O CO »f^ O CD CT CO O 1— ' 05 1— ' 1— ' »— ' Oi CA j^ Ji. CT JA5 jvj jvl Kübleusiuire, Chlor, j 1 1 C^V 1 "o •■ O CD OO O CT substanz Reinasche oo cc M ff^ O 60 60 CO rf^ 4^ CT OO •— ?0 CC i-i 63 60 60 60 60 CO 60 *>. ^ Ci 60 4^ i^ ^C O CO O CT O *^ Kali •^ tt^ 60 4^ hf^ CO CT CO ^ p-« ^^ 05 Oi ^ Ol 00 CT Oi >— >-' 05 ?0 C5 60 -P -P P P J"" P P P P J"* P P "•vi "■<{ "ot "cji "O ~V "ct "*>- "ct "o "co "•— ' H- ' J"* i* i^ J"* P j— j-- jio jvo jo ji^ p Kalk O "o ~ü\ "et "»f»- "bt "co "h^. "ct "o "k- "^ "»-' 05 CC 1— ' 60 OS CO 00 tO 60 O 60 -J H J^ J^ -P° S^ P 05 CT JO j35 JO J^ Jji ^ Oi C> OS C> Eisen- "^ ^ lo ~CD ~io ~Vj "-. tO U' 03 CT CT O ^ CO 60 03 O CO 00 CT CO O P P J"" P -7^ P 5" Phosphor- ~^ "iO ~CO ~CT "OO "--7 "4^ "h-* ">-• ~60 "-vi "O saure sr CD CT 60 CO . lo 1xi ^ "o ~o "co "co "-vi 05 "bo CO ?0 C5 OD 60 4^ CO O 4»- t^- CO CT säure 1—« j» jso jo jJi jfi. 1— ' 1— ' ^ »^ .-• CO H- 1 CO H-l Kiesel- ~bo "-^i "''-' lo ~^T C5 4^ CO CO CO O CO säure A. er- -Ol w o O -vi OO CO f-i 4^ CT N W Die Pflanze. 111 Ö Ö H CS H « 9aiiBS[as9j3[ ajuBS[8jaiü.q3g aju^sjoqdsoq^j pixo -[npA'xoa'BSn'B];\[ -* CS O CO O? Ci CO -^ ec CO ■rti CO O^io^o t^ o a Ö^ Ö o" o" o" CO J> i^ O J> 00 OJ ->* CB -* iO lO t^ o^ "^^^ o lo o lo cT o cT o" ö^ cT O 00 Ci <>? CD t- O OS CC CO rj<^ Oi^ O^ r-i O CO --r o~ o" c CD I— I .-H lO o^ oT cT o i-I^ pA'xouosig ■Bisaug^j^ >ni3x uoa;i3^\[ 11^51 aqosTjnwjj 00 CD Oi -^ CO t- OJ i-H CD CO CO t^ ■"1- ^^ '"t, ^'^^ "^^ ^ o i-T o" '-T o" cvT o Ci 00 00 J> o »o r*f CO CO O O -*^ C2 C>?^ T)<^ o?^ CT oi" o" ö^ c^r 00 lO 00 O t- —1 "^ CO CO CD t^ i-^ o" !>" o oo" o" oo" co" 05 CD --i Oi 00 CD 00 CT lO '^ J>^ 00 O^ J>. -^ 1—1 '-I i-H \0 o? o? CO O? lO •—. C5 CO 00 o^ co^ o^ t-_^ o^ lo o" o" o" ö~ o" i-T CO »O CT CO lO O --i O CT CO Tl^ lO^ -<^ .-H^ r-H r-T ^" cT cT -T 05 05 J> XO CO "<* Ti* 00 ^ O CO CO 0?^0?^0?^0? C^ CO cT i-T o^ r-T cT i-T !>- CD CD O CO 1— 1 -rt* CO £^ o üo m 00 -^^ o^ co_^ eo^ j>. r-^ ct" o" ö~ f-T i>- Cl CO ^» Oi 05 im lo 00 2> o -* C<^ CO_ O?^ lO^ 'el* —1 cT of ö~ of o" co" 00 1-H CD 05 CD CO t» »O OS CD O -^ CT^ ->*^ lO^ CD^ lO of co" o" o" ct" 00 Oi lO CO lO CO —1 CO C^ O ^ CO O, O^ O^ r-J^ 0_ r-^^ o" o o" cT o~ o" 05 o ^ CO 'i* O 00 ^ O CT CO CD o" o" o" o" o" 00 IC CO Ci lO ''^ CT c: o? — . i> o? rH^ co^ cq^ o^ 00^ CO r-T CO'^ O" -<*" O" lO^ CT CO 00 00 Ci i^ CO iTi CO 00 l> -^ Tf O/ O lo" -riT .-T ^ ^" CO in ^ ^ CO oi VO^ O CO Ci o -v oT cd~ oT cT ccT j>^ O '^ O? Ci CO co^ co^ lo *> o CO cT -r^*" -srjT ccT CT CO CT (O N ^ -ö o .2 o .S '^ 's S ~~^ ~"^ ä =? '^ ^ & !-i «2 CO 'ö a th m -t: "^ ,, (1) G _, J_3 '^ — ' a IT! ' — ^ "T^ t» o « pq 11 Dil' l>fliiii/.i ^y^ [■f U- (7? Q Ol p 3 Ä 5" 3 ^ O — o 3 ""• 5" S- to C: o^ 3 2 5 ö' O ff: o 7* TT wi "^ 2 i-S X P P 3 3 = • r' 2- 3 3 'l- o ö c .^'■_. — ''^^ -! 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CJ5 p^ l^ 'f p CO 'X -f o CO '^^ o " co' Ö r-T co" O (N" OO CO o co"co" x"co' f^ cd' Tj?' cd d rn'cd (^J -lOjgMips iH CO iH IM CO 1-{ rH l^ o CO t^ 1-{ oanTis co_ »q CO CO p, CO p cc o CO CO P CO o CO rH^i-H Q CTj rH o -.loildsoqj o" -l^' CO lo" c-r cd' co' •tH l^i >o cf Co'rH ~^ -H o-rco' d CO CD d tH rH tH "<* o r-t C\ rH rt< rH CO CO o rH CO CO o rH pXxoinpXxo rH^ (>> CO »O »O 05 >q^ l^^ p M CO O l^_ P CO rH CO P -1< CD P co" 0(" co" co' TH"'^^"o■^CC f— i co"co" ai CO o >o'ö -f '■ «o'-f o -uuiluvxu r-l O» CO O y-{ CO CO o rH CO rH >0 rH >q vC rH l^ CO CO^ CO CO^

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N 02 ^ ^ ^ ^ N <=> " S d -iä 'S 5 rS ö d a X! 1^ Ph :d 118 Die Pflanze. tr er o + G 1—4 >— 1 1— 1 »— 1 ^ cn ti* ö t^ ;*- ^ C/) JJD^ a> VI ui Mcn D^ et- 1 ^ o 1 ^ o ^ 2. i s K 3 C S' P C ;; a.p 1323 »2 ö — ' * S . *2. CD gp Ogg G-^g: ^^. ■ * B ►ö &ä ö ^ ^ M §= «> ^ B, S ^ ö g rf O S O 5 nJ' £ "^ 3 ^-- 3 & .— > ^§ 2P-S «"o-cT cf=; c • °' 2 • tö K • • S »c ' K- o ll ■ n- ■ !»• • c: ro ... . ... >-i t» p ^ CD . ... l-i H- 1 >— 1 o o CO OS OS i-* CO >;»- 00 j35 j:j< 3 h-i tö CO OD CO jX Jpk Kali o CO p cc v^ 0-- 00 CO 1-1 05 hf^ o f^. Oi «r> rf^ ■ tÄ h-' )— l 1—1 ;3' CO Oi H-i »^ CO M 1-1 CO CO Kalk o JN» J>J[ JlTi^Oi jX> CTT is2 C" 4^ CO o In %-i ~tO "tf». "^fi- 63 CO hfi. 1-1 l-l h- 1 1—1 o CO C5 l-i 63 Üt 1-1 h-i 1-1 rfi. 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Juli Sept. 23,0 43,0 31,4 49,0 21,7 97,0 53,0 133 12,5 46 10,0 43,0 10,0 28,0 11,7 49,0 8,3 74,0 3,5 4,3 4,5 4,8 3,7 5,8 4,4 5,7 2,8 4,5 2,5 3,8 2,8 3,4 3,6 4,6 2,3 4,8 3,7 4,7 4,1 4,9 3,7 5,S 5,1 6,95 3,1 5,3 2,65 4,6 3,25 4,2 3,2 4,6 2,6 5,8 88,03 86,95 89,68 89,00 89,57 86,54 85,81 87,50 88,05 86,39 87,63 85,78 88,36 86,93 87,67 84,54 86,38 84,48 6,68 10,23 4,95 8,79 6,36 10,19 8,14 8,83 7,00 10,43 7,22 10,63 6,32 9,74 6,86 12,76 7,44 11,40 94,71 97,18 91,63 97,79 95,93 96,71 93,95 96,33 95,03 96,82 94,85 96,41 94,68 96,67 94,53 97,30 93,82 95,68 1,61 0,89 1,62 0,85 1,59 0,48 1,86 0,79 2,04 1,3S 2,02 0,82 1,75 0,46 1,77 1,96 2,02 1,39 1,31 1,45 2,33 1,40 1,90 0,70 1,89 1,37 1,77 1,50 1,15 0,76 2,29 1,10 1,93 1,89 2,82 2,25 0,56 0,71 0,55 0,32 0,22 0,03 0,51 0,12 0,03 0,54 0,64 0,16 0,93 0,60 0,86 0,59 0,53 0,4 0,55 0,52 0,40 0,58 0,43 0,50 0,55 0,35 0,36 0,48 0,35 0,64 0,50 0,58 0,41 2,52 5,97 3,69 5,95 4,24 5,20 4,32 5,98 3,79 7,07 3,56 7,59 4,34 8,18 3,26 5,00 3,71 6,15 2,26 2,28 0,89 3,89 1,35 1,05 0,94 1,31 2,16 1,92 0,11 1,03 5,37 0,33 2,59 5,29 2,82 5,37 2,21 4,07 3,27 6,05 3,67 4,95 3,18 5,15 3,59 5,32 3,33 5,47 2,70 6,18 4,12 0,24 0,16 0,19 0,16 0,29 0,12 0,21 0,11 0,31 0,17 0,33 0,28 0,28 0,28 0,29 0,24 0,40 0,21 0,79 0,46 0,53 0,38 0,55 0,50 0,98 0,26 0,56 0,80 0,57 0,43 0,69 0,27 0,62 0,50 0,66 0,66 0,68 0,06 0,38 — 0,93 0,27 1,74 — 0,51 0,50 0,45 — 0,56 — 0,77 0,51 0,55 0,07 1,02 1,40 1,28 0,98 1,41 1,31 0,91 0,64 1,25 1,31 1,51 1,46 1,30 0,77 1,06 0,96 0,93 1,12 2,52 0,49 2,89 0,49 0,81 0,95 2,13 2,44 2,22 0,27 2,13 1,37 2,39 1,84 2,70 0,30 3,56 1,97 0,04 0,25 0,10 0,20 0,08 0,12 0,08 0,22 0,10 0,13 0,14 0,05 0,10 0,17 0,03 0,19 0,08 0,09 0,63 0,78 0,53 0,75 0,60 0,52 0,66 0,65 0,60 0,68 0,49 0,41 0,58 0,52 0,67 0,69 0,66 0,50 11,97 13,05 10,32 11,00 10,43 13,46 14,19 12,50 11,95 13,61 12,57 14,22 11,64 13,07 12,33 15,46 13,62 15,52 •) Der Apfel war am 18. Sept. gepüückt. ■^) „ ,, ,. „ 22. „ „ ä) „ „ „ „ 17. „ *) ») )> 1) » 16' )i )) 122 ^''' i'fl""««- Die Trockensubstanz betrug 42 %. Die quantitative Untersucbung crpab: Waobs ."{^/i *'/o, zuckerartige Su1)stanz 2,8 %, Casein und Alltu- niin 1,7 *'/o, Alkalien, Krden und rhus}ihate 0,5 •'/o, unbi^slinuiitf Sub- stanz 1,8 >, Wasser 50 "/o- Einige Ilopfcnbestandtbeile. E. G. Bissell *). Untersuchung von Hopfen 2). W. E. Porter. — In verschie- denen Hopfensorten wurde das Extract mit Actbcr bestimmt (f. = fein, m. = mittel, g. = geringe Sorte): (junger Hopfen 1877.) Fciichtig- Gel, Harz, keit Bitterstoff 7 "/ 1. Worcester f. . . . . 4,02 14,98 2. Spalt f. 6,96 14,08 3. East Kent f. . . . . 6,15 13,60 4. Worcester m. . . . 8,10 13,35 5. Kent m 8,20 13,27 6. Sussex m 7,05 11,75 7. Baiern m 9,97 13,08 8. Amerika m 7,87 12,63 9. Sussex g 8,55 9,95 10. Sussex g 9,87 9,23 11. Poperingho g. . . . 10,25 9,25 12. Worcester .... 9,20 8,80 Ueber Hopfen. Ott 3). Untersuchung des wilden kroatischen Hopfens. C. 0. Cech*). FlorcsCinae. Chemische Werthbestimrauug. Dragendorff 5), Nachweis einiger hauptsächlichen Surrogate im gemah- lenen Kaffee. C. Krauch ß). Analyse der Zwiebeln von Erythronium dens canis L. Dragendorff ''). Die in feuchter Erde aufgeweichten Zwiebeln enthielten in 100 Thln. 36 Thle. Trockensubstanz. Feuchtigkeit 9,405 <»/" Asche 1,169 «/o Zellstoff 2,575 % Vasculose, Cuticulose etc 0,859 "/o Amylon 51,247 % Glycosc in absol. Alkohol löslich . . . 4,801 % Glycose im Wasserauszuge nach Alkohol- behandlung 9,516 0/0 1) Pharm. J. and Transact- (3.) VIII. 508. 2) Analyst. Journ. 1878. p. 176. 3) Pol. Journ. 230. 335. *) ibid. aSO. 438. 5) Arch. d. Pharm. (3) 13. 300. «) Berl. Ber. U. 277. ■') Arch. d. Pharm. (3.) 13. 7. Die Pflanze. J23 Kohlehydrat (Arabinsäure?) leicht in Gly- cose übergehend, in Wasser löslich . . 9,085 % Dextrinartige Substanz 3,390 % Metarabinsäure 0,954 ^o Pflanzensäuren (Citronensäure, Weinsäure) 0,520 ^/o Oxalsäure Spur Albumin 0,011 «/o Eiweissartige Substanzen in Wasser un- löslich 5,162 o/o Fett 0,135 % Harz 1,045 «/o 99,874 o/o Mate oder Paraguay-Thee. H. Byasson i). — Mate-Thee aus Ilex Paraguayensis oder Hex mate (Südamerika), grünlich-gelbe, dürre Blätter, gab bei der Analyse in 100 grm.: Caffein 1,85 Eiweisskörper etc 3,87 Zuckerstoffe 2,38 Harz 0,63 Unorgan. Salze, (incl. Eisen) 3,92 Aepfelsäure * nicht bestimmt. Mit kochendem Wasser erschöpft gab der Thee 24 % Trockenextract, darin 3,92 % Aschenbestandtheile (auf den Thee berechnet). Die Asche enthielt Kaliumcarbonat und viel Schwefelsäure. Die Prüfung auf Tannin und Caffeegerbsäure lieferte negative Resultate. Der Caffeingehalt kommt demjenigen der an Caffein reichsten Thee- und Caffeesorten gleich. Analyse der verschiedenen Cacaosorten. Ch. Heisch 2), « ^ "^ S ^ « ^ Sog ^ ^ I" ^ 0/ 0/ 0/ 0/ 0/ /o /o /o /o /o Caracas 13,8 48,4 1,76 11,14 3,95 Trinidad 15,5 49,4 1,76 11,14 2,80 Surinam 15,5 54,4 1,76 11,14 2,35 Guayaquil 11,5 49,8 2,06 13,03 3,50 Grenada 14,6 45,6 1,96 12,40 2,40 Bahia 9,6 50,3 1,17 7,40 2,60 Cuba 12,0 45,3 1,37 8,67 5,90 Para 8,5 54,0 2,00 12,66 3,05 1) Pharm. J. and Transact. (3.) VIII. 605. 2) Arch. d. Pharm. (3.) 12, 550. aus The americ. Chemist. No. 76, Oct. 1876. p. 130. 224 ^"•' Pflanze. 005 O'^ ►—« -a :C8 9® CO CO CO — . _"'*li " -t j ^ — • -^1^ -^^ 2 ^ S ^ Ä ü <>/ 0/ 0/ U/ 0/ /O /ü /(l /o /o Caracas 2,15 1,«0 3,51 4,:{2 32,19 Trinidad 0,90 1,90 0,93 3,84 32,82 Surinam 0,80 1,55 1,23 3,76 28,35 Guayaquil 1,75 1,75 1,87 4,14 30,47 Grenada 0,ßO 1,80 1,35 3,90 35,70 Bahia 0,90 1,70 1,26 4,40 35,30 Cuba 0,95 1,95 1,13 3,72 39,41 Para 1,40 1,65 1,00 3,96 26,33 Untcrsncliung einiger abyssinischer Heilmittel. Dragen- dorf fi). — 1) Add-Add, Blätter des Celastrus obscurus. 2) Tscliuking oder Zerecbtit (Blätter, Blütbcu und Früchte der Ubyaea Schimpcrij. 3) Kossala (kleine, braune Samen, Mittel gegen Bandwurm). (Siehe die Tabelle auf Seite 121.) Analysen verschiedener Rhabarber. I. Rheum Moscovicum; n. Rheum chinense; III. Rheum palmatum tauguticum; IV. Rheum anglicum cultum; V. Rhabarber, in Sibirien cultivirt. Dragendorff 2). (Siehe die Tabelle auf Seite 122.) B. Organische Bestandtheile. a. Fettkörper. Alkohole, Fette, Wachsarten etc., Säuren. Uebcr das Wachs von Ficus gummiflua. Fr. KesseP). Das Wachs (wahrscheinlich der getrocknete Milchsaft) von Ficus gummiflua wird von den Eingeborenen einiger Distrikte Java's, woselbst die Pflanze einheimisch ist, als Beleuchtungsmaterial verwendet. Spröde, schalige Masse von chocoladebrauner Farbe. Schp. zwischen 60—70 0. Durch Behandlung mit kochendem Wasser wird aus dem Wachs der braane Farbstoff entfernt und das Zurückbleibende bildet nach dem Lösen in heissem Alkohol und Erkalten desselben weisse, blumenkohlartige Massen. Das Wachs besteht aus zwei Theilen, einem in Aether schwcr- und einem darin leichtlöslichen Körper. Ersterer, etwa V20 des Roh- 1) Arch. d. Pharm. (3.) 13. 97-125 und 193—200. 2)Pharm. J. Trans. (3.) VIII. 826—829. 3) Berl. Ber. 11. 2112. Bie Pflanze. 125 {?; th" C lO CO CO C<» rH lO ?D (M of O c<> ' 1H rH O d~ T-( CO rH CO CO rH^ C^(^ Q0_^ O^^ 05^ «iT oT c t^ <^( CO «o CO O »o (N 1-1 f^ tH vO C lO O 1 1 ^ tO Oi rH io"(M (M (M tH rH tA 1-i (M ' 1 C. O CO lO ■^ CO Ol 1-1 ^ )0 OD 1-1 o 1 i> CO C0"0 CO co~ COCO "^ t^i-li-ICOC^ crT co" ' c^ I cT th" lO c ^ ^ N n CT) >tJ 2j >. ? p 73 {»►►»i p s o* CO CD O S" OQ 3. 3' 2. EI CO c ? D N ro P odiii, Erythroretin, Pbaeore ikelbrauiies, in Alkohol u. Ac isses krystallinisches Harz, lö t II -. 0' P P* P' 2! ft> 1.1 p^ _- ^ 2. p- cT 0" p- P c- P TT P 1 p St £. S S. P= "^ 3 c -" !2 a: » p " -1 »— T) C: i Ol •-s 2!5 g , c 'S' p* g ■ CA CD • -1 2, 1 2. -. 1 p i^ r p' "^ CD 3i P >-S^ ra B •-5 ^. p: a P- P' 2. p' s= S' 0' ^9. S; IT 2. p' ~ P^ *^ ^^ 1— • CO p- p >- p ^- C/5 o" K p- p 1-8 as P JX) Jf»- _p jD J-- "bo "co ^ "^ ^ I— ^ Cjt Crt o lo "O "iO "Vi ~bl ^»^^ ^ ~«3 "bo "od "ü3 "iO "OT OOrf>»ütOü»WO»-'tOiOÜt00--OOOOOOOiOm jx j**- J^ j^ i^ j-" J» »^ jf^ ►« i* J^ P' J^ i'^ p^ i* i^ J-* j*'' o 05 oa Oi io I— • >— 1 >— • CO O ^ - "bt lo "#» 'io ^ 'to lo "05 ~CJ^ "63 "o C = CH - CH3. Aus Hexan, resp. dem normalen secundären Hexyljodür (aus Mannit) haben durch vollständiges Bromiren bei verschiedenen Temperaturen (120 —130", 130—140", 140—150", 150-175") V. Merz u. W. Weith^) nacheinander bei steigender Temperatur folgende bromirte Produkte erhalten: Hcxabromhexan CcHsBrö, Octobrorahexan CcHsErg, Octo- brorahexylen CelLiBrs, einen Bromkohlenstoff der Formel CeBrg und endlich Perbrombenzol. Wird angenommen, dass die Broraatome im Moleküle des Hexabromhexans gleichmässig vertheilt sind und auch das fernere Eingreifen des Broms symmetrisch erfolgt, so lassen sich für die typischen Produkte der verschiedenen Uebergäuge vom Hcxabrom- hexan an etwa folgende Formehi setzen: Hexabromhexan Octobromhexan Octobromhexylen CBrHa CßraH CBr2H CBrH CBrH CBrH CBrH 1 CBrH CBr II 1 CBrH CBrH 1 II CBr 1 CBrH CBrH 1 CBrH 1 CBrHa CBr2H CBraE Verbindung CcBrs Perbrombenzol CBrs 11 Br CBr C 1 CBr BrC CBr II CBr 1 1 BrC CBr 1 CBr C Br CBrs 1) Berl. ßer. 11. 2247. Pünf- u. sechswerthige Alkohole, Kohlenhydrate. 137 Die Verbindung CeBrs gelit beim vorsichtigen Erhitzen glatt in Per- brombenzol über nach der Gleichung CeBrs = CeBre -|- Br2- Ein Hexylen wurde von Pawlow^) aus Dimethylisopropylcarbinol- jodür durch Behandeln mit weingeistigem Kali dargestellt. Dasselbe ist demnach ein Tetramethylaethylen fSdp. 73 ^), verbindet sich energisch mit Brom zu C6Hi2Br2, CrOs liefert nur Aceton, das Bromür mit AgNOs behandelt, liefert nach Verseifung des erhaltenen Esters mit Baryt ein Produkt, das identisch ist mit dem bei 46,3 " schmelzenden Pinakon- hydrat. Demnach ist also das Pinakon aus Aceton Tetramethylaethylen- glycol. Durch Behandeln dieses Hexylens mit SO4H2 erhielt Verfasser ein Dihexylen. EinHexylalkohol vom Sdp. 118 — 119'' wurde vonM.Ka sc hirsky^) durch Einwirkung von Zinkmethyl auf a Brompropionylbromür erhalten und zwar ist derselbe Dimethylisopropylcarbinol. (CH3)2C.OH — CH . (CH3)2. Ueber die Einwirkung der verschiedenartigsten Oxydationsmittel auf conc. Mannitlösungen bei höherer Temperatur und meist unter höherem Drucke hat J. Giglioli ^) gearbeitet. Verfasser will in allen Fällen Bildung von Glycose beobachtet haben, wozu aber die uöthigen Beweissmittel fehlen. Ueber Quercit. L.Prunier^j. — Monochlorwasserstoffquercit CeHuClOs Schp. 198 — 200«, Monochlorquercitan CeHsOa-HCl. Quercit mit HCl bei 120—140 ^ behandelt liefert Trichlorquercit C6H6O2 (HC1>. Schp. 155«. Daraus Pentachlorquercit C6H2 (HCljs, gelbe Nadeln Schp. 102 ". Aus den Mutterlaugen dieser Verbindung er- hält man das Monochlorquercitan, welches mit Barytwasser Quercitan liefert, C5H10O4. Lässt man Kalilauge bei 200 — 250 « auf Quercit ein- wirken, so bildet sich Chinon, und ferner eine der Pyrogallussäure ähn- liche Säure, Malonsäure und Oxalsäure. Die Entstehung des Chinons aus Quercit giebt Verfasser durch folgende Gleichung wieder: C6H12O5 — 3H2O — CeHeOa- Vorkommen von Mannit in Ag. integer. W. Thörner ^). cf. Abtheilung Benzolderivate, p. 143. Einwirkung von Kaliumpermanganat auf alkalische oder heisse neutrale Lösung von Dulcit lieferte H. Fudakowski 0) einen Körper, der in seinem Verhalten sich den Glycosen anschliesst, aber optisch inactiv ist. Derselbe wurde noch nicht näher untersucht. Vefasser giebt für die Reaction folgende Gleichung: 2C6H14 Oe -]- ^^^^4 =2C6Hi2 Oe -}- Mn (0H)3 4- KOH. Ueber Isodulcit. R. S. Dale u. C. Schorlemmer 7) Verff. be- schäftigen sich mit der Untersuchung des Quercitrins und seiner Spaltungs- 1) Berl. Ber. 11. 513. 2) ibid. 11. 984. 8) ibid. 11. 1385. Corresp. aus Turin v. 21. Juni 1878. *) Compt. rend. 86. 338. 1460; Bull de la sog. chim. Par. (N. S.) 29. 312; Ann. Chim. Phys. (5). 15. 5. 5) Berl. Ber. 11. 535. «) ibid. 11. 1076. ') ibid. 11. 1197. 138 '''^' i'"'*"«« proiluktc und erliicltou bei Einwirkung von conccntriilcr JodwasscrstofTsäurc auf Isodulcit ein thcerartigcs Produkt und eine schwere jodhaltige Flüssig- keit, die noch nicht charakterisirt werden konnte. Salzsäure liefert eben- falls nur theerartige Produkte. Die Mittheilungcn von Licberniaini und Hörniann (cf. d. .lahrosber. \). I(i5) veranlassen Verfasser zu dieser vor- läuligcji ]\Iittlieilunu-. lieber den Isodulcit. L. IJerend ^). cf. die Abhandlung von Liebermann und Ilönuann. Den Namen ,.Glycose" schlägt D. Tollens'-^) für Zuckerarteu CcH^Oe, welche alkalische Kupferoxydlösung reducircn, von neuem vor. Die Gly- cose par excellence oder der aus Invertzucker, Fruchtsäften, Honig, Stärke bereitete sogenannte Traubonzuckcr, wird, um Verwechslungen mit anderen Glycosen zu vermeiden, als Dextrose bezeichnet. Glycose-Keaction. D. Lindo^). — Die gelbe Verbindung von Brucin mit Salpetersäure giebt in alkalischer Lösung mit Traubenzucker eine tief blaue Färbung. lieber Glycose. 0. Hesse ^). — Honigzucker schmilzt zwischen 80—84 0. Verf. hat früher gezeigt (Ann. Chem. u. Pharm. 176. 102) dass die Glycose aus Honig, Weintrauben, Stärkemehl, Salicin und Amyg- dalin in ihrem optischen Verhalten übereinkommt, hingegen in ihrem chemischen Verhalten kleine Differenzen aufweist. So schmolz z. B. der Stärkezucker b schon bei 76 ^, während der Salicin- und Amygdalinzucker erst bei 84 ^ ins Schmelzen kam. Der Stärkezucker b weiter gereinigt, stimmte nun in jeder Weise mit dem reinen Honigzucker überein. Weiter fand Verf., dass, wenn Glycoselösungen längere Zeit (an der Luftj erwärmt werden, dieselben an Rotationskraft verlieren. Jedenfalls ist diese Ver- änderung dem Einflüsse des Sauerstoffs der Luft zuzuschreiben. Glycose- anhydrid schied sich in einem Falle bei der Kystallisation des auf ge- wöhnliche Weise concentrirteu Glycosesyrups neben Glycosehydrat ab. Wahrscheinlich war das Hydrat von Anthon nichts weiteres als ein Ge- misch von C6H12O6 -f-H20 und CgHi206 zu etwa gleichen Theilen, das erhalten wurde, indem mau den Zuckersyrup, der uothwendig sehr rein sein musste, über die übliche Concentration hinaus abdampte. Durch Oxydation des Zuckers mit Kaliumpermanganat hat Maumene ^) eine neue Säure von der Zusammensetzung C2H-1O4 erhal- ten, die er Diepinsäure nennt. Ihr Kaliumsalz krystallisirt in Prismen und reducirt Metalllösungeu. Diese Säure bildet sich viel leichter als zwei andere vom Verf. aus Zucker erhaltene, die Triepmsäure CsHeOs und die Hexepinsäure Cg H12 Os. H. Fudakowski ß) veröffentlicht seine weitere Untersuchung der beiden die Galacto sc bildenden Zuckerarten. Der vom Verf. 1) Berl. Ber. 11. 13.53. ^) ibid. 11. 1801. =*) Chem. News. 38. 14.5. *) Ann. Chem. Pharm. 193. 1G9. «) Bull, de la sog. chim. Par. (N. S.) 30. 99; Berl. Ber. 12. 372. 6) Berl. Ber. 11. 1069. Kohlenhydrate. J39 als /5-Zucker bezeichnete Körper ist identisch mit Glycose. Er liefert bei der Oxj^dation Zuckersäure und Weinsäure. Der zweite Zucker, den die aus ihm darstellbare Schleimsäure als eigentliche Galactose kennzeichnet, krystallisirt aus heissem Alkohol in Körnern von strahlig gruppirten Prismen. 1 Th. Galactose löst sich bei 20 ^ in 167 Th. 85 proc. Alkohol auf. Lactoglycose schmilzt (lufttrocken) bei 70— 71 <*, (bei 100 getrocknet) bei 132—135 0; Galactose schmilzt (lufttrocken) bei 118 — 120 0, (bei 100 getrocknet) bei 142 — 144 o. Einwirkung von Essigsäureanhydrid auf Galactose lieferte die Pentacetj-lgalactose C6H7(C2H3 0)50ij- Schp.66 — 67^ Eeiner, trockner Milchzucker gab beim Behandeln mit 2 Th. NO3H vom spec. Gew. 1,4, 13,01 0/0 durch Fällung aus ihrem Natriumsalz gereinigte und bei 100 " getrocknete Schleimsäure. Aus Galactose dagegen wurden bei derselben Behandlung 49,35 ^lo Schleimsäure gewonnen. Daraus konnte man folgern, dass die Galactose 26,36 0/0 des vom Verf. gebrauch- ten Milchzuckers ausmacht. Beide Milchzuckerabkömmlinge liefern mit ClNa gut kystallisirende Verbindungen. Galactose wird ans 0,5 0/0 Lösung durch Bleiacetat bei Gegenwart von Ammoniak unvollständig gefällt. Aus heiss gesättigter Lösung in 90 ^jo Alkohol wird sie durch alkoholisches Kali vollständig gefällt. Sie löst sich in conc. SO4H2 bei gewöhnlicher Temperatur mit gelblicher Farbe. Gegen N03Ag-|-NH40H, bas. Wismuth- nitrat, Lidigolösung, heisse Natronlauge allein oder nach Zusatz verd. Pikrinsäurelösung verhält sie sich ganz wie Glycose. Verf. hat weiter die im Thierkörper vorkommende Glycose und die zuckerartigen Körper, die man aus Pflanzenschleim, Glycosiden u. dergl. darstellen kann auf ihr Unvermögen, Schleimsäure zu liefern, untersucht, in der Meinung, dass dadurch vielleicht die Abstannuung des zweiten, bei der Oxydation Schleim- säure liefernden Bestandtheils des Milchzuckers in's rechte Licht gestellt werden könne. Aus dem Zucker der Skelettmuskeln und des Ochsen- herzens konnte keine Schleimsäure gewonnen werden. Ebensowenig aus dem Zucker, der aus Leinsamenschleim, durch Behandlung mit künstlichem Magensafte gewonnen wurde. Arabinsäure, aus rechtsdrehendem Gummi, mit künstlichem Magensaft behandelt, lieferte syrupösen Zucker und krystallisirte Arabinose. Beide Zuckerarten lieferten bei der Oxydation keine Schleimsäure. Arabin liefert unter dem Einflüsse von angesäuertem 0,26 7o HCl enthaltendem Wasser allein 2 «/o Zucker, bei der Mitwir- kung von Pepsin dagegen 3,17 ^/o Zucker. Das Pankreasferment übt nach den eingehenden Untersuchungen des Verf. auf Arabin keine dem Pepsin analoge Wirkung aus. Die beobachtete Zuckerbildung ist als Folge des Sauerwerdens zu betrachten, das auch bekanntlich in wässrigen Gummi- lösungen bei einer etwas erhöhten Temperatur leieht einzutreten pflegt. Ueber Phlorose. 0. Hesse 1) macht Mittheilung über den durch Spaltung des Phlorizins mittelst Schwefelsäure nach Schiff erhaltenen Zucker, den er Phlorose nennt. Er enthält 1 Mol. Krystallwasser, welches sehr schwer bei 80 « oder endlich bei 100 ^ weggeht. Schp. im Mittel 740. Phlorose besitzt gegen Fehlingsche Lösung dasselbe Reductionsver- mögen, wie Glycose. Phlorose liefert kein krystallisirte s Anhydrid. Sie i) Ann. Chem. Pharm. 192. 173. 140 ^'° I'fl'in^e. dreht nur etwa Vo mal so stark die Ebene des polarisirtcn Lichtes als Glycoso. Dahiii},'estollt bleibt, ob der nach dem Verfahren von Sias aus dem riilorizin erhaltene Zucker mit der Phlorose übereinstimmt. Zuckermenge im Nectar verschiedener Rliithen. A. S. Wilson ^). — Dieselbe variirt von 9.93 mf;rm. per Dlüthc in einer Erbsenart bis zu 0,41 J^ mgrm. in Claytonia almoidcs. Bemerkenswerth ist, dass in vielen Fällen IJuhrzucker zugegen war; in einer FuchsiabliUhe fanden sich 5,9 mgrm. Rohrzucker in einem Total von 7,59 mgrm. B. Tollens^) hat einigen neueren französischen Angaben gegenüber seine Arbeiten über die specifische Drehung des Rohrzuckers aufs neue controlirt. Er verwendet jetzt zu seinen Versuchen den in grosser Reinheit vorkommenden Krystallzucker. Er fand nun für (a) D des Rohr- zuckers in 10 procentiger (richtiger 9,7.3 %) Lösung zwischen 66,874 *> und 66,595 ", im Mittel vieler Beobachtungen (a) 10 D 66.475 ". Diese Zahl differirt ein Avenig von der früher vom Verf. gefundenen wie von der von Schmitz gegebenen. Nimmt man das Mittel von der jetzt ge- fundenen Zahl 66,4750, der früheren 66,550" und der Schmitz"schen 66,527 <>, so erhält man als der Wahrheit am nächsten kommenden Ausdruck (a)lOD = 66,550*^ für den Rohrzucker in Lösungen, welche sich von dem Gehalt 10 % wenig entfernen, während in schwächerer Lösung die spec. Drehung stärker, in concentrirterer Lösung dieselbe dagegen geringer wird. Es sind dies die Drehungen, welche sich ergeben, wenn man die specitischen Gewichte auf Wasser von 4 ** bezieht. Auch für Wasser von 1772*^0. hat Verfasser die bezüglichen Zahlen berechnet. Für letzteren Fall ergab sich (a) 10 D = 66,473 " oder nahezu 66 V2 ^ bei Zugrunde- legung von auf Wasser von 17V2 "C. berechneten specitischen Gewichten oder bei Anwendung von wie gewöhnlich calibrirten Masskölbchen. Bei Bemessung der Normalgewichte für die mit Quarzkeilcompensation arbei- tenden Apparate ergiebt sich , dass das Normalgewicht um ein geringes erhöht werden muss und zwar möchte der Durchschnitt der Zahlen 26,051 und 26,085 oder 26,068 einstweilen als richtiger Ausdruck der Thatsache verwandt werden. Wann es darauf ankommt zu ünden, wie viel Gramm Zucker in 100 CG. einer gegebenen Lösung vorhanden ist (z. B. in Pflan- zensäften, wie Rüben- und Zuckerrohrsaft) muss man ebenfalls stets bei genauen Bestimmungen auf die wechselnden Zahlen für (a) D Rücksicht nehmen und müssen die betreffenden Tabellen darnach umgearbeitet wer- den. Herr Schmitz ist mit Constructiou solcher Tabellen beschäftigt. Ueber die Natur der inactiven Glycose in dem rohen Rohr- zucker und der Melasse. U. Gayon 3). Die Ursachen der Inversion des Rohrzuckers und der Zer- setzung der Glycose. Durin '^). ») Chem. News. 38. 93; Berl. Ber. 11. 1835. 2) Berl. Ber. 11. 1800. 3) Compt. rend. H7. 407; Chem. Ctrbl. 1878. 677. *) Compt. rend. 87. 754. ^) ibid. 86. 486. Kohlenhydrate. ■« j^-j Wesentlich durch Vergleichung der Krystallform beweisen Tanret und V i 111 ers die Identität von luosit aus den Muskeln und dem Zucker, welcher in den Nussblättern (Nucit), den grünen Bohnen und anderen Vegetabilien vorkommt. lieber die Reaction verdünnter Schwefelsäure auf Stärke. F. Salomon^). — Den Vorgang der Verzuckerung der Stärke hält Verf. für einen der Aetherbildung ähnlich verlaufenden Process, da bei Anwen- dung der doppelten Schwefelsäuremenge auch die Zuckerbildung in der Zeiteinheit verdoppelt wird und in der Lösung öfter eine ein lösliches Barytsalz bildende Säure nachgewiesen werden konnte. Ueber die Stärke. Musculus und Gruber^). — Bei der Ein- wirkung von Diastase auf Stärke bilden sich: 1) Lösliche Stärke, unlöslich in Wasser von 50 — 60*', färbt sich mit Jod in wässriger Lösung weinroth, in festem Zustande blau. Rota- tionsvermögen (a) = -f- 218^. Reductionsvermögen r= -|- 6 '^. 2) Erythrodextrin (Brücke) rothe Färbung mit Jod, bildet gewöhnlich das Dextrin des Handels. Es ist in Wasser löslich und färbt sich mit Jod stets roth. Beide Körper werden leicht durch die geringsten Mengen Diastase angegriffen. 3) Achroodextrin a, färbt sich nicht mit Jod. Rotationsvermögen (a) = -1- 210 0, Reductionsvermögen = 12*^. Es geht durch Diastase zum Theil, aber weniger leicht als die beiden ersten Körper in Zucker über. 4) Achroodextrin ß. Rotationsvermögen (a) == -|- 190", Reductions- vermögen = 12''. Wird in 24 Stunden durch Diastase noch nicht angegriffen. 5) Achroodextrin y. Rotationsvermögen («) = -|- 150 *', Reductions- vermögen == 28 ^. Diastase ist ohne Einwirkung. Verdünnte siedende Schwefelsäure verwandeln es in mehreren Stunden in Glycose. 6) Maltose C12H22O11 -|- H2O, Rotationsvermögen (a) = -\- 150 », Reductionsvermögen = 66 °. Wird nur schwer durch Diastase an- gegriffen. 7) Glycose C6H12O6 -f" ^^0. Rotations vermögen (a) = -|- 56**. Re- ductionsvermögen = 100 ^. Obgleich die Zahlen für das Rotations- und Reductionsvermögen der Dextrine wegen der Schwierigkeit der Reindarstellung derselben nur annähernd richtig sein können, so tritt doch hervor, dass das Rotationsvermögen der verschiedenen Dextrine, welche durch Saccharification der Stärke entstehen, mit dem Saccha- rificationsgrad abnimmt; das Reductionsvermögen sowie die Wieder- standsfähigkeit gegen Diastase, nimmt dagegen zu. Zur Erklärung dieser Thatsachen betrachten Verfl'. die Stärke als ein Polysaccharid von der Formel n (CeHioOs) worin n nicht kleiner als 5 oder 6 zu sein scheint. Unter dem Einflüsse von Fermenten oder verdünnten Säuren erleidet dieses Kohlenhydrat eine Reihe von Ver- 1) Tagebl. der 51. Naturforschervers, in Cassel. 1878. 240; Chem. Centrbl. 18'J'8. 802. 2) Compt. rend. 86. 14.59. 1^2 ^'^ pflanze. änderungen dtircli Hydratation und darauf folgende Spaltung; jedesmal bildet sich Maltose und ein neues Dextrin mit idedrigereni Molekular- gewicht bis zum Achroodextrin y, welches sich wahrscheinlich durch ein- fache Hydratation in Maltose umwandelt. Letztere selbst endlich giebt unter Wasseraufnahme 2 Mol. Glycose uach folgender Gleichung C12H22O11 -j- H2O = 2 Co Hl 2 0c. Inulin verschiedener Abstammung wurde, sorgfältig gereinigt, unter- sucht und völlig identisch befunden von Lescocur u. MorelP). Für das Drehungsvermögen wurden von den früheren Angaben abweichende Weilhe gefunden und zwar für Inulin aus Inula helenium «o = — 36,56"; Inuliu aus Helianthus tuberosus «0 = — 36,57^; Inulin aus Leontodon taraxacum «o = — 36,18'^. lieber die verschiedenen Nitroverbindungen der Ccllu- lose. G. Wolfram 2). b) Benzol derivate. lieber Styrol theilt W. v. Miller 3) mit: Die früher verarbeiteten Storaxsorten enthielten pro Pfund nur V^ gi'ra- Styrol, während von van't Hoff aus derselben Menge Storax 2 grm. Styrol, in der Fabrik von Kahlbaum aus 20 — 30 kgrm. Storax 60 grm Styrol gewonnen wur- den. Letzteres Styrol ergab das Drehungsvermögen — 38,03", spec.-Gew. bei 0" ^ 0,8978. Das Produkt war übrigens, wie die Analyse zeigte, nicht reines Styrol. lieber das Rotationsvermögen des Metastyrols. Ber- thelot '^). — Das Styrol dreht nach dem Verf. nach links und zwar ist (cc) D = — 3,4 "; es verwandelt sich von selbst in eine amorphe, horn- artige Masse, das Metastyrol, dessen Rotationsvermögen (a) D = — 2,2 ^ ist. Analog soll sich das inactive Styrol in inactives Metastyrol ver- wandeln. Das Styrol und seine Polymeren wurde von Krakau^) unter- sucht. — Bei der Prüfung des Rotationsvermögens des Styrols kommt Verf. zu dem Schlüsse, dass das rohe aus dem Storax gewonnene Styrol, wie dies auch vau't Hoff gezeigt hat, kein chemisches einheitliches Produkt darstellt. Von den Polymeren des Styrols wurde Distyrol und Metastyrol näher untersucht. Distyrol, Sdp. etwas über 300", (ohne Styrol zu re- generiren). Foi-mel CigHig. Metastyrol entsteht aus dem Styrol unter dem Einflüsse der Wärme und des Lichtes. Alkalimetalle verwandeln Styrol in Metastyrol unter gewöhnlichen Temperaturverhältnissen nur dann, wenn aus ihnen nicht näher untersuchte, amorphe Verbindungen entstanden sind. Besonders stark verhindern die Polymerisation geringe Mengen von 1) Compt. rend. ST. 21G. 2) Pol. Journ. aSO. 1 u. 2. «) Berl. Ber. 11. 1450. *) Bull, de la soc. chim. de Par. 39. 3.54. ^) Berl. Ber. 11, 1261 ; Corresp. aus St. Petersburg. Benzolderivate. 143 Jod, Schwefel und Brom. Beim Erhitzen des Metastyrols entsteht Styrol und Distyrol. Das Polystyrol ist Stilben. Ueber das angebliche Vorkommen von Brenzcatechin in den Pflanzen. C. Preusse^). — Um Brenzcatechin leicht von Protoca- techusäure zu trennen, schüttelt Verf. die mit COsNaa alkalisch gemachte Lösung beider mit Aether aus. Letzterer nimmt nur alles Brenzcatechin auf. Mit zu Hülfenahme dieser Methode wurde das Nichtvorhanden- sein von Brenzcatechin in Ampelopsis hederacea (gegen v. Gorup- Besanez), in verschiedenen Kinosorten (gegen Flückiger), in grünen, wie in braun gefärbten Blättern von Aesculus Hippocastanum (gegen Kraus) zur Genüge nachgewiesen. Hiernach muss das Vorkommen von Brenz- catechin in den Pflanzen bis jetzt als nicht nachgewiesen erachtet werden. Ueber einen in einer Agaricus-Art vorkommenden chinon- artigeu Körper theilt W. Thörner^) vorläufig Einiges mit. — Durch Extraction von Agaricus atrotomentosus (Sammtfuss) mit Aether wurde eine in dunkelbraunen , metallisch glänzenden Blättchen krystallisirende Substanz erhalten, die sich in kochendem Alkohol oder Eisessig mit wein- rother, in Alkalien mit grüngelber Farbe löst. Schmilzt unter Vcrkohlung über 300*^. Der Körper zeigt chinonartige Eigenschaften. Setzt man zu der alkoholischen Lösung des Körpers in sehr geringer Menge ein Alkali oder Ammoniak, so wird die anfangs rothe Flüssigkeit allmählich violett und es krystallisiren beim Verdunsten unter Entfärbung kleine grüne Nadeln aus, die sich in heissem Alkohol mit violetter Farbe lösen. Bei Anwendung von mehr Alkali geht die violette Lösung durch dunkelblau, grün in gelb über. Bei Kochen mit Zinkstaub in alkalischer Lösung tritt Entfärbung ein. Bei Luftzutritt wird die entstandene Verbindung sofoi't wieder oxydirt. Die Analyse des Körpers führte zu der Formel CiiHeOg (0H)2. Beim Behandeln mit Essigsäureanhydrid entsteht ein Diacetylderivat CiiHeOä (OC2H30)2, es sind demnach wohl zwei Hydroxyl- resp. Phenolhydroxylgruppen in dem Körper enthalten und derselbe wäre aufzufassen als ein Derivat eines Kohlenwasserstoffs CnHio. Verf. ist nicht der Ansicht, dass dieser Farbstoff in seiner ganzen Menge schon in dem Schwämme enthalten sei, sondern er glaubt, dass dieses Chinon fertig gebildet nur an der Oberfläche des Schwammes, besonders des Hutes, als färbendes Medium vorkommt, in den Innern Theilen der Pflanze aber das zugehörige Hydrochinon enthalten sei. — Ausserdem hat Verf. sowohl aus dem beschriebenen Schwämme, wie aus Ag. bulbosus (Knollenblätterschwamm) und dem Ag. integer (Speitaubling) in geringer Menge schön krystallisirende Platindoppelsalze und hieraus ebenfalls gut krystallisirende salzsaure Salze basischer Körper dargestellt. Li dem zu- letzt genannten Schwämme fand Verf. noch in grosser Menge Mannit vor, der durch Krystallform, Schmelzpunkt 165 — 166^ C. und Geschmack leicht als solcher erkannt werden konnte. Die Untersuchung wird fort- gesetzt werden. ^) Zeitschr. f. physiol. Cham. 2. 324—328. 2) Berl. Ber. 11. 535. J44 ^^"^ Pflanze. Eine japauischo Zininit riiulc von der Insel Sikok (walirschein- licb von Cinnamonmni Loureiri) lieferte G. Martin ^j ein Oel (aus 10 Pfd. Rinde 40 grni. Oclj, das in chemischer Hinsicht durchaus von Ol. Ciun. ceyl. und auch von dem Zimnitcassiaöl sich unterschied. Gicht mit conc. SO4 IIa Violettroth, indigblau, prachtvoll grün, braun. NO3 H liefert keine Nitrobenzoesäure, sondern die Masse erstarrt wachsartig etc. etc. Melilotol. F. L. Phipsou^). — Melilotol Ci)IIs02 kommt neben Cumarin in Mclilotus ofiicinalis vor. Beim Kochen mit concentrirter Kalilauge liefert es Mclilotsäure: CgHsOä -f~ H2O = C9H10O3. Untersuchung des Gummi's von Quebracho Colorado (Loxopterigium Lorentii, Grisebach). Pedro N. Arata^). — Das sogenannte Gummi oder besser der in den Rissen und Sprüngen des Holzes sich vorfindende verdickte Saft obigen Baumes aus der Ordnung der Anacardiaceen bildet colophoniumähnliche, rubiurothe Concretionen, die ein ziegelrothes Pulver liefern. Spec. Gew. bei 15^= 1,3756. Leicht löslich in Alkohol, Aceton und Essigäther, unlöslich in Benzol, Schwefelkohlenstoff und Terpentinöl, fast unlöslich in kaltem Wasser und Aether. In alkoholischer Lösung giebt es charakteristische Absorptions- streifen. Bei der Destillation liefert es ein zunächst bei 100 — 120^ übergehendes Oel, das beim Abkühlen flüssig bleibt, und bei 240 — 245 ** destillirt Brenzcatechin über. Bei der Behandlung des Gummi's mit Sal- petersäure wurde Oxalsäure und Pikrinsäure erhalten. Mit schmelzendem Kali liefert es Protocatechusäure und Phloroglucin. — Die Bildung dieser Produkte macht es wahrscheinlich, dass das Quebracho-Gummi ein Catechin enthält. Die von Beckett und AlderWright im Jahre 1876 für das Me- conin in Vorschlag gebrachte Formel, welche letztern Körper als ein lactidähnliches Anhydrid darstellt: CeH^ (OCH3)2 wird durch Untersuchungen von Julius Hessert*) über das Phtalyd (Phtalaldehyd) weiter bestätigt. Letzterer Körper wurde als Anhydrid der Benzolortho- CH OH alkoholsäure CeH^ pq^tt charakterisirt, welche durch Kochen des Phta- lids mit Alkalien unter Wasseraufnahme leicht entsteht. Ganz in der- selben Weise entsteht aus dem dimethoxylirten Phtalid, dem Meconin, wie Beckett und Alder Wright richtig vorausgesehen haben, durch Kochen mit Barytwasser die dimethoxylirte Benzolorthoalkoholsäure (Meconinsäure) : C, H2 (OCH3)2 Ö + H2O = C6 H2 (OCH3)2 ) Berl. Ber. 11. 646- -675. Benzolderivate. 149 lieber einen neuen Bestandtheil der Cotorinden. Jul. Jobst u. 0. Hesse 1). — In weiterer Untersuchung der Cotorinden haben Verff. eine neue Säure darin aufgefunden, die in sehr geringer Menge, anscheinend in Form eines Salzes darin enthalten ist. Sie bildet ein weisses Pulver, selten kleine Nadeln, schwer löslich in Aether und Chloro- form, leicht in heissem Alkohol. Schp. 229^ (uncorr.) Formel: CsHeO^. Kaliumsalz: Cs H5 O4 K -|- H2 0, Na-, Ba-, Pb-, Cu-, und das Chiniusalz enthalten sämmtlich 1 Mol. Krystallwasser. Aetliyhäther, leicht bewegliche, fruchtähnlich riechende Flüssigkeit. Diese Säure ist nach allen ihren Eigen- schaften identisch mit Piperonylsäure. Verff. identificiren ihre Säure ein- gehend mit der Piperonylsäure. Durch Einwirkung conc. Salpetersäure durch wenige Minuten in der Wärme erhielten Verff. weiter aus ihrer Säure Nitropiperonylsäure , Schp. 172*^ und Methylenmononitrobrenzcatechin, Schp. 148 ''. Bei Behandlung der Piperonylsäure mit rauchender Salpeter- säure in der Kältemischung entsteht nicht Mononitromethylenbrenzcatechin sondern Methylendinitrobrenzcatechin, Schp. 101*^. Letztere beiden Körper, wie die Nitropiperonylsäure geben in heisser kalischer Lösung blutrothe Färbungen. Derivate der Veratrinsäure (Dimetbylprotocatechusäure), Schp. m 174 — 175°, der Vanilliusäure (Monomethylprotocatechusäure C6H3(OCH3) p (OH) COOH) Schp. 207 0, und der Isovanillinsäure (Monomethylproto- catechusäure, identisch mit der Methylhypogallussäure aus Hemipinsäure, p m Ce H3 OCH3 OH COOH) Schp. 250« wurden dargesteUt und untersucht von Kaeta Ukimori Matsmoto^) und zwar wesentlich verschiedene Ester, Nitro-Amidoderivate , ferner acetylirte und bromirte Abkömmlinge obiger drei methylirter Protocatechusäuren. Gallussäure wurde zuerst von L. v. Barth (Ann. Chem. und Pharm. CXLU, 247) aus Bromprotocatechusäure mit concentrirter Kali- lauge erhalten, aber in nicht ganz reinem Zustande. Kaeta Ukimori Matsmoto^) bestätigt diese Synthese der Gallussäure aus Protocatechu- säure. Untersuchungen über die Natur der Gallusgerbsäure und über ein krystallisirtes Produkt der Einwirkung von Arsen- säure auf Gallussäure. P. Freda^j. Bildung der Digallussäure und die Natur des Tannins. H. Schifft). — Kritik der vorstehenden Freda'schen Abhandlung. Nach H. Schifft) ist es sehr wahrscheinlich, dass der in den Gall- äpfeln enthaltene, unveränderte Gerbstoff aus einem sehr leicht zer- setzbaren Digallussäureglycosid besteht. 1) Berl. Ber. 11. 1031. 2) ibid. 11. 122. 3) ibid. 11. 140. *) Gazz. chim. ital. VIII. 9—16. 6) ibid. VIII. 87-89. 6) Berl. Ber. 11. 346. J rjO Die I'Qanze. Tannin, li. Paul u. C. T. Kingzctti). — Vcrff. bestätigten die Angabe trülierer Forseher, dass die verscliicdenen Mellioden znr Be- stimmung des Tannins niemals selbst imr annäliernd gleiche ivesultatc geben. Vcrff. bezweifeln die Richtigkeit der Ansicht, dass das Tannin der Galläpfel ein Glycosid sei und geben ferner an, dass die Miraosarinde und Cutsch eine von der Gallsäure verschiedene Säure enthält. Tannin-Bestimmung. F. Kathreincr ^j. In der Abhandlung über die Gerbstoffbestimmung im Theo giebt Eder^) der Methode von Fleck, den Gerbstoff mittelst Kupfer- acetat zu bestimmen den Vorzug. Der aus dem lieissen, wässrigen Thce- auszug mit Kupfcracctat gefällte Niederschlag wird nach dem Auswaschen mit heissem Wasser im Tiegel geglüht etc. und als Kupferoxyd oder als CU2S gewogen. Quebracho, ein neues GerbmateriaH). — Das Holz des in Centralamerika einheimischen Qucbracho-Baumes ^) enthält ca. 18'Vo Gerb- stoff (Kastanienholz G%, Eichenwurzelholz 7%, Kernholz von alten Bäumen bis 13%). Das spec. Gew. des Qucbrachoholzes war 1,13. Der Gerb- stoff desselben ist nicht identiscli mit demjenigen der Eichenrinde, des Eiehonholzes und des Kastanienholzes. Bei einiger Vorsicht kann mau Lösungen erhalten, die sich ebenso gut, wie diejenigen aus Sumach zur Fabrikation des Saflianledei-s eignen, nur sticht dann die Farbe mehr ins Gelbliche. Der wässerige Auszug enthält eine Gerbsäure, die verschieden ist von Gallussäure ebenso einen röthlichen Farbstoff, der durch energische Agentien sich zersetzt. Weiter werden eine Anzahl von Reactionen mit Eisensalzen etc. auf den im wässrigen Extract enthaltenen Gerbstoff gegeben. Wahrscheinlich wird es zweckmässig sein, dieses Gerbholz im Gemisch mit anderen Gerbmaterialieu anzuwenden und das um so mehr, da das ausschliesslich mit dem Gerbholze gegerbte Leder etwas zu weich zu werden pflegt. Notiz über einige griechische Gerbmaterialien. H. Jahn^). — Zunächst wurde die Valonia oder Valonidia, wie man sie in Griechen- land nennt, auf ihren Gerbstoffgehalt untersucht, und zwar nach der Löweustein'schen Methode (Oxydation durch Permanganat). Die Kelche ergaben 22,615% Gerbstoff, die von den Kelchen losgetrennten Schuppen aber 36,60%, und in denen der mainotischen Valonia von 1877 waren 33,10% Gerbstoff enthalten, während die Waare an und für sich höchstens 25 — 26% Gerbstoff enthielt. Es werden weiter die einzelneu Qualitäten der Valonia, ihr Werth und ihr Gerbstoffgehalt beschrieben. Jüngst ist im Peloponncs eine gerbstoffhaltige Substanz aufgefunden worden, die dem Verf. unter der Bezeichnung Knopperu zukam. Sie enthielt 22,41 % Tannin. Dieselbe steht qualitativ den Knoppern nahe, während sie 1) Berl. Ber. 11. 8.50. Corrcsp. aus London v. 13. Febr. 2) Pol. Journ. 337. 481—490. 3) Berl. Ber. 11. 1932. *) D. Ind.-Ztg. 1878. 45. ^) cf. Abtheiluug Alkaloide das Aspidospermin. ß) Berl. Ber. 11. 2107. Gerbstoffe. 151 quantitativ davon abweicht. Von den griechischen Galläpfeln aus dem Peloponnes enthielt eine Probe im Mittel von neun Bestimmungen 47,6 ^/o Tannin. In den griechischen Gerbereien wird von gerbstoffhaltigen Baum- rinden namentlich Fichtenrinde verwendet. Die Fichteurinde aus Kreta enthält 9,818 7o, die aus Kleinasien 17,285 % Gerbstoff. Zur Kenntniss einzelner chemischer Bestandtheile der Weiden und deren pathologischen Gebilde und über einige Reactionen mit Gerbstoffen und denen verwandten Körpern. E. Johansoni). — Verf. gelangt im Verlaufe seiner umfangreichen systematischen Untersuchungen zu dem Schlüsse, dass in den pathologischen Weidengcbilden chemische Körper vorkommen, welche den geliildctragenden Pflanzcntlieilen mangeln. Auch hier dürften diese Körper als Produkte der Umwandlung gewisser Bestandtheile der normalen PHanzentheile ange- sehen werden. Welcher Art aber diese Umwandluiigsprodukte hier sind, konnte mit Sicherheit nicht festgestellt Averden; am wahrscheinlichsten ist es, dass hier ein quercitrinartiger Körper vorliegt. Das Benzohelicin kommt nicht in der Rinde jeder Weidenart vor und der quercitrinartige Körper findet sich nicht in allen pathologischen Weidengebilden, vielleicht später einmal Mittel zur Unterscheidung der so äusserst schwierig zu diagnosticirenden Weidenspecies. Weiter macht Verf. einige Angaben über einen nicht eingehender untersuchten, qnercitrinartigen Stoff aus der Rinde junger Zweige von Salix acutifolia. Endlich wird die Frage nach der Bedeutung der Gerbstoffe für den Lebensprocess der Pflanzen etwas discutirt. Ueber die Reduction der Ellagsäure durch Zinkstaub. L. Barth und G. Goldschmidt 2) weisen nach, dass die aus den Divi- divischoten (Caesalpina coriaria) nach dem Löwe 'sehen Verfahren (Zeitschr. f. anal. Chem. XIV. 35) gewonnene Ellagsäure mit Zinkstaub im Wasser- stoffstrome destillirt an 25 — 30 pCt. des von Rembold zuerst auf diese Weise erhaltenen und Ellagen genannten Kohlenwasserstoffs liefert. Letz- terer aber ist, wie Verff. genügend nachweisen, identisch mit Fluoren (Diphenylenraethan). Auch die Analysen Rembold's passen besser auf die Formel C13H10, als auf die von Rembold gegebene C14H10. Bei der Destillation einer kleinen Probe von Ellagsäure aus Granatwurzelrinde über Zinkstaub haben Verff, ebenfalls das Fluoren erhalten. Verff. weisen darauf hin, dass die Bildung von Ellagsäure und Fluoren einerseits, die von Rufigallussäure und Anthracen andererseits, gewisse Aehnlichkeiten zeigen, indem, wie es scheint, bei ersterer Reaction der Condensationsvor- gang unter Mitwirkung von einer Carboxylgruppe aus zwei Gallussäure- molekülen (unter gleichzeitiger diphenylartiger Bindung der beiden Benzol- kerne), bei der letzteren dagegen unter Heranziehung beider Carboxyle verläuft. Ueber Chrysarobin und die angebliche Chrysophansäurc im Goapulver. C. Liebermann und P. Seidler^). — In dem Goa- 1) Arch. d. Pharm. (3). 13. 103—130. 2) Berl. Ber. 11. 846. ») ibid. 11. 1603. ■j fjO T)io l'flaiizc. oder Arrarobapulvcr (auoli l'oh" di üahia genannt j hatte Attlield neben 2% Harz, 5Va % Holzfaser und 7 % Bitterstoffen, 80—84 «/o Chrysophan- säiire nacligewieson. Verif. zeigen nun, dass die ursprünglich im Goapul- ver enthaltene Substanz keine Chrysophansäure, dass vielmehr die von Attfield thatsächlich erhaltene Chrysophansäure ein Umwandlungsprodukt ist, wclohos die präcxistircnde Verbindung erst durch das letzte von ihm angewandte Keinigungsverfahren liefert. Die im Goapulver vorgebildete Substanz nennen Vertl". Chrysa robin. Durch Glühen des letzteren uiit Zinkstaub wurde Methylanthracen erhalten; also ist das Chrysarobiu, wie die Chrysophansäure ein Derivat des Mcthylanthracens. Das Chrysarobiu, in schwacher Kalilauge unlöslich in starker mit gelber Farbe und stark grüner Fluorescenz löslich, ist in conc. Schwefelsäure mit gelber Farbe lös- lich. Schüttelt man die gelbe alkalische Chrysarobinlösung mit Luft, so geht die Farbe der Lösung sehr schnell in die rothe der Chrysophansäure über. Chrysophansäure ist das Oxydationsprodukt des Chrysarobius und kanh aus letzterem durch Oxydation der alkalischen Lösung mittelst eines Luftstroms leicht erhalten werden. Attfield hatte sich zur Reinigung der Substanz, welche ihm annährende Zahlen für Chrysophansäure lieferte, des alkoholischen Kalis bedient. Dabei ging ein Oxydationsprocess vor sich. Dem Chrysarobiu kommt die Formel C30H26O7 zu. Chrysarobiu verbraucht zum Uebergang in Chrvsophansäure 12,2 % 0. Daraus folgt die Gleichung: C30H26O7+2O2 =3H20-f 2Ci5Hio04- (verl. 12,4 % 0). Acetylchry- Chrj-sarobiii Chr3suphansiiure sarobin Schp. 228—230 (C30H22O7 (C2H3 0)4) giebt bei Oxydation in Eisessig mit CrOs rasch Diacetylchrysophansäure : C3oH22 07(G2H3 0}4 -|- 202=3H20-f-2Ci5H804(C2H30)2. Tetrauitrochrysophansäure durch Behandlung des Chrysarobius mit NO3H erhalten und Rhabarber- chrysop hansäure sind völlig identisch. Das Chrysarobiu ist also ein Reductionsprodukt der Chrysophansäure. Es hat dem Tetracctylderivat zufolge vie. Hydroxylgruppen. Die Reduction muss sich also auf die Ketongruppe der Chrysophansäure beziehen. Dem Chrysarobin kommt dem- nach folgende Constitutionsformel zu: yO ^«^^^«^<(0H)2 wobei nur die Vertheilung der Methyle und (phenol) Hydroxyle beliebig gewählt ist. Dem Chrysarobiu analog wäre das durch Reduction des Anthrachinons gewönne Anthranol. Beiträge zur Kenntniss der Chinasäure. Fittig u. Hille- brand ^). cf. d. Jahresber. 20. p. 144. Untersuchung der chrysophansäureartigen Substanz der Sennesblätter und des Cathartomannits nebst Vergleichung der ersteren und der Frangulinsäure mit der Chrysophansäure. 1) Ann. Chem. Pharm. 193. 194. Chrysophansäure. 153 des Rhabarbers. Ed. Kreussler^). — Die chrysophansäureartige Substanz der Sennesblätter wii'd zunächst verglichen mit der Chrysophan- säure des Rhabarbers. Sie liefert ganz wie letztere beim Erhitzen mit Zinkstaub Methylanthracen, ist also ein Derivat der letztern. Sie stimmt in ihren äusseren Eigenschaften, in ihrer proc. Zusammensetzung und ihrem Nitroderivate (Tetranitrochrysophansäure) völlig überein mit der Rhabar- ber-Chrysophansäure, dürfte also mit dieser wohl identisch sein. Als Be- gleiter des Farbstoffs der Sennesblätter tritt Emodin auf. Weiter weist Verf. nach, dass die Fraugulinsäure mit dem Emodin als einem Trioxymethylanthracbinon nicht identisch, sondern ein Trioxyderi- vat des Aethylauthrachinons ist. Die Thatsachen, welche Verf. zur Be- gründung seiner Ansicht benutzt, bestehen in Folgendem: Erstens, im höher gefundenen Kohlenstoffgehalt der Frangulinsäure, als ihn das Emodin giebt, dann in der Gasentwickelung und in der dadurch bedingten gerin- geren Ausbeute an Aethylanthracen oder in der theilweissen Zersetzung dieses Kohlenwasserstoffes in Methylanthracen. Von den Aethyl Verbindungen ist es ebenfalls der höhere Kohlenstoffgehalt der von Faust dargestellten Verbindung und auch die von Liebermann erhaltene Triacetylverbindung, welche für die Ansicht des Verf. sprechen. Endlich ist es die Nitro- frangulinsäure und das nitrofrangulinsaure Silber, welches die Frangulin- säure von dem Emodin unterscheidet. Zur Behauptung, dass der der Frangulinsäure zu Grunde liegende Kohlenwasserstoff Aethylanthracen ist, glaubt Verf. genügenden Beweis geliefert zu haben in dem Nachweise von Grubengas in dem bei der Zinkstaubreaction sich entwickelnden Gase und in der Uebereinstimmung der bei der Frangulinsäure und ihrer Sub- stitutionsprodukte erhaltenen Zahlen mit denen, die ein Ti-ioxyaethyl- anthrachinon verdankt. Die schliessliche Bestimmung dieses Kohlenwasser- stoffs, ob in ihm ein Dimethylanthracen, in Avelchem die CH3 -Gruppen an verschiedenen Stellen der äusseren Benzolkerne gebunden sind, oder ein Aethylanthracen, in welchem die C2H5-Gruppe nur ein Wasserstoffatom in einem der beiden äusseren Kerne vertritt, bedarf einer eingehenderen Untersuchung. — Aus Vorstehendem ergiebt sich, dass die Chrysophan- säure des Rhabarbers und der Sennesblätter als ein Bioxymethylanthrachinon nicht mit der Frangulinsäure identisch sein kann. Der Cathartomannit, ein in den Sennesblätteru vorkommender krystalli- sirbarer Zucker, der zuerst von Kubly gefunden wurde, wurde ebenfalls vom Verf. etwas näher studirt. Die wässrige Lösung desselben ist ganz ohne Einwirkung auf das polarisirte Licht (gegen Kubly), er ist indifferent gegen Gold-, Platin-, Quecksilber-, ammoniakalische Silber- und alka- lische Kupferlösung, selbst nach dem Erhitzen mit verdünnter Schwefel- säure. Die Zahlen der Elementaranalyse stimmen mit den von Kubly gefundenen überein und führen zur Formel C12H26O11. Verf. sieht bis auf Weiteres in diesem Zucker einen condensirten Alkohol, einen dem Dimannit ähnlichen Körper, dessen procentische Zusammensetzung der von 1) Pharm. Ztsch. für Russland. XVII. Jahrg. No. 9—12. p. 257, 289, 321, 353. J54 "'" i''i»"zo. KiiMy und Kreusslcr gefundenen noch am Besten entspricht. Vignon hat einen solchen aus Mannit dargestellt. c. Torpenc und Caniplicr. Kohlenwasserstoffe, erhalten vonPinus sylvestris und r>e- merkungcn über die Constitution der Tcrpene. W. A. Tilden '). — Aus sogenanntem russischem Teri)entiiiöl, aus dem Holze von P. syl- vestris und P. Ledebourii stammend, wurden durch fralctionirtc Destillation drei Terpcne gewonnen ; 10 — 15 pCt. bei 1. '31) " siedend, chemisch identisch mit Australen, jedoch von -|- 23,3 ^ Drehungs\crmögcii-, etwa 06 pCt., bei 171" siedend, Drehungsvermögen -[- 17", und eine bei 173-175° siedende Fraction ; der Rest des Destillates ist Cymol, Das Gel selbst ent- hielt ausserdem eine kleine Menge von zähen, hoch siedenden Kolilen- wasserstoflfen. — Aus den mit Wasser dcstillirten Blättern der schottischen Fichten ergab sich ein Destillat, das, fractionirt, zwei Tcrpene lieferte; das eine siedet bei 156 — 159", rotirt -|- 18,48"; das andere, etwa 2/3 des Ocles ausmachend, siedet bei 171 ", rotirt — 4". Ein wenig Cymol und einige augenehm riechende Flüssigkeiten von hohen Siedepunkten bil- deten den Rest des Oeles. Verf. ist geneigt, alle Terpene ihren Siede- punkten gemäss in 3 Klassen zusammenzufassen (gegen die Ansichten von Alder-Wright und xVrmstrong, da die Cami)hene zweifelsohne ein vierte Classe bilden) und er schlägt für das a Terpen die Structurforrael C3H7H H CH3 H H I I I I I I H — C = C — C = C — C = C — H vor. Versetzen der Alkoholradicale nach rechts um ein Kohlenstoffatom würde die Formel des ß. Terpens und Verschiebung nach derselben Richtung um zwei Kohlenstoffe das y. Terpen geben. Schliesslich spricht der Verfasser seine Meinung aus über den Campher, den er für einen Benzol- oder Cymolabkömmling ansieht. Gegen die Auffassung der Terpene als Dihydride des Cymols, die augenblicklich wohl allgemein adoptirt ist und für welche gewichtige Gründe, wie leichte Darstellbarkeit des Cymols aus Terpenen (mit Jod) und aus Campher (Behandlung mit wasserentziehenden Agentien) ferner die Oxydatiousprodukte der Terpene, besonders Paratoluyl säure und Te- rephtalsäure, letztere beide identisch mit den Oxydationsprodukten des Cymols, sprechen, gegen diese Ansichten wendet sich Armstrong 2), in- dem er hervorhebt, dass die Terpene bei der Oxydation nur geringe Mengen von Säuren liefern, die ebenfalls durch einfache Oxydation von Kohlenwasserstoffen der Benzolreihe zu erhalten sind, dass ihre Nitrirungs- produkte ohne besondern Charakter sind, dass sie sich leicht vereinigen mit Brom, mit Haloidsalzen, mit Wasser, im letzteren Falle dem Terpin, C10H20O2, ähnliche Verbindungen bildend. Ein Cymoldihydrid sollte beim Oxydiren seinen Additiouswasserstoff verlieren, in seinen Seiteuketten auge- griffen werden und keine Säuren wie Terebin- und Diterebinsäure liefern. ') Journ. of Cliem. Soc. Vol. XXXIII. Trausact. p. 80—88. Berl. Ber. 11. 1.52. 2) Chem. News. 37. 4. Berl. Ber. 11. 151. Terpene u. Campher. 155 Die isomeren Umlagerungeii und Polymerisiruugen , die bei dem Terpen sich so leicht vollziehen, sj) rächen gleichfalls gegen die allgemein ange- nommene Sti'uctur desselben. Verf. giebt dann Gründe, die ihn zur Fol- gerung leiten, dass der innere Bau der Terpene ein ganz eigenthüm- licher sei. Ueber Terpentin- und Campherformeln. E. Armstrong '). — Schon früher hat sich der Verfasser über die Unzulänglichkeit der gegenwärtigen gebräuchlichen Ansichten ausgesprochen. Jetzt schlägt er einige Formeln vor, welche, obschon vielleicht nicht allen Verhältnissen entsprechend, doch wohl wenigstens als Fingerzeige zur weiteren Entwick- lung dieser Frage dienen können. Es wären wohl hauptsächlich zwei Classen der Terpene zu unterscheiden; erstens diejenigen, welche sich direct mit zwei Molekülen Chlorwasserstoffsäure vereinigen lassen und bei der Oxydation als Hauptprodukte Säuren der sogenannten Fettreihe liefern, und zweitens diejenigen, welche sich nur mit einem Molekül Chlorwasser- stoffsäure vereinigen lassen und, wenn die Versuche Riban's als massgebend zu betrachten sind, bei Oxydation Campher liefern. Zur ersteren Classe gehören die Terpene aus Citronenöl, Orangeöl u. s. w. und wohl auch das amerikanische und französische Terpentinöl; als der zweiten Classe an- gehörig sind nur vorläufig die sogenannten Campher zu betrachten und vielleicht auch das Tereben. Diese zwei Classen dürften ausgedrückt werden durch folgende Formeln: H2 H2 C C / \ / \ H2C CH = CH H2C CH — CH 1 \ 1 1 \ CH3 -HC C(CH3)=:CH CHs-HC CfCHa)— CH \ / \ / C C H2 Ha Ha C y \ H2C CH — CH \ i 1 \ >o CH3-HC C(CH3)— CH^ Dem Campher käme die Foi'mel \ / C H2 zu, welche erklärt: 1) dass Campher einfach durch Aufnahme von 3 Atomen Sauerstoff zu Camphersäure wird; 2) dass diese Säure eine derjeni igen zweibasischen Säuren ist, welche ein 1) Berl. Ber. 11. 1698. 156 Dio Ptlauzo. Anhydrid liefern und daher zwei Carhoxylgruiipon entlialten, weh^he an zwei henaclibart /usanimenhängende Kohlenstoffatome angehängt sind ',)) dass Caniphersäure ein Ilydrodcrivat des Motaxylols ist. Die Bildung des Cymols und aller anderen rrojjvl- (wahrscheinlich Isojiropyl-) Derivate aus den Terpencn und dem Canii)lier wäre durchgreifender Molekularumlagcrung zuzusclireiben. Flawitzkyi) hat aus russischem Terpentinöl (aus Pinus sylvestris) ca. 50 7o eines Teipens erhalten, das bei 155,5 — 156,5" siedet und bei 100 mm. und 24,5 " das Drehuugsvermögeu (a) D = 27,7 o und bei 0" das spcc. Gew. = 0,8746, bei 16 » = 0,8621 und bei 24,5 " = 0,8547 besitzt. Sein spec. Drehungsvermügen wäre («) D = -[- 32,4 und [a] = --)- 40,29. 8o übcrtriiTt dieses Terpeu an Rotations- vermögen das Australen aus englischem Terpentinöl (Berthelot [a] = -|- 21,5) fast um das Doppelte. Mit HCl wurde ein festes Chlorhydrat gewonnen. Schp. 127" Sdp. 204 <'. (a) D in alkoholischer Lösung = -|- 24,5 ^ und [«] = 30,5 ". Das Terpin, aus diesem Terpcn dargestellt, ist, dem äusseren Ansehen nach, nicht von denjenigen zu unterscheiden, welche sich unter denselben Bedingungen aus französischem Terpentinöl ausscheiden. Dieses Terpen hält demnach Flawitzky für identisch mit Atterberg's Australen, und pflichtet der Meinung Atterberg's bei, dass reines Australen gleich grosses spec. Drehungsvermögen mit Tere- benten, für welches Riban (a) D = — 40,30 ^ gefunden, haben muss und meint, die Verschiedenheit in dem Drehungsvermögen der rechts- drehenden Terpeue aus den Terpentinölen rühre von den Darstellungs- methoden her, bei welchen verschiedene Mengen optisch inactiven Terpens, wahrscheinlich Terebens, dessen Trennung von dem activen durch fractionirte Destillation, wegen der nahe liegenden Siedepunkte, nicht ausführbar ist, entstehen. Dieses in Betracht ziehend will Verf. reines Australen aus russischem Teiiientin zu gewinnen suchen. Flawitzky schlägt weiter für den Campher und die Terpene aus Terpentinöl folgende Formeln vor: CHs I Für den Campher: (CH3)2 CH — CH — CH = CH — CH = CH — CHO Für die Camphene CH3 und optisch activen | p p p^t Terpentinöle : (CH3)2 CH — CH — CH = CH — {~ qj^Ij^JI^^J CHs Für die optisch CH3 inactiven Terpen tinöle: (CH3)2 CH - C = CH - CH2 - {~ CH^C^^' CHa 1) Berl. Ber. 11. 1846 und 1847; Corresp. aus St. Petersburg vom 2./14. October 1878. Terpene ii. Campher. 157 CHs und: (CH3)2 C = C — CH2 — CH2 — (~ ^^^^^^^^ Umwandlung von Valerylen in Terpileu. G, Bouchardat 1). — Wie sich das Isopren, C5H8, durch trockene Destillation des Kaut- schuks gewonnen, zu einem Körper CioHie polyraerisirt, so polymerisirt sich auch das Valerylen aus dem Amylen des Amylalkohols bei sechs- stündigem Erhitzen in einer C02atmosphäre auf 250—260'^. Man erhält so eine dickflüssige Masse, aus der durch Destillation zwei Körper ge- wonnen werden: 1) ein Kohlenwasserstoff CioHie, Sdp. 170— 180 », spec. Gew. 0,836 bei 15*^; Dampfdichte 4,82; mit HCl zwei Verbindungen : CioHieHCl und C10H16 (HC1)2; die beiden letztern liefern beim Erhitzen mit Kalihydrat einen Körper von der Zusammensetzung und dem Siede- punkt des Terpinols (CioHi6)2 H2O und 2) ein bei 240 — 250 siedender Kohlenwasserstoff von der Formel Ci5 H24. Zwei neue Kohlenwasserstoffe aus Terpentin. E. H. Letts ^). — Trägt man Natrium in geschmolzenes Terpentiuhydrochlorid ein, so findet heftige Einwirkung statt und das Reactionsproduct giebt beim Destilliren einen beim Abkühlen erstarrenden weissen Körper und bei viel höherer Temperatur ein Oel. Der feste, bei 94 ^ schmelzende, bei 157—158 siedende Körper hat die Formel C10H17. (? d. Ref) Mit Chlor wurden C10H17CI und C10H17CI2 (? d. Ref) erhalten. Verf. nennt den Körper „Turpenyl". Das ölige Destillat, das bei 321 " siedet, besitzt die Formel C20H34 und wird vom Verf. als „Diturpenyl" bezeichnet. Terpin und Terpinol. W. A. Tilden 3). — Erstere Substanz (krystallisirt) C10H20O2 . OH2, wurde nach Wigger's Methode dargestellt. Ein Gemenge von 1 Vol. NO3H von 1,4 spec. Gew. und 1 Vol. Holz- geist und 2^2 Vol rectificirtem Terpentinöl wird etwa 2 Tage stehen gelassen und dann, nach Zusatz von etwas Weingeist, in einer flachen Schale krystallisiren gelassen. Man erhält die nämlichen Krystalle gleichviel ob amerikanisches oder französisches Terpentinöl verarbeitet wird; aber keine krystallinische Verbindung wird aus den Terpenen der Orangegruppe gewonnen. Durch Einwirkung von äusserst verdünnter Salzsäure und nachheriges Destilliren ging bei 205 — 215 •^ ein farbloses Oel (Terpinol) von der Zusammensetzung CioHisO über-, die Structur- formel ist wahrscheinlich: (Terpin CioHis {qtt )CioHi8<[rv>* CioHis. Wird in dieses Oel trockene HCl geleitet, so färbt es sich violet und man erhält Krystalle, die nach dem Auspressen weiss erscheinen und die Formel C10H18CI2 haben. Bei spontaner Verdunstung einer mit NO3H 1) Compt rend. 87. 654. ^) Berl Ber 13, 135 3) Journ. of'chem* Sog. Vol. XXXIII. p. 247. Berl. Ber. 11. 994. 158 Dio Pflanzo. anResäucrt(Mi alkoliolischcn Lösung von Tcri>inol sclicidcn sieh Torpin- kiystallo aus, woraus Verf. schliesst, dass bei der ühliclicn Darstell ungs- wcisc von Terpin der Bildun}< desselben wohl die von Terpinol vorangeht. Behandlung von Teri)in mit verd. SO4II2 1:8, und Destillircn mit \Vasserdanii)f gab ein Oel , das sich als CJemisch von Ciolliu mit Ter- pinol erwies. Das rohe Produkt ward mit verd. Schwefelsäure 1:2 ge- kocht, abdestillirt und das Destillat über Natrium rectiticirt. Der bei 175 — 178" übergehende Kohlenwasserstoff hatte die Zusammensetzung C10H16 . spec. Gew. bei 15*^ 0,8526, Dampfdichte 68,8, optisch in- activ, giebt weder mit HCl noch mit XOsIl krystalliuischc Verbindungen. Verf. legt demselben die Benennung „Tcrpinylcu" bei. Ueber mehrere Derivate des Terpinols. J. de Moutgolfier^). — Das feste und flüssige Monochlorhydrat des Terpentinöls geben wie das Dichlorhydrat (Berthelot) beim Behandeln mit Natrium Kohlenwasser- stoffe CioHiG und wasscrstoffrcichcre. Das feste Chlorhydrat liefert inactives Caniphen und ein Camphenhydrür von der Formel CioHis- Schp. 120". Wird von gewöhnlicher oder rauchender Schwefelsäure, selbst von Sal- petersäure in der Kälte nicht angegriffen. Nebenbei bildet sich in geringer Menge noch ein bei 322" siedender Kohlenwasserstoff, Dicamphenhydrür, C20H34, spec. Gew. 0,9574 bei 19". Dreht nach rechts; (a) D = -\- 21,18 (in alkohol. Lösung). Aus flüssigem Terpentinöl -Chlorhydrat wurden bei Behandlung mit Natrium Kohlenwasserstoffe gewonnen, die sämmtlich zwischen 156 — 180" übergehen. Der interessanteste derselben ist ein bei 158 — 165" übergehender Kohlenwassei'stoff CioIIis, dem immer geringe, nicht abscheidbare, Mengen krystallisirten Camphci'hydrürs bei- gemengt sind. Er hat citronenähulichen Geruch, spec. Gew. 0,852 bei 19", Sdp. etwa 163°. In rauchender Schwefelsäure löst er sich unter Bildung einer Sulfosäure, deren Baryumsalz sehr löslich ist. Mit NO3H flüssiges Nitroderivat. — Der Theil, welcher über 173" übergeht, besteht aus einem Kohlenwasserstoff' CioHie, welcher mit Chlorwasserstoffsäurc das ursi)rüngliche, flüssige Chlorhydrat giebt und mit dem Camphilen oder Terpilen (DevilleJ identisch zu sein scheint. Seine „Studien über die Verbindungen der Camphergruppe" hat J. Kachler^) fortgesetzt. — Er beschäftigte sich wesentlich mit den Oxydationsprodukten des Camphers. Früher hatte er nachgewiesen, dass die sog. Camphresinsäure von Schwanert ein Gemenge von Camphersäure und Camphoronsäure C9H12O.5 sei, welche bei der Darstellung von Cam- phersäure aus dem Camplier in der Mutterlauge cuthalten ist. Bei der Oxydation des Camphers mit Salpetersäure entstehen aber in kleineren Mengen noch andere Säuren. So wies er in dem in kaltem Wasser un- löslichen Theil der vollständig eingedampften Mutterlaugen die schon von Kullhem gewonnene sog. Dinitro]iei)htyIsäure C6H10N2O6 und in sehr geringer Menge die mit der Caraphersäure isomere und von Wreden zu- erst aus derselben durch Erhitzen mit Jodwasserstoffsäure erhaltene ') Compt. rend. H7. 840-84.^. 2) Ann. Chem. Pharm. 191. 143. Terpene ii. Campher. 159 Mesocamphersäure CioHieO^ nach. In dem in kaltem "Wasser löslichen Autlieile fand er neben Caniphoronsüure eine Säure CyKiiO«, welche er Hydrooxycamphorousäure nennt. Dieselbe ist eine dreibasische Säure, und verschiedene Salze derselben wurden dargestellt und untersucht. Durch Erhitzen mit Brom auf 120 — 125*^ erhielt er eine der Oxycamphoronsäure C9H12O6 isomere Säure. Danehen wurden noch zwei nicht näher unter- suchte Säuren C9H12O7 und C7Hi20ö gefunden, so dass also bei der Oxydation des Camphers mit Salpetersäure bis jetzt sieben Säuren: Cam- phersäure CioHieOi, Mesocamphersäure C10H16O4, Camphoronsäure C9H12O5, Säure A. (Hydrooxycamphoronsäure) C9H14O6, Säure C. C9H12O7, Säure B. (?) C7H12O5 und Dinitrohephtylsäure constatirt sind. Von letzterer Säure wurden ungefähr 2 ^o aus dem Campher erhalten. 2um eingehenderen Studium der Dinitrohephtylsäure wendet sich nun Verf. in der zweiten Hälfte der Abhandlung. Durch Natriummalgam wird sie sowohl in alkoholischer, wie in wässriger Lösung zu C6HuN04 Mono- nitrohephtylsäure reducirt, welche in rohem Zustande ein blaugrünes Oel, durch freie salpetrige Säure so gefärbt, darstellt. Diese Säure zeigt näm- lich die Meyer 'sehe Reaction der Pseudouitrole und giebt in etwas Kalilauge gelöst und mit Kaliumnitrit versetzt, auf Zusatz von Schwefel- säure eine tiefblaue Färbung. In ihr können, da sie ausser der Carboxyl- gruppe noch die Gruppe CH (NO2) enthält, zwei H-atome durch Metalle ersetzt werden. Durch Zinn und Salzsäure wird sie unter CO2 -Abspaltung zu Methylisopropylketon reducirt, durch Kalilauge in der Hitze theils in Mononitrohephtylsäure, theils in Methylisopropylketon zersetzt. Brom wirkt nicht auf die Säure ein. Verf. giebt für die Dinitro- und Monoitro- hephtylsäure folgende Formeln: Dinitrohephtylsäure (CH3> = C (COOH) — C (1^02)2 — CH3, Mononitrohephtylsäure (CH3)2 = C (COOH) — CH (NO2) — CH3. Verf. ist soeben damit beschäftigt, mit Hülfe der Meyer 'sehen Nitro- körper eine Synthese der Mono- oder der Dinitrohephtylsäure zu ver- suchen. Es wurde bereits gefunden, dass durch Einwirkung von Nitroäthankalium auf Monobromisobuttersäureäther, ferner von Monobrom- nitroäther, Monobromisobuttersäui-eäther und Natriummalgam oder fein vertheiltem Silber eine Substanz entsteht, die eine gleiche blaue Reaction mit salpetrigsaurem Kali und Schwefelsäure zeigt, wie die Mononitro- hephtylsäure. Auch Dinitroäthansilber und Bromisobuttersäureäther wirken in der Wärme auf einander ein. Die Camphoronsäure hat R. Kissling^) zum Gegenstande ein- gehender Untersuchung gemacht. Die Säure wurde dargestellt nach der Methode von K ach 1er mit einigen Modüicationen. Verf. erhielt aus Campher etwa 60% der theoretischen Ausbeute au Camphersäure und 8"/o der Camphoronsäure. Camphoronsäure Schp. 137 '^ (Kachler 115). Die eigentliche Säure anhydridisirt sich schon bei ca. 80». Gleichzeitig verflüchtigt sich aber bei dieser Temperatur auch das entstandene Anhy- drid. Ein Hydroxyl war durch Einwirkung von Acetylchlorid nicht nach- *) Inaug. Dissert. Würzburg. ISTS. ICO Die IMInnzo. zuweisen. Ebensowenig konnte Valeryl an Stelle eines allenfalls vorhandenen Ilydrüxylwasserstoffs gebracht werden. Das Kaliuinsalz der Cainidioron- säurc hat die Formel CsIIisiKaOo -| H2O. Aus letzterem wurde durch Einwirkung von Jodätliyl die Monoäthylcamphoronsäurc CAUi (Calls) O5 dargestellt. Aus dem Silbersalzc der Caniplioronsäurc erhielt Verf. mit Jodäthyl den Diiithyläthcr. Letzterer ist übrigens auch daistellbar durch Erhitzen einer verdünnten alkoliolisohcn Silurelösung mit Schwefelsäure, wenn man dabei das Fractioniren vermeidet, wobei sich der Diäthyläther zersetzt : CO2C2H5 COaCaHö CcIIioO =C2H50H-}- CoHioO I I CH.OIl CH CO2C2H5 CO^ Die leichte Zersetzbarkeit des Diäthyläthers lässt nun aber auch wie der Versuch bestätigte, keine Ersetzung des Ilydroxylwasscrstoifs durch Säureradikale zu. Aus dem Monäthylester wurde ein Diamid erhalten Cyllia (^112)2 Oi, aus dem Diäthylester ein Diamid. das mit dem ersteren isomer ist. Ersteres in Nadeln krystallisireud Schp. 140", letzteres in Tafeln Schp. 165 — 170". Ersteres wird sich wohl zum letzteren verhalten wie Asparagin zu Halamid. Beim Schmelzen der Camphoronsäure mit Kalihydrat erhielt Verf. Essigsäure, Kohlensäure und Isobuttersäure. Mit dem Nachweise der letzteren Säure glaubt Verf. die Propylgruppe des Camphers als Isopropyl charakterisii't zu haben. (Neuerdings wurde übrigens die normale Struktur dieser Propylgruppe des Camphers, resp. des Cymols von 0. Jacobsen auf synthetischem Wege nachgewiesen, ausserdem scheint es mir ge- wagt, aus der Bildung von Isobuttersäure aus einem Produkte von so wenig bekannter Constitution, wie Camphoronsäure einen Rückschluss auf die Natur der Propylgruppe des Camphers zu machen. D. Ref.). Die Vorgänge bei Oxydation des Camphers giebt Verf. bei Annahme der Kekule' sehen Auffassung des Camphers durch folgende Gleichungen wieder : C3H7 C3H7 I I CH CH— COOK / \ / H2C CH2 CH2 I I +30= 1 HC CO CH \ / \ C C-COOH I I CH3 CH3 Campher Camphersäure Terpene u. Campher. 1 (M C3H7 C3H7 CH CH— COOK H2C CH2 OC 1 1 HC CO + 50 = = 1 CH2 c 1 \ CH OH— COOK Camphoronsäure und CH3 Die Camphoronsäure ist demnach eine zweibasische dreiatomige Hydroxysäure, welche ferner noch ein Ketou oder vielleicht auch äthylen- oxydartig gebundenes Sauerstoffatom und eine Isopropylgruppe enthält. Die grosse Leichtigkeit, mit welcher sie in ihr Esteranhydrid übergeht, lässt darauf schliessen, dass das Hydroxyl sich in nächster Nähe der einen Carboxylgruppe befindet. Demnach verhält sich Camphoronsäure zu ihrem Anhydrid, wie die Diaterebinsäure zur Terebinsäure, die Itamal- säure zur Paraconsäure etc. Zur Terebinsäure steht vielleicht das Camphoronsäureanhydrid in besonders naher Beziehung. Die Entstehung der ersteren aus dem Terpen durch Oxydation mit Salpetersäure kann als Analogon der Bildung von Camphoronsäure aus dem Laurinol be- trachtet werden. Die Terebinsäure zeigt auch die Eigenthümlichkeit des Camphoronsäureanhydrids, schon unterhalb des Schmelzpunktes zu subli- miren. Beim Schmelzen mit Kalihydrat liefert sie gleich der Camphoron- säure, Kohlensäure, Essigsäure und Isobuttersäure. Zur Kenntniss der Campherchloride. F. V. Spitzer ^). — Durch 12 — 14 Tage lange Einwirkung von PCI5 auf Campher in der Kälte entsteht das bei 155 — 155,5 ^ schmelzende Bichlorid Cio Hu CI2. Dreht nach links. Ein neues Campherbichlorid vom Schp. 150 — 155^ hat F. V. Spitz er 2j bei Einwirkung von PCI5 auf Campher unter sorgfältiger Ver- meidung jeder jTemperaturerhöhung erhalten. Dasselbe ist verschieden von dem bei 70 "^ schmelzenden Pfaundler'scheu Campherbichlorid. Aus dem bei 155 — 155,5^ schmelzenden Campherbichlorid hat F. V. Spitzer 3) mittelst Natrium ein Camphen dargestellt, das bei 158,9 —159,90 siedet und bei 57,5— 58,8« C. schmilzt und bei 57,5« C. wieder erstarrt. Spec. Gew. bei 99,84 C. = 0,8345. Bei einer Flüssigkeits- säule von 100,.3 mm. und 83 — 84 ^ C. ergab sich eine Drehung der Polarisationsebene um 55,14 ^ nach rechts. Mit HCl in ätherischer Lösung behandelt liefert es ein bei 150 <* schmelzendes Additionsprodukt CioHie'HCl. Bei der Behandlung des Campherbichlorids mit Natrium und Jodäthyl, resp. Isobutyljodid wurde ein Aethylcampher Cio H15 * C2 H5 1) Berl. Ber. 11. 1818. 2) ibid. 11. 363. 3) ibid. 11. 1815. Jahresbericht. 1878. 11 162 T>io rilanzo. (flüssig) Sdp. 197,9 — 109,9 <• C, resp. Isobutylcamplicr Ci« II15 • C4 H., Sdp. 228 — 229" C. dargestellt. Letzterer ist bei gewöhnlicher Temperatur flüssig. Monobromcampher wurde dargestellt durch vorsichtiges Zusetzen von Brom zu Campher im Wasserbad und Zersetzen des gebildeten Dibromides. Wird leicht zerlegt durch Keagcntien, welche Campher in Cymol überführen. Mit Salpetersäure l)chandelt entsteht Camphersäure und ein schön krystallinischer, bisher nicht weiter untersuchter Körper. Beim Vermischen von zwei Thln. Brom mit einem Tbl. Campher und Erwärmen im Wasserbade entstehen farblose Piismen von Dibrom- campher, die sich in Salpetersäure unter Zersetzung lösen; es tritt eine neutrale in ihren Eigenschaften minder charakteristische, als die aus Monobromcampher hergeleitete Substanz auf, aber keine Camphersäure. H. E. Armstrong u. G. C. Matthews i). Bei der Darstellung des Carvacrols aus Campher nach der Methode von Kekule u. Fleischer (Einwirkung von Jod auf Campher) erhielten Armstrong u. EascclP) eine grössere Quantität des Claus'schen Camphins als Nebenprodukt. Durch Einwirkung von Jodcyan auf Borneolnatrium (besser Jod auf Natriumcampher), in Benzol gelöst, in der Wärme erhielt AI. Haller 3) ein Jodderivat des Camphers: JCN + Cio Hi5 NaO =.Cio H15 OJ -f Na CN. Durch Einwirkung von Cyangas auf Natriumcampher erhielt AI. Haller't) ein Cyankampher CioHi5(CN)0, löslich in Alkohol, Aether etc. und in Natron- und Kalilauge. Schp. 127 — 128"; Sdp. 250" unter beginnender Zersetzung. In Schwefelkohlenstofflösung mit Brom behandelt liefert er Cyanbromcampher, CiiHi4BrN0. Kocht man Cyan- campher mit conc. Kalilauge, so erhält man das Kaliumsalz der zwei- basischen Hydroxycamphocarbonsäure : Cii Hi5 NO -j- 2 KOH-f Ha = Cn Hie O4 K2 + NH3. Es werden Salze dieser der Camphersäure Cio Hie O4 homologen Säure beschrieben. Bei einer vergleichenden Untersuchung des natürlichen Borne 0- camphers von Dryobalanops camphora und dem aus Lauriueen- campher nach der Methode von Baubigny dargestellten Borneole gelangte J. Kachler^) zu folgenden vorläufig mitgetheilten Resultaten: 1) Beide Borneole geben mit P2 O5 oder starker Salzsäure identische Chloride C10H17CI Schp. 147—148" (uncorr.) 2) Das Borneolchlorid spaltet sich mit Wasser in Röhren auf 100 " erwärmt sehr leicht und vollständig in HCl und ein festes Camphen C10H16, welches bei 51—52" C. schmilzt und gegen 160" siedet. 1) Ghem. News. 37. 4. lierl. Ber. 11. 150. 2) Chem. News. 37. 4. Berl. Ber. 11. 151. 3) Compt. reud. 87. 69.5. *) Compt. rend. 87. 843-844; 929. Chem. Ctrbl. 1879. 53. 67. «) Berl. Ber. 11. 460. Glycoside. 163 Dieses Camphen scheint mit dem von Spitzer aus Campherchlorid und Natrium erhaltenen Camphen identisch zu sein. Salbeiöl. S. Siguria u. M, M. P. Muir^). — Das Oel besteht hauptsächlich aus zwei Terpenen, einer sauerstoif haltigen Flüssigkeit und einem Kampher, Siedep. 1- Ot-i ö '53 Brech. Index bei 20» für D-linie 1.2 Drehungs- vermögen für die Natron- flamme Oxydations- produkte 1. Terpen . 2. Terpen . 3. Salviol . 152—1560 162—1670 197—2030 0,8435 0,8653 0,934 1,4607 1,4658 1,4623 0,546 0,538 0,495 + 12,4 + 13,4 -|- 16,19 Essigsäure, Kohlens. u. Oxalsäure Campher Oxalsäure, Kohlens. u. Cyanwasser- stoffsäure Salviol mit Pg O5 behandelt liefert Cymol und kleine Mengen eines Terpens. Absolut reines Salbeiöl, bestand beinahe ausschliesslich aus einem dunkel-smaragdgrünen, bei 264—270 siedenden Terpen , C15H24, vom spec. Gewicht 0,9198 bei 0. d. Glycoside. Nach M. Coppola^) werden bei der Elektrolyse der wässrigen Lösungen von Salicin und Amygdalin, bei Anwendung von schwachen oder starken Strömen, dieselben Produkte erhalten, wie bei der normalen Spaltung dieser Glycoside. Der bei der Electrolyse sich entbindende Sauerstoff oxydirt aber einen kleinen Theil der Spaltungsprodukte zu Salicylaldehyd, Salicylsäure, Benzoesäure, Gummikörper, Kohlenoxyd und Kohlensäure. Bei der Zersetzung des Amygdalins entsteht auch eine kleine Menge Ammoniak. Untersuchungen über die Spaltung des Cyclamins in Glycose und Mannit. S. de Luca^). — Der filtrirte Saft von Cyclamen europaeum wurde gekocht und die coagulirte Substanz auf dem Filter mit siedendem Wasser ausgewaschen. Hierauf brachte man das Filter sammt der Substanz unter eine Glasglocke neben gebrannten Kalk, 1) Journ. of Chem. Soc. Vol. XXXIII. Transact. p. 292. Berl. ßer. 11. 1265. 2) Gazz. cMm. itai. VIII. 60—71; Berl. Ber. 11. 1247. Corresp. aus Turin. 3) Compt. rend. 8V. 287. 11* 164 Pic Pflanro. wodurch nach einigen Monaten der Inhalt des Filters völlig getrocknet und krystallinisch geworden war. Diese Masse besass nicht mehr den eigenthümlichen Geschmack dos Cyclamiiis, sondern schmeckte schwach zuckerartig an Glycose und Mannit erinnernd. In dieser Richtung ange- stellte Versuche zeigten, dass das Cyclamin sich freiwillig in Glycose und krystallisirtcn Mannit gespalten hatte-, es ist also als ein Glycosid zu betrachten, welches ausser Glycose noch eine zweite 'Zuckerart liefert. Das bisher untersuchte krystallinische Cyclamin soll nach Verf. ein Gemenge unzersetzten Cyclamins mit Mannit sein. Fr. Sestini^) legt die Methode dar, wonach er aus der Kussholz- wurzel Glycyrhizin im Grossen dargestellt hat. Die lufttrockene Wurzel ergab ihm 3,3 <'/o , die bei 110*^ getrocknete 6,3 7o- Nach seinen Ver- suchen ist das Glycosid in der Wurzel als Kalk Verbindung, in geringer Menge auch wohl als Kaliverbindung enthalten. Eine Ammoniakver- bindung (Roussin) sei nicht vorhanden. Die beim Erwärmen mit Kalk oder Magnesia sich entwickelnde geringe Menge von Ammoniak rühre von der Zersetzung von Asparagin her. Sestini beschreibt eine Kalk- verbindung 5 C24 H36 O9, 3 CaO bei 110^ und eine Barytverbindung 5C24H3GO9, 3BaO bei 110*^ als durchscheinende, amorphe, in Wasser lös- liche Massen. Ueber Spaltungsprodukte ist nichts angegeben. Untersuchung des Samenkorns von Camellia japonica. Katzujama^). — Aus den geschälten und zerstossenen Samen wurde durch Extraction mit Alkohol etc. ein Körper isolirt, der mit dem Namen Ca m eil in bezeichnet wurde. Leicht löslich in Alkohol, etwas löslich in heissem Wasser. Eeducirt alkalische Kupferoxydlösung. Formel: C53II84O19. Der Körper liefert beim Kochen mit Schwefelsäure Zucker, ist also ein Glycosid. Ueber den pharmakologisch wirksamen basischen Best an d- theil der Ditarinde (Alstonia s. Echites scholaris). E. Harnack^). — Aus der Ditarinde konnte nur eine krystallisirte Base isolirt werden, die der Verf Dita'in nennt, ein Name, der bis jetzt noch nicht für einen chemisch reinen Körper gebraucht worden ist. Durch anhaltendes Kochen mit Salzsäure wurde aus dem Ditain ein Körper abgespalten, der alkalische Kupferlösung reducirt. Das Ditain ist demnach den basischen Glycosiden zuzurechnen. Die Analyse führte für das salzsaure Salz zu der Formel C22 H30 N2 O4 • HCl. Historische Notiz über das Ditain. Th. Husemann*) Bestandtheile von Ligustrum Ibotu. G. Martin ^). — Caffein wurde darin, entgegen früheren Angaben, nicht vorgefunden, dagegen ein Glycosid, für das Verf den Namen Ibotiu vorschlägt. Giebt mit conc. SO4H2 schön rothe Farbe. Der Samen enthält ausserdem noch ein festes Berl. Ber. 11. 1690. Corresp. aus ^) Stazioni agrar. ital. VII. p. 10 Turin v. 19. Juli 1878. 2) Arch. d. Pharm. (3). 13. 334. 3) Berl. Ber. 11. 2004. *) Arch. d. Pharm. (3). 13. 438. ^) Arch. d. Pharm. (3). 13. 338. Glycoaide. 165 Oel, gegen 20 %, das viel Aehulichkeit mit Olivenöl hat und in der Kälte erstart. Der Aschengehalt beträgt 3,422 <'/o. Ueber ein neues Glycosid (Bestandtheil von Lupinus luteus). E. Schulze u. Barbieri ^). Durch Extraction der Lupinen- pflanzen mit 50 % Alkohol, Fällen mit Bleiessig, Zersetzen des Bleinie- derschlags mit SH2, Filtriren der heissen Lösung, wurde ein gelblich, fein krystallinischer Körper erhalten, den Verff. Lupinin nennen. In kaltem Wasser wenig, in heissem und Alkohol schwer löslich, löst sich der Kör- per leicht mit tiefgelber Farbe in Ammoniak und in Alkalien. Zusam- mensetzung des bei 100 " getrockneten Lupinin's: d'jlh^Oie- Die luft- trockenen Krystalle enthielten 7 Mol. Krystallwasser. Durch Kochen mit verdünnten Mineralsäuren wird das Lupinin gespalten in Glycose (wahr- scheinlich Dextrose) und Lupigenin. Letzteres ist unlöslich in kaltem und kochendem Wasser und löst sich nur schwierig in Alkohol. Conc. SO4H2 löst es schon in der Kälte mit gelber Farbe, Zusatz von Salpeter- säure verwandelt diese Farbe in intensiv gelbroth. Li Ammoniak löst es sich leicht und giebt beim Verdunsten der ammoniakalischen Lösung neben Schwefelsäure die citrongelbe, aus feinen Nadeln bestehende Ammonium- verbinduug des Lupigenins. Dem letzteren kommt nach den Analysen die Formel C17 H12 Oe zu (C = 65,33 JH = 4,29 %). Die Ammonium- verbindung hat nach der Ammoniakbestimmung die Zusammensetzung: C17H11O6 ■ NH4 -|- H2O. Bei der Spaltung des Lupinins wurden 53,5% Glycose und 47,5 % Lupigenin gefunden, und die Gleichung für diesen Vorgang wäre etwa so zu geben: C29H32O16 -|- 2H2 = C17H13O6 -j- Lupinin Lupigenin 2C6H12O6. Besonders reich an Lupinin waren 5—6 Wochen alte Pflänz- Glycose chen, die im Mai und Juni gezogen worden waren. Ueber das Glycosid der Gelbbeeren und den Rhamnodulcit. C. Li eher mann u. 0. Hörmann ^). — Zu ihren Versuchen benutzten Verf. Amasia-Gelbbeeren (Rhamnus infectorius). Nach Extraction dersel- ben mit kochendem Alkohol etc.. Stehenlassen der Lösung, wobei sich ein harziges Glycosid ausscheidet, mehrmaliges Abgiessen von letzterem, erhält man nach 2 — 3 Tagen hellgelbe blumenkohlartige Massen von Xantho- rhamnin. Durch langsames Concentriren der Mutterlaugen und abwech- selnd der Ruhe Ueberlassen derselben wird die übrige Menge des gelben Glycosides gewonnen. Letzteres nennen Verff. Xanthorhamnin, es ist mit Schützenbergers or-Rhamnegin identisch. 3 Kilo Gelbbeeren liefern 185 grm. harziges Glycosid und 183 grm. reines Xanthorhamnin, also in Summa 12 % Farbstoffglycoside, dagegen nur sehr geringe Mengen freien Farbstoffs. Für das bei 130 " getrocknete Glycosid fanden Verff. bei der Analyse Zahlen, die sie veranlassen, ihm die Formel C^sHeeGog zu geben-, die Formel der lufttrockenen Substanz stimmt dann auf CUsHeeOao -{- 2C2H6O. Xanthorhamnin vergährt nicht mit Hefe. Verdünnte Mineralsäuren spalten das Xanthorhamnin in Zucker und Rhamnetin. 100 grm. trocke- 1) Berl. Ber. 11. 2200. 2) ibid. 11. 952 u. 1618; Ann. Chem. Pharm. 196. 299. 1 r.G Die l'flaiizo. nes Xanthorhamnin gaben -12 grm. Rhamnctin, ein anderes Mal 40,73*^/0. Rhaninetin ist in kochendem Alkoliol und in den meisten üblichen Lösungs- mitteln nur spnnveise löslich. Aus licissem Phenol kann es beim Erkalten krystallisirt erhalten werden. Dimetliylrhainnetin wurde beim Versuche der Darstellung eines methylirtcn Xanthorhamnctins (mit raethylschwetclsaurem Kali und Methylalkohol) erhalten. Seine Formel ist CiaHs OsfCHsjs. Schp. 15G — 157^. Formel des Rliamnetins CiallioO,-,. Acetylrharanetin' Cialis O3 (OC2 1130)2 Schp. 183 — 185 ". Propionylrhamnetin C12 Hg O5 (C3 II5 0)2 ; Schp. 1 ÖS — 1 G2 ". Bcn/oylrhamnetin Ci 2 \h O3 (OC7 H5 0)2 ; Sclip. 210 — 312*^ Dibromrhamnetin CiaHsBraOö, Dibromacetylrhamuctiu Ci2ll6Br2 05(C2H30)2 Schp. 211—212 ». Der bei der Spaltung des Xanthorhamnins auftretende Zucker wurde eingehend untersucht. Er wurde krystallisirt erhalten. Formel CeHuOe, giebt bei 100 ^ 1 Mol. Wasser ab und geht in sein erstes Anhydrid in Isodulcitan, wie der isomere Dulcit in Dulcitan, Celli 2 O5 über Letzteres liefert beim Lösen in Wasser den ursprünglichen Zucker. Er reducirt Fehling'sche Lösung; 10 CC. derselben zeigen 0,0526 grra. Zucker an. Er dreht schwach nach rechts «d ^=-|- 8,07 ". Der Rhamnodulcit, wie Verf. diesen Zucker nennen, schmilzt bei 92 — 93 ^ C. In eingehendem Vergleiche der ehem. Eigenschaften, Krystallform etc. des Rhamnodulcits mit dem aus Quercitrin sich abspaltenden Isodulcit wurde die völlige Indentität beider Zuckerarten nachgewiesen und dadurch die Farbstoffe der Gelb- beeren und des Quercitrons einander mehr als bisher genähert. Verf. fanden bei der Spaltung des Xanthorhamnins 42 ^jo Rhamnetin und 61,2^0 Zucker und geben dieselbe durch folgende Gleichung wieder: C48H66O29 -|-5H20 = 2Ci2Hio05-[-4C6Hi406, welche 42,3 «/o Isodulcit verlangt. Zu bemerken ist noch, dass das Xanthorhamnin Umwandlung zu Rhamnetin auch beim Erwärmen für sich über 100 "^ und zwar langsam bei 130 **, schneller bei 160 '^ im Trockenschrank erleidet. Ein bemer- kenswerther Gewichtsverlust findet dabei nicht statt Der Zucker spaltet sich bei diesem Vorgange aus dem Glycosid ohne Wasserzufuhr in der Form des ersten Anhydrids CeHioOa des Isodulcits ab. Giebt man dem Xanthorhamnin folgende Constitutionsformel, die mit den Analysenresultateu f (011)2 C6H8(0H)4- Q etc. in gutem Einklang steht: CeHs^OH)^'^^ f(0H)2 >0 C12H7O2 I - - C6H8(OH)4^^ C6H8(0H)4^^ C6H8(OH)4 f(0H)2 C12H7O2 I — 0-C6H8(0H)4 V V Rhamnetinreste Isodulcitreste so sollte nach der Spaltung entweder jedes Rhaninetinmolekül drei Hydroxyle haben, oder zwei Rhamnetinreste sind durch zwei chinonartig gebundene Sauei-stoffatome mit einander verbunden, wodurch die Formel des Rhamnctins C24H18O10 wird. Legt man aber kein zu grosses Ge- wicht auf den Nachweis der gleichen Anzahl der Hydroxylwasserstoffe im Xanthorhamnin wie in dem ihm zu Grunde liegenden Rhamnetin und macht man die Annahme, dass sich gleichzeitig auch Zuckerhydroxyle an dem Glycoside. IßT Ersatz von Wasserstoff durch Kalium betlieiligten, so wäre folgende Formel in jeder Beziehung vorzuziehen: fOH C12H18O3 10 — C6H8(0H)4 — — C6H8(OII)i — — C6H8(OH)4 — — C6H8(OH)4 — 0}^^^^^«^^ Schliesslich fassen Liebermann und Ilörmann ihre Resultate kurz zu- sammen, wie folgt: 1) Die Gelbbeeren und zwar sicher die von Rharauus infectorius und tinctoria herstammenden, enthalten auch noch nach vieljährigem Lie- gen neben wenig fi-eiem Farbstoff bis gegen 12 % Farbstoffglycoside. 2) Das in Weingeist schwerer lösliche Glycosid ist stets das Kane'sche Xanthorhamnin und entsiDricht der Formel CUsHeeOag. Das löslichere Glycosid, Schützenberges ß Rhamnegin, kann noch nicht als genügend festgestellt betrachtet werden. 3) Das Xanthorhamnin erleidet durch Säuren keine molekulare Umlage- rung, wie Lefort angiebt, sondern spaltet sich dadurch in Rhamnetin und Isodulcit, dieselbe Zuckerart, welche auch bei der Spaltung des Quercitrins auftritt. Isodulcit ist auch in dem löslicheren Glycosid enthalten 4) Dem Rhamnetin kommt, wie eine grössere Zahl von Abkömmlingen zeigt, die zuerst von Schützenb erger aufgestellte Formel C12H8O3 (0H)2 zu. 5) Xanthorhamnin und Rhamnetin sind mit Quercitrin und Quercetin nicht identisch. 6) Aus den wässerigen Gelbbeerenauskochungen fällt ein ursprünglich in den Gelbbeeren nicht präformirter Farbstoff, Lefort's Rhamnin aus. Dasselbe entsteht durch die Wirkung eines Ferments auf eines der Glj^coside und ist selbst noch ein Glycosid. Es ist, entgegen der Behauptung Lefort's, nicht mit Xanthorhamnin gleich zusammengesetzt, aber wohl noch nicht rein dargestellt. Das giftige Princip von Urechites suberecta. J. J. Bowrey ^). — Die an der Luft getrockneten Blätter dieser in Jamaika unter dem Namen Nachtschatten vorkommenden Giftpflanze liefern mit Alkohol ausgezogen „Urechitin", das in farblosen, vierseitigen Prismen krystallisirt. Es löst sich ausser in Alkohol noch in Aether, Chloroform, Benzol und Eisessig, ist in Wasser unlöslich. Sein Verhalten gegen HCl beweist, dass es ein Glycosid ist. Mit Schwefelsäure reagirt es in charakteristischer Weise-, ein Körnchen mit ein oder zwei Tropfen conc. Schwefelsäure betupft, löst sich zu einer gelben Flüssigkeit, die nach und nach orange, roth, magenta und endlich violett wird. Erwärmen oder Oxydationsmittel beschleunigen den Farbenwandel. Die Analyse führte zu der Formel C28H42O8 " Werden die Blätter bei 100'' getrocknet und dann mit Alkohol ausgezogen, so erhält man „Urechitoxin". Es löst sich einigermassen in Wasser, ist minder löslich als Urechitin in Aether ») Journ. of. ehem. Soc. Vol. XXXIII. Transact. p.2.52; Chem. News 37. 166. 108 Dil! IMlixnzo. 1111(1 IJonzol, krystallisirt aucli schwieriger. Es giebt die nämliche Rcaction wie Urechitin; mit Schwefelsäure und mit Salzsäure behandelt sjjalfet es sich iii „Urechitoxetin'" und einen Körper, der alkalische Kupferlosung leicht reducirt. Es sclimeckt bitter und scharf wie Urechitin und ist ebenso giftig; 0,01 grm. subcutan injicirt tödtet eine Katze in Iß Stunden. Aus mehreren Analysen ergiebt sich die Formel C1JII20O5. Das Urechitoxetin gab bei melircrcn Analysen als Mittel C = 77,46 11 = 8,49 ö/o, was etwa der Formel CulIösOe entsprechen würde. Das amorphe Urechitoxin wurde als Rückstand von der Berei- tung des Urechitoxins erhalten, konnte aber noch nicht genügend gerei- nigt werden. — Noch andere nicht weiter untersuchte und benannte Kör- per wurden aus der PHanze erhalten. — Obige drei Körper Urechitin, Urechitoxin und amorphes Urechitoxin machen das giftige Princip der Pflanze aus, sie schmecken alle drei sehr bitter und sind ausserordentlich giftig. Nach des Verfassers Ansicht sind diese giftigen Eigenschaften der Pflanze zunächst dem Urechitin zuzuschreiben und das Urechitoxin wäre nur ein Umwandlungsprodukt des ersteren. Aus der Wurzel von Scolopia japonica hat G. Martin*) Solauin dargestellt. Sie enthält kein Atropin. f. Eiweissstoffe und Fermente. Ueber den Stickstoffgehalt der Pflanzeneiweisskörper nach den Methoden von Dumas und Will-Varrentrapp. Von H. Settegast, (mitgetheilt von H. Ritt hausen) 2) und weiter H. Ritt- hausen 3). — In diesen beiden Abhandlungen werden eingehend die nach beiden Methoden erhaltenen Zahlen für Stickstoff bei verschiedenen Ei- weisssubstanzen verglichen. Die Resultate fielen zu Gunsten der Dumas'- schen Methode aus, bei welcher jedoch stets der H-gehalt des im Wasser- stoffstrom reducirten Kupfers zuberücksichtigen ist. Da in diesem Abschnitte des Jahresberichts nicht weiter auf analytische Methoden eingegangen wer- den kann, soll im Folgendem nur die Zusammenstellung der Eiweissana- lysen nach den neuesten volumetrischen N-Bestimmungen Ritthausen's wieder- gegeben werden: Conglutin ; ms Legum Mandeln gelb len Lupiueu Hülsenfrüchten c 50,44 50,83 51,48 H 6,85 6,92 7,02 N 18,61 18,33 17,13 S 0,43 0,91 0,40 23,67 23,04 23,97 Hafer Maisfibrin 51,63 54,69 7,49 7,51 17,45 16,33 0,79 0,69 22,64 20,78 Beiträge zur Kenntniss thierischer und pflanzlicher Ei- weisskörper. Th. WeyH). Erste Abhandlung, i) Arch der Pharm. (3.) 13. 336. 2) Pflüger's Arch. f. Physiol. Bd. XVI. p. 293. 3) ibid. Bd. XVIII. 236-246. *) Ztschr. f. phys. Cham. 1. 72. Eiweissstoffe. 169 A. Globuline. I. Thierische Globuline: Vitellin, Myosin, Serum- globuline. II. Pflanzliche Globuline: Historisches und allgemeine Reactio- nen derselben, Pflanzenvitellin, krystallinisches Pflanzeuvitellin, Vitellinkry- stalle aus der Paranuss, Pflanzenmyosiu, Pflanzeucasein. — Verf. giebt seine Resultate wie folgt: 1) Vitellin aus Eigelb coagulirt in ca. 10 % NaCl-Lösung bei 75 ^. 2) Myosin aus Pferdefleisch coagulirt in derselben Lösung bei 45 — 60^ (Kühne). 3) Serumglobulin, die einzige Globulinsubstanz des Blutserums, ist aus seiner neutralen Lösung in NaCl durch Sättigung mit NaCl nur un- vollkommen fällbar (Hammarsten). Der Körper coagulirt in 10 ^o NaCl bei 75 «. 4) Die pflanzlichen Globuline zeigen die allgemeinen Reactionen der thierischen Globuline und der thierischen Eiweisskörper überhaupt. 5) Das Pflanzen-Vitellin stimmt in allen Reactionen mit dem Vitellin aus Eigelb überein. Es coagulirt bei 75 ^ in 10 % NaCl. 6) Die Proteinkörner der Paranuss ^) enthalten membranlose Krystalle von Vitellin, welches alle Reactionen der in No. 1 und 5 genannten Körper zeigt. Die Membran der Krystalle bildet sich nur bei län- gerer Berührung mit "Wasser. Sie ist eine Niederschlagsmembran. Die Vitellinkrystalle sind doppeltbrechend. Das Vitellin der Para- nuss zeichnet sich durch seinen hohen N-gehalt vor allen bisher be- kannten Eiweissstoffen aus. 7) Das Pflanzenmyosiu, welches alle Reactionen des Myosins der quer- gestreiften Muskeln zeigt, coagulirt in 10 ^/o ClNa bei 55 — 60 ^. 8) Es giebt in frischen Pflanzensamen keine case'inartigen Körper (Al- buminate). Alle bisher als Pflanzencasem bezeichneten Stoffe sind Kunstprodukte oder durch secundäre Processe in den Samen ent- standen, welche mit der natürlichen Entwicklung der Pflanze nichts zu thun haben. 9) Bei Berührung mit Wasser, mit Säuren oder mit Alkalien gehen wahrscheinlich alle thierischen und pflanzlichen Globuline erst in Albuminate, später in coagulirte Eiweissstoffe über. Ueber die Eiweisssubstanz der Kürbisssamen. J. Barbieri^). — Um die Frage zu entscheiden, ob die von Ritthausen aus Pflanzen- samen dargestellten Eiweisskörper, wie Weyl behauptete, schon Zer- setzungsprodukte seien, entstanden aus den ursprünglichen Eiweisssubstanzen durch die von Ritthausen angewandte Methode, hat J. Barbieri die Eiweisssubstanz der Kürbissamen nach der Methode von Ritthauseu ein- mal und das andere Mal nach der Methode von Weyl dargestellt und die nach beiden Methoden' erhaltenen Produkte analysirt und mit einander vei'glichen. Die vom Verf. untersuchte Sorte von Kürbissamen (von den Schalen befreit) enthielt: fettes Oel: 51,89 >, Eiweisssubstanzen 33,00 o/o. Letztere 1) Die Analyse des Pflanzenvitellins aus Paranüssen von Weyl siehe iu der Abhandl. v. Barbieri „über die Eiweisssubstanz der Kürbissamen." 2) Journ. f. pr. Gh. (N. F.) 18. 102. 170 Die Pflanzo. finden sieb in doii Zollen der Küibisskönior hauptsächlich in Form von s. g. Proteiukürncrn vor und zwar liinterlioss die durch Absehläninien erhaltene proteiidcörnerlialtigc Masse bei der Kxtraction mit 10 pt't. ClNa Lcisung 24"'/i) IviU-kstand (auf die Truckensubstanz bcreebnet); 76 "/o waren in Lösung gegangen. Aus dieser Lösung konnte durch Eintragen von Steinsalzstücken ca. 6% Pflanzenmyosin ausgeschieden werden, während aus dem Filtrale davon durch Wasser (-|- wenig Ä) ca. 70^/0 rflanzenvitcllin gefällt wurde. Letzteres machte also die Haupt- masse der Proteinkürner aus, Myosin war nur in geringer Menge vorbanden. Folgendes sind die Resultate der Analysen der nach der Methode von Kitthausen und der vonWeyl dargestellten Eiweisssubstanzen. Das mit B bezeichnete Präparat, nach Weyl dargestellt, war noch einmal gereinigt durch wiederholtes Lösen in 10 % ClNa Lösung und Wiederfällen mit COa. Die N-Bcstimmungeu sind nach der Dumas 'sehen Methode ausgeführt. Das nach Ritt hausen erhaltene Präparat wäre als Pflanz encasein (Rittbausen) zu bezeichnen. Die nach Weyl erhaltenen Produkte sind nun nach Weyl's Eiutheiluug Vi teilin, Myosin Avurde nicht untersucht. Ptianzencase'in nach Ritthauscn's Methode dargestellt Pflanzenvitellin nach Weyl's Methode dargestellt Pflanzen- vitellin aus Para- nüssen. A Analyse B von 1. 2. Mittel 1. 2. Mittel Weyl. c 51,48 51,13 51,31 51,45 51,26 51,36 51,88 52,43 H 7,60 7,38 7,49 7,72 7,43 7,58 7,51 7,12 N 18,14 18,15 18,15 18,06 17,65 17,86 18,08 18,10 S 0,54 0,55 0,55 0,54 — 0,54 0,60 0,55 — — 22,50 100,00 — — 22,66 100,00 21,93 100,00 21,80 100,00 Asche 1,20 1,12 1,11 Die nach beiden Methoden dargestellten Eiweisssubstanzen stimmen demnach völlig in ihrer Zusammensetzung mit einander überein. Es ist demnach unwahrscheinlich, dass die nach Ritthauscn's